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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 3. MÄRZ 2021)

03.03.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 3. MÄRZ 2021)

BAYERISCHE STAATSOPER: MONTAGSSTÜCK XVII & Online-Premiere DER ROSENKAVALIER live auf STAATSOPER.TV

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Das Montagsstück XVII am 8. März 2021 gestalten Bariton Christian Gerhaher und Tenor Klaus Florian Vogt mit Gerold Huber am Klavier. Das musikalische Dreiergespann präsentiert Gustav Mahlers Das Lied von der Erde in der Klavierfassung. Außerdem können sich Interessierte als Statist im Rahmen dieser Vorstellung bewerben.

Am Sonntag, den 21. März, feiert Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier ab 15:30 Uhr Online-Premiere. Die Neuproduktion, inszeniert von Barrie Kosky, steht unter der musikalischen Leitung des designierten Generalmusikdirektors Vladimir Jurowski. In den Hauptrollen singen Marlis Petersen, Katharina Konradi, Christof Fischesser und Samantha Hankey. Die Premiere wird live zeitversetzt auf STAATSOPER.TV, BR KLASSIK, BR KLASSIK CONCERT und ARTE.TV übertragen.

MONTAGSSTÜCK XVII & Online-Premiere DER ROSENKAVALIER live auf STAATSOPER.TV

Das Montagsstück XVII am 8. März 2021 gestalten Bariton Christian Gerhaher und Tenor Klaus Florian Vogt mit Gerold Huber am Klavier. Das musikalische Dreiergespann präsentiert Gustav Mahlers Das Lied von der Erde in der Klavierfassung. Außerdem können sich Interessierte als Statist im Rahmen dieser Vorstellung bewerben.
Am Sonntag, den 21. März, feiert Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier ab 15:30 Uhr Online-Premiere. Die Neuproduktion, inszeniert von Barrie Kosky, steht unter der musikalischen Leitung des designierten Generalmusikdirektors Vladimir Jurowski. In den Hauptrollen singen Marlis Petersen, Katharina Konradi, Christof Fischesser und Samantha Hankey. Die Premiere wird live zeitversetzt auf STAATSOPER.TV, BR KLASSIK, BR KLASSIK CONCERT und ARTE.TV übertragen.

MONTAGSSTÜCK XVII: DAS LIED VON DER ERDE

„Das Lied von der Erde ist der persönlichste Laut in Mahlers Schaffen, vielleicht in der Musik“, meinte Dirigent Bruno Walter über diese Komposition, in der Gustav Mahler die Intimität des Liedes mit der Monumentalität der Symphonie verschmolzen hat. Seine eigene Klavierfassung legt den Fokus auf den ersten dieser beiden Aspekte: Sie hört noch mehr nach innen und legt die filigrane Textausdeutung frei, mit der Mahler die Nachdichtungen altchinesischer Gedichte in Klang versetzt hat.
Das 1908/09 entstandene Werk offenbart die unaufgelöste Polarität von Diesseits und Jenseits, Werden und Vergehen, Leben und Tod.
Drei Musiker, die seit langem eng mit der Bayerischen Staatsoper verbunden sind, interpretieren im Montagsstück XVII das Lied von der Erde in der selten zu hörenden Version mit Klavier anstelle eines Orchesters: Klaus Florian Vogt, Christian Gerhaher und Gerold Huber.

MONTAGSSTÜCK XVII: DAS LIED VON DER ERDE
Mo, 8. März 2021, 20:15 Uhr
Kostenfreier Live-Stream auf
www.staatsoper.tv

Ab Mi, 10. März, 19:00 Uhr für 30 Tage on Demand erhältlich.
Ein 24-Stunden-Ticket kostet 9,90 Euro.
www.staatsoper.de/on-demand

Besucher Nummer 1 – Statistenaufruf

Im Rahmen der Montagsstücke sucht die Bayerische Staatsoper den sogenannten „Post-Kultur-Lockdown-Besucher Nummer eins“.
Wie einst König Ludwig II. aus der Königsloge ganz für sich allein ein Konzert erlebte, darf eine Statistin oder ein Statist das Montagsstück XVI: Das Lied von der Erde am 8. März in einer Art „Separatvorstellung“ – neben dem Publikum zuhause via Staatsoper.TV – im Nationaltheater erleben.
Interessierte können sich über ein Formular auf der Website der Bayerischen Staatsoper bewerben.

