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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 25. JULI 2018)

25.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 25. JULI 2018)

HEUTE IN BAYREUTH: Premiere von Wagners „Lohengrin“

Der „Lohengrin“ wartet mit großen Namen auf: Piotr Beczala in der Titelrolle und Anja Harteros als Elsa werden erstmals auf dem „Grünen Hügel“ auftreten. Waltraud Meier, die erstmals 1983 auf der Bayreuther Bühne stand, wird nach 18-jähriger Abstinenz wieder auf den Hügel zurückkehren und die Rolle der Ortrud übernehmen.


Yuval Sharon. Foto: Youtube

Nach der mittlerweile schon legendären „Ratteninszenierung“ des Lohengrin von Hans Neuenfels gibt es in der Bayreuther Festspielsaison 2018 eine Neuproduktion dieses Werks zu erleben. Weltweit warten die Wagnerfans gespannt darauf, wie Regisseur Yuval Sharon gemeinsam mit dem Künstlerpaar Neo Rauch und Rosa Loy für Bühne und Kostüm den „Schwanenritter“ in Szene setzen wird. Rauch gehört zu den international bekanntesten deutschen bildenden Künstlern. Erst vor Kurzem hat er in einem Zeitungsinterview betont: „Ich arbeite an der Wiederverzauberung der Welt“. So gesehen ist die märchenhafte Sagenwelt des Lohengrin die ideale Oper für den Maler.

BR-Klassik streamt (kostenlos, jedenfalls bei Nutzern mit Flatrate); hier der Link:

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1485790.html

Ob der Stream in Österreich auch zu erleben ist, weiß ich nicht. Soweit ich mich erinnern kann, waren wir im Vorjahr „ausgesperrt“

Auf jeden Fall übertragen aber die Kinos

ZUR LISTE DER TEILNEHMENDEN KINOS


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In eigener Sache. Grundsätzlich berichte ich nicht über „Highlights“ oder über „Tickets“. Seit Jahren streiche ich auch der Oper Frankfurt und anderen Häusern, die Presseaussendungen senden, diese Anglizismen und ergänze Sie durch „Höhepunkte“ und „Karten“. So auch bei nachstehender Aussendung des Münchner Gärtnerplatztheaters.

Ich habe es nicht nötig, als „cool“ zu erscheinen!

A.C.
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MÜNCHEN/ GÄRTNERPLATZTHEATER: Höhepunkte der Saison 2017|2018

Bildergebnis für gärtnerplatztheater

Presseaussendung des Gärtnerplatztheaters.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir blicken mit großer Freude auf die erfolgreiche erste Spielzeit des Staatstheaters am Gärtnerplatz im wiedereröffneten Haus zurück. Eine Saison, die viele bisherigen Rekorde überbietet:

mit über 4 ½ Mio. EUR Einnahmen aus dem Kartenverkauf

bei einer Auslastung von 96%

mit 148.659  Zuschauern, die 221 Vorstellungen besuchten

davon 23.029 Schüler- und Studentenkarten

mit einer Abo-Steigerung von 96,90% zum Vorjahr

über 71.000 Euro sind über die Stuhlpatenschaften für die Nachwuchsförderung eingenommen worden. Es sind noch Stühle verfügbar.

3.200 Besucher kamen bereits am ersten Tag, dem 8. Oktober 2017 ins Gärtnerplatztheater zum Tag des offenen Zuschauerraums und zur Premierenmatinee DIE LUSTIGE WITWE.

           Das Gärtnerplatztheater hat sich im europäischen Raum als Uraufführungshaus positioniert.


Jennifer O’Loughlin als „Maria Stuarda“. Copyright: Christian POGO Zach

In allen Sparten konnte das Gärtnerplatztheater Zuwachs verzeichnen. Besonders gefragt waren wunderbare Opern-Klassiker wie DIE ZAUBERFLÖTE oder HÄNSEL UND GRETEL, aber auch die Jugendoper WEISSE ROSE. Ein Höhepunkt war zweifellos Donizettis Oper MARIA STUARDA. Die Operette DIE LUSTIGE WITWE wurde als Eröffnungspremiere stürmisch gefeiert, ein Operetten-Highlight war in diesem Jahr Peter Konwitschnys Inszenierung DER TAPFERE SOLDAT. Die Sing-Along-Vorstellung IM WEISSEN RÖSSL war ein so großer Erfolg, dass wir sie in der kommenden Spielzeit wiederholen werden. Das Musical PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE als deutsche Erstaufführung landete mit immer ausverkauften Vorstellungen und einem unglaublich begeisterten Publikum einen Hit, nicht zu vergessen die legendäre MY FAIR LADY, ebenfalls vom Publikum unendlich gefeiert. Für die Uraufführung des Musicals PUMUCKL konnte es wohl kaum einen passenderen Ort als das Gärtnerplatztheater geben. Alt und Jung ließen sich gleichermaßen von dem Kobold mit den roten Haaren verzaubern.


