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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 2. MAI 2018)

02.05.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 2. MAI 2018)

NEU IN UNSEREN KRITIKEN:

BERLIN/ Deutsche Oper: DIE FLEDERMAUS. Zwischen drei Stühlen hart gelandet

Bericht von der zweiten Vorstellung am 30.4.


Thomas Blondelle (Eisenstein), Thomas Lehmann (Falke). Copyright: Thomas M. Jauk

Was passiert, wenn jemand zwischen zwei Stühlen sitzt? Genau, er fällt durch. Was ist dann, wenn drei Stühle im Spiel sind? Hoppala, erst Recht hart gelandet. Genau das ist Rolando Villazon mit seiner Regie von Johann Strauss jrs. Meisterwerk “Die Fledermaus” an der Deutschen Oper widerfahren. Drei verschiedene Zeiten und Räume, drei nicht kongruente Ansätze, nichts scheint bis zu Ende dekliniert. Am Ende: Buhs auch nach der zweiten Vorstellung in dieser Inszenierung. Die Konservativen stoßen sich an der Nummer mit dem All und dem skurrilen Treiben auf einer drollig-prolligen DDR-Orgie, die Regietheaterleute gähnen vor lauter Konvention und Biedersinn beim ersten Akt. Allen recht getan, ist eine, Kunst die niemand kann…

Zum Bericht von Ingobert Waltenberger

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DRESDEN: LA FORZA DEL DESTINO. Premiere am 28.4.2018


Gregory Kunde, Emily Magee. Foto: Youtube

Zum Premierenbericht von Ingrid Gerk

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WIEN/ Staatsoper: ANDREA CHÉNIER – Ein Vergleich erste und dritte Vorstellung 23. und 29. April (Dominik Troger)

Zum Bericht von Dominik Troger

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MASTERCLASS LUCIANA D’INTINO

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GRAZ/ Ballett der Oper Graz: Geträumte Sommernacht

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Am 5. Mai heißt es „vom Wald in die Welt“, wenn „Ein Sommernachtstraum“ in einer Choreographie von Ballettdirektor Jörg Weinöhl Premiere feiert. Das Ballett der Oper Graz träumt dabei zur Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Mozart, Schubert, aber auch Udo Jürgens und Stromae eine Sommernacht nach.
Wie träumt jeder seinen Traum in diesem Wald und wohin geht die Reise, wenn der Traum zu Ende scheint? Jörg Weinöhl begleitet alle Figuren auf ihrer Reise ins Unbekannte.

Lesen Sie mehr zum Ballett „Ein Sommernachtstraum“

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THEATER TRIER: Es geht besser, besser, besser, immer besser- die Welt soll uns bestaunen, wir lieben den Applaus“

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Mit diesen symbolträchtigen Worten aus dem Stück „Blue Jeans“ eröffnen vier SängerInnen die Pressekonferenz am 27. April, in der nicht nur der neue Spielplan, sondern auch die neue Intendanz vorgestellt werden soll. Die Anwesenheit von Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Kulturdezernent Thomas Schmitt zeigen zum einen, welchen Stellenwert dem Theater als Kultureinrichtung beigemessen wird, zum anderen die Bedeutung der neuen Intendanz, die das Haus wieder in bessere Zeiten führen soll. OB Leibe begrüßt den neuen Intendanten, Manfred Langer, sowie das gesamte neue Leitungsteam nicht nur mit freundlichen Worten, sondern mit einem fundierten Bekenntnis zum Theater als bedeutende Stätte der Kultur in Trier. Er dankt dem Interims-Team, das die aktuelle Spielzeit realisiert und das Haus erfolgreich durch diese schwierige Zeit führt.

Manfred Langner stellt in seiner einleitenden Rede die Bedeutung der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadt und ihrem Theater heraus, die er bei seiner Arbeit als neuer Chef und Regisseur beachten und fördern möchte. Spartenübergreifend und weniger mit Gästen als mit dem eigenen Ensemble zu arbeiten ist sein Anliegen, er möchte ein „Theater des Publikums“ und den BesucherInnen die Möglichkeit zur Identifikation mit ihrem Theater und ihren Künstlern bieten.

