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INFOS DES TAGES (MONTAG, 19. APRIL 2021)

19.04.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 19. APRIL 2021)

WIEN/ PARSIFAL: ERSTE KRITIKEN ONLINE

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Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Regisseure haben ihre Vorstellungen, das bringt ihr Beruf so mit sich. Sie haben womöglich auch – auf Grund ihrer Biographie, ihrer Erfahrungen, ihrer persönlichen Verletzungen – ihre Zwangsvorstellungen. Wenn ein in Russland vielfach verfolgter Künstler das „Gefängnis“ als Realität und Metapher nicht aus dem Kopf bekommt, ist das begreiflich. Wenn er diese Welt (zu der auch noch die Medien als verheerende Macht kommen) über „Parsifal“ gießt oder stülpt (wie man will) – dann muss sich ein Publikum nicht ohne Mühe damit auseinandersetzen, was es sieht…

…„Weißt Du, was Du sahst?“ fragt Gurnemanz. Na, ehrlich gestanden, nicht wirklich. Wie man das alles mit der Musik zusammenbringt, die nebenbei läuft und eigentlich etwas ganz anderes erzählt, das liegt an dem guten Willen des Betrachters. Aber, es sei wiederholt: „Theater“ kann er, der Kirill Serebrennikov.

Zum Bericht von Renate Wagner

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Heinrich Schramm-Schiessl beurteilt das Erlebte wie folgt:

…Nun ließ uns also Kirill Serebrennikov daran teilhaben, wie er das Werk sieht. Um es gleich vorwegzunehmen, auch er hat es nicht verstanden bzw. wusste nichts damit anzufangen. Vielmehr verarbeitete er offenbar sein persönliches Schicksal in seiner Interpretation. Er lässt das Werk im ersten und dritten Aufzug in einem Gefängnis spielen, im zweiten in der Redaktion eines Hochglanzmagazins. Natürlich wird das Vorspiel illustriert, denn zehn Minuten nur Musik geht im heutigen Theater natürlich gar nicht. Parsifal kommt offenbar in das Gefängnis zurück in dem er als Junger einsitzen musste und erlebt alles noch einmal, indem er von einem jungen Schauspieler gedoubelt wird. Während des Vorspiels kommen zahlreiche Gefangene herein, die entweder Morgensport betreiben oder miteinander raufen. Dazu passen dann die ersten Worte des Gurnemanz „He! Ho! Waldhüter, Schlafhüter mitsammen, so wacht doch mindest am Morgen´!“ natürlich überhaupt nicht und das in der Musik eindeutig definierte Gebet findet natürlich nicht statt…

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

WIEN/ Staatsoper: PARSIFAL. Radio-Ausstrahlung der Premiere am 17.4.2021

Hätte es noch eines Nachweises bedurft, daß dieser Staatsoperndirektion die Musik nichts, die Szene jedoch alles gilt: Diese Produktion gibt schon die rechte Antwort drauf. Größere Widersprüche zwischen der Szene und dem gesungenen Text sind kaum denkbar.
Schöne neue Opernwelt.
Warum sich also nicht zur Abwechslung einmal an der Radio-Übertragung von Ö1 orientieren, die das Wesentliche — die Musik — in den Mittelpunkt stellt?

»Parsifal«, 3. Aufzug: Ludovic Tézier als Amfortas und dem Wiener Staatsopernchor © Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn
Ludovic Tezier als Amfortas. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=C28E69A7-98AF-4BCF-6EA28AF5A5B59A32

Thomas Prochazka/www.dermerker.com

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Peter Sommeregger: Harsche Bilder, herausragende Besetzung

…Am Ende bleibt ein höchst zwiespältiger Eindruck: mit der musikalischen Realisierung kann man mehr als zufrieden sein, die Inszenierung geht doch sehr am Werk vorbei und ist optisch von deprimierender Hässlichkeit. Aber vielleicht gibt es ja bald einen neuen Parsifal, wer weiß .

Zum Bericht von Peter Sommeregger
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Forumsdiskussion: Diesmal Reaktionen schon während der Aufführung:

„Korngold“ schreibt:

Serebrennikov-angeblich „Parsifal“

ich habe mir gestern die wunderbare Verschnittsendung des ORF  „Der Fall Parsifal“  angesehen.
abgesehen davon, dass die ganze Konzeption auch mit gewaltsamen spitzfindigen Verdrehungen weder mit dem Text noch mit der Musik irgendwie zusammengeht….es waren da Sachen, die man nur als schlechten Scherz ansehen konnte:
-der Schwan, ein offenbar homosexueller Mithäftling, der den jungen Parsifal in einer Videoeinspielung wohl sexuell bedrängt und von diesem abgemukst wird
 
-Herzeleide die im 2. Akt dann persönlich erscheint, aber zur Sicherheit gleich 3x gekleidet in der Art eines russ Hausmütterchens
 
-mit diesem Zeichen bann ich deinen Zauber…davor bedroht Kundry Parsifal durch Ansetzen einer Pistole an den Kopf….der macht nix außer starr zu schauen…worauf sie sich umdreht und Klingsor mit einigen Schüssen erledigt.
 
Nur zur Klarstellung für jene, die in mir einen Feind jeglicher Modernisierung vermuten: Herheims Bayreuther Parsifal fand ich durchaus – für wirkliche Parsifal-Fortgeschrittene – ein faszinierendes Experiment und auch den vielfach angefeindeten Konwitschny-Carlos fantastisch.
 