„La strada“. Copyright: Marie-Laure Briane

Ballett-Höhepunkte waren ein experimentierfreudiger NUSSKNACKER, Marco Goeckes umwerfende Choreographie LA STRADA und die kultige Dance Soap MINUTEMADE. Und nicht zuletzt konnte das Junge Gärtnerplatztheater mit dem stets ausverkauften mobilen Musiktheater RITTER ODILO in zahlreichen Grundschulen in und um München Schüler und Lehrer beglücken, und die Gärtnerplatz Jugend zeigte ihr Können mit dem Musiktheaterstück JE SUIS FAUST.

Zum Saisonendspurt präsentieren wir bis 27. Juli die legendäre Rockoper JESUS CHRIST SUPERSTAR in der Inszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger und am 28. Juli die Abschlusspräsentation »Frei zur Uraufführung!« des MUT-Autorenwettbewerbs 2018.

Die Saison 2018|2019 startet mit Mozarts Oper DIE ZAUBERFLÖTE am 16. September. Als Eröffnungspremiere zeigt das Gärtnerplatztheater die Oper DANTONS TOD von Gottfried von Einem in der Inszenierung von Günter Krämer und unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall am 11. Oktober. Der Vorverkauf läuft.

Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen, unter www.gaertnerplatztheater.de, Tel. 089 2185 1960 oder tickets@gaertnerplatztheater.de

Weitere Informationen finden Sie unter www.gaertnerplatztheater.de

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ORF / Heute: „Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“ am 25. Juli um 20.15 Uhr in 3sat 

Bildergebnis für 3sat

Wien (OTS) – Die „alte“ Welt, in der Männer noch Männer waren und Frauen nur Frauen, die Farbe Rosa für Mädchen stand und Hellblau für Buben, scheint zu wanken. Die Dokumentation „Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“ von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber hinterfragt am Mittwoch, dem 25. Juli 2018, um 20.15 Uhr in 3sat althergebrachte Rollenbilder und die – scheinbaren – Kategorien von Männlichkeit und Weiblichkeit.

Nach der Anerkennung des dritten Geschlechts durch den Österreichischen Verfassungsgerichtshof am 29. Juni muss es künftig neben „weiblich“ und „männlich“ einen dritten Geschlechtseintrag im Behördenregister geben. Auch abseits dieses Entscheids löst sich die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau immer mehr auf. Welche Rolle spielt das Geschlecht in unserer Gesellschaft? Und was bedeutet es, zwischen den Geschlechtern zu stehen? Sexismusdebatte, Ehe für alle, drittes Geschlecht. Wir befinden uns in einem Umbruch, einer Erschütterung jahrhundertealter Traditionen: Im deutschen Personenstandsrecht, so entschied das deutsche Bundesverfassungsgericht, muss es künftig mehr als zwei Geschlechter geben. Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Männermagazins „Playboy“ ziert zum Beispiel eine Transsexuelle den Titel. Was heutzutage als „normal“ gilt, wird gerade neu verhandelt. Knapp über drei Prozent der deutschen, österreichischen und Schweizer Bevölkerung befinden sich zwischen „Mann- und Frausein“. Entweder weil sie heute ein anderes Geschlecht haben als bei ihrer Geburt oder weil sie sich weder mit dem einen noch mit dem anderen identifizieren.

