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INFOS DES TAGES (MONTAG, 14. MÄRZ 2022)

14.03.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 14. MÄRZ 2022)

WIENER STAATSOPER: Fotos aus der ersten Vorstellung „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“ (12.3.2022)

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Lisette Oropesa, Emanuela von Frankenberg, Christian Nickel. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Christian Nickel (Bassa Selim)
Lisette Oropesa (Konstanze)
Regula Mühlemann (Blonde)
Tobias Kehrer (Osmin)
Daniel Behle (Belmonte)
Michael Laurenz (Pedrillo)
Caroline Baas (Blonde – Schauspielerin)
Christian Natter (Belmonte – Schauspieler)
Emanuela von Frankenberg (Konstanze – Schauspielerin)
Ludwig Blochberger (Pedrillo – Schauspieler)
Andreas Grötzinger (Osmin – Schauspieler)

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Michael Laurenz, Ludwig Blochberger. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Daniel Behle, Christian Natter. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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Andreas Grötzinger, Regula Mühlemann, Caroline Blaas. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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MET Garderobe – Lise Davidsen

I know it’s a strange time to be posting dressing room selfies, but I really want to say thank you for all the comments and support for the wonderful opening we had at The Metropolitan Opera yesterday.
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I have sung Ariadne in several productions, but it was a big thing for me to sing the role here for the first time and as part of such a wonderful cast. I am very aware of how lucky I am to be able to do what I do, and of what a privilege it is to be able to do so in peace and stability.
liser
ZU INSTAGRAM mit weiterem Foto
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ARTE Concert bietet ARIADNE mit Davidsen und Cutler von Aix 2018
 
ZUM YOUTUBE-VIDEO
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LINZ/ Landestheater: PARSIFAL-Premiere/ Fotos

Auszug aus dem Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Auch Linz spielte bei der Parsifal-Uraufführung in Bayreuth eine – wenn auch kleine – Rolle.

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Auszug aus dem Archiv der Stadt Linz

Eine gebürtige Linzerin soll dabei eine Rolle als Streitobjekt zwischen Cosima und Richard am 13. Februar 1883 gespielt haben – zufolge freilich sehr schlecht abgesicherter Gerüchte, die erst Jahrzehnte nach Wagners Tod in die Welt kamen. Verbrieft hingegen ist, daß diese Caroline „Carrie“ Mary Isabelle Pringle eines der Blumenmädchen bei der Uraufführung war, und daß sie am 19. März 1859, abends um ½ 8,  als Tochter eines in der Hauptstadt von „Österreich ob der Enns“ wohnenden Briten geboren wurde. Besagter Herr (Basil John Charles P.) wird im evangelischen Taufbuch als „Privatier“ angeführt; Mutter Isabella, née Latinovićš, stammte aus der ungarischen Hälfte des Habsburgerreiches. Bei der (Haus-)Taufe am 27. April durch den evangelischen Pfarrer stand wohl die Schwägerin oder Mutter von Basil Pate; sie scheint im Dokument alsCaroline Pringle, britische Captainsgattin, wohnhaft allhier“ auf.

Zum aktuellen Linzer „Parsifal“

Zu hören war Wagners letztes Werk, das (teils in des Meisters eigenen Zeugnissen) von tiefreligiös bis ganz böse und blasphemisch eingeschätzt wird, in unserer Stadt erstmals konzertant 1922, und dann als Gastspielaufführung 1927. Die erste szenische Eigenproduktion im Haus an der Promenade mit seinen sehr beschränkten räumlichen und orchestralen Möglichkeiten hatte am 25. 3. 1948 Premiere, die zweite am 2. 10. 1983. Die nunmehrige dritte, hätte eigentlich am Ostersamstag 2020 über die Bühne des großen Musiktheaters gehen sollen, aber Corona wollte es anders.

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Michael Wagner (Gurnemanz), Ralf Lukas (Amfortas) und Katherine Lerner (Kundry). Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

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Katherine Lerner (Kundry), Adam Kim (Klingsor). Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

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Die Blumenmädchen. Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

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Katherine Lerner (Kundry), Heiko Börner (Parsifal). Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

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Michael Wagner (Gurnemanz), Heiko Börner (Parsifal). Dazwischen der Heilige Speer Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

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Benefizkonzert CS4PEACE – Sammlung für Ukraine. Univ.Prof.Dr. Peter Reichl und seine Frau, die Opernsängerin Marena Balinova, sang selbst „Non ti scordar“