Dass unser neuer Operndirektor aber eine derartige Inszenierung wie diesen angeblichen Parsifal nicht im Vorfeld stoppte, kann man juristisch nur als Fall des § 1315 ABGB ansehen, der von der völligen Unfähigkeit eines „Gehilfen“ handelt, wobei die Rechtsprechung dazu vielfach sagte, dass auch aus einer einmaligen eklatanten Fehlleistung auf eine völlige Unfähigkeit geschlossen werden kann.
Ob übrigens Serebrennikov wirklich als russ „Dissident“ angesehen werden kann, erscheint mir eher zweifelhaft…der scheint ja vor seiner Verurteilung gar nicht als politischer Agitator in Erscheinung getreten zu sein. Dass er von einem russ Gericht verurteilt wurde kann wohl allein noch nicht bedeuten, dass diese Verurteilung auf jeden Fall politisch motiviert war. Im Fall Hartmann – Burgtheater wurde immerhin auch einem Künstler  mit weitreichenden Folgen die Verschluderung von öffentlichen Geldern vorgeworfen, war Hartmann deshalb schon ein Oppositioneller?
 
Und es scheint nach mE leider so zu sein, dass alle 3 großen Bundestheater StOP, VOP, BT nunmehr mit Direktoren besetzt sind, die die Dekonstruktion der alten Hochkultur betreiben, und dies als Errungenschaft uns verkaufen wollen…jedoch im Ergebnis das alte Publikum vertreiben, ohne ein substantielles zahlenmäßig ins Gewicht fallendes neues Publikum zu gewinnen.
Nach Einbruch der Zuschauerzahlen wird dann als nächster Schritt wohl die massive Kürzung der staatlichen Beiträge erfolgen…
bis dann die StOP nur mehr als Institution mit herabgesetzten Spielplan für die Touristen übrigbleibt.
Zitat Ende
Copy“ fasst zusammen:
und nun nach dem Ganzen? Musikalisch kann man Parsifal wohl nicht viel besser besetzen und aufführen. Ein paar wirklich berührende und starke Bilder bleiben im Gedächtnis, was auch den grandiosen schauspielerischen Leistungen geschuldet ist. Aber wozu das ganze Brimborium und warum eine so „freie“ Interpretation, dass man ein paar Einführungsvorträge gehört haben muss und Programmhefte lesen musste, um den Sinn zu erkennen. Wie soll man nur einen Besucher in die Oper bringen, der Parsifal noch nicht gesehen hat und völlig verstört ist, weil er sich nicht auskennt. Naja, ich werde es mir in der Ö1-Mediathek nochmals anhören und versuchen, nicht an die Bilder in meinem Kopf zu denken, die hängengeblieben sind. Wobei die Bilder an sich schon suggestive Kraft hatten….
Zitat Ende
Christine“ antwortet auf einen Beitrag:
Lyonel, Sie sind zufrieden wenn es in einer der längsten Opern der Welt  einige Augenblicke gibt, die sie berührt haben? „Mehr will ich von einer Parsifal-Aufführung eigentlich nicht verlangen“, schreiben Sie. Ich hoffe, dass nicht viele Operbesucher derart anspruchslos geworden sind. Ich grüble über den Sinn der ganzen Produktion, kann mir vieles nicht erklären, finde anderes ziemlich überflüssig und bin eher traurig. Die Sänger waren ausgezeichnet, auch als Darsteller in gewisser Weise beeindruckend obwohl ich mir nicht immer ganz im Klaren bin, was sie eigentlich gespielt haben. Die Doppelbesetzung des Parsifal hat für mich keinen Sinn ergeben. Warum Kundry und der junge Parsifal eine wahre „Kussorgie“ absolvieren müssen während der „reife“ Parsifal singt, kann ich nicht nachvollziehen. Auch nicht, welchen Sinn es hatte, dass sich der junge Parsifal auf offener Bühne umziehen und dabei komplett ausziehen musste? Interessiert ein nackter Mann auf der Bühne im Jahr 2021 noch jemand? Am Schluss ist es (wie in einer ORF Sendung gesagt wurde) nicht – wie es laut Textbuch gesungen wird – der Speer sondern die Liebe der Kundry die Amfortas heilt. Vielleicht werden die jetzt ein Paar? Überhaupt wird viel gesungen was mit dem, was sich auf der Bühne abspielt, gar nicht zusammenpasst. Ob der Regisseur den deutschen Taxt kennt? Oder kennt er nur die Geschichte an sich und hat sich dazu etwas einfallen lassen?

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Theater Magdeburg: Sinfoniekonzert im April im Rahmen der »Woche voller Kultur«
Sa. 24. 4. 2021, 19.30 Uhr, Opernhaus

Das Theater Magdeburg beteiligt sich am Sa. 24. 4. 2021 um 19.30 Uhr im Opernhaus mit einem russischen Konzertprogramm an der Magdeburger »Woche voller Kultur«. Der Kartenverkauf des Theaters Magdeburg startet am Mo. 19. 4., 10.00 Uhr, ausschließlich telefonisch!

GMD Anna Skryleva und die Magdeburgischen Philharmonie erzählen zwei musikalische Geschichten: Das tschechische Märchen »Die kleine Kreide« inspirierte die russische Komponistin Sofia Gubaidulina 1971 zu ihrem »Märchenpoem«. Die bei Hamburg lebende, mittlerweile fast 90-jährige hochdekorierte Künstlerin zeichnet die poetische Geschichte um ein Stück Schulkreide nach, das gern prächtige Schlösser, schöne Gärten und das weite Meer zeichnen würde, aber immer nur langweilige Wörter, Zahlen und geometrische Figuren auf die Tafel malen darf.

