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INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 10. JULI 2019)

10.07.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 10. JULI 2019)

Festspiele in Mörbisch und St. Margarethen live im ORFHEUTE Start mit St. Margarethen

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Premieren-Feuerwerk aus St. Margarethen und Mörbisch: „Die Zauberflöte“ und „Land des Lächelns“ live im ORF

Am 10. und 11. Juli in ORF III und ORF 2

Wien (OTS) – Der österreichische Kultursommer hat bereits Fahrt aufgenommen. Diese Woche feiern die beiden großen burgenländischen Festspielbühnen, die Oper im Steinbruch St. Margarethen und die Seefestspiele Mörbisch, ihre diesjährigen Premieren – und der ORF ist live dabei. Am Mittwoch, dem 10. Juli 2019, überträgt ORF III um 21.05 Uhr live-zeitversetzt die erste Vorstellung der Neuinszenierung von Mozarts „Die Zauberflöte“ auf der imposanten Freiluftbühne im Römersteinbruch in St. Margarethen. Tags darauf, am Donnerstag, dem 11. Juli, steht – ebenfalls live-zeitversetzt um 21.05 Uhr – die Premiere des Lehár-Klassikers „Das Land des Lächelns“ von der weltweit größten Operettenbühne inmitten der atemberaubenden Naturkulisse des Neusiedler Sees auf dem Spielplan von ORF 2. Beide Live-TV-Produktionen sind Teil der intensiven Partnerschaft zwischen ORF, Land Burgenland und der Esterházy-Stiftungsgruppe, die erst im Juni mit einem neuen Kultur-Rahmenvertrag ausgebaut wurde.

„Die Zauberflöte“: „Kultur Heute Spezial“ und Oper in ORF III, Making-of-Doku in ORF 2

Die Oper im Steinbruch St. Margarethen bietet heuer, nach einer Pause 2018, mit W. A. Mozarts Parabel auf die Liebe und die Vernunft wieder eine Opernneunproduktion auf der imposanten Freiluftbühne. Regie führt erstmals das Künstlerehepaar Cornelius Obonya und Carolin Pienkos, Premiere als Intendant feiert Daniel Serafin. Sein Operndebüt gib Schauspieler Max Simonischek als Papageno. Weiters sind u. a. Attilio Glaser als Tamino, Ana Maria Labin als Pamina, Danae Kontora als Königin der Nacht, Luke Stoker als Sarastro, Keith Bernard Stonum als Monostatos und Theresa Dax als Papagena zu erleben. Die Budapester Philharmonische Gesellschaft dirigiert Karsten Januschke, der 2016 bereits den „Liebestrank“ in St. Margarethen musikalisch leitete. Es singt der Philharmonia Chor Wien.

Zur Einstimmung auf die Live-Übertragung der Oper berichtet ein „Kultur Heute Spezial“ am 10. Juli um 19.45 Uhr aus dem Steinbruch von der bevorstehenden Premiere und begrüßt u. a. das Regieduo Cornelius Obonya und Carolin Pienkos sowie „Papageno“ und „Papagena“ Max Simonischek und Theresa Dax zum Gespräch. Am Sonntag, dem 21. Juli, wirft ORF 2 dann in der Making-of-Dokumentation „Opernzauber im Steinbruch – Mozarts Zauberflöte“ (10.00 Uhr) des ORF Burgenland einen Blick hinter die Kulissen der Neuinszenierung.

„Das Land des Lächelns“: „Kultur Heute Spezial“ in ORF III, Oper und Making-of-Doku in ORF 2

