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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 5. DEZEMBER 2018)

05.12.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 5. DEZEMBER 2018)

INTERVIEW-SERIE ZUR WIENER STAATSOPERN-PREMIERE „DIE WEIDEN“

SYLVIE ROHRER
Wenn die Wiener Staatsoper ruft,
komme ich!

Sylvie Rohrer, jedem Wiener Theaterfreund aus dem Burgtheater bekannt, unternimmt immer wieder gerne Ausflüge in die Welt des Musiktheaters. Die Uraufführung von „Die Weiden“ ermöglicht es ihr, erstmals auf den Brettern der Wiener Staatsoper zu stehen – was sie, die Schweizerin, unendlich berührt und begeistert.

Das Gespräch führte Renate Wagner

Frau Rohrer, wenn man Sie im Internet googelt, kommt die Bezeichnung „Schauspielerin und Sängerin“ heraus, mit dem Hinweis, Sie seien in der Klassik firm… Haben wir da etwas versäumt?

Nein, ich bin Schauspielerin, ich war selbst völlig verblüfft, als ich diese Eintragung gelesen habe. Es kann sich eigentlich nur darauf beziehen, dass ich sehr gerne musikalische Sachen mache – immer wieder die „Jeanne d’Arc au bûcher“, immer wieder den „Pierrot Lunaire“, aber auch „Perséphone“ von Strawinsky, und dich habe auch Szenen mit Beat Furrer interpretiert. Und, weil ich mich nicht nur der Moderne verpflichte, bei den Salzburger Festspielen 2004 in der Produktion von Purcells „King Arthur“ von Flimm / Harnoncourt mitgewirkt. Bei musikalischen Projekten dabei zu sein, ist für mich immer ein wunderschönes Erlebnis. Etwas „anderes“ zu machen, ist für einen Schauspieler ja eine tolle Herausforderung. Aber ich verspreche, ich werde in den „Weiden“ keinen Ton singen!…

ZUM INTERVIEW

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WIEN/ STAATSOPER: DIE WEIDEN. Premiere am Samstag, 8. Dezember 2018

Die Weiden im Radio sowie im Livestream

Radio Ö1 (+EBU) überträgt die Premiere am 8. Dezember 2018 ab 19.00 Uhr live. Die Vorstellung am 16. Dezember wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD übertragen: www.staatsoperlive.com

Inhaltsangabe

Mit einem Kanu sind die Philosophin Lea und der Künstler Peter, ein junges, frischverliebtes Paar, unterwegs auf dem Großen Strom. Es ist ihr erster gemeinsamer Sommer und Peter möchte seiner aus dem Westen stammenden Geliebten auf diese Weise seine Heimat präsentieren. Für Lea ist die Flussexpedition zugleich eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie – schließlich sind ihre Vorfahren einst aus eben dieser Gegend vertrieben worden. Nicht zuletzt darum hatten Leas Eltern, von dunklen Vorahnungen getrieben, vergeblich von diesem Unternehmen abgeraten und an die Karpfenmenschen-Legende erinnert: an die Parabel von den Anwohnern des Großen Stromes, die sich eines Tages in Wesen mit Fischköpfen verwandeln und gegen alles Fremde, Andersstämmige und Nicht-Zugehörige mobilmachen. Zunächst scheint nichts das Liebesglück der beiden jungen Menschen zu stören und auch die Landschaft rund um den Großen Strom zeigt sich von einer freundlich-pittoresken Seite. Doch nach und nach wird die Umgebung immer unwirtlicher, düsterer, ja geradezu gefährlich und auch Leas und Peters Beziehung erfährt mit Fortgang der Geschehnisse immer größere Risse. So löst sehr bald ein nicht identifizierbarer vorübertreibender Kadaver erste Kälteschauer und Missverständnisse zwischen ihnen aus. Eine noch größere Belastung ihrer Beziehung bringt das Zusammentreffen mit Peters ehemaligem Schulfreund, dem Jungunternehmer und Hochstapler Edgar und dessen Braut Kitty auf deren Hochzeit – die wechselseitige, auch erotische Anziehung der beiden Paare und nicht zuletzt die Tatsache, dass die vier jungen Leute die Flussreise zu Leas Widerstreben gemeinsam mit Edgars weißer Yacht fortsetzen und das Kanu lediglich im Schlepptau mitführen, entfremden Peter und Lea immer mehr: Als es Abend wird und sie an einer verschwiegenen Stelle an Land gehen, kommt es regelrecht zur Verwandlung der Paare. In bester Alkohollaune schwinden die letzten Hemmungen. Während Lea im Wald Halluzinationen zu erleben scheint, kommt es zwischen Peter, Edgar und Kitty zu einer erotischen Annäherung. Zwar kann sich Lea ihren Geliebten zurückholen und mit ihm fluchtartig im Kanu in die Nacht verschwinden, aber der Verrat ist geschehen. Unerfüllbar zeigt sich die Sehnsucht Leas, „zum Anfang zurückzukehren“. Vielmehr hat sie sich, von Peters Eltern zum Abendessen eingeladen, einer tausendjährigen reaktionären Enge, einem Berg von Mehlspeisen, der Waffensammlung von Peters Vater und den zynischen Äußerungen des Komponisten Krachmeyer, einem dämonisch-rückwärtsgewandten Hausfreund der Familie, zu stellen. Mit der Bemerkung „Peter, du tust mir leid“ verlässt Lea die fressende Gesellschaft und gerät in die Wahlkampfveranstaltung eines Demagogen, der fremdenfeindliche Parolen absondert. Sie beginnt wieder zu halluzinieren und meint ihre Eltern durch die Menge herannahen zu sehen. Peter reißt Lea aus ihren Halluzinationen und macht ihr Vorwürfe, seinen Familientisch verlassen zu haben. Die beiden Leute sind sich endgültig fremd geworden – Peter streckt Lea schließlich mit einem Flossenschlag nieder. Wenig später sehen Edgar und Kitty, am sonnenbeschienenen Landesteg sitzend, das Kanu vorbeitreiben: Eskortiert von der stummen Lea, sitzt Peter nackt und gefesselt darin und verflucht seine Heimat und seine Familie. Da bricht ein mächtiges Gewitter los und im wilden unaufhörlich steigenden Wasser und zwischen den sich scheinbar von allen Seiten nähernden Weiden gehen Edgar und Kitty sterbend unter. Es kommt zur finalen Auseinandersetzung zwischen Lea und Peter. Zu spät möchte Peter die Beziehung retten, aber Leas Entschluss die Reise zu beenden und Peter zu verlassen ist endgültig. Schließlich springt Peter, möglicherweise schon vollständig verkarpft, über Bord. Lea ist im Reich der Weiden alleingeblieben. Die Natur wird zum Sprachrohr der Opfer des großen politischen Gewaltverbrechens an diesem Strom, Lea beschwört die Natur und denkt über Schuld und Geschichte nach …

