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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 18. AUGUST 2021)

17.08.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 21. AUGUST 2021)

WIENER STAATSOPER: AM 14. SEPTEMBER VERABSCHIEDET SICH JOSÉ CARRERAS VON SEINEM WIENER PUBLIKUM


José Carreras. Copyright: Dopplaa

Mit einer Gala, an der unter anderem auch Elīna Garanča mitwirkt, verabschiedet sich José Carreras am 14. September von der Staatsoper. José Carreras hat sich Zeit seines Lebens für karitative Zwecke eingesetzt. Seine Gage für diesen besonderen Abschiedsabend spendet er der gemeinnützigen Stiftung CAPE 10

Das Ziel von CAPE 10 ist es das Wohl von unverschuldet in Not geratenen Menschen, insbesondere solcher, die krankheitsbedingt in eine prekäre Situation geraten sind, zu fördern. Basis ihrer Arbeit ist die Wertschätzung jedes Menschen sowie Offenheit und Akzeptanz. 

Sollten auch Sie Interesse haben, dieses Projekt zu unterstützen, so besteht die Möglichkeit, Tickets in den besten Kategorien mit einem Spendenaufschlag direkt bei Cape 10 zu beziehen.

KARTEN

Laut Homepage der Staatsoper ist die Carreras Gala die einzige Vorstellund in der nächsten Zeit die – natürlich nach Corona-Bedingungen – ausverkauft ist. Es besteht aber eine Warteliste!

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Kristina Opolais kündigt die TOSCA-Vorstellungen in Graz an (22./24./25.8) 22. ist ausverkauft, 24./25.  gibt es noch Restskarten

It has been my great privilege to perform with @tenorkaufmann and #SirBrynTerfel in various performances throughout my career. I am so excited for the three of us to finally perform all together in one of my favorite operas — ‘Tosca’! It will be a real artistic paradise! I cannot wait to start rehearsals this week for our performances at the @kasematten.graz in Graz, Austria on August 22-25! See you all soon

opol

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Kultur.Sommer.Semmering I 7. Festivalwoche 19.- 22. August 2021

Kultur.Sommer.Semmering | Wiener Alpen

Liebe und Leidenschaft im Südbahnhotel am Semmering!

Ob erfolgreiche Ehe, kurzlebige Sommerromanze, unerwiderte Zuneigung oder fanatische Verehrung – Irrungen und Wirrungen der menschlichen Leidenschaft stehen in der bereits 7. Festivalwoche im mondänen Südbahnhotel am Semmering im Mittelpunkt des Bühnengeschehens. Sandra Cervik und Herbert Föttinger spüren mit Arthur Schnitzlers „Reigen“ den amourösen Verwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts nach und fangen im Südbahnhotel, das einst schon Schnitzler selbst in seinem Schaffen inspirierte, die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit der körperlichen Liebe ein. Postkarten bedeutender Autoren aus der Belle Époque, als liebevolle Botschaft für eng vertraute Empfänger gedacht, sowie Liebesgaben, Briefe und intime Tagebucheinträge bedeutender Komponisten wie Mahler, Prokofiev oder Humperdinck lassen tief in die Gefühlswelt der gefeierten Tondichter blicken. Zudem bietet sich die Möglichkeit, mit dem „Menu à la Belle Époque“ vollends dem Lebensgefühl des Fin de Siècle nachzufühlen und ebendort zu dinieren, wo Arthur Schnitzler oder Stefan Zweig einst selbst zu Tische gebeten wurde.

Unsere kommenden Veranstaltungen in der 7. Festivalwoche:

 Donnerstag, 19. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Klavier-Rezital – Nareh Arghamanyan

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»Musik ist die Art, wie ich mich ausdrücke, wie ich meine Gefühle zeige. Wann immer ich auftrete, versuche ich, mit der Musik zu sprechen.«

Nareh Arghamanyan gehört nicht nur technisch zu den herausragendsten Protagonistinnen der neuen Pianistengeneration, mit ihrer reichen Klangfarbenfantasie und großen Erzählkraft besitzt ihr Spiel etwas ganz Eigenes und Kostbares. Nachdem die geborene Armenierin im Alter von 15 Jahren als jüngste Klavierstudentin an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst aufgenommen wurde, gewann sie schon kurz darauf wichtige internationale Wettbewerbe und begeisterte in zahlreichen renommierten Konzertsälen rund um den Globus – nun ist sie im Waldhofsaal am Semmering zu Gast!