Die Statistin oder der Statist muss zuvor eine PCR-Testung an der Oper wahrnehmen, um am Montagsstück teilnehmen zu können. Diejenige oder derjenige wird im Stream zu sehen sein. Als Statisten kommen alle Opernfans ab 18 Jahre infrage.

Weitere Informationen finden Sie hier.

ONLINE-PREMIERE // DER ROSENKAVALIER live auf ARTE.TV & STAATSOPER.TV

Am 21. Februar 2021 findet ab 15:30 Uhr die Online-Premiere von Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier in der Inszenierung von Barrie Kosky und unter der musikalischen Leitung von Vladimir Jurowski statt. Die Vorstellung wird live zeitversetzt auf ARTE.TV, BR-KLASSIK CONCERT und STAATSOPER.TV ausgestrahlt sowie auf BR-KLASSIK im Radio übertragen. In den Pausen trifft BR-KLASSIK Moderator Maximilian Maier unter anderem Barrie Kosky und Vladimir Jurowski zum Gespräch.

Zur Besetzung

In den Hauptpartien sind Marlis Petersen (Feldmarschallin) und Christof Fischesser (Baron Ochs auf Lerchenau) zu erleben. Samantha Hankey (Octavian) und Katharina Konradi (Sophie) geben ihre Rollendebüts. Das Werk wird in einer Bearbeitung von Eberhard Kloke zur Aufführung kommen.

ONLINE-PREMIERE
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER
So, 21. März 2021, ab 15:30 Uhr
Kostenfreier Stream
www.staatsoper.tv

Ab Mi, 23. März, 19:00 Uhr für 30 Tage on Demand erhältlich.
Kostenlos
www.staatsoper.de/on-demand

Außerdem auf ARTE.TV, BR KLASSIK und BR-KLASSIK CONCERT.

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DIE WIENER STAATSOPER VERGIBT MIT LEHRBEGINN IM SEPTEMBER 2021 FÜNF LEHRLINGSSTELLEN

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Nicht nur die Förderung und Ausbildung junger Künstler*innen – in der Ballettakademie, der Opernschule sowie im neu gegründeten Opernstudio – ist der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren ein Anliegen. Weniger bekannt ist, dass das Haus am Ring hinter den Kulissen auch ein Lehrbetrieb ist: Bereits seit 2001 wird jeweils ein Lehrling im Beruf »Veranstaltungstechnik« ausgebildet, seit 2018 zwei Lehrlinge im Beruf »Maskenbildnerin«.

Mit Lehrbeginn im September 2021 sucht die Wiener Staatsoper nun wieder fünf Lehrlinge (m/w/d): Ausgebildet werden zwei Lehrlinge für Metallbearbeitung, ein Lehrling für Veranstaltungstechnik sowie zwei Lehrlinge für Tischlerei.

Die Lehrlinge erwartet eine umfassende und anspruchsvolle Ausbildung in einer der größten Kulturinstitutionen Österreichs. Ziel ist, dass sie nach positiver Absolvierung ihrer Lehrzeit in der Wiener Staatsoper fix beschäftigt werden.

Petra Bohuslav, kaufmännische Geschäftsführerin:
»Eines unserer ganz großen Ziele ist es, die Wiener Staatsoper für junge Menschen zu öffnen. So haben wir beispielsweise die Generalproben der Neuproduktionen für U27-Publikum zugänglich gemacht und investieren sehr viel in partizipative Kultur-Vermittlungsformate. Nachdem die Wiener Staatsoper aber nicht nur eine internationale Kulturinstitution, sondern als wirtschaftlicher Betrieb auch Arbeitgeber für fast 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, freue ich mich ganz besonders, dass wir auch in dieser Funktion unser Haus öffnen und jungen Menschen die Möglichkeit geben, hier bei uns ihre Ausbildung zu absolvieren«.

Die Berufswelten (Auszug):

Die Lehrlinge für Metallbearbeitung (Lehrzeit: 3 Jahre) stellen u. a. einschlägige metallische Werkstücke und Bauteile her, konzipieren Skizzen und technische Zeichnungen, sind zuständig für das Fertigen, Zusammenbauen von Bauteilen und Geräten, Wartungsarbeiten, die Betreuung von Proben und Vorstellungen und die Auf-, Ab- und Umbauarbeiten von Kulissen und Bühnendekorationen im Team.

