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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 17. JULI 2019)

17.07.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 17. JULI 2019)

BREGENZER FESTSPIELE 2019 WERDEN HEUTE ERÖFFNET

Sujet Rigoletto 19, Inhalt

Rigoletto
Giuseppe Verdi
Oper in drei Akten (1851)
Premiere
17. Juli 2019 – 21.15 Uhr, Seebühne (ausverkauft)

Weitere Vorstellungen: 17./19./20./21./23./24./25./26./27./28./30. Juli

1./2./3./4./6./7./9./10./13./14./16./17./18. August
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Don Quijote vom Jules Massenet

Comédie héroïque in fünf Akten (1910)
Libretto von Henri Cain nach Jacques Le Lorrains Le Chevalier de la longue figure (1904)
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere
18. Juli 2019 – 19.30 Uhr, Festspielhaus (Restkarten)
21./29.7 (Karten verfügbar)

 

 

Don Quijote

von Jakob Nolte nach Miguel de Cervantes
in der Übersetzung von Susanne Lange

Koproduktion mit Deutsches Theater Berlin
Premiere
20. Juli 2019 – 19.30 Uhr, Theater am Kornmarkt (ausverkauft)

Sujet Don Quijote 19, Inhalt

Mit Ulrich Matthes, Wolfram Koch

Inszenierung Jan Bosse
Bühne Stéphane Laimé

Weitere Vorstellungen: 21. (Restkarten)/23. Juli (Karten verfügbar)

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Sujet Der Reigen 19, Inhalt

Der Reigen
Bernhard Lang

Musiktheater für fünf Stimmen und 23 Instrumente (2012)
Libretto von Michael Sturminger nach Arthur Schnitzlers Der Reigen (1920)
In deutscher Sprache
Österreichische Erstaufführung

Koproduktion mit Neue Oper Wien
Premiere
30. Juli 2019 – 20.00 Uhr, Werkstattbühne
Vorstellungen & Karten: 30./31. Juli (Karten verfügbar)

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Sujet Eugen Onegin, Inhalt

Eugen Onegin
Peter I. Tschaikowski

Lyrische Szenen in drei Akten op. 24 (1879)
Text von Peter I. Tschaikowski und Konstantin S. Schilowski
nach Alexander S. Puschkins Eugen Onegin (1823-30)
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere
12. August 2019 – 19.30 Uhr, Opernstudio am Kornmarkt
Dauer
ca. 3 Stunden (inkl. Pause)

Weitere Vorstellungen am 13. und 15. August im Theater am Kornmarkt (Karten noch verfügbar)
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MARTIN SCHLÄPFER UND SEIN DÜSSELDORFER CHAOS (aus unserer Serie „Schläpfereien“)

 

Martin Schläpfer ist der von Bogdan Roscic erkorerene künftige Wiener Ballettchef.

Bildergebnis für schlapfen
Das nennt man in Österreich „Schlapfen“. Kostenpunkt : 6.99 Euro – zwei Stück (links und rechts) natürlich. Ein Schläpfer hingegen kostet ein Vermögen – wenn man ihn lässt!

Martin Schläpfer, die Roscic-Erfindung als Ballettchef -, kostet die Rheinoper bereits ein Vermögen – und könnte das auch Wien kosten – wenn man ihm Verträge aushandeln lässt!

Die Geister, die ich rief…
Schläpfers Abgang und die chaotischen Folgen

Ganz so einfach, wie es sich Rheinopern-Intendant Meyer vorstellt, wird die Übergabe des Ballettdirektoren-Zepters an den vielversprechenden Nachfolger Demis Volpi wohl nicht gehen, denn die Problempunkte am hiesigen Ballett sind unübersehbar. Warum? Der von Schläpfer vor 1,5 Jahren als neuer Ballettchef von ihm persönlich nominierte Tänzer Remus Sucheana – Schläpfer erklärte damals völlig überraschend, er wolle ab sofort in den Hintergrund treten und gebe an Herrn Sucheana die Direktion ab – ist das Problem.

Der Laie staunte, die Fachwelt wunderte sich, die Verantwortlichen in der Verwaltung der Oper bekamen fast einen Herzanfall: Ein Ballett-Direktor ernennt seinen Nachfolger ohne Einschaltung des Aufsichtsrates der Oper – quasi par Ordre du Mufti. Er erklärte wie selbstverständlich, daß seine Majestät sich nun gedenke zurück zuziehem. Aber halt doch nicht ganz, denn er wolle zukünftig nur noch als offizieller Berater des Rheinopernballetts, quasi im Hintergrund, fungieren.


Die Anfrage kritischer Journalisten nach den Kosten – Bekommen plötzlich zwei Leute ein Direktorengehalt? – wurde von der Rheinoper damals mit dem Satz beantwortet, daß der ganze Vorgang kostenneutral stattgefunden habe.

Nun hat also aktuell Sucheana einen Vertrag als Ballettdirektor bis 2024. Haben wir jetzt zukünftig zwei Ballettdirektoren? Da fragt man sich doch erst einmal, wie werden zukünftig die Kompetenzen zwischen ihm und Volpi aufgeteilt sein? Oder tritt Sucheana ganz leise dann in den Hintergrund und verzichtet auf Gehalt und Position?


Hinzu kommt, daß Martin Schläpfer angekündigt hat, er wolle die Aufführungsrechte für seine Stücke in Düsseldorf lassen. Was bedeutet das für den designierten Volpi? Muss er auch Schläpfer-Stücke spielen? Hoffentlich nicht, denn dies gäbe dann so einen Klüngel, wie einst in Köln, als man den Intendanten Krämer entließ, dieser sich aber klammheimlich über die Kulturbeauftragte der GRÜNEN noch die Garantie für zwei große Operninszenierungen per annum für die nächsten vier Jahre hatte schriftlich bescheinigen lassen.


