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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 22. SEPTEMBER 2021)

22.09.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 22. SEPTEMBER 2021)

WIEN: Ab 1. Oktober Ungeimpfte dürfen nicht mehr in die Staatsoper oder ins Burgtheater

Impfungen: Das ist bei Diabetes wichtig | Diabetes Ratgeber

Die 2G-Regel in Wien hat zur Folge, dass ab 1. Oktober Ungeimpfte weder in die Staatsoper und ins Burgtheater noch ins Austria- und Rapid-Stadion dürfen. Bundestheater-Chef begrüßt die Regelung.
https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/6036995/Ab-1-Oktober_Ungeimpfte-duerfen-nicht-mehr-in-die-Staatsoper-oder

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HEUTE IM LINZER BRUCKNERHAUS (19,30 h)

Waltraud Meier,
Günther Groissböck &
Sir Antonio Pappano
Liederabend

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Sir Antonio Pappano (Klavier)

Programm

Hans Rott (1858–1884)
Der Sänger (1880)**
Geistesgruß (ca. 1876–77)**
Wandrers Nachtlied (1876)**
Anton Bruckner (1824–1896)
Im April, WAB 75 (vor 1865)**
Herbstkummer, WAB 72 (1864)**
Mein Herz und deine Stimme, WAB 79 (1868)**

Hugo Wolf (1860–1903)
Drei Gedichte von Michelangelo (1897)**
„Wohl denk’ ich oft“
„Alles endet, was entstehet“
„Fühlt meine Seele“
Sechs ausgewählte Lieder aus:
Gedichte von Eduard Mörike (1888)*
In der Frühe, Nr. 24
Denk’ es, o Seele!, Nr. 39
Wo find’ ich Trost?, Nr. 31
Das verlassene Mägdlein, Nr. 7
Verborgenheit, Nr. 12
Gesang Weyla’s, Nr. 46

– Pause –

Gustav Mahler (1860–1911)
Zwölf ausgewählte Lieder nach Texten der Sammlung
Des Knaben Wunderhorn
Lob des hohen Verstands (1896)**
Rheinlegendchen (1893)*
Revelge (1899)**
Der Schildwache Nachtlied (1892)*
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Das irdische Leben (1892–93)*
Zu Straßburg auf der Schanz’, Nr. 1 aus:
Lieder und Gesänge, Heft III (1887–90)**
Lied des Verfolgten im Turm (1898)*
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Wo die schönen Trompeten blasen (1898)*
Selbstgefühl, Nr. 5 aus:
Lieder und Gesänge, Heft III (1887–90)**
Des Antonius von Padua Fischpredigt (1893)*
Der Tamboursg’sell (1901)**
Urlicht (1893)*

Waltraud Meier & Günther Groissböck mit Sir Antonio Pap
Waltraud Meier

Liederabend mit Pappano, Meier und Groissböck beim Brucknerfest
Günther Groisböck

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DONNERSTAG STREAM AUS DEM WIENER GARTENPALAIS LIECHTENSTEIN

Donnerstag wird der LVHF Prolog 2021 aus dem Gartenpalais in Wien mit Collegium 1704 und Collegium Vocale 1704 live übertragen.

Die Sendung beginnt um 19.10 Uhr, Auf dem Programm stehen geistliche Werke von Antonio Vivaldi, darunter Dixit Dominus RV595, das in der einzigen Abschrift in der Welt im Archiv des Ritterordens vom Roten Stern existiert, und die Welt-Uraufführung eines Stücks von Johann Melchior Pichler.

