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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 8. AUGUST 2018)

08.08.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 8. AUGUST 2018)

Die Bayreuther Bühne als akustischer Faktor

                                                  Antwort auf

                              Festwochen, Festspiele, Mikrophone

                                                 vom 6.8.2018

 Als Musikalischer Supervisor der Bayreuther Festspiele und Verantwortlicher für die akustisch-musikalische Feinabstimmung aller aktuellen Bayreuther Produktionen nehme ich Stellung zum Artikel Festwochen, Festspiele, Mikrophone, der am 7.8.2018 als offener Brief in dieser Zeitung erschienen ist

Darin wird die Vermutung geäußert, die Sängerin der Ortrud in der diesjährigen Produktion des Lohengrin sei im dritten Aufzug elektroakustisch verstärkt worden. Grund sei die angeblich akustisch ungünstige Position der Solistin am Rundhorizont (hintere Bühnenmitte, Anmerkung des Verfassers).

Als Beteiligter an dieser Produktion kann ich diese Vermutung als unbegründet zurückweisen. Die einzige elektroakustische Verstärkung im Lohengrin betrifft die Orgel am Ende des zweiten Aufzugs.

Es ist hinlänglich bekannt, dass im Bayreuther Festspielhaus einzigartige akustische Gegebenheiten herrschen. Dies ist auf die Bauweise des Hauses und auf den verdeckten Orchestergraben zurückzuführen.

Die akustisch günstigste Position für die Solisten ist die hintere Bühnenmitte, da sich dort der Stimmklang besonders frei entfaltet und eine ideale Mischung mit dem Orchesterklang ergibt.

So kann der Sänger des Lohengrin den Beginn der Gralserzählung auf dieser Position im feinsten Piano intonieren und die Stimme trägt mühelos bis in die letzte Reihe. Im aktuellen Tristan können die beiden Protagonisten den langsamen Teil des Liebesduettes im 2. Aufzug mit dem Rücken zum Publikum singen und sind trotzdem klar und deutlich zu vernehmen. Stephen Gould als Tristan kann weite Teile des Monologes im dritten Aufzug im hinteren Drittel der Bühne singen und ist stimmlich – auch bei vollem Orchester – immer präsent. Diese akustischen Positionen wären in jedem anderen Opernhaus für die Sänger katastrophal, in Bayreuth hingegen sind sie auf Grund der speziellen akustischen Bedingungen von Vorteil.

Darum wird Sängern beim Vorsingen auf der Bühne geraten, sich in der hinteren Bühnenmitte zu positionieren, da man von dort die Stimmen am besten hören kann.

Nicht alle Bühnenbildner und Regisseure, die zum ersten Mal in Bayreuth arbeiten, wissen um diese akustischen Ausnahmeerscheinungen und gehen von Bedingungen aus, die sie von anderen Theatern gewohnt sind. Das kann in Bayreuth zu schwerwiegenden Problemen führen, da Bühnenbilder im Festspielhaus den Orchesterklang reflektieren, der durch die gewölbte Abdeckung direkt auf die Bühne geworfen wird. Deshalb sind Bühnenbilder, die die Raumtiefe nicht genügend ausnutzen, in Bayreuth eher ungünstig – besonders dann, wenn der Orchesterklang durch die starke Reflexion harter Materialien (Wände, Deckenplafonds etc.) verstärkt wird. Es kostet dann viel Mühe, gemeinsam mit dem Dirigenten eine gute Klangbalance aus dem Zuschauerraum einzustellen, die dieser „Übersteuerung“ entgegenwirkt.

Das Bühnenbild zum diesjährigen Lohengrin ist durch die leichten Materialien, den Rundhorizont und durch die entsprechende Raumtiefe sehr günstig für Sänger und Orchester.

Die angesprochenen akustischen Besonderheiten des Festspielhauses sollten einem verdienten Bayreuth-Sänger wie Bernd Weikl, der dort in mehreren Produktionen große Erfolge gefeiert hat, nicht entgangen sein.