Der Vertrag des Generalintendanten Christoph Meyer, der ja die Rheinoper nach Jahren des Tiefschlafs – einzig die zwei Düsseldorfer Lokalzeitungen berichteten noch über Opern-Premieren – erstmals wieder ins internationale Feuilleton brachte mit seinem Einknicken vor der Publikumswut anlässlich einer umstrittenen Tannhäuser-Premiere, läuft nur noch bis 2024, ebenso wie der des jetzt designierten Demis Volpi. Wenn Meyer 2024 also aufhört, bedeutet dies, dass der neue Intendant auch einen neuen Ballettchef bestimmen kann. Oder macht Meyer dann noch bis zum Rentenalter weiter? Fragen über Fragen, über Fragen… Die anscheinend außer dem OPERNFREUND niemand stellt.


Wobei mich persönlich ja auch brennend interessieren würde, wer noch im Gespräch für die Übernahme der Ballettdirektion war. Aber darüber herrscht – allgemeiner Usus – ja bei jeglicher Findungskommission (gab es die überhaupt?) Stillschweigen.

Peter Bilsing/www.deropernfreund.de

 

RP, WAZ und NRZ haben jetzt endlich das Vertragsdebakel um Schläpfer und Sucheana bemerkt und öffenntlich gemacht. Die Oper muss Sucheana in den nächsten Jahren 381.000 Euro zahlen, weil es keine Ausstiegsklausel gibt, für den Fall, dass Schläpfer woanders hingeht. Falls Sucheana vorher eine andere Stelle bekommt, muss die Oper nicht zahlen. Aber dazu muss er zuerst eine passende Stelle finden bzw. überhaupt finden wollen.

 Wir (gemeint ist „Der Opernfreund“) hatten schon im März, kurz nach der Ernennung von Demis Volpi, auf das Problem hingewiesen. Bei der DOR wird gemauert und Meyer (der Düsseldorfer Meyer) und Co. verweigern jede Aussage zum Debakel. Eigentlich müsste Alexandra Stampler-Brown als Geschäftsführende Direktorin die Verträge auf solche Probleme lesen. 

Düsseldorf
Freigestellter Düsseldorfer Ballettdirektor erhält 11.000 Euro pro Monat
Teure Vertragspanne an der Rheinoper

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/oper-duesseldorf-freigestellter-ballettdirektor-erhaelt-11000-euro-pro-monat_aid-42807759

Vielleicht könnten wir Wiener den Düsseldorfern aus der Verlegenheit helfen und Schläpfers Freund bei uns anstellen!

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WIEN/ ImpulsTanz 2019 – mit Sex und Blut lebt es sich ganz gut

Ähnliches Foto

Die diesjährige Wiener IMPULSTANZ–Performancereihe ist gestartet. Über 60 Events sind angekündigt – überwiegend mit kleinen Ensembles, Einzelgängern, Duos in nicht allzu langen Programmen. Zum Auftakt hat sich die Tanzkompanie des Linzer Landestheaters, TANZLIN.Z, mit dem von ihr im Vorjahr einstudierten Remake von Hans Kresniks Blutoper „Macbeth“ im Wiener Volkstheater eingestellt. Nun, es ist keine Oper, sondern ein brüsk ausgespieltes und getanztes wildes Spektakel – wohl aber mit einigem schaudervollen Geschrei.

1988 war es, da haben sich drei Österreicher für das Theater der Stadt Heidelberg an diese total grelle Adaption von Shakespeares mörderischem Machtkampfdrama herangemacht. Der Kärntner Hans Kresnik, Jahrgang 1939, hat sich in Deutschland ab den 70er Jahren als Choreograph hochexpressiver Tanzstücke mit aktuellen Zeitbezügen und Faschismus-Kritik einen Namen gemacht. Seine Stationen mit ‘choreografischem Theater‘ waren Bremen, Heidelberg, Berlin, Bonn. Für „Macbeth“ hat ihm Gruselmaler Gottfried Helnwein eine modisch perfekt gestylte Ausstattung abgeliefert, und Edelkomponist Kurt Schwertsik setzte mit einer vierhändig gespielten Klaviermusik einen minimalistischen Kontrapunkt dagegen. Das ergibt sehr wohl eine durchaus originelle, in einer hellen weiten Leichenhalle beginnende Geisterbahn mit gezielt angepeilten Schockeffekten. 

Thematisch ernst gedacht, doch Kresnik kreierte eine Folge skurril ausgespielter Sequenzen mit Morden, Messerkämpfen, Folterungen, Wahnsinnsszenen, etc. Auf lustig getrimmt sind diese Grotesken über Schreckensherrschaft und Blutrausch doch auch wieder nicht, und so mancher Effekt wird beim grimmigen Abschlachten zu sehr ausgeschlachtet. Doch diese explosive Kunstpackung mit ihren vielen Gewalttätigkeiten kann über weite Strecken die Spannung und Neugier wachhalten. Und die Tänzer von TANZLIN.Z setzen sich auch mit hundertprozentiger Mordslust ein.