Programm: https://www.lvhf.cz/de/cz-program-koncertu-collegium-1704-collegium-vocale-1704/

Karten

Link auf LVHF YouTube: https://youtu.be/eqhwz0lh_Bs

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OPER FRANKFURT: GEORG FRIEDRICH HÄNDEL: AMADIGI

Premiere / Frankfurter Erstaufführung vom 25. September 2021

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Brennan Hall, Kateryna Kasper. Foto: Barbara Aumüller für Oper Frankfurt

Opera seria in drei Akten
Text vermutlich von Nicola Francesco Haym, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Roland Böer
Inszenierung: Andrea Bernard
Bühnenbild: Alberto Beltrame
Kostüme: Elena Baccaro
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

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Brennan Hall, Elizabeth Reiter. Foto: Barbara Aumüller für Oper Frankfurt

Amadigi: Brennan Hall
Oriana: Kateryna Kasper
Melissa: Elizabeth Reiter
Dardano: Beth Taylor

Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

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MANNHEIM: Neues Opernstudio am NTM stellt sich vor – Konzerte am 25. September

Die neuen Mitglieder des Internationalen Opernstudios am Nationaltheater Mannheim (NTM) stellen sich erstmals bei zwei Benefizkonzerten des Richard-Wagner-Verbandes Mannheim-Kurpfalz e. V. am Samstag, den 25. September um 15.30 Uhr und 18 Uhr in der Pfingstbergkirche Mannheim-Rheinau unter dem Motto »Junge Stimmen« dem Publikum vor.

Rebecca Blanz, Haesu Kim, Serhii Moskalchuk und Maria Polanska geben ihr Debüt unter anderem mit Werken von Mozart, Tschaikowski, Schubert und Verdi. Naomi Schmidt, die musikalische Leiterin des Opernstudios, begleitet die vier jungen Talente am Klavier, während Thomas Hermann, Operndirektor für den musikalischen Bereich, die Konzerte moderiert.
Der Erlös fließt in Meisterklassen und Workshops, die die umfassende Ausbildung im Opernstudio abrunden.

Das Internationale Opernstudio des NTM dient als Nachwuchsplattform für junge Sänger*innen, um den Übergang zwischen Studium und Berufseinstieg zu erleichtern. Bis zu zwei Spielzeiten erhalten die Mitglieder des Opernstudios die Möglichkeit, ihre sängerischen, künstlerischen und darstellerischen Fähigkeiten auszubauen und eine künstlerisch anspruchsvolle Gesangskarriere zu starten.

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„Immer bekam der blöde Tenor die Dame“. Bernd Weikl beim Richard-Wagner-Verband Wien

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Dr. Thomas Trabitsch, Direktor des Theatermuseums Wien und KS Bernd Weikl nach der Übergabe der Falstaff- Puppe im  Palais Lobkowitz im Gespräch. Foto: Privat

Wie schade, daß Agnes Pistorius, vormals Kuratorin für die Sammlungen: Gemälde und Künstlerandenken des Wiener Theater Museums, diesen Abend nicht mehr erlebt hat (sie verstarb Ende August). Als man ihr von Bernd Weikls Falstaff-Inszenierung in Kaiserslautern 2010 und von der Funktion der Falstaff-Puppe darin erzählte, war sie fasziniert: Eine Puppe, die nicht Requisit, sondern Mitspieler ist, das ist, wenn nicht singulär, so doch sehr selten. Frau Pistorius ruhte nicht, bis sie sie für die Puppensammlung des Museums bekam. Zur Übergabe am 9. September kam Bernd Weikl nach Wien.

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Foto: Pfalztheater Kaiserslautern

In seiner Inszenierung war die Puppe einerseits Stellvertreter des Darstellers, wurde z.B. statt seiner ins Wasser geworfen. Sie war aber gleichzeitig auch sein früheres Ich, der schlanke, junge Page des Herzogs von Norfolk, dem es zweifellos leichter gefallen wäre, die Damen Alice und Meg zu erobern, als dem abgetakelten Sir John. Deshalb schob er bei seiner Werbung immer wieder sein anderes Ich vor, die Damen sollten ihn so wahrnehmen, wie er einmal war. Da man aber „immer die/der gleiche ist“, wie die Marschallin weiß, fühlte sich auch der alte Falstaff zweifellos durch sein Alter ego verjüngt.

