Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (FREITAG, 9. NOVEMBER 2018)

09.11.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 9. NOVEMBER 2018)

MÜNCHEN: Das Gärtnerplatztheater erinnert an die Reichsprogromnacht

GEGEN DAS VERGESSEN
am 9. November 2018 jährt sich die »Reichspogromnacht« zum 80. Mal


Foto: Christian POGO Zach

Das Gärtnerplatztheater erinnert mit einem Banner an der Fassade des Hauses und mit einem Flyer an die »Reichspogromnacht«, die sich am 9. November zum 80. Mal jährt, und setzt sich mit der eigenen Vergangenheit kritisch auseinander.

NIE WIEDER FASCHISMUS

Mögen die Gräueltaten der Nationalsozialisten bereits Jahrzehnte zurückliegen, so entbindet uns dies jedoch keineswegs von der Pflicht, uns fortwährend mit der eigenen Vergangenheit kritisch auseinanderzusetzen. Auch das Gärtnerplatztheater – dessen Direktion in einem Dokument aus dem Jahr 1935 mit Stolz darauf hinwies, ein »bewusst judenfrei geführtes« Haus zu sein – war in die Verfehlungen seiner Zeit verstrickt. Die vom NS-Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 – die als »Reichspogromnacht« in die Geschichte eingehen sollten und sich heuer zum 80. Mal jähren – markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 hin zu deren systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Schrecken des Holocausts enden sollte. Viele Dokumente gingen in den Wirren des Krieges verloren oder wurden mutwillig zerstört. Doch hatten auch jüdische Beschäftigte des Gärtnerplatztheaters nachweislich unter den Drangsalierungen durch die Nationalsozialisten zu leiden.

Stellvertretend für die Millionen anderen Opfer erinnert das Gärtnerplatztheater an zwei ehemalige Mitglieder des Hauses, deren Leben in der Tötungsmaschinerie der Nazis endete – auf dass sich ein derartiger Faschismus niemals mehr wiederholen möge:

HERBERT LOEWENBERG
*1879 in Berlin
† 1944 im KZ Auschwitz
Oberspielleiter am Gärtnerplatztheater

KAROLINA MEYER
*1880 in Glogow
† 1944 im KZ Theresienstadt
Chorsängerin am Gärtnerplatztheater

————————————————————————————————————————————–

Auf dem Balkon des Wiener Burgtheaters: Peter Simonischek ruft die Europäische Republik aus

Das Burgtheater beteiligt sich am European Balcony Project und wird, vertreten durch Ensemblemitglied Peter Simonischek, am Samstag, den 10. November, um 16 Uhr eine Europäische Republik vom Direktionsbalkon des Burgtheaters ausrufen.

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Ausrufung verschiedener Republiken in ganz Europa fordert das European Balcony Project, umgesetzt vom European Democracy Lab, ein neues, bürgerzentriertes und dezentrales Europa ohne Nationen. Dazu wird in ganz Europa in 20 Sprachen ein Bürger*innen-Manifest verlesen und die Europäische Republik ausgerufen.

„Wir erleben gerade, dass das politische Österreich eine Vorreiterrolle für nationalstaatliches Denken einnimmt, dabei leichtfertig unsere zivilisatorischen Werte wie Menschlichkeit und Demokratie über Bord wirft und unsere Sicherheit innerhalb der europäischen Gemeinschaft gefährdet. Dass sich gerade das österreichische Nationaltheater an dieser politisch-künstlerischen Aktion beteiligt, halte ich für immens wichtig. Ich freu‘ mich, wenn am Samstag eine Bläserformation mit der Europahymne den Auftritt von Peters Simonischek einläutet.“ Karin Bergmann, künstlerische Leitung Burgtheater