Im Bereich Veranstaltungstechnik (Lehrzeit: 3,5 Jahre) arbeitet der/die neue Kolleg*in bei der Vorbereitung und Planung von Veranstaltungen aller Art aus technischer Sicht mit und ist für die technischen Aufbauten und Anlagen zuständig; für die Installation und Montage von Ton- und Lichtanlagen und steht in engem Kontakt mit den Produktionsteams.

Die Lehrlinge für Tischlerei (Lehrzeit: 3 Jahre) erwarten die Fertigung und Montage von Möbelstücken und Bauteilen aus Holz, Holzwerk- und Kunststoffen, Reparaturarbeiten, die Betreuung von Proben und Vorstellungen in Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Arbeitsgruppen, sowie im Team die Auf-, Ab- und Umbauarbeiten von Kulissen und Bühnendekorationen.

Alle Informationen mit detaillierten Beschreibungen der Berufswelten, Voraussetzungen und Lehrlingsentschädigungen finden Sie auf unserer Website unter diesem Link.
Bewerbungen sind noch bis 7. März 2021 möglich.

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MÜNCHNER CORONA-MERKUR: Der Maggus war halt wieder flott auf der Öffnungsseite!

Umfrage-Wende im Corona-Lockdown: Deutsche wollen vor allem drei Lockerungen – und Spahn stürzt ab
Der Zuspruch zum GroKo-Krisenmangement ist laut einer Erhebung von 73 auf 35 Prozent gesackt. Viel mehr Menschen als zuletzt befürworten Lockerungen.

• Lange Zeit stand die Mehrheit der Deutschen hinter den harten Anti-Corona-Maßnahmen.
• Inzwischen ist die Stimmung laut einer Umfrage gekippt.
• Schlusslicht in der Öffnungs-Liste bilden demnach Sportveranstaltungen.

Berlin – Die Deutschen finden einer Umfrage zufolge: Es ist Zeit. Für Lockerungen. Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns* Mitte Dezember gibt es in den regelmäßigen YouGov-Umfragen eine Mehrheit dafür.

Das Meinungsforschungsinstitut ermittelte im Auftrag der dpa: 43 Prozent finden, nach dem Bund-Länder-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel* (CDU*) an diesem Mittwoch (3. März) sollte weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität.

Nur noch 26 Prozent seien für eine Beibehaltung, 9 Prozent für strengere Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.
Umfrage zu Corona-Lockdown: Diese drei Dinge sind den Deutschen besonders wichtig

Zum Vergleich: Anfangs standen noch 73 Prozent hinter den Maßnahmen von Bund und Ländern. Auch Anfang Januar waren es noch 65 Prozent. Vor der letzten Bund-Länder-Konferenz am 10. Februar war es dann nur noch die Hälfte der Befragten – inzwischen liegt der Anteil also bei 35 Prozent.

Was wollten die Befragten in der aktuellen YouGov-Erhebung am dringendsten gelockert sehen? Ein Überblick:

• 49 Prozent sagten, dass ihnen die Öffnung von Geschäften besonders wichtig ist.
• 43 Prozent wollten weniger strenge Regeln, mit wie vielen Menschen man sich treffen darf.
• 42 Prozent gaben an, dass ihnen die Öffnung von Restaurants besonders wichtig ist.
Erst dann folgten die Schulen mit 32 Prozent, deren Öffnung die Politik als besonders wichtig erachtet.
Die Öffnung von Dienstleistungsbetrieben wie Kosmetik- oder Massagestudios sind 18 Prozent besonders wichtig. Dahinter folgt die Möglichkeit, zum Beispiel in Fitnessstudios Sport zu treiben (16 Prozent). Am Ende der Prioritätenliste sind der Besuch von Kulturveranstaltungen (12 Prozent), das Reisen ohne Beschränkungen (11 Prozent), das Übernachten in Hotels (9 Prozent) und der Besuch von Sportveranstaltungen (5 Prozent) zu finden. Die Befragten konnten jeweils drei Bereiche nennen, die ihnen besonders wichtig sind.
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SALZBURGER LANDESTHEATER: „DIE ZAUBERFLÖTE“. Trailer und Bühnentechnik