Der Titel für den Abend, zu dem der Wiener Wagner-Verband anlässlich der Übergabe der Puppe einlud, ist (natürlich) ein Zitat von Bernd Weikl. Präsidentin Liane Bermann paraphrasierte, der Bariton sei „das ärmste Schwein der Oper“. Oft wurde allerdings betont, dass der Bariton, zumal in der Oper des 20. Jahrhunderts, „der Mensch in seinem Widerspruch“ sei, was ihn von den Heldentenören unterscheide, die oft Märchenfiguren ohne psychologische Tiefe seien: Siegfried ist ebensowenig menschlich wie Superman. Wozzeck, der Prinz von Homburg Henzes, Rigoletto, Renato im Maskenball, Posa, Iago, Hans Sachs… sind problematische Charaktere und insofern sehr dankbare Rollen (auch, wenn zuletzt ein anderer das Mädel kriegt).

Vor einem zahlreichen Publikum verwies Weikl auf wichtige Stationen seiner Biographie und gab viel Persönliches preis. Eines seiner ersten Bücher – inzwischen hat er eine ganze Reihe veröffentlicht, zu ganz unterschiedlichen Themen – trug den (natürlich nicht ironiefreien) Titel Meine Weltkarriere als Opernsänger. Trotz mancher Rückschläge und Absagen, die zweifellos schmerzlich waren, entwickelte sich diese Karriere alles in allem bemerkenswert zügig und geradlinig: Im Alter von dreißig Jahren sang er erstmals bei den Bayreuther Festspielen, von 1972 bis 1996 trat er 25 Spielzeiten in Folge in Bayreuth auf, bevor er sich zum Rücktritt entschloss. 1972 debütierte er auch an der Wiener Volksoper, wenig später an der Staatsoper.

Dass bei negativen Kritiken z.B. in Amerika Deutschenfeindlichkeit eine Rolle spielt, wie Weikl annimmt, ist nicht unwahrscheinlich (unser aller Denken ist viel mehr von nationalen Stereotypen geprägt, als wir wahrhaben wollen). Allerdings sind, um Frau Bermann zu variieren, die Kritiker die ärmsten Schweine im Opernbetrieb. Wenn (wie kürzlich zum x-ten Mal an Pasquinis Idalma bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zu beobachten) zwei, durchaus erfahrene, Kritiker sehr ähnliche Beobachtungen machen, aber zu diametral entgegengesetzten Wertungen kommen, wird klar, dass man Opernkritiken in etwa den Verbindlichkeitsgrad der Horoskope in Tages- und Wochenzeitungen zugestehen sollte. Wenn freilich Intendanten, Operndirektoren, das künstlerische Betriebsbüro… die Kritiken zur Grundlage ihrer Engagements machen, weil sie selbst nicht über Kriterien für die Beurteilung von Sängerleistungen verfügen, wird es grotesk, da hat Bernd Weikl völlig recht.

Das Publikum verabschiedete den in Wien sehr beliebten Sänger mit langem, herzlichen Beifall.

Prof. Dr. Albert Gier

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KS Bernd Weikl mit seinem alter ego aus der legendären Falstaff-Inszenierung von 2010  – die nun ihr neues Zuhause im Theater-Museum der Stadt Wien gefunden hat. Foto: Privat

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Szenenfoto aus der Falstaff-Inszenierung 2010 am Pfalztheater Kaiserslautern. Copyright: Pfalztheater Kaiserslautern.

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AUS UNSEREN JUBILÄEN:Anna TOMOWA-SINTOW wird heute 80 (22.9.)

