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INFOS DES TAGES (MONTAG, 12. NOVEMBER 2018)

12.11.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 12. NOVEMBER 2018)

NEU EINGETROFFENE KRITIKEN:

GRAZ: SALOME von Richard Strauss- Biblische Blutspuren. Premiere am 10.11.2018

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele hatte es als absolut großartig gefunden, dass Romeo Castellucci eine „Salome“ ohne einen Tropfen Blut machen wollte, eine „Vermeidung von allem Plakativen“. Florentine Klepper, die Regisseurin in Graz war einer solchen Vermeidung aus dem Weg gegangen: Statt des Kopfs des Jochanaan wird der Königstochter für ihren Schlussgesang gleich der ganze blutüberströmten Körper des toten Propheten hingeworfen, auf welchem diese sich sodann, von Linnen umhüllt, ihrer Sehnsucht nach den toten Lippen mit ihrem ganzen Körper hingab.

Salome Johanni van Oostrom, Thomas Gazeli als Jochanaan, Pavel Petrov mit Kamera als Narraboth Foto:W.Kmetitsch

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele hatte es als absolut großartig gefunden, dass Romeo Castellucci eine „Salome“ ohne einen Tropfen Blut machen wollte, eine „Vermeidung von allem Plakativen“. Florentine Klepper, die Regisseurin in Graz war einer solchen Vermeidung aus dem Weg gegangen: Statt des Kopfs des Jochanaan wird der Königstochter für ihren Schlussgesang gleich der ganze blutüberströmten Körper des toten Propheten hingeworfen, auf welchem diese sich sodann, von Linnen umhüllt, ihrer Sehnsucht nach den toten Lippen mit ihrem ganzen Körper hingab…

…Und wenn das Geheimnis der Liebe – laut Originaltext – größer als das Geheimnis des Todes ist, so stecken aber die letzten Geheimnisse der Regie wie immer auch diesmal im Programmheft und nicht in der Logik der Bühne…

Zum Premierenbericht von Peter Skorepa

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WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: Léo Delibes: »SYLVIA«. Premiere am 10.11.2018

»Sylvia«: Mihail Sosnovschi (Eros) mit den beiden Jägerinnen (Alice Firenze, links, und Ioanna Avraam) © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
Sylvia«: Mihail Sosnovschi (Eros) mit den beiden Jägerinnen (Alice Firenze, links, und Ioanna Avraam). Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Ein großes Geschenk. Am gestrigen Abend feierte das Wiener Staatsballett die Première von Sylvia zur Musik von Léo Delibes in der Choreographie von Manuel Legris nach Louis Mérante. Nach Les Troyens im vergangenen Monat konnte das Haus am Ring gleich noch einmal einen großen Erfolg verbuchen.

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=20ECB610-E4F3-11E8-A0A5005056A62983 (Ulrike Klein)

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INNSBRUCK: THE FALL OF THE HOUSE OF USHER. Premiere am 10.11.2018


A.-Avedissian-A.-M.-Kalesidis-D.-Albright-J.-Jurgens. Copyright: Rupert Larl

Nun hält das Grauen Einzug in die Kammerspiele des TLT. Philip Glass‘ 1987 uraufgeführte Oper „The fall of the house of Usher“ nach Edgar Allan Poe’s gleichnamiger „Shortstory“, die von Inzest, Wahnsinn und Tod im Hause der adeligen englischen Familie Usher handelt, beeindruckte das Premierenpublikum nachhaltig. Eine enorm dichte, spannende Regie (Johannes Reitmeier), die atmosphärisch düstere Bühnengestaltung von Michael D. Zimmermann, Markus Braunhofers prächtige, zeitgemässe Kostüme, das (anfänglich zu laut aufspielende) sich mit dem typischen Glass-Stil erstaunlich vertraut gebende Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, von Seokwon Hong souverän geleitet, sowie vor allem das großartige Sängerdarstellerquartett sorgten für atemlose Spannung während und grenzenlose Begeisterung am Ende der Vorstellung…

Zum Premierenbericht von Dietmar Plattner
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CHEMNITZ: SIEGFRIED. Vorstellung am 10.11. 2018

Bildergebnis für chemnitz siegfried
Mime und der Wanderer tafeln opulent . Foto: Nasser Hashemi   

Nachdem in der Staatsoper Stuttgart und im Badischen Staatstheater Karlsruhe der “Ring” von unterschiedlichen männlichen Regisseuren in Szene gesetzt wurde, war es an der Zeit, dieses Projekt in die Hände von Frauen zu geben. Nach der Götterdämmerung wird man erfahren, ob das Konzept ein erfolgreiches Ende gefunden hat…

Zum Bericht von Franz Roos

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WIEN/ Volksoper: DIE RÄUBER von Giuseppe Verdi. Vorstellung am 10.11.2018