Eine musikalische Reise ins „Land des Lächelns“ kann das ORF-Publikum dann mit der zweiten Premiere aus dem Burgenland am 11. Juli antreten. In Peter Edelmanns zweiter Saison als Intendant am Neusiedler See erzählen die Seefestspiele Mörbisch die berührende Liebesgeschichte zwischen dem Wiener Mädel Lisa und dem chinesischen Prinzen Sou-Chong, zu der unvergessliche Melodien wie „Dein ist mein ganzes Herz“ oder „Lächeln, immer nur Lächeln“ erklingen werden. Es singen u. a. Elissa Huber (Lisa) und Robin Yujoong Kim (Prinz Sou Cong). In der Neuinszenierung von Franz Lehárs romantischer Operette unter der Regie von Leonard C. Prinsloo kehrt Harald Serafin sieben Jahre nach dem Ende seiner Intendanz in der Rolle des Obereunuchen auf die Seebühne zurück. Das Dirigat hat Thomas Rösner. Für die TV-Produktion zeichnet ORF III verantwortlich. Zur Einstimmung steht auch vor dieser live-zeitversetzte Übertragung am 11. Juli in ORF 2 ein „Kultur Heute Spezial“ (19.45 Uhr) in ORF III auf dem Programm. Ergänzend dazu blickt die vom ORF Burgenland produzierte Dokumentation „Land des Lächelns – Vom Wiener Prater ins ferne China“ am Sonntag, dem 14. Juli, in ORF 2 (9.45 Uhr) auf die Entstehung der Bühnenproduktion.

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Facebook-Seite willkürlich gesperrt, ImPulsTanz verliert über 36.000 AbonnentInnen wegen einer „Nacktdarstellung“

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ImPulsTanz // Pressemitteilung
Dass Kunstwerke vom sozialen Netzwerk Facebook immer wieder gelöscht oder auch Institutionen und KünstlerInnen gesperrt werden, ist bereits vielfach bekannt. Seit Ende April 2019 trifft dies auch auf das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival zu. Die Facebook-Seite ist nun für NutzerInnen nicht mehr auffindbar.

Das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival hat am 29. April 2019 den Performancetrailer zum Vorverkaufsstart des Festivals, das von 11. Juli bis 11. August 2019 stattfindet, auf ihre Facebook-Seite hochgeladen. Diese wurde daraufhin von Facebook wegen einer „Nacktdarstellung“ gesperrt.

Obwohl ImPulsTanz den Trailer aufforderungsgemäß umgehend gelöscht hat, wurde die Facebook-Seite kommentarlos offline genommen. Die Löschung der ImPulsTanz-Seite ist insbesondere vor dem Hintergrund verwunderlich, als die Facebook-Gemeinschaftsstandards Bilder von Kunstformen gestatten, die nackte Personen oder Figuren zeigen. Weshalb dies für 7 Pleasures der Choreografin Mette Ingvartsen nicht gelten soll, ist jedoch nicht nachvollziehbar.

Trotz Einspruchs über das von Facebook zur Verfügung gestellte Formular und oftmaligen Versuchen von ImPulsTanz mit Facebook Kontakt aufzunehmen, bleibt die Seite bereits seit über zwei Monaten gesperrt. Es gibt bis dato keinerlei inhaltliche Reaktion von Facebook.
ImPulsTanz hat sich daher entschieden mit anwaltlicher Hilfe gegen die Sperre vorzugehen und parallel dazu eine neue Seite (Impulstanz Vienna) ins Leben gerufen.

Dennoch verliert das kurz bevorstehende Festival durch die Sperre nicht nur über 36.000 AbonnentInnen, sondern auch ein wichtiges Kommunikationstool, das bisher vor allem internationalen Gästen als große Hilfe zur Navigation durch das Programm und die Stadt Wien diente.
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Bad Reichenhall: SCHLECHTWETTER FÜR DAS KOMMENDE WOCHENENDE PROGNOSTIZIERT. FESTIVAL „DER THUMSEE BRENNT“ AUF 20. JULI VERSCHOBEN

wegen der regnerischen und kalten Wetters verschieben wir das Open-Air-Festival „Thumsee brennt“ auf den Ersatztermin: Samstag, 20. Juli, 20 Uhr. Ursprünglich sollte das Event am kommenden Samstag, den 13. Juli, stattfinden. Die endgültige Entscheidung über die Ausrichtung fällt am Donnerstag, 18. Juli. Aktuelle Informationen können Ihre Leser zeitnah auf der Facebookseite der Philharmoniker oder www.bad-reichenhaller-philharmoniker.de einholen.
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EVENTKULTUR – GEHT SIE BEREITS ZU WEIT?

