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INFOS DES TAGES (MONTAG, 19. NOVEMBER 2018)

19.11.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 19. NOVEMBER 2018)

WIENER STAATSOPER: SOLISTENKONZERT IN AUSSERGEWÖHNLICHER KONSTELLATION AM MITTWOCH IN DER WIENER STAATSOPER

Bildergebnis für andreas schager
Andreas Schager. Copyright: David Jerusalem

Ein Solistenkonzert in außergewöhnlicher Konstellation steht am Mittwoch, 21. November 2018 auf dem Programm der Wiener Staatsoper (20.00 Uhr im Großen Haus): Andreas Schager, an der Wiener Staatsoper bisher als Apollo in Daphne, Max in der Premierenserie von Der Freischütz sowie zuletzt in seinem weltweiten Rollendebüt als Lohengrin zu erleben, gestaltet gemeinsam mit seiner Frau, der Geigerin Lidia Baich, und dem Pianisten Klaus Sallmann (anstelle von Matthias Fletzberger) ein breitgefächertes Programm. Zu hören sind Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“, Ludwig van Beethovens „An die ferne Geliebte“ sowie Lieder von Richard Strauss. Lidia Baich präsentiert eigene Arrangements des „Liebestods“ aus Tristan und Isolde sowie von Werken von Sergej Prokofjew und Nikolai Rimski-Korsakow.

Karten von € 8,- bis € 65,- erhältlich an den Bundestheaterkassen sowie unter www.wiener-staatsoper.at


Lidia Baich. Foto: Petra Kamenar

Das Programm

Richard Wagner | „Wesendonck-Lieder“ WWV 91 1. Der Engel 2. Stehe still! 3. Im Treibhaus 4. Schmerzen 5. Träume

Richard Wagner | „Liebestod“ aus Tristan und Isolde *

Sergej Prokofjew | Suite aus Romeo und Julia op. 64 * 1. Introduktion 2. Julia 3. Tanz der Ritter 4. Balkonszene 5. Tanz der Paare 6. Mercutio 7. Kampf und Tybalts Tod

Ludwig van Beethoven | „An die ferne Geliebte“, op. 98 1. Auf dem Hügel sitz ich spähend 2. Wo die Berge so blau 3. Leichte Segler in den Höhen 4. Diese Wolken in den Höhen 5. Es kehret der Maien, es blühet die Au 6. Nimm sie hin denn diese Lieder

Nikolai Rimskiy-Korsakow | „Der junge Prinz und die Prinzessin“ aus Sheherezade op. 35 *

Richard Strauss | Morgen op. 27/4 Richard Strauss | Ich trage meine Minne op. 32/1 Richard Strauss | Ständchen op.17/2 Richard Strauss | Finale (Andante – Allegro) aus der Violinsonate op. 18 Richard Strauss | Winterliebe op. 48/5

* Arrangement für Violine und Klavier von Lidia Baich und Matthias Fletzberger

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WIEN/ THEATER AN DER WIEN/ Morgen: 1. LA FEMME C’EST MOI in Wien
Theater an der Wien | Dienstag, 20. November 2018 | 19 Uhr

Nach der erfolgreichen Deutschland-Premiere im prall gefüllten Münchner Prinzregententheater gibt es nun in Wien die nächste Gelegenheit, Elisabeth Kulman in ihrer faszinierenden Show quer durch alle Musikgenres zu erleben.

Es gibt noch wenige Karten!

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HEUTE UND MORGEN IM WIENER KONZERTHAUS (Großer Saal): DAS WIENER KAMMERORCHESTER UND EMMANUEL TJEKNAVORIAN (Violine)


Emanuel Tjeknavorian

Emmanuel Tjeknavorian wurde 1995 in Wien als Sohn einer Pianistin und eines Dirigenten in eine Musikerfamilie geboren, erhielt ab dem Alter von fünf Jahren Geigenunterricht und trat als Siebenjähriger das erste Mal öffentlich mit Orchester auf. Seit 2011 studiert er bei Gerhard Schulz, ehemals Mitglied des weltberühmten Alban-Berg-Quartetts, an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

http://kammerorchester.com/artistde/300/

Emmanuel Tjeknavorian spielt auf einer Violine von Antonio Stradivari, Cremona.

