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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 30. DEZEMBER 2020)

30.12.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 30. DEZEMBER 2020)

Pressekonferenz zum Neujahrskonzert
Riccardo Muti: DIE BOTSCHAFT DER HOFFNUNG

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Das Quartett der Kompetenten Foto: Wiener Philharmoniker/ Dieter Nagl

Es war eine seltsame halbe Stunde per ORF / LIVESTEAM– und dann doch nicht, denn nur wenn man per Kamera die „Totale“ sah, nämlich dass vier Herren mutterseelenallein auf einem langen Tisch am Konzertpodium des sonst leeren „Goldenen Saals“ des Musikvereins saßen, reflektierte dies die ganze Seltsamkeit der Situation. Sonst, mit Nahaufnahme, war es eine Pressekonferenz wie alle anderen – und dann noch nicht. Denn es ging um das, was viele nicht glauben wollten: Ein Neujahrskonzert vor leerem Saal, mit dem das Jahr 2021 eröffnet wird. Ein Konzert, das Hoffnung geben soll.

Von Renate Wagner

Das Quartett der Kompetenten   Da saßen sie also, Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer, der auch als Moderator dieser Pressekonferenz fungierte, die in englischer Sprache abgehalten wurde. Denn auch ein halbes Jahrhundert mit den Wiener Philharmonikern hat den Neapolitaner Muti noch nicht so viel Deutsch gelehrt, dass er es auch in der Öffentlichkeit sprechen möchte. Mit dabei waren noch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Musikvereins-Hausherr, Intendant Stephan Pauly. Und alle haben sich entschlossen, das Beste aus einer schlimmen Situation zu machen – Limonade, wo man ihnen doch Zitronen gegeben hat.

Das „einzigartige“ Konzert   Die Voraussage, dass das Neujahrskonzert 2021 „einzigartig“ („unique“) sein würde, war nicht schwer zu treffen, und das nicht nur, weil diesmal, wie Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer meinte, auch Stücke gespielt werden, die noch nie auf dem Programm gestanden sind, etwa die „Badner Madln“ von Karl Komzak. Zwar werden die Wiener Stadtgärtner den Saal wieder schmücken, 30.000 Blumen warten darauf, als Dekoration fürs Fernsehen zu leuchten, aber Faktum ist, das sich hoffentlich nie wieder wiederholen wird: Es werden keine Leute im Saal sein. Dirigent Riccardo Muti (der seit 1974 in dieser Stadt dirigiert) erlebt die Situation auch als „Gast“ in Wien: „Es ist kein Mensch im Hotel, absolut niemand. Man fühlt sich wie in einem Horrorfilm.“

Im Zeichen der Hoffnung – „la speranza“ Natürlich ist es seltsam, ohne Publikum Musik zu machen, sagt Riccardo Muti. Aber man müsse die Situation (oder das Bewusstsein) umdrehen: Es gibt ja Publikum. Millionen Menschen vor den Fernsehschirmen, denen man dieses Konzert schenken will – als Zeichen der unerschütterlichen Hoffnung. „Wir spielen das als Botschaft, denn der Wiener Musikverein am 1. Jänner ohne Musik, das wäre ein Grab, das wäre das schlimmste negative Zeichen, das man setzen könnte. Statt dessen schicken wir das Konzert in mehr als 90 Länder das Zeichen der Hoffnung – oder ‚la speranza’, wie wir Italiener sagen. Das ist es, was wir alle brauchen.“

Muti und das Neujahrskonzert   Es ist das sechste Neujahrskonzert, das Riccardo Muti dirigiert, und er hat sich mit einigem Humor an sein erstes erinnert, das ihm nächtelang den Schlaf kostete. „Die Philharmoniker haben mich damals gefragt, nachdem wir die Schubert-Symphonien zusammen gemacht haben. Schubert ist das Tor zu Strauß, auch wenn es verschiedene Welten sind, und sie dachten wohl, wenn er Schubert kann, kann er auch Strauß. Aber ich hatte schreckliche Angst. Die Philharmoniker sind nicht nur eines der besten Orchester der Welt, in Sachen Neujahrskonzert ist ihre Kompetenz unerreicht – und auch ihre Erfahrung, die sie aus der Arbeit mit so vielen Dirigenten mitgebracht haben. Ich dachte damals, das spielen die doch allein, da kann ich nur etwas kaputt machen. Aber die Musiker haben mir geholfen…“ Und, wie man weiß, hat es sehr gut geklappt, und Dirigent und Orchester haben das Abenteuer seither einige Male erfolgreich wiederholt. „Sie holen immer das Beste aus uns heraus“, sagt Daniel Froschauer zu Riccardo Muti und dieser lächelt.