Die Facebook-Affaire mit den gesperrten Seiten bezüglich anstößiger Fotos konnte von Impulstanz bereinigt werden: Bitte, es sind künstlerische Events, keine Porno-Shows! Und doch, so ganz ohne ist die Sache nicht …. Mette Ingvartsen, eine gertenschlanke hochgewachsene Dänin führt sanft und dezent charmant, doch mit immens energiegeladen in die Kunst des Orgientheaters ein. Nun, es ist eine Serie mit vier Programmen, in der über Sexualität innerhalb gesellschaftlicher Strukturen mit drastischem wie freizügigen Körpereinsatz reflektiert wird. Abend Nr. 1, „About 69 Positions“, Ingvartsen im Alleingang splitternackt lesend, dozierend, tanzend im Rund der um sie stehenden Zusehern. Garniert auch mit Sex-Videos und historischen Illustrationen von Orgien.

Ingvartsens Ausgangspunkt: der in den USA der 60er Jahre beginnende Kampf um sexuelle Freiheiten und Rückblicke auf diesbezügliche Aktionen. Somit ihr Aufruf heute: Lasst uns eine Orgie gestalten! So ähnlich jedenfalls. Lustvoll am Boden liegend und dies nüchtern kommentierend, sich wälzend, kriechend. Nachgeahmtes Organismus-Gestöhne, kleine Ekstasen, Fesselung (ganz sachte), die Aufforderung zum faunischen Mittanzen. Nach diesen ersten Fachanweisungen über Möglichkeiten mit dem nackten Körper zu spielen werden nun im ImpulsTanz-Programm  „7 Pleasures“, „21 Pornographies“ und „to come (extended)“ folgen, von ihrem kleinen Ensemble äußerst anschaulich demonstriert. Und doch, aus Ingvartsens Mund hat diese Einführungs-Lektion in die Kultur sexueller Intimität durchaus stubenrein gewirkt.

Meinhard Rüdenauer

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SCHLOSS KIRCHSTETTEN: ZUSATZ-VORSTELLUNG für L ´Italiana in Algeri:

Am 16. August haben wir auf Grund der großen Karten-Nachfrage eine Zusatzvorstellung angesetzt.

Mehr Info

Bei dieser sind (noch) gute Plätze buchbar – bei allen anderen Vorstellungen sind noch Restplätze vorhanden.

Wir freuen uns, Sie auf Schloss Kirchstetten im Weinviertel begrüßen zu dürfen.

Monika Neustifter und Stephan Gartner präsentierten den OPERN-WEIN 2019:

ein Sauvignon blanc exklusiv aus dem Poysdorfer Weingut Neustifter.

„Grüngelb, Duft nach Heu, Kräutern und Brennnessel, angenehm fruchtig am Gaumen, delikate Säure, spritzig und leicht, ein Wein für unbekümmert fröhliche Stunden“  –

so lautet die vielversprechende Beschreibung.
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St. Petersburg: Das Mariinsky-Theater zu den Weißen Nächten (6. – 9.7.2019 )

In meinem ersten Porträt Valery Gergievs aus dem Jahre 1993 schrieb ich, er würde sich sämtliche Sänger selber anhören, die von seinem Talentscout, dem Komponisten Alexander Tchaikovsky, vorgeschlagen wurden. Tempi passati! Natürlich segnet der Vielbeschäftigte die Besetzungen ab, doch de facto werden sie von einem „Collegium“ bestimmt, dem außer dem Operndirektor Grigory Yakerson und der „Grauen Eminenz“, dem Dirigenten Leonid Korchmar, die Konzertmeister und -innen des Hauses angehören – vergleichbar den Studienleitern, jedoch nicht für das gesamte Repertoire, sondern nur für Teile davon zuständig. Wenn man sich den Spielplan mit den Besetzungen ansieht, gibt es unübersehbar Soboleva- oder Mishuk-Besetzungen; ohne jeden Zweifel verdienstvolle Konzertmeisterinnen mit langjähriger Erfahrung, die jedoch eine Gruppe von Sängern um sich scharen, ohne dass andere Künstler genauso zum Zuge kommen. Sicherlich gibt es diese Freunderl- oder Günstlingswirtschaft auch an anderen Häusern, doch am Mariinsky-Theater scheint sie mir besonders ausgeprägt zu sein.

In den von mir am Ende dieser Saison besuchten Aufführungen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Gremium oft ohne Rücksichtnahme auf die menschliche Stimme zu fatalen Besetzungsentscheidungen gekommen ist. So sang im russischen „Figaro“ eine Sängerin die Contessa, die sonst als Shostakovichs Katerina Ismailova angesetzt ist. Die „Tannhäuser“-Venus hatte 3 Tage später im italienischen „Figaro“ die Contessa zu singen. Eine junge attraktive Mezzosopranistin mit einer der schönsten Stimmen dieses Faches heutzutage setzte man innerhalb von 4 Tagen als Polina, Marina (ihr Debüt!) an. Höhe- bzw. Tiefpunkt war der arme Sänger, der an zwei aufeinander folgenden Tagen „Pique Dame“-Hermann und Tannhäuser singen musste!!! Das ist Raubbau an der menschlichen Stimme! Man sollte sich nicht so sehr an Valery Gergiev orientieren, der er liebt, 5 Konzerte pro Tag (!) zu dirigieren!!!