Mit Jean-Claude Berutti übernimmt ein vielseitiger Theatermann und -macher die Sparte Oper. Als Franzose und überzeugter Europäer möchte er „auch in der Oper einen Hauch Europa in die älteste deutsche Stadt bringen, die gleichzeitig im Herzen des modernen Europas liegt.“ Der neue Operndirektor und passionierte Koch vergleicht den Spielplan mit einem mehrgängigen Menü, für das gute Zutaten, gute Zuarbeiter und gute Töpfe notwendig sind.  Mit „Don Giovanni“ als erster Premiere startet ein auf drei Jahre angelegter Mozart/da Ponte-Zyklus. Es folgen die Operette „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach,  inszeniert von Andreas Rosar, der in der laufenden Spielzeit mit der Inszenierung von „Il matrimonio segreto“ in Trier großen Erfolg hatte, „Madame Butterfly“, in Szene gesetzt von der Österreicherin Cornelia Rainer, „Die lustigen Weiber von Windsor“ und als abschließenden Gang ein Opern-Doppelabend mit „Dido und Aeneas“ und „La voix humaine“. Zwei Drittel des Solistenensembles sind Neuzugänge, erhalten bleiben dem Ensemble László Lukács und mit Eva Maria Amann und Frauke Burg (a.G.) zwei junge Sängerinnen, die sich in Trier bereits einen guten Namen ersungen haben.

Jochem Hochstenbach wird der Nachfolger des beliebten GMD Victor Puhl, dem er herzlich dankt. Das Orchester spiele auf hohem Niveau und leiste Großartiges. Das Konzept der Sinfoniekonzerte,  immer auch Werke der Neuen Musik und von zeitgenössischen Komponisten zu spielen, behält er bei, lediglich das dritte der acht Konzerte enthält ausschließlich Werke des Barock. Mit Wolfgang Katschner hat Hochstenbach einen ausgewiesenen Barockspezialisten als Dirigent verpflichtet. Der sehr überzeugend auftretende designierte GMD möchte ebenfalls wie Langner den Kontakt zum Publikum stärken und hat hierfür die „Concert Lounge“ initiiert, in dem Hauptwerke der Konzerte in lockerer Atmosphäre erklärt und abschließend ganz gespielt werden. Überhaupt möchte er das Musik-Verständnis durch Moderation fördern. Die beliebte „Weltmusik“-Reihe mutiert zu den drei „Mixed Zone Konzerten“ mit Filmmusik (Metropolis), Jazz mit China Moses („eine Soul-Diva im groovenden Orchestersound“), und dem Bossarenova Trio. In den sonntags stattfindenden Konzerten von „Klassik um 11“ werden zukünftig auch Werke des 19. und 20. Jahrhunderts zur Aufführung kommen, und es wird ein reines Bläser- und ein reines Streicherkonzert stattfinden. Familienkonzerte sollen Kinder ab vier/fünf Jahren ins Theater locken, es wird ein Konzert des Kinder- und Jugendchores unter Leitung des rührigen, in der Großregion und über die Landesgrenze hinaus aktiven Dirigenten Martin Folz gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester geben, selbstverständlich das Neujahrskonzert und als Premiere ein „Scratch-Konzert“, bei dem interessierte BürgerInnen einen Tag lang testen können, wie es ist, Opernchöre einzustudieren und abends gemeinsam mit dem Orchester aufzuführen.

Neuer Ballettdirektor wird Roberto Scafati, derzeit als Choreograph sehr erfolgreich am Theater Ulm tätig. Von dort bringt er auch sieben TänzerInnen mit in das dann zwölfköpfige Tanzensemble. Seine erste Trierer Choreographie und Inszenierung wird „Zorbas“ sein, es wirken Opernchor und Philharmonisches Orchester mit. „Die Reise in die Hoffnung“, eine Uraufführung mit eigener Komposition, greift das aktuelle Thema der Flüchtlingsbewegung auf, mit Tschaikowskys „Dornröschen“ bringt Scafati eine hoch bewertete Produktion aus Ulm mit.

