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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 4. DEZEMBER 2019)

04.12.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 4. DEZEMBER 2019)

MAILAND/ TEATRO ALLA SCALA: VIDEO VON DER PRESSEKONFERENZ AM 2.12. IN VOLLER LÄNGE (46 MINUTEN)

In diretta dal Teatro alla Scala la conferenza stampa di presentazione di Tosca – 7 dicembre 2019

ZUM VIDEO

TOSCA am 7. Dezember. Übertragung auf ARTE

Direttore RICCARDO CHAILLY
Regia DAVIDE LIVERMORE
Scene GIÒ FORMA
Costumi GIANLUCA FALASCHI
Luci ANTONIO CASTRO
Video D-WOK

Personaggi e interpreti

Floria Tosca Anna Netrebko / Saioa Hernández (2, 5, 8 gennaio)
Mario Cavaradossi Francesco Meli
Il barone Scarpia Luca Salsi
Angelotti Carlo Cigni
Sagrestano Alfonso Antoniozzi
Spoletta Carlo Bosi
Sciarrone Giulio Mastrototaro
Un carceriere Ernesto Panariello

Coro e Orchestra del Teatro alla Scala

Con la partecipazione del Coro di Voci Bianche dell’Accademia Teatro alla Scala

Maestro del Coro e del Coro di Voci Bianche BRUNO CASONI


Foto: Brescia & Amisano/Teatro alla Scala


Foto: Brescia & Amisano/Teatro alla Scala

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NEW YORK: METROPOLITAN OPERA: CAMILLA NYLUND ALS MARSCHALLIN IM „ROSENKAVALIER“

https://www.facebook.com/MetOpera/posts/early-rehearsals-are-underway-for-der-rosenkavalier-starring-soprano-camilla-nyl/10162832572310533/

Ab 13. Dezember:
Rattle
Nylund
Kozena/Brower
Groissböck

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HEUTE PREMIERE IN DER WIENER KAMMEROPER: GIUSTINO – Opera seria (1737)


Johannes Bamberger, Meili Li, Tatiana Kuryatnikova, Ilona Revolskaya, Kristjan Johannesson, Rafal Tomkiewicz, Jenna Siladie. Copyright: Barbara Zeininger

Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto basierend auf einer literarischen Vorlage von Nicolò Beregan und Pietro Pariati
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper


Johannes Bamberger, Meili Li, Tatiana Kuryatnikova, Kristjan Johannesson, Rafal Tomkiewicz. Copyright: Barbara Zeininger

Premiere: 4. Dezember 2019, 19:00 Uhr bis ca. 21:45 Uhr (Pause ca. 20:10 Uhr)

Aufführungen: 7. / 9. / 11. / 14. / 18. / 21. / 28. Dezember 2019 und
2. / 4. Jänner 2020, 19.00 Uhr


Rafal Tomkiewicz, Jenna Siladie. Copyright: Barbara Zeininger
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Die Oper Graz sucht Statisten! Casting heute


Copyright: Oper Graz

Für die Oper „Die Passagierin“, die auf differenzierte Weise berührende Schicksale aus der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert, werden Frauen und Männer als Statisten gesucht. Wenn Sie ein gewisses schauspielerisches Talent haben, Teil einer Opernproduktion sein möchten und außerdem folgende Eigenschaften mitbringen, dann bewerben Sie sich für das Casting am 4. Dezember!
Herren mit Glatze oder (auch teilweise) abrasierten Haaren bzw. Männer, die bereit wären, ihre Frisur von Maskenbildnern dementsprechend anpassen zu lassen
Damen mit sehr kurzgeschnittenen Haaren oder Glatze
Damen und Herren, die bereit sind, sich in bestimmten Szenen komplett zu entkleiden
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Leiter der Statisterie, Florin Ailenei, unter florin.ailenei@oper-graz.com
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Wien Modern 32: Wachstum der Vielfalt

Die 32. Ausgabe des Festivals Wien Modern präsentierte rekordverdächtige 109 Ur- und Erstaufführungen und erzielte an 34 Spieltagen 20.216 BesucherInnen

