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INFOS DES TAGES (MONTAG, 10. MAI 2021)

10.05.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 10. MAI 2021)

STREAM METROPOLITAN OPERA (kostenpflichtig: THREE DIVAS LIVE IN CONCERT ( MAY 22 AT 1 PMET)

mzt

Isabel Leonard, Ailyn Perez, Nadine Sierra

Three dynamic divas unite at one of Europe’s cultural landmarks. Sopranos Ailyn Pérez and Nadine Sierra join forces with mezzo-soprano Isabel Leonard for a program of favorite arias and scenes, transmitted live from the Royal Opera of Versailles in France.

TICKETS KAUFEN

KOSTENLOSE STREAMS FÜR DIE AKTUELLE WOCHE

Week 61

Each stream becomes available at 7:30PM ET and remains accessible for on-demand viewing until 6:30PM ET the following day, with the exception of the May 15 stream of Il Barbiere di Siviglia, which will be available until May 16 at 2PM ET. The May 16 stream of Roberto Devereux will begin at the normally scheduled 7:30PM ET.

Monday, May 10
Puccini’s La Bohème
Starring Teresa Stratas, Renata Scotto, José Carreras, Richard Stilwell, and James Morris, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From January 16, 1982.

Tuesday, May 11
Mozart’s Don Giovanni
Starring Carol Vaness, Karita Mattila, Dawn Upshaw, Jerry Hadley, Samuel Ramey, Ferrucio Furlanetto, and Kurt Moll, conducted by James Levine. Production by Franco Zeffirelli. From April 5, 1990.

Wednesday, May 12
Wagner’s Tristan und Isolde
Starring Jane Eaglen, Katarina Dalayman, Ben Heppner, Hans-Joachim Ketelsen, and René Pape, conducted by James Levine. Production by Dieter Dorn. From December 18, 1999.

Thursday, May 13
Strauss’s Der Rosenkavalier
Starring Renée Fleming, Christine Schäfer, Susan Graham, Eric Cutler, Thomas Allen, and Kristinn Sigmundsson, conducted by Edo de Waart. Production by Nathaniel Merrill. From January 9, 2010.

Friday, May 14
The Audition
This feature-length documentary takes you behind the scenes of the Met’s National Council Auditions, in which, each year, thousands of hopefuls compete for a cash prize, the chance to sing on the Met stage—and the opportunity to launch a major operatic career. Directed by Susan Froemke.

Saturday, May 15
Rossini’s Il Barbiere di Siviglia
Starring Isabel Leonard, Lawrence Brownlee, Christopher Maltman, Maurizo Muraro, and Paata Burchuladze, conducted by Michele Mariotti. Production by Bartlett Sher. From November 22, 2014.

Sunday, May 16
Donizetti’s Roberto Devereux
Starring Sondra Radvanovsky, Elīna Garanča, Matthew Polenzani, and Mariusz Kwiecień, conducted by Maurizio Benini. Production by Sir David McVicar. From April 16, 2016.
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CORONA FESTIVAL-BLÜTEN

Von Monika Beer / Richard Wagner-Verband Bamberg

Die Weinviertler Festspiele und die Brixen Classics: Zwei Beispiele für Festivals mit Wagner im Programm, die erst in Pandemiezeiten entstanden und prompt problematisch sind.

Glückliches Bayreuth! Schon der Ortsname ist weltweit ein Synonym für die Wagner-Festspiele. Und seit 2020 gibt es (mit entsprechendem Planungsvorlauf) in der Wagnerstadt außerdem ein Barockopernfestival, das ebenfalls mit einem idealen Theaterbau und einem künstlerischen Spitzenprogramm aufwarten kann. Gerade erst hat der Festspiel-Verwaltungsrat grünes Licht für die diesjährige, wegen Corona abgespeckte Festspielsaison von 25. Juli bis 25. August gegeben, und auch bei Bayreuth Baroque steht das Programm für die Zeit von 1. bis 10. September. Karten gibt es für beide Festivals noch keine, da hinkt das Vorverkaufsmanagement den gesetzlichen Regelungen und den Inzidenzwerten schwer hinterher. Was bekanntlich nicht nur in Salzburg, sondern in ganz Österreich etwas anders läuft.

