Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. DEZEMBER 2018)

03.12.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. DEZEMBER 2011)

WIENER STAATSOPER: FOTOS VON DER  VORSTELLUNG „MADAME BUTTERFLY“ am 1.12.


Gabriel Bermudez (Sharpless), Elena Guseva (Cio Cio San). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor


Elena Guseva (Cio Cio San), Andrea Carè (Pinkterton). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor


Elena Guseva (Cio Cio San), Andrea Carè (Pinkerton) und Gabriel Bermudez (Sharpless). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor


Bongiwe Nakani (Suzuki). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

_____________________________________________________________________

Studiobühne der Wiener Staatsoper, 30.11.2018: Elegant demonstriert – ‚Der sterbende Schwan‘ aus der Nähe gesehen

Die Lecture-Reihe „Was sie schon immer über Ballett wissen wollten“ auf der Agrana–Studiobühne der Wiener Staatsoper bietet hautnah eine Einführung in die Historie der klassischen Tanzkunst. Dr. Gabriele Schacherl, Ballettadministratorin in der Staatsoper, von Ballettkorrepetitor Jirí Novák musikalisch fein unterstützt, ist hier eine wissende und gewinnende Erzählerin. Ganz aus der Nähe gesehen und von Primaballerina Liudmila Konovalova stilistisch so sauber und elegant vorgeführt: „Der sterbende Schwan“.

Bildergebnis für ballett der sterbende schwan pawlowa
Anna Pawlowna. Foto: Franz van Riel, 1928

Dieser kurze legendäre Pas seul des Michel Fokine für Anna Pawlowna zu einem Violoncello–Solo von Camille Saint-Saens aus dem Jahr 1907 führt den Ballettfreund zurück in die ausklingende Ära des großen zaristischen Balletts. Große Sprünge erlaubt die kleine Bühne zwar nicht, doch ein Pas de deux aus Peter I. Tschaikowskis „Schwanensee“ gehört nun einmal zu dieser Epoche, und Konoleva und ihr gefühlvoller Partner Roman Lazik führten vor, mit welch einer Sensibilität solch ein Bravourstück getanzt werden kann. Mit seinem ‚Ballet russe‘ spielte Impresario Serge Diaghilew als Reformator eine spezielle Hauptrolle in der Entwicklung des anspruchsvollen künstlerischen Tanzes vom 19. ins 20. Jahrhundert. Die für Diaghilew ebenfalls 1907 von Fokine choreographierte Ballettphantasie „Le Pavillon d‘Armide“ auf Musik von Nicolai Tscherepnin befindet sich zur Zeit im Repertoire des Wiener Staatsballetts in einer von John Neumeier mit Intellekt durchdacht umgeformtem Version. Für einen extrem komplex gestalteten Männer-Pas de deux gesellte sich Jakob Feyferlik zu Lazik. Menschliche Schwächen, Beziehungen mit tiefenpsychologischem Scharfblick gefühlvoll erzählt …. hundertjähriges Kulturgut von Neumeier jetzt nun in eine Welt mit heutigem Zuschnitt gelenkt.

Meinhard Rüdenauer

————————————————————————————–

LEOBEN/ Steiermark: DIE LUSTIGE WITWE: PREMIERE EINER NEUPRODUKTION AM 2012.

_____________________________________________________________

DAS WIENER KAMMERORCHESTER IN THESSALONIKI (Griechenland)- einige Fotos vom Veranstaltungsort MEGARON


Megaron Nr. 1. Dieser Konzertsaal fasst 1400 Besucher. Das Kammerorchester konzertierte im Saal, der sich im ersten Stockwerk befindet. Foto: Esther Hatzi


Ein prächtiger Konzertflügel der österr. Firma Bösendorfer. Die Tasten sind aus schwarzem Ebenholz und weißem Elfenbein gefertigt. Foto: Thalia Hatzi


Gebaut wurde der Flügel 1889, er ist eine Donation von Margarita Gheorghiu Gel Wari. Foto: Thalia Hatzi.

M1  UND M2 (2 Konzertgebäude)

http://www.tch.gr/default.aspx?lang=en-GB&page=14

http://www.tch.gr/default.aspx?lang=en-GB&page=87


Ein Blick aus dem fünften Stockwerk des Gebäudes, das vom japanischen Architekten Arata Isozaki erbaut wurde. Foto: Esther Hatzi


Organisatorin Esther Hatzi mit Thalia Hatzi im Foyer des Konzertsaals. Foto: Lior Hatzis
_____________________________________________________________________

DÜSSELDORF: Heinrich-Heine-Preis 2018 an Prof. Dr. Leoluca Orlando,

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger


Düsseldorf: Heine Preis für Leoluca Orlando.  Console generale dItalia Pierluigi Ferraro und OB Thomas-Geisel. Foto: Andrea Matzker

