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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 20. MAI 2020)

20.05.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 20. MAI 2020)

WIESBADEN: DER ANFANG VOM ENDE DES LOCKDOWNS

Helden (Film) – Wikipedia

DIE HELDEN:


Der Intendant als Ermöglicher


Der Sänger mit Pioniergeist und Mut – und ohne volle Hose!

ZUM VIDEO (4 Minuten)

Andrea Mayer ist die neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur
Andrea Mayer bei ihrer Präsentation durch Vizekanzler Werner Kogler. Foto: BMOEKS / Facebook

Designierte Heldin? Wir werden sehen. Meine Unterstützung hat sie – über Parteigrenzen hinweg! Mit diversen Betonköpfen wird sie es schwer genug haben.

A.C.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Liederabend vor Publikum von Günther Groissböck in Wiesbaden


Die „Neue Normalität“? Günther Groissböck ist der „Bannbrecher“

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Wiesbaden

Familie Michael Volle im Anflug

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Fritz Krammer: Sieht man die Fotos vom Flug der Volles und des Liederabends  Groissböck (Zuschauerraum) greife ich mir an den Kopf.
Wer sind die I…, die diese Regelungen ausgeheckt haben.
Ich kann mir Salzburg 2020 Sitzplan so nicht vorstellen. Darf eigentlich nicht sein? Nicht einmal zum 100 Jahrestag.
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GÜNTHER GROISSBÖCK AM 1. JUNI IN MÜNCHEN

Vielleicht dürfen da schon ein paar Leute rein! Das ist nur eine Hoffnung von mir. Zeit wäre es. die Streams sind eine Ergänzug, aber kein Ersatz und schon gar keine Lösung!

A.C.
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Domstufen-Festspiele in Erfurt : Wir sind da!


Foto: Domstufenfestspiele/ Edelhoff

Das Theater Erfurt arbeitet an einem Programm im Rahmen der diesjährigen Domstufen-Festspiele 2020, das kompatibel sein könnte mit den Pandemie-Einschränkungen für Veranstaltungen. Nach Möglichkeit möchte das Theater Erfurt für die Zeit der Festspiele vom 10. Juli bis 2. August 2020 den Erfurtern und seinen Gästen im Herzen der Landeshauptstadt an insgesamt 18 Abenden ein anspruchsvolles kulturelles Programm anbieten – Besucher sollen dann wählen können zwischen einem Abend mit Musik aus berühmten italienischen Opern und einer Musical- und Operettengala. Selbstverständlich können auch beide Abende besucht werden!

Generalintendant Guy Montavon: „Kunst und Kultur haben eine herausragende Bedeutung für die Gesellschaft und gehören für die meisten Menschen zum Alltag. Die Festspiele sind für viele ein herbeigesehnter Höhepunkt in jedem Sommer. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, was möglich und umsetzbar wäre und tun das noch immer. Durch die jetzt erfolgten Lockerungen gibt es nun seit langer Zeit einen kleinen Lichtblick auch für Open Air-Angebote, und diesen werden wir nutzen.“

Kulturdezernent Dr. Tobias J. Knoblich: „Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil eine Opernproduktion unter Corona-Bedingungen sowohl den künstlerischen Genuss erheblich einschränkt als auch wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Deshalb steuern wir jetzt um, denn wir hatten ja in Aussicht gestellt, bis Ende Mai entscheiden zu wollen, wie wir mit der Situation umgehen. Heute geben wir den Richtungsimpuls, damit sich das Theater angemessen vorbereiten kann; aber auch das Publikum soll sich auf die veränderte Situation einstellen können.“

Sobald Umfang und Details des Programms feststehen sowie das Hygiene-Konzept für die Sicherheit der Beteiligten und aller Besucher/innen genehmigt wurde, wird das Theater ausführlich zum Programm und zum Kartenverkauf informieren. Das wird allerdings nicht vor Anfang Juni der Fall sein. 

Die Oper „Nabucco“ wird 2022 auf den Domstufen nachgeholt. Daher wird die Veranstaltung in diesem Jahr auch nicht „Domstufen-Festspiele“ heißen, sondern sich nominell bewusst neben das etablierte Format stellen. 