Abo Zyklen / Tourneen
Symphonie Classique
Alle Termine
Mo, 19.11.2018 19:30 Symphonie Classique 1 2018/19 Großer Saal
Di, 20.11.2018 19:30 Symphonie Classique 1 2018/19 Großer Saal

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Happy Birthday, Intrada! – Günther Groissböck sang „Wotans Abschied“ zum Geburtstag!
Musikliste
Das Ö1 Konzert live

Die Ö1-Sendereihe „Intrada“ feiert Geburtstag – mit einem bunten Konzert, das die Vielfalt der österreichischen Musiklandschaft zeigt (Übertragung aus dem Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses). Präsentation: Eva Teimel

https://oe1.orf.at/player/20181116/535711

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ORF : „kulturMontag“: „Vatermord“ im Rabenhof, Stieg Larssons Spurensuche im Palme-Mord, „Welcome to Sodom“ im Kino

 Außerdem: „NESTROY – die Gala“ – Höhepunkte der Preisverleihung

Wien (OTS) – Ein spannender „kulturMontag“ steht am 19. November 2018, um 22.30 Uhr in ORF 2 auf dem Programm: Martin Traxl begrüßt Vater und Sohn Erwin Steinhauer & Matthias Franz Stein anlässlich ihres ersten gemeinsamen Kabarettstücks „Vatermord“ zum Studiogespräch. Ein weiteres Thema ist u. a. der neue, erschütternde Kinofilm „Welcome to Sodom“ des österreichischen Regieduos Florian Weigensamer und Christian Krönes über das Leben auf Europas größter Müllhalde in Ghana (ebenfalls am 19. November auch in „konkret“). Außerdem: ein neues Buch des schwedischen Schriftstellers und Journalisten Jan Stocklassa, der darin interessante Rechercheergebnisse aus dem Archiv des 2004 verstorbenen Bestsellerautors Stieg Larsson zum bis heute ungeklärten Mord an Ministerpräsident Olof Palme veröffentlicht. Anschließend steht mit „NESTROY – Die Gala“ (23.20 Uhr) eine 45-minütige Zusammenfassung der Höhepunkte der diesjährigen Verleihung des Theaterpreises auf dem Programm (live-zeitversetzt am Samstag, 17. November, ab 19.45 Uhr in ORF III).

Wenn der Vater mit dem Sohne – „Vatermord“ mit Steinhauer & Stein im Rabenhof

Publikumsliebling Erwin Steinhauer und sein Sohn und Schauspieler Matthias Franz Stein wagen das Experiment und tauchen in ihrem ersten gemeinsamen Stück „Vatermord“ im Wiener Rabenhof-Theater tief in die familiäre Beziehungskiste ein. Unterstützung bekommen die beiden vom versierten Komödien-Duo Alfred Dorfer und Fritz Schindlecker. Erzählt wird die Geschichte von Vater Erwin S. und Sohn Matthias S.: der Senior ein abgehalfterter Schauspieler und Kabarettist, dessen Erfolge schon viele Jahre zurückliegen, der Junior – ebenfalls Schauspieler – hat längst an der Josefstadt seine eigenen künstlerischen Triumphe zu verbuchen. Um gemeinsam ein neues Stück zu schreiben und dem Herrn Papa damit zu einem Comeback zu verhelfen, zieht der Sohnemann in die väterliche Villa ein. Da scheint nicht nur ein klassischer Generationskonflikt vorprogrammiert, sondern es fliegen schlichtweg die Fetzen. Babyboomer versus Pornostreamer, Wirtschaftswunder versus Wirtschaftskrise sorgen für einen hochexplosiven Theaterabend. Erwin Steinhauer und Matthias Franz Stein sind live zu Gast im Studio.