Leidenschaftlicher und handfester geht es in Bizets berühmter Oper um die selbstbewusste Carmen zu, die sich in ihrem Freiheitsdrang auch von der Liebe des Soldaten Don José nicht einschränken lassen will. Der russische Komponist Rodion Schtschedrin setzte sich 1967 für eine Ballettproduktion des Moskauer Bolschoi-Theaters kreativ mit Bizets Oper auseinander und arrangierte sie für Streichorchester und Schlagwerk. Mit der »Carmen«-Suite schuf er nicht nur seine bekannteste Komposition, sondern schrieb seiner Frau Maja Plissezkaja, der »Prima Ballerina assoluta« des Bolschoi, eine absolute Traumrolle auf den Leib.

Karten für Sa. 24. 4. 2021, 19.30 Uhr, Opernhaus, zum Preis von 15,00 / erm. 10,00 € sind ausschließlich telefonisch ab Mo. 19. 4. 2021, ab 10.00 Uhr an der Theaterkasse unter Tel. (0391) 40 490 490 erhältlich. Pro Kunde können maximal zwei Karten erworben werden. Es werden 50 Zuschauer*innen im Opernhaus zugelassen sein, sofern bis dahin auf Bundesebene keine widersprechende Gesetzgebung erfolgt. Das Konzert wird ohne Pause und gastronomisches Angebot für die Zuschauer*innen stattfinden. 9. Jede*r Zuschauer*in ist verpflichtet, einen tagesaktuellen Schnelltest durchführen und zertifizieren zu lassen. Mit der »Apotheke am Theater« hat das Theater Magdeburg vereinbart, dass die Zuschauer*innen am Sa. 24. 4. 2021 außerhalb der Öffnungszeiten, in der Zeit von 12.30 Uhr bis 15.00 Uhr dieses Zertifikat über einen Coronatest kostenfrei erwerben können.

Zusätzlich wird das Konzert per Livestream übertragen, sodass das Theater Magdeburg ein größeres Publikum außerhalb des Opernhauses digital erreichen kann. Die Livestream-Übertragung soll auch erfolgen, falls kein Publikum vor Ort zugelassen sein sollte.

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HEUTEORF „kulturMontag“ am 19. April über die unsolidarische Gesellschaft, den Fall Assange und den NFT-Hype

Außerdem: neue Doku der Reihe „Ikonen Österreichs“ über „Leib und Leber – Vom Essen und Trinken der Österreicher

Wien (OTS) – Mit einer breiten Themenpalette befasst sich der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 19. April 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2: So widmet sich die Sendung dem neuem Buch des deutschen Philosophen Richard David Precht, der darin eine zunehmende Entsolidarisierung der Gesellschaft ortet und Lösungsansätze präsentiert. Weiters beschäftigt sich das Kulturmagazin mit dem demnächst erscheinenden spektakulären Buchreport des UNO-Sonderberichterstatters für Folter, Nils Melzer, zum Fall Julian Assange und den Themen Menschenrechte und Pressefreiheit. Außerdem geht es u. a. um die via Blockchain-Technologie NFT realisierte Zertifizierung von digitalen Gütern und ihre Bedeutung für den Kunstmarkt. Anschließend steht eine neue Ausgabe der Dokureihe „Ikonen Österreichs“ zum Thema „Leib und Leber – Vom Essen und Trinken der Österreicher“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Eine unsolidarische Gesellschaft? Richard David Prechts neues Buch „Von der Pflicht“

Die von der Corona-Pandemie ausgelösten gesellschaftlichen Entwicklungen veranlassen den deutschen Philosophen Richard David Precht in seinem neuen, vor Kurzem erschienenen Buch „Von der Pflicht“ zu räsonieren. Während der weitaus größte Teil der Menschen Empathie und Solidarität mit den Schwachen und besonders Gefährdeten zeigt, entpflichtet sich eine Minderheit davon und rebelliert gegen die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller. Was ist eigentlich die Pflicht des Fürsorge- und Vorsorgestaates gegenüber seiner Bevölkerung und was die Pflicht seiner Bürger/innen? Was schulden wir dem Staat und was sind die Rechte der Anderen auf uns? Precht geht dem neuzeitlichen Phänomen der Entsolidarisierung der „Vorteilsgesellschaft“ auf die Spur und plädiert für zwei Pflichtjahre im sozialen Dienst. Einmal vor Eintritt in und einmal vor Ausscheiden aus dem Berufsleben. Sie sollen dem sozialen Frieden, der Sinnstiftung, der Entlastung bei Sozialausgaben und dem Verständnis der Generationen füreinander dienen. Über den Staat, die Bürger/innen und deren Pflichten spricht der Philosoph live mit Clarissa Stadler.

Held oder Verräter – Der Fall Julian Assange in neuem Licht

Seit einem Jahrzehnt polarisiert „Wikileaks“-Begründer Julian Assange die Öffentlichkeit und beschäftigt die Justiz mehrerer Länder. Die einen sehen in dem heute 49-jährigen Australier einen vehementen Verfechter der Informationsfreiheit, die anderen einfach nur den „gefährlichsten Mann der Welt“. Seit seiner Veröffentlichung von rund 700.000 geheimen US-Dokumenten, dem sogenannten „Afghan War Diary“, und dem damit größten Leak der US-amerikanischen Militärgeschichte mitsamt Beweisen für Kriegsverbrechen und Folter wollen ihn die USA wegen Spionage anklagen. Ein britisches Gericht in London, wo Assange jahrelang im Botschaftsasyl von Ecuador verbrachte bzw. nun in Gewahrsam ist, untersagte seine Auslieferung mit der Begründung der strikten US-Haftbedingungen und potenzieller Suizidgefahr aufgrund einer diagnostizierten klinischen Depression. Ist Julian Assange nun Aktivist und Agitator oder bedrohter Journalist? Held oder Verräter? Für Nils Melzer, Schweizer UNO-Sonderbeauftragter für Folter, ist der Fall Assange einer der größten Justizskandale aller Zeiten. Melzer besuchte Assange im Gefängnis und recherchierte akribisch die Fakten. Jetzt veröffentlicht er darüber ein spektakuläres Buch, das die Menschenrechte und Pressefreiheit in neuem Licht erscheinen lässt.