Univ.Prof. Dr. Peter Reichl schreibt:  Am vergangenen Freitag haben wir (sehr) kurzfristig anlässlich des Rektorstages der Uni Wien an der Fakultät für Informatik in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Chemie ein Benefizkonzert für ukrainische Flüchtlinge organisiert, nachdem ich am vergangenen Wochenende selbst mit einem Freund an der ukrainisch-moldawischen Grenze war, um die Flucht eines Teils seiner Familie zu organisieren. Näheres in der zweiten Hälfte dieses STANDARD-Artikels:

https://www.derstandard.at/story/2000133997500/ex-wissenschaftsminister-busek-raet-unis-kontakte-mit-russland-beizubehalten,

und hier der Uni-Link:

https://informatik.univie.ac.at/news-events/beitrag/news/cs4peace-benefizkonzert-zugunsten-ukrainischer-fluechtlinge-113-ab-1800-uhr/

Unsere Sammelaktion läuft noch bis Mittwoch – der Abend hat über 2.200 EUR eingebracht, und unsere Sponsorpartner OCG (www.ocg.at), AIT (www.ait.ac.at), SBA Research (www.sba-research.org) und VRVis (www.vrvis.at) haben nochmals 4.000 EUR zugesagt. Das Geld kommt der ukrainischen Flüchtlingshilfe der St. Barbara-Kirche im 1. Bezirk zugute (www.st-barbara-austria.org).

PS: von der Zugabe gibt es ein (schnell geschnittenes) Video als erster Eindruck:

„Non ti scordar“: Dr. Peter Reichl, Marena Balinova und ein Universitätschor

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Bitte untenstehenden Link anklicken

https://www.youtube.com/watch?v=IecULB6BFVg

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Paris: Concert pour la Paix le dimanche 27 mars à 20h au Palais Garnier

Bonjour,
 L’Opéra national de Paris se mobilise afin d’organiser un Concert pour la Paix en soutien aux victimes du conflit en Ukraine le dimanche 27 mars à 20 heures au Palais Garnier.
La recette de ce concert sera intégralement reversée pour aider les victimes du conflit en Ukraine.
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SPENDENKONZERT FÜR DIE UKRAINE am Dienstag 15.3. im Wiener Bank Austria-Salon (Wipplingerstraße)

Zur Unterstützung der humanitären Hilfe für die Menschen in der Ukraine und aus Betroffenheit mit der furchtbaren Entwicklung organisieren wir mit den Künstlerinnen:

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Veriko Tchumburidze
Ketevan Sepashvili

Dienstag, 15.03.2022, 19:30

Ketevan Sepashvili, Klavier
Veriko Tchumburidze, Violine

Bank Austria Salon
Wipplingerstraße 6-8, 1010 Wien, 1. Stock

Es werden keine Konzertkarten verkauft, umso mehr freuen wir uns auf Ihre Spenden, welche wir bis zum letzten Cent an die Kriegsopfer in der Ukraine weitergeben.

Achtung: Limitierte Platzanzahl!
Reservierung unter concerts@stingl-klavier.at oder +43 1 587 86 24

Wir danken der BANK AUSTRIA, die den begehrten Veranstaltungsort für diese Initiative sofort und kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Alle anderen Ausgaben decken wir als GUSTAV IGNAZ STINGL ab.

Reservieren

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KAUNAS (Litauen): KULTURHAUPTSTADT EUROPAS 2022

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Zusammenfluss von Memel und Neris. Foto: Robert Quitta

Kaunas (ausgesprochen: Koonas) ist die zweitgrösste Stadt Litauens und war (als Vilnius von Polen besetzt war) von 1920 bis 1940 sogar Hauptstadt des Landes. Irgendwie hat man es hier nie verwunden, wieder in die zweite Reihe zurückgestossen worden zu sein, und irgendwie betrachtet man sich hier immer noch als das eigentliche Zentrum Litauens. Heuer hat Kaunas zumindest die Genugtuung, wieder (kulturelle)Hauptstadt zu sein, und das (gemeinsam mit Esch-sur-Alzette in Luxemburg) gleich für ganz Europa.

Oberflächlich Reisende (diejenigen, die alle drei baltischen Staaten in drei Tagen abhaken), vermeinen, dass es hier – ausser einer nachgebauten mittelalterlichen Burg – nichts zu sehen gäbe. Das ist natürlich völliger Unsinn. Eine der überraschendsten und unerwartetsten Attraktionen ist eines der grössten noch existierenden geschlossenen Ensembles von modernistischen Bauten der Zwischenkriegszeit – gibts sonst nur noch in Brno oder Tel Aviv..