Erhebliches Aufsehen erregt die „Toilettenfrage“. Soll es für Menschen, die sich weder als Mann oder Frau fühlen, eigene Klos in öffentlichen Gebäuden geben? Oder soll hier die Einteilung nach Geschlecht abgeschafft werden? Eine Frage, mit der Menschen wie Katta täglich konfrontiert werden. Katta versteht sich als nicht-binär: „Es geht ja nicht darum, dass ich etwas Besonderes sein will. Selbst bei einem Formular, wenn man die Adresse ausfüllt, wenn man Katzenfutter bestellt, ist die Option „Mann oder Frau“ Pflichtfeld. Beides trifft aber für mich nicht zu. Ich will einfach nur so akzeptiert werden, wie ich bin.“ Laut Umfragen lehnen in den USA zwölf Prozent der 20-Jährigen ab, sich in die Kategorien Mann und Frau einzuordnen, auf Facebook kann man derzeit aus 60 verschiedenen Angeboten wählen, wie „genderfluid“ oder „gendervariabel“.

Erik Schinegger allerdings hatte nicht die Wahl, er hat den „Geschlechterslalom“ am eigenen Leib erfahren. 1966 wurde er, damals noch als Erika Schinegger, mit 18 Jahren Abfahrtsweltmeisterin. Im Zuge eines Chromosomentests stellte man fest: Erika, der heute Erik heißt, war genetisch eindeutig ein Mann – allerdings mit nach innen gewachsenen Geschlechtsteilen. Er selbst wusste bis zu dem Moment nichts davon: „Bin ich denn gar nix?“, fragte er sich damals. Die Medaille musste der heute 70-Jährige zwar nicht zurückgeben, doch die Sportkarriere war ein für alle Mal beendet. Nach seiner Geschlechtskorrektur wurde er zum regelrechten Macho – natürlich mit Porsche. In unzähligen Kartons, Alben und Fotowänden hat er seine Erinnerungen archiviert, lässt die Stationen seiner Geschichte Revue passieren: „Mein ganzes Leben war ein Kampf. Vergessen kann ich das nicht.“ Dennoch hatte Schinegger geradezu Glück im Unglück, denn viele intersexuelle Kinder werden nach wie vor ohne medizinische Notwendigkeit operiert, zur Frau oder zum Mann gemacht.

Die Einteilung der Welt in Rosa und Hellblau ist heute so sichtbar wie nie, immer mehr Produkte sind vermeintlich auf Männlein oder Weiblein abgestimmt. Stevie Schmiedel, Gründerin der Initiative „Pinkstinks Germany“ sagt: „Gendermarketing verstärkt alte Rollenbilder. Früher gab es „Bobbycars“, LEGO oder „Überraschungseier“. Heute gibt es für Mädchen rosa Autos, für Burschen blaue. Also hat sie sich einen „Positiv-Preis“ für Firmen überlegt, die eben genau nicht mit stereotypen Bildern arbeiten. Doch auch der Backlash lässt nicht auf sich warten, vielen geht der „Genderwahn“, das „Genderwirrwarr“ definitiv zu weit. Wie dem streitbaren Kolumnisten Harald Martenstein, der sich in dem Film mit Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, einen verbalen Schlagabtausch zu folgenden Themen liefert: Geschlecht, Binnen-I, Quotenfrauen, typisch männliches beziehungsweise weibliches Verhalten sowie Political Correctness. Außerdem gehen sie der Frage nach, ob wir heutzutage eine „Kultur des Beleidigt-Seins“ pflegen.

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SOMMERKONZERTE WIENERWALD 2018: Ein Kreativschub für die Jugend

Keine Strauß’schen Geschichten aus dem Wienerwald, doch einen duftigen Strauß klassischer Musik aus dem Wienerwald haben die heurigen Sommerkonzerte in Schloß Hunyadi (Maria Enzersdorf/Mödling) geboten. Neben dem Abenden mit österreichischen Streichervirtuosen (die Geiger Christian Altenburger und Daniel Auner, Cellist Thomas Auner) ist aber vorbildlich anzusehen, dass hier auch der Förderung von Nachwuchsmusikern alljährlich ein richtiger Schub gegeben wird. Die prima la musica-PreisträgerInnen der Niederösterreichischen Musikschulen wie des Bundesbewerbes durften sich hier am Podium vorstellen, und in einer Bach-Matinee wie im Abschlusskonzert präsentierte sich die große Schar der Teilnehmer des Musikseminars Wienerwald 2018 ….. aus aller Welt hierher gekommen, Südamerikaner, Koreaner …. Zu spüren ist, dass hier gegenüber der sich im Lauf der Jahre gewandelten heimischen Musikkultur – ist zu einem reinen internationalen Musikmarkt geworden – positive Akzente zu setzen versucht werden.

Meinhard Rüdenauer

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