Auf der Spur des Palme-Mörders – Stieg Larssons Erbe

Vor mehr als 32 Jahren wurde einer der prominentesten Pazifisten der Welt, der schwedische Ministerpräsident Olof Palme, auf offener Straße ermordet. Bis heute ist der mysteriöse Fall, in dem Spuren sowohl in die terroristische und rechtsextreme Szene als auch bis nach Südafrika führten, ungelöst. Für ganz Schweden war das offensichtlich politisch motivierte Attentat ein Schock, die bislang gescheiterte Aufklärung ist ein nationales Trauma. Bis zu seinem Tod im Jahr 2004 versuchte der schwedische Bestseller-Autor der „Millennium“-Trilogie, Stieg Larsson, den rätselhaften Mord zu lösen, und hatte offenbar auch eine konkrete Spur. Im Archiv des Schriftstellers hat der Journalist Jan Stocklassa Dokumente, Briefe, Artikel und Bilder zum Fall Palme gefunden. Basierend auf Stieg Larssons Recherchen veröffentlicht Stocklassa nun das Buch „Stieg Larssons Erbe“ und könnte dadurch tatsächlich zur restlosen Aufklärung beitragen.

„Welcome to Sodom“ – Neue österreichische Doku vom Leben auf Europas größter Müllhalde in Afrika

Keine leichte Kost liefern die beiden österreichischen Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes mit ihrem Dokumentarfilm „Welcome to Sodom – dein Smartphone ist schon hier“. Die Produktion, die neben exzellenter Kameraführung vor allem mit ihrer Herangehensweise an das Thema besticht, blickt hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei sind nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Fokus, sondern die erschütternden Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Der ganze Film spielt sich auf dem Müllberg ab und nur die Bewohner und Arbeiter kommen zu Wort. Die Müllhalde von Agbogbloshie in Accra, der Hauptstadt von Ghana, wird bei nicht fachgerechter Entsorgung höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen! Der „kulturMontag“ stellt die Produktion, die nächste Woche in den heimischen Kinos startet, vor.

„NESTROY – Die Gala“ (23.20 Uhr)

Zum neunzehnten Mal wird am Samstag, dem 17. November, der bedeutendste Theaterpreis des Landes, der NESTROY, an herausragende Produktionen sowie Künstler/innen verliehen – erstmals im Theater an der Wien. Die Gala wird von den Publikumslieblingen Maria Happel und Viktor Gernot gemeinsam mit ORF-III-Moderator Peter Fässlacher moderiert. Für das Buch konnte heuer Schauspieler und Autor Nicolaus Hagg gewonnen werden. Musikalisch wird der NESTROY von Musikerinnen und Musikern des VBW-Orchesters unter der Leitung von Herbert Pichler gestaltet. Eine Zusammenfassung der Gala, die wie jedes Jahr verspricht, die Crème de la Crème der heimischen Theaterwelt zu versammeln, präsentiert die glanzvollsten Momenten und die diesjährigen Gewinner/innen. Die drei Jury-Preise stehen bereits im Vorfeld fest: Den NESTROY für sein Lebenswerk erhält Peter Handke, dessen Bühnenwerke mit ihrer Radikalität und Poesie Theatergeschichte geschrieben haben. Der NESTROY für die beste Ausstattung geht an Alice Babidge für „Hotel Strindberg“ von Simon Stone nach August Strindberg – eine Uraufführung im Akademietheater in Koproduktion mit dem Theater Basel. Mit dem Autoren-NESTROY wird Ferdinand Schmalz für seine moderne „Jedermann“-Interpretation „jedermann (stirbt)“ ausgezeichnet, eine Uraufführung im Burgtheater Wien. Die weiteren Preise der NESTROY-Akademie werden erst am Abend der Verleihung bekannt gegeben. Zusätzlich zur Juryauswahl wird auch heuer der NESTROY-ORF-III-Publikumspreis verliehen. Die Gala wird am 17. November live-zeitversetzt in ORF III übertragen (19.45 Uhr Red Carpet, 20.15 Uhr Preisverleihung). Die ORF-2-Zusammenfassng der Highlights ist außerdem am Sonntag, dem 25. November, um 10.15 Uhr in 3sat zusehen.
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KAMMERSÄNGER KURT RYDL – DAS INTERVIEW BEIM „ONLINE-MERKER“ MIT DER ÜBERREICHUNG DES MUSIKTHEATERPREISES