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 Ihre Mutter sang im Opernchor in Stara Zagora; sie stand dort bereits als Kind der Butterfly auf der Bühne. Ausbildung am Konservatorium von Sofia bei Zlatew-Tscherkin; auch Schülerin von Katja Spiridonova in Sofia. Debüt am Theater von Stara Zagora als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin«. Beginn der internationalen Laufbahn 1969 am Opernhaus von Leipzig, wo sie als Abigaille in Verdis »Nabucco« debütierte und bis 1972 wirkte. Hier erregte sie in Partien wie der Butterfly, der Traviata, der Leonore im »Troubadour«, der Desdemona in Verdis »Otello«, der Manon Lescaut in der gleichnamigen Puccini-Oper, der Donna Anna im »Don Giovanni«, der Ninabella in Werner Egks »Die Zaubergeige« und der Arabella von Richard Strauss Aufsehen. 1969 erstes Gastspiel an der Staatsoper Berlin als Butterfly. 1970 Preisträgerin beim Gesangwettbewerb von Sofia, 1971 erster Preis beim Concours von Rio de Janeiro. Sie wurde dann 1972 Mitglied des Ensembles der Berliner Staatsoper, wo sie bereits während ihres ersten Jahres zur Kammersängerin ernannt wurde. Hier vergrößerte sie ihr Repertoire um die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Aida, die Tosca, die Elisabeth im »Tannhäuser« und die Elsa im »Lohengrin«. Der erste internationale Durchbruch gelang 1973 mit dem Verdi-Requiem im Invaliden-Dom in Paris und ein paar Monate später mit der Desdemona in Genf, wo sie 1983 auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro« sang. Noch im selben Jahr eröffnete sie die NHK Hall in Tokyo mit Beethovens 9. Sinfonie unter Wolfgang Sawallisch. 1973 wurde sie von Herbert von Karajan entdeckt und für die Uraufführung von Carl Orffs »De temporum fine comoedia« (20.8.1973) bei den Salzburger Festspielen verpflichtet. Seither war sie ständiger Gast bei den Salzburger Festspielen. Sie sang hier 1975-78 die Stimme vom Himmel in Verdis »Don Carlo«, 1976 und 1980 die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1977-78 und 1987-88 die Donna Anna, 1982 die Ariadne, 1983-84 die Marschallin im »Rosenkavalier«, 1985-86 und 1990 die Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss und 1989 die Tosca. Sie wirkte dort auch in Konzerten mit: 1976 in Beethovens 9. Sinfonie und den Vier letzten Lieder von R. Strauss, 1984 im Verdi-Requiem und 1989 im Mozart-Requiem (im Salzburger Dom zum Gedächtnis für Herbert von Karajan); 1991 gab sie bei den Salzburger Festspielen sehr erfolgreich einen Liederabend. Bei den Salzburger Osterfestspielen sang sie 1976 und 1984 die Elsa im »Lohengrin«, 1977 in der Matthäuspassion von J.S. Bach, 1979 in Beethovens Missa solemnis, 1980 im Mozart-Requiem, 1982 die Vier letzten Lieder von R. Strauss, 1983 das Sopran-Solo im Deutschen Requiem von Brahms, 1987 die Donna Anna, 1989 im Verdi-Requiem. Nach ihrem Debüt als Fiordiligi an der Covent Garden Opera London (1975) kehrte sie regelmäßig dorthin zurück, als Elsa, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Ariadne, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Maddalena in »Andrea Chénier«, als Jaroslawna in Borodins »Fürst Igor«, als Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, als Tosca und als Marschallin. Ihr Debüt an der Mailänder Scala gab sie 1975 mit den Vier letzten Liedern von R. Strauss unter Wolfgang Sawallisch; sie sang hier 1981 die Elsa im »Lohengrin« unter Claudio Abbado in einer Inszenierung von Giorgio Strehler und 1982 die Maddalena in »Andrea Chénier«; 1992 gab sie hier sehr erfolgreich einen Liederabend. Mit dem Ensemble der Scala gastierte sie 1981 als Desdemona in Japan (mit Plácido Domingo als Otello unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber). Beim Maggio Musicale Fiorentino gastierte sie 1989 als Marschallin. 1977 debütierte sie an der Wiener Staatsoper als Gräfin in »Le nozze di Figaro« unter Herbert von Karajan und leitete damit eine lange Gastspielkarriere an diesem Haus ein. Hier sang sie bis 1996 in insgesamt 89 Vorstellungen die Tosca, die Donna Anna, die Ariadne, die Leonore in »La forza del destino«, die Marschallin, die Arabella, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Desdemona, die Titelrolle in Puccinis »Manon Lescaut«, die Aida, die Tatjana, die Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss sowie die Vier letzten Lieder von R. Strauss. 