„Das ist kein Spaziergang“   Riccardo Muti betont, dass das Publikum dazu neigt, die Schwierigkeit des Neujahrskonzerts zu unterschätzen. „Weil die Musik so leicht klingt, klingen muss, glaubt man, es sei auch leicht sie zu dirigieren. Tatsächlich ist es eine der schwersten Aufgaben, die sich einem Dirigenten stellen. Man muss da ein ‚Expert Pilot’ sein, um alle technischen Schwierigkeiten zu bewältigen, zum Beispiel die Interaktion der einzelnen Instrumente. Natürlich kann immer was passieren, das gehört zum Leben, aber wenn man die Schwierigkeiten kennt… Ich möchte beim ‚Donauwalzer’ nicht am Platz des Ersten Hornisten sitzen, und ich habe phantastische von ihnen gehört… Eigentlich ist man erst ‚gerettet’, wenn die ersten Takte des Radetzkymarsches erklingen. Und ja, wir werden ihn auch heuer spielen, wenn das Publikum nicht mitklatscht. Der Marsch wurde ja eigentlich nicht zum rhythmischen Mitklatschen geschrieben – also hören wir ihn uns einmal im Original an. Aber jedenfalls: ein Neujahrskonzert ist kein Spaziergang.“

Die Liebe der Neapolitaner zu Österreich   Ein Teil des Konzertes ist programmatisch Italien gewidmet – mit Werken wie dem Venetianer-Galopp, op. 74, von Johann Strauß Vater oder der Margherita-Polka, op. 244, die Josef Strauß 1886 zur Hochzeit der italienischen Prinzessin Margherita (1851 – 1926), der Tochter des Herzogs von Genua, komponiert hat. So sind auch zwei Werke von Franz von Suppè zu verstehen, der – wie Riccardo Muti ausführt – in seiner Musik Österreich und Italien verschmilzt: „Musik ist einfach ein verbindendes Element zwischen den Nationen.“ Muti, der Neapolitaner, fühlt sich Österreich übrigens auch historisch tief verbunden, näher als die Mailänder und andere Italiener. Schließlich war Maria Carolina, eine Tochter Maria Theresias, „seine Königin“, hat kulturell unendlich viel für das Land getan – und er ist heute noch dafür dankbar. (Eine Haltung, die man übrigens auch als österreichischer Reisender in Neapel feststellen kann, wenn man Maria Carolina erwähnt…)

Und wie ist das mit dem Applaus?    ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz freut sich, dass er mit den Philharmonikern eben einen Vertrag unterzeichnen konnte, der bis 2027 die Übertragung der Neujahrskonzerte und Sommernachtskonzerte sichert. Für das Konzert ohne die Live-Reaktionen des Publikums hat sich Kulturchef Martin Traxl einen besonderen technischen Gag ausgedacht. 2000 Personen werden „zuhause“ klatschen, und man wird ihren Applaus ein- und zuspielen. Aber offenbar nur am Ende des ersten und des zweiten Teils. Auch das wird zweifellos kein Spaziergang…

Fazit   Alle Beteiligten, der Musikverein, die Philharmoniker, der ORF und natürlich vor allem Riccardo Muti haben alles an positiver Energie motiviert, die sie aufbringen können. Und, wie Musikvereins-Intendant Stephan Pauly sagte, „Let’s use the energy“.