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Gemälde von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911). Foto: Robert Quitta

Gleich vis-à-vis von diesem Viertel befindet sich ein weiteres Muss für jeden Besucher: das dem litauischen Maler Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) gewidmete Museum. Ihr Berichterstatter gesteht gerne seine Ignoranz ein: noch nie von diesem „litauischen Van Gogh“ (wie ihn die Museumsdirektorin nennt) gehört zu haben. Aber der Rundgang durch den für ihn eigens errichteten Trakt (der fast sein Gesamtwerk beherbergt) ist ziemlich überwältigend. Denn die Bilder von Čiurlionis sind äusserst eigen, sowohl was die Sujets als auch was die Malweise angeht, und er hat eigentlich weder Vor-Bilder gehabt (am ehesten fühlt man sich an Rudolf Steiner erinnert) noch Nachahmer gefunden. Irgendwie ein auf die Erde gefallener Ausserirdischer. Čiulionis hat übrigens – Synästhet, der er war – auch Musik komponiert (Ausschnitte davon kann man in einem eigenen Saal anhören). Insgesamt also eine extrem faszinierende Begegnung, die man sich vornimmt, weiter zu vertiefen…

Im Čiurlionis-Museum ist auch eine der ambitioniertesten Ausstellungen des Kulturhauptstadtjahres zu sehen: „That which we do not remember “ des (uns von den Wiener Festwochen und Salzburger Festspielen bestens bekannten) Südafrikaners William Kentridge. Die Verbindung besteht darin, dass Kentridges Vorfahren aus Litauen stammen (und wie die meisten litauischen Juden eben nicht nach Nord – oder Südamerika, sondern nach Südafrika ausgewandert sind).

Im Herbst folgt eine grosse Retrospektive von Yoko Ono (sie ist klarerweise keine Litauerin, aber ihr Mentor und Galerist war einer).

Ein weiterer Schwerpunkt wird dem international nicht ganz so bekannten George Maciunas gelten – der aber immerhin die kunstgeschichtlich so bedeutende Fluxus-Bewegung mitbegründet hat.

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Freiheitsstraße mit St. Michaels-Kathedrale. Foto: Robert Quitta

Zwischen den Ausstellungsbesuchen kann man genüsslich auf der Freiheitsstrasse (Laisvės alėja), der längsten und breitesten Fussgängerzone Europas,  schlendern – einer Art Champs-Elysées für Fußgänger.

Hier befinden sich auch viiiiele Cafés und Restaurants, ganz auf der Höhe der Zeit (bio, vegan, neue litauische Küche) und für den Westeuropäer extrem billig (litauische Schnecken für 6€ etc.).

Auf der Freiheitsstrasse stehen auch das alte Postamt (mit einer Ausstellung über Modernismus), die sehr eindrucksvolle (ehemals orthodoxe), dem Erzengel Michael geweihte Kathedrale – und das Nationaltheater.

Hier hatten wir unser zweites einschneidendes Kulturerlebnis in Kaunas, denn hier lernten wir nach dem „litauischen Van Gogh“ auch den „litauischen Albert Camus“ kennen: Antanas Škena.

Dieser lebte von 1910 bis 1961), 1949 wanderte nach New York aus und ist eigentlich ein „One-Hit-Wonder“, denn im Prinzip hat er nur einen Roman geschrieben:  Balta drobulė (auf deutsch: „Das weisse Leintuch“). In diesem – mittlerweile zur Pflichtlektüre für litauische Schüler avancierten – Buch schildert er (in einer Art Joyce’schen „stream of consciousness“) seine Erfahrung als Liftboy in einem New Yorker Hotel.
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Ein Liftboy in New York. Foto: Nationaltheater Kaunas

Jonas Jurašas hat diesen litauischen Klassiker dramatisiert und auf die Bühne des Nationaltheaters gebracht. Und obwohl man als der Landessprache nicht Mächtiger – trotz englischer Übertitel – meistens nicht nur Aufzug sondern auch nur Bahnhof versteht, ist man doch von der schauspielerischen und inszenatorischen Qualität dieser Aufführung zutiefst beeindruckt.