Die dritte Sparte, das Schauspiel, wird von Intendant Manfred Langer als gelerntem Regisseur selbst verantwortet. Das Angebot ist breit gefächert: Die 13 Schauspielproduktionen reichen von Shakespeare-Klassikern (Romeo und Julia, Macbeth) in Deutsch und Englisch über die Uraufführung von „Marx‘ Bankett“ (Joshua Sobol) als Beitrag zum Marx-Jubiläum und „Blue Jeans“, in dem es um Spießertum und Rebellion in den 50er-Jahren geht, bis zu „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Es findet sich Bekanntes und Unbekanntes, Bewährtes und Neues im Spielplan. „Der Zauberer von Oz“ als Weihnachtsmärchen, „Cats for Kids“, die auf den theatereigenen Kinder- und Jugendchor zugeschnittene Version des populären Musicals, sind weitere Angebote für Kinder und Jugendliche, denen auch durch die Einstellung einer Theaterpädagogin wieder Rechnung getragen wird. Dass diese Arbeit wichtig und wertvoll ist, steht außer Frage, und die Einstellung dieses Bereiches in der letzten Intendanz war nicht nachvollziehbar.

Rahmenveranstaltungen, z.B. zum Karl-Marx-Jubiläum, werden ebenfalls reichlich angeboten, das Musical „Monty Python’s Spamalot“ wird open air aufgeführt, und das Theater möchte auch weiterhin nach „draußen“ gehen, zieht z.B. die Europahalle als alternative Spielstätte für die Sinfoniekonzerte in Erwägung, da diese so stark nachgefragt sind, dass die 622 Theaterplätze nicht ausreichen.

Fazit: Ein sehr motiviertes und engagiertes Team wird die Weichen für die Zukunft des Theaters Trier stellen. Ein durchdachter Spielplan, nachvollziehbare Überlegungen, solides Handwerk, Verantwortungsbewusstsein werden die zwei Jahre Traumtänzerei und Misswirtschaft bald vergessen und das Theater wieder zu dem werden lassen, was es war und was es sein soll: Ein Ort, wohin man gerne geht, wo Unterhaltung geboten und Denkanstöße gegeben werden, ein Ort der Kunst und der Kommunikation, der Bildung und Bereicherung.  
Marianne Binzen

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Interview mit Thaddeus Strassberger, Regisseur der Oper „The Greek Passion“ von B. Martinu am Ekaterinburg Opera and Ballet Theatre, am 20. April 2018


 Th. Strassberger (mit Dolmetscherin). Copyright: Olga Kereluk

Anlässlich der Neuinszenierung der Oper „The Greek Passion“ von Bohuslav Martinu an der Uraloper Ekaterinburg konnte ich den US-amerikanischen Regisseur Thaddeus Strassberger interviewen, der auch für das Bühnenbild und die Lichtregie verantwortlich zeichnet. Eine eingehende Besprechung dieser Produktion finden Sie auf dieser Website.

Thaddeus Strassberger ist in Ekaterinburg seit langem kein Unbekannter mehr. Er inszenierte hier 2014 „Satyagraha“ von Philip Glass, das seither bereits 60 Mal aufgeführt wurde. Im Jahre 2016 inszenierte er „Die Passagierin“ von Mieczysław Weinberg und nun „The Greek Passion“ von Bohuslav Martinu, womit die Uraloper diese Trilogie nun vollständig im Repertoire hat.

Wie kam es dazu, dass Sie in Ekaterinburg die Trilogie komplett inszeniert haben?

Er machte 2013 die „Oresteia“ beim Bard Summer Scape Festival in New York und traf einen russischen Agenten. Über ihn erfuhr er, dass der Generalintendant Andrey Shishkin der Uraloper vor hatte, „Satyagraha“ zu bringen, und er wollte einen US-amerikanischen Regisseur. Alex Grigorev, Künstlerischer Manager von TACT International Art Management, brachte ihn dann nach Ekaterinburg, und sie machten 2014 „Satyagraha“. Als diese Oper lief, fragte Shishkin Strassberger, ob er auch „Die Passagierin“ machen wolle, und so ergab sich diese. Dann folgte „The Greek Passion“ fast von selbst. Es interessierte den Generalintendanten, was aus Gesellschaften wird, die mit ideologischen Schwierigkeiten leben – was kommt dabei heraus? „Satyagraha“ war in diesem Kontext mehr eine poetischere und eher abstraktere Produktion als die anderen beiden.