Bereits gekaufte Tickets für die Domstufen-Festspiele 2020 mit „Nabucco“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nimmt das Theater Erfurt gegen Kostenerstattung zurück oder können in Gutscheine umgetauscht werden. Wer also eine Karte hat, wird gebeten, das Formular www.theater-erfurt.de/kartenrueckgabe zu nutzen oder sich direkt telefonisch im Besucherservice unter der 22 33 155 zu melden. Möglich ist außerdem, den Kaufpreis als Spende dem Theater zu überlassen. Letzteres haben in den vergangenen Wochen bereits tausende Kartenbesitzer getan. Dafür möchte sich das Theater Erfurt schon heute sehr herzlich bedanken!

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Zinslose Bildungsdarlehen für österreichische Studierende in Deutschland

In Zeiten der Pandemie bietet die deutsche Bundesregierung österreichischen Studierenden finanzielle Unterstützung an. Aufgrund von Covid-19 haben viele Studierende ihren Arbeitsplatz, durch den sie ihren Aufenthalt in Deutschland finanzieren konnten, verloren. Nach offiziellen Angaben von Statista arbeiten drei von vier ausländischen Studierenden in Deutschland während ihres Studiums und ihre Einkommen wurden stark von der Pandemie betroffen. In diesem Zusammenhang hat die deutsche Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Schaffung eines zinslosen Bildungsdarlehensprogramms angekündigt, um die Kontinuität ihres Studiums zu gewährleisten. Nach Angaben von MyGermanUniversity GmbH (MyGU), ein auf Studien in Deutschland spezialisiertes Portal, sind fast 400.000 internationale Studierende an einer deutschen Hochschule immatrikuliert, mit einem wachsenden Trend für die folgenden Jahre.

Stephan Paulini, Mitbegründer des in Hamburg basierten Start-Ups MyGermanUniversity, war zuvor Direktor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Peru und kennt die Realität für internationale Studierende in Deutschland sehr gut. Stephan Paulini betont die Bedeutung dieser Maßnahme der deutschen Bundesregierung: „Dies wird vielen österreichischen Studierenden ermöglichen, ihre Studien fortzusetzen und nicht zur Rückkehr in ihr Land gezwungen zu sein, weil sie nicht über ausreichende Mittel verfügen, um ihre Kosten zu decken.“ Österreichische Studierende können ab dem 1. Juni 2020 für bis zu 650 Euro pro Monat auf das Bildungsdarlehen zugreifen.

Deutschland zeichnet sich als eines der bevorzugten Ziele für österreichische Studierende aus, mit mehr als 11.400 Studierenden aus Österreich, die in 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes an deutschen Hochschulen immatrikuliert waren. Das große Interesse österreichischer Studierender an Deutschland erklärt sich durch die hohe Bildungsqualität und die 400 international renommierten Hochschulen, die mehr als 20.000 Bachelor- und Masterprogramme anbieten. Außerdem erlauben die internationalen, auf Englisch unterrichteten Programme auf postgraduiertenebene den Studierenden, in einer kosmopolitischen und internationalen Umgebung zu lernen und zu arbeiten. Es gibt mehr als 1.700 Masterstudiengänge in englischer Sprache, von denen 69% aufgrund des enormen wirtschaftlichen Zuschusses des deutschen Staates keine Studiengebühren erheben.

Das Studienportal MyGermanUniversity https://www.mygermanuniversity.com/ verfügt über die größte und vollständigste Datenbank von Masterstudiengängen in Deutschland, mit mehr als 1.700 Masterstudiengängen in Englisch.

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STAATSOPER STUTTGART: Der Tod in Venedig und Don Giovanni  – kostenlos im Web

Oper trotz Corona: Die Staatsoper Stuttgart setzt ihr digitales On-Demand-Programm mit Unterstützung der LBBW mit Der Tod in Venedig und Don Giovanni fort

Das bisher veröffentlichte Programm der Staatstheater Stuttgart kann für den Rest der Spielzeit 2019/2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie angekündigt stattfinden. Neue Formate sind bereits in der Planung.

