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INFOS DES TAGES (MONTAG, 11. APRIL 2022)

11.04.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 11. APRIL 2022)

Wien/Staatsoper/ Carmen: „Micaela“ mit der Ukraine-Flagge

Sängerin @olga_kulchynska_soprano als Micaela und die russische Mezzo Sopranistin @annagoryachova als Carmen umarmen sich nach der Vorstellung am 8.4.2022 an der Wiener Staatsoper. Sehr bewegend!

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Wiener Staatsoper: „Der Rosenkavalier“

Solovorhang für den „Ochs“

Günther Groissböck als Baron Ochs auf Lerchenau an der Wiener Staatsoper. Bestmögliche Besetzung dieser Rolle in Strauss‘ Rosenkavalier… (H.L.)

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Die Mailänder Scala Instagram feiert LUIGI ALVA zum 95. mit einer Bilderreihe. Fast ein Ratefoto.

Gefunden von Fritz Krammer

Tanti auguri a Luigi Alva che compie oggi 95 anni. Il rapporto tra il nostro Teatro e il tenore peruviano nasce alla Piccola Scala nel 1955 con Il matrimonio segreto e dura fino al suo ultimo concerto del 1982. In questi trent’anni è protagonista indiscusso delle principali produzioni rossiniane.

Dal Barbiere di Siviglia del 1956 con Maria Callas diretto da Carlo Maria Giulini alla ripresa del Turco in Italia di Franco Zeffirelli del 1957 fino al trittico buffo diretto da Claudio Abbado con la regia di Jean Pierre Ponnelle: Il barbiere di Siviglia del 1969, La Cenerentola del 1973 e la ripresa dell’Italiana in Algeri del 1975…

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BRIEF VON KURT VLACH AN SIMON STONE (Betrifft – Wozzeck am 3.4.2022 / Staatsoper Wien)

Sehr geehrter Herr Simon Stone !

Ich wende mich an Sie mit einigen Fragen zu der oben angeführten Produktion – ich hoffe, dass Sie die Zeit haben werden diese bei Gelegenheit zu beantworten.

Da wir uns persönlich nicht kennen möchte ich mich kurz vorstellen – ich bin ein regelmäßiger Besucher der Wiener Staatsoper, zahle meine Eintrittskarten selbst und stimme daher mit meinem eigenen Geld ab – ich nehme mir das Recht heraus nur Produktionen (wieder) zu besuchen, die mir auch gefallen (aus diesem Grund genügte mir die TV-Übertragung der Traviata – ich möchte nicht unbedingt Geld ausgeben um die Violetta in Gummistiefeln vor einem Traktor zu sehen). Da ich das Stück auch gut kenne (ich bin nach wie vor ein großer Freund der vorherigen Inszenierung) schaute ich mir auch nicht diverse Einführungsvideos an – warum auch? Wie schon angesprochen, ich kenne das Stück und mir sind auch einige Anekdoten von der Wiener Erstaufführung bekannt, wo ein Philharmoniker seinerzeit meinte „Bei der Oper müssen’s nach dem ersten Akt neue Freikarten ausgeben“. Sie wissen wahrscheinlich (ich bin mir nicht sicher, ob Sie als Regisseur die musikalische Struktur der Oper interessiert), dass sich der erste Akt aus fünf Charakterstücken zusammensetzt, zu denen Suite, Passacaglia und Rhapsodie zählen, der zweite Akt de facto eine fünfsätzige Symphonie ist und der dritte Akte aus sechs Inventionen besteht. Dass Alban Berg nur 15 von insgesamt 27 Szenen aus Georg Büchners Theatermanuskript verwendete und diese mit insgesamt 12 Verwandlungsmusiken miteinander verknüpfte.  Aber ich schweife ab..

Nun zu meinen Fragen bzw. Anmerkungen.

Muss man das Stück von Büchner, das in den 1820er-Jahren spielt, unbedingt in die Jetztzeit transportieren? Klar, man kann das machen, allerdings – und vielleicht bin ich da ein bisserl beckmesserisch – sollte man da (wenn es nun wirklich sein soll) den Text nicht komplett außer Acht lassen. Ich muss Ihnen zugestehen, dass dies großteils gelungen ist, aber leider nicht immer. Und so wurde von Ihnen eine der erschüttersten Schlussszenen der Operngeschichte meiner Meinung nach vollkommen in den Sand gesetzt.

