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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 11. AUGUST 2021)

11.08.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 11. AUGUST 2021)

KULTUR.SOMMER.SEMMERING. Ein Fest für alle Sinne im Südbahnhotel Semmering! – Vom 11. -15.8.)

Kultur.Sommer.Semmering 2020

In der bereits 6. Festivalwoche des kulturellen Reigens im Südbahnhotel wird im legendären Höhenluftkurort am Semmering die Kunst im Zeichen der Vielfalt erneut mannigfaltig gefeiert. Beginnend mit einer Erinnerung an den Universalkünstler Arik Brauer, über das späte Sonatenschaffen Ludwig van Beethovens, bis hin zu Klassikern der österreichischen Literatur von Johann Nestroy und Stefan Zweig oder gar einer musikalischen Reise in die Ferne des märchenhaften Orients aus Tausendundeiner Nacht – im Südbahnhotel Semmering werden vom 11. bis zum 15. August inspirierende Reisen quer durch vielfältige literarische und musikalische Genres geboten. In Verbindung mit dem mondänen „Menu à la Belle Époque“ im ehemaligen großen Speisesaal entsteht im spektakulären Jahrhundertwende-Ambiente des Grandhotels ein Fest für alle Sinne.

Unsere kommenden Veranstaltungen in der 6. Festivalwoche:

Mittwoch, 11. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
In Memoriam – Arik Brauer – Timna Brauer, Elias Meiri

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»Ich war so glücklich mit meiner Frau, mit meiner Familie, mit meiner Kunst und meinem Wienerwald. Aber es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten, da existiert man nicht.«
Mit diesen Worten verabschiedete sich Arik Brauer, als er 92-jährig am 24. Jänner 2021 im Kreise seiner Familie verstarb und die Stadt Wien einen ihrer faszinierendsten kreativen Köpfe verlor. Im Gedenken an ihren Vater wandelt die renommierte Chanson- und Weltmusikinterpretin Timna Brauer im Südbahnhotel Semmering auf den Lebensspuren Arik Brauers, liest aus seiner Autobiographie »Die Farben meines Lebens« und liefert ein ganz besonders persönliches Bild vom Leben und Schaffen des vielseitigen Künstlers, begleitet von Elias Meiri mit den bekanntesten Melodien Arik Brauers.

Donnerstag, 12. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Eine Pilgerfahrt zu Beethoven: Unendlichkeit – Cornelius Obonya, Florian Krumpöck

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827): Sonate für Klavier Nr. 31 in As-Dur op. 110
Sonate für Klavier Nr. 32 in c-moll op. 111
Kein Geringerer als Thomas Mann setzte in seinem Jahrhundertroman »Doktor Faustus« Beethovens letzter Klaviersonate ein unvergleichliches Denkmal. Im letzten Teil der »Pilgerfahrt zu Beethoven« ergründet Burgschauspieler Cornelius Obonya, untermalt von Florian Krumpöck am Klavier, warum nicht zuletzt Manns faszinierendes Werk über den Teufelspakt eines Komponisten wesentlich zur regelrechten »Mystifizierung« von Beethovens Alterswerk Opus 111 beitrug.

Freitag, 13. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Johann Nestroy: Häuptling Abendwind – Robert Meyer, Béla Fischer

Wenn auf einer Südseeinsel voller Kannibalen Staatsgeschäfte bei einem Festmahl besprochen werden sollen und die adäquate Hauptspeise fehlt, da kommt ein junger Schiffbrüchiger gerade recht. Urkomische Verwicklungen, eine verzwickte Liebesgeschichte und über den Haufen geworfene Familienverhältnisse bilden die Hauptzutaten dieser köstlichen Satire Nestroys, deren augenzwinkernde Seitenhiebe auf die Weltgeschehnisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts auch heute noch zum Schmunzeln bringen. Volksoperndirektor Robert Meyer begibt sich an den Rand der Zivilisation und schlüpft in sämtliche männliche und weibliche Rollen der rasanten Nestroy’schen Burleske. In seiner zum Kult avancierten Ein-Mann-Bühnenshow versetzt er das Publikum in exotische Gefilde und brilliert mit seinem tief in die skurrilen Figuren versunkenen Humor.