 

Donnerstag, 19. August 2021 I 16.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Künstlergespräch – Erika Pluhar

 Erika Pluhar ist unbestritten eine der vielseitigsten und wandelbarsten Künstlerinnen des Landes. Nach vier Jahrzehnten im Ensemble des Burgtheaters verabschiedete sie sich von der Theaterbühne, widmete sich 40-jährig erstmals der Musik, wurde Interpretin ihrer eigenen Lieder, veröffentlicht regelmäßig Bücher, produziert Filme und versteht sich dabei stets auch als politisch-kritisches Sprachrohr unserer Gesellschaft. Im Künstlergespräch mit Florian Krumpöck öffnet Erika Pluhar ein Fenster in ihre farbenfrohe Welt und erzählt von der Kunst, dem Leben und der fortwährenden Veränderung.

 

Donnerstag, 19. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Es war einmal – Erika Pluhar, Robert Guggenbichler

 Schauspielerin, Sängerin und Autorin Erika Pluhar blickt an diesem musikalischen Abend zurück auf ein vielseitiges Künstlerleben und präsentiert eine mitreißende autobiografische Retrospektive in Liedern. Angefangen bei ihrem Debütalbum »Erika Pluhar singt«, über das Kult-Lied »Es war einmal« bis hin zu ihren eigenen Texten, verbunden mit den Kompositionen von D’Almeida, Marinoff und Trabitsch. Gemeinsam mit ihrem musikalischen Begleiter Roland Guggenbichler erzählt und singt Erika Pluhar von Lebensfreude und Lebensleid, von Trotz, Schwermut und Heiterkeit und den Melodien ihres Lebens.

Tauchen Sie ein in den vielschichtigen Schaffensweg einer Bühnenlegende!

 

Freitag, 20. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering

Arthur Schnitzler: Reigen – Herbert Föttinger, Sandra Cervic, Concilium musicum Wien

In Arthur Schnitzlers skandalträchtigem Bühnenstück ziehen sich zehn amouröse Verwicklungen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Im legendären Südbahnhotel, das einst schon Schnitzler in seinem Schaffen inspirierte, erwecken Sandra Cervik und Herbert Föttinger eine der pikantesten Dialogfolgen der Literaturgeschichte zum Leben und fangen als kongeniale Bühnenpartner die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit der körperlichen Liebe ein. Eine originelle Note erhält der literarische Tanz des Künstlerehepaars durch die virtuose musikalische Untermalung des Concilium musicum Wien.

 

Freitag, 20. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Samstag, 21. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Stefan Zweig: Die Welt von Gestern – Friedrich von Thun, Florian Krumpöck

Der ewige Seelenwanderer Stefan Zweig lebte ein Leben am Atem der Geschichte: Hineingeboren in jene Blütezeit der jüdischen Bourgeoisie im Wien der Belle Époque, aufgewachsen im dekadenten, von finanzieller und politischer Stabilität geprägten Schlusskapitel des jahrhundertealten Habsburgerreichs, zerbrochen an zwei Weltkriegen, Flucht, Exil und dem Ende seiner »Welt von Gestern«. Mit Friedrich von Thun begibt sich einer der bedeutendsten deutschsprachigen Darsteller mit Zweigs Memoiren in eine vergangene Welt, deren Erbe uns bis heute begleitet. Klanglich untermalt wird Zweigs Jahrhundertwerk von Florian Krumpöck mit musikalischen Perlen ausgewählter Fin de Siècle-Komponisten.

 

Samstag, 21. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Postkarten aus der Belle Époque – Janina Baechle, Johannes Krisch, Markus Hadulla

Wir können uns alle noch an sie erinnern: Postkarten, als Urlaubsgrüße oft um die halbe Welt gereist, mitunter viel zu spät am Bestimmungsort eintreffend und dennoch als liebevolle Botschaft bei den meist sehr eng vertrauten Empfängern angelangt. Um dieser wundervollen und beinahe schon ausgestorbenen Tradition Tribut zu zollen, offerieren Mezzosopranistin Janina Baechle und  Kammerschauspieler Johannes Krisch literarisch-musikalische Postkarten: Texten u. a. von Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Oscar Wilde, Gabriel D’Annunzio und Marcel Proust werden dabei Liedperlen von Richard Strauss, Josef Marx, Reynaldo Hahn oder Francesco Tosti gegenübergestellt.