Wagner & More - Weinviertler Festspiele 2021

Selbst für jenes österreichische Festival, das im Sommer 2020 als neues Wagner-Event aus der Taufe gehoben wurde und inzwischen in Turbulenzen geraten ist, kann man aktuell bei oeticket Karten kaufen. Die von Opernsänger Peter Svensson und der von den Medien so genannten PR- und Society-Lady Eva Walderdorff gegründeten neuen Weinviertler Festspiele sorgten im vergangenen Jahr schon deshalb für Schlagzeilen, weil sie sich selbst bewarben als „die einzigen Open-Air-Sommerfestspiele weltweit, die sich zur Gänze dem Werk Richard Wagners widmen.“ Was dabei herauskam, kann man am Beispiel der „Tristan“-Aufführungen im Online-Merker nachlesen, bei Sieglinde Pfabigan, Manfred A. Schmid und Ulrike Messer-Krol….
 
Nachtrag vom 9. Mai: Es gibt auch noch ein von Wagnersänger Tomasz Konieczny initiiertes Festival auf der Waldbühne im polnischen Zoppot, die als „Bayreuth des Nordens“ galt und wo im Sommer 2021 der „Fliegende Holländer“ aufgeführt werden sollte, wie der Nordbayerische Kurier und die Musikplattform Klassik begeistert berichtet haben. Inzwischen steht fest, dass  die erste Ausgabe des Baltic Opera Festivals wegen der Pandemie auf 2022 verschoben wurde.

http://rwv-bamberg.de/2021/05/corona-festival-blueten/

Monika Beer
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WIEN: Das Muth im Mai: Endlich wieder live!

„Meine Freude ist grenzenlos – endlich können wir unser Publikum wieder begrüßen.“ Elke Hesse, die Direktorin des Wiener MuTh blickt voll Optimismus den Konzerten der kommenden Wochen entgegen. Nach dem Ende der Pandemie-Sperre finden die MuTh-Programme im Konzertsaal am Augartenspitz ab 19. Mai wieder mit Zuschauern statt. Bis zum 1. Juni stehen gleich sieben Veranstaltungen auf dem Programm – mit Klängen zwischen Klassik und Jazz, Ethno und Techno. Eine Besonderheit ist das Promenadenkonzert am 23. Mai, das bei Schönwetter unter freiem Himmel gespielt wird.

Der Ticketverkauf beginnt ab sofort an der Tageskassa (Mo – Fr 16 – 18.30 Uhr), an der Ticket-Hotline (01) 347 80 80 (Mo – Fr 10 – 18.30 Uhr) oder im Online-Ticketshop (www.muth.at). Bei allen Konzerten gilt: Zugang nur getestet, geimpft oder genesen – auch in der Gastronomie.

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SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS AN SEINE ABONNENTEN: ABOS ERST WIEDER AB 2022

Sehr geehrte Abonnentinnen, sehr geehrte Abonnenten,
Der Beginn der Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in der Saison 2021/22 rückt immer näher. Wie Sie sich vorstellen können, sind wir mit voller Kraft dabei, die Programme zu finalisieren und gleichzeitig einen Weg zu finden, wie Sie in Corona-Zeiten am  einfachsten Ihr Abonnement weiternutzen können. Vor diesem Hintergrund müssen wir einige Änderungen durchführen, über die ich Sie mit diesem Schreiben gerne vorab informiere.

Das Wichtigste zuerst: Die Abonnements beginnen erst ab dem 1. Januar 2022.

Von September bis Dezember 2021 gelten alle Konzerte als Sonderkonzerte, auf die Sie selbstverständlich ein schriftliches Vorbestellungsrecht haben und mit Ihrer immer noch gültigen „AboCard 19-20“ eine Ermäßigung von 10 % erhalten. Wir denken, mit dieser Zweiteilung der Spielzeit einerseits möglichst flexibel auf Änderungen reagieren zu können, andererseits Ihnen Sicherheit und
Kontinuität in Ihrem Abonnement geben zu können und hoffen auf Ihr Verständnis für diese kleine saisonbedingte Umstellung.

Zur Saisonveröffentlichung am 17. Juni 2021 bekommen Sie einen Flyer mit allen Abonnementprogrammen sowie den Sonderkonzerten zugeschickt. Eine eigene Saisonbroschüre in Papierform wird es pandemiebedingt nicht geben. Weitere Informationen über andere
Veranstaltungen der Spielzeit erhalten Sie auch in der kommenden Saison regelmäßig mit dem jeweiligen Quarterly. Selbstverständlich können Sie das Programm der kommenden Spielzeit ab dem 17. Juni 2021 auf unserer Homepage unter brso.de/quarterly einsehen, respektive sich für den stets aktuellen Newsletter registrieren.