Die Bilder

Prolog. Im Elternhaus Vorspiel. Ein Fluss, von Geschichte schwer
1. Bild. Der Rastplatz Passage 1. Auf dem Strom
2. Bild. Die Hochzeit im Strombad Passage 2. Auf dem Strom
3. Bild. Die verlassene Waldschänke

Pause

4. Bild. Die verschlossene Stadt am Strom
4.1. Eine Villa am Hang Einschub: Passage 3. Auf dem Strom Fortsetzung 4.1. Eine Villa am Hang Zwischenspiel.
Verwandlungsmusik
4.2. Der historische Marktplatz
5. Bild. Der letzte Ruderclub Passage 4. Auf dem Strom
6. Bild. Die Weideninsel Epilog

Geplante Dauer : ca. 2 ¼ Stunden Spielzeit mit einer Pause nach dem 3. Bild
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OPER GRAZ:: Am Samstag wird geheiratet!

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„Sensationserfolg!“ – „Glanzvoll!“ – „Bombastisch!“ … am Morgen nach der Uraufführung 1937 überschlagen sich die Komplimente und Lobpreisungen aus aller Munde: Im Zentrum des europäischen Musikinteresses stehen der 29-jährige Joseph Beer und sein neuestes Operettenwerk „Polnische Hochzeit“. Unterstützt von dem gefragtesten Librettisten-Duo Wiens, Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald, erobern Beers Figuren, Graf Staschek, Jadja, Boleslav, Casimir und die Wildkatze Suza, die Zuschauerherzen im Sturm. Nun soll es kein Halten mehr geben: Innerhalb weniger Wochen wird das Werk in acht Sprachen übersetzt und auf 40 Bühnen gespielt. Walzer und Folklore-Tanz treffen in dieser Operette auf Jazzklänge und Big Band Sound und lassen in eine freudvolle Zukunft für die europäische Operette blicken. Hätten nicht die düsteren Schatten des Nationalsozialismus einen Bruch geschaffen, würde Joseph Beers Name heute in einem Atemzug mit Emmerich Kálmán und Franz Lehár genannt werden. Joseph Beer verliert, ein Jahr nach der Uraufführung und den euphorischen Zukunftsprophezeiungen für seine Karriere, alles und flieht ins Ausland, sein Werk wird für die nächsten Jahrzehnte vergessen sein.Nach 81 Jahren kehrt dieses Feuerwerk an Melodien zurück auf die große Bühne und lässt die Figuren erstrahlen wie anno 37. In einer bombastisch-bunten Ausstattung von Martin Miotk und  und Andy Besuch wird die Hochzeit des Jahrhunderts gefeiert! Und dabei wird gestritten, geliebt, gelacht und viel getanzt, wenn es heißt: „Katzenaugen! Süße Katzenaugen, sie funkeln durch die Nacht, Katzenaugen, süße Katzenaugen, ihr habt mich toll gemacht!“ – Feiern Sie mit!

Premiere „Polnische Hochzeit“ Samstag, 8. Dez 2018, 19.30 Uhr

Informationen und Karten
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MERKER-KUNSTSALON: FOTOS VOM GESTRIGEN ADVENT-BENEFIZKONZERT IN DER GATTERBURGGASSE


Es war dies ein Benefizkonzert zugunsten des Vereines „Ich bin o.k.“ Foto Herta Haider


Anna Ryan. Foto: Herta Haider


Paolo Rumetz. Foto: Herta Haider


Einige der  ohne Gage mitwirkenden Künstler nach dem Konzert. Foto: Herta Haider
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HÖHEPUNKTE IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM JANUAR 2019

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Copyright: Oper Frankfurt

Sonntag, 27. Januar 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus Premiere LA FORZA DEL DESTINO (DIE MACHT DES SCHICKSALS) Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Jader Bignamini / Gaetano Soliman;
Regie: Tobias Kratzer

Mitwirkende: Franz-Josef Selig / Andreas Bauer (Marchese von Calatrava / Padre Guardiano), Michelle Bradley (Leonora), Christopher Maltman / Evez Abdulla (Don Carlo de Vargas), N.N. / Arsen Sogomonyan (Don Alvaro), Tanja Ariane Baumgartner / Judita Nagyová (Preziosilla), Craig Colclough (Fra Melitone), Nina Tarandek (Curra) u.a.

Weitere Vorstellungen: 31. Januar, 3. (18.00 Uhr), 7., 9., 15., 17. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 23., 28. Februar, 18., 24., 26. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Mai 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr Mit freundlicher Unterstützung der DZ Bank und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Am 10. November 1862 wurde im St. Petersburger Bolschoi-Theater mit einjähriger Verspätung die erste Fassung der Oper La forza del destino (Die Macht des Schicksals) von Giuseppe Verdi (1813-1901) uraufgeführt. Den Text des Bühnenwerkes in vier Akten, dem das Drama Don Álvaro o La fuerza del sino (1835) von Ángel de Saavedra als Vorlage diente, lieferte Francesco Maria Piave. Abgesehen von zwei konzertanten Aufführungen 2005 in der Alten Oper handelt es sich um die erste Frankfurter Neuinszenierung des Werks seit 1974, diesmal jedoch gespielt in der selten aufgeführten, ungestrichenen Petersburger Urfassung. Leonora, Tochter des Marchese von Calatrava, liebt gegen den Willen ihres Vaters den Mestizen Don Alvaro. Das Paar plant seine Flucht, in deren Verlauf der Marchese unbeabsichtigt zu Tode kommt. Leonoras Bruder Don Carlo will den Vater rächen und verfolgt das Paar. Alvaro wird auf der Flucht von Leonora getrennt und tritt, ebenso wie Carlo, unter falschem Namen als Hauptmann in den Kriegsdienst. Er wird verwundet und bittet den vermeintlichen Freund, im Falle seines Todes einen Brief zu vernichten. Als der misstrauische Carlos die wahre Identität des Kameraden feststellt, fordert er ihn zum Duell, das jedoch unentschieden endet. Alvaro flieht erneut und tritt in jenes Kloster ein, das zuvor bereits Leonora aufgesucht hat. Da schlägt das Schicksal erneut zu: Carlo macht Alvaro ausfindig, und es kommt zum erneuten Kampf vor Leonoras Einsiedelei. Dabei wird Carlo tödlich verwundet, und er ersticht mit letzter Kraft die Schwester. Alvaro folgt der Geliebten in den Tod. Die musikalische Leitung liegt bei dem Italiener Jader Bignamini, der in Frankfurt zuletzt 2017/18 Verdis Il trovatore dirigierte. Die Sängerbesetzung weist zwei Stars der internationalen Opernszene auf: Der deutsche Bass Franz-Josef Selig (Marchese von Calatrava / Padre Guardiano) hat sich vornehmlich mit Wagner-Partien einen Namen gemacht und war hier u.a. 2014/15 als Gurnemanz in Parsifal zu erleben, während der englische Bariton Christopher Maltman (Don Carlo de Vargas) in Frankfurt u.a. 2014/15 als Verdis Simon Boccanegra und 2017/18 als Montfort in Les Vêpres siciliennes gastierte. Michelle Bradley (Leonora) steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere und singt erstmals in Frankfurt. Zuvor übernahm die amerikanische Sopranistin kleinere Partien an der Metropolitan Opera in New York, gastierte aber auch bereits als Verdis Aida in Nancy. Nach der aus gesundheitlichen Gründen bedingten Absage des südkoreanischen Tenors Wookyung Kim (Don Alvaro) ist noch ein Kollege zu finden. Craig Colclough (Fra Melitone) ist ein amerikanischer Bassbariton und erstmals in Frankfurt zu Gast; 2017/18 sang er Verdis Falstaff in Antwerpen. Angeführt von Tanja Ariane Baumgartner (Preziosilla) sind in allen übrigen Partien Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios besetzt.