Probengespräch mit GMD Oliver von Dohnányi. Copyright: Olga Kereluk

Was sind Ihre künstlerischen Ursprünge, und wie kamen Sie zur Opernregie?

Thaddeus Strassberger stammt aus Tulsa, Oklahoma, und lernte in den ersten 18 Jahren seines Lebens viele Theater kennen. Mit 10 Jahren erlebte er zum ersten Mal eine Oper, „Le Nozze di Figaro“. „And I wanted to do it happen!“ Seine erste Oper machte er 2005. Er gewann den European Opera Prize for Young Directors und hatte Konzepte gemacht. Der damalige Künstlerische Direktor der Opera Ireland in Dublin, Dieter Kaegi, lud den jungen Strassberger zu einer Produktion von „Cenerentola“ nach Dublin ein. Diese Inszenierung wurde sehr erfolgreich und ging anschließend nach Wiesbaden und Bad Wildbad.

Thaddeus Strassberger hat keine Ausbildung in Opernregie. Er graduierte in einem unspezifizierten Studiengang als Ingenieur an einer speziellen Universität in New York City. Dort gab es einen Lehrgang, der parallel drei Sparten anbot: Ingenieurwissenschaften, Architektur und die Schönen Künste, also ein integrales Spezialprogramm dieser drei Fakultäten. Deshalb macht er zusätzlich zur Regie auch das Bühnenbild und die Lichtregie.

Die ersten Anfänge waren mit Arbeiten back stage. 2000/01 arbeitete er an der Mailänder Scala in einem Programm namens „Academia“ von einem Jahr für junge Designer. Danach war er Dolmetscher für Italienisch und Englisch. Anschließend wurde er Assistent am La Fenice in Venedig, in Cagliari und am Teatro San Carlo di Napoli. Strassberger hält sich vor diesem Hintergrund für einen „praktischen Autodidakten“, für den es in der Opernregie vor allem um zwei Dinge geht: Kunst und Handwerk.

Wie sehen Sie die Kunst der Opernregie?

Es gibt für ihn „no brand“, also kein Markenzeichen. Jede Situation ist unterschiedlich und verlangt andere Herangehensweisen. So hat er eine „Carmen“ in Dänemark sehr zeitgenössisch inszeniert, in einer Interaktion zwischen Zigeunern und Flüchtlingen. Sein „Don Giovanni“ in Norwegen war sehr abstrakt (auf DVD). Manchmal ist aber auch eine eher konservative Regiekonzeption angezeigt, wie etwa bei der „Passagierin“ oder der „Greek Passion“. „I like honest ways, seriously!“ sagt er mit dem Brustton der Überzeugung. So sollen die Sänger am besten von allein und damit authentischer herausfinden, was er von ihnen will. Einmal machte er eine Produktion von „Hamlet“, die mit fünf verschiedenen Besetzungen aufgeführt wurde. „I let the singers do their Regie and want to plant the seeds, water the seeds, explain what is the purpose of each action and so on.” So machte er ihnen eher Vorschläge als dass er ihnen orders gibt. Eine typische Frage könnte sein: „Von welcher Seite würden Sie die Bühne betreten? Was wäre dann anders?!“

Wenn er eine Oper inszeniert, ist für ihn ein intensives Studium der Partitur und der das Werk betreffenden Informationen unabdingbar. Ich konnte das bei den beiden Produktionen, die ich in Ekaterinburg erleben durfte, unzweifelhaft feststellen.

Was waren Ihre Arbeiten bisher, und in welchen Ländern haben Sie als Opernregisseur gearbeitet?

Seine Arbeiten: „The Greek Passion“„The Passenger“, „Les Contes d’Hoffmann“, „JFK“, „Un ballo in maschera“, „Satyagraha“, „I due Foscari“, „Don Giovanni“, „Rigoletto“, „The Wreckers“, „Oresteia“, „La fanciulla del West“, „Le nozze di Figaro“, „The Rape of Lucretia“, „Glare“, „Pique Dame“, „Andrea Chenier“, „The Voyage of Edgar Allan Poe“, „Hamlet“, „Nabucco“, and „Turandot“. Seine Highlights waren „Nabucco“ und „I due Foscari“ mit Placido Domingo. Danach folgen Valencia und das Theater an der Wien 2014.