Den genauen Zeitplan, wann Sie Ihr Abonnement für die kommende Spielzeit bekommen sowie die veränderten Fristen finden Sie umseitig in der Infobox aufgelistet.
Seien Sie versichert, das „Ihr“ Orchester und ich ungeduldig darauf warten, Sie wieder im Konzertsaal begrüßen zu können, um gemeinsam wunderbare Musikabende zu genießen.


WIEN: NEWSLETTER AN JOSESTADT-BESUCHER

Liebe Josefstadt-Besucher, 

auf einmal sieht die Welt für uns wieder ganz bunt aus: Nun hat auch die Stadt Wien grünes Licht gegeben. Wir dürfen wirklich wieder für Sie spielen – mit erweitertem Sicherheitskonzept und vorerst nur 50% Auslastung.

Den Spielplan für Mai und Juni 2021 finden Sie hier:

Spielplan

Ab Mo, 17. Mai beginnt der allgemeine Vorverkauf für Sie.

Öffnungszeiten: Abonnementbüro, Telefonverkauf, Theaterkassen bis 18. Mai 2021:
Werktags Mo bis Fr 10.00 bis 18.00 Uhr
Die Kassa Kammerspiele sind bis 16. Mai 2021 geschlossen!

Ab 19. Mai 2021 gelten wieder die regulären Öffnungszeiten.

Wenn Ihnen ein Guthaben bei uns eingetragen wurde, können Sie es gerne für den Ticketkauf einlösen. Bitte entschuldigen Sie aber, dass Ihr Guthaben am Kundenkonto nur beim telefonischen Kauf oder beim Kauf an den Kassen berücksichtigt werden kann. Online funktioniert die Anrechnung des Guthabens leider aus technischen Gründen nicht.

Selbstverständlich steht Ihre Gesundheit weiter an oberster Stelle: FFP2 Masken, Frischluftzufuhr, Abstandsregeln, personalisierte Tickets und nun auch die Kontrolle des Testergebnisses sorgen für Ihre Sicherheit.

Covid-19-Sicherheitshinweise

Teilen Sie unsere Freude und seien Sie mit dabei – ab Mi, 19. Mai im Theater in der Josefstadt und in den Kammerspielen der Josefstadt. Wir hoffen auf Ihre Neugierde, Ihre „Ausgangsfreude“ und Ihre Treue. Unser Ensemble und alle MitarbeiterInnen der Josefstadt erwarten Sie sehnsüchtig.

 Wir freuen uns auf ein ansteckungsfreies Wiedersehen bei spannenden und vergnüglichen Vorstellungen im Theater in der Josefstadt und in den Kammerspielen der Josefstadt!

Ihr Newsletter-Team
Mag. Beate Brandlhofer
Christiane Huemer-Strobele

Haben Sie Fragen? Wir sind gerne für Sie da:
+43 1 42 700-300

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ORF „kulturMontag“ am 10. Mai: 70 Jahre Wiener Festwochen, Pressefreiheit in Gefahr, Hausner-Schau in der Albertina

 Außerdem: Neue Ausgabe der ORF-Konzertgesprächsreihe „Wechselspiele in St. Corona“ mit Ethel Merhaut =

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 10. Mai 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2 bietet eine breite Themenpalette: So blickt die Sendung zunächst auf 70 Jahre Wiener Festwochen, die pandemiebedingt heuer in zwei Tranchen stattfinden werden. Weiters geht es u. a. um den Zustand der Pressefreiheit in Österreich und Europa sowie um die neue Albertina-Ausstellung der Malerin Xenia Hausner. Anschließend an das Kulturmagazin steht eine neue Ausgabe der pandemiebedingt im Vorjahr gestarteten ORF-Konzertgesprächsreihe „Wechselspiele in St. Corona“ (23.25 Uhr) auf dem Programm: Nach Künstlern wie Ernst Molden & Ursula Strauss, Julia Lacherstorfer und dem Duo BartolomeyBittmann bittet Teresa Vogl diesmal die Wiener Sängerin und Liedermacherin Ethel Merhaut vor den Vorhang.