Renate Wagner
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ORF-Wiener Philharmoniker: Vertragsverlängerung zur Übertragung von Neujahrs- und Sommernachtskonzerten

 Zusammenarbeit fünf weitere Jahre bis 2027

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im ORF ist gesichert – nicht nur am 1. Jänner 2021. Der noch bis inklusive 2022 laufende aktuelle Vertrag über die erfolgreiche Zusammenarbeit des Orchesters mit dem Österreichischen Rundfunk, der die Übertragung der beiden weltweit größten Klassikereignisse Neujahrskonzert und Sommernachtskonzert regelt, wurde heute, am Montag, dem 28. Dezember 2020, im Wiener Musikverein auf weitere fünf Jahre verlängert. Damit ist dem ORF-Publikum bis 2027 philharmonischer musikalischer Hochgenuss an den Neujahrstagen bzw. im Frühsommer aus der barocken Gartenanlage von Schloss Schönbrunn garantiert. Die ORF-Produktionen beider Konzertveranstaltungen werden von Millionen Menschen weltweit mitverfolgt.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Es erfüllt mich mit großer Freude, dass der ORF und die Wiener Philharmoniker ihre ausgezeichnete langjährige Erfolgspartnerschaft im Bereich der Neujahrs- und Sommernachtskonzerte um weitere fünf Jahre prolongieren. Damit ist gesichert, dass die wichtigsten musikalischen Botschafter unseres Landes das größtmögliche Publikum – in Österreich als auch weltweit – erreichen und dank der ORF-Übertragungen auf höchstem technischem Niveau bestmöglich zur Geltung kommen. Millionen Menschen in mehr als 90 Ländern haben somit jedes Jahr die Möglichkeit, dieses Spitzenorchester und damit österreichische Kultur und Identität von ihrer schönsten Seite zu erleben. Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.“

Professor Daniel Froschauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker: „Die Wiener Philharmoniker freuen sich, dass die hervorragende Partnerschaft mit dem ORF verlängert werden kann. Es ist dies ein Zeichen größter Wertschätzung. Unser gemeinsamer Fokus liegt weiterhin darauf, höchste Qualitätsstandards zu erfüllen. Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen ist eine vertrauensvolle, verlässliche Zusammenarbeit durch nichts zu ersetzen.“

Details zur Kooperation ORF – Wiener Philharmoniker

Seit 1. Jänner 1959 überträgt der ORF das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das am 1. Jänner 2021 sein 80-Jahr-Jubiläum feiert (81. Konzert, 63. ORF-Übertragung). Beim Sommernachtskonzert, das von 2004 bis 2007 noch „Konzert für Europa“ hieß, ist der ORF als Host Broadcaster von Anbeginn dabei. Mittlerweile begeistern beide Veranstaltungen jährlich Millionen TV-Zuseher/innen in mehr als 90 Ländern rund um den Globus. Ohne das Medium Fernsehen wäre dieser herausragende Erfolg wohl nicht vorstellbar. Der Vertrag zwischen Wiener Philharmonikern und ORF regelt die Übertragung beider Konzerte via TV und Radio (sowie Online als Live-Stream und Video-on-demand): Der ORF übernimmt die (Live-)Produktion und erhält im Gegenzug die TV-Ausstrahlungsrechte für Österreich, Südtirol und 3sat sowie Radiorechte. Die ebenfalls vom ORF produzierten traditionellen Balletteinlagen sowie der seit 1992 präsentierte ORF-Film zur Konzertpause werden gemeinsam finanziert. Darüber hinaus zeichnet der ORF für die TV-Zuspielungen zu ausgewählten Konzertstücken verantwortlich. Weiters kann der ORF optional ein Auslandskonzert der Wiener Philharmoniker übernehmen, wie zuletzt den im April 2020 gezeigten Auftritt aus Macao unter Andrés Orozco-Estrada mit Yuja Wang als Solistin.

Zusätzlich zur Kooperation im Hinblick auf die Neujahrs- und Sommernachtskonzerte haben die Wiener Philharmoniker und der ORF gültige Rahmenvereinbarungen über die exklusive Präsentation philharmonischer Abokonzerte in TV (ORF III) und Radio (Ö1), via Online-Streaming und Video-on-Demand (auf der ORF-TV- und Radiothek) sowie auf dem von ORF und Unitel betriebenen Klassikportal fidelio (www.myfidelio.at).