Benjamin Brittens „Tod in Venedig“ an der Stuttgarter Oper: In ...
„Der Tod in Venedig“. Foto: Stuttgarter Ballett

Im Rahmen des kostenlosen Opernprogramms Oper trotz Corona auf der Website der Staatsoper Stuttgart und von StuttgartBallet@Home auf der Website des Stuttgarter Balletts ist ab Freitag, 22. Mai 2020, 17 Uhr Benjamin Brittens Der Tod in Venedig zu sehen. Die Inszenierung von Demis Volpi ist eine Koproduktion der Staatsoper Stuttgart und des Stuttgarter Balletts unter Mitwirkung der John Cranko Schule und feierte im Mai 2017 Premiere. Am Pult des Staatsorchesters Stuttgart steht Kirill Karabits. Kammersänger Matthias Klink aus dem Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart wurde für seine Interpretation des Gustav von Aschenbach als Sänger des Jahres 2017 (Opernwelt) und mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2018 ausgezeichnet, der ehemalige Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts Demis Volpi als Nachwuchskünstler des Jahres 2017 (Opernwelt).

Direkt daran anschließend folgt ab Freitag, 29. Mai, um 17 Uhr Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni in der Inszenierung von Andrea Moses. Der Mitschnitt der Premiere im Juli 2012 ist eine Produktion des SWR. Antony Hermus dirigiert das Stuttgarter Ensemble um Kammersänger Shigeo Ishino in der Titelpartie. Mozarts 1787 uraufgeführtes Meisterwerk in der heiter-ironischen Inszenierung von Andrea Moses führt eindrücklich vor, wie alle Figuren dieser Oper auf ihren eigenen Vorteil achten. Hier lügen und manipulieren alle. Ist Don Giovanni unter diesen Egoisten vielleicht nur der ehrlichste?

www.staatsoper-stuttgart.de/oper-trotz-corona

www.stuttgarter-ballett.de/spielplan/stuttgartballetathome/

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MARTIN SCHLÄPFER – Ein Rückblick auf 13 Jahre Ballett an der Rheinoper Düsseldorf


Martin Schläpfer

Elf Jahre leitete der Schweizer Choreograph Martin Schläpfer das Ballett am Rhein in Düsseldorf/ Duisburg. 2009 kam er vom Staatstheater Mainz nach Nordrhein-Westfalen, jetzt geht er an das Wiener Staatsballett. Wir werfen einen Rückblick auf die Ära Schläpfer.

Nach 13 Jahren mit Youri Vamos bedeutete der Wechsel zu Martin Schläpfer ein harter künstlerischer Einschnitt. Vamos hatte das Publikum regelmäßig mit den großen klassischen Handlungsballetten verwöhnt, diesen aber oft noch die eine oder andere Umdeutung mit auf den Weg gegeben, dies aber stets in einer opulenten und schönen Optik. Gleichwohl gab es bei Vamos aber auch Abende, die rein dem konzertanten Tanz gewidmet waren.

Bei Schläpfer fehlte diese Mischung aus Handlungsballetten und Abenden mit vertanzter Musik, die bei allen deutschen Compagnien zu finden ist, vollkommen: In Choreographien Schläpfers und seiner Kollegen gab es natürlich immer wieder kleine Episoden und Begegnungen zwischen den Figuren, aber große Geschichten gab es bei ihm nicht. Wenn das Düsseldorf-Duisburger Publikum Handlungsballette sehen wollte, musste es fortan die Compagnien in Krefeld/Mönchengladbach (Robert North), Essen (Ben van Cauwenbergh), Gelsenkirchen (Bridget Breiner) oder Dortmund (Xin Peng Wang) besuchen und konnte entdecken, welche vielfältige und hochkarätige Tanzszene NRW besitzt.

Schläpfers Ballettprogramme waren meist aus drei Stücken zusammengesetzt, die in keinerlei Beziehung zueinander standen. Während an anderen Häusern musikalische, thematische oder stilistische Bezüge hergestellt werden, erlebte man am Rhein Abende voller Kontraste: In „b.23“ stand ein von Brigitta Luisa Merki choreografierter Flamenco neben Schläpfers Sicht auf Mozarts g-Moll-Sinfonie. Und in „b.35“ kollidierte Ben Riepes Experimentaltheater „Environment“ mit Remus Sucheanas musealem „Abendlied“. Dass es dann 2019 mit „b.40“ ein rein US-amerikanisches Programm gab, hier also eine geographische Herkunft der Choreographen als verbindendes Glied gewählt wurde, war die absolute Ausnahme.