Kurt Maier überreicht Kurt Rydl den „Österreichischen Musiktheaterpreis 2018). Copyright: Barbara Zeitung

 

Er sang bis jetzt an159 Opernhäusern 1200 Aufführungen an der Wiener Staatsoper, mit anderen Häusern 2007

Absoluter Rekord!


Kurt Rydl mit seinem „Rollenbuch“. Foto: Barbara Zeininger

Der „Megabass“, der derzeit zwischen Berlin und Wien pendelt, fand einen Abend Zeit, um in der Online-Galerie ein Gespräch über sein bewegtes Leben zu führen..

Der Wiener Künstler besuchte in dem damals russisch besetzten vierten Wiener Gemeindebezirk das Gymnasium in der Waltergasse. Da wurde Russisch angeboten und es war eine gute Entscheidung, in dieser Sprache zu maturieren, Sein Russisch-Professor verschafft ihm ihm später ein Stipendium an das Tschaikowsky Konservatorium in Moskau. Vom Unterrichtsstil in Russland ist er heute noch begeistert. Wie viel für die Studenten ermöglicht wird, wie es jeden Tag Gesangsstunden gab und nicht wie an hiesigen Universitäten ein- oder zweimal in der Woche. Die Arbeit mit den angehenden Künstlern war (und ist) wesentlich intensiver. Dafür wurde in die Stimmbildung wesentlich mehr Zeit investiert und es ging überhaupt behutsamer, dennoch gründlicher und sorgsamer voran. Er fand auch das Leben als Student während des russischen Jahres sehr schön (die jungen Russinen sind ja bekanntermaßen recht attraktiv) und bereichernd und will es nicht missen.

Kurt Rydl erinnert sich eines Vorsingens in heimischen Gefilden. Ein Fach-Konkurrent war damals Hans Peter Heinzl, der als nächster drangekommen wäre, doch als er den jüngeren Kurt Rydl hörte,  zog er seine Bewerbung zurück!  Es entwickelte sich eine sehr schöne Freundschaft, die mit dem Tode Heinzls 1996 endete, der eine sehr erfolgreiche Kabarett und Schauspielkarriere hatte.