Ist es nicht so, dass die Kinder dem Sohn der Marie zurufen – „Du! Deine Mutter ist totl!“. Und dieser reitet auf einem Steckenpferd und antwortet darauf „Hopp, hopp. Hopp, hopp. Hopp, hopp.“ Also, in der Vorgängerinszenierung wurde man vom Grauen erfasst. Nun sind Steckenpferde im 21. Jahrhundert – zumindest in unseren Breiten – schon längst „out“, wie man auf Neudeutsch sagt. Der Spielzeug-Feuerwehrwagen als Ersatz? Perque??? Das geht doch nicht zusammen – konsequenterweise hätten Sie dann das Kind gleich „Tatü Tata“ sagen lassen können (was es sogar im korrekten Rhythmus sprechen hätte können). Ich meine – wenn schon, denn schon. Man kann nicht nur ein bisserl schwanger sein…

wozzeck d857752 gerhaher schneider

Anderes ist Ihnen sehr gut gelungen – das muss ich sehr wohl zugestehen. Die erste Szene im Rasiersalon passt (obwohl, wenn Sie konsequent gewesen wären, es in Wien hauptsächlich sogenannte „Barber-Shops“ gibt – die entsprechende Einrichtung wäre von Ihrem Bühnenbildner Bob Cousins eigentlich leicht herzustellen gewesen), ich mochte wirklich den Einsatz der Drehbühne (ja, mit Einschränkungen – weniger wäre da mehr gewesen) und fand die Szenen, in denen sich Wozzeck den Verrat, den Marie mit dem „Tambourmajor“ begeht, eindringlich dargestellt. Überhaupt konnte ich mit der Wohnung recht viel anfangen – das ist Ihnen gut gelungen!

Die Szene am Arbeitsamt – nun, im Prinzip gut gelungen (aber zu viel Rotation!!), aber (und Sie wissen, alles was vor einem „aber“ kommt, zählt im Prinzip nicht) – da stimmte einfach die Umgebung mit dem Test nicht überein. Klar, Stecken Schneiden gehört heutzutage nicht unbedingt zu den Tätigkeiten, die man so macht… Und überhaupt – wollten Sie andeuten, dass Wozzeck illegal arbeitet? Oder ist sein Job im Rasiersalon einer, wo er geringfügig beschäftigt ist? Das ergibt dann doch einen Sinn…

Die Szene beim Doktor – glauben Sie mir, ich hatte im Vorjahr eine Darmspiegelung (ja, zu viel Information) und ein Patient wird dabei sediert, weil das doch sehr unangenehm ist. Wollten Sie damit andeuten, dass der Arzt ein Sadist ist und Wozzeck eine masochistische Ader hat? Ich bitte Sie um Erleuchtung dazu! Und glauben Sie mir, unter Tags pinkelt man in Wien nicht mitten auf die Straße (kann nach Mitternacht bei entsprechendem Alkoholkonsum durchaus passieren – aber ich denke nicht, dass diese Untersuchung nach Mitternacht stattgefunden hat).

Kollegen von mir, die Ihre Produktion rezensierten, mokierten sich auch darüber, dass sie die Szene mit dem Hauptmann, dem Arzt und Wozzeck in einem Fitnessstudio spielen ließen. Also ich fand diese recht witzig. Klar, Wozzeck kann sich eine Mitgliedschaft dort nicht leisten, aber vielleicht ist er ja dort „schwarz“ als Putze angestellt. Wollten Sie das damit andeuten? Da bitte ich auch um Antwort!


U-Bahn Simmering. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Herr Stone, kennen Sie das Wiener U-Bahn-Netz? Ich nehme an „nein“, weil sonst hätten sie niemals die Station in Simmering (da komme ich manchmal vorbei) als Sandlertreff inszeniert. Und was ritt sie als sie ein Gschnasfest mit Plüschhäschen dem Publikum zumuteten? Ich bitte Sie da auch um Erklärungen.

Wo spielte eigentlich die Szene des Mordes? Viele tippen auf die Donauinsel, könnte es auch der Laaerberg gewesen sein? Egal, aber warum entsorgte Wozzeck die Marie nicht im Wasser? Warum ließen sie ihn in einen Kanal (?? – zumindest sah ich da einen Deckel) fallen und dort ertrinken? Warum wurde er dann mittels  ?? (was weiß ich) emporgehoben und sah dann wie ein Gekreuzigter aus? Fragen über Fragen – und wieder einmal bitte ich sie um eine logische Erklärung.