Warum ich als „unkommunistischer” Mensch“ für eine Kleiderordnung im klassischen Konzert bin!

Die Musik und nur der künstlerische Gehalt müssen endlich wieder in den Mittelpunkt und nicht das kürzeste Kleid, das schrägste Outfit oder eben gar die Schuhe…..

Na ja, das klingt etwas streng, im Grunde bin ich ja weiblichen Reizen gegenüber durchaus empfänglich!

Aber es gibt Leser, die mir diese Beispiel-Videos geschickt haben. Die sind sicher diesbezüglich seriöser als ich. Im Grunde genommen haben diese ja recht, das schräge Outfit lenkt vom Wesentlichen ab – von der künstlerischen Leistung


Foto: Youtube

VIDEO 1 YUJA WANG


Foto: Youtube

VIDEO 2 YUJA WANG

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Beispiel 2 : Lola Astanova

Voilà- “ Denn wirklich wichtig sind die Schuhe” zumindest hier am Beginn des Clips. Für eine Pianistin werden diese ja erstaunlich prominent präsentiert…

Es geht eben auch um die schlechte Vorbildwirkung! Das ist nicht zu unterschätzen!

Lola Astanova – Fantaisie Impromptu (OFFICIAL VIDEO)


Foto: Youtube

ZUM VIDEO Lola Astanova – Klavier auf High Heels


Foto: Youtube

Klavierspielen kann die Dame natürlich auch! Weit besser als ich!
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RÄTSEL : WER IST DER HERR LINKS?

In der Mitte ist Joan Sutherland, das ist wohl ziemlich klar. Rechts ist Spior Malas, den kennen wir weniger. Aber der Herr ganz links außen, den kennenwir alle! Nur wer ist es?

Auflösung morgen
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MÜNCHEN/ Gärtnerplatztheater: Glitzer, Glamour und jede Menge Discohits

PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE

PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Copyright: Gärtnerplatztheater

Das Musical
Buch von Stephan Elliott und Allan Scott
Nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM On Stage und outside eye Wien
Mit den Discohits der 70er und 80er
Musikalische Arrangements und Orchestration von Stephen ›Spud‹ Murphy
Für die Bühne entwickelt von Simon Phillips | Deutsch von Michael Alexander Rinz

In deutscher Sprache – Songs in englischer Originalsprache

 

Das frenetisch bejubelte Musical PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE von Stephan Elliott und Allan Scott mit den Discohits der 70er und 80er in der Inszenierung von Gil Mehmert ist ab 15. Juli wieder zurück im Gärtnerplatztheater. Basierend auf dem gleichnamigen, fulminanten Kinoerfolg erzählt »Priscilla – Königin der Wüste« die packende, zu Herzen gehende Geschichte von drei Freunden aus dem Traviestiekünstler-Milieu, die sich gemeinsam auf die Reise ihres Lebens in einem abgetakelten alten Bus namens »Priscilla« quer durchs australische Outback machen – und am Ende mehr gewinnen, als sie sich jemals zu träumen gewagt hatten. In den Hauptrollen erleben Sie Armin Kahl als Tick, Erwin Windegger als Bernadette und Terry Alfaro als Adam. Für die sechs Spieltermine in dieser Saison gibt nur noch Restkarten.      

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STÄDTISCHE THEATER CHEMNITZ: Diego Martin-Etxebarria als 1. Kapellmeister der Städtischen Theater Chemnitz.

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Diego Martin Extebarria. Foto: Wikipedia

Herr Martin-Etxebarria tritt sein Engagement zum 1. April 2020 an, wird aber bereits zum Open-Air-Konzert zur Spielzeiteröffnung am 31. August 2019 seinen Einstand am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie geben.
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It is with great pleasure that we announce a concert performance of Moniuszko’s famous opera “Halka” in Berliner Philarmonie on 1st October 2019.


Tomasz Konieczny, Gabriel Chmura. Foto: Agentur

Cast:
Tomasz Konieczny (Bayreuth Festival, Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera)
Magdalena Molendowska (Glyndebourne Festival)
Łukasz Konieczny (Opernhaus Düsseldorf)
Dominik Sutowicz (Finnish National Opera)

The performers will be accompanied by the choir and orchestra of Poznań Opera House conducted by Gabriel Chmura (winner of the first prize in the Herbert von Karajan Competition, the artistic director of Poznań Opera House).