Erstes Engagement für Kurt Rydl war Linz, darauf folgten drei Jahre Stuttgart, wo sein erster Intendant, der ihn engagierte,  Wolfgang Windgassen war. Leider verstarb der legendäre Tenor bereits einen Monat, nachdem Windgassen sein Engagement angetreten hatte. In Stuttgart hielt es ihn drei Jahre. Dann kam der Start in Wien während der Direktion Prof. Dr. Egon Seefehlner. Dieser förderte den jungen Künstler sehr, und gab ihm schöne große Rollen, ohne dieses wertvolle Potential zu sehr zu strapazieren. So wurde er viel im italienischen Belcantofach eingesetzt und hatte die Möglichkeit, das italienische Fach für Premieren immer gut mitzustudieren – und war dann immer der perfekte Zweite. So konnte er große Verdi-Rollen wie „Attila“ mit Ghiaurov studieren und dann in weiteren Reprisen selbst darstellen. Weil die Umsetzung auf der Bühne ist sicher ein großes Anliegen von Kurt Rydl. In dieser Seefehlner-Direktionszeit bekam der Künstler auch fast immer „Gastierurlaub“. Für fest engagierte Sänger ist und war dieses Thema fast immer ein Problem. Auch in der Direktionszeit von Dr. Claus-Helmut Drese lief alles bestens. Als KS Eberhard Wächter die Staatsoper übernahm, bot er Kurt Rydl seine Gage (Wächter bekam die absolute absolute Höchstgage als Ensemblemitglied ) als große Aufforderung an, um ihn im Ensemble zu halten.   Insgesamt blieb er dann vierzig Jahre fix an der Wiener Staatsoper. Als Dir. Ioan Holender nach dem Tode Wächters die Geschicke der Wiener Staatsoper zu leiten hatte, änderte sich sehr bald vieles. Ein Beispiel: Kurt Rydl wurde gebeten, eine Probe für Goran Simic als Ferrando mit Zubin Mehta zu übernehmen, am Vormittag, dann musste er ein Flugzeug erreichen, und war natürlich nach der großen Szene im ersten Bild gegangen. Mehta war aber von Holender nicht über diese Situation informiert gewesen und es kam zum Skandal. Nach einigen Jahren nahm ihn „Sparmeister“ Holender aus dem Vertrag mit der Fixgage und setzte ihn auf Basis Basis von Abendhonoraren. Somit schied er offiziell aus dem Ensemble aus und wurde anscheinend nicht mehr als fixes Hausmitglied geführt und daher von der Direktion Dominque Meyer nicht so berücksichtigt, wie es einem Rydl gebührt hätte. Die Auftritte in seinem Stammhaus wurden sehr dezimiert. Besonders hat ihn geschmerzt, dass kein einziger Abend, den er sang, ein Werk von Richard Wagner war (mit Ausnahme eines Gurnemanz, für den er in letzter Sekunde einsprang). Aber der „gerettete Ochs“ im „Rosenkavalier“ brachte ihm eine riesigen Publikumserfolg.

Soweit zur gegenwärtigen (für Rydl nicht eben erfreulichen Situation mit der Wiener Staatsoper.

Mit der Zeit kamen dann alle großen Wagnerrollen in sein riesengroßes Repertoire, bis auf den „Hans Sachs“. Der ging sich einfach nie aus. Ohne ausreichenden Proben wollte er nie an ein Rollendebüt herangehen und bei dieser so langen und kräfteraubenden Partie schon gar nicht. Es gab Angebote von München, Köln und Hamburg. Er sang und singt immer abwechselnd deutsches und italienisches Fach, wobei heute das deutsche überwiegt. Im russischen Fach ist er ebenso gefragt. Dass es nie in Wien einen „Warlam“ gab, ist mehr als verwunderlich. „Pimen“ sehr oft, aber für so ein komisches Talent wieKurt Rydl (man denke an seinen „Basilio“ oder „Bartolo“), ist das eine unverzeihliche Unterlassung!

An die meisten Opernhäuser, an denen er sang, hat er sehr schöne und gute Erinnerungen. So hatte er im gefürchteten Parma einen sensationellen Erfolg als „Attila“, als er für Boris Christoff  einspringen musste. Sehr gerne ist er immer an der Oper von Turin, das Teatro Verdi in Triest war ebenso ein gutes Haus, speziell in der Direktionszeit von Raffaello de Banfield (Raphael Douglas Baron von Banfield Tripcovich),. Ein eleganter feiner Herr, der nicht nur ein hervorragender Direktor war, sondern auch Komponist einiger Opern. 

Auch an der  Scala Milano ist er immer sehr gefragt, so hatte er die Ehre, bis jetzt fünf mal in der Premiere der Inaugurazione am 7. Dezember zu singen, die ja bekanntlich auch immer ein ganz großes gesellschaftliches Ereignis ist. An der Scala war er sehr oft in allen großen Wagnerrollen zu erleben. So auch einmal, in einer Parsifalproduktion alternierend mit einem Kollegen Gurnemanz und Titurel. Nach einer Vorstellung in Zürich trat er die Reise im Zug nach Mailand an, Titurel war angesagt. So machte er es sich im Speisewagen gemütlich, um zu so einer angenehmen kleinen Rolle zu reisen. Angekommen in der Scala sagte der damalige Chef Riccardo Muti, „Kurt, bitte du musst auch Gurnemanz singen, Kollege ist krank“. So bat er um möglich viel Wasser auf der Bühne, was schwierig war, da die Bühne fast leer war. So fand man eine Lösung, indem ein Balletteleve als Page verkleidet wurde und der immer mit Becher und Wasser unterwegs war und der immer in der Nähe von Gurnemanz zu sein hatte. Da kam es schon zu heiteren Szenen, man denke an „Tosca am Trampolin“.