„Ich verlese das Manifest vom Direktionsbalkon des Burgtheaters aus, mit Blick auf Ballhausplatz und Heldenplatz, also mit Blick auf den Sitz der österreichischen Regierung. Ich erwarte mir von dieser Aktion ein starkes Signal für ein Europa, das alle seine Bürger*innen vereint. Natürlich ist das jetzt erst einmal eine Utopie, aber wer nicht denn die Kunst sollte visionär sein?“ Peter Simonischek, Schauspieler im Ensemble des Burgtheaters

—————————————————————————————————————————–

HEUTE (zur Reichsprogromnacht) IN EICHGRABEN (Wienerwald): Vortrag über Margarethe Wallmann (von Dr. Ulrike Messer-Krol

_______________________________________________________

OPER FRANKFURT: DIE SOPRANISTIN HANNA-ELISABETH MÜLLER BESTREITET ZWEITEN LIEDERABEND DER SPIELZEIT 2018/19

Der zweite Liederabend der Spielzeit 2018/19 wird bestritten von der deutschen Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller am

Dienstag, dem 20. November 2018, um 20.00 Uhr im Opernhaus.

Bildergebnis für hanna elisabeth müller
Hanna Elisabeth Müller. Copyright: Chris Gonz

Mit ihrem sensationellen Debüt als Zdenka in Richard Strauss’ Arabella bei den Salzburger Osterfestspielen erlebte Hanna-Elisabeth Müller ihren internationalen Durchbruch und wurde von der Zeitschrift Opernwelt als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ ausgezeichnet. In dieser Partie war sie kurz darauf auch an der Semperoper in Dresden und bei den Münchner Opernfestspielen zu erleben. Als Sophie gab sie 2015 in einer Neuinszenierung von Strauss’ Der Rosenkavalier in Amsterdam ihr Rollendebüt. Das Jahr 2017 begann für Hanna-Elisabeth Müller mit einem spektakulären Auftritt als Einspringerin bei den Eröffnungskonzerten der Hamburger Elbphilharmonie mit Beethovens 9. Sinfonie. 2017/18 war die junge Sopranistin u.a. bei den Berliner Philharmonikern unter Yannick Nézet-Séguin zu Gast. Die Grundlagen der steilen Karriere von Hanna-Elisabeth Müller wurden im Liedgesang gelegt. Es bedeutete ihr ein sicheres Terrain im Rahmen einer hervorragenden Ausbildung bei Rudolf Piernay in Mannheim. Mit ihrer ständigen Klavierpartnerin Juliane Ruf tritt sie regelmäßig in wichtigen Liedzentren wie beim Heidelberger Frühling, in der Kölner Philharmonie, im De Singel Antwerpen und beim Festival Rheinvokal auf. Nun gibt die junge Sopranistin, deren erste Solo-CD Traumgekrönt beim Label Belvedere erschienen ist, ihr mit Spannung erwartetes Debüt an der Oper Frankfurt.

Anlässlich ihres Frankfurter Liederabends präsentiert Hanna-Elisabeth Müller, begleitet von Juliane Ruf am Klavier, Lieder von Francis Poulenc, Robert Schumann und Alexander von Zemlinsky.

Karten zum Preis von € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Weitere Liederabende in dieser Saison:
Luca Salsi, Bariton 18. Dezember 2018
Ludovic Tézier, Bariton 22. Januar 2019
Stéphanie d’Oustrac, Mezzosopran 26. März 2019
Edita Gruberová, Sopran 23. April 2019
Michael Porter, Tenor 07. Mai 2019
Michael Spyres, Tenor 18. Juni 2019

————————————————

OPER FRANKFURT: HEUTE NOCHMALS „LA TRAVIATA“ konzertant


Das gesamte Ensemble. Copyright: Barbara Aumüller

Nach der konzertanten Aufführung von Giuseppe Verdis La Traviata (Musikalische Leitung: Francesco Lanzillotta; Chor: Tilman Michael) am Mittwoch findet eine zweite und letzte Vorstellung am Freitag (9.11.)