Pixel statt Pinsel – NFT, ein irrwitziger Hype am Kunstmarkt?

In den vergangenen Wochen erhitzten sich die Gemüter in der Kunst- und Kulturwelt rund um „NFT“. Non-Fungible Token heißt das neue Zauberwort und bedeutet nichts anders als digitales Echtheitszertifikat. Es sorgt dafür, dass unter einer Vielzahl identischer Kopien nur eine Datei als sozusagen signiertes Original gelten kann. Bisheriger Höhepunkt des Booms war der Auktionsrekord bei Christie’s im März. Um satte 69 Millionen US-Dollar wurde das digitale Bild des Künstlers Beeple verkauft – eine Collage aus 5.000 kleinen Bildern, die der US-Amerikaner seit 2007 fast täglich auf die Online-Plattform Tumblr geladen hatte und die einem Käufer aus Indien diese astronomische Summe wert war. Ein Hype, auf den auch der reichste Mann der Welt aufgesprungen ist: Tesla-Chef Elon Musk will einen Technosong als NFT verkaufen. Auch Twitter-Chef Jack Dorsey hat seinen ersten Tweet für rund drei Millionen US-Dollar versteigert. Ob die via Blockchain-Technologie realisierte Zertifizierung von digitalen Gütern „zur Spielwiese für Reiche“ wird oder aber einen großen Demokratisierungsprozess einleitet, entscheidet sich jetzt. Über Blase oder Boom und was diese Entwicklung für die Zukunft der Kunstwelt bedeutet, spricht der „kulturMontag“ u. a. mit Beeple, Stargalerist Thaddaeus Ropac sowie Expertinnen und Experten der neuen Technologie.

Dokumentation „Ikonen Österreichs: Leib und Leber – Vom Essen und Trinken der Österreicher“

Die ORF-Kulturdokureihe „Ikonen Österreichs“ macht Objekte lebendig, die eine symbolische Bedeutung für die Geschichte des Landes haben. Ob wichtige Kunstgegenstände oder unspektakuläre Dinge des Alltags: Jedes Objekt erzählt Geschichten über sich und die Menschen, die es nutz(t)en. In Sachen Essen und Trinken sind die Österreicher/innen nicht unbedingt Asketen. Die Nation liebt alles, was paniert ist: Das Schnitzerl sollte möglichst über den Tellerrand hängen, das Schweinsbratl darf durchaus von der fetteren Sorte sein, und bei den Mehlspeisen lohnt sich das Kalorienzählen erst gar nicht. Auch beim Alkohol liegen Genuss und Missbrauch oft nahe beieinander – was in dieser Folge der „Ikonen Österreichs“ an drei Beispielen dargestellt wird, die alle als „typisch österreichisch“ zu bezeichnen sind – und einiges über die (Alltags-)Geschichte dieses Landes erzählen können. Regie führte Weina Zhao.

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Saisonstart der „Kerzenlicht-Konzerte“ 2021 am 22. Mai in der Gertrudskirche in Gars am Kamp

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Robert Pobitschka, Initiator und Künstlerischer Leiter der Kerzenlicht-Konzerte. Foto: Niederösterreichische Nachrichten

„In memoriam Gerhard Baumrucker“

Am 22. Mai 2021 wird Robert Pobitschka an der Orgel der Gertrudskirche in Gars am Kamp zu hören sein. Am Programm stehen Werke von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Anton Bruckner.

Gars am Kamp | Mit einem Orgelkonzert das, das nicht wie geplant am 8. Mai, sondern voraussichtlich am 22. Mai stattfinden wird, gedenken die „Kerzenlicht-Konzerte“ des 2020 verstorbenen Musikkritikers DI Gerhard Baumrucker. Baumrucker würdigte die Tätigkeit der „Kerzenlicht-Konzerte“ über Jahre mit gehaltvollen Konzertberichten auf  hohem Niveau. Durch seine Vermittlung fand im April 2019 auch das erste „Kerzenlicht-Konzert“ in Gars statt. Damals gab Robert Pobitschka einen Klavierabend im Festsaal der Burg.     

Das Konzert wird von der Gemeinde Gars am Kamp, dem Heimatort Baumruckers, ideel und auch finanziell unterstützt.

Die Erfahrung der vergangenen Zeit zeigt, dass Konzerttermine durch die Corona-Verordnungen Änderungen erfahren können. Alle aktuellen Termine können auf

www.kerzenlicht-konzerte.at

abgerufen werden.

 Gertudskirche Gars am Kamp  

Samstag, 22. Mai 2021 – 20.00 Uhr  

„In memoriam Gerhard Baumrucker“

ROBERT POBITSCHKA  Orgel

Werke von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Anton Bruckner 

KARTEN zu € 22.- (Studenten und Schüler € 13.-) ab 19.30 an der Konzertkassa

RESERVIERUNGEN: 0650 – 53 29 909 oder info@kerzenlicht-konzerte.at

Zusendung der Karten und Zahlung per Überweisung spesenfrei!

