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INFOS DES TAGES (MONTAG, 22. MÄRZ 2021)

22.03.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 22. MÄRZ 2021)

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: Premiere „Der Rosenkavalier“
Erste Eindrücke von TTT, Streaming vom 21.3.2021
Faninal J.M. Kränzle außerordentlich, Sophie K. Konradi beglückt im oberen Register singulär, berückend, zart, faszinierend – da könnte sich Großes ankündigen!

hosta
Statist © Wilfried Hösl

Alle Singenden waren gut, alles andere war „na ja“ oder weniger.

Die Bühnenbilder sind in ewiger Nacht außerordentlich miserabel, musikalisch und szenisch gibt es nichts zu bejubeln.

Einzig eine „Zuckerbäckerkutsche“ im 2. Akt wirkt wie eine Reminiszenz an vorherige Inszenierung, die diesem Versuch keinen Vergleich bietet – denn das war theatrale Weltbedeutung, natürlich aus einem 50 Jahre zurückliegendem Zeitgeist – die Qualität findet man in der Neuinszenierung nicht.

Es war lediglich bemüht, mäßig arrangiert, szenisch pseudo-originell in unorganischen Kostümen mit z. T. völlig desolaten hingehauenen Satyr-Spiel-Versuchen in neuzeitlicher konkreter Kleidung (30iger Jahre?), auch kein Fantasia. Angekündigte Fantasiewelt oder 3 Perspektiven der Feldmarschallin hat man vergeblich gesucht.

Vom nervenden ständigen Gewusel des 1. Bühnenbildes über abgekupferte Bildergalerie im 2. (z. B. Troubadour Salzburg, Aida Paris) bis zum völlig falschen Kino waren alle Bilder ärgerlich.

Warum muss Frau Petersen im 1. Akt beim Bodenturnen als Feldmarschallin darum kämpfen, dass nackte Brüste nicht aus dem schlüpfrigen Kostüm hüpfen?

So wirkt Barrie Kosky ausgebrannt.
Und das Dirigat von Vladimir Jurowski? Mit der Kloke – Bearbeitung ließe sich wohl sehr schöne Durchleuchtung singulärer Betonung im Rosenkavalier-Schwelgen, im Vibrieren der Strauß- Üppigkeit erleben (TTT hat einige Male bei C. Kleiber Orchester-Proben in der Regiekanzlei gesessen und entschwebte.)

Hier gab es nix zu Schweben: Empathie frei, vielleicht mechanisch exakt, aber empfindungsfrei runtergepinselt. Man nennt es Agogik, wenn Musik vom Leben durchweht ist, wenn z. B. Tempi, Dynamik, Dezibel etwas spiegeln, was Hans Sachs z. B. als … kann ich’s nicht messen! Doch wie soll ich auch fassen … beschrieb. Also Aufgabe kognitiv erfüllt, der kreative Kick versagte, Seele blieb unerreicht.

Im Parlando 1. Akt war vieles zu schnell (Qual für Sänger und Verständlichkeit), zum Ausgleich, insbesondere im letzten Drittel wurde es lahm. Leider zählt kein Durchschnitt, nur Einzelwertung – nichts ist exquisit.

Tim Theo Tinn, 21. März 2021


„Der Rosenkavalier“ in der Bayerischen Staatsoper München bei Arte. Die Uhr bestimmt die Zeit

Premiere bei Arte: Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ in der Bayerischen Staatsoper/MÜNCHEN
https://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-der-rosenkavalier-die-uhr-bestimmt-die-zeit-livestream-premiere/

München:
„Der Rosenkavalier“ (Regie: Barrie Kosky)
TV-Kritik Vladimir Jurowski ließ die reduzierte Orchesterfassung von Eberhard Kloke an der Bayerischen Staatsoper musizieren
https://www.freitag.de/autoren/andre-sokolowski/der-rosenkavalier-regie-barrie-kosky

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BAYERISCHE STAATSOPER: MONTAGSSTÜCK XVIII –  IL SIGNOR BRUSCHINO

Montagsstück XVIII: Il signor Bruschino von Gioachino Rossini – Bayerische  Staatsoper – foyer
Marcus H. Rosenmüller. Foto: Bayerische Staatsoper