In Rom gab es eine wunderbare Zusammenarbeit mit Giuseppe Sinopoli, der damals Chef der Santa Cecilia in Roma war. Dort entstand ein kompletter Ring, Parsifal und Lohengrin.

An der Deutschen Oper Berlin ist er derzeit für die „Fledermaus“ als „Frank“ in den Proben. Die Regiearbeit mit Rolando Villazon ist anstrengend. Gerne erinnert er sich an große Erfolge in Berlin wie zum Beispiel „Attila“, „Simone Boccanegra“ mit Renato Bruson und Mara Zampieri.

Das einzig große Haus, das in seiner Sammlung fehlt, ist die Met. Da musste er aus familiären Gründen den Rosenkavalier absagen. Der Gesundheitszustand seiner Mutter erforderte Rydls Anwesenheit.  Also sprach er mit dem Wiener Betriebsbüro ab, dass er für den Fall des Falles in Wien – aber nur in Wien – einsatzbereit wäre. Es kam zu Einsätzen und die Met hörte davon,  rief im Betriebsbüro an und fragte, ob Herr Rydl in Wien singt. Als die Frage bejaht wurde – ohne auf die Begleitumstände hinzuweisen – war die Met-Direktion verstimmt. Aufopfernd widmete er sich auch der Pflege seines schwerkranken Vaters.  Oft holte er warmes Essen aus der Kantine der Staatsoper, um seinem Vater eine gute Mahlzeit nach dessen Geschmack zu bringen. Es tut ihm sehr, sehr leid, dass sein Vater, der ihn immer unterstützte, die ganz große Karriere des Sohnes nicht mehr miterleben konnte.

An Zusammenarbeiten mit Götz Friedrich und Johannes Schaaf erinnert er sich auch gerne. Besonders an die Produktion der „Entführung aus dem Serail“.

Auch war oder ist er immer gerne in Paris.

In Bayreuth gab es wenig Vorstellungen, nur etwa zwanzig bis fünfundzwanzig. Diese Termine überschnitten sich immer mit Salzburg. Im „Ring“ bot man ihm einmal Hunding und Fafner, aber nicht den Hagen an (von der Direktion John Tomlinson zugesagt). Rydl war darob nicht begeistert, wenn schon, dann mit dem „Hagen“. Es wäre die Sinopoli-Produktion gewesen – es sollte eben nicht sein.

Als der geschätzte Kollege Marti Talvela plötzlich verstarb, übernahm Kurt Rydl in Berlin den gesamten Wagner und die Simon Boccanegra Produktion.  

Ein lustiges Erlebnis gab es bei einem Gastspiel in Tokio, bei  „Figaro unter Karl Böhm. Es war im letzten Bild, als sich Kollege Alfred Sramek, im Auftritt stehend, die Zahnprothese richtete und ihm dabei voll mit einem Zahn im Mund angrinste. Der neben ihm auf der Bühne stehende Heinz Zednik krümmte sich vor Lachen, also brachten beide keinen Ton hervor. Böhm war am Ende der Vorstellung glücklich über dieses „PIANO“.

Falls es einmal ans Erholen geht, so gibt es auf Mallorca eine herrlich schöne Finca, weit weg vom schlimmsten Massentourismus. Ein schönes großes Anwesen mit achthundert uralten Olivenbäumen, die vor zweitausend Jahren oder noch früher von den Phöniziern auf die Insel gebracht wurden und weiter später von den Arabern gepflegt wurden. So gibt es immer eigenes Olivenöl.