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Die Golden Globes 2021

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Ich weine dem Kino nach, obwohl das „kollektive Erlebnis“ für mich ja nicht in einem rappelvollen Saal mit lebhaften Jugendlichen besteht, sondern in der Gesellschaft einer Handvoll Filmkritiker-Kollegen. Aber natürlich weiß man sich zu helfen, wenn auch zähneknirschend. Was die Streaming-Dienste bieten (und ich rede von Filmen, nicht von Serien, die wohl nur Zeitfresser sind), ist ja nicht so übel. Die meisten der Titel, die heuer beim „Golden Globe“ zum Zug kamen, habe ich solcherart schon gesehen.

Von Renate Wagner

Die „Golden Globes“ sind anders

Die „Golden Globes“ rangieren zeitlich vor den „Oscars“ und werden nicht von einer Kollegenschaft, sondern von Amerikas Auslandsjournalisten vergeben. Die denken einmal in zwei Dingen grundsätzlich anders als die Oscar-Academy: Erstens teilen sie die Filmwelt gewissermaßen in „enrst“ und „heiter“, sprich „Drama“ bzw. „Comedy / Musical“, aus der Erkenntnis, dass Heiteres bei den „Oscars“ kaum Chancen hat, weil immer nur das tremollierend „Dramatisch“ überzeugt. Darum auch die Chance für das heitere Genre, das ja bekanntlich nicht unbedingt das leichtere ist. Außerdem schauen sich die Auslandsjournalisten offenbar auch gern TV-Serien an und verleihen hier Preise. Das macht das Spektrum noch breiter und unübersichtlicher.

Aber halten wir uns einfach an die Filme

Die Sieger

„Nomandland“
Best Motion Picture – Drama
Best Director — Motion Picture: Chloe Zhao

Diese Entscheidung verwundert nicht wirklich, denn erstens ist es ein „politischer korrekter“ Film, wenn es je einen gab (allerdings war es die „Oscar“-Academy, die diese strenge Vorgabe erließ und damit zeigte, dass die lockeren Filmzeiten ein- für allemale vorbei sind). Und zweitens ist es ein guter, überzeugender Film. Die chinesisch-amerikanische Regisseurin Chloe Zhao blendet gänzlich unsentimental in das Leben einer weißen Unterschicht am Beispiel einer Frau, die in ihrem Wohnwagen durch die USA „nomadet“ und sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält (in einer Passage klebt sie auch im Akkord Pakete für Amazon zu). Nominierungen für bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin gab es auch noch, ebenfalls nicht überraschend, Frances McDormand ist immer großartig, allerdings mit ihrer kritisch verbissenen Miene auch immer dieselbe (oder soll man sagen: ganz sie selbst)…

„Borat Subsequent Moviefilm“
Best Motion Picture — Musical or Comedy
Best Actor in a Motion Picture — Musical or Comedy: Sacha Baron Cohen
Sacha Baron Cohen ist absolut nicht jedermanns Sache, und wenn er Borat und seine Tochter aus dem fernen Kasachstan in die USA schickt, ist auch auf die primitivste und obszönste Weise die Hölle los, wie man es eben von ihm gewöhnt ist. Allerdings ist die Satire auf die USA heute so infernalisch, dass man immer wieder gequält lacht, wenn Borat Schönheitschirurgen, Juden, Republikanern, Feministinnen begegnet, am Ende sogar Rudy Guiliani, und zwischendurch mit Trump-Maske seine Tochter schultert und unbedingt in den USA an einen reichen Mann verschenken will… (schau doch, welche Karriere Milena gemacht hat!) Das erfüllt so sehr auch die Rachegefühle des demokratischen Teils der USA, dass man die Überlegungen der Preiskrönung versteht. Dass Cohen, der als Darsteller allerdings kaum was leistet, bester Schauspieler geworden ist, macht fassungslos. Da hätte noch eher seine Partnerin Maria Bakalova, unter den besten Schauspielerinnen / Comedy nominiert, den Preis verdient… Aber da gab es Bessere.