Veranstalter: Verein Kerzenlicht-Konzerte 

www.robertpobitschka.com     |     www.kerzenlicht-konzerte.at    |    www.gars.at

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Die Fledermaus auf NDR Kultur (live für Radio am 17.4.2021)

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Jonathan Darlington. Foto: NDR

Fertiggestellt wurde die Neuproduktion „Die Fledermaus“ des Regie-Duos BARBE & DOUCET bereits im Dezember 2020 – bisher konnte sie aber nicht vor öffentlichem Publikum aufgeführt werden. Nun überträgt der Radiosender NDR Kultur die Wiener Operette am 17.04.2021 um 18.00 Uhr live. Unter der Musikalischen Leitung von Jonathan Darlington hören Sie u. a. Hulkar Sabirova als Rosalinde, Bo Skovhus als Eisenstein, Narea Son als Adele und Kristina Stanek als Orlofsky sowie Schauspieler Jürgen Tarrach als Frosch. Musikjournalistin Friederike Westerhaus führt durch die Sendung. Den Trailer gibt es hierZu NDR Kultur…

Eine Partitur voller Fragezeichen

 Dirigent Jonathan Darlington debütiert mit der Fledermaus von Johann Strauß an der Staatsoper. In einer Probenpause nimmt sich der Maestro Zeit für ein Gespräch am Kantinentisch und erzählt zwischen Desin fektionsmittel und Einwegservietten von Wien und Paris, Feuer und Asche, Operette und der geforderten Finesse

 Premiere Die Fledermaus

Bevor die Operette in Wien mit Johann Strauß Wellen schlug, hatte sie ihre Geburtsstunde und erste große Blüte unter Jacques Offenbach in Paris. Offenbachs Werke waren es auch, die die Gattung in Wien populär machten. Sie leben seit Jahrzehnten in Paris und haben öfter in Wien gastiert. Welchen Einfluss nahm die Kultur dieser Städte auf die Gattung der Operette?

JD.

 Das ist eine sehr gute Frage, weil Wien und Paris so unterschiedlich sind. Die Welten von Jacques Offenbach und Johann Strauß sind natürlich verwandt und ähneln sich in manchen Punkten, stilis tisch aber sind sie ziemlich weit voneinander entfernt. Vor allem in der Orchestrierung und im Aufbau ihrer Kompositionen zeigt sich die kulturelle Differenz. Entscheidend für die Operette sind die sozialen Strukturen, in denen sich die Gattung in Paris und Wien entwickelte. Offenbach kommentierte mit satirischen Werken wie La Belle Hélène eine Pariser Gesellschaft, deren Zentrum Korruption war, die unweigerlich zu Ereignissen von katastrophalem Ausmaß führte – nicht nur finanzieller Natur. Als Johann Strauß die Fledermaus schrieb, wurde Wien als wirt schaftliches Zentrum Europas von einem Börsenkrach in die Knie gezwungen. Einige Jahre später ereilte Paris das gleiche Schicksal. Menschen nahmen sich das Leben, weil sie Millionen an der Börse verloren hatten. Was Strauß mit seiner Fledermaus schafft, ist eine Art carpe diem Atmosphäre. Die gibt es im Ansatz auch bei Offenbach, aber sie reagieren beide unterschiedlich auf den sozialen Wandel ihrer Zeit. Und so sehr ich Offenbach schätze, an die Finesse und an den musi kalischen Reichtum von Strauß reicht er nicht heran.

 Was hat Sie nach Ihrem Studienabschluss von London nach Paris gezogen?

JD.

 Ich bin damals nach Paris gegangen, dann wieder zurück nach England, ohne aber die Beziehung zu Paris zu verlieren. Ich wollte eigentlich schon immer raus aus England. Das ist einfach meine Natur: Ich möchte woanders sein, ich mag die Fremde. Dass es schließlich Paris geworden ist, ist Schicksal oder Zufall – wer weiß. Ich habe als junger Mann meine Frau, eine echte Parisienne kennengelernt, und inzwischen wohne ich seit mehr als 30 Jahren mit ihr in Paris. Ich bin ziemlich alt geworden. (lacht)

 

Als Dirigent reisen Sie viel um die Welt und gastieren auch immer wieder in Wien. Was verbinden Sie mit dieser Stadt? 

JD.

Ich liebe Wien sehr. Es hat eine ganz bestimmte Atmosphäre, die die Tradition eines Johann Strauß lebendig hält. In gewissem Sinne spüre ich den Glanz der Residenzstadt des Habsburgerreiches noch heute. Er wird vermutlich immer da sein. Vielleicht ist es in Paris sogar ähnlich, das kann ich schwer einschätzen. Jedenfalls ist Strauß für mich eng mit Wien verbunden, so wie es Offenbach mit Paris ist. 

 

Sie haben die Fledermaus schon mehrfach dirigiert, unter anderem an der Semperoper und an der Deutschen Oper am Rhein.

JD.

 Ja, die Produktion an der Deutschen Oper am Rhein ist ewig her. Ich habe das Werk immer wieder gemacht. 

 

Bei uns sind Sie seit dem ersten Tag der szenischen Proben dabei. Entspricht das Ihrem Credo, um musikalische und szenische Inter pretation genau aufeinander abzustimmen?

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Jonathan Darlington. Foto: NDR

 


Jonathan Darlington beim Online-Merker (15.10.2019). Copyright: Barbara Zeininger

JD.

 Mir ist das sehr wichtig. Ich weiß, es gibt Dirigenten, die im letzten Moment kommen. Ich bin da anders, eher ein Teamplayer – ob das nun gut oder schlecht ist, bin ich mir nicht sicher. Es ist einfach so. (lacht)

 

 BARBE & DOUCET erzählen uns die Fledermaus auf dem Wiener Prater zur Jahrhundertwende. Was bedeutet das für die musikalische Interpretation?