Das nächste Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist im ORF am 1. Jänner 2021 live um 11.15 Uhr in ORF 2 und Ö1 sowie als Live-Stream via TVthek.ORF.at und oe1.ORF.at zu erleben.

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Streaming-Angebot vom 30. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021

Bei diesem Video handelt es sich um eine gekürzte Vorschau mit Interview-Ausschnitten mit Renaud Doucet und André Barbe sowie Jonathan Darlington.

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https://www.staatsoper-hamburg.de/de/stream/die_fledermaus.php

Jonathan Darlington
www.jonathan-darlington.com

Music Director Emeritus Vancouver Opera
www.vancouveropera.ca

Jolö

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NOCH EIN FLEDERMAUS-STREAM ZU SILVESTER: AUS DER OPER FRANKFURT

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Christof Loys Frankfurter Inszenierung der Operette Die Fledermaus von Johann Strauß (1825-1899) aus der Spielzeit 2010/11 wird ab

Donnerstag, dem 31. Dezember 2020 (Silvester), um 19.30 Uhr

bis einschließlich 10. Januar 2021 per Stream auf der Website der Oper Frankfurt (www.oper-frankfurt.de) abrufbar sein.

„Eine Aufführung von bestechender theatraler Qualität“, befand Markus Thiel im Münchner Merkur nach der Premiere am 6. März 2011 im Opernhaus, und Monika Beer vom Fränkischen Tag konstatierte: „Christof Loy gelingt mit seiner Version der Fledermaus von Johann Strauß an der Oper Frankfurt ein Operettenabend, der zeitgemäß, kritisch, intelligent und unterhaltsam ist.“ Zudem erregte nicht nur bei Manuel Brug in der Tageszeitung Die Welt die Besetzung der Partie des Gabriel von Eisenstein Aufsehen: „Das (…) Ensemble hat (…) einen brillanten Mittelpunkt. Der wunderbare Liedbariton Christian Gerhaher, dem das Schmierige, Faunhafte, entschieden Unseriöse des Eisenstein (noch) abgeht, spielt und singt bei diesem Operetten-Seitensprung hinreißend den Aufstieg und Fall eines Vorort-Wüstlings, inklusive Salto auf die Chaiselongue.“

Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester wird geleitet von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, neben Gerhaher gehören zu den Solist*innen Barbara Zechmeister (Rosalinde), Thorsten Grümbel (Frank), Martin Wölfel (Prinz Orlofsky / Frosch), Stephan Rügamer (Alfred), Michael Nagy (Dr. Falke), Hans-Jürgen Lazar (Dr. Blind), Britta Stallmeister (Adele) und Andrea M. Dewell (Ida). Die Besetzung komplettiert der Chor der Oper Frankfurt (Leitung: Matthias Köhler).

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Netrebko übt Horn! Will sie umsatteln?

Anna
ZU INSTAGRAM mit Video

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Auf der Suche nach dem Stern von Bethlehem zu Weihnachten 2020 am Himmel über Köln

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Der Weihnachtsstern. Foto: Thinkstock

Lange genug vorher wurde das Jahrhundertereignis angekündigt. Es fand vielleicht nicht allzu viel Interesse, da unterschiedliche Artikel darüber verfasst worden waren, wodurch eine Verwechslung entstand. Denn diesmal handelte bzw. handelt es sich nicht um die relativ oft stattfindende „Annäherung“ der beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, die ungefähr alle 20 Jahre stattfindet, sondern um eine viel seltenere Begebenheit: Die sogenannte dreifache große Konjunktion. Da sie in dieser Art nur ca. alle 400 Jahre stattfindet, ist das derzeitige Ereignis also für die Erdenbevölkerung dieser Generation nie mehr zu Lebzeiten zu sehen. Jupiter braucht zwölf Jahre, um die Sonne einmal zu umkreisen, wohingegen Saturn 30 Jahre dazu benötigt. Also überholt Jupiter ca. alle 20 Jahre den Saturn.