Kurt Rydl als Maximilian. Copyright: Barbara Palffy/ Volksoper

Wieder am Spielplan der Volksoper, „I masnadieri“ „Die Räuber“ nach Schiller von Giuseppe Verdi. Verdi kam musikalisch infolge der holprigen Übersetzung der italienischen auf die deutsche Sprache eindeutig zu kurz…

Zum Bericht von Elena Habermann
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STUTTGART: GASTSPIEL DES BÈJART-BALLET LAUSANNE am 10.11. 2018


Finale Ensemble-Wirkung in „Béjart fete Maurice: Copyright: Lauren Pasche

Zum Bericht von Udo Klebes

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ERFURT: Ballett GISELLE  von Adolphe Adam/ Premiere 10.11.18

Giselle als getanztes Innenleben einer Betrogenen


Daria Suzi als Giselle und Filip Kwacak als Albrecht. Copyright: Ronny Ristok

Um es gleich vorweg zu sagen, Silvana Schröder erfindet ihre eigene Geschichte zur Musik von Adolphe Adam und weicht damit stark von der ursprünglichen Giselle-Geschichte ab. Sie entwickelt eine eigene Story und auch eine eigene Choreographie.

Zum Bericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

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OBERHAUSEN/ Metronom-Theater BAT OUT OF HELL- Musical von Jim Steinman (8.11.)

Deutschlandpremiere: 08.11.2018


Copyright: Stage Entertainment

In Oberhausen fliegen wieder die Fledermäuse durch das Stage Metronom Theater am Centro. Nein, es ist nicht der Dauerbrenner „Tanz der Vampire“ der hier für ein erneutes Gastspiel zu sehen ist. In dem seit dem Jahr 2005 zum Musicalkonzern Stage Entertainment gehörenden Theater fand in der vergangenen Woche die deutschsprachige Uraufführung von Jim Steinman´s „Bat out of Hell“ statt. Diente das schöne Theater bisher vor allem als Spielstätte großer Musicals, die bereits an anderen Orten in Deutschland entsprechende Erfolge feiern konnten, durfte hier nun erstmals seit vielen Jahren wieder eine Deutschlandpremiere gefeiert werden. Und die hatte es wahrlich in sich.

https://www.deropernfreund.de/oberhausen.html

Markus Lamers (www.deropernfreund.de)

PS.: „Opernfreund“ Peter Bilsing, der oft „mit seiner Maschin“ unterwegs ist, legt auf die Feststellung wert, dass er bei diesem Spektakel nicht mitgewirkt hat – auch wenn ihn einige zu erkennen glauben.


“ Der Wilde auf seiner Maschin“: Peter Bilsing

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WIENER STAATSOPER/ Staatsballett: Premiere „SYLVIA“ am 10.11. (Erste Fotos)

Zum Premierenbericht von Meinhard Rüdenauer

Zum Premierenbericht von Ulrike Klein


Denys Chrevychko und Nikisha Fogo. Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor


Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

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RHEINISCHES LANDESTHEATER NEUSS: Weltuntergangsrevue

RLT Neuss – UA-Premiere am 10.11.18
Braucht der Mensch eine neue Erde – oder braucht die Erde einen neuen Menschen?

Die Collage aus musikalischen Bildern, verblüffenden Thesen, Texten und Songs über hunderttausend Jahre Menschheitsgeschichte an einem einzigen kurzen Abend – so viel gleich vorweg – ist gelungen und wurde vom Premierenpublikum geradezu furios mit etlichen schon fast Bayreuth-würdigen Vorhängen eine gute Viertelstunde mehr als bejubelt. So etwas erlebt man als urtümlicher Opernkritiker im Sprechtheater absolut selten.

https://www.deropernfreund.de/neuss-rlt.html

Der Rezensent kann sich am Ende dem begeisterten Premierenpublikum im uneingeschränkten Jubel nur anschließen. Bitte hinfahren!

Peter Bilsing 11.11.2018
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ORF2: „kulturMontag“ zum Gedenkjahr : „European Balcony Project“, Weimarer Lehren, „New European Songbook – War & Peace“

 Außerdem: „#Female Pleasure“ über Befreiung der Frau =

Bildergebnis für orf

Wien (OTS) – Clarissa Stadler präsentiert am 12. November 2018 ab 22.40 Uhr in ORF 2 einen „kulturMontag“ im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „1918 – Die Geburt der Republik“. So ist Schriftsteller Robert Menasse anlässlich seines „European Balcony Project“ zu Gast im Studio, bei dem an mehr als 120 Orten in ganz Europa, u a. in Theatern und Kulturinstitutionen, die „Europäische Republik“ ausgerufen wird. Mit den Lehren aus der Weimarer Republik befassen sich Historiker, Antisemitismusforscher und Gesellschafts-Wissenschafter in einem weiteren Beitrag. Und: Unter dem Titel „New European Songbook 2018 – War & Peace“ steht eine Dokumentation über ein musikalisches ORF-EBU-Projekt auf dem Programm, bei dem europäische Künstlerinnen und Künstler aufgefordert waren, sich musikalisch mit der Thematik Krieg und Frieden auseinanderzusetzen. Für Österreich steuerte die Band Cari Cari einen Song bei. Außerdem befasst sich die Kultursendung anlässlich des neuen Kinofilms „#Female Pleasure“ mit der Unterdrückung der weiblichen Lust in unterschiedlichen Gesellschaften.