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Denkmal für Perkunas, em Donnergott Litauens. Foto: Robert Quitta

Eine Visite in Kaunas, Kulturhauptstadt Europas 2022, ist also unter allen Aspekten nur zu empfehlen, zumal sie dank einer guten Versorgung mit der lokalen Fluglinie air baltic gar nicht so weit entfernt ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Weitere Informationen zum Programm des Kulturhauptstadtjahres: www.kaunas.eu

Weitere Informationen zum Flugplan von Air Baltic: www.airbaltic.com

Robert Quitta, Kaunas

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„Eine schöne Welt ist da versunken“
Balladen, Lieder und Legenden von Martin Plüddemann

Zur Veröffentlichung der Doppel-CD beim Label NAXOS im März 2022

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Kurze Hörprobe

Der Komponist, Bariton, Pianist, Gesangspädagoge und Musikschriftsteller Martin Plüddemann (1854 – 1897) hat vor allem Balladen und Legenden, also erzählende Gedichte, vertont. Selbst fasziniert von den Kompositionen Richard Wagners und Carl Loewes schuf er Vokalwerke, die noch heute insbesondere durch ihre ungewöhnlich präzise musikalische Deklamation begeistern. Auf einzigartige Art und Weise legt Plüddemann den jeweiligen Klang und Klang-Rhythmus der Dichterworte bzw. Verse, ihre immanente „Klanggebärde“, frei. Er fand für jede Ballade eine eigene, jeweils dem Thema und Sprach-Rhythmus angemessene „deklamatorische Sprachmelodik“. Texte von Dichtern wie Uhland, Hafis, Goethe, Heine oder Burns sind kongenial vertont. Obwohl er als der einzig legitime Nachfolger Loewes galt und trotz seiner Qualität ist Plüddemann heute vergessen – zu Unrecht! Bass-Bariton Ulf Bästlein und Pianist Hedayet Jonas Djeddikar haben den Schatz gehoben und präsentieren diese meist „epischen Lieder“ auf einer im März 2022 beim Label NAXOS mit dem Titel „Eine schöne Welt ist da versunken“ erschienenen Doppel-CD, wobei es sich ausschließlich um Weltersteinspielungen handelt. Diese Vokalwerke mit tragischen, heiteren, auch skurrilen Texten, Wort für Wort verständlich komponiert, müssen endlich wieder gehört werden.

Im wissenschaftlich fundierten Begleittext erläutert Ulf Bästlein, der an der Musikuniversität Graz Gesang lehrt und auch promovierter Germanist ist, Plüddemanns Bedeutung als Komponist und wirft einen Blick auf die Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte der einst im deutschsprachigen Raum so überaus beliebten Literaturgattung ‚Ballade‘, die Goethe das „Urei“ der Literatur nannte. Dabei werden sowohl aufführungspraktische wie vortrags- und musikästhetische Fragen erörtert. Bästlein hat Plüddemanns überfällige Entdeckung initiiert und ist jahrelang seinen Spuren gefolgt.

Es gibt kaum Vokalwerke, in denen der Klang dichterischer Sprache und die Musik eine innigere Verbindung eingegangen sind.

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 ORF „kulturMontag“: „Artists for Peace“ aus der Staatsoper, Ai Weiwei in der Albertina, John Williams im Musikverein, 70er Wolfgang Ambros

Danach: „Ikonen Österreichs – Kinderglück“ und „Aus dem Archiv: Robert Meyer“

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 14. März 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 stellt unter dem Titel „Artists for Peace“ ein künstlerisches Friedensprojekt vor, das gemeinsam von ORF, Wiener Philharmonikern und Wiener Staatsballett in der Staatsoper als Geste gegen den Ukraine-Krieg und Zeichen der Solidarität mit allen betroffenen Menschen realisiert wird: den berühmten Pas de Deux aus Tschaikowskys „Schwanensee“, dargeboten von ukrainischen und russischen Künstlerinnen und Künstlern. Weiters setzt sich die Sendung anlässlich einer Albertina-Retrospektive mit der Arbeit von Chinas Kunststar und Staatsfeind Ai Weiwei auseinander. Thema ist auch das Schaffen von Hollywoods Starkomponist John Williams, der dem „kulturMontag“ im Rahmen seines Wien-Konzerts eines seiner seltenen Interviews gibt, ebenso das Werk von Austropop-Legende Wolfgang Ambros anlässlich seines 70. Geburtstags. Anschließend an das ORF-Kulturmagazin stehen eine neue Folge der Reihe „Ikonen Österreichs“ (23.30 Uhr), diesmal zum Thema „Kinderglück“, sowie eine Ausgabe der Gesprächsreihe „Aus dem Archiv“ (0.05 Uhr) mit dem scheidenden Volksoperndirektor Robert Meyer auf dem Programm.