Bildergebnis für wien modern 32

Das mit 79 Uraufführungen und 30 österreichischen Erstaufführungen an 25 Spielstätten in 12 Wiener Gemeindebezirken sehr vielfältige Programm rund um das Festivalthema «Wachstum» stieß wieder auf starkes Interesse. Insgesamt verbuchte die am 30. November zu Ende gegangene 32. Ausgabe des Festivals 20.216 BesucherInnen (2018: 31.491, 2017: 20.247, 2016: 26.585), davon 15.337 bei Veranstaltungen mit Kaufkarten (2018: 19.877, 2017: 17.338, 2016: 16.908) und 4.879 bei Veranstaltungen mit freiem Eintritt (2018: 11.614, 2017: 2.909, 2016: 9.677). Bei einer Kapazität von insgesamt 23.418 Plätzen (2018: 37.310, 2017: 23.672, 2016: 31.650) ging die Gesamtauslastung auf 86,3% leicht nach oben (2018: 84,4%, 2017: 85,53%, 2016: 84,04%). 30 Veranstaltungen waren ausverkauft (2018: 24, 2017: 31, 2016: 18). Auch das Generalpass-Stipendium fand mit 35 StipendiatInnen (2018: 24) steigenden Anklang bei den unter 27-Jährigen.

Mit hierzulande bislang unbekannten Namen wie Michael Hersch, Entdeckungen aus der freien Szene wie Ingrid Schmoliner, Thomas Stempkowski, Lissie Rettenwander, Manu Mayr und Robert Pockfuß, zahlreichen jungen KomponistInnen wie dem Kollektiv Mycelium oder Andreas Eduardo Frank sowie mit ungewöhnlichen neuen Arbeiten von Katrin Hornek, Judith Unterpertinger, Mirela Ivičević, Klaus Lang, Peter Ablinger, Pierluigi Billone und vielen weiteren hat sich Wien Modern wieder einmal als der vermutlich risikobereiteste Veranstalter der Musikstadt Wien exponiert, resümiert der künstlerische Leiter Bernhard Günther. Es freut mich sehr, dass die steigende Vielfalt des Festivals bei altem wie neuem Publikum auf begeistertes Echo stößt. Wien Modern ist ein weltweit einzigartiges Publikumsfestival für zeitgenössische Musik. Dass wir nach der Rekordausgabe im Vorjahr quantitativ bewusst einen Schritt zurück gemacht haben – 20% weniger Veranstaltungen, weniger umfangreiche kostenlose Angebote, reduzierte Gesamtkapazität –, liegt nicht an mangelndem Interesse, sondern am Budget, das jede Ausgabe aufs Neue zur Gratwanderung macht. Umso dankbarer bin ich, dass wir diesmal zum Ende des Festivals gemeinsam mit der Erste Bank und dem Klangforum Wien mit dem MAECENAS Hauptpreis ausgezeichnet wurden. Die verantwortungsvolle Unterstützung von Partnern wie Erste Bank und Kapsch, aber auch von Stiftungen und Verwertungsgesellschaften hilft sehr, unsere Aufgaben im Dienste eines vielfältigen, lebendigen Musik- und Kulturlebens für ein in Wien sensationell breites Publikum zu erfüllen.

Das Festival wird seit 1988 vom Verein Wien Modern in Kooperation mit der Wiener Konzerthausgesellschaft und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien veranstaltet. Wien Modern wird ermöglicht von Stadt Wien Kultur, dem Bundeskanzleramt Österreich, den Festivalsponsoren Kapsch und Erste Bank, der Art Mentor Foundation Lucerne, der Ernst von Siemens Musikstiftung, den SKE der austro mechana, der AKM sowie zahlreichen Koproduktions- und Kooperationspartnern.

Die 33. Ausgabe von Wien Modern findet voraussichtlich vom 29.10. bis zum 30.11.2020 rund um das Festivalthema „Stimmung“ statt.