Simmering in der Staatsoper
Am Würstelstand. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Aber ich möchte mit etwas Positivem in Bezug auf die Inszenierung enden – dem Würstelstand, wo es Marie und der Tambourmajor (okay, ein Polizist – genauso wie der Hauptmann – soll sein..) öffentlich ziemlich trieben. Diese Szene ist sogar realistisch. Vor vielen Jahren beobachtete ich dies am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf – na, da hab‘ ich aber geschaut! Ich möchte Ihnen da eine kleine Geschichte erzählen. Auf ebendiesem Hotspot gab es zwei Würstelstände. Einer, der „Pohlenz“ bei der BAWAG, dann über die Straße am Pius-Parsch-Platz den anderen, „Otto“ genannt. Den gemeinen Floridsdorfer konnte man zu dieser Zeit in zwei unterschiedliche Spezies einteilen. Es geht da um das Kulturgut des „Kleinen Mannes“ – die Burenwurst. Man ging entweder zum Pohlenz auf „a Haaße“ oder eben zum Otto – es war absolut unmöglich einmal beim einen und dann wieder zum anderen zu gehen. Ich war ein „Pohlenz-Floridsdorfer“ – und wenn ich manchmal mit einem Freund, ein „Ottoianer“ spätabends Gusto auf eine Wurst hatte, dann trennten sich für 15 Minuten unsere Wege, weil man seinem Würstelstand einfach nicht untreu wurde!

Nach diesem Exkurs wieder zum Gesehenen und Gehörten. Ich unterstelle Ihnen, dass sie der letzten Aufführung dieser Premierenserie nicht mehr persönlich beiwohnten. Deshalb, und ich hoffe, dass sie das interessiert, noch einige Worte zur (gar nicht so unwichtigen 😉 ) musikalischen Seite des Abends.

Wie schon oben erwähnt stand das Orchester der Wiener Staatsoper dem Stück anfangs sehr kritisch gegenüber, aber anscheinend wächst ihm offenbar gerade das besonders ans Herz, was es zuerst am vehementesten ablehnt. Es gibt ja von ihnen zwei Gesamtaufnahmen, die gute unter Christoph von Dohnanyi und die außergewöhnlich unter Claudio Abbado, von der es ja auch eine DVD gibt. Auch an diesem Abend zeigten sich die Philharmoniker von ihrer besten Seite, angeführt vom Dirigenten Philippe Jordan, der sehr sängerfreundlich dirigierte. Dies war teilweise auch darauf zurückzuführen, dass der Wozzeck dieser Premierenserie, Christian Gerhaher, ein hervorragender und extrem wortdeutlicher Liedersänger ist, aber nicht unbedingt das „Organ“ für ein Haus wie die Staatsoper hat. Ich empfand auch die Personenführung etwas – nun, ich möchte sagen, „beiläufig“. Die gequälte Kreatur der „armen Leut“ habe ich schon besser dargestellt gesehen.

Anja Kampe blieb etwas blass – und ja, auch da fehlte es mir an der Eindringlichkeit, zur der Sie die Sängerin durch entsprechendes Verhalten auf der Bühne eigentlich hätten führen müssen.

Jörg Schneider war ein guter Hauptmann (der mir allerdings in der Salome besser gefallen hat), eine tolle Leistung erbrachte als Narr Thomas Ebenstein. Positiv empfand ich die Leistungen von Peter Kellner und Stefan Astakhov als 1. und 2. Handwerksbursch. Auch Josh Lovell als Andres wusste zu gefallen.

Dmitry Belosselskiy war ein solider Doktor (mehr nicht), ebenso hinterließ Margaret Plummer keinen bleibenden Eindruck. Schlussendlich wäre da noch der Tambourmajor Sean Pannikar zu erwähnen – der gut gewachsen ist und man nachvollziehen konnte, dass die Marie auf ihn „abfährt“, um es im Dialekt der Wiener Vorstand (bzw. der Arbeiterbezirke) zu sagen. Gesanglich blieb er „rollendeckend“.

So – das wäre es im Großen und Ganzen, was ich Ihnen schreiben wollte. Ob ich mir diese Oper in Ihrer Produktion noch einmal anschauen werde mögen Sie sich fragen? Trotz aller Einwände ja – aber nicht unbedingt wegen Ihrer Inszenierung.