Samstag, 5. Januar 2019, um 19.00 Uhr im Opernhaus Erste Wiederaufnahme XERXES
Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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„Xerxes“. Copyright: Barbara Aumüller

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis;
Regie: Tilmann Köhler
Mitwirkende: Zanda Švēde (Xerxes), Lawrence Zazzo (Arsamene), Louise Alder (Romilda), Elizabeth Sutphen (Atalanta), Katharina Magiera (Amastre), Božidar Smiljanić (Ariodate), Thomas Faulkner (Elviro); Vokalensemble aus Mitgliedern des Opernstudios der Oper Frankfurt und Gästen Weitere Vorstellungen: 11., 13. (18.00 Uhr), 19., 26. (18.00 Uhr) Januar, 2. Februar 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Xerxes von Georg Friedrich Händel (1685-1759) unterscheidet sich in seiner textlichen und musikalischen Struktur, in seiner Lebensfülle, Drastik und Buntheit von Text und Musik, stark vom gängigen Musiktheater Händels. Seine musikalische Größe liegt in der Intensität der Affektsprache, die der Komponist mit minimalem Aufwand erreicht. Die Premiere dieser Frankfurter Produktion am 8. Januar 2017 war bei Publikum und Presse gleichermaßen erfolgreich. So konnte man im MainEcho Aschaffenburg lesen: „Ein furioser Zauber, von dem man auch nach gut drei Stunden reiner Spieldauer nicht genug bekommen konnte. Es hätte einfach so weiter gehen können mit all den Arien, mit der traumhaften Musik. (…) Regisseur Tilmann Köhler hat aus den gut drei Stunden Musiktheater ein kurzweiliges Vergnügen gemacht.“ Und das Musikjournal des Deutschlandfunks berichtete über einen „Volltreffer (…) dank einer spielfreudigen Sängerriege, eines exzellenten Frankfurter Opernorchesters – und dank Dirigent Constantinos Carydis (…).“ Da trifft es sich gut, dass der griechische Dirigent nach Mozarts Die Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen 2018 nun auch die erste Wiederaufnahme des Xerxes in Frankfurt musikalisch leitet. Die dreiaktige Handlung um die Unlenkbarkeit der Herzen, die mit dem berühmten Largo Xerxes’ („Ombra mai fù“) beginnt, spielt in Persien: Der junge König Xerxes hat Prinzessin Amastre verlassen und sehnt sich nach einer neuen Liebe: Romilda, die Tochter des Fürsten und Feldhauptmanns. Diese liebt aber seinen Bruder Arsamene. Ausgerechnet von ihm verlangt Xerxes, der Brautwerber zu sein. Arsamene weigert sich, warnt Romilda und wird zur Strafe vom König verbannt. Der möchte Romilda zur Hochzeit zwingen und Arsamene töten lassen. Seine Verlobte Amastre will ihn unterdessen nicht aufgeben und zieht in ihrer Liebesnot als Soldat verkleidet in den Krieg. Am Ende der komplexen Handlung um Missverständnisse und die Wirrungen der Liebe bereut Xerxes und bittet um Verzeihung. Romilda und Arsamene sowie Amastre und Xerxes finden wieder zueinander. Anlässlich der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2016/17 sind einige Umbesetzungen zu vermelden: In der Titelpartie feiert „Ensemble-Neuzugang“ Zanda Švēde ihr Rollendebüt. Später wird die litauische Mezzosopranistin hier u.a. auch Bizets Carmen verkörpern. Sowohl das ehemalige Opernstudio-Mitglied Elizabeth Sutphen (Romilda) als auch Louise Alder (Atalanta) aus dem Ensemble sind mit der Produktion bereits vertraut – nun tauschen sie die bisher verkörperten Rollen. Katharina Magiera (Amastre) und Božidar Smiljanić (Ariodate) gehören beide zum festen Frankfurter Sängerstamm und steigen erstmals in die Inszenierung ein, während Countertenor Lawrence Zazzo (Arsamene) als Gast und Ensemblemitglied Thomas Faulkner (Elviro) bereits in der Premierenserie besetzt waren.