Die 4 von mir besuchten Vorstellungen hinterließen einen irritierenden Eindruck: „Le nozze di Figaro“ in russischer Sprache (6.7.), „Pique Dame“ (7.7.), „Tannhäuser“ (8.7.) und „Boris Godunov“ (9.7.) – Aufführungen von absoluter Weltklasse bis hin zu Wiedergaben, die weit unter dem Niveau dieses Theaters waren. In seinem ureigenen Metier, der russischen Oper, ist das Mariinsky-Theater immer noch mustergültig, am besten abzulesen an der bewegenden Wiedergabe von „Boris Godunov“ im historischen Mariinsky. Herausragend YEVGENY NIKITIN in der Titelrolle, dem ein ebenso stimmlich wie darstellerisch eindringliches Porträt gelang. Wenn ich diesen Sänger auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Leistungsfähigkeit höre, bedaure ich von Neuem, dass der Holländer in Bayreuth wegen des „Tattoo“-Skandals an ihm vorüber ging. Zum Glück schadete dieser Vorfall seiner internationalen Karriere nur kurz. Pimen war MIKHAIL PETRENKO, und ich musste daran denken, dass ich beide, Nikitin als Ramfis und Petrenko als König, Anfang Januar 1999 erstmalig hörte. Während Nikitin (mir) schon damals auffiel, blieb Petrenko mir wenig im Ohr haften. Gleicher Eindruck nun nach mehr als 20 Jahren. Ansonsten war es ein Ensemble 20+ bzw. sogar 25+. Soll heißen, es standen Sänger auf der Bühne, die auf eine Zugehörigkeit zum Mariinsky-Theater von mehr als 20 Jahren oder sogar 25 Jahren zurückblicken können. YURI LAPTEV (Shchelkalov), GENNADY BEZZUBENKOV (Varlaam), NIKOLAI GASSIEV (Missail), NADEZHDA VASSILIEVA (Xenias Amme), YEVGENY AKIMOV (Shuisky), OLGA SAVOVA (Schankwirtin), doch bis auf den komischen, aber im Volumen doch schon reduzierten Bezzubenkov war nichts an diesen „Oldies“ auszusetzen. Wie Akimov so ist auch SERGEY SEMISHKUR (Grigory) Besitzer eines Stimmtyps, der früher für typisch russisch gehalten wurde: sehr (zu) weiß. Bei aller Qualität nicht ganz mein Geschmack. Der sonst so hervorragende ANDREY POPOV gab als Gottesnarr ein bisschen zu viel Stimme, als dieser Partie guttut, und die von mir sehr geschätzte ANASTASIA KALAGINA sollte als Xenia jüngeren, frischer klingenden Stimmen Platz machen. Zwei junge Stimmen, die in kleineren Rollen aufhorchen ließen: YELENA GORLO (Fyodor) und YURI VLASOV (Nikitich/Hauptmann). EDEM UMEROVs Rangoni klang raustimmiger und mit mehr „wobble“ versehen, als von ihm gewohnt.


Yevgeny Nikitin als Boris Godunov (Foto: Nadine Koul)

Gespannt war ich auf das Debüt der jungen YEKATERINA SERGEYEVA als Marina, und sie erfüllte alle Erwartungen. Verführerisch in Ausstrahlung und Stimme, machte sie deutlich, warum der falsche Dmitry ihr verfallen musste. Ihr Mezzosopran verfügt über einen ausgesprochen sinnlichen Klang, und sie kannte keinerlei Mühe in allen Registern dieser Partie. Mit Yekaterina Sergeyeva ind Yuliya Matochkina kann das Mariinsky-Theater sich glücklich schätzen, zwei ebenbürtige und gleichwertige Nachfolgerinnen für die große Olga Borodina zu besitzen, die nur noch vereinzelt auftritt. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn das Management etwas mehr Rücksicht auf diese junge Sängerin (nicht nur auf diese) nimmt. Nach einem Marina-Debüt sollte man einer Stimme Ruhe gönnen und nicht gleich am nächsten Abend einen Cherubino ansetzen. Den Rang der Aufführung machte auch das Dirigat STANISLAV KOCHANOVSKYs aus, der sich von den vielen Haus-Kapellmeistern des Theaters dadurch unterschied, dass er sich nicht der Bühne unterwarf, sondern die Aufführung „leitete“. Kein Wunder, dass er eine internationale Karriere macht.


Yekaterina Sergeyeva nach ihrem Debüt als Marina (Foto: Nadine Koul)

„Pique Dame“ am 7.7. war eine gute Wiedergabe dieser Oper, wenn auch keine außergewöhnliche. Zu einer außergewöhnlichen fehlten ihr zwei unverzichtbare Ingredienzen: ein Dirigent (wie Valery Gergiev) und ein Sing-Schauspieler wie Vladimir Galouzine. PAVEL SMELKOV ist einer jener Dirigenten, die verlässlich den Takt, aber leider keine Funken schlagen, und MIKHAIL VEKUA, die Allzweck-Tenorwaffe des Mariinsky von Faust bis Siegfried, ist einer jener Sänger, über die sich jedes Opernhaus freuen sollte: jederzeit einsatzbereit, jederzeit mit voller Stimme dabei, doch nicht vom Genius Galouzines geküsst. Neu für mich war die Gräfin ELENA VITMANs, die man nur selten in größeren Rollen (ausgenommen Amme, Klytämnestra) erleben kann. Stimmlich tadellos, fehlte ihr das Quäntchen Ausstrahlung, das von einer Bogacheva, Diadkova etc. ausgeht. IRINA CHURILOVA (Lisa) klang müder, in der Höhe angestrengter als sonst; Probleme, wie man auch bei YEKATERINA SERGEYEVAs Polina hören konnte (zwei Tage vor ihrem Marina-Debüt). ROMAN BURDENKO ist mit seinem mächtigen und doch so geschmeidigen Bariton immer zuverlässig, ob als Yeletsky oder wie hier als Tomsky. Ob es eine gute Wahl ist, VLADIMIR MOROZs Kavaliersbariton auch solche Rollen wie Montfort in „Vespri Siciliani“ zu geben, möchte ich einmal dahingestellt lassen. Seinem Yeletsky fehlte es etwas an lyrischer Geschmeidigkeit. Nach wie vor erschließt es sich mir nicht, warum VIOLETTA LUKYANENKO (Prilepa) sich beim Management des Mariinsky so großer Beliebtheit erfreut. Hübsch aussehend, eine Soubrettenstimme, der es an Fülle und Rundung fehlt, von technischen Problemen ganz abgesehen.