In Wuppertal besitzt er den noch betriebenen Barmer Bahnhof. Er rettete das klassizistisch wertvolle Gebäude. Sein Schwager besitzt darin ein feines Restaurant und die Bahnhofsbuchhandlung, die Familie Rydl hat sich eine gemütliche 80m² Wohnung eingerichtet. Im Bahnhof finden natürlich auch kulturelle Veranstaltungen statt. Natürlich werden die Wände auch für die bildende Kunst verwendet.

Russland wird ebenso immer wieder ein Ziel für den Künstler sein, seien es Masterclass oder Vorstellungen oder Galakonzerte. Wie ein großes Konzert in Minsk wo er mit dem „Floh“ von Mussorgski reüssierte. Dies und „La callunia“ singt er auch bei einer „Fledermaus“ Produktion in Tokio, wo er bei den Fest von Orlofsky auftritt. In Paris ist wieder „Arabella“ Graf Waldner angesagt, sowie auch in München.

Ein großes Fest war eine ganz große Operngala mit allen renommierten Künstlern Russlands, in Wladiwostok zur Eröffnung der Oper. Diese Hafenstadt am Japanischen Meer ist von Moskau noch weitere neuen Flugstunden entfernt. Sein Auftritt war nach circa fünfunddreißig Sängern war mit der Krönungsszene aus Boris und wieder der „Floh“. Es war ein großer Erfolg, aber die Reise war so anstrengend, dass nach vollbrachtem Auftritt nur die Medizin Wodka helfen konnte.

An der Wiener Staatsoper wäre ein Wiedersehen sicher eine feine Sache. Man kann sich an die große Zeit mit Mephisto, Attila, Capellio, Colline, neben Wagner noch vieles andere sehr gut erinnern.


Elena Habermann „ausgebucht“, Kurt Rydl. Copyright: Barbara Zeininger

 

Der „Online-Merker“ bedankt sich für das so interessante, aber auch auch heitere Gespräch. Bevor es begann, erhielt Kurt Rydl endlich den Musiktheaterpreis von Kurt Werner Maier überreicht. Es handelt sich um den „Goldenen Schikander“, den er in Graz auf der großen Gala nicht in Empfang nehmen konnte, weil er in Berlin weilte. Die Porzellan- Figur blieb damals in einem sicheren Raum stehen und wurde vergessen.   So kam der Online-Merker zu der Ehre, dass der Musiktheaterpreis an Kurt Rydl in seinen Räumen überreicht wurde

Das Gespräch führte Elena Habermann am 12.11.2018

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WIEN/ Cafe Landtmann/ Theater „Die Tribüne“: Liebe THEATERFREUNDE! ALLE JAHRE WIEDER!

Die besten Geschichten und Erzählungen aus den letzten Jahren um die Weihnachtszeit.

Seit vielen Jahren sind die bekannten Schauspieler Luzia Nistler und Kurt Hexmann mit ein humorvolles und launiges Weihnachtsprogramm in Niederösterreich und Wien unterwegs.

Ein unterhaltsamer Vormittag wird garantiert und die dargeboten Erzählungen und Geschichten werden von Roland Bergmayr  musikalisches begleitet.

Bühne: Franz Basdera
Gesamtleitung: Pani Stamatopolos

am 9.Dezember und am 16. Dezember 2018,

Beginn 11.00 Uhr

Theater DIE NEUE TRIBÜNE im Cafe Landtmann

Universitätsring 4 1010 Wien

Im Anschluss der Veranstaltung sevieren wir Ihnen ein Glas Sekt.

liebe Grüße, Pani Stamatopolos und sein Team.
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PROGRAMMTIPP – Bereits weihnachtlich!

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WIEN: MSGR. OTTO MAUER PREIS 2018 geht an ANNA WITT

 Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 38. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Diesjährige Preisträgerin ist die in Wien lebende und arbeitende deutsche Künstlerin Anna Witt.
Der Preis wird von Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien, am Mittwoch, den 28. November 2018 um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien, an Anna Witt vergeben.