Nichts für ungut, ich hoffe, dass Sie mir die eine oder andere Frage beantworten können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Kurt Vlach

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Semperoper widmet sich zu Ostern Mozarts Da Ponte-Trilogie/ Omer Meir Wellber erhält im Rahmen der »Mozart-Tage 2022« den »Rudi-Häussler-Preis«  

Unter dem Titel »Mozart-Tage 2022« feiert die Semperoper am Osterwochenende in einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm Wolfgang Amadeus Mozarts Da Ponte-Opern. Unter der Musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigenten der Semperoper Dresden, Omer Meir Wellber, kommen die drei Opernwerke »Don Giovanni«, »Le nozze di Figaro/Die Hochzeit des Figaro« und »Così fan tutte« verbunden mit einem thematischen Begleitprogramm zur Aufführung.

Mit seinen Dirigaten von Mozart-Opern, so unter anderem bei den »Mozart-Tagen« der Semperoper in der Spielzeit 2016/17, begeisterte Wellber bereits das Dresdner Publikum – auch mit seinem vorzüglichen Einsatz am Cembalo, Hammerklavier oder Akkordeon. Die persönlichen Erfahrungen und die wachsende Zuneigung des israelischen Künstlers zu Mozarts Werk fanden sogar einen literarischen Eingang in die Bücher des weltweit gefragten Dirigenten, der aktuell mit seiner von der Kritik hochgelobten musikalischen Einstudierung der Dresdner Neuproduktion »Madama Butterfly« in der Semperoper zu erleben ist.

Nicht nur Mozart-Freunde dürfen sich während der »Mozart-Tage 2022« neben der Sächsischen Staatskapelle Dresden auf eine erstklassige Besetzung mit Sängerinnen und Sängern freuen, von denen einige in der kommenden Spielzeit ihr Haus- und/oder Rollendebüt in der Semperoper geben werden. So wird unter anderem erstmalig im Opern-Spielzeitprogramm der Semperoper der Bassbariton Erwin Schrott zu erleben sein.

Musikalisch ergänzt wird das Fest-Programm mit Arien und Ensembles aus Opern der Mozart-Zeitgenossen Antonio Salieri und Vicente Martín y Soler auf Texte von Lorenzo Da Ponte in der Matinee »Der Mann an meiner Seite – Das abenteuerliche Leben des Lorenzo Da Ponte«, vorgetragen von Ensemblemitgliedern der Semperoper Dresden. Ein Vortrag des Direktors des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich, Prof. Dr. Laurenz Lütteken, zu »Aufklärung in Wien. Mozart, Da Ponte und ihre Zeit« sowie ein Symposium mit Omer Meir Wellber, Ensemblemitglied Lawson Anderson und dem Kulturredakteur der Münchner Abendzeitung, Robert Braunmüller, vertiefen den theoretischen Wissenseinblick auf das Autorenpaar Mozart/Da Ponte.

Anlässlich der »Don Giovanni«-Aufführung am 15. April 2022 nimmt Omer Meir Wellber, der noch bis zum Ende der Spielzeit 2021/22 den Titel des Ersten Gastdirigenten der Semperoper Dresden innehat, den Preis der Stiftung Semperoper – Förderstiftung in Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen und seiner engen Verbundenheit mit der Semperoper entgegen.

Bereits 2020 ehrte die Stiftung Semperoper – Förderstiftung den Künstler mit dem jährlich vergebenen und mit 10.000 Euro dotierten »Rudi-Häussler-Preis«. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Verleihung während der eigentlich geplanten Operngala jedoch nicht stattfinden, sodass die Stiftung unter ihrem Stiftungsratsvorsitzender, Prof. Dr. Rüdiger Grube, die »Mozart-Tage 2022« der Semperoper als ein dem Anlass entsprechenden Rahmen für die Preisübergabe an Omer Meir Wellber nutzt. 