An introduction to the story:
The wedding of Zofia and her beloved Janusz was planned to be the social event of the season. Young, beautiful, wealthy, they would merge the fortunes of local entrepreneurs. The carefully prepared ceremony, however, may be disturbed by Halka, a village girl with whom Janusz had an affair. Halka claims to be expecting his child. A cunning blackmailer or the victim of the groom’s dark side? Who will be the victim, and who the villain of this romance? Find out on October 1st, 2019 at the Berliner Philharmonie.

I’ll be sending the full media-pack soon.

Kind regards,
Piotr Tkacz
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CD 150 JAHRE WIENER STAATSOPER –  WIENER STAATSOPER LIVE 1955 – 2016, The Anniversary Edition – ORFEO limitierte Sonderedition – Auflage: 1500 Stück, 9 Werke und 2 Bonus CDs

Am 25. Mai 1869 wurde die Wiener Hofoper mit Mozarts Don Giovanni eröffnet. In Zusammenarbeit mit ORFEO veröffentlichte die Wiener Staatsoper aus Anlass des Jubiläums eine Spezial-Edition von neun Opern-Gesamtaufnahmen sowie zwei „Bonus-CDs“, letztere unter dem Titel „Legendary Voices of the Wiener Staatsoper“ (Gesamtbox insgesamt 22 CDs).

Einige Betrachtungen: Die Gesamtaufnahmen verteilen sich auf  folgende fünf Direktionen der Nachkriegszeit, was für eine Geburtstagsedition ein nicht wirklich repräsentatives Bild ergibt: Böhm: Wozzeck; Karajan: Fidelio, Elektra;  Seefehlner: Le Nozze di Figaro; Drese: Il Viaggio a Reims; Meyer: Tristan und Isolde, Eugen Onegin, Ariadne auf Naxos, Un ballo in maschera. Das heißt, nichts wurde aus den Direktionszeiten Hilbert, Gamsjäger, Wächter oder Holender genommen, die Bonus CD bleiben hier einmal unberücksichtigt.

Natürlich muss sich jede Auswahl nach den verfügbaren Bändern, der Tonqualität, den Rechten etc. richten und auch die zahlreichen, schon bisher veröffentlichten Aufnahmen aus der Wiener Staatsoper ins Kalkül nehmen. Daher soll grundsätzlich positiv die „Das Glas ist halb voll“-Betrachtung angewandt werden. So werden sich viele Opernfreunde über die Erstveröffentlichungen der Box enorm freuen, und je nach Vorliebe die anderen Mitschnitte zu schätzen wissen. Für mich sind etwa der Karajan-Figaro oder Il Viaggio a Reims unter Abbado mit ganz persönlichen Erinnerungen an intensivst erlebte Opernabende an der Wiener Staatsoper verbunden. Magische Aufführungen, unwiederholbar, unverzichtbar, grandios. Alles war auf 100 – Dirigat, Orchester und Solisten. Von der großartigen Stimmung und knisternden Atmosphäre im Haus ganz zu schwiegen.

Als einzigartige und maßstabsetzende Höhepunkte der Wiener Staatsoper würde ich fünf Aufnahmen bezeichnen: Wozzeck, Elektra, Le Nozze di Figaro, Il Viaggio a Reims  und Eugen Onegin. Der nach der Papierform legendäre Karajan-Fidelio aus dem Jahr 1962 leidet unter einem heiseren und äußerst angestrengt klingenden Jon Vickers und das Staatsopernorchester ist auch nicht gerade bestens disponiert. Christa Ludwig ist schlichtweg ein Stimmwunder und solide wie die Pyramiden von Gizeh, vom Ausdruck her hatten andere Leonoren wie Jones oder Behrens mehr zu bieten. Die anderen Aufnahmen repräsentieren gutes bis sehr gutes (Repertoire-) Niveau.