Es ist immer wieder dasselbe: Da vereinbaren zwei ältere Herren die Heirat ihrer Kinder, ohne es für nötig zu halten, die jungen Leute vorher nach ihrer Meinung zu fragen. Meist ein fatales Unterfangen, wie auch in Gioachino Rossinis Il Signor Bruschino. Sofia möchte nicht den ihr unbekannten Sohn des Herrn Bruschino zum Mann nehmen, sondern Florville; den kennt sie nicht nur, sie liebt ihn auch. Ihr Vormund Gaudenzio sieht Florvilles Vater aber als seinen Erzfeind an und würde dieser Verbindung nie zustimmen. Als Florvilles Vater jedoch stirbt, hofft sein Sohn, dass man damit auch die alte Fehde begraben wird. Gaudenzio hat in der Zwischenzeit Sofia bereits dem Sohn des Bruschino versprochen. Der vorgesehene Bräutigam häuft letztlich aber derart viele Schulden im Gasthaus an, dass der Wirt ihn im Zimmer einsperrt. Florville witter seine Chance: Er gibt sich als sein eigener Rivale aus und will den alten Herrn eine List unterbreiten.

In seiner frühen Oper Il Signor Bruschino, die er 1813 fürs Teatro San Moisè in Venedig komponiert hat, spielt Rossini mit Typen der Commedia dell’arte und schreibt ein witziges Stück über den kreativen Umgang mit der Realität und der Suche junger Menschen nach ihrem Platz in der Welt. Oder, wie Gaudenzio es ausdrückt: „Im großen Welttheater sucht jeder nach seinem Glück. Und mag es ihm noch so gut gehen, der Mensch ist nie zufrieden. Seien wir also frohgemut und genießen wir das, was kommt. Und mögen unsere Herzen in Freude und Vergnügen erstrahlen.“

Marcus H. Rosenmüller, als Regisseur von Kinofilmen, Fernsehdokumentationen und Nockherberg-Singspielen eine Instanz, hat 2015 an der Bayerischen Staatsoper erstmals eine Oper, Le comte Ory mit dem Opernstudio, inszeniert und erarbeitet im Montagsstück XVIII seine zweite Musiktheaterproduktion mit einem bestechenden Belcanto-Gesangsensemble. Die musikalische Leitung hat der Rossini-Kenner Antonio Fogliani. Es singen unter anderem Emily Pogorelc (Sofia), Andres Agudelo (Bruschino figlio), Josh Lovell (Florville) sowie Edwin Crossley-Mercer (Filiberto).

Der Live-Stream wird, wie alle anderen Montagsstücke, auf STAATSOPER.TV übertragen und ist ab dem darauffolgenden Mittwoch für 30 Tage als Video-on- Demand erhältlich.

MONTAGSSTÜCK XVIII: IL SIGNOR BRUSCHINO
Mo, 22. März 2021, 20.15 Uhr
Kostenfreier Live-Stream auf
www.staatsoper.tv

Ab Mi, 24. März, 19.00 Uhr für 30 Tage on Demand erhältlich.
Ein 24-Stunden-Ticket kostet 9,90 Euro.
www.staatsoper.de/on-demand

Musikalische Leitung Antonino Fogliani
Regie Marcus H. Rosenmüller
Kostüme Claudia Gall
Ausstattung Christian Blank
Paolo Bordogna
Paolo Bordogna: Foto: Bayerische Staatsoper
Gaudenzio Misha Kiria
Sofia Emily Pogorelc
Bruschino; padre Paolo Bordogna
Bruschino, figlio Andres Agudelo
Florville Josh Lovell
Un delegato di Polizia Andrew Hamilton
Filiberto Edwin Crossley-Mercer
Marianna Eliza Boom
MONTAGSSTÜCK XVIII: IL SIGNOR BRUSCHINO | Bayerische Staatsoper
Eliza Bloom. Foto: Bayerische Staatsoper
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Linz: „THE WAVE“ – Uraufführung am Schauspielhaus des Landestheaters, 05. 11. 2020, veröffentlich am 20. 03. 2021