In seiner ersten Saison zeigte Schläpfer zwei choreografische Uraufführungen: Gleich zum ersten Programm gehörte Witold Lutoslawski 3. Sinfonie, die deutlich machte, dass Schläpfer solche großen Orchesterwerke in Bilder und Bewegung umsetzen kann, dabei aber manchmal sperrig und rätselhaft bleibt. In der ersten Saison folgte noch eine vertanzte Version von Morton Feldmans Mono-Oper „Neither. Daneben gab es viel aus Schläpfers Mainzer Repertoire zu sehen: Einen starken Eindruck hinterließen Mendelssohn-Bartholdys „Reformations-Sinfonie“ und das Solo zu Ligetis „Rammifications“, während anderes schnell vergessen war.

Titel hatten Schläpfers Tanz-Programme nie, sondern wurden einfach von „b.01“ ausgehend durchnummeriert. Bei vier bis fünf Abenden pro Saison, meist mit drei Teilen, hatte diese Nummerierung zur Folge, dass selbst, wenn man sich mit Ballettfans über Schläpfers Arbeit unterhielt, nie wusste, ob man über den gleichen Abend redete.

Auch wenn sich Schläpfer bis zum „Schwanensee“ (b.36) weigerte eigene Handlungsballette auf die Bühne zu bringen, hätte er solche Abende ruhig einem anderen Choreografen anvertrauen können. An vielen Theatern überlassen die Ballettchefs immer wieder ganze Abende einem Gastchoreografen. Schläpfer war dazu jedoch nicht bereit. Bei ihm vergingen vier Jahre, bis ein Programm ohne seine Beteiligung auf die Bühne kam, nämlich „b.15“ im April 2013, wo sich dann vier Uraufführungen um Merce Cunninghams „Pond Way“ gruppierten.

Neben dem Ballettchef gab es zwei Choreografen, die in jeder Saison am Rhein zu erleben waren: George Balanchine und Hans van Manen. Bei Balanchine kamen auch die Freunde des klassischen Tanzes auf ihre Kosten, und van Manens Choreografien waren stets leuchtende Schmuckstücke im Repertoire des Hauses. Die Arbeiten van Manens waren auch die einzigen Werke, in denen Schläpfer ein Bewusstsein für die Tradition des Hauses erkennen ließ. Von Schläpfers starken Vorgängern wie Erich Walter, Heinz Spoerli oder Youri Vamos zeigte der Ballettchef nämlich keine Stücke. Van Manen war aber seit 1971 regelmäßiger Gast an der Rheinoper.

Weit zurück in die Historie des Tanzes ging Schläpfer mit Antony Tudors „Jardin Aux Lilas“ (b.14) von 1936, dessen „Dark Elegies“ (b.26) von 1937 sowie den Kurt-Joos-Choreographien „Der Grüne Tisch“ (b.27) von 1932 und „Pavane auf den Tod einer Infantin“ (b.04) von 1929 sowie Martha Grahams „Lamentation“ von 1930. Die weiteste Zeitreise war mit dem „Bournonville Divertissement“ (1842/1858) in „b.26“ zu erleben. Hier bot das Ballett am Rhein spannende Ausflüge in die Tanzgeschichte.

Martin Schläpfer selbst konnte besonders große Erfolge mit seinen Brahms-Choreografien verbuchen: Fulminant, berührend und sehr genau aus der Musik entwickelt war seine Umsetzung des „Deutschen Requiems“ (b.09). Als seine „Antwort auf Schwanensee“ sah Schläpfer seine Choreographie zu der Symphonie Nr. 2 (b.14), die ebenfalls einen hochmusikalischen Abend bot. Bedauerlich war, dass Schläpfer solche Erfolgsstücke nicht nutzte, um ein Repertoire aufzubauen. Stattdessen gab es von diesen Werken meist nur eine Wiederaufnahme und stattdessen wurden neue Ballettabende kreiert.

Auf der anderen Seite gab es immer wieder Werke, die aufgrund ihres philosophischen Hintergrundes für das Publikum rätselhaft und kryptisch blieben. Denn oft wollte Schläpfer nicht nur einfach Musik und Tanz verbinden, sondern gleich auch noch die Welt tänzerisch hinterfragen. Bei Stücken wie „Nacht umstellt“ (b.16), „Verwundert seyn – zu sehn“ (b.22) oder „Obelisco“ (b.31) blieb man als Zuschauer ermüdet und ratlos zurück. Besonders sperrig wurde Schläpfer, wenn er auf Musik von Adriana Hölszky tanzen ließ, wie in „Roses of Shadow“ (b.33). Bei „Deep Field“ (b.20) sollte es laut Komponistin um astronomische Phänomene gehen. Auf der Bühne war jedoch nur ein von Rosalie entworfenes Netzgewirr im Halbdunkel zu erahnen, und die Bewegungen der oft hinter Masken verborgenen Tänzern stand in keinerlei Beziehung zu Ausstattung und Musik. Hier liefen Tanz, Musik und Ausstattung konsequent aneinander vorbei.