1987 wurde sie zur Wiener Kammersängerin ernannt. Regelmäßige Gastspiele an der Bayerischen Staatsoper München als Aida (unter Riccardo Muti), als Manon Lescaut von Puccini (unter Riccardo Chailly), als Marschallin, als Arabella, als Ariadne, als Donna Anna, als Amelia in Verdis »Un ballo in amschera«, als Butterfly und als Tosca. Bei der Japan-Tournee der Bayerischen Staatsoper 1988 sang sie die Arabella in der japanischen Erstaufführung der gleichnamigen Richard-Strauss-Oper. Die Arabella hat immer eine sehr wichtige Rolle in ihrer Karriere gespielt. Sie sang diese Partie jeweils bei Neuproduktionen in Köln, Hamburg (Regie: Otto Schenk) und Zürich. In Zürich folgten auch erfolgreiche Neuinszenierungen von »Ariadne auf Naxos« und von »Tosca« (Regie: Tito Gobbi). An der Grand Opéra Paris wurde sie gefeiert 1981 als Donna Anna und als Leonora in »La forza del destino«, 1982 als Elsa und 1984 als Elisabeth im »Tannhäuser«. 1984 sang sie am Grand Théâtre Genf neben Luciano Pavarotti und Piero Cappuccilli unter der musikalischen Leitung von Riccardo Chailly in einer vom Fernsehen übertragenen Aufführung von Verdis »Un ballo in maschera«. Ihr USA-Debüt gab sie 1974 in San Francisco als Donna Anna, hierher kehrte sie 1976 als Leonora in »La forza del destino« und 1979 als Elisabetta in Verdis »Don Carlo« zurück. Auch an der New Yorker Metropolitan Oper hatte sie ihre Erfolge, wo sie 1978 als Antrittsrolle die Donna Anna sang. Hier hörte man sie bis 1993 in insgesamt 62 Vorstellungen als Marschallin, als Elsa, als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, als Aida, als Traviata und als Tosca sowie in der Gala anlässlich des 100jährigen Bestehens der MET, wo sie das Publikum mit einer sensationellen Darbietung der Arie der Elvira aus Verdis »Ernani« begeisterte. Sie wurde ein besonderer Liebling des Publikums in Chicago. Nach ihrem Debüt als Donna Anna im Jahr 1980 sang sie dort auch die Aida, die Butterfly, die Leonora im »Troubadour«, die Traviata, die Marschallin und die Tatjana. 1990 sang sie am Opernhaus von Bonn ihre erste Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1991 in Barcelona die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, in Madrid die Ariadne. 1992 gastierte sie in Leipzig als Tosca, an der Deutschen Oper Berlin als Leonore im »Troubadour«. 1993 sang sie zunächst konzertant in Paris und dann szenisch in der Megaron-Halle in Athen die Titelrolle in der R. Strauss-Oper »Die ägyptische Helena«, 1995 am Opernhaus von Zürich die Norma. 1998 sang sie an der Berliner Staatsoper die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und im Palau de la Musica Barcelona (konzertant) die Titelrolle in »Salome« von R. Strauss. 1999 hörte man sie am wieder aufgebauten Gran Teatre del Liceu in Barcelona als Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper. 2000 sang sie an der an der Deutschen Oper Berlin die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« unter Christian Thielemann sowie in Oviedo die Maddalena in »Andrea Chénier«. 2001 feierte sie in Sofia mit einer konzertanten Aufführung der »Aida« ihr 35jähriges Bühnenjubiläum. 2002 gastierte sie mit dem Ensemble des Opernhauses Sofia mit Verdis »Un ballo in maschera« und »Don Carlo« in Japan. 2004 sang sie an der Oper von Tel Aviv die Fremde Fürstin in »Rusalka« von A. Dvorák. 2013 kehrte sie sehr erfolgreich an die Berliner Staatsoper zurück als Saburova in Rimsky-Korssakows Oper »Die Zarenbraut« und gab 2014 in der gleichen Partie ein erfolgreiches Comeback an der Mailänder Scala. Als 2017 nach jahrelangen Renovierungsarbeiten die Staatsoper Unter den Linden in Berlin wiederöffnet wurde, rezitierte sie im Rahmen eines Festaktes den Prolog zu Goethes »Faust« vor einer szenischen Aufführung von Robert Schumanns »Szenen aus Goethes Faust«. Noch 2018 trat sie als Madelon in »Andrea Chénier« am Gran Teatre del Liceu in Barcelona auf. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin hatte sie eine große Karriere auf internationaler Ebene. Dabei sang sie Beethovens 9. Sinfonie und Missa solemnis, das Deutsche Requiem von Brahms, Bruckners Te Deum, die Krönungsmesse und das Requiem von Mozart, Bachs Magnificat, H-Moll-Messe und Matthäus-Passion, das Verdi-Requiem und die Vier letzten Lieder von Richard Strauss. Sie hat außerdem zahlreiche Liederabende in Paris, London, an der Mailänder Scala, im Wiener Musikvereinssaal, in Berlin, Hamburg, München, Barcelona, Madrid, Athen, beim Schleswig-Holstein Festival und in Tokyo gegeben.