Ein Ärgernis ist die Bezeichnung der Bonus-CDs als „Legendary Voices der Wiener Staatsoper“. Hätten die Herausgeber sich auf einen Titel wie „Glanzlichter aus dem Archiv“ entschieden, nichts wäre auszusetzen gewesen. So aber lese ich  etwa auch die Namen Orazio Mori und Margeritha Guglielmi bei den Legendary Voices, nur weil sie im Ausschnitt aus der Boheme unter Carlos Kleiber aus dem Jahr 1985 mitgewirkt haben. Zudem gibt es auf zwei CDs zwei Mal Gruberova, zwei Mal Varady, zwei Mal Pavarotti und drei Mal Domingo, aber ganz viele ebenso bzw. wichtigere Namen tauchen gar nicht auf. Mehr Diversität wäre da schon zu wünschen gewesen, auch wenn die akustischen Kostproben selber  überwiegend höchst erfreulich sind.

Das Booklet begnügt sich mit der Besetzung und entbehrlichen Inhaltsangaben der Opern (in Deutsch und Englisch). Für eine insgesamt so bedeutende Geburtstagsedition hätte man zumindest einen identitätsstiftenden Aufsatz  über die Spezifika gerade des Wiener Opernhauses bzw. mehr Details zu den Aufführungen bzw. die Auswahlkriterien erwarten dürfen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Käufer ohnedies bis ins letzte Detail Bescheid über das Angebotene wissen.

Die Aufnahmequalität entspricht grosso modo den technischen Standards der jeweiligen Zeit. Insbesondere die Mitschnitte aus den 60er Jahren enttäuschen dann aber doch, zumal ja von den Aufnahmen des Bayerischen Rundfunks aus derselben Zeit (vgl. Böhm Tristan oder Böhm Ring aus Bayreuth) bekannt ist, was damals möglich war. Ab  Figaro 1977 ist die Qualität der Mitschnitte überaus zufriedenstellend.

Persönliche Kurzkommentare zu den einzelnen Aufnahmen der CD-Box:

Wozzeck (Alban Berg) | 1955

Dirigent: Karl Böhm

Walter Berry (Wozzeck), Christel Goltz (Marie), Max Lorenz (Tambourmajor), Karl Dönch (Doktor)

 

Berry als bester Wozzeck aller Zeiten umgeben von einer Besetzung, die authentischer und schärfer typisiert nicht sein könnte. Böhms musikalische Interpretation vereint Modernität und Schönklang, existenzielle Dringlichkeit mit einer fesselnden Individualtragödie.

 

Fidelio (Ludwig van Beethoven) | 1962

Dirigent: Herbert von Karajan

Christa Ludwig (Leonore), Jon Vickers (Florestan), Walter Berry (Don Pizarro), Gundula Janowitz (Marzelline), Waldemar Kmentt (Jaquino)

Mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon

 

Siehe oben. Gundula Janowitz singt neben der Seefried die schönste  auf Tonträger verfügbare Marzelline.

 

Elektra (Richard Strauss) | 1965

Dirigent: Karl Böhm

Birgit Nilsson (Elektra), Regina Resnik (Klytämnestra), Leonie Rysanek (Chrysothemis), Wolfgang Windgassen (Aegisth), Eberhard Wächter (Orest), Gundula Janowitz (vierte Magd)

 

Fast könnte man sagen, DIE Wiener Standard Besetzung über lange Jahre goldenen, kaum je getrübten Opernglücks, jedenfalls für alle die dabei waren. Alle fünf Protagonisten bieten pralles Musiktheater und herrlich üppige Stimmen zum Niederknien. Böhm beweist sich einmal mehr als Strauss Dirigent von Gnaden.