„Minari“
Best Motion Picture — Foreign Language
Komplett seltsam fiel die Wahl für den besten „ausländischen“ Film aus, denn „Minari“ ist eine amerikanische Produktion (!), die allerdings von einer koireanischen Familie handelt, die versucht, in den USA der achtziger Jahre eine Farm zu betreiben. Da aber die Koreaner seit dem Vorjahr, als ihr Film „Parasite“ gleich zzweimal den „Oscar“ für den „Besten Film“ erhielt (was beide Male übertrieben war), offenbar schwer in der Gunst der Amerikaner stehen… was soll man sagen? Der dänische Konkurrent wäre in europäischen Augen interessanter gewesen.

Chadwick Boseman
Best Actor in a Motion Picture — Drama
Es war ein Akt des Respekts, einen Toten zu ehren – Chadwick Boseman, PoC, bekannt geworden als Comic-Held „Black Panther“ (was mehr eine körperliche als eine darstellerische Leistung war), ist im Vorjahr unvermutet verstorben. Man ehrt ihn für seine Rolle in seinem letzten Film, „Ma Rainey’s Black Bottom“. Die Hauptrolle in diesem Musikfilm über die legendäre schwarze „Ma Raney“ spielte allerdings Viola Davis, als beste Hauptdarstellerin nominiert, aber nicht gewählt.

Andra Day
Best Actress in a Motion Picture — Drama
Andra Day, PoC, hierzulande noch nicht bekannt, landete eine große Titelrolle in „The United States vs. Billie Holiday“, die Jazz-Sängerin Billie Holiday, die unter dem Vorwand von Drogenmissbrauch, aber im Grunde aus rassistischer Schikane ins Kreuzfeuer der amerikanischen Bundesbehörden geriet.

Rosamund Pike
Best Actress in a Motion Picture — Musical or Comedy
Viele Jahre lang sah man die Britin Rosamund Pike immer wieder auf der Leinwand, ohne je Besonderes zu erwarten oder zu bekommen. Das änderte sich schlagartig 2019 mit ihrer bemerkenswerten Leistung als Marie Curie. Und die Darstellung einer geldgierigen und machtbesessen Frau, die unter strahlend-blondem Lächeln vorgibt, nur das Beste ihrer Mitmenschen im Sinn zu haben (während sie ihre Konten plündern will), ist tatsächlich eine Meisterleistung erster Ordnung. Schade, dass der Film „I Care A Lot“, der so sozialkritisch beginnt, dann in eine Mafia-Posse abrutscht.

Daniel Kaluuya
Best Actor in a Supporting Role in Any Motion Picture
Der junge Brite Daniel Kaluuya, PoC, der vor zwei Jahren nachdrücklich in der „schwarzen Bonnie & Clyde“- Version „Queen & Slim“ aufgefallen ist, spielt in „Judas and the Black Messiah“ als Fred Hampton zwar eher die Haupt- als die Nebenrolle, aber das wiederholt sich bei der weiblichen „Nebenrollen“-Darstellerin. Hier geht es um die schmutzigen Tricks, mit denen das FBI (Martin Sheen als J.Edgar Hoover) die Black Panther-Bewegung infliltrierte, um den Bürgerrechtler Fred Hampton auszuschalten (was ihnen auch gelungen ist).

Jodie Foster
Best Actress in a Supporting Role in Any Motion Picture
Jodie Foster ist nach gefühlter sehr langer Pause wieder da, und sie spielt in „The Mauritanian“ die Bombenrolle einer Anwältin, die sich für einen nordafrikanischen Häftling in Guantanamo einsetzte, den man nach 14 Jahren ohne Entschuldigung entließ, weil man ihm nie irgendetwas nachweisen konnte. Es ist eine wahre Geschichte, die der Betroffene, Mohamedou Ould Slahi, aufgezeichnet hat. Jodie Foster als stur überzeugte Frau, die sich „Terroristen-Anwältin“ schimpfen lassen muss, ist das Atout des Films, obwohl Tahar Rahim auch als Bester Hauptdarsteller nominiert wurde.