 

Sonntag, 22. August 2021 I 11.00 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Gärtnerin aus Langeweile – Caroline Peters

Wien im April 2020. Die Welt hat sich innerhalb weniger Wochen komplett verändert, Österreich befindet sich im ersten Lockdown. Sophie, eine international tätige Eventmanagerin muss sich nach einem Auslandsaufenthalt für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Nunmehr an Haus und Garten gefesselt, begegnet sie erstmals ihrem Nachbarn, dem Dramaturgen und Drehbuchautoren Till, und damit auch einer langsam aufkeimenden romantischen Verbindung. Bei ihrem ersten Auftritt im Südbahnhotel Semmering hat Caroline Peters einen ganz besonders aktuellen Text mit im Gepäck, der sich auf humorvolle Weise mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzt. Die beliebte Burgtheater-Schauspielerin und Nestroy-Preisträgerin taucht im Laufe dieser kurzweiligen Matinee in die Berührungspunkte zweier Pandemie-Existenzen ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Sonntag, 22. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
An die Muse! Liebesbriefe und ihre Vertonungen – Petra Morzé, Elisabeth Plank

»Ich kann mit Worten Dir’s nicht sagen…« (Gustav Mahler)

Mahler, Prokofiev, Humperdinck, Fauré, Spohr – sie alle schrieben nicht nur leidenschaftliche Musik, sondern liebten auch leidenschaftlich! Briefe, Autobiografisches oder gar intime Tagebucheinträge lassen tief in die Gefühlswelten der Komponisten blicken. Ob erfolgreiche Musikerehe, laue Sommerromanze, stürmische Jugendliebe, unerwiderte Zuneigung, höfische Verehrung, oder tragisches Liebesdreieck – Petra Morzé und Elisabeth Plank präsentieren im malerischen Waldhofsaal des Höhenluftkurortes Semmering Liebesgaben aus drei Jahrhunderten Leidenschaft.

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BADEN/ Beethovenhaus: Bekenntnisse der Frau Schnaps – Beethovens Haushälterin
Ein ungewöhnlicher und humorvoller Blick auf den Menschen und Komponisten Beethoven mit Chris Pichler. Zu erleben am 4. und 18. September, beginnend mit einem Spaziergang vom Beethovenhaus zum Kaiserhaus Baden.

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Frau Schnaps (Chris Pichler). Copyright: skyunlimited

Chris Pichler schlüpft in die Rolle der „Frau Schnaps“ – Ludwig van Beethovens langjähriger Haushälterin. Sie hat es am längsten mit dem völlig unberechenbaren und launischen Komponisten ausgehalten. Die pfiffige und wendige ‚Bedienstete‘ war eine wahrhaft patente Problemmanagerin. Basierend auf historischen Fakten und Aussagen präsentiert Chris Pichler erfrischende und überraschende Einblicke in Beethovens Leben. Sie schildert vollmundig Anekdoten, Konzerterfolge und Misserfolge, Frauenangelegenheiten und Streitigkeiten im Hause Beethoven. All das begleitet von der Musik ihres „Dienstherren“, gespielt von Ana Topalovic und Bogdan Laketic.

Die „Bekenntnisse der Frau Schnaps – Beethovens Haushälterin“ wurde bereits sehr erfolgreich in Deutschland aufgeführt, so schreibt der Bonner General Anzeiger: „Eine sehens- und hörenswerte Aufführung. Bravos.“ Und der Wiesbadener Kurier findet den Abend „Brillant schwungvoll ungebremst“.

Bekenntnisse der Frau Schnaps – Beethovens Haushälterin
Chris Pichler
, Konzept und Text | Ana Topalovic, Cello | Bogdan Laketic, Akkordeon

Samstag, 4. September und Samstag, 18. September 2021

Beginn 18.00 Uhr, Treffpunkt Beethovenhaus Baden / Ende: Kaiserhaus

Ticketpreise: € 25,- (Abendkassa: € 29,-) / Schüler, Studenten: € 15,- / € 19,-
Informationen und Tickets im Beethovenhaus Baden (Di–So und Feiertage 10.00–18.00 Uhr), 02252 86800-577 tickets@beethovenhaus-baden.at