Freitag, dem 9. November 2018, um 19.00 Uhr im Opernhaus statt


Mario Chang, Brenda Rae. Copyright: Barbara Aumüller

Für nähere Informationen beachten Sie bitte die Website der Oper Frankfurt:
https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/corsaro/?id_datum=1302

_________________________________________________________________________

GROSSE OPER IM STIFT LILIENFELD/NÖ: DER FREISCHÜTZ

Der Freischütz (Agathe)
Große Oper im Stift Lilienfeld
Im Rahmen des zu Tradition gewordenen philharmonischen Zyklus wird am Sonntag, 25. November 2018 um 19 Uhr DER FREISCHÜTZ von Weber aufgeführt. Nach einem Volksmärchen entstanden gilt diese Oper als Paradebeispiel der Romantik. Das Künstler Orchester spielt unter der Leitung von Werner Hackl. Für Kulinarisches sorgt Motiram Thakur im Cellarium des Stiftes ab 18.00 Uhr.

Bildergebnis für stift lilienfeld der freischütz

Karten im Vorverkauf € 24.- und € 20.

Tel.: Stift 02762 52420
Raika: 02762 52390

An der Stiftspforte (Abendkassa) €  28.-

—————————————————————————————————————————

DÜSSELDORF: Das intelligente Glas – Impressionen eines Rundgangs über die glasstec 2018

Von Dr. Egon Schlesinger


The Grey Cloud by Studio Berengo / Murano. Foto: Andrea Matzker

Die seit 1950 im zweijährigen Turnus von der Düsseldorfer Messegesellschaft organisierte Glasmesse feierte in diesem Jahr ihr  25. Jubiläum und bestätigte eindrucksvoll die Position der glasstec als Leitmesse und Plattform der internationalen Glasbranche für all ihre Zielgruppen, vom Handwerker bis zum Architekten, vom Glaskünstler bis zum -verarbeiter und -hersteller und vom Zulieferer für die Industrie bis zum Technologieanbieter. Sie zeigt Innovationen und Visionen von morgen, was sich an den vier Messetagen mehr als 1200 Aussteller und über 42.000 Besucher aus 120 Ländern nicht entgehen lassen wollten.


Glaskunst. Foto: Andrea Matzker

Die Jahrtausende alte Geschichte des Werkstoffs Glas geht mit erstaunlichen Innovationen weiter, wofür auch die als konzeptionelle Partner beteiligten vier technischen Universitäten aus Darmstadt, Dresden, Delft und Dortmund stehen. Sie verknüpfen Theorie mit Praxis, denn Glas verfügt auch über elektrophysikalische Eigenschaften, was auch einem Laien spätestens dann einleuchtet, wenn er sein Mobiltelefon bzw. sein Tablet über die Glasfläche steuert. Eine nicht allzu ferne Zukunftsvision ist, dass wir demnächst unsere Fenster als interaktiven Monitor für Fernsehen und Computer benutzen können und Architekten Häuser mit interaktiven Glasfassaden entwerfen. Neben diesen imposanten technischen Neuerungen, welche überdimensionale Maschinen für  Montage und Zuschnitt von Glasfassaden verlangen, wird sich  auch das Berufsbild des “Glasers“ wegen notwendiger Kenntnisse auf dem Gebiet der Elektronik wandeln. Zur Behebung eines Glasschadens werden wir in Zukunft nicht mehr den Glaser, sondern einen „Glastroniker“ zur Reparatur rufen müssen. Doch neben der vielen beeindruckenden Neuigkeiten bereitete der Rundgang über den künstlerische Bereich, die „glassart“, viel Vergnügen, erinnerten hier Glasbläser und Kunsthandwerker an die Schönheit handwerklich hergestellter Glasobjekte. Auch die interessante Schau von Objekten aus der Dauerausstellung  des Düsseldorfer Museums Kunstpalast wird für viele Besucher Anlass sein, diese zu besuchen.


Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker

Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker

Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker


Foto: Andrea Matzker

 

Dr. Egon Schlesinger/ Fotos Andrea Matzker

________________________________________________________________

 

 

Diese Seite drucken