„The Trial of the Chicago 7“
Best Screenplay — Motion Picture
Aaron Sorkin, dessen Geschicklichkeit im Umgang mit historischen Stoffen verbürgt ist, hat mit „The Trial of the Chicago 7“ ein aufregendes Stück amerikanischer Geschichte mit ungeheurer Bewegtheit auf die Leinwand gebracht (er wurde auch als Regisseur nominiert, desgleichen gab es eine Nominierung als „Bester Film“). Es geht um den Prozeß, den man 1968 jenen Männern machte, die sich an (durchaus gewaltsamen) Anti-Vietnam-Demonstrationen beteiligt hatten. Einer von ihnen war übrigens jener Tom Hayden (gespielt von Eddie Redmayne), der später Jane Fonda geheiratet hat – jene Jane Fonda, die bei dieser Verantstaltung einen Ehren-„Globe“ erhielt und ihre lebenslange Kritik an der US-Politik auch hier wieder anbrachte.

Die erfolglos Nominierten und dennoch Bemerkenswerten:

„Another Round“
Nominiert: Best Motion Picture — Foreign Language
Der dänische Konkurrent um den „Besten Film“ wird bei uns unter dem Titel „Der Rausch“ laufen (Originaltitel: Druk), wobei Regisseur Thomas Vinterberg mit einem atemberaubenden Mads Mikkelsen in der Hauptrolle zeigt, wie man übermäßigen Alkoholkonsum rationalisieren kann – und wohin es führt.

„News of the World“
Nominiert: Best Actress in a Supporting Role in Any Motion Picture : Helena Zengel
Dieser Film, in dem ein unvergleichlich überzeugender Tom Hanks als „Geschichtenerzähler“ durch die Fährnisse des Wilden Westens zieht, wäre mein persönlicher Favorit gewesen (für Film, Buch, Regie und natürlich Hanks in der Hauptrolle). Doch die einzige Nominierung, die es gab, galt der zwölfjährigen deutschen Darstellerin Helena Zengel, was die deutsche Presse in Aufregung versetzt hat, aber woraus leider nichts wurde. Ihr Zusammenspiel mit Hanks erzählt die Geschichte des alten Mannes und des halben Kindes kitschlos-neu, stellenweise atemberaubend.

„One Night in Miami“
Nominiert: Best Director — Motion Picture: Regina King
Nominert; Best Actor in a Supporting Role in Any Motion Picture: Leslie Odom, Jr.
Es scheint, die Jury habe gemeint, bereits genug für „schwarze Filme“ getan zu haben – und dabei übersah man den besten von allen. Denn wie Regina King in jener Nacht vom 25. Februar 1964 Cassius Clay (Eli Goree), der eben Sonny Liston besiegt hat, mit Malcolm X (Kingsley Ben-Adir), dem Sänger Sam Cooke (Leslie Odom Jr.) und dem Football-Star Jim Brown (Aldis Hodge) im Hampton House Motel zusammen kommen lässt, ist ein Meisterstück: Denn hier beschließen vier hoch intelligente schwarze  Männer, dass es mit der Situation der Schwarzen in den USA nicht so weiter gehen kann…

„Promising Young Woman“
Nominiert: Best Motion Picture — Drama
Nominiert: Best Director — Motion Picture: Emerald Fennell
Nominiert: Best Actress in a Motion Picture — Drama: Carey Mulligan
Der Film ist eine Wucht, aber es ist Carey Mulligan, die hier überwältigt: eine zweifellos gestörte junge Frau, die bereit ist, sich selbst zu opfern, um Rache an rücksichtslosen Männern zu üben, die mit brutaler Gewalt über Frauen hinwegtrampeln und straflos ausgehen. Ein Film, der in seiner Intensität beklemmend wirkt.

„The Father“
Nominiert: Best Motion Picture — Drama
Nominiert: Best Actor in a Motion Picture — Drama: Anthony Hopkins
Nominiert: Best Screenplay — Motion Picture: Florian Zeller, Christopher Hampton
Nominiert: Best Actress in a Supporting Role in Any Motion Picture: Olivia Colman
Das ist wohl der große Verlierer dieser „Golden Globe“- Verleihung. Gewiß, wir kennen das Stück vom dementen Vater, das Florian Zeller geschrieben hat und das hierzulande bereits im Theater zu sehen war. Es ist ein bisschen kalkuliert und kein Meisterwerk. Aber für den Film hat auch Christopher Hampton Hand angelegt, und wer behauptete, dass Anthony Hopkins nicht alles, absolut alles zum Erlebnis machen könnte, der irrt.