„Artists for Peace“ – Ukrainisch-russische Friedensbotschaft aus der Wiener Staatsoper

Zahlreiche Mitglieder der Wiener Philharmoniker stammen aus der Ukraine oder aus Russland, genauso wie die Tänzerinnen und Tänzer aus dem Ensemble des Wiener Staatsballetts. Musik verstehen die Künstlerinnen und Künstler ebenso wie ihre anderen Orchester- bzw. Kompanie-Kolleginnen und -Kollegen als Brücke zwischen den Kulturen. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen sie ein Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Menschen setzen.

Als Soforthilfe haben die Philharmoniker 100.000 Euro an die ORF-Aktion NACHBAR IN NOT für die Menschen in der Ukraine gespendet. „Doch der Krieg bewegt die Künstler tief, handelt es sich doch um die eine wie die andere Heimat, wo die Menschen durch den Angriff auf ihre Grundwerte Unvorstellbares erleiden müssen. Kultur darf nicht zum Spielball von politischen Auseinandersetzungen werden“, so Daniel Froschauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker.

Auf Initiative des ORF wollen ukrainische und russische Musiker der Wiener Philharmoniker und Solisten des Staatsballetts mit dem Pas de Deux aus dem wohl berühmtesten Werk der Ballettliteratur, Tschaikowskys „Schwanensee“, eine ganz intime Friedensbotschaft als Zeichen der Solidarität und des friedlichen Miteinanders in die Welt schicken. Nach einer Idee von ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl ist das Projekt „Artists for Peace“ entstanden – eine Kooperation zwischen der Wiener Staatsoper, drei Musikern der Wiener Philharmoniker, zwei Tänzern aus der Ukraine und aus Russland sowie der ORF-TV-Kultur. Der „kulturMontag“ sendet diesen kleinen Film als gemeinschaftliche Geste gegen den Krieg und für den Frieden.

„Die von der ORF-Kultur initiierte Aktion soll ein künstlerisches Statement für den Frieden sein, ein Zeichen dafür, dass Kunst keine Grenzen kennt und die Kraft der Kultur auch durch Kriege nicht ausgelöscht werden kann“, sagt ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl. „Der Tanz und die Musik von ukrainischen und russischen Künstler/innen sollen zeigen, dass es in Österreich selbstverständlich ist, Menschen aller Nationen miteinander agieren zu lassen und gemeinsame Werke zu schaffen.“

„Tanzkunst hat mit Leidenschaft und Passion zu tun, mit Hingabe – auch Liebe. Tanzen lernt man nicht alleine, sondern in der Gruppe unter Gleichgesinnten. Das gemeinsame Ziel eint, lässt sozial kulturelle und religiöse Unterschiede im Abseits stehen. Gut miteinander tanzen kann man nur, wenn man den anderen in seinem Anderssein erkennt, akzeptiert und als mindestens gleichwertig anerkennt – und mag. Es ist die perfekte Schulung für ein respektvolles Miteinander“, betont Martin Schläpfer, Ballettdirektor und Chefchoreograf des Wiener Staatsballetts.

Der „kulturMontag“ stellt die Zusammenarbeit vor und zeigt den kurzen Tanzfilm in voller Länge.

Der Unbeugsame – Kunststar Ai Weiwei in der Albertina

Er verurteilt öffentlich Putins Angriffskrieg in der Ukraine, kritisiert mit seinen Kunstinstallationen die Flüchtlingspolitik rund um den Globus, prangert die Menschrechtsverletzungen und Korruption in seiner Heimat China an und verdammt in seiner „Fuck Off“-Serie das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens. „Alles ist Kunst, alles ist Politik“ lautet Ai Weiweis Prinzip, mit dem er es schafft, die politischen Mächte aufzumischen. Am 16. März eröffnet die Albertina-Schau „AI WEIWEI. IN SEARCH OF HUMANITY“. Der Künstler, Aktivist, Dokumentarist und Chinas Staatsfeind, der derzeit im Exil in Portugal lebt, begibt sich in der Retrospektive auf die Suche nach der Menschlichkeit. Mit den kulturellen Readymades, seinen Wandarbeiten, Skulpturen, Installationen, Fotografien und zahlreichen Filmen bietet die Ausstellung einen beeindruckenden Überblick über Ai Weiweis mehr als 40-jährige Karriere.