Künstlerisch gescheitert ist Schläpfer mit seinem Versuch einer Operninszenierung von Rameaus „Castor und Pollux“ (2012). Eigentlich sollten hier Tänzer und Sänger eine Symbiose eingehen, aber eine schlüssige Verbindung zwischen beiden Welten konnte Schläpfer nicht herstellen. Mit dem Opernchor wusste er zudem überhaupt nichts anfangen und ließ ihn nur in hässlichen Kostümen herumstehen.

Dreimal präsentierte Schläpfer zwischen 2017 und 2019 das Format „Young Moves“, in dem jeweils vier bis fünf TänzerInnen eigene Choreografien vorstellten. Das waren meinst abwechslungsreiche und stilistische breit gefächerte Stücke, echte Nachwuchstalente kristallisierten sich hier aber nicht klar heraus. Wesentlich besser profilierten sich da die Tänzer, die im Rahmen eines regulären Ballettabends ihr Können präsentieren. So stellte Antonie Jully zwischen 2012 und 2014 drei Choreographien vor und leitet seit 2014 das Ballett in Oldenburg. Weniger erfolgreich war Ex-Schläpfer-Tänzer Jörg Weinöhl, der dem Ballett Graz nur von 2015 bis 2018 vorstand.

Taktisch unklug war das Interview, das Martin Schläpfer 2016 mit der Düsseldorfer WZ führte. Die Stadt Düsseldorf hatte ihm gerade ein neues Balletthaus für 30 Millionen Euro gebaut, doch der Ballettchef beschwerte sich über das mangelnde Engagement der Stadt und des Marketings und bekannte, dass er sich in Düsseldorf nicht heimisch fühle. Außerdem betonte er erneut seine Abneigung gegenüber dem Handlungsballet, stellte fest, dass sein Publikum solche Stücke nicht sehen wolle und seine Compagnie so individuell sei, dass es sie nicht tanzen könne.

Ironie der Tanzgeschichte war dann, dass Schläpfer 2018 einen eigenen „Schwanensee“ (b.36) herausbrachte, der sich zum echten Kassenschlager entwickelte. Schläpfer verweigerte dem Publikum alle Klischees des Stückes und drückte dem Werk klar seinem choreographischen Stempel auf. Dramaturgisch griff Schläpfer auf das Ur-Libretto zurück, was zu einer vergrößerten Personenzahl führte, welche die Geschichte unnötig komplizierte. Schläpfer Abneigung gegen Handlungsballete war beim „Schwanensee“ durchaus nachzuvollziehen, denn während einige Szenen eindrucksvoll gelöst wurden, hatte man in anderen den Eindruck, dass sich Schläpfer bloß pflichtgemäß an der Handlung abarbeite.

Dass Schläpfer ab 2016 den Posten des Ballettdirektors an seinen ehemaligen Tänzer Remus Sucheana weitergab und fortan nur noch als Chefchoreograph fungierte, erwies sich anfangs nur dadurch als Problem, dass Sucheana mit belanglosen Choreografien in Erscheinung trat, die intellektuell und inhaltlich weiter hinter Schläpfer Konzepten zurückblieben. Als Desaster erwies sich Sucheanas Bestellung aber, als Schläpfer 2019 beschloss an das Wiener Staatsballett zu gehen und herauskam, dass Sucheanas Vertrag nicht an den von Schläpfer gekoppelt war. Da Düsseldorf und Duisburg Sucheana nicht mehr die weitere Leitung des Ballettes am Rhein anvertrauen wollten, und Demis Volpi zum neuen Ballettchef ernannten, muss Sucheana trotzdem bis 2024 bezahlt werden, was die Städte mit 380.000 Euro belastet. Dieses Vertragsdesaster hatte erstaunlicher Weise keine Konsequenzen für die Leitung der Oper.