Er hat bisher in etwa 10 Ländern gearbeitet, in Dänemark, Deutschland, Kanada, Österreich, Norwegen, Russland, Spanien, im United Kingdom und in den USA. Außer Englisch spricht Strassberger Italienisch und Spanisch und arbeitet auch in Französisch.

Wie stehen Sie zum Oeuvre Richard Wagners?

Thaddeus Strassberger hat, wie die obige Aufzählung zeigt, bisher keinen Wagner inszeniert. Das ist doch interessant! Dabei war er immer interessiert an Wagners Ideen zum Gesamtkunstwerk. „I see everything as a Gesamtkunstwerk – set designer, videos, Regie, Requisite, all together…“ und „Wagner’s plot is not so complicated, and how he explored it.” Die Sprache ist wichtig, und es gibt viele Möglichkeiten zur Interpretation. Er glaubt nicht, dass man bei Wagner „Regietheater“ machen müsse, er IST schon „Regietheater“! Auch die orchestrale Seite – eine Art „Erforschung emotionaler Landschaften“. Puccini hält Strassberger für viel schwieriger. „Every bar is exactly what to come.“ Wagner hingegen lässt einen enormen Freiraum. Für ihn wären besonders „Parsifal”, „Lohengrin” und “Tannhäuser” interessant, die zum Teil nahe bei der “Greek Passion” liegen und viel mit dem Christentum zu tun haben. „The story of Jesus Christ is a value pattern.“


Bei Proben mit Kevin Knight, dem Kostümbildner und der Dolmetscherin. Copyright: Olga Kereluk

Was erwarten Sie von gutem Musiktheater?

„I hope that the arts we create in the theatre will replace politics at least for some hours. Many people only think in political terms. Only in the theatre we can think of relationships between people. All this is offered by the trilogy in Ekaterinburg. We can think in emotions, in a metaphysical way not based on money and commercialization…”

Damit wäre eigentlich alles gesagt!

Welches sind Ihre nächsten Projekte?

Das nächste Projekt wird die Oper „Demon“ von Anton Rubinstein beim Bard Summer Festival in New York sein. Dann folgt eine „Carmen“ an der Danisch National Opera, die eine touring company ist und über 20 dänische Städte bereist. Schließlich „La Clemenza di Tito“ an der Los Angeles Opera unter der Stabführung von James Conlon. Und last but not least, er würde gern einmal die drei oben genannten Wagner-Werke inszenieren, „Parsifal“, „Lohengrin“ und „Tannhäuser“. Das wäre sicher „spannend“, wie Katharina Wagner jetzt sagen würde…             

Ich sehe für Thaddeus Strassberger mit seinem facettenreichen und fantasievollen Inszenierungsstil eine große Zukunft voraus.

 

Klaus Billand
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WIEN: HEUTE IM FREUD-MUSEUM (Berggasse 19)

Dr. Hans-Otto Thomashoff präsentiert sein neues Buch (Frick am Graben, 26. April)

Herzliche Einladung zur Erstpräsentation meines neuen Buches im Buchhandel als Lesung ausgesuchter, keineswegs humorfreier Abschnitte!

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HEUTE als bunter Vortrag im Freud Museum:

Mittwoch, 2. Mai, 20 Uhr
Berggasse 19, 1090 Wien

Anmeldung erbeten: veranstaltung@freud-museum.at

PS: Gerade zurück vom SWR Nachtcafe in Baden-Baden:

ZUM VIDEO (1,5 Stunden)


Gerne sind auch weitere Gäste willkommen.

Auf der Basis der modernen Hirnforschung zeigt Hans-Otto Thomashoff mit zwölf anschaulichen Fallbeispielen, wie Eltern ihren Kindern gute Vorbilder sein können.