Univ.-Prof. Christoph Ulrich Meier

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HEUTE PREMIERE BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: „L’ITALIANA IN ALGERI“


Alessandro Corbelli (Taddeo), Edgardo Rocha (Lindoro) und Ildar Abdrazakov (Mustafa). Copyright: Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

Auszug aus dem Programmheft der Salzburger Festspiele: Siegessicherer Machismo verträgt sich schlecht mit emanzipierter Weiblichkeit: L’italiana in Algeri (1813) – die erste von Rossinis „reifen“ Buffa-Opern (der Komponist war 21) – schöpft das komische Potenzial dieses Zusammentreffens ausgiebig aus, und zwar unter interkulturellen Vorzeichen. Wie alle „Türkenopern“ spiegelt Angelo Anellis Libretto, das ursprünglich für den Komponisten Luigi Mosca entstand, natürlich selbst einen (vor)urteilenden Blick auf das Fremde wider. Bei der Adaption des Librettos für Rossini erfuhr Mustafàs Charakter einige Veränderungen, die von der Musik noch verstärkt wurden: weg von einer konventionellen Buffo-Karikatur hin zu einem Mann, der – ähnlich wie Falstaff – bei aller Verblendung und Selbstgefälligkeit in seinen amourösen Bedürfnissen wahrhaftig und nicht bloß lächerlich erscheint. ..


Cecilia Bartoli (Isabella). Copyright: Monika Rittershaus/ Salzburger Festspiele


Ensemble. Copyright: Monika Rittershaus/ Salzburger Festspiele


Ensemble. Copyright: Monika Rittershaus/ Salzburger Festspiele

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NEU IN UNSERER WEBSEITE: JUBILÄEN AUGUST 2018 ONLINE

ZU DEN JUBILÄEN

15.8. Hanna SCHWARZ wird 75 (Hanna Schwarz singt gegenwärtig die Gräfin in der Salzburger „Pique Dame“)

Sie begann das Psychologie- und Gesangstudium in Hamburg, dann an der Folkwangschule Essen und an der Musikhochschule Hannover. Nachdem sie 1969 einen Gesangwettbewerb in Berlin gewonnen hatte, erhielt sie ihr erstes Engagement am Staatstheater von Hannover, wo sie 1970 als Siegrune in der »Walküre« debütierte und ihren ersten großen Erfolg als Maddalena im »Rigoletto« hatte. 1972 gastierte sie als Carmen bei den Opernfestspielen von Eutin. 1973 Mitglied der Staatsoper von Hamburg, an der sie in den klassischen Partien ihres Stimmfachs erfolgreich war. 1975 Gastspiel in Zürich; im gleichen Jahr sang erstmals bei den Festspielen von Bayreuth. Dort ist sie in einer Vielzahl von Partien aufgetreten…

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IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE

25.8. Leonard BERNSTEIN: 100. Geburtstag

Er entstammte einer jüdischen Einwandererfamilie aus Riwne (Równo) in der heutigen Ukraine. Er wurde als Louis Bernstein geboren. Im Alter von 16 Jahren änderte er seinen Vornamen in Leonard, der bis dahin sein Rufname gewesen war. Er studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition. Bereits 1943 wurde er Assistant Conductor (2. Dirigent) des New York Philharmonic Orchestra unter Artur Rodzinski, der ihn in Tanglewood als Assistenten von Serge Koussevitzky erlebt hatte. In ebendiesem Jahr konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einspringen musste. Die eindrucksvolle Aufführung von Schumanns Manfred-Ouvertüre und Strauss‘ Don Quixote, welche über den Rundfunk landesweit übertragen wurde, verhalf ihm zum Durchbruch und war so Beginn einer beispiellosen Karriere.
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TODESFÄLLE

Antonio BARASORDA ist am 9.7.2018 in San Juan (Puerto Rico) verstorben

 Geboren am 3. Dezember 1945 auf Puerto Rico; sein Bühnendebüt erfolgte 1971 in San Juan auf Puerto Rico als Don Ottavio im »Don Giovanni« zusammen mit Justino Diaz und Fernando Corena. 1973 gewann er den Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper, 1975 in Paris den »Grand Prix National de la Critique«. Seit 1971 kam er zu großen Erfolgen bei Auftritten an der New York City Opera, an den Opern von Boston, San Francisco (1979 als Alfredo in »La Traviata«, 2002 als Otello von Verdi), Miami und Pittsburgh, in Santiago de Chile und bei den Festspielen von Wexford…

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GREIN/ GREINBURG/ „24. donauFESTWOCHEN im Strudengau/OÖ: Kobie van Rensburg wartet mit neuer Inszenierungsart auf: „bluescreen technology“


Regisseur Kobie van Rensburg hielt vor der Vorstellung eine kurze Einführung über die neue Technik seiner Inszenierung (Foto: Reinhard Winkler)

Im Rahmen der „24. donauFESTWOCHEN im Strudengau“ brachte deren Intendantin Michi Gaigg die kaum gespielte Opernrarität „Atalanta“ von Georg Friedrich Händel als Koproduktion mit den Händel-Festspielen Halle 2019 auf Schloss Greinburg im Rittersaal in italienischer Sprache zur Aufführung.