In Zusammenarbeit mit der Musik und Kunst (MuK) Privatuniversität der Stadt Wien

Musical von Or Mathias nach dem Bericht von Ron Jones, Mitarbeit an der Original-Konzeption und Consulting Chloe Treat, Deutsch von Jana Mischke;

Dramaturgie Arne Beeker

1967 wollte ein unkonventioneller und jedenfalls in seinem Beruf sehr engagierter Lehrer an der Cubberly High School in Palo Alto, Kalifornien, seine Schüler über die Nazi-Zeit unterrichten. Doch er stieß auf Unglauben – wie könne solch ein System bei den Leuten verfangen, ja das ganze Leben vereinnahmen? Mit ein paar für sich jeweils unverfänglichen Ideen und Vorgangsweisen, die freilich auf Disziplinierung und Gleichschaltung sowie elitäres Selbstbewußtsein abzielten, gelang es Ron Jones nur zu rasch, rascher und gründlicher, als er sich in Alpträumen vorstellen konnte, seine Klasse zu einer protofaschistischen Gemeinschaft zu formen. Darüber hinaus schlossen sich, ohne sein Zutun, noch Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen an, grüßten sich mit dem von Jones angeordneten „third wave“ (an den Hitler-Gruß angelehnt) und begannen, sich aggressiv gegen Nichtteilnehmer an dieser „Bewegung“ zu verhalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde Jones sein pädagogisch-psychologisches Experiment unheimlich und er beeilte sich, es abzubrechen. Aus dem Bericht darüber wurde 2019 an der Johnny Mercer Writers Colony bei Goodspeed Musicals ein Bühnenstück entwickelt. The Wave wurde zum Teil mit Unterstützung von SPACE on Ryder Farm (www.spaceonryderfarm.org) geschrieben.

Der Beginn gehört dem „einfachen Volk“, das sich a capella in Harmonien, die sehr an die Arrangements des damaligen (End-60er) Edel-Jazz-Vokalensembles „Singers Unlimited“ erinnern, über die verwirrende und reizüberflutende Welt beklagt – „Insel im Dunkeln“.

Nun stellt sich die Schulklasse vor – Stevie, der an Bildung weniger interessierte Sportler, eine pekuniär und familiär wenig Bemittelte (Jessie), eine Leseratte (Ella), ein Freund der Musik, weniger der Mathematik (James), und Robert, ein von allen engagiert benutztes Mobbing-Opfer, wenig erhellend tituliert als Hackfresse …

Lehrer Ron bringt „die Weltkriege der Großmächte“ zur Sprache. Die Klasse meint, die Anhänger Stalins und Hitlers seinen ohnehin alle „Psychos“, worauf Ron seine pädagogische Philosophie ausbreitet – „Das Buch des Lebens“. Am nächsten Tag beginnt er, ganz leise, Schülerinnen und Schüler einzuwickeln, mit Wiederholung, Übung, Disziplin, Haltung. Am dritten Tag schwört er aber schon alle auf einen undifferenzierten, bedingungslosen Zusammenhalt ein („Mit Herz und Hand“), auch schon mit gemeinsamer Aggression nach außen – zunächst nur mit Lärm, der in einer Nachbarklasse den Unterricht stören soll. Die Ent-Individualisierung der Schüler ist auf ihrem Weg. Auch trägt dazu bei, daß man sich in der Gruppe Ängste und Verletzungen offenlegt. Ron vertieft diese Entwicklung, indem er zu konsequent kollektiven Handlungen aufruft.

Nur eine aus der Klasse, die Bücherfreundin Ella, fühlt sich mehr und mehr unwohl bei diesen Entwicklungen, und wird aus dem Kollektiv ausgeschlossen; auch Robert, der zuvor einzig zu Ella eine gewisse Nähe aufgebaut hatte, schließt sich der Mehrheit an.

Mit einer vertieften Einschwörung in die Gemeinschaft werden wir in die Pause entlassen, in der Musical-Direktor Matthias Davids den Autor des Werkes, Or Mathias, interviewt.