Am 18. Dezember 2018 um 19.30 Uhr findet in der Konzilsgedächtniskirche, Kardinal-König-Platz, 1130 Wien, ein Screening ausgewählter Videoarbeiten von Anna Witt mit anschließendem Künstlergespräch mit Gustav Schörghofer SJ statt. Aufgrund von Umbauarbeiten kann in diesem Jahr keine Ausstellung im JesuitenFoyer stattfinden.

Zur Zeit sind Arbeiten von Anna Witt in folgenden Gruppenausstellungen zu sehen: „Der Wert der Freiheit“ im Belvedere 21 in Wien (19. September 2018 bis 10. Februar 2019), „Klassenverhältnisse“ im Kunstverein in Hamburg (27. Oktober 2018 bis 27. Jänner 2019) und „Was ist Wahr“ im Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg (18. November 2018 bis 13. Januar 2019).

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2018, bestehend aus Iris Andraschek (Künstlerin), Stella Rollig (Direktorin, Belvedere Museum Wien), Toni Schmale (Mrsgr. Otto Mauer Preisträgerin 2017), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Gustav Schörghofer SJ, entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Anna Witt zuzuerkennen.

Anna Witts künstlerisches Œuvre besteht aus performativen Interventionen und Videoinstallationen. In ihren kommunikativen Arbeiten wendet sie sich einem breiten Spektrum an Personen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten zu und macht sie zu ihren KollaborateurInnen. Zentral ist dabei die Rolle der körperlichen Präsenz, die Sichtbarmachung von Politik und der menschliche Körper als deren Träger. Nach ihrer eigenen Aussage stellt Witt Personen einen Handlungsraum zur Verfügung, den sie selbst gestalten können. Sie schafft Räume zur Freisetzung eines kreativen Potentials.
Witts künstlerische Praxis zeichnet sich dadurch aus, thematische Brennpunkte unseres Zusammenlebens, in denen sich soziale, politische und ökonomische Rahmenbedingungen widerspiegeln, erfahr- und verhandelbar zu machen. Ob in der direkten Interaktion mit Passantinnen und Passanten im öffentlichen Raum oder in der gezielten Zusammenarbeit mit Einzelnen und Gruppen, geht es stets darum, in der von ihr gesetzten Situation einen Handlungsraum für jene zu schaffen, die zu ihren Werken beitragen.
Die in ihren Arbeiten behandelten Themen sind vielfältig: Reflexion von medialen Bildwelten bei Jugendlichen, individuelle Erfahrungen von Flucht, von Sexarbeiterinnen oder auch von PassantInnen in einer Shopping Mall. Durch simple Kunstgriffe schafft sie Empathie für die Menschen, die in ihren Arbeiten im Mittelpunkt stehen, tritt aber dabei nicht notwendig in den Vordergrund. Anna Witt verhandelt die Autorschaft durch das Partizipatorische und stellt dadurch die klassische Künstlerposition zur Debatte, aber – und das ist bemerkenswert – in einer leichten, humorvollen Art und Weise.

Ausschlaggebend für die Zuerkennung des Msgr. Otto Mauer Preises war ihr auf einem hohen künstlerischen Niveau erbrachtes soziales Engagement. In der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Situation erscheint der Jury die künstlerische Position von Anna Witt besonders unterstützenswert. Der Otto Mauer Preis 2018 wird somit einer Künstlerin verliehen, die es versteht, gesellschaftlich relevante Themen mit Witz und Leichtigkeit, aber auch mit Präzision in einer qualitativ hochwertigen künstlerischen Form auf den Punkt zu bringen.
In den vergangenen 38 Jahren waren insgesamt rund 95 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.
 

Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.
Bisherige PreisträgerInnen

Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten:
Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010), Kamen Stoyanov (2011), Ralo Mayer (2012), Luisa Kasalicky (2013) Nilbar Güreş (2014), Catrin Bolt (2015), Andreas Fogarasi (2016) und Toni Schmale (2017).

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