Schillernde Jahrzehnte – 70 Jahre Wiener Festwochen

Die Wiener Festwochen werden heuer 70! 1951 gegründet, sollte das Festival der Bundeshauptstadt dazu beitragen, das Image Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg aufzubessern. Seither waren sie Jahr für Jahr, von Mai bis Juni, Bühne für Tradition und Innovation, Avantgarde und Experiment mit großen Namen wie u. a. Riccardo Muti, Curd Jürgens, Peter Zadek, Frank Castorf, Nikolaus Harnoncourt, Peter Brook oder Christoph Schlingensief. Heuer will der amtierende Intendant Christophe Slagmuylder trotz Pandemie ein Maximum an Möglichem zeigen. Da aber coronabedingt der ursprüngliche Zeitplan nicht zu halten ist, finden die Wiener Festwochen 2021 mit rund 30 Projekten in zwei Etappen statt: von 3. Juni bis Mitte Juli und von 24. August bis Mitte September. Fixstarter ist die traditionelle Eröffnung am Wiener Rathausplatz mit u. a. den „Strottern“, Herbert Pixner und Mira Lu Kovacs, allerdings weitgehend ohne Publikum – dafür aber live im ORF (14. Mai, 21.20 Uhr, ORF 2). Der „kulturMontag“ blickt zurück auf 70 Jahre schillernder Festivalgeschichte.

Unter Druck – Die vierte Gewalt in Gefahr

Pressefreiheit ist ein wertvolles, fragiles Gut der Demokratie. Die NGO „Reporter ohne Grenzen“ zeigt sich besorgt, spielt doch Österreich im jährlichen, internationalen Ranking zur Pressefreiheit nur in der „zweiten“ Liga. Österreich ist mit Platz 17 zwar um einen Platz besser als im Vorjahr trotz schlechterer Punktezahl, jedoch gibt es hierzulande weiterhin einige Schwachstellen in puncto Pressefreiheit. Aber auch im Nachbarland Slowenien ist die Entwicklung besorgniserregend: Von einer „Orbanisierung“ spricht der Verband der Auslandspresse in Wien und kritisiert Angriffe des Regierungschefs gegen kritische Korrespondentinnen und Korrespondenten. Besonders irritierend seien die Attacken angesichts der Tatsache, dass Slowenien in wenigen Monaten die EU-Ratspräsidentschaft übernehme. Wie steht es um den politischen Einfluss auf Redaktionen, wie um das geplante Informationsfreiheitsgesetz? Verstärkt die Pandemie weltweit repressive Tendenzen? Was bedeuten Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten für demokratische Gesellschaften?

„True Lies“ – Xenia Hausner in der Albertina

Unbeschreiblich weiblich ist das Werk der österreichischen Malerin Xenia Hausner. „True Lies“ nennt sie ihre neue Ausstellung in der Albertina und geht dabei virtuos Flunkereien auf den Grund. Für die Tochter des 1995 verstorbenen fantastischen Realisten Rudolf Hausner ist ihr Beruf eine Berufung. Nachdem sie lange Jahre erfolgreich als Bühnenbildnerin tätig war, wandte sich die heute in Berlin, Wien und Traunkirchen lebende und arbeitende Künstlerin 1990 der Malerei zu. Der Mensch steht im Zentrum ihres akribisch inszenierten Werks. Alles ist von langer Hand vorbereitet, hinter jedem Motiv steckt Methode. Die Themen und Geschichten Hausners werden vorrangig von Frauen verkörpert, die alle Rollen einnehmen und so stellvertretend für alle Genderzugehörigkeiten agieren. Den männlichen stereotypen Blickachsen stellt sie starke, widersprüchliche und komplexe Frauenfiguren gegenüber. Xenia Hausners Frauenbilder spiegeln eine differenzierte weibliche Befindlichkeit wider. Meist in Überlebensgröße werden ihre Figuren zu Stellvertretern allgemein gültiger Situationen und existenzieller Lebensfragen.