Ella ist nun „Allein und frei“, der Chor der Mehrheit setzt Kontrapunkte. Die unter Anleitung von Ron entstandene Bewegung greift um sich, Mitglieder aus anderen Klassen werden angeworben, unter dem Slogan  mittels Zusammenhaltes, Disziplin und daraus erwachsender Kraft etwas ganz Neues aufzubauen. Einwände von außen, von den Schwachen, werden abgeschmettert. Man hat einen eigenen Gruß. Es folgt eine Uniform, ein Spitzelsystem wird aufgebaut. Sogar eine Waffe kommt ins Spiel.

Ella wird von der Außenseiterin zur Feindin, gerät in reale Gefahr, findet aber doch einen Verbündeten („die Welle … wird nicht einmal ein Riß im Asphalt der Geschichte“). Ron muß erkennen, daß er unter seinen Schülern Geister geweckt hat, die nicht nur bedenklich  erscheinen, sondern wirklich gefährlich werden. In einer finalen Versammlung wird er seinen Schülern den wahren Hintergrund der Vorgänge der letzten Tage auf drastische Weise offenbaren.

Mathias‘ Musik hält deutlich Abstand zum üblichen flachen Musical-Idiom, bezieht sich überwiegend auf den Jazz der 1950er. Im Finale gibt es auch merkliche Anklänge an Kurt Weill – nicht zuletzt, weil der Text auf Ellas Lieblingsautor Langston Hughes, der zusammen mit Weill u. a. die Oper „Street Scene“ verfaßt hat, Bezug nimmt. Unter der musikalischen Leitung von Juheon Han (keyboards) setzt eine siebenköpfige Gruppe das Material transparent und spannungsreich um.

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Celina dos Santos. Copyright: Linzer Landestheater/ Reinhard Winkler

Die Inszenierung von Christoph Drewitz kann als zweckmäßig bezeichnet werden – die äußere wie innere Entwicklung ist  klar dargelegt, aber die ausgeprägte Betonung des Textes auf ein norddeutsches Idiom schafft eine Distanz zum Inhalt, die die emotionelle Nähe zu den Personen, trotz aller vorhandener schauspielerischer Qualität, nicht gut tut. Die Handlung ist, wohl angesichts einiger Rhetorik des past  President Trump, ins Heute verlegt – die geschilderten Vorgänge sind ja ohnedies nicht zeitgebunden… Die Choreografie (Hannah Moana Paul) hat es leichter, verständlich zu wirken. Der Bühnenaufbau, eine Art Glashaus mit verschieblichen Wänden, schafft den passenden Rahmen, von Veronika Tupy geschickt konzipiert. Auch die Kostüme (Anett Jäger) unterstreichen punktgenau Charaktere und Situationen.

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Samuel Bertz, Hanna Kastner. Copyright: Linzer Landestheater/ Reinhard Winkler

Christian Fröhlich ist glaubwürdig der Lehrer Ron – ein lässiger Typ, der allerdings durch das Unverständnis seiner Schülerinnen und Schüler für historische Vorgänge auf Abwege gerät, die ihm schließlich selbst unheimlich werden. Die Ella von Hanna Kastner ist das brave, aber dann auch glaubhaft standhafte Mädchen, im Gegensatz zur korrumpierbaren Jess von Celina dos Santos. Lukas Sandmann als Robert demonstriert glaubhaft bis erschreckend die Wandlung vom underdog zum Fanatiker, sobald er durch das Regelsystem der „Welle“ die Macht bekommt, seinen angestauten Frust an anderen auslassen zu können.

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Christian Fröhlich, Lukas Sandmann. Copyright: Linzer Landestheater/ Reinhard Winkler

Weniger exponierte, aber ebenso tadellos umgesetzte Rollen: als James Samuel Bertz, als Stevie Malcolm Henry; das gute Ensemble der nach und nach dazukommenden Anhänger: Alexander Findewirth, Carolina Juliana Hat, Paolo Möller, Lena Poppe, Alexander Rapp und Kathrin Schreier.