Aufgrund der Corona-Pandämie fielen in Düsseldorf und Duisburg nicht nur die letzten beiden Premieren aus („b.43“ war im März sogar bis zur Generalprobe gelangt), sondern auch das dreiteilige Abschiedsfest, dass man für Schläpfer mit einer Gala, seinem „Schwanensee“ und seiner Choreographie zu Gustav Mahlers 7. Sinfonie (b.17) geplant hatte. Seine Pläne für Wien hat Schläpfer mittlerweile bekannt gegeben: Dort will er Gustav Mahlers 4. Sinfonie und die 15. Sinfonie von Schostakowitsch vertanzen. Ungewöhnlich ist, dass Schläpfer aber die klassischen Handlungsballette in der Realisation anderer Choreographen im Repertoire behält. So wird weiterhin Rudolf Nurejews „Schwanensee“, Frederick Ashtons „La fille mal gardée“ und Elena Tschernischovas „Giselle“ getanzt. In Mainz oder Düsseldorf/Duisburg wäre dies undenkbar gewesen.

So hat man dann doch das Gefühl, dass Schläpfer das Publikum an der Donau mit seinen Wünschen und Erwartungen mehr respektiert, als er dies am Rhein getan hat.

Rudolf Hermes, 18.5.2020

Mit freundlicher Genehmigung von www.deropernfreund.de

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OPER FRANKFURT STREAMT DEN „RING“

Die wegen der Corona-Krise vor knapp einem Monat auf der Website der Oper Frankfurt eingerichtete Reihe „Oper Frankfurt zuhause“ (www.oper-frankfurt.de/zuhause) mit Opernaufführungen, „Wohnzimmerkonzerten“, Talkrunden und Programmen für Kinder nimmt an Umfang zu.

https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/das-rheingold-im-stream/?id_datum=2444

So wurde am gestrigen Dienstag, dem 19. Mai 2020, um 19.00 Uhr das Streaming des aktuellen Frankfurter Ring des Nibelungen (Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Inszenierung: Vera Nemirova) aus den Jahren 2010 bis 2012 mit Das Rheingold gestartet, später flankiert von einem „Making-of“ und einem Talk zur Produktion.

Den Anfang von „Oper Frankfurt zuhause“ machten die Aufzeichnung von Händels Oper Xerxes (Premiere an der Oper Frankfurt am 8. Januar 2017), ein „Wohnzimmerkonzert“ mit Ensemblemitglied Liviu Holender (Bariton), die Talkrunde zu der in die kommende Spielzeit verschobenen Uraufführung von Lucia Ronchettis Oper Inferno sowie ein Trailer über das Casting von „Oper für Kinder“ zu Rossinis Der Barbier von Sevilla.

Sehr schnell kamen weitere Programmpunkte hinzu: Die Ensemblemitglieder Katharina Magiera (Mezzosopran), Elizabeth Reiter (Sopran) und Gerard Schneider (Tenor) präsentieren sich mit „Wohnzimmerkonzerten“, während Anthony Robin Schneider (Bass) mit einer Aufzeichnung seines jüngst im Holzfoyer stattgefundenen Liederabends vertreten ist. Zudem bereichert eine Talkrunde zu Richard Strauss’ Salome das Programm; die höchst erfolgreiche Inszenierung von Barrie Kosky konnte auf Grund der Corona-Krise nur drei Mal gezeigt werden, wird jedoch in der kommenden Saison 2020/21 wiederaufgenommen. Zuletzt ist nun eine Folge der beliebten Reihe „Oper to go“ für erwachsenen Operneinsteiger*innen mit Anna Ryberg freigeschaltet worden.

Alle diese Darbietungen (außer der Übertragung von Händels Xerxes aus rechtlichen Gründen) sind noch unter www.oper-frankfurt.de/zuhause abrufbar.

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Am kommenden Samstag ist ein überaus charismatischer Musiker bei CLASSIC AT HOME zu Gast: Haiou Zhang, ein in Deutschland lebender chinesischer Meisterpianist.

Am 23. Mai um 18 Uhr verzaubert er uns virtuos und sinnlich unter dem Titel „Transcriptions and the Ville d’Este“ mit Klavierbearbeitungen von Werken verschiedener Komponisten und einem Original von Franz Liszt. Die Konzertdetails finden Sie nachstehend, wir würden uns über eine Veröffentlichung freuen!