Ausgewählte Pressestimmen

Das Festival Wien Modern bietet doch immer fast allen etwas – bisweilen schon zum Start: Nostalgiker genossen Luciano Berios nach wie vor durch seine innere Farbpracht berückenden Klassiker Sinfonia […]. Das RSO-Wien unter der resoluten Leitung von Marin Alsop (und mit der vokalen Quirligkeit der Swingles) erweckte das Monument der raffinierten Moderne im Sinne der subtilen Energieentfaltung. Ljubiša Tošić: «Zur Invasion der Lautstärke», Der Standard vom 02.11.2019 (über das Eröffnungskonzert mit dem RSO-Wien)

Um Für und Wider des Wachstums geht es, aber auch um Extreme. Zum Beispiel im Inneren der Brigittenauer Brücke, gewiss kein schöner, aber ein starker Ort. Dort war „Concrete Voids“ zu erleben, das Mittelstück der Trilogie „Modified Grounds“: Eine Klanginstallation mit Video, geschaffen von der bildenden Künstlerin Katrin Kornek und der Komponistin Judith Unterpertinger. Gebrauchsanweisungen gibt es ja schnell einmal bei Neuer Musik, selten jedoch herrscht Helmpflicht und wird man einer Sicherheitseinschulung unterzogen. Nur vorwärts solle man gehen und niemals umdrehen, bekommt man eingeschärft, ganz im Sinn der Avantgarde. […] Viel Aufwand, ja – doch mit überraschend poetischem Ergebnis. Walter Weidringer: «Wien Modern: Blicke in den Abgrund», Die Presse vom 04.11.2019 (über Modified Grounds von Judith Unterpertinger und Katrin Hornek)

Ein Konzert als musikalische Zeitreise, berührend und, ja: nostalgisch. Eine Ära geht zu Ende. Stehende Ovationen. Karl Masek: «Abschiedskonzert des Ensembles „die reihe“ bei Wien Modern. Eine Ära geht zu Ende», onlinemerker.com am 04.11.2019 (über Abschiedskonzert die reihe)

Begeisterung im Mozartsaal des Konzerthauses! „Ein Rausch, ich bin ganz besoffen, so schön war das“, begeisterte sich ein Herr in der Garderobe nach der Uraufführung von Pierluigi Billones 65-Minuten-Stück „FACE. Dia.De“, einem Kompositionsauftrag von PHACE, Wien Modern und den Berliner Festspielen. Karlheinz Roschitz: «In einem Mahlstrom der Klänge», Kronen Zeitung vom 07.11.2019 (über FACE. Dia.De von Pierluigi Billone)

Ein Abend, an dem ein Komponist sein Publikum über Spielfilmlänge fesseln und erstaunen konnte – im Verein mit dem in jeder Hinsicht schillernden Klangforum Wien unter Sylvain Cambreling. Alberto Posadas sind in seiner „Poética del espacio“ (2018/19) außerordentlich sinnliche Raumerkundungen und Klangvermessungen gelungen. […] Am Schluss brodelt nochmals  das Kontraforte und verflüchtigt sich ein Hauch der Glasharmonika ins Nichts: Das Publikum jubiliert laut und lang. Walter Weidringer: «Wien Modern: Poesie vor und hinter Publikum», Die Presse vom 11.11.2019 (über Poética del espacio von Alberto Posadas)

Nach der Premiere bei den Bregenzer Festspielen ist [Der Reigen]  im Rahmen von Wien Modern im MuseumsQuartier zu sehen. Und siehe: Die in allen Klangfarben schillernde Komposition samt dem wohltuend originaltextreuen Libretto von Michael Sturminger, die fantasievolle, schlüssig heutige Inszenierung von Alexandra Liedtke im formidablen Graphic-Novel-Bühnenbild von Falko Herold und Florian Schaaf, das von Walter Kobéra exzellent geführte amadeus ensemble-wien […] und die makellose Leistung der Solistinnen und Solisten, machen aus dem Abend ein weiteres Glanzstück auf der diesbezüglich langen Liste der NOW. Michaela Mottinger: «Schneller Sex im Wartesaal der Liebe», mottingers-meinung.at vom 13.11.2019 (über Der Reigen von Bernhard Lang)

Neben dem immer wieder faszinierenden Klang – und Geräusch-Erlebnis, der unglaublichen Geschichten und der Verführung zur Entschleunigung lädt diese Produktion – nicht zuletzt angesichts der Dringlichkeit, den Klimawandel zu stoppen – auch zu grundsätzlicheren (philosophischen) Fragen ein. Heinz Wagner: «Wenn Menschen mit Pflanzen gemeinsam musizieren», kiku.at vom 16.11.2019 (über Gras wachsen hören von Liquid Penguin)