JD.

 Renaud Doucet und ich sind uns sehr einig. Wir haben die gleiche Art zu denken, das macht es einfach. Die Präzision, die es für die Komödie braucht, ist für ihn szenisch genauso essenziell wie für mich, um der Musik von Johann Strauß gerecht zu werden. Wir versuchen beide, das Werk möglichst zu entstauben und frei zu machen von eingefahrenen „Traditionen“, die seit Jahrzehnten fortgesponnen werden ohne eigentlich im Original zu wurzeln. Ich versuche mich immer auf die Partitur zu beziehen, die bei mir voller Fragezeichen ist, um mir immer wieder zu verdeutlichen, warum ich etwas mache und ob ich es nicht lassen sollte, wenn es nicht in den Noten steht. Das Ergebnis entspricht nicht immer der Aufführungstradition. Es gibt ein schönes Zitat, das Gustav Mahler zugeschrieben wird: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Tatsächlich gehen diese Worte zurück auf den französischen Sozialdemokraten Jean Jaurès, nach dem in Wien sogar eine Straße benannt ist. Wie dem auch sei: Tradition kommt von irgendetwas, das brennt, nicht durch Imitation. Das versuchen wir umzusetzen und es ist ein Kampf, weil es so einfach ist, eine vermeintliche Tradition nachzuahmen und darin aufzugehen

 Die Herausforderungen einer Operette werden gerne unter schätzt. Bei Tanz, Komödie und Champagner liegt es nahe, auch die Fledermaus als leichte Kost und gute Unterhaltung in eine bestimmte Schublade zu stecken. Tatsächlich ist das Werk für alle Künstler*innen eine richtige Herausforderung – von der szenischen Umsetzung über die stimmliche und darstellerische Gestaltung bis zum Dirigat. Was ist als Musikalischer Leiter für Sie bei diesem Stück besonders heikel?

JD.

Das ist ganz gewiss die Feinheit des Werkes. Überall steht piano, pianissimo, staccato usw. Die Tendenz ist solche Momente zu heftig zu spielen und zu singen. Wenn ein Wiener Walzer – „tsch-tschipp-tschipp, tsch-tschipp-tschipp“ – ein heftiger Kuchen mit Schlagsahne ist, entspricht er nicht dem, was ich in den Noten sehe. Die Musik spricht eine andere Sprache. Sie ist unglaublich schön komponiert und unglaublich fein. Und genau deshalb ist sie heikel

 

Die Feinheit, von der Sie sprechen, könnte mit der reduzierten Orchesterbesetzung, die in diesen Zeiten obligatorisch ist, vielleicht sogar produktiv zusammenwirken. Wie begegnen Sie diesen besonderen Umständen?

JD.

 Ich weiß es selbst noch nicht. Das ist für uns alle neu. Es wird definitiv leiser und feiner sein mit einer kleinen Orchesterbesetzung. Gleichzeitig braucht es hier und da auch Stoff. Strauß führt uns die ganze Zeit auf einem schmalen Grat zwischen heftig/nicht heftig, Stoff/kein Stoff. Wir werden sehen, wie wir das orchestral um setzen. Ich denke, wir haben genug Musiker*innen im Graben und bleiben mit dieser Fassung so nah wie möglich an der Original partitur dran – auch wenn ich mir hier und da den Klang der Posaunen wünschen würde, auf die wir leider verzichten müssen. Ich denke, es wird funktionieren. Es muss funktionieren, Punkt

 Ganz unabhängig von den Umständen dieser Zeit: Auf was kommt es Ihnen als Musikalischer Leiter in diesem Stück an, wenn Sie es auf einen Punkt herunterbrechen?

JD.

 Ha, ha! Für mich ist es das Ende des zweiten Aktes (singt): „Dui-du, dui-du …“, wie man diese tutti-Stelle gestaltet, damit sie klingt, als ob eine Stimme singt oder spielt. Das ist für mich der Kern und wirklich schwer zu erreichen. Die Phrase muss wie eines meiner silbernen Haare ganz fein und linear sein. Eine quasi schwerelose, zarte Klangwolke. Man darf auf keinen Fall die Eins im Takt spüren. 

 Die Partitur der Fledermaus ist im Grunde ja eine Kollektivarbeit gewesen, die der Librettist Richard Genée zusammen mit Strauß zu Papier brachte: Strauß hatte die Einfälle, Genée erarbeitete die Partitur daraus, Strauß korrigierte, dann kam der Schlussschliff in den Proben, wo auch die Sänger*innen entsprechenden Ein fluss nahmen. Merkt man der Partitur die Arbeit im Kollektiv an?

JD.

 Definitiv. Für mich ist es wie ein Minenfeld: Man muss immer achtsam sein. Strauß ist, ähnlich wie Mozart und viele andere Komponisten, sehr auf die Sänger*innen eingegangen und hat die Partien entsprechend entwickelt und angepasst. Es gibt z.B. eine spätere Version des Csárdás von 1896, die er eigens für Marie Renard geschrieben hat. Das ist vergleichbar mit Rembrandt und seinen Schülern: Man sieht, wo Einfluss genommen wurde, aber die Musik ist doch durch und durch Strauß.

 

Glauben Sie, die Qualität des Werkes wäre noch eine ganz andere, wenn Strauß jede Note selbst zu Papier gebracht hätte?

JD.

 Wahrscheinlich nicht. (lacht) Wer weiß … ich denke, kreative Gedanken stoßen hier und da auch an ihre Grenzen.