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FEDERICO LONGHI: DON PASQUALE AT THE LUGLIO MUSICALE TRAPANESE

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Acclaimed by the critics as «the most charismatic Pasquale we could have hoped for», baritone Federico Longhi returns to play the istrionic main character of  G a e t a n o D o n i z e t t i ’ s masterpiece, after his recent role-debut in the summer season of the Teatro Regio di Parma, and again in an another importa summer music festival, the historic Luglio Musicale Trapanese, where it  will be revived the production by director Pier Francesco Maestrini (scenes by Juan Guillermo Nova and costumes  by Luca Dall’Alpi), that garned an enthusiastic success at its  debut in Parma. The performances will be on August 25, 27, in the evocative setting of the open-air Theatre Giuseppe Di Stefano. Beside  Longhi some affirmed singers such as soprano Francesca Benitez (Norina), Patrick Kabongo (Ernesto) and Alessio Arduini (Malatesta). On the podium of the Luglio Musicale Trapanese Orchestra M° Antonino Fogliani, while the chorus is conducted by M° Fabio Modica. About this debut in Trapani, Longhi told us: «I was really enthusiastic to accept this invitation by the Luglio Musicale Trapanese to play again Don Pasquale, a new friendship of mine, that garned me already great satisfactions.
Playing this role in a festival like this, with such a historic tradition is a double-joy. I’m really happy also to find again the beautiful production by Maestrini, with whom in occasion of my role-debut in Parma we did a valuable work on the building of the character
around my vocal and artistic personality. I’ll give my best for the Sicilian audience to which I’m really affected and that I hope will have fun with us».
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 ORF : Taliban-Machtübernahme in Afghanistan: Programmschwerpunkt ab 18. August im ORF-Fernsehen

Mit u.a. „WELTjournal: Mein Kabul“, „Universum History: Verwundetes Land“, „kreuz und quer“-Dokus sowie ORF-III-Themenabend am 21. August =

Wien (OTS) – Den dramatischen Geschehnissen in Afghanistan widmet das ORF-Fernsehen ab Mittwoch, dem 18. August 2021, einen Programmschwerpunkt in ORF 2 und ORF III. In ORF 2 stehen ab 18. August u.a. das „WELTjournal“ (mit Fritz Orters Kabul-Porträt), „WELTjournal +“ über die Dolmetscher in Lebensgefahr, „Universum History“ über ein „Verwundetes Land“ und „kreuz und quer“ u.a. über die Kinderkrieger der Taliban sowie der Spielfilm „Drachenläufer“ im Zeichen dieses Landes und seiner Menschen. ORF III zeigt am 21. August einen Themenabend durch den ORF-Auslandschef Andreas Pfeifer führt.

Mittwoch, 18. August

22.30 Uhr, ORF 2 „WELTjournal: Mein Kabul“ von Afghanistan-Kenner Fritz Orter

Anlässlich der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan zeigt das „WELTjournal“ das ungewöhnliche Stadtporträt „Mein Kabul“ von Afghanistan-Kenner Fritz Orter. Der langjährige ORF-Reporter hat es bei seinem letzten Besuch in Kabul vor fünf Jahren gestaltet. Die Stadt am Hindukusch ist für ihn jedes Mal wieder eine extreme Herausforderung für Kopf, Herz und Seele, so Orter. Er hat Kabul bereits in den 60er Jahren bereist, damals in einer der wenigen friedlichen Perioden. Später hat Orter für den ORF unzählige Male aus Kabul berichtet, über Krieg und Bürgerkrieg, über Aufstieg, Sturz und Wiedererstarken der Taliban.

In seinem Porträt von Kabul zeichnet Fritz Orter in persönlichen Erzählungen die bewegte Geschichte und Kultur der Vier- Millionen-Einwohner-Stadt am Hindukusch nach: er trifft den einst mächtigen Taliban-Sprecher wieder, der sich nach Jahren im US-Gefangenenlager Guantanamo damals gemäßigt gibt. Er spricht mit einer Filmregisseurin über die unglaubliche Gewalt, der sich Frauen gegenübersehen. Im Nationalen Musik-Institut zeigt Orter, wie eng Musikerziehung in Kabul mit Österreich verbunden ist. Im Atelier eines afghanischen Malers entdeckt er Bilder mit erotischen Sujets, deren Anfertigung in Afghanistan strengstens verboten und unter den Taliban höchst riskant ist.