Frederic Rzewskis „The People United Will Never Be Defeated!“ […] hat nichts von seiner Kraft eingebüßt […] Wenn freilich der 81-jährige Rzewski selbst das Thema durch die Mangel dreht, zerraspelt, einschmilzt oder mit brüchig-zartem Ton dazu pfeift, dann wächst der ohnehin starken Musik besondere Kraft zu – und man scheint zu spüren, dass die technischen und konditionellen Herausforderungen sowie all die einkomponierten Widerborsten die Anstrengungen der Menschheit auf dem langen Weg zum Miteinander repräsentieren. Das war auf unsentimentale Weise bewegend – auch weil der am Ende gefeierte Rzewski verschmitzt reagierte und dennoch feuchte Augen hatte. Walter Weidringer: «Kraft des Klaviers und des Raunens», Die Presse vom 02.12.2019 (über „The People United Will Never Be Defeated!“ von Frederic Rzewski)

Mit drei höchst unterschiedlichen Erstaufführungen hat das Neue-Musik-Festival Wien Modern am Samstag den Sack für heuer zu- und den Blick ins Universum aufgemacht. Schließlich etablierte Peter Eötvös‘ Orgelmonument „Multiversum“ im Konzerthaus einen letzten Höhepunkt nach 100 Veranstaltungen seit Ende Oktober. Gegenüber diesem Kosmos glichen die beiden weiteren Werke des Abends Sternschnuppen. Martin Fichter-Wöß: «32. Wien Modern: Abschluss mit Multiversum und Massenmord», APA vom 01.12.2019 (über Abschlusskonzert Wien Modern mit den Wiener Symphonikern und Werken von Mark Andre, Peter Eötvös und Peter Ablinger)

Am letzten Abend des aktuellen Wien-Modern-Festivals präsentiert das Fest der neuen Musik noch einmal seine große Spannweite: Fulminantes (und sehr Unterschiedliches) von Mark Andre, Peter Eötvös und Peter Ablinger ist zu hören. Fulminant auch die Wiener Symphoniker unter Leo Hussain. «Finale im Klangtunnel», Kronen Zeitung vom 03.12.2019 (über Abschlusskonzert Wien Modern mit den Wiener Symphonikern und Werken von Mark Andre, Peter Eötvös und Peter Ablinger)

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WIEN – HEUTE PREMIERE IM AKADEMIETHEATER: DER HENKER von Maria Lazar


Tilman Tuppy, Martin Reinke, Itay Tiran. Copyright: Barbara Zeininger

Im Jahr 1921 erlebt Maria Lazars Einakter Der Henker in ihrer Heimatstadt Wien an der Neuen Wiener Bühne seine Uraufführung. Sie schreibt in dieser Zeit für verschiedene Zeitungen vor allem Fortsetzungsromane und arbeitet als Übersetzerin, bevor sie emigriert und im Sommer 1933 gemeinsam mit Helene Weigel und Bert Brecht bei Karin Michaelis auf der dänischen Insel Thurø Unterkunft findet. Im Herbst 1935 zieht sie nach Kopenhagen und emigriert 1939 nach Schweden, wo sie sich wegen ihrer unheilbaren Krankheit 1948 das Leben nimmt.


Sarah Viktoria Frick, Tilman Tuppy. Copyright: Barbara Zeininger

Mateja Koležnik wird den Einakter inszenieren. In diesem wird man Zeuge der letzten Stunden eines zum Tode verurteilten Mörders, der seinen Henker kennen lernen will und diesen zwingt, den Akt der Hinrichtung nicht als professionelle Pflichterfüllung, sondern aus tiefster persönlicher Überzeugung zu vollziehen.