Samstag, 12. Januar 2019, um 19.00 Uhr im Bockenheimer Depot Erste Wiederaufnahme RINALDO
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Simone Di Felice;
Regie: Ted Huffman
Mitwirkende: Jakub Józef Orliński (Rinaldo), Elizabeth Reiter (Armida), Karen Vuong (Almirena), Gordon Bintner (Argante), Julia Dawson (Goffredo), Daniel Mirosław (Eustazio)
Weitere Vorstellungen: 14., 16., 18., 20., 23. Januar 2019 Alle Vorstellungen beginnen um 19.00 Uhr Preise: € 25 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

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Jakub Józef Orliński (Rinaldo). Copyright: Barbara Aumüller

Georg Friedrich Händel (1685-1759) hatte am 24. Februar 1711 mit seinem Rinaldo genau den Geschmack des Londoner Uraufführungspublikums im Queen’s Theatre am Haymarket getroffen, das sich für aufwendige Theatermaschinerien und -dekorationen begeistern konnte. Da kam ihm diese Zauberoper des sächsischen Meisters gerade recht. Den Erfolg machte aber erst Händels abwechslungsreiche und schillernde Musik mit ihren zahlreichen brillanten Arien und wenigen Duetten komplett. Einen ähnlichen Erfolg konnte die Frankfurter Premiere am 16. September 2017 im Bockenheimer Depot verbuchen, und so war in der Frankfurter Rundschau zu lesen: „Regisseur Ted Huffman und Choreograf Adam Weinert haben Georg Friedrich Händels Oper Rinaldo als Apotheose des Tanzes und der Bewegung umgesetzt, und das mit einer Personenführung, wie man sie in einer derartigen Präzision und Detailliertheit sonst nicht erlebt auf der Opernbühne.“ Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Sänger der Titelpartie, der junge Counter Jakub Józef Orliński. Dieser gilt nicht nur als rasch aufsteigender Stern am Sängerhimmel, sondern auch als fulminanter Breakdancer in Werbeclips für Levi’s, Nike und Samsung. Das Fachmagazin Opernwelt konstatierte daraufhin: „Doch nicht nur das Auge bekommt viel geboten: Frankfurts Oper hat ein fabelhaftes Solistenensemble zusammengestellt. Als regelrechte Sensation entpuppte sich dabei der polnische Countertenor Jakub Józef Orliński (…).“ Gut, dass der sympathische Sänger bei der ersten Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Spielzeit 2017/18 wieder mit dabei ist. Auch liegt die musikalische Leitung wie in der Premierenserie bei Kapellmeister Simone Di Felice, und fast alle neben Jakub Józef Orliński besetzten Sängerinnen und Sänger sind mit der Produktion bereits vertraut: Elizabeth Reiter (Armida), Karen Vuong (Almirena) und Julia Dawson (Goffredo) aus dem Ensemble sowie Daniel Mirosław (Eustazio), mittlerweile als Gast. Lediglich Ensemblemitglied Gordon Bintner steigt als Argante neu in die Produktion ein. Die Handlung spielt im Heiligen Land während des ersten Kreuzzuges (1099): Der christliche Ritter Rinaldo darf seine Verlobte Almirena erst heiraten, wenn er die Sarazenen aus Jerusalem vertrieben hat. Deren König Argante liebt die Zauberin Armida, Königin von Damaskus. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rinaldos Mission zum Scheitern zu bringen und verfolgt damit auch ihre eigenen politischen Ambitionen. Nun beginnt ein kompliziertes Spiel, in dessen Verlauf Almirena und Rinaldo von Armida entführt werden. Nachdem Argante ein Auge auf die standhaft bleibende Almirena geworfen und Rinaldo die sich ihm in der Gestalt seiner Geliebten nähernde Armida durchschaut hat, gewinnen schließlich die Christen durch Rinaldos Kriegslist die Schlacht. Am Ende preisen alle den hohen Wert der Tugend.

Dienstag, 22. Januar 2019, um 20.00 Uhr im Opernhaus
Liederabend LUDOVIC TÉZIER, Bariton MARIA PRINZ, Klavier

Lieder von Gabriel Fauré, Hector Berlioz, Franz Liszt, Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann und Franz Schubert

Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

„Ein Tenor bist du sicher nicht, aber du könntest ein guter Bariton werden.“ Mit dieser weisen Voraussicht ließ die Gesangslehrerin den Parsifal-Traum ihres Schülers zerplatzen. In dem Wunsch Sänger zu werden ließ sich der junge Ludovic Tézier jedoch nicht verunsichern. Seit seinem ersten Opernerlebnis in Marseille zählt Parsifal zu den Lieblingsopern des Franzosen, auch wenn er die Titelpartie wohl nie singen wird. Vor allem aber ist er einer der international begehrtesten Verdi-Interpreten. Seine Paraderollen wie Rigoletto, Rodrigo (Don Carlo), Iago (Otello), Don Carlo di Vargas (La forza del destino) und zuletzt Simon Boccanegra führen ihn an die bedeutenden Bühnen der Opernwelt – seine Interpretationen in Werken von Mozart, Donizetti, Tschaikowski und Puccini sind jedoch nicht minder geschätzt. Eine lyrische Tenor-Partie hat er aber doch im Repertoire: Massenets Werther, allerdings in der Fassung für Bariton. Im Bereich des Kunstliedes spielen die Stimmfachgrenzen eine weit geringere Rolle. So lässt uns Ludovic Tézier bei seinem Debüt an der Oper Frankfurt mit seinem warmen, geschmeidigen und fokussierten Bariton vielleicht auch die ein oder andere Nummer hören, die ursprünglich für die hohe Männerstimme komponiert wurde.

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
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BRASILIEN 2018: Drei Opernhäuser und eine Opernkompanie in Pernambuco, São Paulo und Rio de Janeiro – November 2018

Im Rahmen der kürzlichen Reise durch Brasilien zur Durchführung von Meisterklassen in Gesang mit dem Dirigenten, Organisten und Klavierbegleiter Radu Pantea, Sohn des rumänischen Baritons Ionel Pantea (Bericht Merker 11/2018), kamen wir mit drei Opernhäusern und einer privaten Opernkompanie in Kontakt, die ich hier vorstellen möchte.

I. RECIFE – Pernambuco (Nordostbrasilien): Teatro de Santa Isabel


Teatro Santa Isabel (Front). Foto: Klaus Billand

Als wir in Recife waren, fand im ehrwürdigen Teatro de Santa Isabel in Recife, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco, die Feier zum 75. Jubiläum der Katholischen Universität von Pernambuco statt. Die Chorgemeinschaft Madrigal Lindbergh Pires trug unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jadson Oliveira zu diesem Anlass ein interessantes Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (Das Duett und Chor „Giovinette, che fate all’amore“ aus „Don Giovanni“, (mit den Solisten Vanessa de Melo, Sopran, Interview Merker 11/2018, und Matheus Alvarenga, Bariton), von Charles Gounod, Keith Hampton, und Anna Maria Ribakoffi vor. Dabei bot sich die Gelegenheit, dieses schöne Theater, das leider nur selten Opernaufführungen erlebt, vielleicht gerade mal zwei pro Jahr (!), etwas besser kennen zu lernen. Es wurde vom französischen Architekten Louis Léger Vauthier im neoklassischen Stil der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Brasiliens erbaut und 1850 eingeweiht. Wie beim Teatro Amazonas in Manaus (über das jährlich stattfindende Amazonas-Opernfestival FAO wurde hier oft berichtet) wurden damals die Architekten und viele Fachkräfte für den Theaterbau aus Europa angeworben. Auch Baumaterialien wurden aus der „Alten Welt“ beschafft…

 


Seitenlogen. Foto: Klaus Billand

1869 brannte das Theater fast völlig nieder, wurde aber im originalen Stil wieder aufgebaut. Es trägt den Namen der Tochter des beliebten brasilianischen Kaisers Dom Petro II, Prinzessin Isabel. Der Kaiser besuchte im Jahre 1859 bei einer Reise durch die Nordostprovinzen Brasiliens das Haus auch persönlich. Das Teatro de Santa Isabel war die Plattform für die Kampagne von Joaquim Nabuco zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien.