 

Le nozze di Figaro (Wolfgang Amadeus Mozart) | 1977

Dirigent: Herbert von Karajan

Tom Krause (Il Conte d’Almaviva), Anna Tomowa-Sintow (La Contessa d’Almaviva), José van Dam (Figaro), Ileana Cotrubaş (Susanna), Frederica van Stade (Cherubino), Heinz Zednik (Don Basilio)

 

In ihrer künstlerischen Geschlossenheit und Vollkommenheit vielleicht die beste Aufführungsserie, die ich überhaupt in meinen knapp 50 Opernjahren live erleben durfte. Frederica van Stades Cherubino, Ileana Cotrubas Susanna mit ausgefahrenen Krallen, aber auch der testosterongestählte Graf von Tom Krause und die luxuriöse Gräfin der auch optisch wunderschönen Anna Tomowa-Sintow sind Teil eines Opernwunders, das Herbert von Karajan damals noch zusätzlich mit Vorstellungen des Il Trovatore, der Boheme und des Don Carlos ausgiebig zelebrierte.  

 

Il viaggio a Reims (Gioachino Rossini) | 1988 | Erstveröffentlichung

Dirigent: Claudio Abbado

Monserrat Caballé (Madama Cortese), Ruggero Raimondi (Don Profondo), Ferruccio Furlanetto (Lord Sidney), Cecilia Gasdia (Corinna), Lucia Valentini-Terrani (Marchesa

Melibea), Lella Cuberli (Contessa di Folleville), Frank Lopardo (Cavalier Belfiore), Chris Merritt (Conte di Libenskof), Enzo Dara (Barone di Trombonok), Carlos Chausson (Don Alvaro) , Ramon Vargas (Gelsomino) u.a.

Claudio Abbado mit freundlicher Genehmigung von Fondazione Claudio Abbado

 

Ein artistischer Trumpf  mit Witz und aberwitzigen Koloraturen, ein Gesamtkunstwerk an Inszenierung, Klamauk mit einem nie wieder egalisierten Aufgebot an italienischen und spanischen Primadonnen und Divos. Die ganze Stadt „feierte“ mit. Die Krönungsprozession wurde auf der Kärntnerstrasse gedreht. Einer der Höhepunkte der an glanzvollen Abenden überaus reichen Drese-Ära. Claudio Abbado at his best!

 

Tristan und Isolde (Richard Wagner) | 2013 | Erstveröffentlichung

Dirigent: Franz Welser-Möst

Nina Stemme (Isolde), Peter Seiffert (Tristan), Janina Baechle (Brangäne)

 

Solider Repertoireabend mit großen Stimmen und einem wie bei Richard Wagner stets wunderbaren Staatsopern-Orchester. Von den Solisten her habe ich schon wesentlich aufregendere Tristan Abende an der Wiener Staatsoper erlebt. Ich erinnere mich da sehr gerne an Tristan Aufführungen der Sonderklasse unter Heinrich Hollreiser oder Horst Stein u.a. mit der beinahe Nilsson-Niveau bietenden Ingrid Bjoner, dem baritonalen Spas Wenkoff und Ruza Baldani, oder mit Catarina Ligendza, Spas Wenkoff und Brigitte Fassbaender unter Zubin Mehta.

 

Eugen Onegin (Peter I. Tschaikowski) | 2013 | Erstveröffentlichung

Dirigent: Andris Nelsons

Anna Netrebko (Tatjana), Dmitri Hvorostovsky (Eugen Onegin), Dmitry Korchak (Lenski)

Anna Netrebko mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon

 

Eine in jeder Hinsicht wunderschöne und memorable Aufführung. Nicht vergessen werden dürfen jedoch die ebenso magischen Eugen Onegin Abende mit Mirella Freni, Peter Dvorsky, Nicolai Ghiaurov unter Ozawa.

 

Ariadne auf Naxos (Richard Strauss) | 2014 | Erstveröffentlichung

Dirigent: Christian Thielemann

Johan Botha (Tenor/Bacchus), Soile Isokoski (Primadonna/Ariadne), Sophie Koch (Komponist), Daniela Fally (Zerbinetta)

Aufzeichnung in Kooperation mit Unitel

 

Ist vor allem als Dokument der luxuriös timbrierten finnischen Sopranistin Soile Isokoski und des immer verlässlichen Höhentigers Johan Botha  von Wert. Allerdings gab es in den 70-er und 80-er Jahre Ariadne-Abende mit Gundula Janowitz, Gwyneth Jones, Leonie Rysanek (Seebaum titelte damals „Und ging im Licht“),  Jessye Norman oder  Tomowa Sintow, sehr oft mit Edita Gruberova als unüberbietbare Zerbinetta, Agnes Baltsa als Komponist und James King als Bacchus, die Generationen an Opernbesuchern (auch mich) nachhaltig geprägt haben.