Gunther Eckes, Tilman Tuppy, Hans Dieter Knebel, Itay Tiran. Copyright: Barbara Zeininger

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NÜRNBERG: Symposium zum 150. Geburtstag von Siegfried Wagner

Ich Unfreiester aller…


Die drei Sänger. Foto: Wagner-Verband Nürnberg

Nürnberg: Symposium zum 150. Geburtstag von Siegfried Wagner am 19. Oktober 2019

Ich Unfreiester aller…

Nachdem der Richard Wagner Verband Berlin-Brandenburg bereits im Januar in einem       größeren Seminar in Berlin den runden Geburtstagen von Cosima, Siegfried und Friedelind Wagner in diesem Jahr gedacht hat – dazu liegt ein detaillierter Bericht vom Verfasser im Merker 02/2019 vor – führte nun der Richard-Wagner-Verband Ortsverband Nürnberg e.V. ein eintägiges Symposium zum 150. Geburtstag von Siegfried Wagner durch. Der Verband unter der Leitung von Agnes Simona Sires erhielt dazu fachliche Unterstützung von der Siegfried Wagner Gesellschaft Bayreuth e.V. Das Symposium hatte den Titel: „Siegfried Wagner – Sohn – Leiter der Festspiele – Dirigent – Regisseur – Komponist; Würdigung des Erneuerers von Bayreuth.“

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende und der Vorstellung der Referenten gab es zunächst eine Musikeinspielung zu hören – „Sehnsucht“, symphonische Dichtung nach Friedrich Schiller, von Siegfried Wagner. Günther Neumann, der nach seiner Lehrtätigkeit an der Musikschule Stein als Beleuchtungsarbeiter am Nürnberger Opernhaus, und die letzten 22 Jahre als Leiter der Beleuchtung am Stadttheater Fürth wirkte, gab sodann einen Abriss über den Lebenslauf und Werdegang von Siegfried Wagner unter dem Titel „Biographisches zur Geburt Siegfried Wagners.“

Die Germanistin Daniela Klotz, die sich parallel zu ihrem Berufsleben mit dem Verhältnis Siegfried Wagners zu seinem Vater auseinandersetzt und derzeit an einer Promotion mit dem Titel „Intertextuelle Bezüge in Siegfried Wagners Opern unter besonderer Berücksichtigung des Banadietrich“ arbeitet, hielt sodann einen interessanten Vortrag zum Thema „Siegfried Wagners Wirken als Dirigent, Bühnenbildner, Regisseur, und Mittler der Werke seines Vaters.“ Sie konnte interessante Details aus dem Wirken Siegfried Wagner erzählen. So riss er sich nicht um Dirigate in Bayreuth. Er dirigierte sogar den „Ring“ gegen seinen Willen an der Mailänder Scala, um Geld für den 15-köpfigen Haushalt und die Festspiele zu verdienen. Das soll er als „Moderne Sklaverei“ bezeichnet haben – ich denke, eine Sklaverei auf höchstem Niveau! Als es an die ersten und teilweise fundamentalen Änderungen in der Bayreuther Technik und Bühnenbildästhetik ging, trennte er sich nur ungern von dem klassischen Rundhorizont. Siegfried war ohnehin keine Kämpfernatur, vollzog Änderungen in kleinen Schritten. Dennoch ließ er neuartige Beleuchtungsproben zu und arbeitete intensiv an Verbesserungen am „Ring“ mit neuer Technik. Die Tagesmode, oder – besser gesagt – der Zeitgeist, interessierte Siegfried Wagner nicht, er war kein Neuerer um des Erneuerns willen. Expressionismus hielt er für eine allenfalls kurzfristige Erscheinung und verfolgte eine Richtung, die eher die Einfachheit predigte. Er wollte im Prinzip nur die Werke seines Vaters sinngemäß aufführen. Von bedeutenden Künstlern wurde er auch Regisseur-Komponist genannt. Er kümmerte ich um alle Einzelheiten auf der Bühne, um Inszenierungen und Gesang und erntete dafür durchaus viel Bewunderung. Damit erinnert er mich stark an seinen Sohn Wolfgang Wagner, der ähnlich auf allen Gebieten um Details und bisweilen gar akribisch bemüht war. So war Siegfried auch sehr besorgt um die Sänger. Sein Credo war, dass der Künstler alles aus sich selbst hervorbringen sollte. Er konnte aber auch wütend werden, wenn etwas unprofessionell bewerkstelligt wurde.

Siegfried Wagners Wirken auf dem GrünenHügel begann mit dem „Ring“ und endete mit dem „Tannhäuser“ unter Arturo Toscanini. Bei diesem „Tannhäuser“ soll es ein legendäres Schlussbild gegeben haben, wohl in der Pariser Fassung, die ich ohnehin für viel interessanter halte als Dresden I und II. Als Siegfried 1930, wenige Monate nach dem Tod von Cosima und wenige Tage vor Beginn der Festspiele verstarb, sagte man auf seiner Beerdigung „Das Spiel geht weiter!“

Es folgt ein Musikvortrag “Herzog Wildfang“  Fantasie von Siegmund Wagner, für Klavier bearbeitet von Eduard Reuss, mit Edita Hakobian als Pianistin. Die Armenierin war diesjährige Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Nürnberg.