Der charismatische Bürgermeister von Palermo, Prof. Dr. Leoluca Orlando, erhielt in Düsseldorf, der Partnerstadt Palermos, den mit 50.000 Euro dotierten Heinrich-Heine-Preis. Die Auszeichnung ist eine der bedeutendsten in ganz Deutschland, die an eine einzelne Person mit politischem Interesse und Einsatz vergeben werden kann. Er wird verliehen an Persönlichkeiten, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten. Im Rahmen eines feierlichen Festaktes fand die Preisverleihung in Gegenwart des Italienischen Generalkonsuls Pierluigi Ferraro im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses statt. Der Bürgermeister der Landeshauptstadt, Thomas Geisel, würdigte den Preisträger als einen palermitanischen Weltbürger und zugleich einen weltbürgerlichen Palermitaner, der sich immer treu geblieben sei, seine Abscheu gegen die Arroganz der Macht und gegen Gewalt und Korruption immer deutlich zum Ausdruck gebracht habe, und dem Palermo als Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2018 zu verdanken sei. Er könne sich kaum einen geeigneteren Kandidaten für den Preis vorstellen.


Düsseldorf-Heine-Preis für Leoluca Orlando. OB Thomas Geisel und Laudator Wim Wenders: Foto: Andrea Matzker

Wim Wenders, Regisseur des Films „Palermo Shooting“, hielt die Laudatio. Dabei trug er Episoden aus der Autobiografie des Preisträgers mit dem Titel „Ich sollte der nächste sein“ und dessen Buch „Der sizilianische Karren“ vor. Im Anschluss an die Übergabe der Urkunde und den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt hielt Orlando eine Dankesrede von über 30 Minuten in perfektem Deutsch, die von dem ergriffenen und bewegten Publikum mit Applaus und stehenden Ovationen von mehr als 5 Minuten gewürdigt wurde. Am Tag zuvor wurde dem Preisträger eine außerordentliche Ehre zuteil: Er durfte den Schatz des Museums im Heinrich Heine Institut, den originalen Autographen der weltberühmten „Loreley“ von Heinrich Heine persönlich anschauen und in Händen halten. Als roter Faden geleitete die schöne Sirene durch seine Dankesrede als eine Metapher für die Schönheit, die keine wirkliche Schönheit sein kann, wenn sie nicht mit dem Tod verbunden ist. So wie die Fischer ihr Leben riskierten, um die zauberhafte Loreley zu bewundern, so suchen Millionen von Migranten in Europa die Würde und das Recht auf das eigene Leben, die ihnen woanders genommen wurden. Um dieses Ziel zu erreichen, riskieren sie ihr Leben. „Die Loreley ist ein Mythos und ein Traum. Sie symbolisiert die Suche nach der wirklichen ethischen und ästhetischen Schönheit“, so Orlando. Am Ende fragten sich alle Anwesenden, wie es denn sein könne, dass es einem Palermitaner offenbar treffender gelingt, dieses jedem Kind bekannte Lied sinnvoll und an unsere Zeit angepasst zu interpretieren, als manchem Deutschen zuvor.


Düsseldorf-Heine-Preis für Leoluca Orlando. Foto: Andrea-Matzker


Eintrag in das Goldene Buch. Foto: Andrea Matzker


„Loreley“ von Heinrich Heine. Foto: Andrea Matzker


„Loreley“ von Heinrich Heine. Foto: Andrea Matzker

Loreley

Ich weiß nicht was soll es bedeuten
dass ich so traurig bin

Ein Märchen aus alten Zeiten
das kommt mir nicht aus dem Sinn

Die Luft ist kühl und es dunkelt
und ruhig fließt der Rhein
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar
ihr goldenes Geschmeide blitzet
sie kämmt ihr goldenes Haar

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei‘
das hat eine wundersame
gewaltige Melodei

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh
er schaut nicht die Felsenriffe
er schaut nur hinauf in die Höh

Ich glaube die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn
und das hat mit ihrem Singen
die Lore-Ley getan

Heinrich Heine im Jahr 1823


Heine Preis für Leoluca Orlando: Foto: Andrea Matzker
_____________________________________________________________________________

WIEN/ KUNSTHISTORISCHES MUSEUM: HEUTIGER TALK MIT BRIDGET RILEY ABGESAGT!

Leider musste die Künstlerin Bridget Riley ihre Reise nach Wien absagen. Der Talk am Montag, 3. Dezember 2018, kann daher nicht stattfinden.

Wir danken sehr herzlich für Ihr Verständnis.
____________________________________________________________________________

ORF „kulturMontag“: Lindgren-Biopic im Kino, Uraufführung „Die Weiden“ an der Staatsoper, Kulturgut Spiel in Gefahr

 Am 3. Dezember nach der „Promi-Millionenshow“ um 23.10 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Das Spiel(en) in unterschiedlichen Facetten ist beherrschendes Thema im „kulturMontag“ am 3. Dezember 2018, der aufgrund der „Promi-Millionenshow für Licht ins Dunkel“ um 23.10 Uhr in ORF 2 startet. So geht es u. a. um einen neuen Kinospielfilm über die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren oder um „Bühnenspiel“ in Form der bevorstehenden Uraufführung „Die Weiden“ an der Wiener Staatsoper. Dazu ist Librettist Durs Grünbein Live-Studiogast bei Clarissa Stadler. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit dem Spielen an sich – ein natürlich angeborenes Verhalten, das im Erwachsenenalter verloren geht und laut aktuellen Forschungen als wichtiges Kulturgut der Menschheit erhalten werden muss.