Freitag, 13. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Tausendundeine Nacht – Proschat Madani, Silver Garburg Klavierduo

Mit Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, dem Sinnbild orientalischer Erzählkunst, untermalt von den betörenden Klängen der »Scheherazade« des russischen Komponisten Rimsky-Korsakov, unternehmen Proschat Madani und das Silver Garburg Klavierduo eine musikalische Reise in den prachtvoll-fantastischen Orient. Ein magischer Märchenabend im historischen Südbahnhotel Semmering, der die Ferne greifbar nahe bringt.

Samstag, 14. August 2021 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Sonntag, 15. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Ungeduld des Herzens – Fritz Karl, Maciej Golebiowski

Kavallerieleutnant Anton Hofmiller trifft auf einem Fest des ungarischen Barons Kékesfalva dessen 17-jährige, gelähmte Tochter, die sich unsterblich und schwärmerisch in ihn verliebt. Ein »schwachmütiges« Gefühl wie »Mitleid« oder gar eine Art »Ungeduld des Herzens« überkommt den Leutnant und er lässt sich zu einem folgenschweren Fauxpas hinreißen…
In Fritz Karls Lesung von Stefan Zweigs einzigem Roman »Ungeduld des Herzens« wird das Publikum unmittelbar in die spannungsgeladene Zeit kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zurückversetzt, deren zwiespältige Gefühlswelt Zweig prägnant wie kaum ein anderer beschreibt.

Samstag, 14. August 2021 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Sonntag, 15. August 2021 I 11:00 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Meschugge & Co – Miguel Herz-Kestranek

Eine Liebeserklärung eines der letzten Kenner und Könner von jüdischem Humor und Witz an die untergegangene Welt der »Lotzelach«, des weisen Blödelns, der Political Incorrectness in Szenen, Skizzen, Gedichten und Couplettexten unvergessener Altmeister österreichisch-jüdischer Kabarett- und Kaffeehausliteratur wie Armin Berg, Heinrich Eisenbach, Anton Kuh, Fritz Löhner Beda, Hugo Wiener oder Fritz Grünbaum. Anekdoten über die legendäre Frau Pollak aus eigener Feder runden dieses wehmütig-heitere Pointenfeuerwerk ab.

Sonntag, 15. August 2021 I 15:30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Schachnovelle – Cornelius Obonya

Erneut trifft eindrückliche Erzählkunst auf eine der wohl bekanntesten Novellen der Weltliteratur: »Jedermann«-Legende Cornelius Obonya kehrt im Rahmen des Stefan-Zweig-Zyklus nach seiner umjubelten literarischen Premiere in der vergangenen Spielzeit zurück an den Semmering. Einmal mehr versetzt er das Publikum auf einen wogenden Atlantikdampfer zwischen New York und Buenos Aires mitten unter seine Passagiere, die alle durch das Schachspiel verbunden sind. Obonyas markante Stimme sowie seine einzigartige Interpretation der berühmten »Schachnovelle« verdeutlicht die Zerrissenheit ihrer Charaktere und verkörpert jene Leidenschaft und Klarheit, die ihr gebührt.
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Leo Nucci und Placido Domingo wurden in Taormina mit dem „Bellini d‘ Oro 2021“ ausgezeichnet

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So, 15.8.2021, 19h: Wir laden Sie herzlich zum Konzert „Wie ein Kirtag wir vor 200 Jahren“ Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Liebe Grüße Ihre IPG


Foto: Pleyel Gesellschaft

HERZLICHE EINLADUNG
zum 486. Konzert
der Internationale Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft(IPG)
am So, dem 15. August 2021, 19,00 Uhr am Pleyel – Bergl des Pleyel Kulturzentrums
unter dem Ehrenschutz von Landeshauptfrau Joanna Mikl-Leitner und Landeshauptmann a.D. Dr. Erwin Pröll
Erleben Sie mit großartigen KünstlerInnen ein Freiluftkonzert unter dem Motto:
„Wie ein Kirtag vor 200 Jahren“ auf dem Pleyel-Bergl!
Die KünstlerInnen spielen wie anno dazumal auf historischem Instrumentarium!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

KÜNSTLER:
Andreas Helm (Ob 1), Agnes Glaßner (Ob 2),
Katharina Vass (Kl 1), Herbert Faltynek (Kl 2),
Edurne Santos Arrastua (Fg 1), Anne-Suse Enßle (Fg 2),
Johannes Beranek (Co 1), Dimitri Egorov (Co 2)

PROGRAMM:
Ignaz Joseph Pleyel (1757 Ruppersthal-1831 Paris)
Partia Nr. 6 in Dis-Dur
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner, zwei Fagotte