Das menschliche Gehirn lernt in erster Linie aus der erlebten Erfahrung. Übertragen auf die Erziehung von Kindern heißt das: Alles, was Kinder bei ihren Eltern erleben und erfahren, prägt ihr eigenes Denken und Handeln. Ist Eltern daran gelegen, dass ihre Kinder ein glückliches und erfolgreiches Leben führen, sollten sie deshalb vor allem darauf achten, ihnen entsprechende Werte und Verhaltensweisen vorzuleben – in der Zeit mit Babys und Kleinkindern ebenso wie mit Grundschulkindern und Jugendlichen in der Pubertät.

www.thomashoff.de

https://www.facebook.com/pages/Hans-OttoThomashoff/661423380601098

Dr. Hans-Otto Thomashoff bei der Präsentation/Lesung am 26.4 bei „Frick“. Foto: Esther Hatzi

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Stuttgart/Hugo Wolf-Akademie: Petersburger Liederbuch

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Ana Durlovski. Copyright: Martin Sigmund

  1. Liedkonzert mit Ana Durlovski (Sopran) und Stefan Schreiber (Klavier) am Donnerstag, 03. Mai 2018, im Opernhaus, Foyer I. Rang

Ana Durlovski (Sopran) aus dem Solistenensemble der Oper Stuttgart gestaltet das 5. Liedkonzert am Donnerstag, 03. Mai 2018, um 20 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang, gemeinsam mit Stefan Schreiber am Klavier und Musikern des Staatsorchesters Stuttgart. Das Konzertprogramm umfasst Werke von Alexander Aljabjev, Peter Tschaikowsky, Sergej Rachmaninov, Anton Arensky und Reinhold Glière.

Für dieses Programm hat Ana Durlovski eine Auswahl klassischer Romanzen – so lautet der Begriff für das russische Kunstlied – zusammengestellt. Die Lieder von Alexander Aljabjev, Peter Tschaikowsky und Sergej Rachmaninov werden interpunktiert durch Anton Arenskys Streichquartett op. 35, das Gesänge aus der russisch-orthodoxen Liturgie, aber auch Melodien russischer Volkslieder sowie ein Kinderlied Tschaikowskys verarbeitet, dessen Andenken das Werk gewidmet ist. Eine Bearbeitung des langsamen Satzes aus Reinhold Glières Konzert für Koloratursopran op. 82 führt die Mitwirkenden am Ende zusammen.

 Einführung

von Rafael Rennicke, Dramaturg der Oper Stuttgart, um 19.30 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang

 Mit

Ana Durlovski (Sopran),

Stefan Schreiber (Klavier)

sowie Evgeny Popov (Violine), Bertram Jung (Viola), Michael Groß (Violoncello) und Joachim Hess (Violoncello)

Karten: Das Konzert ist bereits ausverkauft. Restkarten sind eventuell an der Abendkasse erhältlich.
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Ausstellung in Ruden/ Kärnten im MUSEUM AM BACH. Voreröffnung heute 2.Mai. Eröffnung 5.Mai. Ausstellungsdauer: Bis 26. Oktober

Melancholie

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Mit der gleichnamigen Ausstellung geht das Museum am Bach in seine 5. Saison. Zu sehen sein wird zeitgenössische Raum- und Medienkunst, die das Verhältnis des Gemütszustandes der Melancholie zur Gesellschaft erfahren und hinterfragen lässt.

Voreröffnung/ Preopening: 2. Mai 2018, 19:00 Uhr mit Performances von Nuleinn und The Karlbauers

Eröffnung: 5. Mai, 18:00 Uhr mit einer Performance des Arachne-Kollektivs

Interessierte können nach Voranmeldung bei dem Erarbeitungsprozess zu der Rauminstallation und Performance „Arachne. Love Is Blue“ dabei sein: 3. und 4. Mai, 15:00 bis 21:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 6. Mai – 26. Oktober 2018 Öffnungszeiten: Do – So, 14:00 – 19:00 Uhr und nach Vereinbarung

Im Rahmen von Melancholie stellen aus: das Arachne-Kollektiv (gegr. 2007 in Bozen),   Vooria Aria, Rudi Benétik, Patricia Deisl, Johannes Deutsch, Stefan Grauf-Sixt, Meta Grgurevič (Ljubljana), Oskar Jakobsen (Kopenhagen), Richard Kaplenig, The Karlbauers (Klaus und Rosivita Karlbauer), Detlef Löffler (eine Fotostudie über die Sammeltätigkeit des Komitee Grabkapelle Lippitzbach), das Duo Nuleinn (Rine Rodin und Magga Ploder, Kopenhagen), das Duo OneTwoMuch (Martha Laschkolnig und Marie Lenoble), Philosophische Versuchsreihen (Kollektiv), Sebastian Schager, Sheida Samyi, Loretta Stats, Evelin Stermitz, Herwig Steiner und Friedrich Zorn.