II. RIBERÃO PRETO – São Paulo Staat: Theatro Pedro II


Teatro Pedro II. Foto: Klaus Billand

Das Theatro Pedro II, benannt nach dem letzten Kaiser Brasiliens, ist das einzige Opernhaus Brasiliens, welches nicht in der Hauptstadt des jeweiligen Bundesstaates liegt. Der eklektizistische Bau liegt an der Praca XV de Novembro (Platz des 15. November) und wurde in der Zeit des Kaffebooms mit der Unterstützung einer großen brasilianischen Bierbrauerei von 1928-30 erbaut. Meira Júnior, einer der Gründer der Unternehmung Cervejaria Paulista, eben jener Bierbrauerei, nahm den Architekten Hippolyto Gustavo Pujol Júnior unter Vertrag, während die strukturellen Baubereiche durch die deutsche Firma Kemmitz, geführt von  Fritz Hans Urlass, durchgeführt wurden. 1930 wurde das gegenüber dem Teatro Carlos Gomes erbaute Haus eingeweiht. Es hatte zur damaligen Zeit 2.000 Plätze aber heute „nur“ noch 1.588 und ist damit ein großes Haus. Nachdem das Theater seit 1970 als Kino diente und wesentliche Teile seiner Dekoration beseitigt worden waren, erlitt es 1980 einen Großbrand, bei dem das Dach und wesentliche Bereiche des Innenraums zerstört wurden. Ganz ähnlich wie nach der teilweisen Zerstörung der Wiener Staatsoper zum Ende des Zweiten Weltkriegs bedurfte es großer Überzeugungsarbeit und der Unterstützung einiger Persönlichkeiten, das Theater nicht ganz abreißen zu lassen, sondern wieder aufzubauen. Ab 1991 wurde es über einen Zeitraum von fünf Jahren in zwei Etappen wieder aufgebaut, wobei man die metallene Dachkonstruktion nachbaute und auch sonst weitgehend alle originalen Dekorationen nach den Originalplänen restaurierte. Eine Reihe wichtiger technischer Neuerungen kamen bei der Gelegenheit natürlich hinzu. Eine besondere Attraktion ist die völlig neue und moderne scharze Decke mit einem tropfenförmigen Leuchter, gestaltet vom brasilianischen Künstler Tomie Ohtake. 1996 wurde das Theater wieder eröffnet, und zwar mit der Ouvertüre zu „Il Guarani“ von Carlos Gomes und der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven. Das Teatro Pedro II ist eines der fünf größten Theater Brasiliens und zeichnet sich durch eine gute Akustik aus.


Foto: Klaus Billand

In einem ausführlichen Gespräch mit Mariana Aude Jábali, der Präsidentin der Fundação D. Pedro II (sie ist bereits zum 2. Mal in dieser Funktion), der Trägerin des Theaters, und mit der Künstlerischen Direktorin Regina Scatena (bereits zum 3. Mal in dieser Funktion), schilderten sie mir die Produktionsbedingungen des Hauses. Es gibt keine festen Corps, also weder ein Orchester, noch ein Ensemble oder eine Tanzgruppe. Man hat sehr begrenzte finanzielle Möglichkeiten für künstlerische Projekte. Das Haus muss vom jeweiligen Veranstalter gemietet werden, wobei eine umfangreiche Bürokatie die Prozesse verlangsamt. Im Prinzip besteht nur ein Budget für die fixen Kosten. Aber sie inszenierten bereits „Rigoletto“ selbst, als noch die Möglichkeiten der Steuerfinanzierung durch das Lei Rouanet bestanden. Eine „Don Giovanni“-Produktion kam aus São Paulo mit reduzierten Bühnenbildern, um es finanzierbar zu machen. Aber man hat bisher noch nie Klassiker wie „Carmen“, „Turandot“ oder „Tosca“ aufgeführt. Immerhin gab es 1930 eine „Bohème“. Und 1999 tanzte im Pedro II kein geringerer als Mikhail Baryshnikov. Gelegentlich führt die private Opernkompanie Minaz aus Riberão Preto im Pedro II Opern auf, zuletzt „La serva padrona“. Natürlich spielt im Spielplan die brasilianische Volksmusik eine große Rolle.

III. RIBERÃO PRETO – Companhia Minaz


Opera Minaz/ Theatersaal. Foto: Klaus Billand

Die Cia. Minaz wurde 1990 gegründet, um ein Publikum und professionelle Sänger in den Städten des Hinterlandes des Bundesstaates São Paulo zu fördern, zum Wohle der Kunst der Musik und des Gesangs. Das Teatro Minaz wurde 2009 im Bau eines Kino im zentralen Stadtteil Jardim Paulista errichtet, wie auch das Theatro Pedro II lange als Kino funktionierte (s.o). Es hat 270 Sitzplätze. In den vergangenen 28 Jahren wurden mit Kooperationen interessante Projekte, auch viele Opern, vorbereitet und zur Aufführung gebracht. Dabei achtet man insbesondere auf kostengünstige Produktionen durch Verwendung preiswerter, aber dennoch effektvoller Bühnenbilder und Accessoires. Man hat ferner diverse Kinderprogramme sowohl in Riberão Preto als auch im Umland. Das Theatro Minaz, familiär geführt, wurde schnell zu einem kulturellen Pol in Riberão Preto und bietet Opern, Musicals, Konzerte, Theaterstücke, Ballettaufführungen, Shows, Meisterklassen und Workshops für ein Publikum an, das jährlich an die 20.000 Personen umfasst.


Bühnenbild einer Produktion. Foto: Klaus Billand

Die Direktoren und Eigentümer der Cia. Minaz, Gisele Ganade und Ivo Rinhel D’Acol, zeigten uns das in der Tat in perfektem Zustand befindliche Theater mit etwa 180 Plätzen und einem Orchestergraben von bis zu 25 Musikern. Wir konnten auch einige Gesangsnummern von in Ausbildung befindlichen Studentinnen und Studenten hören. Sie gehen von hier aus meist auf die Universität für Musik in Riberão Preto. Einige begannen später sogar internationale Laufbahnen. Auch wurden uns Fotos von bestimmten Opern-Produktionen gezeigt, die mit kostengünstigen Ausstattungen  interessante Eindrücke boten. Auch ist schon ein Veranstaltungsprogramm bis Ende 2019 vorhanden.