Prof. Dr. Peter P. Pachl, Vorsitzender der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft Bayreuth e.V. hielt daraufhin den Festvortrag zum Thema „Gestörte Feste“ und führte dazu aus: „Historisch sind Opern häufig mit einem Fest verbunden und kulminieren, etwa in der Barockzeit inklusive Christoph Willibald Gluck, in einem Fest. Im Musiktheater der Nachromatik und Moderne werden gestörte Feste zu einem dramaturgischen Dreh- und Angelpunkt, besonders deutlich in einigen Werken von Franz Schreker, und insbesondere in den Opern von Siegfried Wagner. Der von einigen Autoren als Biografismus infrage gestellte Schlüssel zur Deutung der Bühnenwerke Siegfried Wagners als gigantische Tagebücher wird auch bei der Fokussierung auf gestörte Feste in dessen Opernhandlungen deutlich.“ So gibt es gestörte Feste in Open wie „Doin Giovanni“, „Rienzi“, in „Die Gezeichneten“, im „Bärenhäuter“ in „Schwarzschwanenreich“, im „Heidenkönig“  oder auch in „An allem ist Hütchen schuld“, das Pachl diesen Sommer in Bayreuth inszenierte (Merker 08-09/2019).

Sodann hält Dr. Sabine Sonntag, Regisseurin, Operndramaturgin und Autorin, die seit 2001 an der hannoverschen Musikhochschule Historische Musikwissenschaft lehrt, einen sehr unterhaltsamen Vortrag zum Thema „Ich Unfreiester Aller“. Angesichts der vielen Funktionen, die Siegfried Wagner innehatte, könnte man frei nach „Tannhäuser“ sagen: „Zu viel, zu viel“. Schon den Vornamen empfang Siegfried als Bürde. Er hoffte aber „nicht ganz unwürdig dieses Namens zu sein“. Sonntag stellte das Persönliche unter psychologischen Gesichtspunkten in den Vordergrund und ging der These nach, „dass Siegfried bereits bei seiner Zeugung einer so mannigfachen Belastung durch die Eltern ausgesetzt war, dass die Entwicklung zu einem frei handelnden Menschen gar nicht möglich war. Er blieb immer eine Schattenfigur hinter seinem Vater, hinter seiner Bisexualität und hinter seiner künstlerischen Selbstbestimmung.“ Dennoch müsse er in all seinen Widersprüchen gerecht gewürdigt werden.


Rebecca Broberg. Foto: Wagner-Verband Nürnberg

Rebecca Broberg, Sopran, sang danach „Szenen der Osterlind“ aus „Herzog Wildfang“, op. 2 von Siegfried Wagner. Hyunho Yoo, ein junger Bariton aus Südkorea, schloss sich mit „Rainhards junger Liebe“ aus „Herzog Wildfang“ an, beide begleitet von Prof. Werner Dörmann am Klavier. Sehr engagierte und gute Vorträge!


Hyuoho Yoo. Foto: Wagner-Verband Nürnberg

Achim Bahr, ein 3D-Künstler, der Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studierte und auch Aufsätze über einzelne Aspekte der Opern von Siegfried Wagner veröffentlichte, Kurator der jährlichen Siegfried Wagner-Ausstellungen in Bayreuth ist, sowie als Ausstatter und Dramaturg an Aufführungen mitwirkt, sprach dann zum Thema „Re-/Projektion – Siegfried Wagner zwischen Antizipation und Realisation“. Bahr referierte, dass Siegfried Wagner im Hinblick auf die an ihn gestellten Erwartungen (die er auch gar nicht erfüllen wollte) so nachhaltig enttäuschte, dass Person und Werk dahinter versanken. „Bis heute ist die Wahrnehmung sowohl von Siegfried Wagners Persönlichkeit als auch seiner Opern durch Vorurteile, Fehleinschätzungen und Missverständnisse so nachhaltig getrübt, dass eine kritische Würdigung noch immer erschwert wird.“ Siegfried wollte sogar lieber Friedsieg als Siegfried heißen. Mit vier Jahren wollte er nur noch Helferich heißen, einer seiner weiteren Vornamen. Mit 12 entdeckte er seine Leidenschaft für die Architektur. Richard Wagner sagte damals: „Es ist mir gerade recht, einen kompetenten Jungen hätte ich nicht brauchen können.“ Siegfrieds Mutter Cosima zweifelte gar an der Genialität des Sohnes. Richard Wagner wünschte sich übrigens keinen zweiten Sohn. Prominente konzedierten Siegfried eine große Dirigentenkarriere. Sein erstes Dirigat im Festspielhaus war 1896.