Das Mariinsky-Theater hat im Spielplan zwei verschiedene Produktionen von Mozarts „Le nozze di Figaro“, eine (auf Italienisch) im historischen Haus, die andere (auf Russisch) szenisch in der Konzerthalle. Es muss eine Art von Masochismus sein, das mich immer wieder in eine der beiden Produktionen gehen lässt. Oder ist es das Interesse an bestimmten Sängern? Jedenfalls würden beide in der Klamauk-Olympiade um den Sieg streiten. Unter der Leitung des Gergiev-Neffen ZAURBEK GUGKAEV war die Besetzung bestenfalls als durchwachsen zu bezeichnen. Eine Contessa (YEKATERINA SOLOVYOVA), der man gepeinigt anhört, dass Shostakovichs Killer-Rolle Lady Macbeth von Mtsensk zu ihrem Repertoire gehört, eine Susanna (KARINA CHEPURNOVA), als Gast vom hiesigen Musical-Theater, eine Soubrette, mehr eine Augen- als eine Ohrenweide, EVELINA AGABALAEVA mit einer, wie eine österreichische Sängerin einmal boshaft formulierte, „freundlichen Stimme“ (= sie winkt ins Publikum), eine Graf (SERGEY ROMANOV), wie man im Russischen sagt, normal = weder gut noch schlecht, eine outrierende Marcellina (IRMA GIGOLATY), die vor fast 20 Jahren einmal zu den großen Hoffnungen am Mariinsky gehört hatte, aber nicht aufgebaut, sondern (wie viele andere auch) nur benutzt wurde, und ein Bartolo (PAVEL SHMULEVICH), der verstehen sollte, dass Bartolo anders gesungen werden sollte als Hagen. Pikantes Detail am Rande: Don Basilio wurde von einem Sänger gesungen, der vor einigen Jahren einen Sonderpreis für seinen Cosi-Ferrando in Perm errungen hatte, am Mariinsky aber als Charaktertenor eingesetzt wird (STANISLAV LEOONTIEV). Einzig VADIM KRAVETS (Figaro) und PELAGEYA KURENNAYA (Barbarina) retteten die Ehre des Mariinsky.

Wie bekannt, feiert VALERY GERGIEV, der allmächtige Herrscher des Mariinsky, in wenigen Tagen sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen, und das mit einem Werk, das für ihn neu ist, Wagners „Tannhäuser“. Wer Gergiev kennt, war nicht überrascht, dass er sein Mariinsky-Theater als Probebühne dafür benutzen würde. So führte er bei seinem Moskauer Oster-Festival diese Oper aktweise konzertant auf und ließ für St. Petersburg eine szenische Produktion erstellen. Warum diese nicht auf der neuen Bühne, sondern (allerdings szenisch) in der Konzerthalle herauskam, entzieht sich meiner Kenntnis. Es könnte sein, dass die Planung dafür zu kurzfristig war, um das Werk in den Spielplan von Mariinsky II einzubauen. Vielleicht hat ihm aber auch gefallen, wie fantasievoll das Team um Regisseur VYACHESLAV STARODUBTSEV Rimsky-Korsakovs Einakter „Mozart & Salieri“ und „Der unsterbliche Kashchey“ den Bedingungen der Konzerthalle eingepasst hatte. Valery Gergiev hatte die Premiere am 1.6. sowie die Reprisen in identischer Besetzung geleitet, das Dirigat der Aufführung am 8.7. dem US-Hausdirigenten CHRISTIAN KNAPP überlassen, der – ich gehe bestimmt nicht fehl in der Annahme – auch die Einstudierung geleitet hatte. An diesem Abend sang die zweite Besetzung, die (um es einmal milde auszudrücken) einige Fragezeichen bei mir hinterließ. Es fing gut an. In diesem Saal, der nicht für Opern, schon gar nicht dieses Formats, konzipiert worden war, formte Knapp eine klangschöne Ouvertüre mit folgendem Bacchanal. Das Unheil begann mit den ersten solistischen Tönen. TATIANA PAVLOVSKAYA, trotz der großen Unruhe in der Stimmführung eigentlich eine interessant timbrierte Stimme, versuchte, ihrer Stimme das Venus-Format durch offene Tonformung und Vokalverfärbungen abzutrotzen, und ließ mich fragen, ob jemand mit ihr an der Diktion gearbeitet hatte. Ihrem Tannhäuser MIKHAIL VEKUA konnte man keine schlechte Diktion vorwerfen (er arbeitete vor seinem Mariinsky-Engagement in Deutschland), auch nicht, dass er nicht zu hören war oder gar (wie berühmte Vorgänger) gespart hätte. Ganz im Gegenteil. Vekua sang mit einer Kraft und Lautstärke, als habe er nicht am Vorabend den Hermann in „Pique Dame“ gesungen, als ob nicht noch zwei Akte vor ihm liegen. Leider war auch zu den Minnesängern und dem Landgrafen noch nicht vorgedrungen, dass man Wagner auch singen kann, ihn nicht bellen muss. Ein Wolfram (PAVEL YANKOVSKY), dem mit seinem Reibeisentimbre jegliche Geschmeidigkeit abging, wie auch die raue Klangfarbe VLADIMIR FELIAUERs, wenn er Wotan singt, an Hans Hotter erinnern mag, damit aber für den Landgrafen weniger geeignet ist. Da ich nach dem 1. Akt ob des vorherrschenden BELLKANTOS die Segel strich, war es mir nicht vergönnt, MLADA KHUDOLEY als Elisabeth zu hören – eine Sieglinde, Salome, Abigaille als Elisabeth! Ich weiß, Leonie Rysanek sang alle diese Rollen, aber sollte dies die Norm sein?