Das letzte besonders spektakuläre Rendezvous der beiden fand zum Jahreswechsel 1682/83 statt. Auch zu den Jahreswechseln 1940/41 und 1980/81 war das Phänomen zu beobachten, aber nicht so extrem wie heute. Am 31. Oktober 2040 wird die nächste große Konjunktion stattfinden, aber bei weitem nicht so eng ausfallen wie diesmal. Erst am 15. Mai 2080 wird eine ähnlich nahe Begegnung von Jupiter und Saturn wie in diesem Jahr erfolgen. Die bekanntesten und engsten Begegnungen fanden im Jahre 4024 vor Christus statt und werden erst wieder am 25. Dezember 2874 zu sehen sein. Mit einer extremen Annäherung beider Gasriesen ist in ferner Zukunft, am 9. März 4523, zu rechnen. Die nächste dreifache Begegnung findet zum Jahreswechsel 2238/39 statt.

Aber es ging nicht allein darum. Denn seit vielen Jahrhunderten rätseln die Wissenschaftler, welches Himmelsereignis zu Christi Geburt den Heiligen Drei Königen den Weg wies. Nun sind namhafte Kenner ihres Faches recht überzeugt davon, dass es sich genau um diese Erscheinung handeln könnte, da es, ebenso zu Weihnachten und Neujahr, im Jahr 7 vor Christus stattfand. Im Gegensatz zu der Meinung von Origenes (185-254 nach Christus) war es wahrscheinlich kein Komet. Johannes Kepler hingegen (1571-1630) glaubte bereits, dass es sich auf der Basis des scheinbaren Zusammentreffens von Jupiter und Saturn um die Geburt eines neuen Sternes hätte gehandelt haben können. Auf jeden Fall basierte seine Hypothese auf der Planetenkonjunktion von Jupiter und Saturn und deren scheinbarem Zusammentreffen. Die dreifache große Konjunktion ist demnach ein mögliches Erklärungsmodell für den Stern von Bethlehem, zudem Jupiter – als damals oberstem Gott Babylons mit Namen Marduk – und Saturn – als damaligem König der Juden namens Kewan – besondere Bedeutungen zugemessen wurden, woraus verschiedenste Interpretationen mit großer Tragweite für die damalige Bevölkerung erfolgten. Die Sterndeuter sahen damals darin die Ankündigung der Geburt eines mächtigen Königs der Juden.

Die zwei Autoren aus Köln begaben sich demzufolge, lediglich ausgestattet mit einer einfachen Kamera und ohne Stativ, seit Mitte Dezember täglich auf eine Position, von der man aus den Horizont im Südwesten über Köln im Zeitraum von 16:00 bis 19:00 Uhr beobachten konnte und kann. Doch leider gaben die dichte Wolkendecke und das dicke Dunstband am Rande des Horizonts den Blick auf das Phänomen bisher nur zweimal frei, und dies jeweils nur für wenige Minuten. Denn die Schwierigkeit besteht darin, dass die Sonne mit kleinen Varianten ca. um 16:30 Uhr untergeht, dann aber der Himmel noch viel zu hell ist, um selbst auffallend leuchtende Sterne zu erblicken, und dass man genau die wenigen Momente, in denen Jupiter und Saturn noch leuchten und durch die Wolken lugen, erwischt, denn sie verschwinden immer früher im Abenddunst, zur Zeit um ca. 18:00 Uhr, d. h., das Zeitfenster ist sehr klein.

In all dieser Zeit, bis vorläufig zum 29. Dezember, bot die Wolkendecke allein zweimal eine kurze Gelegenheit mit dem Blick auf Jupiter und Saturn. Am 17. Dezember, ca. 18:00 Uhr, war das Bild besonders schön, da sich die aufgehende Mondsichel relativ nah dazu gesellte.