Zu seinem Opern: Unter den 18 Opern, die er schrieb, sind nur drei Märchenopern. Für ein großes Verdienst Siegfrieds, und das sicher zu Recht, hält Bahr die Tatsache, dass er auch internationale Künstler nach Bayreuth gebracht hat, wie Arturo Toscanini. Nach 10 Jahren Festspielleitung sah er sich 1924 mit national-konservativen Kräften konfrontiert. Als sich entsprechende Parolen 1925 im Festspielhaus wiederholten, ließ er das Saallicht kurzerhand ausschalten und Zettel anschlagen, auf denen stand: „Hier gilt’s der Kunst.“ Martha Mödl sagte einmal, Siegfried Wagner habe das Pech gehabt, Sohn von Richard Wagner und Vater von Wieland Wagner zu sein. Und Cosima ging sogar so weit, Houston Stewart Chamberlain als de facto Sohn und Siegfried (Fidi) als Tochter, anzusehen… Abschließend meint Achim Bahr, dass die Opern Siegfried Wagners selbstgeschmiedetes Schwert gewesen seien, mit dem er den Vorbelastungen und Eingefangenheit entkommen wollte. Seine Memoiren erschienen bereits 1924, also sechs Jahre vor seinem Tod!

Zwei weitere musikalische Vorträge beendeten dieses in jeder Hinsicht interessante Symposium zum Thema Siegfried Wagner. Zunächst sang Rebecca Broberg die „Szene der Adelaisa“ aus „Rainulf und Adelaisa“, op. 14 und danach den „Schlussgesang der Agnes“ aus „Sternengebot“, op. 5, beide begleitet von Prof. Werner Dörmann am Klavier. 

Klaus Billand
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L’atteso ritorno di Andrea Bocelli a Caracalla.

Un nuovo extra domenica 21 giugno per la stagione estiva del Teatro dell’Opera di Roma

Andrea Bocelli sarà il 21 giugno (ore 21.00) sul palcoscenico delle Terme di Caracalla per un concerto intitolato „Andrea Bocelli – Rome 2020“. Sarà la prima volta che il celebre tenore canterà per un’intera serata nel suggestivo spazio archeologico. Nella prossima estate il tenore sarà infatti protagonista, insieme a una grande orchestra, di un’antologia musicale che raccoglierà le arie più celebri del suo vastissimo repertorio, un viaggio appassionante fra i personaggi più amati della musica operistica dedicati alla voce di tenore.

Andrea Bocelli è un artista che ha saputo fare conoscere e amare la musica lirica anche a un largo pubblico che non la frequenta abitualmente, sia per le qualità della sua voce sia per la sua simpatia d’interprete. L’artista toscano è reduce dalla prestigiosa candidatura ai Grammy Awards e dal trionfale successo del suo nuovo album pop „Sì“ (Sugar) che, dopo aver venduto un milione di copie in tutto il mondo, è ora presentato nell’edizione speciale „Sì Forever: Diamond Edition“ con nuovi duetti e tracce inedite.

Il concerto è prodotto da Friends & Partners in collaborazione con il Teatro dell’Opera di Roma.