Konzert am 23. Mai um 18 Uhr: Haiou Zhang mit „Transkription and the Villa d‘Este“

Eine charismatische Erscheinung, ein glänzender Virtuose und ein beeindruckender Musiker – so kennen und lieben zahlreiche Musikliebhaber den chinesischen Pianisten Haiou Zhang, der seit Jahren in Deutschland und Europa zu Hause ist. Bei CLASSIC-AT-HOME.DE spielt er am kommenden Samstag ein bezaubernd inniges und auch sehr virtuoses Programm, bei dem Musik von Franz Liszt im Mittelpunkt steht. Zu diesem Komponisten, der zu den größten Klaviervirtuosen der Musikgeschichte zählt, hat Haiou Zhang eine besonders intensive Beziehung, und die von ihm beeindruckend eingespielte h-Moll Sonate unterstreicht das eindrücklich. Bis auf die originale Klavierkomposition „Die Fontänen der Villa d‘Este“ von Franz Liszt erklingen ausschließlich Klavierbearbeitungen von Werken verschiedener Komponisten.

Das Programm:

Johann Sebastian Bach:  das „Largo“ aus der Orgel-Trio-Sonate Nr. 5 BWV 529, arrangiert für Klavier von der russischen Pianisten-Legende Samuil Feinberg,

„Schafe können sicher Weiden“ aus der „Jagd-Kantate“ BWV 208,

arrangiert vom berühmten rumänischen Pianisten Dinu Lipatti

Franz Liszt: „Jeux d‘eaux à la Villa d‘Este“ aus dem Klavierzyklus „Années de pèlerinage“

Robert Schumann: „Widmung“, Lied in der Klavierfassung von Franz Liszt

Felix Mendelssohn: „Hochzeitsmarsch“ aus der Musik zu Shakespeare‘s „Sommernachtstraum“ in der Klaviertranskription von Franz Liszt und arrangiert vom Jahrhundert-Pianisten Vladimir Horowitz

Veranstalter des Konzertes ist das Projekt www.classic-at-home.com, das bereits seit Ende März mit Künstlern wie Walter Plathe, Katie Mahan oder den 8-swans (https://www.classic-at-home.com/de/konzerte/the-8-swans) das Online-Klassik-Publikum begeistert und wo das Konzert mit Haiou Zhang am kommenden Samstag um 18 Uhr live erlebt werden kann.  

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SEATTLE OPERA: Come sip on opera with The Drunken Tenor: Quarantini Edition

 Robert McPherson delivers comedy and top-notch singing in online recital

 June 12, 2020

Seattle Opera Facebook, YouTube and website

 SEATTLE—What happens when the world’s most irresponsible tenor performs the world’s most beautiful music? Find out on June 12 during The Drunken Tenor: Quarantini Edition! In this special online concert, Robert McPherson reprises his hilarious act (described as “Jack Black meets Pavarotti”) on Seattle Opera’s Facebook, YouTube, and website. Also featuring the talents of pianist David McDade and soprano Jennifer Bromagen, the concert will be available online for two weeks after its post date.  

“If you’re white collar or no-collar, artisan or non-partisan, a workaholic or a 9-to-5-er—this show has something for you,” says McPherson, who will perform “The Flower Song” from Carmen, “Sempre Libera” from La traviata, a new translation of a Schubert song, operatic treatments of pop, and an attempt at crossover. “Don’t worry; no composers were harmed in the making of this evening!”

Growing up, McPherson was inspired by artists who blended comedy and classical music such as Victor Borge, P.D.Q. Bach (invented by satirist Peter Schickele) and the soprano Beverly Sills in her numerous appearances on The Muppet Show. Today, the Grammy-winning opera singer has made a name for himself at The Metropolitan Opera, and on stages all over the world. But he’s also passionate about performing as “The Drunken Tenor,” and bringing great music to opera lovers and people who just love to laugh.

In addition to The Drunken Tenor: Quarantini Edition, Seattle Opera will offer “Songs of Summer” beginning May 28. This online recital series features beloved company artists such as Angel Blue, Jamie Barton, John Moore, Tess Altiveros and Margaret Gawrysiak, plus exciting newcomers to the company such as Vanessa Vasquez and Theo Hoffman. For a full list of upcoming recitals, go to seattleopera.org/summersongs.

Like all arts organizations, Seattle Opera faces a challenging road ahead in light of the global pandemic. Members of the public can help ensure the company’s future—and support programming like these online recitals—at seattleopera.org/give.