Der bisherige Spielort Arkadenhof der Greinburg kam diesmal nicht in Betracht, da der südafrikanische Sänger Kobie van Rensburg als Regisseur eine technisch neue Inszenierungsart (bluescreen technology) kreierte, die nur in einem geschlossenen Raum gespielt werden konnte. Die Sängerinnen und Sänger deklamierten ihre Rollen vor einer Kamera, deren Bilder auf eine riesige Leinwand projiziert wurde, sodass das Publikum das Mienenspiel der Darsteller in Großaufnahme zu sehen bekam. Man darf gespannt sein, wie man diese neuartige Form als „Film-Oper“ bei den Händel-Festspielen in Halle aufnehmen wird…


Der Bassist Reinhard Mayr in der Rolle des Mercurio hinter dem Orchester (Foto: Reinhard Winkler)

Zum Bericht von Udo Pacolt

Grein/OÖ
Händel im virtuellen Raum
Regisseur Kobie van Rensburg und Dirigentin Michi Gaigg zeigen „Atalanta“ auf Schloss Greinburg.
Wiener Zeitung

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NEUES AUS DEM NORDBAYERISCHEN (FESTSPIEL) KURIER

Interview Johannes Martin Kränzle:

Bildergebnis für johannes martin kränzle
Johannes Martin Kränzle. Foto: Agentur

https://www.nordbayerischer-kurier.de/inhalt.kraenzle-interview-koskys-meistersinger-eine-der-erfuellendsten-arbeiten.087438cb-eb02-4535-b316-d44c00618343.html

 

Bayreuth: Zimmer für Hunde ausgebucht:

https://www.nordbayerischer-kurier.de/inhalt.wohin-mit-den-tieren-im-urlaub-zimmer-fuer-vierbeiner-ausgebucht.a8437e2b-8852-4617-83bf-adef3d03a8da.html

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HÖR/ SCHAU REIN AUF YOUTUBE

DIE WALKÜRE (London, 23.9.1965): DIE WALKÜRE: Solti; Jones, Shuard, Veasey; Kozub, Ward Langdon)


Amy Shuard

ZUM VIDEO/ AUDIO

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Ernst Kozub hätte ursprünglich im gesamten Solti-Ring singen sollen. Solti schätzte ihn sehr, es gibt auch Plattenaufnahmen unter Solti. Wahrscheinlich aus Gesundheitsgründen konnte Kozub aber nicht, und starb dann leider auch sehr früh.

Christoph Karner

Ernst Kozub singt „Ein Schwert verhieß mir der Vater“

Bildergebnis für ernst kozub

ZUM VIDEO/ AUDIO

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Ernst Kozub singt „La Danza“ von Rossini 1959

ZUM VIDEO
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WIEN: DES LEBENS UND DER LIEBE TANZ – 13.9.2018

Des Lebens und der Liebe Tanz

(La danse de la vie et de l` amour)

In Wort, Musik und Tanz spiegelt sich die wilde Leidenschaft und sensitive Hingabe an das Leben und die Liebe.

Freche, moderne Chansons und feurige Flamencoklänge , erotische, lebensnahe Texte begleitet von sinnlichem Ausdruckstanz versprühen ein Flair von Romantik, Lust und Lebensfreude.

Ein Abend, der stimuliert und anregend inspiriert.

Text, Idee, Konzept: Tatjana Aton, Audrey LaCoeur

Tatjana Aton: Gesang

Campina: Tanz

Cornelia Schäfer: Texte, Stimme

Krunoslav Bagaric: Flamenco Gitarre

 13.9.2018, Beginn: 20 Uhr

Musikbeitrag: 15 €uro

Wirsinnd
Gymnasiumstraße 6/3
1180 Wien

Info und Buchung:
www.wirsinnd.at
Christine Bauer Tel.: 0664 446 1 359
tatjanaaton@yahoo.de

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