Die Opernaufführungen während der »Mozart-Tage 2022« 

»Don Giovanni« am 15. April 2022 um 18 Uhr
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Mit Anita Hartig, Tuuli Takala, Anke Voldung, Lawson Anderson, Lucas Meachem, Joel Prieto, Tilmann Rönnebeck und Erwin Schrott

»Le nozze di Figaro/Die Hochzeit des Figaro« am 16. April 2022 um 19 Uhr
Inszenierung: Johannes Erath
Mit Peter Mattei, Hila Baggio, Michal Doron, Katharina Flade, Julia Kleiter, Christiane Neumann, Stepanka Pucalkova, Mariya Taniguchi, Simeon Esper, Rupert Grössinger, Omar Montanari, Timothy Oliver und Erwin Schrott

»Così fan tutte« am 17. April 2022 um 17 Uhr
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Mit Heidi Stober, Cecilia Molinari, Katerina von Benningsen, Ioan Hotea, Mario Cassi, Omar Montanari

Es singt der Sächsische Staatsopernchor Dresden. Die Sächsische Staatskapelle Dresden spielt unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber, Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Semperoper – Förderstiftung. Alle Vorstellungen werden ermöglicht durch den Gesundheitspartner der Sächsischen Staatstheater, Medizinisches Labor Ostsachsen MVZ GbR.

Das vollständige Programm der »Mozart-Tage 2022« unter semperoper.de/mozart-tage-2022

Karten für alle Vorstellungen sind in der Schinkelwache am Theaterplatz (T +49 (0)351 4911 705) und online erhältlich. Weitere Informationen unter semperoper.de.
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Büste von Gottlob Frick in Mühlacker feierlich enthüllt

Gottlob Frick Gesellschaft e. V. | Verachtet mir die Meister nicht!

Die Büste des Sängers Gottlob Frick, die seit  vergangenen Freitag in Mühlacker in der Fußgängerzone Bahnhofstraße enthüllt und in einem Festakt feierlich eingeweiht wurde, ist mehr als nur ein gelungenes Kunstwerk. Es ist eine weitere bleibende Erinnerung an den weltberühmten Bassisten und einen herausragenden Bürger des Enzkreises.

Zu der Feier waren zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und vor allem prominente Kollegen und Repräsentanten aus dem Opernbereich gekommen. Auch viele Bürger aus Mühlacker wollten bei der Ehrung des gerade in der Heimatregion hoch verehrten Künstlers dabei sein.

Zum nächsten Event der Gottlob Frick-Gesellschaft

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ORF-„kulturMontag“: Kubin-Schau, Süßmilch-Kunst, Nöstlinger-Verfilmung

 Sophie Süßmilch live im Studio; danach neues Porträt „Kunst ist die schönste Form von Hoffnung – Der Maler Hubert Scheibl“ zum 70. Geburtstag

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 11. April 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich u. a. mit dem fantastisch-düsteren Werk Alfred Kubins, dem eine neue Ausstellung im Wiener Leopold Museum gewidmet ist. Im Mittelpunkt steht auch die Arbeit von Sophie Süßmilch, die mit ihrer subversiven Poesie und einer „Bad Behaviour“-Derbheit den männerdominierten Kunstbetrieb gehörig aufmischt. Süßmilch ist live zu Gast im Studio. Die Sendung berichtet weiters über die demnächst im Kino startende Verfilmung von Christine Nöstlingers Kinderbuchklassiker „Geschichten vom Franz“ mit Ursula Strauss, Simon Schwarz und Jossi Jantschitsch in der Rolle des Titelhelden. Anschließend an das Kulturmagazin steht das von Martin Traxl gestaltete neue Filmporträt „Kunst ist die schönste Form von Hoffnung – Der Maler Hubert Scheibl“ (23.15 Uhr) zum 70. Geburtstags des Künstlers (15. April) auf dem Programm.

Bekenntnisse einer gequälten Seele – Alfred Kubin im Leopold Museum

Das Grauenerregende, Düstere war seine Domäne, das Gespenstische seine Vision: Die Kunst Alfred Kubins, des herausragenden Zeichners, Illustrators und Verfassers des Romans „Die andere Seite“ scheint aktueller denn je: Gewalt, kriegerische Zerstörung, Seuchen, Naturkatastrophen, Manipulation der Massen und andere Abgründe des menschlichen Seins prägten seine stark erzählerisch orientierten Arbeiten. Das Werk dieses fantastischen Schöpfers, der seit seiner Kindheit ständig mit dem Sterben konfrontiert war, ist getragen von pessimistischen Visionen, die – frei nach Schopenhauer – die schlechteste aller denkbaren Welten skizzieren. Kubin hat der Angst vor inneren Zwängen, Kindheitstraumata und der eigenen Endlichkeit kreativ getrotzt. Dem „Magier aus Zwickledt“ bei Wernstein am Inn in Oberösterreich widmet das Wiener Leopold Museum ab 16. April eine umfassende Schau. Darin wird erstmalig der Versuch, die Kunst der Kubin’schen Traumwelten, die oft in alpdrückend-düstere Sphären vordringt, auch in ihrem Bezug zum Unbewussten, zu den Tiefendimensionen des Psychischen zu erfassen. Psychoanalytiker und Psychiater August Ruhs interpretiert Kubins unheimliche Dystopien.