Der Talentierte – Starkomponist John Williams in Wien

Mit fünf Oscars und jeder Menge Grammys bricht der US-amerikanische Komponist John Williams alle Rekorde. Kein Wunder, sind doch all seine Filmmusiken – von „Der weiße Hai“, „Indiana Jones“ und „Star Wars“ bis „E.T.“, „A.I.“ oder „Harry Potter“ – Ohrwürmer. Williams, der vor Kurzem seinen 90. Geburtstag feierte, ist ein Magier der Klangwelten und Meister der Stimmungen. Ein Mittler zwischen Tradition und Moderne, der mühelos zwischen den Genres wandelt und einerseits virtuos experimentiert, andererseits Symphonien zu seinem ganz eigenen Klangkosmos verschmelzen kann. Jetzt kommt das kreative Energiebündel nach Wien und tritt gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern und Stargeigerin Anne-Sophie Mutter im Musikverein auf. Auf dem Programm steht die europäische Erstaufführung eines Violinkonzerts, das Williams für Mutter geschrieben hat. Dem „kulturMontag“ gewährt der Hollywood-Star eines seiner raren Interviews.

„Da Hofa war’s“ – 70 Jahre Wolfgang Ambros

Am 19. März wird Austropop-Legende Wolfgang Ambros 70 – seit mittlerweile 50 Jahren begeistert der Musiker aus Leib und Seele sein Publikum. Mit dem „Hofa“ läutete der Sänger 1971 eine neue Ära der heimischen Liedkunst ein, in der zahlreiche Hits wie die ikonischen Hymnen „Schifoan“ und „Es lebe der Zentralfriedhof“ folgen sollten. Der gebürtige Wiener, der seit 40 Jahren in Tirol lebt, ist wahrscheinlich der authentischste österreichische Popinterpret, hat er doch den Menschen immer genau „aufs Maul geschaut“. Für Schlagzeilen sorgte außerdem wiederholt sein turbulentes wie skandalbehaftetes Privatleben. In dem neuen Buch „A Mensch möcht i bleib’n – Mein Leben zwischen Schuld und Schicksal“ schildert er unverblümt Höhenflüge und Abstürze seines Lebens, spricht über die sexuellen Eskapaden der 1970er Jahre, Drogen und die Härte des Musikgeschäfts. Der „kulturMontag“ bringt ein sehr persönliches Zwischenresümee.

Dokumentation „Ikonen Österreich – Kinderglück“ (23.30 Uhr)

In der Reihe „Ikonen Österreichs“ werden Gegenstände lebendig gemacht, die eine ikonische Bedeutung für die Geschichte des Landes haben. Ob bedeutende Kunstgegenstände oder unspektakuläre Dinge des Alltags: Jedes Objekt erzählt Geschichten über sich und die Menschen, die es nutzten.

Auch der Blick zurück auf die eigene Kindheit ist oft verbunden mit ganz bestimmten Objekten: Nahrungsmittel und Naschereien, Spielzeug, Stofftiere und Comics. Die einen erinnern sich an die begehrten Indianer- und Cowboy-Figuren im Kaffee, die anderen an „Wickie, Slime und Paiper“. Diese von Marleen Paeschke gestaltete Folge von „Ikonen Östereichs“ präsentiert eine Auswahl österreichischer Erfolgsgeschichten in Sachen „Kinderglück“ – auch wenn zwei der drei präsentierten Beispiele eigentlich für Erwachsene kreiert worden waren.

Aus dem Archiv: Robert Meyer“ (0.05 Uhr): Der scheidende Volksoperndirektor mit Sigrid Hauser zu Gast im ORF RadioKulturhaus

In der jüngsten Ausgabe der unterhaltsamen ORF-Gesprächsreihe ist der scheidende Volksoperndirektor und Kammerschauspieler Robert Meyer zu Gast bei Christian Reichhold und Regina Nassiri im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses. Der Tausendsassa spielte in seinen mehr als 30 Jahren am Wiener Burgtheater über 90 Rollen, brillierte im Musiktheater und führte quasi nebenbei Regie. Seit 2007 ist er der Direktor der Wiener Volksoper, zeichnet für erfolgreiche Inszenierungen verantwortlich und steht dort immer wieder als Darsteller auf der Bühne. Robert Meyer kann aber nicht nur Nestroy, sondern auch Claus Peymann – das stellt er zur großen Freude des Publikums in der Sendung unter Beweis! Außerdem gibt er sehr Privates preis. Gemeinsam mit Robert Meyer in der Sendung ist auch Sigrid Hauser zu Gast. Die beiden verbindet eine jahrelange enge Zusammenarbeit.

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