Sowohl das Teatro Pedro II wies auch die private Opernkompanie Minaz bieten sich für Gastspiele internationaler Opernkompanien an und sind auch daran interessiert.

IV. RIO DE JANEIRO – Theatro Municipal do Rio de Janeiro


Teatro Municipal do Rio di Janeiro. Foto: Klaus Billand

 

Das prachtvolle Theatro Municipal do Rio de Janeiro begann 1905 unter der Leitung von Francisco de Oliveira Passos, der sich von dem Prachtbau der Pariser Opéra Garnier inspirieren ließ. Am 14. Juli 1909 wurde das Theater mit zunächst 1.739 Sitzen eröffnet. Es wurde mehrmals umgebaut und saniert, zuletzt 2010, und verfügt heute über 2.361 Zuschauerplätze. Ein besonderer architektonischer Schatz ist das nach Vorlagen des Ischtar-Tores des alten Babylon um 600 v. Chr. nachgebildete Pausen-Café im Untergeschoss des Theaters, einzigartig auf der Welt. Jedes europäische Opernhaus würde es darum beneiden. Mit seinen Sitzplätzen ist das Theatro Municipal heute weit größer als die Wiener Staatsoper. Allerdings, seit einiger Zeit gibt es wieder einmal wegen Geldmangels keine Opernaufführungen, nur gelegentlich Konzerte und Ballett. Das scheint für einen europäischen Opernliebhaber kaum fassbar. Noch schlimmer: Während einer der zum Teil violenten Demonstrationen auf dem Vorplatz gegen den später gewählten neuen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, wurden durch Steinwürfe einige der wunderschönen bunten, in Blei gefassten Originalfenster des großen Foyers aus der Entstehungszeit des Hauses zerstört!  Es ist zu hoffen, dass dieses Kleinod an Opernhaus bald aus seinem Dornröschenschlaf erwacht bzw. erweckt wird. Aber das wurde es schon oft…         

V. RIO DE JANEIRO – Theatro Municipal do Rio de Janeiro

Das prachtvolle Theatro Municipal do Rio de Janeiro begann 1905 unter der Leitung von Francisco de Oliveira Passos, der sich von dem Prachtbau der Pariser Opéra Garnier inspirieren ließ. Am 14. Juli 1909 wurde das Theater mit zunächst 1.739 Sitzen eröffnet. Es wurde mehrmals umgebaut und saniert, zuletzt 2010, und verfügt heute über 2.361 Zuschauerplätze. Ein besonderer architektonischer Schatz ist das nach Vorlagen des Ischtar-Tores des alten Babylon um 600 v. Chr. nachgebildete Pausen-Café im Untergeschoss des Theaters, einzigartig auf der Welt. Jedes europäische Opernhaus würde es darum beneiden.


Tropen, Empire und Moderne. Foto: Klaus Billand

Mit seinen Sitzplätzen ist das Theatro Municipal heute weit größer als die Wiener Staatsoper. Allerdings, seit einiger Zeit gibt es wieder einmal wegen Geldmangels keine Opernaufführungen, nur gelegentlich Konzerte und Ballett. Das scheint für einen europäischen Opernliebhaber kaum fassbar. Noch schlimmer:


Zerstörte Glasscheibe! Respektlosigkeit vor dem Kulturerbe!. Foto: Klaus Billand

Während einer der zum Teil violenten Demonstrationen auf dem Vorplatz gegen den später gewählten neuen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, wurden durch Steinwürfe einige der wunderschönen bunten, in Blei gefassten Originalfenster des großen Foyers aus der Entstehungszeit des Hauses zerstört! Es ist zu hoffen, dass dieses Kleinod an Opernhaus bald aus seinem Dornröschenschlaf erwacht bzw. erweckt wird. Aber das wurde es schon oft…

Klaus Billand
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 ORF : „fidelio“ und Dieselkinos bringen die großen Klassikhighlights auf die Kinoleinwand

Ab Dezember „fidelio-Kultur-Donnerstag“ jeden ersten Donnerstag im Monat in den Dieselkinos Gleisdorf und Lieboch =

Wien (OTS) – Ab 6. Dezember 2018 bringen „fidelio“ und die Dieselkinos Gleisdorf und Lieboch jeden ersten Donnerstag im Monat exklusive Klassikhighlights auf die große Kinoleinwand. Das klassikinteressierte Kinopublikum kann sich am „fidelio-Kultur-Donnerstag“ auf hochkarätige nationale und internationale Premium-Produktionen in bester Bild- und Tonqualität freuen.

Mag. Georg Hainzl, „fidelio“-Geschäftsführer: „,fidelio‘ bietet Zugang zu hochwertigen Klassikproduktionen der großen Opernhäuser und Bühnen dieser Welt. Es freut mich, dass wir mit den Dieselkinos den optimalen Partner gefunden haben, unsere großartigen und exklusiven Klassikhighlights erstmals auch einem Kinopublikum präsentieren zu können.“

Wolfgang Brandner, Diesel GmbH: „Es freut uns sehr, gemeinsam mit dem digitalen Klassik-Treffpunkt ‚fidelio‘ nationale und internationale Premium-Produktionen auf der großen Leinwand präsentieren zu können. In Kombination mit wuchtigem Sound und kristallklarem Bild garantieren wir ein intensives Klassikerlebnis.“

Jede/r Besucher/in erhält zu seinem/ihrem Kinoticket zudem noch ein „fidelio“-Monatsabo und ein Glas Prosecco gratis. Tickets für dieses exklusive Kinoerlebnis sind online unter www.dieselkino.at oder in den Dieselkinos Gleisdorf und Lieboch erhältlich.

Das Programm der „fidelio-Kultur-Donnerstage“ im Überblick

Donnerstag, 6. Dezember 2018, 19.00 Uhr: „Cavalleria rusticana“ & „Pagliacci“ (Osterfestspiele Salzburg, 2015)

Christian Thielemann begann 2015 mit dieser Neuproduktion seine dritte Saison als Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg. Die Inszenierung und die Gestaltung des Bühnenbilds hat Philipp Stölzl übernommen, einer der meistgefragten Regisseure seiner Generation. Stölzl hat für diese Inszenierung ein interessantes Konzept vorgelegt: karg, schwarz-weiß, ohne Folklore-Kitsch, mit filmischen Ein- und Ausblicken in andere Räume, menschliche Gesichter und Gefühle. Jonas Kaufmann, der wohl zu den gefragtesten Tenören unserer Zeit zählt, führt die hochkarätige Besetzungsliste an.