Lit. H.P. Müller: »Anna Tomowa-Sintow« (Leipzig, 1980), Anna Tomowa-Sintow (in »Opera«, 1987).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.tomowa-sintow.com/

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Auf zur Unterhaltung im Schönbrunner Stöckl: Warum nicht doch noch alter Wiener Schmäh? (17.9.2021)

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Show im alten Stil mit Wiener Schmäh: Troiani, Schenk, Neiss. Foto: Stephanie Schlabitz

Die Frage stellt sich Jahr für Jahr, stets verstärkt: Wie sieht es wirklich mit nicht eingekaufter, doch einigermaßen eigenständig gewachsener Kultur in Wien aus? Rundum zogen und ziehen in den Wiener Kulturinstitutionen neue DirektorInnen ein, welche minimale oder so gut wie keine Bindungen zu ihren neuen Wirkungsstätten haben. Bitte, Wiens diverse Kunst-, Kultur-, Ensemblechefs  hatten etwa zuvor in Dortmund, Berlin, Düsseldorf ihre Dienststätten, kommen aus Maastricht, Brüssel ….. Und sie bringen auch ihr eigenes Netzwerk mit. Statt Wiener Schmäh wird Schreitheater oder ähnliche Mode abgeliefert. So ganz ohne Widerspruch hat sich dies in den letzten Jahren entwickelt. Und manch derartige verwunderliche Bestellungen von Kulturchefs haben der heimischen Kulturszene, bis jetzt jedenfalls, keinen Glanz gebracht.