 Mank
Best Motion Picture — Drama
Best Director — Motion Picture: David Fincher
Best Screenplay — Motion Picture: David Fincher
Best Actor in a Motion Picture — Drama: Gary Oldman
Best Actress in a Supporting Role in Any Motion Picture: Amanda Seyfried
Und noch ein unverständlicher Verlierer. „Mank“ ist die Geschichte des Drehbuchautors Herman J. Mankiewicz (wieder eine der großen Verwandlungen von Gary Oldman), der sich 1941 in die Mojave-Wüste zurück gezogen hatte, um für Orson Welles das Drehbuch zu „Citzien Kane“ zu schreiben. Gewiß, es ist auch für den Zuschauer (je mehr er weiß, umso mehr hat er von dem Film) eine Insider-Story, in der die ganzen Verrückten von Hollywood herumrennen und die absolut irrationale Atmosphäre der Filmwelt nachzeichnen. In Schwarzweiß gedreht, fühlt man sich in die Epoche der „Noir“-Klassiker zurück versetzt. Ein Vergnügen der besonderen Art.

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Leipzig: „Der Schwan von Pesaro“ landet vor der Oper oder Das Nachhausekommen des Dr. Dietrich Wolf

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„Die Dramaturgin Marita Müller bei ihrem engagierten und liebevollen Nachruf, neben ihr hält Lothar Wittke ein Erinnerungsfoto  von Dr. Wolf.“ Foto: Andreas Birkigt

Am 28. Februar trafen sich mit Maske und gebührendem Abstand aber innerer Verbundenheit 19 Menschen, aus vielen Sparten des Leipziger Kulturlebens, um eines der Ihren zu gedenken: des vor 20 Jahren verstorbenen langjährigen Operndramaturgen und Verfassers des RossiniRomans „Der Schwan von Pesaro“.

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Dr. Christiane Meine vor der Kaiser-Linde, Standort G240 vor der Leipziger Oper. Foto: Andreas Birkigt

Die Stadt Leipzig vergibt Baumpatenschaften, und so bekam der verdiente Dramaturg, der oft der „Marcel Prawy* (ehem. Chefdramaturg der Wiener Staatsoper) von Leipzig“ genannt wurde, den Gedenkbaum G240 direkt vor der Leipziger Oper! Als einen hochintellektuellen, feinsinnigen und edlen Menschen der von der Leidenschaft für Theater und Musik sein ganzes Leben lang besessen war, so wurde er von allen, die ihn kannten, einhellig beschrieben.

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Der Pädagoge Michael Riethmüller, Verleger Dr. Gerald Diesener beide Internationaler Förderverein Kurt-Masur-Institut e.V. zusammen mit Prof. Dr. Helmuth Loos Wagner-Verband Leipzig e.V. Foto: Andreas Birkigt

Die Vorsitzenden und Mitglieder der großen Leipziger Kulturvereine (Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V., Leipziger Romantik e.V., Internationaler Förderverein Kurt-MasurInstitut e.V.), der Schauspieler Prof. Friedhelm Eberle, MD Roland Seiffarth, der ehem. Opern- und Ballettdramaturg Lothar Wittke, der Verleger Dr. Gerald Diesener aber auch der Brigadegeneral a.D. Harald Fugger und viele andere Weggefährten und Kulturinteressierte waren gekommen, um dieses besonderen Mannes Dr. phil. Dietrich Wolf (1914 – 2001) zu gedenken.

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Der Schauspieler Prof. Friedhelm Eberle erinnert sich und freut sich auf die Lektüre des Rossini-Romans. Foto: Andreas Birkigt

Am 28. Februar jährte sich zum 229.mal der Geburtstag Gioacchino Rossinis und zum 29.mal das Erscheinen von Wolfs Rossini-Roman. (Rossini wurde bekanntlich am 29. Februar 1792 geboren, aber da 2021 kein Schaltjahr ist, mußte die Feier einen Tag vorverlegt werden).