„Wechselspiele – Ethel Merhaut in St. Corona“ (23.25 Uhr)

Seit Jahren ist die Sängerin Ethel Merhaut fixer Bestandteil der jungen Wiener Musikszene. Mit Charme und musikalischer Hingabe entstaubt sie Chansons, Foxtrotts, Filmmusik und Tangos der 1920er und 1930er Jahre und schlägt mit ihrer Interpretation eine Brücke zur Gegenwart. Dabei geht es ihr aber weder um übertriebenes Schwelgen in Nostalgie noch um eine Kopie der Diven von einst – in ihren Darbietungen klingen die Lieder, die immerhin schon fast 100 Jahre alt sind, frisch und zeitlos. Die Auswahl der Stücke ist nicht nur von ihrer eigenen Identität als Wienerin mit jüdischen Wurzeln geleitet, sondern auch von ihrem Interesse an sich wandelnden Frauenbildern – gekonnt zwischen Frivolität und Feminismus wandelnd. Für den ORF präsentiert die charismatische Sängerin nun in der Konzertreihe „Wechselspiele in St. Corona“ einige Songs ihres neuen Solo-Albums „Süß & Bitter“ in einem speziellen Rahmen: Kulturmoderatorin Teresa Vogl fungiert dabei stellvertretend für das Live-Publikum und kommt zwischen den Darbietungen nicht nur mit Ethel Merhaut, sondern auch mit ihren musikalischen Begleitern, Pianist Belush Korenyi und Klarinettist Chris Kronreif, ins Gespräch. Die Sendung gestaltete Alex Wieser.
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BEI SONY ERSCHIENEN: BEETHOVENS SIEBENTE SYMPHONIE UNTER CURRENTZIS

Beethoven: Symphony No. 7 in A Major, Op. 92

  • Label: Sony, DDD
  • Bestellnummer: 10243097
  • Erscheinungstermin: 9.4.2021

Nach Tchaikovskys „Pathétique“ erreicht Teodor Currentzis mit seiner Erarbeitung der „Siebenten“ von Beethoven jene so seltene Enklave an nachschaffender Unbefangenheit und überzeugender Eigensicht, die selbst einem erfahrenen Hörer überraschende Einsichten und ja, wieder einmal eines der selten gewordenen Gänsehauterlebnisse bescheren. Alle Tage ist das nicht. Dabei bleibt Currentzis bei aller unvergleichlichen Stimmigkeit seines Dirigats durchaus in der Tradition großer Interpretationen der Vergangenheit.

War mir der besessen Probende und detailversessene Genauigkeitsfanatiker das eine oder andere Mal wohl suspekt, weil etwa spektakulär andersartige Tempi doch im Verdacht standen, selbstgezogene l’art pour l’art zu predigen, so überzeugt und überwältigt mich diese „Siebente“ Beethoven von Grund auf.

In einem ist sich Currentzis allerdings gleichgeblieben. Wenn er über Musik spricht, so klingt das eher nach esoterischer Gebrauchsanleitung, denn klarer musikalischer Analyse: „Das Geheimnis liegt darin, sich der Musik zu überlassen und sich der Lebendigkeit und dem Licht hinzugeben; man lässt sich forttragen zur sakralen Choreographie des zweiten Satzes und von dort zum Scherzo und zum tänzerischen Finale. Es ist so etwas wie eine Geburt einer neuen Zelle in einem Universum der Widersprüche.“

Die vorliegende Einspielung entstand im Sommer 2018 im Wiener Konzerthaus. Diesmal erleben wir – wie schon angedeutet – keinen Guru Currentzis, sondern einen gewissenhaften Musiker, der sich genau mit der Vergangenheit und den Möglichkeiten, dieser so oft gespielten Symphonie ungewohnte Facetten abzugewinnen, auseinandergesetzt hat. Da kommt er bisweilen zu anderen Ergebnissen, etwa wenn er im Allegretto weniger eine marcia funebre denn einen antiken Tanz vernimmt.

Currentzis‘ Ansatz ist nicht so revolutionär wie manche meinen (immerhin wird der Revoluzzer 2022 seinen 50. Geburtstag begehen). Das zeigt schon die Nähe zu Karajan, der ebenfalls in Befolgung der Beethoven‘schen Lautstärkeangaben dynamische Extreme so sehr ausreizte, dass nur die besten HiFi-Anlagen damit zurechtkamen. Was die Temporegie anlangt, so kann ein eventuelles Vorurteil, Currentzis wäre von Natur aus ein wild gewordener Raser, ebenfalls leicht widerlegt werden. Braucht Currentzis für die vier Sätze 13,52 – 8,14 – 8,30 und 9,11 Minuten, so ist etwa Arturo Toscanini (11,04 – 7,57 – 6,56 – 6,44) durchwegs viel flotter unterwegs, aber auch Otto Klemperer (Philharmonia Orchestra EMI 12,52 – 9,32 – 8,22 – 8,01) oder André Cluytens (Berliner Philharmoniker, 13,29 – 9,24 – 8,20 – 7,01) bevorzugen  – das Allegretto einmal ausgenommen – raschere Tempi. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. 