23.05 Uhr, ORF2 „WELTjournal +: Die Dolmetscher – Lebensgefahr am Hindukusch“

Bis zum Ende ihres Truppenabzugs wollten die USA tausende afghanische Dolmetscher und Helfer aus Kabul in Sicherheit bringen – dazu scheint es jetzt, nach der Machtübernahme der Taliban, zu spät. Afghanische Dolmetscher, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit den US-Streitkräften zusammengearbeitet haben, gelten den Taliban als Verräter und müssen um ihr Leben fürchten. Ganz ähnlich ergeht es Dolmetschern im Irak: ein Visumsantrag kann Jahre dauern, Racheakte gegen Helfer der USA sind an der Tagesordnung. Das „WELTjournal+“ zeigt die bewegende Geschichte zweier Dolmetscher, die die Gefahren schildern, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind und die mit allen Mitteln versuchen, sich und ihre Familien außer Landes zu bringen.

Freitag, 20. August

22.35 Uhr, ORF 2 „Universum History: Verwundetes Land – Afghanistan im Bann des Terrors“

Spielball ideologischer Großmachtsinteressen, von Bürgerkriegen zerrissen, von islamistischem Terror geprägt: so kennt die Welt Afghanistan. 20 Jahre nach 9/11 zeichnet „Universum History“ mit der 90-minütigen Dokumentation „Verwundetes Land – Afghanistan im Bann des Terrors“ von Lucio Mollica, Marcel Mettelsiefen und Mayte Carrasco (ORF-Bearbeitung: Judith Brandner) ein außergewöhnliches Bild des Landes am Hindukusch: Sechs Frauen, die sich als Politikerinnen, Frauen- und Menschenrechtsaktivistinnen für ihr Land engagiert haben, lassen die Geschichte Revue passieren – von einer unbeschwerten Friedensphase in den 1960er Jahren bis zur drohenden, neuerlichen Übernahme durch die Taliban.

40 Jahre Krieg haben das Leben der Menschen in Afghanistan geprägt. In der neuen Dokumentation „Verwundetes Land – Afghanistan im Bann des Terrors“ sprechen sechs Afghaninnen über ihre Erfahrungen mit Krieg, politischem und islamistischem Terror und zeigen auf, wie vor allem afghanische Frauen zu Opfern gewaltsamer Politik geworden sind. Deutlich werden aber auch ihr Mut, ihr Engagement und die Tapferkeit, mit der sie für ihr Land kämpfen. Die ehemalige „Miss Afghanistan 1972“ kommt in der Doku ebenso zu Wort wie die frühere Frauenministerin und Staatssekretärin für Menschenrechte, die Tochter des letzten kommunistischen Präsidenten sowie Parlamentarierinnen und Aktivistinnen. Kaum gezeigtes Archivmaterial ergänzt das Bild eines zutiefst verwundeten Landes.

Samstag 21. August

16.55 Uhr, ORF 2 „Religionen der Welt: Die Ideologie der Taliban“ In Blitzgeschwindigkeit hat die radikalislamische Taliban Afghanistan eingenommen. Nur zwei Wochen nach dem Abzug der internationalen Truppen, will die Terrorgruppe das „Islamische Emirat Afghanistan“ ausrufen. In der Bevölkerung ist die Angst vor Vergeltungsaktionen groß und auch international herrscht Schockstarre nach dem Taliban-Siegeszug. Die kommende Ausgabe von „Religionen der Welt“ versucht die Ideologie der Terroristen näher zu beleuchten. Wie werden sie den Islam für ihre Interessen interpretieren? Wer sind die Anführer der Terrorgruppe und was bedeutet die Eroberung Afghanistans durch die Islamisten für die Frauen und Mädchen im Land?

Dienstag, 24. August

22.35 Uhr, ORF 2 „kreuz und quer: Die Kinderkrieger der Taliban“

„Die Taliban sind gut – die Taliban werden unser Land aufbauen“, sagt ein 10-jähriger Bub in die Kamera. „Sie haben mir eine Bombenweste gegeben und gesagt, ich soll mich am Checkpoint in die Luft jagen.“ 50 Afghanis (etwa 100 Euro) hat er für sein Leben bekommen. Wie einige andere Kinder wurde er noch vor dem Attentat aufgegriffen und befindet sich jetzt in einem afghanischen Lager, wo er – mit vielen anderen Kindern – die Chance auf eine gute Zukunft bekommen soll. Die Doku zeigt unter anderem Aufnahmen aus diesem Lager und zeigt das Schicksal dieser Kinder – und auch von der Schwierigkeit, ein neues Wertesystem aufzubauen.