Das Mariinsky ist heutzutage eine Fabrik, die Aufführungen „ausspuckt“. Zu den Weißen Nächten zeitgleiche Vorstellungen im historischen Mariinsky, in der neuen Bühne, in der Konzerthalle sowie in den der Kammermusik gewidmeten kleineren Sälen, und das während Gergiev mit „seinem“ Orchester tourt. Ist es ein Wunder, wenn dann die Qualität auf der Strecke bleibt?

Sune Manninen

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ERL/ Tiroler Festspiele/ Festspielhaus: ALMTRIEB – zweiter Teil „MITTAG“  am 15.7.2019


Erich Polz und das Ensemble Modus 21. Copyright: Xiomara Bender/ Tiroler Festspiele

Der zweite Teil der Konzertreihe Alm-Trieb, „Mittag“, kontextualisierte im Festspielhaus in Erl durch Musik den Gipfel, was das Leben aus- und schön macht. Das Konzept (Valentin Lewisch) erklärt sich zwar durch Stücke und Text ziemlich klar, das Programmheft liefert aber zusätzlichen und interessanten Input.

Und an diesem Konzertabend passierte reichlich viel. Angefangen von der ästhetischen und spannenden Videoinstallation im Foyer (Auer-Grumbach, Lewisch), die mit einer GoPro vom Kopf einer Kuh aus den tierischen Alltag auf der Alm beobachtet.


Copyright: Xiomara Bender/ Tiroler Festspiele.

Kamile Marjia Kubiliute, Irenen Kok und Christopher Devine brillierten spielerisch bei einem Klaviertrio Florian Bramböcks mit dem passenden Titel „Almmusik“. Pirchners „Mit Fagottes Hilfe“ pfiff Andreas Stockerer virtuos und begeisternd auf dem namensgebenden Instrument, Julia Kriechbaum und Freya Tuppy spielten sitzend ein charmantes Geigen/Bratschen Duo von Bruno Maderna zum Genießen.

Mit einem besonderen Text wartete die Chorakademie der Tiroler Festspiele auf: „Lorem Ipsum“ (ein Text ohne jede Bedeutung) absolut stilsicher von Patrick Hahn vertont und durchaus witzig in der Kombination von Sprache und Text, die Fallhöhe zwischen dem Text und seiner Ausgestaltung geriet auch in der Darbietung besonders überzeugend.

Dazwischen rezitierten Alina Hagenschulte (manchmal nicht ganz leicht zu verstehen) und Matti Melchinger sympathisch im Publikum allerlei Texte, in denen man sich über das Schöne an der menschlichen Existenz Gedanken macht: Liebe, Utopie und Friede, schön zusammengestellt. Alina Hagenschulte sprach zusätzlich mit Christopher Devine am Klavier wortdeutlich an verschiedenen Stellen im Konzert Teile aus Viktor Ullmanns „Die Weisen von Liebe und Tod des Cornet Christopher Rilke“.

Bildergebnis für andri joel harison
Andri Joël Harison. Foto: Youtube

Ein absolutes Highlight war jedenfalls die Uraufführung des Abends: Andri Joël Harison komponierte ein „Schlaflied“ nach Paul Celan, elegisch und sanft an Orchesterlieder von Richard Strauss gemahnend. Erich Polz am Pult beschwört mit dem elfköpfigen Ensemble großes Kino, der Tenor von Lorin Wey riss das Publikum zu hörbaren Begeisterungsbekundungen hin.

Ans Ende des ohnehin schon dichten Programms setzte man dann noch einen „Kracher“. Gerhard Schedls rund halbstündige Kammeroper „Pierre et Luce“ mit einer strahlenden, höhensicheren Martina Bortolotti (als Einspringerin!) als Luce und einem berührenden, emotionalen Pierre durch Lorin Wey.

Das durchaus komplexe Stück war bei Erich Polz und den Musikern des Ensembles Modus 21 in besten Händen, klar strukturiert, packend aber immer der Schönheit ihren Raum lassend.

In Szenen gesetzt hat dieses ausgezeichnete Stück Musiktheater Valentin Lewisch. Die Geschichte, erzählt er logisch und mit klarer Personenführung und in Teils wirklich poetischen Bildern, obwohl es faktisch kein Bühnenbild gibt. Gespielt wird im Bühnenportal und auf dem höhenverstellbaren Graben.

Pierre und Luce verweigern in dieser Lesart die Welt, schmücken sich in Kostümen flüchten in eine bessere Scheinwelt und tragen ihre Sonne selbst spazieren, denn die Welt selbst beginnt bereits am Mittag eine dunklere zu werden. Das alles passt auch zu der Vorlage Romain Rollands, die im 1. Weltkrieg spielt (so auch bei Schedl).

Das Stück bietet insofern einen einleuchtenden wie beindruckenden Schlusspunkt!

In Summe darf man von einem wirklich ausgezeichneten Abend berichten. Anmerken kann man einzig, dass der Flügel gefühlte hundert Male über die Bühne geschoben wurde und manche technischen Abläufe offensichtlich unterprobt waren. Das soll das ambitionierte Unternehmen aber in keinster Weise schmälern, vielmehr ist dem Team wie auch dem Haus zu ihrem Mut eine solche Konzertreihe durchzuführen zu gratulieren, die an Qualität und Inhalt so reich ist.