Abgefilmt wurde die Generalprobe, zwei Tage vor dem ursprünglich geplanten Premierentermin. Wobei Kameraführung und Schnitt schon auf Präsentationsfähigkeit abgestimmt worden waren, nicht auf betriebsinterne reine Dokumentation. Jonatan Salgado Romero und Constantin Georgescu an den Kameras kommen ohne viel Großaufnahmen aus, arbeiten vielmehr meist mit Totalen und Halbtotalen und ahmen so den Eindruck eines Zuschauers im Saal sehr gut nach: trotz heimatlicher Umgebung stellt sich ein Bühnenerlebnis ein! Wozu auch die Tonmeisterarbeit von Christian Börner und Gerald Landschützer beiträgt. Einige Ensemblemitglieder des Theaters im Zuschauerraum sorgen sogar für etwas Applaus…

Petra und Helmut Huber

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STREAMING-PLAN DER METROPOLITAN OPERA NEW YORK

Week 54
Myths and Legends 

Monday, March 22
Gluck’s Orfeo ed Euridice
Starring Danielle de Niese, Heidi Grant Murphy, and Stephanie Blythe, conducted by James Levine. Production by Mark Morris. From January 24, 2009.

Tuesday, March 23
Berlioz’s  La Damnation de Faust
Starring Susan Graham, Marcello Giordani, and John Relyea, conducted by James Levine. Production by Robert Lepage. From November 22, 2008.

Wednesday, March 24
Gluck’s Iphigénie en Tauride
Starring Susan Graham, Plácido Domingo, Paul Groves, and Gordon Hawkins, conducted by Patrick Summers. Production by Stephen Wadsworth. From February 26, 2011.

Thursday, March 25
Strauss’s Elektra
Starring Nina Stemme, Adrianne Pieczonka, Waltraud Meier, and Eric Owens, conducted by Esa-Pekka Salonen. Production by Patrice Chéreau. From April 30, 2016.

Friday, March 26
Mozart’s Idomeneo
Starring Hildegard Behrens, Ileana Cotrubas, Frederica von Stade, Luciano Pavarotti, and John Alexander, conducted by James Levine. Production by Jean-Pierre Ponnelle. From November 6, 1982.

Saturday, March 27
Mozart’s Don Giovanni
Starring Renée Fleming, Solveig Kringelborn, Hei-Kyung Hong, Paul Groves, Bryn Terfel, Ferruccio Furlanetto, and Sergei Koptchak, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From October 14, 2000.

Sunday, March 28
Wagner’s Der Fliegende Holländer
Starring Anja Kampe, Mihoko Fujimura, Sergey Skorokhodov, David Portillo, Evgeny Nikitin, and Franz-Josef Selig, conducted by Valery Gergiev. Production by François Girard. From March 10, 2020.

Week 55
Love Triangles

Monday, March 29
Bellini’s Norma
Starring Sondra Radvanovsky, Joyce DiDonato, Joseph Calleja, and Matthew Rose, conducted by Carlo Rizzi. Production by Sir David McVicar. From October 7, 2017.

Tuesday, March 30
Strauss’s Capriccio
Starring Renée Fleming, Sarah Connolly, Joseph Kaiser, Russell Braun, Morten Frank Larsen, and Peter Rose, conducted by Sir Andrew Davis. Production by John Cox. From April 23, 2011.

Wednesday, March 31
Donizetti’s Roberto Devereux
Starring Sondra Radvanovsky, Elīna Garanča, Matthew Polenzani, and Mariusz Kwiecień, conducted by Maurizio Benini. Production by Sir David McVicar. From April 16, 2016.

Thursday, April 1
Verdi’s Il Trovatore
Starring Eva Marton, Dolora Zajick, Luciano Pavarotti, Sherrill Milnes, and Jeffrey Wells, conducted by James Levine. Production by Fabrizio Melano. From October 15, 1988.

Friday, April 2
Massenet’s Werther
Starring Lisette Oropesa, Sophie Koch, Jonas Kaufmann, and David Bizic, conducted by Alain Altinoglu. Production by Sir Richard Eyre. From March 15, 2013.