Köln 17. Dezember 2020 Jupiter Und Saturn Mit Dem Mond Copyright Andrea Matzker P4890402 (2) Ad
Köln, 17. Dezember 2020. Jupiter und Saturn mit dem Mond. Copyright: Andrea Matzker

Köln 17.12.2020 Nahaufnahme Saturn Oben Und Jupiter Mit Monden Unten über Köln Copyright Andrea Matzker P4890452 (3)
Köln am 17.12.2020. Nahaufnahme: Saturn oben und Jupiter mit Monden unten über Köln. Copyright: Andrea Matzker

Am Abend davor wäre es noch perfekter, da näher beieinander, gewesen, jedoch war der Himmel am 16. Dezember völlig verhangen, sodass man gar nichts sehen konnte. Am 17. Dezember waren Jupiter und Saturn selbst mit bloßem Auge neben dem Mond als erste Gestirne am frühen Abendhimmel zu sehen. Durch eine normale Kamera konnte man sogar die Monde von Jupiter erspähen. Er ist auf diesem Bild der untere und hellere Planet. Saturn steht darüber. Beide leuchten in fast gleicher Höhe des Mondes über dem Kölner Dom. Auf der entsprechenden Nahaufnahme lassen sich sogar einige der Galileischen Monde des Planeten Jupiter erkennen, die wie auf einer Perlenkette aufgereiht erscheinen. Es handelt sich um Io, Europa, Ganymed, Kallisto und HIP 99314.

Köln 20. Dezember 2020 Jupiter Und Saturn Erscheinen Als Ein Einziger Stern Copyright Andrea Matzker P4890600 (3)
Köln am 20. Dezember 2020. Jupiter und Saturn erscheinen als ein einziger Stern. Copyright:Andrea Matzker

Das nächste Mal bot sich ein völlig anderes Bild am 20. Dezember, wieder um ca. 18:00 Uhr, als der Mond eine völlig andere Bahn zog, und Jupiter und Saturn mit bloßem Auge kaum voneinander zu trennen waren und als „ein einziger Planet“ am Himmel leuchteten. Inzwischen waren sie weiter über dem Stadtpanorama in Richtung Fernsehturm gewandert. Sie sind als einziger, einsamer Stern ungefähr oberhalb der Weltkugel von HA Schult und dem grün leuchtenden Tannenbaum auf dem ehemaligen Gerling-Hochhaus am Abendhimmel zu sehen. Auf der Nahaufnahme erkennt man, dass es sich um zwei Gestirne handelt.

Köln 20.12.2020 Panorama Und Nachthimmel Nach Dem Untergang Von Jupiter Und Saturn Copyright Andrea Matzker P4890667 (2)
Panorama und Nachthimmel nach dem Untergang von Jupiter und Saturn. Copyright: Andrea Matzker

Der Moment, an dem sie sich von der Erde aus am nächsten waren, war jedenfalls am 21. Dezember. Die Autoren bleiben dran, und hoffen, dass es vielleicht noch einen kleinen Abschiedsauftritt am angeblich halbwegs unbewölkten Silvester-Himmel über Köln, oder gar vorher, geben wird.
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Betreff Impfplicht: Eine Impflicht wäre keine neue Situation – sie gibt es schon längst:

Zecken abwehren – gegen FSME impfen – Der Hausarzt

Ursula Wiegand nennt das Beispiel Berlin und Brandenburg.

In Berlin und Brandenburg gilt übrigens (wie in manch anderen Ländern) – nach mehrjährigen Maser-Wellen – seit 2020 eine Impfplicht gegen Masern. Auch das ist eine Krankheit, die wg. oft lebenslanger Nachwirkungen nicht unterschätzt werden sollte. Hier der offizielle Text:

Das Bundeskabinett hat das Gesetz für eine Impfpflicht gegen Masern auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Für Kinder, die schon im Kindergarten oder in der Schule sind, muss bis spätestens 31. Juli 2021 nachgewiesen werden, dass sie geimpft sind oder die Masern schon hatten. Aber auch einige Erwachsene müssen einen Nachweis erbringen.

Impfpflicht besteht etwa auch für Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, für Lehrer, Tagesmütter und für Beschäftigte in medizinischen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen. Dazu zählen laut Gesetzentwurf Ferienlager oder auch Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte. Auch die Bewohner solcher Einrichtungen müssen sich impfen lassen oder nachweisen, dass sie immun sind.