 

Der Soziologe Wolf Lepenies spricht von der Melancholie als gesellschaftliches Problem. Sie ist eine Handlungshemmung, der Zustand von jemanden, der etwas tun will, es aber nicht tun kann. Man ist auf das Denken zurückgeworfen.
Da kommt der Punkt, wo bedeutende Kunst entstehen kann – auch wenn es sich nur um einen Liebeskummer handelt, eine nostalgische Sehnsucht nach dem Früher oder die Hoffnung auf einen Neuanfang. Manchmal bilden sich bei all dem Nur-Denken-und-nichts-tun-Können wegweisende Utopien heraus.

Die Mehrheit der Gesellschaft bleibt aber nur Konsumentin. Produziert wird die schöne, schwere, melancholische Welt der gesellschaftlichen Alternativen alleine im Untergrund – in jenem des intellektuellen Denkens. Doch die Alternativen selbst, die verschiedenen Ideen als solche wie der Melancholiker an sich, können die bestehende gesellschaftliche Ordnung stören. Früher wurden Menschen, die dauerhaft traurig sind, ganz einfach unter Generalverdacht gestellt als konstitutionelle Abweichler, vor denen man auf der Hut sein muss.

Melancholie und Narzissmus: Alice Miller sieht den Begriff Narzissmus als positive Eigenschaft, wie sie unter anderem in Das Drama des begabten Kindes erläutert. Narzisstisch zu sein ist für sie etwas Normales, Gesundes und bezeichnet jemanden, der seine Interessen verfolgen kann. Eine narzisstische Störung entsteht laut Miller, wenn ein Kind seine eigenen Gefühle und Interessen nicht artikulieren durfte und später dafür ein „Ventil“ braucht. Das äußert sich meistens in Depression und/ oder Gefühlen der Großartigkeit, die aber nur zwei Seiten derselben Medaille darstellen.

Die antike Vier–Elementen–Lehre: Die Vorstellungen über das Wirken der Urkräfte gehen auf den antiken Philosophen Empedokles von Agrigent (5 Jh. v. Chr.) zurück. Er nannte sie Feuer, Wasser, Luft und Erde.  Aristoteles führte die qualitative Unterscheidung der Elemente ein (Wärme, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit).  Polybos, Schwiegersohn des Hippokrates, entwickelte aus der Elementenlehre die Vier-Säfte-Lehre (humores = Säfte) und ein darauf aufbauendes Therapiesystem, die Humoralmedizin. Gesundheit entspricht nach diesem System einer harmonischen Verteilung der vier Säfte (Eukrasie), beziehungsweise der Elemente: Blut (Luft), Schleim (Wasser), schwarze Galle (Erde) und gelbe Galle (Feuer). Krankheit ist dagegen eine falsche Säftemischung (Dyskrasie), beziehungsweise das Überwiegen eines Safts oder eines Elements. Nach antiken Vorstellungen erfolgt die Therapie durch Entleeren des überschüssigen Saftes (Ausleitung der „materia pecans“ = schuldige Materie). Der griechische Arzt Galenos (129 bis 199 n. Chr.) wandte die Säftelehre auch auf seelische Vorgänge an. Die falsche Säftemischung führt zur Entstehung der vier Temperamente: Melancholiker (Erde; melanos = schwarz, chole = Galle), Sanguiniker (Luft; sanguis = Blut), Phlegmatiker (Wasser; phlegma = Dampf), Choleriker (Feuer; chole = Galle). Nach dem Untergang Roms entwickelten arabische Ärzte wie Avicenna die Elementenlehre weiter. Durch die Kreuzzüge kam das Wissen wieder zurück nach Europa und beeinflusste die Medizin des Mittelalters erheblich. Im Spätmittelalter und in der Renaissance erlebte die Elementenlehre ihre letzte Hochblüte.

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