23.05 Uhr, ORF 2 „Drachenläufer“

In der einfühlsamen Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Khaled Hosseini über das traumatische Schicksal zweier in der Kindheit getrennter Freunde erzählt Marc Forster („Monster’s Ball“) eindrucksvoll zwei Jahrzehnte der von Krisen gezeichneten Geschichte Afghanistans. Afghanistan, 1978: Die aus unterschiedlichen Schichten kommenden zwölfjährigen Buben Amir und Hassan sind die besten Freunde, bis sich ihre Lebenswege abrupt trennen. Amir, der vor der Roten Armee mit seinem wohlhabenden Vater ‚Baba‘ in die USA emigrieren muss, gelingt dort eine Schriftstellerkarriere. Zwanzig Jahre später, erhält er einen überraschenden Anruf von Rahim Khan, einem guten Freund seines Vaters: ‚Es gibt eine Möglichkeit, es wiedergutzumachen.‘ Die Reise in seine Heimat bedeutet für Amir, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen.

Dienstag, 31. August

22.35 Uhr, ORF 2 „kreuz und quer: Tausend Mädchen wie ich“

2014 erlebte Afghanistan den spektakulären Fernsehauftritt einer 23-jährigen Frau: Khatera, so ihr Name, beschuldigt ihren Vater vor laufender Kamera, sie seit ihrem zehnten Lebensjahr sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Und sie bringt den Fall vor Gericht. Zwei Jahre lang dokumentiert eine engagierte Filmemacherin Khateras steinigen Weg im Kampf um Gerechtigkeit. Es ist ein Kampf gegen Traditionen, ein mangelhaftes Justizsystem und Korruption, gegen Morddrohungen, Existenzängste und die Furcht, selbst wegen „unzüchtigen“ Verhaltens im Gefängnis zu landen.

ORF-III-Themenabend am 21. August

Auch ORF III ändert aus aktuellem Anlass sein Programm und beleuchtet am Samstag, dem 21. August, im Rahmen der „zeit.geschichte“ die Hintergründe der seit Jahrzehnten andauernden Konflikte in Afghanistan, die kürzlich in einer erneuten Machtübernahme der Taliban mündeten. Den Auftakt des dreiteiligen Doku-Abends macht „Afghanistan – Die Wurzeln eines Krieges“ (20.15 Uhr) von Alberto Marquardt. Die radikalislamischen Taliban haben den Kampf um Afghanistan in der vergangenen Woche für beendet erklärt. Unterdessen gehen die Evakuierungen und Ausreisen weiter – sofern überhaupt möglich. Aber wo liegen die Ursachen dieses Krieges? Es ist die letzte Phase eines Konflikts, der zwar schon in den 1970er Jahren begonnen wurde, aber mit der Intervention der USA vor 20 Jahren, im Zuge der Terroranschläge auf das World Trade Center, völlig neue Ausmaße annahm. Wie die USA das Mächteverhältnis Afghanistans veränderten und schlussendlich die Geschehnisse der letzten Tage maßgeblich beeinflussten, zeigt diese Dokumentation. Danach folgt „Der Preis des Krieges – Afghanistan“ (21.45 Uhr) aus dem Jahr 2021. Regisseur Max Serio beleuchtet die seit 1978 in Afghanistan immer wieder auftretenden Kriege, die zusammengerechnet mit mehr als zwei Billionen Dollar zu den teuersten Konflikten der Geschichte zählen. Abschließend setzt Nicolas Jallot in „Albtraum Afghanistan – Todeskampf der Sowjetunion“ (22.35 Uhr) bei den Ereignissen im April 1978 an, als Leonid Breschnew im Zuge eines Staatsstreichs afghanischer Kommunisten sowjetische Truppen nach Kabul schickte – die schlussendlich knapp zehn Jahre dort verweilten. ORF-Auslandschef Andreas Pfeifer führt als Präsentator durch den Abend in ORF III und ordnet die Dokumentationen in Bezug auf die aktuelle Lage in Afghanistan journalistisch ein.

 

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