Macht der Märchen – Kinostart für Astrid-Lindgren-Biopic

Sie heißen Pippi, Ronja oder Michel und sind weltberühmt – wie ihre Schöpferin: Astrid Lindgren hat mit ihren Geschichten wie „Pippi Langstrumpf“, „Ronja Räubertochter“ oder „Michel aus Lönneberga“ die Kinderliteratur revolutioniert und zählt mit rund 160 Millionen verkauften Büchern, die in mehr als 100 Sprachen übersetzt wurden, zu den bekanntesten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Charaktere haben – jeder auf seine Weise – vielen gängigen Klischees des „braven“ Kindes widersprochen. Als Verfechterin von Rechten, Wünschen, aber auch Ängsten von Kindern hat sich die Schriftstellerin, die selbst eine bewegte Lebensgeschichte hatte, seit den 1960er Jahren politisch engagiert. Mit einfachen und energischen Sätzen wie „Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe, dann kommt die Lebensart von selbst“ bleibt ihr – auch schriftstellerisches – Credo auch nach ihrem Tod im Jahr 2002 im Gedächtnis. Das neue Biopic „Astrid“ von Regisseurin Pernille Fischer Christensens, das am 7. Dezember in die heimischen Kinos kommt, umspannt nur drei Jahre im Leben der jungen Astrid Lindgren. Jahre, die sie in ihrer Unabhängigkeit, in ihrem Mut, aber auch in dem Wissen, dass zum Leben schwere Entscheidungen gehören, prägten.

Wagemut in unsicheren Zeiten – Uraufführung „Die Weiden“ an der Wiener Staatsoper; Librettist Grünbein im Studio

Zwei Opern hat das erfolgreiche Duo schon vorgelegt, jetzt folgt der dritte Streich. Nach „Berenice“ für die Münchner Biennale und die Wiener Festwochen und „Die Antilope“ für das Theater Luzern gleicht das Auftragswerk der Wiener Staatsoper für Johannes Maria Staud und Dürs Grünbein einer Art Ritterschlag. Mit „Die Weiden“ wollen der Tiroler Komponist und der Dresdner Librettist und Lyriker ein Stück über aktuelle Geschehnisse liefern, hatten sie doch freie Hand bei der Wahl ihres Themas. Mehrere literarische Vorlagen, darunter Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ oder eine Horrorgeschichte des britischen Schriftstellers Algernon Blackwood dienten dabei als Inspirationsquelle für ihre Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage Europas. Entstanden ist ein politischer Opernstoff, der zwischen Realem und Surrealem changiert und ein Zeichen gegen Populismus, Wutbürgertum und Verrohung ist. Premiere ist am 8. Dezember, Librettist Dürs Grünbein ist live zu Gast im Studio.

Kultur des Spielens – Plädoyer für das Menschsein

Spielen ist ein Verhalten, das auf den ersten Blick ineffizient und sinnlos erscheint. Doch schon Friedrich Schiller war davon überzeugt, dass der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt. Spielen, sich messen, erforschen – Kinder sind noch Meister darin, Erwachsene haben das oft verlernt. Dabei ließe sich doch viel gewinnen: geistige Beweglichkeit, Kreativität, Ausgleich zum Alltag oder Entspannung. Mit der Schnitzeljagd „Mystery Hunt“ verwandelt das KHM Wien den Kunsttempel zur Spielwiese. Auf den Spuren von Leonardo da Vinci begeben sich die Besucher/innen auf eine abenteuerliche Schatzsuche durch die geschichtsträchtigen Räume des Museums, um Rätsel aus dem antiken Ägypten, Griechenland oder aus dem alten Rom zu knacken. „Enterbrainment“ nennen die dänischen Macher ihren analogen Spaß, bei dem die jeweilige Gruppe Kuverts mit den Aufgaben erhält, die mit sozialer Kompetenz und Gruppendynamik zu lösen sind. Wie bedeutsam das spielerische Entdecken und Gestalten für uns Menschen ist, das hat der deutsche Neurobiologe und Autor Gerald Hüther erforscht. Demnächst soll der „Welt des Spielens“ sogar ein eigener Lehrstuhl an der Wiener Universität für angewandte Kunst eingerichtet werden, wie der österreichische Kulturgeschichtsforscher Ernst Strouhal verrät – denn: Das Spiel als Kulturgut muss unbedingt erhalten bleiben.
___________________________________________________________________

 

 

Diese Seite drucken