 

Un ballo in maschera (Giuseppe Verdi) | 2016 | Erstveröffentlichung

Dirigent: Jesús López Cobos

Piotr Beczala (Gustaf III.), Krassimira Stoyanova (Amelia), Dmitri Hvorostovsky (René)

 

Der wahrscheinlich beste Tenor der Gegenwart Piotr Beczala ist an diesem Abend nicht in Bestform. Die wunderbare Krassimira Stoyanova  darf abseits jeden Starrummels als leuchtendes Symbol so vieler erstklassiger und großer dramatischer Sopranistinnen dienen, die der Wiener Staatsoper in der Rolle der Amelia ein so unverwechselbares Profil gaben. Ich möchte hier nur einige erwähnen: Martina Arroyo, Lilijana Molnar-Talajic oder Margaret Price.

 

2 Bonus CDs mit dem Titel Legendary Voices of the Wiener Staatsoper

Extrem erfreulich sind die Veröffentlichungen eines Ausschnitts aus der Kleiber Boheme 1985 (Freni, Pavarotti), der Aida-Excerpts mit Varady, Lipovsek unter Badea oder mit Freni und Pavarotti unter R. Abbado. Unnötig erscheinen der kurze Auszug aus Lady Macbeth von Mzensk mit Denoke oder das Liebesduett aus Lohengrin 1997 mit der „späten“ Studer (die mir in ihrer Blütezeit einige der schönsten Aufführungen beschert hat) und Botha. Es fehlen so viele der wirklichen Legenden, dass eine Aufzählung jeden Rahmen sprengen würde..

 

Fazit: Die Box bietet wenig Mittelmaß, viel Erfreuliches und partiell umwerfend Gutes. Alleine schon Karajans Figaro (wer behauptet, dass Karajan nicht Mozart kann, sollte sich das anhören) würde die Anschaffung rechtfertigen. Defizite betreffen die Unausgewogenheit der Auswahl, das wahrlich nicht informative Booklet und das unzutreffende Wording „Legendary“  bei den beiden Bonus CDs. Dennoch ein großes Geschenk an Melomanen in aller Welt und jede Mühe der Befassung wert.

 Dr. Ingobert Waltenberger

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CD-TIPP: SYMPHONIC MUSIC BY YURY KUNETS – „REFLECTION“

 

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Ennio Morricone, John Williams und Hans Zimmer sind hinlänglich bekannt und werden gar oft gesendet. Der aus Russland stammende Komponist Musiker und Produzent Yury Kunets ist bei uns noch nicht ganz so polulär – und will das ändern. er hat soeben sein drittes Album veröffentlicht. Nach „Russian Winter“ und dem vor zwei Jahren erschienenen Album „Dedication“ ist seit dem 28. Juni 19 das neueste Album „Reflection“ im Handel erhältlich (Label Solo Musica).

Yury Kunets bietet auf „Reflection“ eine anspruchsvolle Auswahl verschiedener Instrumentalstücke, die leicht ins Ohr gehen. Von russischer Schwermut merkt man nicht viel, dafür stehen träumerische und leidenschaftliche Melodien im Vordergrund.

Die Münchner Symphoniker haben die acht Titel unter Leitung des Arrangeurs und Dirigenten Lee Holdrige (Musikproduzent Christopher Alder) aufgenommen.

„Reflection“ bietet ein Klangerlebnis positiver Gefühle, entspannender Musik, beruhigend, ohne flach oder pathetisch zu sein.

  • Künstler: Münchner Symphoniker, Lee Holdridge
  • Label: Solo Musica, DDD, 2018
  • Bestellnummer: 9254212
  • Erscheinungstermin: 28.6.2019
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    Festival „Kunst in der Kartause“ Aggsbach: Zum 3. Mal lädt Otto Lechner in die Wachau

    Von 29. August bis 1. September 2019 nimmt sich Otto Lechner am Südufer der Wachau jene musikalischen Freiheiten heraus, die ihn mit Bravour und Leichtigkeit über alle Genregrenzen hinweg wandern lassen.