Donnerstag, 10. Jänner 2019, 19.00 Uhr: „Romeo und Julia“ (Staatsoper Stuttgart, 2017)

55 Jahre nach seiner Premiere bringt das Stuttgarter Ballett John Crankos legendäre Choreografie von „Romeo und Julia“, die das Fundament für das „Stuttgart Ballet Miracle“ legte, erneut auf die Bühne. In dieser Jubiläumsvorstellung einer zeitlos schönen Produktion des Komponisten Sergej Prokofjew, teilen sich hochbegabte Tänzer wie etwa Elisa Badenes und David Moore die Bühne, um die berühmte Liebesgeschichte zu erzählen.

Donnerstag, 7. Februar 2019, 19.00 Uhr: „Carmen“ (Bregenzer Festspiele, 2017)

Eine der beliebtesten Opern der Welt, Georges Bizets „Carmen“, erfährt bei den Bregenzer Festspielen 2017 eine Neuinszenierung vor der atemberaubenden Kulisse des Bodensees und einem spektakulären Bühnenbild der britischen Künstlerin Es Devlin. Die Titelpartie der Carmen wird von der aufstrebenden Mezzosopranistin Gaëlle Arquez gesungen, den leidenschaftlichen Don José gibt der schwedische Tenor Daniel Johansson.

Donnerstag, 7. März 2019, 19.00 Uhr: „Aida“ (Salzburger Festspiele, 2017)

In der Geschichte der Salzburger Festspiele wurde Giuseppe Verdis beliebte Oper „Aida“ nur ein einziges Mal – 1979 unter Herbert von Karajan – aufgeführt. Markus Hinterhäuser brachte die Oper 2017 in seiner ersten Saison als neuer Intendant der Salzburger Festspiele wieder zurück auf die große Bühne des Festspielhauses. Er versammelte dafür ein hochkarätig besetztes Ensemble – allen voran Anna Netrebko und Francesco Meli in den Titelpartien sowie Stardirigent Riccardo Muti – und machte diese Produktion zur bisher begehrtesten und überbuchtesten Produktion in der Geschichte der Salzburger Festspiele.

Donnerstag, 4. April 2019, 19.00 Uhr: „Tosca“ (Osterfestspiele Salzburg, 2018)

Dirigiert von Christian Thielemann, singen die Klassikstars Anja Harteros und Aleksandrs Antoņenko die Titelrollen in Michael Sturmingers filmischer Inszenierung von Giacomo Puccinis „Tosca“, dem Herzstück der diesjährigen Salzburger Osterfestspiele. Puccinis Opern-Melodram wurde 1900 mit großem Erfolg in Rom uraufgeführt und ist politischer Thriller wie herzzerreißende Liebesgeschichte zugleich, die ein lebhaftes Bild über künstlerische Unterdrückung, politische Verfolgung aber auch berührender Liebe zeichnet.

„fidelio“ – der digitale Klassik-Treffpunkt

Der digitale Klassik-Treffpunkt „fidelio“ von ORF und Unitel ist das Ticket zu spektakulären Konzert- und Opernveranstaltungen, zeigt Großereignisse der Musikgeschichte und vermittelt Hintergrundwissen auf höchstem Niveau. Jederzeit auf allen Endgeräten abrufbar, bietet „fidelio“ Top-Live-Events, regelmäßige Premieren, eine umfangreiche Klassithek und einen kuratierten 24-Stunden-Kanal. blog.myfidelio.at bietet darüber hinaus wissenswerte Anekdoten und Neuigkeiten aus der Welt der Klassik sowie Möglichkeiten zum Mitdiskutieren.

Über Dieselkinos

„Film ab!“ – so lautet das Motto in den Dieselkinos seit mittlerweile 1996. In diesem Jahr beginnt die Erfolgsgeschichte des Unternehmens mit der Eröffnung des ersten Kinos im steirischen Leibnitz. Mit einer gelungenen Mischung aus brandheißem Blockbusterkino und abwechslungsreichen Arthousefilmen gelingt es erfolgreich, ein sehr breites Publikum an den mittlerweile neun Standorten zu begeistern.
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LANDESTHEATER VORARLBERG: VOR DER PREMIERE VON GOETHES „WERTHER“

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Tobias Krüger (Werther). Copyright: Anja Köhler

Inszenierung: Milena Fischer
Bühne und Kostüm: Birgit Klötzer
Dramaturgie: Birke Baumann

Mit: Tobias Krüger

Premiere: Do, 6. Dezember 2018, 19.30 Uhr, in der Box
Termine: Sa 8.12. / Sa 15.12. / Do 20.12. 2018 / Do 10.1. / Do 31.1.2019, 19.30 Uhr, in der Box

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Künstlernachrichten Wer singt wo? Wer spielt was? ab Januar 2019 (Unger Artists)

Ein RING-Zyklus führt Sopran MICHAELA KAUNE zu Beginn des neuen Jahres nach Genf: Hier bereitet sie die Sieglinde in der WALKÜRE am Grand Théâtre de Genève vor. Georg Fritsch dirigiert die Wiederaufnahme der Dorn/Rose-Produktion aus dem Jahr 2013, der Siegmund an Kaunes Seite ist Will Hartmann, die Brünhilde wird Petra Lang sein. Vorstellungen am 13. Februar sowie 6. und 13. März und 3. April 2019. Bereits am 1. Februar wird Michaela Kaune in Belgrad unter der Leitung von Chefdirigent Gabriel Feltz mit dem 1. Akt der WALKÜRE gemeinsam mit Thomas Mohr, Thorsten Grümbel und den Belgrade Philharmonics zu hören sein.

Bass-Bariton TOBIAS SCHABEL ist im Januar an der Staatsoper Hannover wieder als Ramphis in AIDA zu erleben. (11. und 16. Januar) Ebenfalls im Januar starten auch die Proben zu Berlioz‘ DAMNATION DE FAUST, hier wird Schabel die Partie des Méphistophélès übernehmen. Premiere ist am 16. Februar. In seiner letzten Spielzeit in Hannover übernimmt GMD Ivan Repušić die musikalische Leitung, Inszenierung und Videokonzept liegen in den Händen der französischen Regisseurin Marie-Eve Signeyrole. Schabels letzte Premiere dieser Spielzeit ist Schrekers DIE GEZEICHNETEN am 6. April. Hier wird er als Ludovico Nardi zu erleben sein.