Johann Nepomuk Hummel (1778-1837)
Oktett-Partita Es-Dur für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner, zwei Fagotte

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Rondo, WoO 25, Es-Dur, 1793
für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte

PAUSE

Franz Vinzenz Krommer (1759-1831)
Oktett, Partita, Opus 79, Es-Dur
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner, zwei Fagotte

Ignaz Joseph Pleyel (1757 Ruppersthal-1831 Paris)
Partia Nr. 1 in F-Dur
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner, zwei Fagotte
Wir würden uns über Ihre Buchung sehr freuen!
Änderungen vorbehalten!
Ihre IPG

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BADEN/ Bühne Baden: NEUN – IN CONCERT- Musical von Maury Yeston – konzertant 

NEUN – IN CONCERT
Musical von Maury Yeston – konzertant
26., 27. August, 1. September 2021, 19:30 Uhr
Sommerarena
keine Pause

NEUN - IN CONCERT — Bühne Baden
Copyright: Bühne Baden/ Lalo Jodlbauer

Eigentlich stand für diesen Sommer das Erfolgsmusical NEUN (NINE) von Arthur Kopit/Maury Yeston , basierend auf Federico Fellinis „8 ½“, auf dem Spielplan. Aber aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat sich die Bühne Baden entschlossen, aus Sicherheitsgründen diese Saison ausschließlich in der Sommerarena zu spielen, das durch das verschiebbare Glasdach fast wie eine Freiluftveranstaltung wirkt. Das bedeutete aber, das für das Stadttheater geplante Musical in eine Folgesaison zu verschieben.

Dennoch wollte die Bühne Baden allen Musicalfans einen Appetizer auf NEUN (NINE) bieten: Statt der szenischen Realisierung dieses Musicals werden nun drei von Ramesh Nairmoderierte Konzerte unter dem Titel NEUN – IN CONCERT mit allen Musiknummern von
NEUN und allen beteiligten Darsteller*innen auf der Bühne der Sommerarena präsentiert: mit Drew Sarich, Milica Jovanović , Dorina Garuci, Carin Filipčić, Wietske van Tongeren, Jacqueline Braun, Anna Overbeck, Ann Mandrella, Andrea Huber, Benedikt Forstner und
dem Chor und dem Orchester der Bühne Baden unter der musikalischen Leitung von Christoph Huber.

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Barockoper:  Händels „Siroe“ auf Schloss Greinburg – OÖ

eine empfehlenswerte Aufführung mit Animation etc…

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Foto: Anneliese Gottwald

Die Hauptdarsteller allesamt großartige Sänger und Schauspieler – v a Hr Von der Linte als Siroe,  Amelie Müller als Laodice u der österr. Bariton  Matthias Helm als Cosroe– großartig!

Das Orfeo Barockorchester (Michi Gaigg) feiert heuer 25 Jahre des Bestehens!  

  https://www.nachrichten.at/kultur/ein-sehenswerter-flug-ueber-die-zeiten;art16,3440379#ref=rss – leider nur Bezahlartikel

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Foto: Anneliese Gottwald

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Foto: Anneliese Gottwald

Info  – Donaufestwochen im Strudengau – https://www.donau-festwochen.at/programm-2021/oper-auf-schloss-greinburg/
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Biolek forever

Von Andrea Matzker und Egon Schlesinger

Wer eventuell betrübt darüber sein sollte, dass er von dem beliebten Talkmaster nicht persönlich Abschied nehmen konnte, findet in Köln mindestens zwei Örtlichkeiten, wo er sich ihm auch nach seinem Tod ganz nahe fühlen kann.

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Alfred Bioleks Grabstätte auf dem Kölner Melatenfriedhof. Foto: Andrea Matzker

Neben seiner Grabstätte auf dem Melaten Friedhof, wo er auf einem idyllischen Platz mit Bänken rundherum im engsten Familienkreis bestattet wurde und neben seinem langjährigen Freund Leo Fritz Gruber an dessen wunderschönem schwarzen Obelisken ruht, gibt es in Köln-Deutz die zauberhafte Bio‘s Bar im Hotel Stadtpalais gleich gegenüber der Lanxess Arena. Sie ist geschmückt mit vielen originalen Zeugnissen und Trophäen seiner langjährigen Karriere, die der beliebte Fernsehmoderator dem Hotel Stadtpalais überlassen hatte.