Andererseits: Wo finden wir etwas, dass wir noch so als eher gut wienerisch angestaubte Art bezeichnen können? Gibt es noch, gibt es einiges, wohl aber in kleineren Rahmen. Wienerisch? Am Rande des Areals des Schlosses Schönbrunn, im Schönbrunner Stöckl etwa. Könnten die beiden Entertainer der dortigen Dinnershows nicht auch so etwas wie Stars des Ronacher sein? Ja, ihrer künstlerischen Qualitäten nach sehr wohl. Jedenfalls heißt es dort „Herzlich willkommen bei Tamara Troiani & Konstantin Schenk“. Dieser ist der begabte und auch nicht mehr so ganz junge Sohn des Otto Schenk, ein studierter Dirigent und Klaviervirtuose und ist als solcher früher oft in Deutschland unterwegs gewesen. Nun ist er als schlagfertiger Komödiant und Musik-Arrangeur zu erleben, und seine Partnerin Tamara Troiani, die familiäre Nachfolge-Wirtin des Stöckls, ist eine bombige Gesangsdame, mal als  freche Furie, dann herzlich voll aufblühend.

Wechselnde Dinnershows wie „Kaiser & Schmarren“ (hier genau am Platz), „Cin Ci Là“ (bester italienischer Operettenzauber) oder „Flotter Dreier“ (mit Stargast Waltraud Haas) oder ein Ungarischer Operetten-Mulatschak sind angekündigt. Und gerade hat die Wiederaufnahme von „Ship Ship Hurra“ richtig gezündet. Na ja, da hört man unzählige der alten Schlager des Udo Jürgens, von Caterina Valente, Freddy Quinn, Vicky Leandros. Gehen diese doch nicht besser in Ohr und Gemüt als ein aus der Asche aufsteigender Phönix? Also, keine Hochkultur oder modisches, sondern ein vierstündiges Programm vollgestopft mit den Hits früherer Generationen und Bühnengags der Reihe nach. Schenk, Troiani und als zweite Revuebombe dazu Nici Neiss scheinen lustvoll und musikalisch perfekt für sich zu spielen, sich auszuleben und zur eigenen Freude zu explodieren.

Diese Gegenüberstellung von Anklängen an gute Wiener Tradition zu europäischem Modekultur-Netzwerk mag wohl ein etwas hinkender Vergleich sein. Höchst problematisch bleibt es jedoch, wenn bodenständiges Kulturgut aus der eigenen Hand gegeben wird und aus welchen Gründen auch immer nach Wien geholte Kunstgrößen aller Sparten versuchen, sich mit ihrer wohl bald  wieder vergessenen Handschrift aufzuspielen. Tut der Stadt mit ihrer mehr und mehr zersplitternden Bevölkerung nicht gut, hilft auch nur wenig zu einer Reifung des eigenen künstlerischen Nachwuchses. Zu fahrlässig ist es jedenfalls, diese heikle Themenstellung zu umgehen.

Info: www.dinnertheater.wien

Meinhard Rüdenauer
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ORF: „Meine großen 10 – Polit-Hoppalas“ am 22. September in ORF 1

 Peter Klien präsentiert bei Caroline Athanasiadis und Gerald Fleischhacker sein persönliches Ranking

Wien (OTS) – Peter Klien ist am Mittwoch, dem 22. September 2021, um 21.10 Uhr in ORF 1 zu Gast bei Caroline Athanasiadis und Gerald Fleischhacker und präsentiert in der dritten Ausgabe von „Meine großen 10“ sein ganz persönliches Ranking der „Polit-Hoppalas“: Ausraster im Parlament, kuriose Fanbriefe und peinliche Werbevideos – mediale Fettnäpfchen sind Österreichs Politikerinnen und Politikern nicht fremd. Gemeinsam mit seinen Gastgebern widmet sich der Kabarettist und Satiriker unter anderem den Fragen, warum manche Politiker Pizzen austragen und andere singen, wie es um die Englischkenntnisse der Polit-Elite steht und warum die Polizei Pferde und eine Katze benötigt.

„Meine großen 10“ – die weiteren Sendungen im Überblick:

„Meine großen 10 – legendären Events“ mit Silvia Schneider Mittwoch, 29. September

„Meine großen 10 – Promi-Momente“ mit Dagmar Koller Mittwoch, 13. Oktober
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