Mit überaus großem Erfolg singt und spielt Sopran IVANA RUSKO derzeit an der Oper Köln die Ellen Orford in der Neuproduktion von PETER GRIMES. Im Januar wird sie hier dann auch wieder in der zauberhaften Produktion HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN FÜR KINDER mitwirken (6.1, 12.-26.1.), bevor sie sich auf eine wahre Traumpartie vorbereitet: Ab März wird Rusko in der Titelpartie von RUSALKA zu erleben sein. Dvořáks Märchenoper stand mehrere Jahrzehnte lang nicht mehr auf dem Spielplan der Oper Köln. Mit dem musikalischen Leiter Christoph Gedschold und der Regisseurin Nadja Loschky zeichnet sich hier nun eine hochwertige Neubelebung ab. Premiere ist am 10. März. Die nächsten Vorstellungen mit Rusko folgen am 16., 24. und 30. März. In der Wiederaufnahme von FIDELIO übernimmt Ivana Rusko unter der Musikalischen Leitung von Stefan Soltesz am 27. und 29. März wieder die Partie der Marzelline.

Am 12. Januar hat an der Oper Dortmund Lehárs LAND DES LÄCHELNS unter der Leitung von GMD GABRIEL FELTZ Premiere. In der Dortmunder Fassung werden Teile der Urfassung – der Operette DIE GELBE JACKE – zu hören sein. Das Neujahrskonzert am 1. Januar bestreitet Feltz ebenfalls mit den Dortmunder Philharmonikern und wendet sich dem Klassiker aller Neujahrs-Programme zu: Alles Walzer. (1. Januar, 15 und 19 Uhr).  Am 15. und 16. Januar folgt dann mit Tschaikowskys Ouverture Solennelle und Schostakowitschs Leningrader Sinfonie das nächste Dortmunder Sinfoniekonzert in Feltz‘ Kalender bevor er am 1. Februar in Belgrad mit den Belgrade Philharmonic Orchestra den 1. Akt von Wagners WALKÜRE mit Michaela Kaune, Thomas Mohr und Thorsten Grümbel dirigieren wird. Bereits am 9. Februar folgt in Dortmund die Premiere von Puccinis TURANDOT. Gabriel Feltz hat die musikalische Leitung, die Inszenierung liegt in den Händen des japanischen Regisseurs Tomo Sugao. Im nächsten Sinfoniekonzert mit den Dortmunder Philharmonikern am 19. und 20. Februar ist Gabriel Feltz mit Mozarts c-Moll Messe und setzt mit Rachmaninows „Die Glocken“ zu erleben. Die intensive Auseinandersetzung mit dem russischen Komponisten findet hier mit einer CD Aufnahme ihre Fortsetzung.

Neu in der Vertretung von Konstantin Unger Artists.Management ist der junge und hochtalentierte Tenor JULIAN HABERMANN. Bereits während seines Studiums war Julian Habermann in verschiedenen Rollen Gast an der Oper Frankfurt. Zu seinen kommenden Projekten gehört unter anderem die Matthäus-Passion mit der Niederländischen Bachvereinigung unter der Leitung von Philippe Herreweghe. In dieser Spielzeit hatte er sein Rollen- und Hausdebüt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und hat hier einen fulminanten Oronte in Händels »Alcina« gezeigt (nächste Vorstellung: 20. April). Sofort hat ihn die Wiesbadener Oper wieder eingeladen: ab 27. Januar ist er nun auch in der Wiederaufnahme von Bernd Mottls Inszenierung von CANDIDE zu sehen (weitere Vorstellungen am 10.2., 3. und 24.3.).

Bass KARL-HEINZ LEHNER ist derzeit an der Oper Dortmund wieder als Ramfis in AIDA zu erleben (Dezember-Termine 15. und 23.12., dann wieder am 13. Januar). Am 6. und 12. Januar führt ihn ein Gastspiel an die Oper Leipzig, wo er als Baron Ochs im ROSENKAVALIER zu sehen sein wird. Ulf Schirmer dirigiert die Wiederaufnahme der Inszenierung von Alfred Kirchner. Eine weitere Vorstellung folgt am 26. April. In der Dortmunder Premiere von Puccinis TURANDOT wird er die Partie des Timur übernehmen. Premiere ist am 9. Februar. Vom 17.-29. März gastiert Karl-Heinz Lehner dann als Rocco in FIDELIO an der Oper Köln.

Der Jugendliche Heldentenor BRENDEN GUNNELL ist im November an der Göteborgs Operan als Loge im RHEINGOLD zu erleben. Die Inszenierung von Stephen Langridge steht auch am 2., 5., 7. und 9. Dezember auf dem Göteborger Spielplan. Das neue Jahr startet mit einer wunderbaren Herausforderung für Brenden Gunnell, auf die er sich seit langem freut: Im Januar beginnt er mit den Proben als Sergej in LADY MACBETH VON MZENSK bei der Birmingham Opera Company Premiere ist am 9. März.

Ende September hatte LE VIEUX JUIF BLONDE am Théâtre des Mathurins, Paris, Premiere. Bei dieser Produktion arbeitete das Ausstatter-Duo TIMO DENTLER UND OKARINA PETER zum ersten Mal mit Regisseur Volker Schlöndorff zusammen. (Noch bis 6. Januar 2019 en suite, mittwochs bis sonntags.) Am Heidelberger Theater ist seit November Dentler und Peters Ausstattung von Mozarts IDOMENEO in der Inszenierung von Peter Konwitschny zu sehen. Weitere Termine: 21. Dezember sowie 12., 14., 20. und 29. Januar. Im Januar stattet das Duo dann an der Oper Nürnberg die Neuinszenierung von Paul Abrahams BALL IM SAVOY aus. In der Inszenierung von Stefan Huber spielen unter anderem Frederike Haas und die Geschwister Pfister. Premiere ist am 19. Januar, weitere Vorstellungen am 23. und 27.1., 10., 17. und 25.2. Am 25. Januar steht am Theater Lübeck die Wiederaufnahme von BORIS GODUNOW auf dem Spielplan. Die Konwitschny-Inszenierung in der Ausstattung von Dentler/Peter ist eine Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg und der Göteborgs Operan. Weitere Vorstellungen in Lübeck am 2. und 15. Februar.

LENNEKE RUITEN, Sopran, ist mit NEUJAHRSKONZERTEN (Mozart, Strauss, Bernstein u.a.) mit der Camerata Salzburg am 31. Dezember und 1. Januar in Salzburg sowie am 6. Januar in Luzern zu hören.

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