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Der Jurist und Vorsitzende der Deutschen Rossini Gesellschaft e.V. Prof. Dr. Rüdiger Kern erläutert seine Recherchen zum Buch und spricht von seiner langjährigen freundschaftlichen Beziehung mit Dr. Wolf. Foto: Andreas Birkigt

Die langjährige Freundin und behandelnde Ärztin des Geehrten, Dr. Christiane Meine, die ehemalige Chefdramaturgin der Leipziger Oper Marita Müller und Prof. Dr. Rüdiger Kern, Vorsitzender der Deutschen Rossini Gesellschaft, würdigten Dr. Dietrich Wolf, und der hätte sicher mit Rossini zusammen herabsehend bei dem blauen Himmel und klarer Sicht über Leipzig seine Freude daran gehabt, so viele seiner alten und neuen Freunde hier unten zu sehen.

Ein besonderer Dank galt auch dem Amt für Stadtgrün und Gewässer für diesen kulturellen Beitrag.
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1.3.2021

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Burgenland/ Esterhazy Betriebe GmbH : Naturnahe Neugestaltung Seebad Rust. Tourismusprojekt in Zusammenarbeit mit der Freistadt Rust 

Das Seebad Rust gilt schon seit Jahren als ein besonderer naturnaher Erholungsort, der den unterschiedlichsten Besucherbedürfnissen gerecht wird. Egal ob Aktivitäten wie Surfen, Segeln oder Kajak fahren, eine gemütliche Ausfahrt mit dem Elektro-Boot und anschließend ein Kaffee mit Blick auf den See – das Seebad entspricht vielen Bedürfnissen.

Das Areal soll auch in Zukunft den stets wachsenden Ansprüchen der Gäste entsprechen und bedarf deshalb einer Neukonzeption mit saisonverlängerten Maßnahmen. Dabei werden alle Anforderungen des Natur-, Umwelt-, Wasser- und Landschaftsschutz einbezogen, die den strengen Kriterien des UNESCO Welterbe Fertő-Neusiedler See entsprechen. Für die Neugestaltung des Seebad Rust wird von der Freistadt Rust gemeinsam mit Esterhazy Immobilien ein Ideenwettbewerb unter Einhaltung dieser strengen natur- und landwirtschaftlichen Vorgaben ausgeschrieben. Der Wettbewerb wird von Knollconsult als Verfahrensbegleiter betreut, die Jury setzt sich aus Fach- und Sachpreisrichtern zusammen.

„Ziel der Freistadt Rust ist es, unser Angebot in allen Bereichen stetig zu verbessern. Das gilt im Besonderen auch für das Seebad Rust. So wurden in den letzten Jahren unter anderem ein neues Restaurant sowie ein Hotel errichtet. Nun wollen wir gemeinsam mit Esterhazy Immobilien für das Areal der Ruster Bucht ein zukunftsorientiertes Entwicklungskonzept erarbeiten. Hierzu werden gemeinsame Planungen für Investitionen in den nächsten 10 Jahren getätigt, um für geänderte und künftige Ansprüche gerüstet zu sein. Die Zusammenarbeit mit Esterhazy Immobilien läuft sehr gut. Beide Partner verfolgen ein Ziel: Die zu entwickelnden Modernisierungsschritte sollen die Attraktivität unseres Standortes für alle bestehenden NutzerInnen der Ruster Bucht erhalten, gleichzeitig sollen aber auch neue Gästeschichten angesprochen werden. „Dieses Projekt ist ein wichtiges für die Freistadt Rust und soll unseren Tourismus weiter stärken“, so Bürgermeister Mag. Gerold Stagl.

„Die Attraktivierung des Seebad Rust berücksichtigt alle natur- und landwirtschaftlichen Vorgaben, die in diesem sensiblen Naturraum gelten.  Für das Areal wird ein neues Mobilitätskonzept im Interesse der BesucherInnen und der Natur erarbeitet. Die Neugestaltung des Areals, der Ausbau der Gastronomie, Sanitäranlagen und Sportmöglichkeiten sowie der Bau von attraktiven Optionen für Schlechtwetter dienen der zukünftigen Saisonverlängerung des Tourismus am Standort Rust“, so Jürgen Narath, Leiter Esterhazy Immobilien. 

Bestehende Nutzungen werden bei der Neukonzeption natürlich bedacht und integriert werden. Außerdem soll es eine Lösung für KFZ-Stellplätze und Bootslagerplätze geben, die ebenfalls für die Winter- und Nebensaison funktioniert. Das Siegerprojekt für das Seebad Rust soll in fünf bis acht Jahren umgesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

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