Saturday, April 3
Donizetti’s L’Elisir d’Amore
Starring Anna Netrebko, Matthew Polenzani, Mariusz Kwiecień, and Ambrogio Maestri, conducted by Maurizio Benini. Production by Bartlett Sher. From October 13, 2012.

Sunday, April 4
Wagner’s Tristan und Isolde
Starring Nina Stemme, Ekaterina Gubanova, Stuart Skelton, Evgeny Nikitin, and René Pape, conducted by Sir Simon Rattle. Production by Mariusz Treliński. From October 8, 2016.

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PALERMO – Wiedergeburt einer Kulturstadt

pal

ZUM VIDEO

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Früh übt, wer Karriere machen will!

leonie

Leonie-Marie Cupak, meine Enkelin,  spielt Klavier, ist erst knappe 2 Jahre alt und trägt noch Windeln. Eine Nachwuchspianistin in Windeln habe ich noch nie gesehen.  Noch werden die Ohren malträtiert, sie spielt nämlich Eigenkompositionen. Foto: privat

Ihr Bruder Raffael will einerseits Autorennfahrer werden, anderseits zeichnet sehr gut. Man könnte die Marke „Raffael“ gut vermarkten. Mittlerweile besitzen wir die größte Raffael-Sammlung weltweit, leider ist es der „Nachwuchs-Raffael.

A.C.
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 ORF / „kulturMontag“ am 22. März: Jugend gegen die Klimakrise, Kulturtechnik Putzen, temporäre Unordnung im Parlament
Außerdem: Neue Ausgabe „Ikonen Österreichs: Vom Werden des Landes“

Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 22. März 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich dem, trotz Pandemie wieder auflodernden, Engagement junger Menschen im Kampf gegen die Klimakrise. Interessante Buch-Neuerscheinungen sind ebenfalls Thema der Sendung: So wird ein neuer Bildband des Wiener Künstlerduos „Honey & Bunny“ über das Putzen als Kulturtechnik vorgestellt, ebenso wie ein Buchprojekt des Fotografen Pascal Petignat, der an der Akademie für angewandte Kunst in Wien unterrichtet und mit Studierenden das leerstehende Wiener Parlamentsgebäude, kurz vor dem Umbau, auf fast 800 Bildern künstlerisch verewigt hat. Anschließend an das Magazin steht eine neue Ausgabe der Reihe „Ikonen Österreichs: Vom Werden des Landes“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Junge Menschen im Kampf gegen die Klimakrise

Fast 400 000 Menschen haben in Österreich das Klimaschutzvolksbegehren unterzeichnet. Die Regierung will nun einige Forderungen umsetzen. Ist also alles prima mit dem Klima? Nein, meint die Generation Thunberg. Laut einer aktuellen Studie haben 85 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Angst um den Planeten. Während die Corona-Krise die Klimakrise überschattet, zeigt sich die junge Generation mit unterschiedlichen Projekten erfinderisch. So sind Bücher wie jenes der Maturantin Tamara Glück – die unter dem Titel „Goldmond“ verfasste Liebesgeschichte in einer vom Klimawandel geteilten Welt – oder das zweisprachige Kinderprojekt „Oma, was ist Schnee?“ der fünf HTL-Schüler Julian Baaske, Alexander Frauneder, Leonhard Beisroth, Yunus Emre Demirçan und David Minichshofer erschienen. Zum Internationalen Tag des Waldes starten die Klimawandel-App Beat3 und das Jane Goodall Institut Austria die ZusammenWachsen-Challenge. Sie wollen damit junge Menschen motivieren, noch mehr für unsere Wälder zu tun, sind sie doch ein entscheidender Baustein gegen die Klimakrise. Know-how zum Thema können sich die Kids in der aktuellen Ausstellung „Alles Holz“ im Wiener Kindermuseum holen.
Neuer Bildband über „Putzen als Kulturtechnik“