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Biolek in „Bios Bar“. Foto: Andrea Matzker

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Bioleks „Bambi“ aus 1994. Foto: Andrea Matzker

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Eine der Goldenen Kameras der „Hör-Zu“.Foto: Andrea Matzker

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„Der Goldene Löwe“ – Deutscher Fernsehpreis 1998. Foto: Andrea Matzker

Nach seinem Ausflug in die Bundeshauptstadt kehrte er an den Rhein zurück und wohnte kurzfristig im Hotel Stadtpalais, bis er wieder eine neue Wohnung gefunden hatte. Die Bar wurde so zu seinem Wohnzimmer, in dem er sich von seinen geliebten Erinnerungen und Preisen umgeben sah, sich in diesem Ambiente sehr wohl fühlte, dort viele Treffen vereinbarte und Interviews führte. Unter den dort ausgestellten Schätzchen befinden sich der Bambi aus dem Jahre 1994, die Goldene Kamera aus dem gleichen Jahr für die beste Fernsehunterhaltung und im Speziellen die Sendung „Boulevard Bio“, die Goldene Kamera 2008 für sein Lebenswerk, der Fernsehpreis 2009 für sein Lebenswerk und andere Auszeichnungen. Unter den mannigfachen gerahmten Kunstwerken befinden sich neben Fotos aus seinen Sendungen ganz entzückende Karikaturen, Zeichnungen und anderweitige Widmungen vieler seiner Freunde, wie zum Beispiel der Kölner Karikaturistin Franziska Becker. Der Grandseigneur der Fernsehunterhaltung überließ diesem persönlichen und nach ihm benannten Boudoir ausschließlich originale Exponate.

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Biolek-Karikatur von Franziska Becker 1997. Foto: Andrea Matzker

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Biolek als Alfredtschpsut 2003 von Franziska Becker. Foto: Andrea Matzker

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Biolek-Karikatur. Foto: Andrea Matzker

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Alfred Biolek als Gustav Mahler. Foto: Andrea Matzker

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Biolek zu seinem Geburtstag 2012 Theres only a today. Foto: Andrea Matzker

Alfred Franz Maria Biolek wurde am 10. Juli 1934 im heute tschechischen Freistadt geboren. Nach einer behüteten und glücklichen Kindheit mit zwei älteren Brüdern wurde die Familie vertrieben und kam 1946 nach Waiblingen bei Stuttgart. Sein Jurastudium schloss er mit der Doktorarbeit „Die Schadensersatzhaftung des Herstellers und Verkäufers mangelhafter Ware nach englischem Recht“ ab und ging zunächst als Justitiar zum Zweiten Deutschen Fernsehen nach Mainz. Er verfügte über große Redegewandtheit und, ganz nebenbei, über ein Repertoire von 100 Witzen, die er jeweils bei Gesellschaften gerne zum Besten gab. Bald wurde ihm eine erste Fernsehsendung anvertraut, und er gab fortan „Tipps für Autofahrer“. Darauf folgte die Moderation der „Drehscheibe“. Für den Westdeutschen Rundfunk produzierte er die Sendung „Am laufenden Band“ mit Rudi Carell. Er entdeckte die britische Komikergruppe Monty Python und brachte sie als erster nach Deutschland. Im renommierten Senftöpfchen Theater von Köln entwickelte er den Vorläufer zum „Kölner Treff“. Darauf folgte die legendäre Sendung „Bio’s Bahnhof“ (1978-1982) mit 30 Episoden, die in einem ausrangierten Eisenbahndepot von Köln-Frechen produziert und zur prägenden und beliebtesten Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen wurde. Zum ersten Mal kamen in einer Sendung gleichzeitig E- und U-Musik vor. Superstar Sammy Davis junior nannte sie „die am besten zusammengestellte Sendung mit dem interessantesten Show-Mix“, die er jemals erlebt habe. Äußerst sehenswert ist eine Hommage von Klaus Michael Heinz mit dem Titel „Bahnhof für Bio“ mit besonderen Momenten dieser einmaligen Kultsendung. Dem Entertainer, der im Übrigen auch selbst hervorragend Klavier spielte, gelang es in einzigartiger Weise, Künstler spontan zusammen auftreten zu lassen, die sich ohne ihn vielleicht nicht einmal kennen gelernt hätten. Das sensationelle Duett von Adriano Celentano und Elke Sommer vom 3. Mai 1979, zum Beispiel, ist unvergesslich. Auch entdeckte er viele neue Talente, die ihm anschließend eine große internationale Karriere verdanken. Dazu gehören Namen wie Kate Bush, Helen Schneider, Sting, Anke Engelke und viele andere.