 The Drunken Tenor: Quarantini Edition

Streaming at 7 p.m., Friday, June 12 at:

youtube.com/SeattleOpera

facebook.com/SeattleOpera

www.seattleopera.org

About Seattle Opera

Established in 1963, Seattle Opera is committed to serving the people of the Pacific Northwest with performances of the highest caliber and through innovative educational and engagement programs for all. Each year, more than 95,000 people attend Seattle Opera performances, and more than 400,000 people of all ages are served through school performances, radio broadcasts, and more. By drawing our communities together, and by offering opera’s unique fusion of music and drama, we create life-enhancing experiences that speak deeply to people’s hearts and minds. Connect with Seattle Opera on Facebook, Twitter, SoundCloud, and on 98.1 Classical KING FM.
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STREAM/ Schauspielhaus Graz: BOOKPINK

Nach der überaus erfolgreichen Ausstrahlung von BÖHM zeigt das Schauspielhaus ab 21. Mai um 18.00 Uhr die mit einer Einladung zu den renommierten Mülheimer Theatertagen 2020 ausgezeichnete Uraufführung BOOKPINK

HIER

Bookpink
Uraufführung
Ein dramatisches Kompendium von Caren Jeß
Einladung zu den 45. Mülheimer Theatertagen 2020
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 ORF : Corona und die Folgen: Sechs ORF-DialogForen via Live-Stream

Erste Gesprächsrunde mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Wien (OTS) – Anlässlich des Erscheinens des neuen ORF-Public-Value-Berichts 2019/2020 widmet sich der ORF in sechs ORF-DialogForen der Frage „Was lernen wir aus der Corona-Krise?“. An drei aufeinanderfolgenden Dienstagen diskutieren je drei Gäste zu den Themen Information, Bildung, Kultur, Österreich, Europa und Public Value im ORF – jeweils um 17.00 Uhr und 18.00 Uhr. Alle sechs DialogForen sind via Live-Stream auf zukunft.ORF.at zu sehen. Den Beginn macht ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, der am Dienstag, dem 26. Mai 2020, um 17.00 Uhr mit Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig sowie Annemarie Toth, „Re:think Alliances“, spricht. Moderieren wird die Diskussionen Dr. Klaus Unterberger, ORF Public Value.

Anlass für die Gesprächsreihe ist die Präsentation des aktuellen Public-Value-Berichts des ORF: Dieser besteht heuer aus fünf Einzelheften, die sich unter dem Titel „So geht….“ auf zentrale Programmbereiche des ORF beziehen: Information, Bildung, Kultur, Österreich und Europa.

Das sind die sechs ORF-DialogForen und deren Gäste:

Dienstag, 26. Mai 2020

17.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht INFORMATION: Dr. Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin Annemarie Toth, „Re:think Alliances“

18.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht BILDUNG: Prof. Mag. Bernhard Heinzlmaier, Institut für Jugendkulturforschung Mag. Günther Mayr, ORF, Leiter Aktueller Dienst/Wissenschaft Susanne Hofer, Vorsitzende der österreichischen Gewerkschaftsjugend

Dienstag, 2. Juni 2020

17.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht KULTUR: Mercedes Echerer, Regisseurin, Schauspielerin, Kulturbeirätin von ORF III Mag. Gerald Heidegger, Chefredakteur ORF.at Katherina Braschel, Teilnehmerin am FM4-„Wortlaut“-Wettbewerb

18.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht ÖSTERREICH: Mag. Ursula Hofmeister, Programmchefin von Radio Burgenland Dipl. Soziologe Kenan Güngör, Direktor von [think.difference] Lisa Stadtherr, BA BA MA, Medienwissenschafterin an der FH Campus Wien

Dienstag, 9. Juni 2020

17.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht EUROPA: Philippe Narval, MSc., Europäisches Forum Alpbach Dr. Christa Hofmann, ORF-„WELTjournal“

18.00 Uhr DialogForum: WAS WIR LERNEN – Corona und die Folgen So geht PUBLIC VALUE: Mag. Martin Schenk-Mair, Armutskonferenz Ina Zwerger, Ö1, Projekt „Reparatur der Zukunft“ Mag. Barbara Blaha, „Momentum“-Institut

Aufzeichnungen der sechs DialogForen sind in drei samstäglichen Tranchen in ORF III zu sehen – am 30. Mai sowie am 6. und 20. Juni um jeweils 9.00 Uhr.

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