Sie klingelten an den Haustüren wildfremder Menschen und fragten, ob sie in deren Wohnungen einfach mal ordentlich wischen, saugen und schrubben dürften. So begann im Jahr 2015 bei einem Kunstfestival in Ebensee die Beschäftigung des Wiener Künstlerduos Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter, die seit Jahren als „Honey & Bunny“ auf skurrilen Fotos und Food-Art-Kunstwerken posieren, mit der menschlichen Leidenschaft zum Saubermachen und Aufräumen. Pünktlich vor Ostern, wenn in der Gesellschaft der Putzfimmel wiedererwacht, haben die beiden einen prächtigen Bildband veröffentlicht: „Putzen – eine Kulturtechnik“. Im wissenschaftlich grundierten, mit vielen Fußnoten versehenen Text wird das Putzverhalten als gemeinschaftsstiftendes soziales Ritual beschrieben. Das Buch ist eine hochkomische Anleitung zum Wischen und Saugen – und eine Warnung vor den Tücken der „Drecksarbeit“.

Temporäre Unordnung im Parlament – in Buch und Film

Das österreichische Parlamentsgebäude wird seit 2017 saniert, Nationalrat und Bundesrat tagen seither in ihrem Ausweichquartier in der Wiener Hofburg. Ein Haus mit Geschichte und jeder Menge Geschichten dahinter, dachte sich der Fotograf Pascal Petignat, der an der Akademie für angewandte Kunst in Wien unterrichtet. Noch vor Beginn der größeren Bauarbeiten bekam er die Möglichkeit, die unzähligen Räumlichkeiten des ehrwürdigen Hauses am Wiener Ring genauer kennenzulernen. Gemeinsam mit rund 20 Studierenden der Klasse für angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien fotografierte Petignat in den bereits leergeräumten Plenarsälen und Foyers, ehemaligen Klubräumen und Raucherkammerln. Die „782 Abbildungen aus dem Parlamentsgebäude im Leerstand“ – wie es im Untertitel heißt – sind vor Kurzem im Buch „Temporäre Unordnung“ erschienen. Eine Kinodokumentation ist derzeit im Entstehen.

Dokumentation „Ikonen Österreichs: Vom Werden des Landes“ (23.30 Uhr)

In der ORF-Reihe „Ikonen Österreichs“ werden Gegenstände lebendig gemacht, die eine symbolische Bedeutung für die Geschichte des Landes haben. Ob bedeutende Kunstgegenstände oder unspektakuläre Dinge des Alltags: Jedes Objekt erzählt Geschichten über sich und die Menschen, die es nutzten. Die jüngste Folge von Peter Beringer handelt „Vom Werden des Landes“, das anhand dreier staatstragender „Ikonen“ verbildlicht wird. Drei Objekte, um die sich Legenden ranken, die aber auch tatsächlich die bedeutendsten Umbrüche der Geschichte Österreichs dokumentieren: die Münze des Marc Aurel, die Ostarrichi-Urkunde und der Österreichische Staatsvertrag. Die Münze des Marc Aurel ist eine unscheinbare Sesterze aus der Zeit des gleichnamigen römischen Kaisers aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Sie zeigt den Herrscher, der nach dem Heerzug über die Donau ins feindliche Land der germanischen Markomannen im heutigen Österreich das Herrschaftszentrum Roms einrichtet. In der „Ostarrichi Urkunde“ aus dem Jahre 996 taucht erstmals der Begriff „Österreich“ als Bezeichnung jenes Gebietes auf, das die Keimzelle des Landes darstellt, aus dem später die Großmacht Österreich werden sollte. Die kleine und eigentlich völlig unbedeutende Urkunde wurde erst viel später als Grundsteinlegung des „tausendjährigen Österreich“ gefeiert. Das wichtigste zeitgenössische Dokument Österreichs ist der Staatsvertrag aus dem Jahre 1955. Im Mythos um seine Entstehung zeichnet sich die Zweite Republik als das glückliche kleine Land, das den Weltmächten trotzt und sich selbst mit List und Klugheit einen Platz an der Sonne verschafft. Symbolisiert wird diese Geschichte durch „Figls Sessel“, also eines der imperialen Möbel, die für die Staatsvertragszeremonie aus dem Hofmobiliendepot ins Belvedere gebracht wurden.

 

 

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