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Biolek mit Sammy Davis jr. bei Bios Bahnhof. Foto: Andrea Matzker

1983 erhielt er für diese fantasievollen Produktionen den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit diesem Konzept gelang ihm auch der große Erfolg der anschließenden Sendung mit dem Titel „Mensch Meier“ (1985-1991), in der bis heute denkwürdige Auftritte von Milva oder Eros Ramazzotti stattfanden. Seine daraufhin folgende Talkshow „Boulevard Bio“ (1991-2003) wurde von allen Größen aus Politik, Kunst, Musik, Sport und Mode mit großer Freude besucht, da er es verstand, immer respektvoll, nie penetrant und stattdessen mit viel Humor mit seinen Gästen zu plaudern. Selbst die internationalen Größen kamen sämtlich ohne, wie sonst allgemein üblich, große Gagen zu verlangen. Selbst Helmut Kohl, der sonst nie Fernsehsendungen dieser Art besuchte, machte ihm die Ehre, und es entstand daraus eine äußerst humorvolle Sendung. Der damalige Bundeskanzler verriet, dass er drei Eier pro Person in den selbst von ihm gemachten Karamellpudding gäbe, und dass er gerne kalte Markklößchen esse. Als Biolek ihn fragte, wie er denn die Arbeitsbelastung seines Amtes aushalten könne, meinte der ehemalige Bundeskanzler: “Ich kann überall schlafen. Ich könnte hier gut schlafen.“ Großes Gelächter im Publikum. Man hatte ihn fünf Jahre lang angefragt, ohne Erfolg. Biolek hatte infolgedessen einen kleinen Trick benutzt, und Hannelore Kohl in seine Kochshow eingeladen. Daraufhin hatte sie ihren Mann ermuntert, dass er zu Bio gehen könne. Die Sendung mit dem Kanzler klang damals aus mit einem 95er Deidesheimer Paradiesgarten Kabinett, kurz, einem gepflegten Riesling. Die anschließenden Aftershow Partys an Tafeln bis zu 30 Metern Länge mit allen an der Sendung beteiligten Mitarbeitern und Gästen im Alten Wartesaal des Kölner Hauptbahnhofs waren regelmäßig der krönende Abschluss einer jeden Sendung, und es war eine Ehre, daran teilnehmen zu dürfen. Mit der Kochshow „Alfredissimo“ (1994-2007) folgte der letzte große Höhepunkt seiner Fernsehkarriere. In ihrer Begleitung entstanden viele opulente Kochbücher, die die ganze Nation erfreuten, zuletzt ein riesiges Buch mit dem Titel „Die Rezepte meines Lebens“ in einer Deluxe-Edition. In Deutschland dürfte es kaum einen Haushalt geben, in dem nicht mindestens eines seiner Bücher benutzt wird. Alfred Biolek erhielt neben vielen weiteren, unzähligen Auszeichnungen in seinem Leben das Große Bundesverdienstkreuz und war unter anderem Honorarprofessor der Kunsthochschule für Medien in Köln. Zuletzt lebte er zurückgezogen in seiner Kölner Wohnung mit seinem Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie. Am 23. Juli 2021 schlief er dort friedlich ein.

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Alfred Biolek am 2.8.2020 im MAKK von Köln. Foto: Andrea Matzker

Die Nahaufnahme zeigt Alfred Biolek am 2. August 2020 im Kölner Museum für Angewandte Kunst, dem er an diesem Tag zwei Kleinode für die Schmuckausstellung des Hauses zum Geschenk machte. Einmal eine Brosche für die Ehrung  „Köpfchen des Jahres 1993“ von Wolf-Peter Schwarz mit einer Lokomotive und weiteren Attributen zur Sendung „Bio’s Bahnhof“, und zum zweiten einen Herrenring, den er selbst jahrelang trug, unter anderem auch zu sehen in der sehr zu empfehlenden Dokumentation „Mensch, Bio!“ von Sandra Maisberger und Hendrik Fritzler aus dem Jahr 2014, den die amerikanische Künstlerin Lorna Brown 1983 für ihn gestaltet hatte mit einem kleinen Stückchen Holz seines Rhöntisches, den er vor fünfzig Jahren in Bayern erstanden hatte, und an dem er regelmäßig alle seine Stars der Sendungen bei sich zu Hause bekocht hatte.
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