Nackt im Netz – Das knall-bunte Matriarchat der Sophia Süßmilch

Sophia Süßmilch gleicht einer anarchischen Störung der patriarchalen Weltordnung, die mit ihrer subversiven Poesie und einer gewissen „Bad Behaviour“-Derbheit den männerdominierten Kunstbetrieb gehörig aufmischt. Ihr Kunstkosmos zwischen Malerei, Fotografie und Performance angesiedelt, ist ein knallbuntes Matriarchat, in dem ihr der eigene nackte Körper Material wie unerschöpfliche Lustquelle ist. Das Ergebnis ihres Schöpfungsdrangs findet sich auf Instagram oder doch ganz klassisch in der Galerie oder im Museum. Die gebürtige Dachauerin, die in München, Wien und zurzeit in Berlin lebt, liebt das Plakative. Komplexe Psycholandschaften vereinfacht sie in ihren märchenhaften Malereien ohne Skrupel zu lauten Abenteuerspielplätzen. Die Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität und feministischen Diskursen ist auch in Süßmilchs Performances und Fotografien zentral. Oft ist es die eigene Biografie, aus der ihre Kunst schöpft. Eine Künstlerin voller Widersprüche, unberechenbar und überraschend, genderaffin und politisch unkorrekt, unideologisch und feministisch, geschmacklos und bezaubernd zugleich. Eine neue Schau in der Wiener Galerie Krobath zeigt unter dem Titel „Sophia Süssmilch und die Ausstellung des Kleinen Mannes“ aktuelle Arbeiten. Die Künstlerin ist live zu Gast im Studio.

Liebenswerter Edgy – Nöstlinger-„Geschichten vom Franz“ im Kino

Mit ihren „Geschichten vom Franz“ hat Christine Nöstlinger zwischen 1984 und 2011 eine witzige, charmante und vor allem alltagsnahe Kinderbuchreihe erschaffen. Protagonist Franz Fröstl, der Nöstlingers Lieblingsfigur war, ist ein Außenseiter mit jeder Menge Komplexen, den Generationen von Kindern dennoch ins Herz geschlossen haben. Er rauft zwar um seinen Platz im Leben, aber er ist ein Mutiger, weil er sich sein Leben ohnehin selber zusammendenkt. Sein Leben ist so wie das Leben der meisten Kinder. Jetzt wurden Nöstlingers „Geschichten vom Franz“ über die Fallstricke im Leben eines Volksschülers für das Kino in prominenter Besetzung verfilmt. Franzis Mama spielt Ursula Strauss, den Papa Simon Schwarz und Jossi Jantschitsch den Titelhelden, der in der Schule definitiv nicht zu den Coolen gehört. Selbst Rockstar Marco Wanda, bekannt für seine exzessiven Show-Auftritte, kann sich mit Franz Fröstl identifizieren. Nöstlingers Bücher hat er allesamt verschlungen. Er liefert den Soundtrack zum Film von Regisseur Johannes Schmid, dem man jetzt schon das Prädikat sehenswert verpassen kann. Kinostart ist am 14. April.

Dokumentation „Kunst ist die schönste Form von Hoffnung – Der Maler Hubert Scheibl“ (23.15 Uhr)

Der aus dem oberösterreichischen Gmunden stammende Hubert Scheibl war Schüler von Max Weiler und Arnulf Rainer auf der Akademie der bildenden Künste in Wien, gehörte zu den „Neuen Wilden“ in den 1980er Jahren und hat sich als einer der bedeutendsten Künstler des Landes etabliert. Nichts Geringeres als die Natur und der Kosmos gelten als seine wichtigsten Inspirationsquellen. Die neue Dokumentation „Kunst ist die schönste Form von Hoffnung – Der Maler Hubert Scheibl“ von Martin Traxl anlässlich des 70. Geburtstags des vielseitigen Kreativen (15. April) ist der filmische Versuch einer Annäherung an ein rätselhaftes und facettenreiches Werk. Darin geht es um die essenziellen Fragen und nicht um letztgültige Antworten.

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