Zwischen Wien, Berlin und Weimar – Künstlerinnen und Künstler rufen die Republik Europa aus

„Stell dir vor, Europa geht unter und keinen interessiert‘s“ – in Anlehnung an das berühmte Zitat „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“, das fälschlicherweise dem deutschen Dichter Bert Brecht zugeschrieben wird, sorgen die renommierte Politologin Ulrike Guérot und der österreichische Schriftsteller Robert Menasse mit ihrem ebenso eindringlichen wie provokanten Slogan für jede Menge Aufmerksamkeit. Um nichts weniger als den Zustand Europas geht es den beiden Initiatoren in ihrem großangelegten „European Balcony Project“. Für Robert Menasse, Ulrike Guérot und den Dritten im Bunde, den Schweizer Regisseur Milo Rau, ist es Zeit zu handeln. „Wollen wir die Zukunft gestalten oder sie erleiden?“ fragt sich das „Trio Infernale“ und ruft am 10. November um exakt 16.00 quer durch die alte Welt die „Republik Europa“ aus. An mindestens 120 Orten zwischen Wien und Weimar, Berlin und Budapest, zwischen Lissabon und Ljubljana proklamieren Künstler/innen und Kulturschaffende zeitgleich das Manifest. Robert Menasse ist live zu Gast im Studio.

Die Lehren von Weimar – Spuken die alten Geister wieder?

Die ersten beiden Staffeln der TV-Serie „Babylon Berlin“ führten das Fernsehpublikum zurück in die Weimarer Republik, wenige Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Schon 1929 waren die Zeichen unübersehbar: Der Faschismus machte sich auf den Straßen breit, die Gesellschaft radikalisierte sich, nationalistische Parteien hatten an Zulauf gewonnen. Als es zur Erosion der Weltordnung gekommen war, schien innenpolitische Zusammenarbeit nur von geringem Nutzen zu sein, dafür war extremistische Rhetorik opportun. Heute warnen Experten davor, dass sich Geschichte wiederholen könnte. Lässt sich diese Epoche, die Ende der 1920er begonnen hatte, mit heute vergleichen? Historiker, Antisemitismusforscher und Gesellschafts-Wissenschafter über die Lehren aus der Weimarer Republik.

Neuer Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ – Die Befreiung der Frau“

Fünf Frauen, fünf Weltreligionen, ein Thema: die weibliche Sexualität. In ihrem neuen Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ befasst sich die Schweizer Regisseurin Barbara Miller anhand der Porträts außergewöhnlicher Frauenpersönlichkeiten mit der Unterdrückung der weiblichen Lust in unterschiedlichen Gesellschaften. Fünf Aktivistinnen von verschiedenen Kontinenten setzen sich für die sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung der Frau ein und kämpfen gegen patriarchalische Strukturen und für Gleichberechtigung. Die jüdische New Yorker Autorin Deborah Feldman, die gegen weibliche Genitalverstümmelung eintretende Somalierin Leyla Hussein, die japanische Bildhauerin und Manga-Künstlerin Megumi Igarashi, die frühere Nonne Doris Wagner und die für Liebesheirat kämpfende indische Aktivistin Vithika Yadav brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren oft archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Der „kulturMontag“ stellt den beim Filmfestival in Locarno ausgezeichneten Film vor.

Dokumentation „New European Songbook 2018 – War & Peace“ (23.25 Uhr)

Nach den erfolgreichen Projekten „Songbook – Klassisches Lied trifft Videoclip“ (2015), „New Shakespeare Songbook“ (2016) und „New European Songbook“ (2017) – zuletzt mit Conchita und der syrischen Band Basalt – setzt der ORF seine völkerverbindenden Kulturinitiativen auch 2018 fort. Das Motto des diesjährigen EBU-Projekts ganz im Zeichen des Gedenkjahrs 2018 lautet „Krieg und Frieden“. Heimische Künstler/innen waren aufgefordert, sich musikalisch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Österreichs Beitrag kommt heuer vom österreichischen Indie-Rock-Duo Cari Cari, das den Song „Dark Was the Night, Cold Was the Ground“ beisteuert. Die zu den Liedern neu entstandenen Videoclips wurden gemeinsam mit Background-Storys und Interviews unter der Regie von Torstein Vegheim zu einer Dokumentation verflochten und zeugen einmal mehr von der Vielfalt der europäischen Musiklandschaft. Für den österreichischen Video-Clip zeichnet Regisseurin Luzi Katamay verantwortlich.

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