 

 Die Fledermaus Das zentrale Thema der Handlung ist „Schein statt Sein“: Spätestens auf dem Ball bei Orlofsky gibt jeder vor, jemand anderes zu sein. Beliebt sind Adelstitel wie „Chevalier“ und „Marquis“, unter denen Gefängnisdirektor Frank und Eisenstein eingeführt werden. Herr Darlington, Sie dürfen tatsächlich einen Adelstitel tragen, da Sie von der Académie française zum „Chevalier des Arts et des Lettres“ ernannt wurden. Wie fühlt sich die Aufnahme in einen Ritterorden an?

JD.

 Das ist eine komische Geschichte: Es war in der Pariser Oper vor mehr als 30 Jahren. Der damalige Präsident des Hauses war Pierre Bergé, der Freund von Yves Saint Laurent, und mir fiel auf, dass er an seiner Kleidung auf Brusthöhe eine rote Markierung hatte und ich sprach ihn darauf an. Er klärte mich auf, dass das ein Zeichen der „La Légion d’Honneur“ sei und fragte ganz direkt, ob ich auch so etwas haben wolle. Ich meinte daraufhin, ja, warum nicht. Und er gab mir einfach den „Chevalier des Arts et des Lettres“, ein grünes Ordensband. Das ist die niedrigste Stufe im Orden, danach kommen dann Officier, Commandeur usw. Das ist also der Grund für meinen Titel. Ich habe ihn einfach so bekommen, weil ich gefragt habe!

 Ihr Leben hat sich dadurch also nicht groß verändert?

JD.

 Nein, überhaupt nicht. Es war einfach ein großer Spaß und eine schöne Überraschung! Als Dirigent habe ich das Glück mein Leben ständig ändern zu können: Ich kann Orlofsky sein, Eisenstein, Rosalinde … Das ist das Wunderbare. Wir können jede Persön lichkeit annehmen. Ich brauche das, weil ich wie ein Chamäleon bin. Ich liebe es zu reisen und fühle mich überall zuhause.

Sie sprechen viele Sprachen fließend. Allein in den Proben habe ich Sie Französisch, Englisch und Deutsch sprechen hören. Das hilft sicher, um sich überall zuhause zu fühlen.

JD.

 Ich habe vier Kinder. Einer meiner Söhne lebt in Peking und spricht Chinesisch, Bulgarisch, Russisch, Spanisch, natürlich Englisch,  Französisch und ein bisschen Deutsch.

 Der Zweite lebt in Seoul, in Korea, und ist eher in den lateinischen Sprachen unterwegs und jetzt auch in Koreanisch. Das scheint irgendwie im Blut zu liegen.

Das klingt nach einem richtigen Weltenbummler-Gen. Ihres hat Sie damals nach Paris geführt, wo Sie sich als Pianist den Weg zum Dirigenten gebahnt haben. Wie kam es für Sie zu dem entscheidenden Schritt ans Pult?

JD.

 Ich habe nie versucht zu dirigieren. Das war nicht mein Ziel als Student. Ich war Kammermusiker und ich bleibe Kammermusiker. Mit dem Orchester ist es das, was ich versuche zu machen, auch in der Fledermaus. Dass ich zum Dirigieren gekommen bin, war Zufall. Ich bin an der Pariser Oper bei Le Nozze di Figaro eingesprungen, mit Cecilia Bartoli, Renée Fleming, Ferruccio Furlanetto etc. Das war die erste Vorstellung, die ich in meinem Leben dirigiert habe! Ich war kurz zuvor noch Assistent von Serge Baudo beim Berlioz Festival in Lyon, hatte eine Anfrage vom Pariser Generalmusikdirektor Myung-Whun Chung bekommen und ihm daraufhin bei der Eröffnungspremiere Les Troyens assistiert. Als dann der Figaro-Dirigent nach einem Krach mit dem Orchester spontan abreiste, bekam ich einen Anruf, ob ich am nächsten Abend das Dirigat übernehmen könne. Ich war schon 34 Jahre alt. Heute starten die jungen Dirigenten viel früher.

 In unserem Cast sind einige junge Sänger*innen. Sie haben selbst als Chorknabe in der Worcester Cathedral gesungen, später als Pianist Meisterklassen von Elisabeth Schwarzkopf, Hans Hotter, Janet Baker, Peter Pears u.a. begleitet. Und erst vergangenes Jahr beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen dirigiert. Was möchten Sie den jungen Künstler*innen mit auf den Weg geben?

JD.

 Ich liebe es sehr mit Jugendorchestern und jungen Stimmen zu arbeiten. Sie brauchen Hilfe, jemanden, der weiß, wie schwer es ist und sie unterstützt, den richtigen Weg zu finden, keine schlechten Gewohnheiten anzunehmen, nicht zu viel nachzuahmen. Das ist wirklich nicht einfach. Ich bin 64 geworden und für mich ist es ganz klar, dass wir jungen Leuten helfen müssen. Es ist eine Leidenschaft von mir, fast eine Mission – wie ein Evangelist. (lacht) Vielen Dank für das Gespräch.

 Das Gespräch führte Janina Zell für den NDR.
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In the Edwardian splendour of the RAND CLUB, Johannesburg

SITTOPERA presents
ZANDILE ‘THE MARSCHALLIN’ MZAZI

Zandile Mzazi | African Odyssey

Zandile Mzazi is a lyric-dramatic soprano. Born in rural Elliot in the Eastern Cape she studied at the University of Cape Town mentored by famous Angelo Gobbato.2005 a Mellon Foundation scholarship was awarded to her as one of the most promising students. Her debut was as Susanne in Mozart’s “Figaro”. Her international career guided her to Martinique, New York, Vienna (State Opera), Rome and Paris. She appeared at many prominent International events like opening of the BRICS Summit 2015/2016.She was accepted by Montserrat Caballe to one of her masterclasses and to a gala event directed by her. Next year she will be the “Marschallin” in in SITTOPERAs ™ production of Richard Strauss “Der Rosenkavalier”.