Großer Jubel trotz des eher spärlich besetzen Hauses.

Isolde Cupak

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Salzkammergut Festwochen Gmunden – Programm vom 24.07. bis zum 28.07.2019

Mi, 24.07.2019 um 18:00 Uhr | PUPPENTHEATER
Joseph-Hipp-Puppentheater
„Am Anfang war das Wort“
Ort: Hipp-Halle Gmunden

Tickets: € 18.00
Info: www.festwochen-gmunden.at

Do, 25.07.2019 um 17:30 Uhr | AUSSTELLUNG Eröffnung
Bianca Kiso – „Let’s take a SELFIE“
Ort: Hipp-Halle Gmunden

Info: www.festwochen-gmunden.at

Do, 25.07.2019 um 20:00 Uhr | CROSSOVER
folksmilch – austrian.acoustic.trio – „Palermo“
Ort: Hipp-Halle Gmunden

Tickets: € 32.00
Info: www.festwochen-gmunden.at

Fr, 26.07.2019 um 19:30 Uhr | THOMAS BERNHARD SCHWERPUNKT
„Der Stimmenimitator“ von Thomas Bernhard mit Hermann Beil
Ort: Thomas Bernhard Haus Ohlsdorf

Tickets: € 35.00 – € 29.00
Info: www.festwochen-gmunden.at

Sa, 27.07.2019 um 17:00 Uhr | KINDERTHEATER
Der Wunderkasten – „Die Geschichte des kleinen Kadi“
Ort: Hipp-Halle Gmunden

Tickets: € 18.00 – € 8.00
Info: www.festwochen-gmunden.at

So, 28.07.2019 um 19:30 Uhr | RISING STARS
Aaron Pilsan – „Piano Recital“
Ort: Stadttheater Gmunden

Tickets: € 39.00 – € 29.00
Info: www.festwochen-gmunden.at

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WIEN/ HAUS HOFMANNSTHAL:

 

AUSSTELLUNG KS NICOLAI GHIAUROV anlässlich der 90. Wiederkehr seines Geburtstages
Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Ausstellung steht einer der besten Opernsänger der Welt: der Bassist Nicolai Ghiaurov (1929-2004). Anhand zahlreicher Privat- und Rollenfotos – dankenswerter Weise wieder von Erich Wirl zur Verfügung gestellt – versuchen wir, die große Bandbreite seines Wirkens aufzuzeigen. Die Ausstellung wurde vom Haus Hofmannsthal kuratiert.

Wegen großer Nachfrage verlängert bis 13. Dezember 2019!

Öffnungszeiten: Montag – Mittwoch (werktags), 10:00 – 18:00 Uhr Donnerstag und Freitag nur nach telefonischer Vereinbarung!!!
Eintrittspreis 5,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder freier Eintritt

V V E E R R A A N N S S T T A A L L T T U U N N G G E E N N

Stephan Paryla-Raky liest Anton Kuh DER UNSTERBLICHE ÖSTERREICHER
Mittwoch, 25. September 2019 19:30 Uhr
Anton Kuh war Schriftsteller, Essayist und Feuilletonist. 1930 entstand sein Werk „Der unsterbliche Österreicher“. Immer wieder zeigt er darin den Zerfall der ehemaligen Monarchie und des noch jungen Österreich auf. In seinen glossenhaften Szenen schwingen deutlich Verbitterung und Trauer über die Auswirkungen der politischen Ereignisse mit. Unaufdringlich hält er in diesem Oevre seinen Mitmenschen einen Spiegel vor Augen. Brillanter Wortwitz, geschärfte Beobachtungsgabe und blendender Intellekt geben ein Sitten- und Stimmungsbild des damaligen Österreich bis kurz vor Hitlers Einmarsch wider.
Stephan Paryla-Raky versteht es meisterhaft, Kuhs geradezu „magische Prophetie“ und heutige Aktualität aufleben und den satirischen Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Für die heutige Lesung hat er besonders jene Szenen ausgewählt, die durch ihren Realitätsbezug als humoresk, manchmal sogar grotesk bezeichnet werden können. Einige Anekdoten über Anton Kuh selbst ergänzen auf launige Weise diesen fesselnden Leseabend.

Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

HOMMAGE AN KAMMERSÄNGERIN CARLA MARTINIS Liederabend und CD-Präsentation
Pauline Pfeffer-Martinis, Sopran Miyuki Schüssler, Klavier
Donnerstag, 3. Oktober 2019 19:00 Uhr
Carla Martinis, eine der größten Stimmen des 20. Jahrhunderts wird hier beschrieben, musikalisch präsentiert und besungen. Sie gastierte mit Gesangskollegen wie Giuseppe di Stefano, Mario del Monaco, Franco Corelli, Helge Rosvaenge, Giulietta Simionato, Renata Scotto, Anna Moffo sowie mit Dirigenten wie Tullio Serafin, Herbert von Karajan, Karl Böhm und vielen mehr an allen großen Bühnen dieser Welt. Anschließend wird zu einer Degustation dalmatinischer Weine gebeten.
Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

WOLLEN SIE WIEDER MIT UNS LACHEN?
Donnerstag, 10. Oktober 2019, 19:30 Uhr

Lachsalven sind angesagt, wenn Kammerschauspieler Franz Robert Wagner gemeinsam mit dem Autor Günther Effenberger neue und alte Geschichten aus Effenbergers humorvollen Büchern vorträgt – skurrile Anekdoten über berühmte Schauspieler, Politiker und Journalisten. Da bleibt wie immer kein Auge trocken.
Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

„D‘RAUF GEPFIFFEN!“ Kunstpfeifer packt Klassik-Hits zwischen Lippe und Zunge
Dienstag, 15. Oktober 2019, 19:30 Uhr
Augen- und Ohrenzeugen sind oft sprachlos vor Staunen, wenn sich Pfeifkünstler Stefan Fleischhacker in die Kunstfigur Baron Jean von Pfiff verwandelt. Das neue Programm ist eine kabarettreife bis hochkulturelle Melange aus Opern, Operetten- und Walzer-Hits. Musikalische Unterstützung kommt von der japanischen Pianistin Kaori Asahara. Anpfiff dieses heiteren Konzertereignisses ist heute Abend.

Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

!! Keine Kartenreservierungen möglich !! Die Tickets können direkt im Haus Hofmannsthal zu den Öffnungszeiten erworben werden.

JUNGE SCHUBERTIADE WIEN 2019
Samstag, 19. Oktober 2019, 19:00 Uhr
Das Haus Hofmannsthal hat sich seit 2017 als Schauplatz der JSW etabliert. Auch heuer sind junge, klassisch ausgebildete internationale Sängerinnen und Sänger bei uns zu Gast, um die Liedkunst Franz Schuberts aufleben zu lassen. Im zweiten Teil des Konzertes werden sie sich als beeindruckende Interpreten von Arien aus Oper, Operette und Musical vorstellen und Sie zum verträumten Zuhören bringen. Unter der Devise „Heute die Stars von morgen hören“ nehmen Sie die Gelegenheit wahr, die talentierten Künstler, die ihr Können an den bekanntesten Musikhochschulen Europas erlangten und nach den strengen Auswahlkriterien der JSW ausgesucht wurden, ganz nahe zu erleben. Die meisten von ihnen haben bereits internationale Erfahrung und sind an renommierten Häusern engagiert. Es erwartet Sie ein Abend, der in jeder Hinsicht Exklusivität verspricht. Auf Ihr Kommen freuen sich Kurt Deutsch (Gründer der JSW) und die Beiratsmitglieder der JSW.
Nähere Informationen unter: www.junge-schubertiade-wien.com
Veranstaltet von Junge Schubertiade Wien – Kurt Deutsch
28 € / Mitglieder des Vereines der Freunde Hugo von Hofmannsthals 25 € / StudentInnen 10 €

„GAR VIEL UND SCHÖN WARD HIER IN DIESER HALLE VON EUCH, IHR LIEBEN SÄNGER, SCHON GESUNGEN“ Walter Berry, Waldemar Kmentt und Eberhard Waechter zum 90. Geburtstag
Dienstag, 22. Oktober 2019, 19:30 Uhr
Die Wiener Oper hatte zu allen Zeiten das Glück, durch herausragende Sängerpersönlichkeiten zu glänzen. Drei der bedeutendsten würden in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiern. Da sie es nicht mehr vermögen, feiert die Musikwelt an ihrer statt: W. Berry, W. Kmentt und E. Waechter. Markus
Vorzellner wird an diesem Abend Höhepunkte aus dem Schaffen der drei Herren in Wort, Bild und Ton präsentieren. Man darf obendrein gespannt sein auf ein paar persönliche Erinnerungen, die der ehemalige Studienkorrepetitor bei Walter Berry gerne mit einem interessierten Publikum teilen wird.

Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

Wegen Erfolges keine Wiederholung, sondern neues Programm!
„EUGEN ROTH – DIE FRAU IN DER WELTGESCHICHTE“ gelesen von Wolfram Huber
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19:30 Uhr
Man liest zwar deutlich überall: Was tun bei einem Unglücksfall? Doch ahnungslos ist meist die Welt, Wie sie beim Glücksfall sich verhält.
Ein solcher Glücksfall unter den Poeten ist Eugen Roth. Und das Verhalten des Publikums im Frühjahr bei Wolfram Hubers Lesung über Roths Tierleben war derart, dass – wie er auch angekündigt hat – er seinen Zyklus fortsetzt, indem er die Geschichte der Frau quer durch die Jahrhunderte verfolgt, von der Bibel bis in die Neuzeit, in unnachahmlich genialer Weise vom Autor in Verse gegossen, die zeigen, dass es sehr schade gewesen wäre, wenn Eva den Adam nicht verführt hätte. Ergänzt wird das Programm durch unbekannte und bekannte Gedichte sowie in bewährter Weise musikalisch von Zsuzsanna Litscher-Nagy (Flöte) und Edith Schäfer (Klavier). Viel Vergnügen!

Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

MUSIKALISCHE GENIESTREICHE UND FANTASIEN IN WIEN UM 1900
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 19:30 Uhr
Die beiden Kammermusikerinnen Cecilia Sipos (Violoncello, Tonkünstler Orchester Niederösterreich) und Christina Leeb-Grill (Klavier) servieren, gemeinsam mit dem Kulturvermittler Dieter Bock, einen musikalischen Cocktail aus früher Kammermusik und Klavierwerken von Alexander Zemlinsky, Johannes Brahms und Erich Wolfgang Korngold, garniert mit Texten des
Jugendstildichters Richard Dehmel. Auf dem Programm stehen Zemlinskys frühe Sonate in a-Moll für Cello und Klavier, die Fantasien über Gedichte von Richard Dehmel für Klavier und Sprecher und als besondere Rarität seine Vier Balladen für Klavier. Die Violinsonate Nr. 1 G-Dur op. 78 – Regenlied -Sonate (Fassung für Violoncello und Klavier) von Zemlinskys Förderer Johannes Brahms sowie Auszüge aus Erich Wolfgang Korngolds Märchenbilder op. 3 entführen in die Zeit des Fin de Siècle.

Eintrittspreis 18,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 15,- €

 

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