    Die Kartause Aggsbach am Südufer der Wachau veranstaltet Ende August 2019 zum dritten Mal unter der künstlerischen Leitung des bekannten österreichischen Akkordeonvirtuosen Otto Lechner das Musikfestival „Kunst in der Kartause“. Auch dieses Jahr geht Lechner unter dem Festivaluntertitel „Mit Pfeifen und Zungen“ von Orgel und Akkordeon aus, die aber zum Teil auch anderen Instrumenten den Vortritt lassen oder ganz verstummen. Mit dabei sind musikalische Wegbegleiter Otto Lechners wie das Koehne Quartett mit Joanna Lewis, Anne Harvey-Nagl, Lena Fankhauser und Melissa Coleman, Alex Miksch, Florin Mittermayr, Karl Ritter und Anne Bennent.

    „Bei „Kunst in der Kartause“ nehme ich mir vier Tage lang mit musikalischen Weggefährten jene künstlerischen Freiheiten heraus, dank derer mir mein eigenes Schaffen und Tun seit Jahren so gut wie nie langweilig wird“, meint Otto Lechner, der im nahen Gansbach im Dunkelsteinerwald aufgewachsen ist, wo er auch seine Leidenschaft für die Musik entdeckt hat: „Das Leben in einem Dorf wie Gansbach ist ja oft perspektivlos, und das war’s auch für mich; da half mir die Musik, und sie – die Musik – ist keine bloße Aneinanderreihung von Ohrwürmern, sondern sie zeigt, was der Mensch kann, wenn er sich zusammennimmt: Gedächtnis und Schrift wirken zusammen; sinnliche Wahrnehmung vereint sich mit Geschicklichkeit und dem Willen zu gestalten; sie spielt mit Zeit und Raum, und ist ein Mittel gegen das Gefühl der Ohnmacht.“ Dieses Jahr wird Otto Lechner gleich zwei wichtige Orte seiner Jugend aufsuchen. Am Freitag spielt er mit Alex Miksch ein Open Air auf der Ruine Aggstein, wo sein Großvater lange Jahre Wirt gewesen ist, und am Samstag den 31.8. kehrt er nach langen Jahren wieder an die Gansbacher Kirchenorgel zurück, auf der er als Kind und Jugendlicher aushilfsweise gespielt hat.
    Das Programm — von klassisch bis modern, von sakral bis populär Wie schon die letzten zwei Jahre spiegelt das Programm des Festivals auch heuer wieder Otto Lechners vielfältigen musikalischen Interessen und Vorlieben wider, wobei die Konzerte zum Großteil von ihm gemeinsam mit musikalischen Weggefährten speziell für das Festival erarbeitet werden. Zu Beginn werden am Donnerstag — nach einem von Otto Lechner gemeinsam mit Hans Tschiritsch zelebrierten musikalischen Eröffnungsritual im Meditationsgarten der Kartause — in der Kirche der Kartause ein Konzert mit Werken von Joseph Haydn und Emanuele Rincón d‘ Astorga, unter der Leitung von Florin Mittermaier gemeinsam mit Karl Ritter, Otto Lechner und dem Chor Cantoris Minoris Viennensis zur Aufführung gebracht.

    Am Freitag spielt Otto Lechner gemeinsam mit dem hervorragenden österreichischen Bluesmusiker Alex Miksch und dessen Band ein Open Air auf der Ruine Aggstein unter dem treffenden Titel „Das Leben ist kein Rosengärtlein“.

    Festival „Kunst in der Kartause“ Termin: 29.08. — 01.9.2019 Ort: Kartause Aggsbach, Aggsbach-Dorf 33, 3642, Aggsbach Dorf

    Programm-Info: www.kunstinderkartause.at Karten & Info: Christine Nussbaumer, T. +43 664 9370444 | nussbaumer.christine@a1.net
    FESTIVALPASS (inkludiert alle Veranstaltungen plus alle Führungen) EUR 100,– / EUR 90,–*
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