Befreiung von der Impfpflicht möglich?

Der Gesetzentwurf sieht einige Ausnahmen von der Masernimpfpflicht vor. Wer mit einem ärztlichen Attest nachweist, dass eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam – also kontraindiziert – ist, ist von der Impfpflicht befreit. Außerdem sind vor 1970 Geborene von der Impfpflicht befreit, da sie größtenteils immun sein dürften, weil sie die Masern höchstwahrscheinlich durchgemacht haben.

Wer sich nicht an das Gesetz hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Kitas, Schulen und andere Einrichtungen, in denen die Impfpflicht gilt, müssen Impfsäumige an das Gesundheitsamt melden. Das entscheidet dann über das weitere Vorgehen und kann im Extremfall Geldstrafen von bis zu 2500 Euro verhängen. Kitas dürfen ungeimpfte Kinder künftig nicht mehr annehmen. Auch gegen die Einrichtungen können Bußgelder verhängt werden, wenn sie sich nicht an die Impfpflicht halten.

Ursula Wiegand

Wie sieht es in Österreich diesbezüglich aus?

Wikipedia gibt Auskunft: Die Anzahl der geimpften Personen in Österreich reicht nach wie vor nicht aus, um Masern in Österreich auszurotten. Um die Masern auszurotten, sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Dosen nötig. Die Durchimpfungsraten für das Jahr 2018 ergaben, dass dieses Ziel noch immer nicht erreicht wurde. Details können Sie im Kurzbericht Masern (Evaluierung der Masern-Durchimpfungsraten mit einem dynamischen, agentenbasierten Simulationsmodell) 2019 herausgegeben vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachlesen.

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Crash-Alarm: 83 % der Großanleger halten globale Finanzkrise für denkbar, drei von fünf erwarten schwere Krise spätestens 2023

• 83 % der institutionellen Investoren halten globale Finanzkrise für denkbar
• 60 % dieser erwarten schwere Krise bereits in den nächsten 1 bis 3 Jahren
• Mehrheit der Finanzmarktexperten der Auffassung, dass Risiken durch Corona-Krise noch nicht ausreichend in Markt eingepreist sind
• 11 % der deutschen Unternehmen haben nur noch Liquiditätsrücklagen für weniger als 4 Wochen

83 Prozent der institutionellen Investoren halten eine globale Finanzkrise für denkbar. 60 Prozent wiederum erwarten die nächste schwere Krise bereits in den nächsten 1 bis 3 Jahren. Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor.

Wie die Infografik aufzeigt, gehen rund 80 Prozent der Großanleger davon aus, dass die Märkte die langfristigen Risiken durch die Corona-Krise noch nicht ausreichend eingepreist haben. Mehr als die Hälfte sieht ein defensiv ausgerichtetes Portfolio im Vorteil. Weitestgehend einig sind sich die institutionellen Anleger darin, dass Wertpapiere aus dem asiatischen Raum allen Risiken zum Trotz ein großes Wachstumspotenzial aufweisen. Der Fokus auf Asien liegt unter anderem darin begründet, dass Staaten wie China die Pandemie besser in den Griff bekommen haben, und deren Wirtschaft deutlich stärker wächst.

Indes wird immer deutlicher, dass die Pandemie tiefe Spuren in den Kassen der Unternehmer hinterlässt. Am kritischsten ist die Situation im Gastgewerbe. Hier geben 19 Prozent an, nur noch für 4 Wochen Liquiditätsrücklagen zu haben. Branchenübergreifend geben 11 Prozent der Unternehmer an, nur noch Rücklagen für knapp 4 Wochen zu haben.

„Ungeachtet aller Risiken notieren zahlreiche Aktien auf Höchstständen“, so Block-Builders-Analyst Raphael Lulay. „Ob wir uns tatsächlich bereits in einer Spekulationsblase befinden, wird sich unterdessen erst noch zeigen müssen. Nach wie vor sehen zahlreiche Marktteilnehmer den Aktienmarkt als nahezu alternativlos an“.
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