Im Übrigen teilt Currentzis den starken Formwillen mit Klemperer. Die Geschwindigkeit in Binnenphrasen abrupt stark anzuziehen und so für enorme Spannung zu sorgen, war schon eine Spezialität des Joseph Keilberth (der heute überhaupt ein Superstar wäre) oder des Fritz Busch. Dennoch findet Currentzis bei dieser „Siebenten“ seinen ganz eigenen Weg, der auch auf eine das Holz besonders einschließende Balance der einzelnen Instrumentengruppen und eine frisch aufgemischte klangliche Ästhetik achtet. Durchhörbarkeit ist Trumpf. Currentzis beginnt im Allegretto pianissimo und baut die Spannung ganz langsam aber stet auf. Das wird zwar von manchen kritisiert, mir gefällt das besonders gut. 

Dass Beethoven und Currentzis gut zusammengehen, war abzusehen. Da treffen zwei Exzentrikerseelen aufeinander, wobei die spätere das noch verschärft und zuspitzt, was der Schöpfer dieser mitreißenden Musik ohnedies als Provokation gedacht hat. Insoweit ist diese auch klangtechnisch irre gute „Siebente“ wunderbar gelungen und in sich künstlerisch logisch. Spätestens beim ,Allegro con brio‘ hebt es einen aus allen Sesseln. Currentzis‘ reifste und aufregend überzeugendste Platte!

Dr. Ingobert Waltenberger
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ORF THEMENMONTAG: DIE WAHRHEIT ÜBER SPARGEL

Wien (OTS) – Ein vierteiliger „ORF III Themenmontag“ am 10. Mai 2021 verrät in einer neuen Doku „Die Wahrheit über Spargel“. Erntemethoden, Arbeitsbedingungen und die Frage, wer am Spargel verdient, werden beleuchtet. Weitere Dokus werfen einen Blick auf die Gemüseproduktion in Österreich und Europa und vergleichen die Qualität der Produkte.

Am Morgen liefert „ORF III AKTUELL“ (9.30 Uhr) einen umfassenden Nachrichtenüberblick. Danach startet die Schwerpunkt-Woche zum 80. Geburtstag von Senta Berger. Zum Auftakt gibt es in den „Expeditionen“ fünf Folgen der von ihr erzählten Dokureihe „Frankreich – Wild und schön“, beginnend mit „Die Nordküste – Paradies der Vögel“ (13.00). Anschließend an die „Expeditionen“ sind die ersten zwei Folgen der Fernsehserie „Die schnelle Gerdi“ (ab 16.55 Uhr) von Senta Bergers Ehemann Michael Verhoeven aus dem Jahr 1989 zu sehen. Die Jubilarin spielt darin die Titelrolle der charismatischen Münchner Taxifahrerin Gerdi Angerpointner. Los geht es mit „Heldin des Tages“ (16.55 Uhr) und „Muttertag“ (17.50 Uhr). Um 18.45 Uhr widmet sich „MERYN am Montag“ dem Thema „Herzrhythmusstörungen“.

Zu Beginn des „ORF III Themenmontags“ steht die ORF-III-Neuproduktion „Die Wahrheit über Spargel“ (20.15 Uhr) auf dem Programm. Die alljährliche Spargelzeit hat auch Schattenseiten: Die Ernte wird zum größten Teil in Handarbeit von ausländischen Arbeitskräften verrichtet. Regisseur Alfred Schwarz hat sich in dieser Doku die Erntemethoden und die Arbeitsbedingungen näher angesehen. Wer verdient eigentlich wirklich am Spargel? Anschließend beleuchtet „Das Geschäft mit Tomaten“ (21.05 Uhr) die Anbaubedingungen von Tomaten bei Industrietomatenproduzenten in China ebenso wie bei italienischen Bauern. Darauffolgend zu sehen sind die Produktionen „Gemüse aus Österreich – Wo ist es am besten?“ (21.55 Uhr) und „Abgezockt? Rumänische Erntehelfer auf deutschen Feldern“ (22.45 Uhr).
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