Friday, 30h of April 2021, 6.30 PM
Piano: Marnus Greyling
The audience is invited by Sittopera to some glasses of bubble VILLIERA MCC.
AS THE EVENT WILL BE LIVE STREAMED IT HAS TO START TO THE MINUTE.

Bookings: accounts@sittopera.co.za Payment: FNB account 62558877901 | branch code: 250655.Tickets: R 240.00 (R 170.00 for Rand Club members)
Online Performance Tickets: R 100.00 (R 70.00 for Rand Club members). You will then receive a link with which you can attend the streaming online.
WITH THE LINK YOU CAN VIEW THE CONCERT LIVE OR AT ANY DATE OR TIME AT YOUR CONVENIENCE
Venue: Rand Club, 33 Loveday Street, Marshalltown.

We thank our sponsors: IMMAGIKA Haute couture, VILLIERA wines and GEPARDISSIMA ™ Exquisite design jewellery.
Hygienic safety secured by Dr KShield Anti-Viral & Anti-Bacterial EasyStick ™; with SITTOPERA ™ you get only the best!

THIS EVENT IS DONE BY SITTA CC. SITTA CC SOLELY RESPONSIBLE

ZANDILE MZAZI IN CONCERT
RAND CLUB 30.4.2021, 6:30 PM

Accompanied by Marnus Greyling

1. Piangero la sorte mia””: Guilio Cesare in Egitto by Georg Friedrich Handel

Her brother Ptolomeo has ordered Cleopatra to prison for scheming with the now-apparently- drowned Caesar. Saddened by the turn of events, Cleopatra contemplates what fate has given her and how, when she is dead, she could come back and haunt her brother.

2. Ach ich liebte“: Die Entführung aus dem Serail (Abduction from the Serail) by Wolfgang Amadeus Mozart

The Pasha finds Konstanze weeping and asks her why she is sad. She responds with this aria, saying that she once was in love and happy, but now she has lost that joy because she is separated from her love and is now in complete misery.

3. Piano solo

4. ” Je marche sur tous les chermins: Manon by Jules Massenet

Manon appears in the crowd and tells her admirers about her philosophy to live only for the moment, caring not what happens afterwards. After all, there is little time in youth. One should spend it loving, singing, and dancing.

INTERVAL

5. „“Eccomi in lieta vesta…Oh!quante volte“: I Capuletti e i Montecchi „(Romeo and Juliet story) by Vincenco Bellini

Giulietta worries because she does not know where Romeo has gone. She is in love with him and waits with ardour for him to come. She wishes to see his silhouette in the light of the day and hear his sigh which reminds her of the breeze.

6. “Summertime”: Porgy and Bess by George Gershwin

As she nurses her baby, Clara sings a lullaby.

7. Bell Song (“Ou va la jeune Hindoue?”): Lakmé by Léo Delibe

Ordered by her father, Lakmé sings the legend of the pariah’s daughter. The girl was walking through the forest at night and comes upon a stranger who has been set upon by wild animals. She rings a magic bell that is on her wand and saves the man, who is actually Vishnu, the son of Brahma the Creator. Vishnu takes her up to paradise for saving him.

Encore: Ave Maria by Franz Schubert

Composed 1825 as Ellen’s third Song it starts with the traditional “Hail Mary’ salute of a catholic prayer and is based on Sir Walter Schott’s poem “The Lady of the Lake”.
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Buchpremiere – präsentiert von Thalia Mitte /W3

FB-Ankündigung – Link – https://de-de.facebook.com/events/1415218795493723/ 

website-Info – Link – https://www.thalia.at/shop/home/veranstaltungen/showDetail/30998/

ONLINE Buchpräsentation – Helmut Korherr,

„Für ein gutes Heute und ein besseres Morgen“ erschienen im Ephelant Verlag

ISBN 978-3-900766-28-3

Gabi Schuchter und Kurt Hexmann lesen auf unserer Bücherbühne. Zeitgeschichte szenisch dargestellt. Dramatiker und Schriftsteller Helmut Korherr hat in diesem Buch sechs Bühnenstücke vereinigt, die neben dramatischen privaten Schicksalen die Gefahren und Schrecken der nationalsozialistischen Ära aufzeigen. Neben bekannten und berühmten Personen stellt er hier auch Menschen auf die Bühne, die man in Geschichtsbüchern vergeblich sucht. Immer bettet Korherr die Handlung seiner Stücke in den geschichtlichen Kontext, sodass er stets auch ein Bild der entsprechenden Zeit zeichnet.

Eine Online Buch Präsentation auf unserem offenen Facebook-Kanal „Thalia Wien Mitte“. – LINK: https://www.facebook.com/events/1415218795493723 – Signierte Bücher exklusiv bei Thalia Wien Mitte erhältlich./ Portofreier Versand an alle Bonuscard-Kunden. Dieses Buch ist erhältlich in allen Thalia Buchhandlungen. Auch alle anderen bisherigen Präsentationen sind weiterhin unter „Videos“ auf dem offenen Facebook Account „Thalia Wien Mitte“ abrufbar. Bei Gefallen gerne verlinken.

Präsentiert von Thalia

Datum: 23.04.2021

Beginn: 18:00 Uhr

Ende: 19:00 Uhr

 Veranstaltungsort Thalia Wien – Mitte / W3

1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 2a/2b

 

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