Prevendite aperte su www.ticketone.it dal 4 dicembre

Per informazioni: operaroma.it

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„Dancing Stars“: Diese Prominenten wagen sich in der 13. Staffel aufs ORF-1-Tanzparkett

2020 wird im ORF wieder getanzt. Am 6. März öffnet der bekannteste Ballroom des Landes seine Pforten und dann heißt es Bühne frei für die „Dancing Stars“. In der 13. Staffel des ORF-1-Events versuchen zehn Prominente gemeinsam mit ihren Profipartnerinnen und -partnern möglichst gute Figur am Tanzparkett zu machen. Die ersten fünf „Dancing Stars“ sind: Moderatorin Silvia Schneider, Drag Queen Tamara Mascara, Sänger Cesár Sampson, Boxer Marcos Nader und Moderator Norbert Oberhauser. Durch die zehn Shows führen einmal mehr Mirjam Weichselbraun und Klaus Eberhartinger.

Schneider, Mascara, Sampson, Nader und Oberhauser wagen den Schritt aufs ORF-Parkett

Moderatorin Silvia Schneider: „Auch wenn man geahnt hat, dass etwas in diese Richtung auf mich zukommen könnte, bin ich aus allen Wolken gefallen, als man mich gefragt hat. Nach einer vor Aufregung schlaflosen Nacht habe ich zugesagt.“ Und weiter: „Ich habe Tanzerfahrung, das könnte aber auch gleichzeitig das größte Problem für mich werden, wenn ich draufkomme, dass ich eigentlich gar nicht so gut tanzen kann, wie ich dachte und wie damals, als ich noch ein Kind war.“ Über ihre Vorbereitung weiter: „Man hat den Vorsatz, dass man sich fit hält, aber ich glaube, dass man sich gar nicht auf das vorbereiten kann, was da tatsächlich auf uns zu kommt. Wir werden Schmerzen an Stellen unseres Körpers haben, die wir davor gar nicht kannten. Ich bin aufgeregt.“

Drag Queen Tamara Mascara: „Ich habe mich sehr über die Anfrage gefreut, weil ich denke, dass die Sendung gut zu mir passt – es geht um Glamour, Glitzer, Show und Tanz, das sind alles Dinge, die als Drag Queen einen Platz in meinem Leben haben.“ Und weiter: „Ich habe als Kind in der Staatsoper Ballett getanzt, war aber nie in einer klassischen Tanzschule. Ich bin mega motiviert mir die Standardtänze beibringen zu lassen und sehr gespannt darauf, wie das sein wird.“

Sänger Cesár Sampson hat schon Erfahrung mit dem ORF-Event: „Ich habe schon einmal im ‚Dancing Stars‘-Orchester gesungen und das hat unglaublich Spaß gemacht.“ Über seine Tanzerfahrung: „Bin zwar der Sohn von zwei professionellen Tänzern, ich kann mich auch bewegen, aber eben nicht nach Vorgabe. Ich habe noch nie eine Choreografie gelernt, schon gar nicht im Gesellschaftstanz, das ist für mich absolutes Neuland.“ Und weiter: „Es geht ja darum, dass man sich verbessert, niemand ist da von vornherein ein super Tänzer, es geht eher um diese Entwicklung und darauf freue ich mich.“

Boxer Marcos Naders Reaktion, als er für den ORF-Event angefragt wurde: „Ich war verblüfft und habe mir gedacht, oje oje ich als Tänzer, das wird lustig werden. Ich habe mich aber gefreut, dass der ORF da auf mich zugekommen ist.“ Und über seine bisherige Tanzerfahrung: „Ich tänzle manchmal um meinen Gegner herum, das ist das einzige was ich gut kann. Ein bisschen Rhythmusgefühl habe ich auch, aber man darf gespannt sein, wie ich mich da schlagen werde. Hartes Training bin ich gewohnt, ehrgeizig bin ich auch – ich will das unbedingt lernen.“

Moderator Norbert Oberhauser verrät: „Als man mich gefragt hat, musste ich zuerst laut lachen. Denn wer mich kennt, weiß, dass Tanzen sicher nicht meine Stärke ist. Dann habe ich mir gedacht, dass das irgendwie schon lustig wäre und ich endlich – nachdem beim Maturaball niemand mit mir tanzen wollte – das Kapitel abschließen kann.“ Und weiter: „Mir haben alle abgeraten, mich besonders vorzubereiten. Ich werde genauso in den Event gehen, wie ich bin. Dann kann es bei mir nur eine Steigerung geben. Was ich schon machen werde, ist auf die Kondition zu schauen und jeden Tag Laufen zu gehen.“

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