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INFOS DES TAGES (FREITAG, 4. MÄRZ 2022)

04.03.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 4. MÄRZ 2022)

Lotte de Beer initiiert Opernstudio an der Volksoper Wien

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Maurice Lenhard, Christian Zeller, Lotte de Beer, Christoph Ladstätter. Copyright: Wiener Volksoper

Sechs junge internationale Sänger:innen und ein:e Pianist:in erhalten die Chance, sich zwei Jahre lang im neu gegründeten Opernstudio der Volksoper Wien künstlerisch weiterzuentwickeln. Bewerbungen sind aktuell möglich.

Unter der neuen Direktion von Lotte de Beer entsteht mit der Spielzeit 2022/23 erstmals ein Opernstudio an der Volksoper Wien: Sechs internationale Sänger:innen und ein:e Pianist:in erhalten hier die Gelegenheit, sich im Verlauf zweier Spielzeiten künstlerisch weiterzuentwickeln, das Genre, in dem sie zuhause sind, zu hinterfragen und sich dabei neu kennenzulernen. Ermöglicht wird das neu gegründete Opernstudio dank der großzügigen Unterstützung der Christian Zeller Privatstiftung. Künstlerischer Leiter des Opernstudios ist der Regisseur und Dramaturg Maurice Lenhard, Eytan Pessen fungiert als Vocal Coach.

Das Opernstudio der Volksoper Wien richtet sich an Opernsängerinnen und -sänger aller Nationalitäten, die sich im Rahmen einer zweijährigen Förderzeit künstlerisch weiterentwickeln und das Genre Musiktheater mitgestalten wollen. Angestrebt wird ein transparentes, kollektives, diverses und egalitäres Miteinander, das sich vorbehaltlos allen Formen des Musiktheaters widmet. Voraussetzungen für die Aufnahme sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und ein erfolgreiches Vorsingen vor der Leitung des Opernstudios. Zusendungen aller Stimmfächer werden unter der E-Mail-Adresse opernstudio@volksoper.at entgegengenommen. Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie hier.

Die Basis des Opernstudios bildet der Alltag der einzelnen Teilnehmer:innen: Das Programm umfasst musikalische und schauspielerische Coachings, Meisterkurse, regelmäßige Tanzworkshops und das Mitwirken in ausgewählten Produktionen des Spielplans.

Jedes Jahr werden eigene kleine Abende und eine mobile Neuproduktion entwickelt. Gerade die Operette bietet in ihrer strukturellen Offenheit, ihrer Fähigkeit, auch schwere Themen leicht zu machen und auch in ihrer Nähe zur Popkultur eine perfekte Spielwiese für dieses Vorhaben. Die individuelle Kreativität der einzelnen Mitglieder soll in die Ergebnisse der Arbeit sowie in die Suche nach neuen Spielformen, Spielorten und Sichtweisen auf Musiktheater einfließen.

Zitat Lotte de Beer

Wo könnte man den Nachwuchs besser fördern als an einem Haus wie der Volksoper Wien, die mit ihrer Bandbreite an Repertoire ein unvergleichliches Angebot bereithält, junge Sänger:innen herauszufordern, aber auch ihre Impulse aufzunehmen und weiterzutragen. Das breitgefächerte Angebot des Opernstudios soll den teilnehmenden Künstler:innen die Möglichkeit geben inmitten eines künstlerischen „safe space“ persönlich zu wachsen: stimmlich, fachlich, musikalisch, schauspielerisch, aber auch individuell und menschlich.

Zitat Maurice Lenhard

Eine gute Stimme alleine reicht schon lange nicht mehr aus. Die Zeit zwischen Studium und Beginn des Berufslebens ist für alle Sänger:innen eine besondere und weichenstellende Phase. Die Freiheit und die Ideale des Studierendendaseins treffen auf die Anforderungen und die Struktur des Jobs. In dieser prägenden Zeit wird der Rucksack für eine erfüllende, inspirierende und gesunde Zukunft gepackt. Das Opernstudio soll genau hierfür eine Keimzelle werden.

Zitat Christoph Ladstätter

Die Volksoper ist seit jeher eine Talenteschmiede für junge Künstler:innen und hat in ihrer langen Geschichte eine große Zahl internationaler Starsänger:innen hervorgebracht. Diese Tradition wollen wir fortsetzen und weiter ausbauen. Wir freuen uns über die großzügige Unterstützung der Christian Zeller Privatstiftung, die uns die Umsetzung des Opernstudios der Volksoper Wien ermöglicht.

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Zitat Christian Zeller

Exzellenz und Nachhaltigkeit sind mir seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit ein großes Anliegen. Gemäß dem Motto „Die Sterne von morgen fördern wir heute“ freue ich mich, dass ich das Opernstudio der Volksoper Wien unterstützen und damit jungen Sänger:innen eine erfolgreiche künstlerische Zukunft ermöglichen kann.

Christian Zeller, weit verzweigt in der Kultur

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Wiener Staatsoper: Applausfotos nach TOSCA

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Foto: Klaus Billand

Vittorio Grigolo, der beim Applaus ja immer für eine Überraschung gut ist, präsentiert ein T-Shirt mit „No War“-Aufschrift. Auf dem Rücken ein großes rotes Herz. Begeisterter Applaus nach einer erstklassigen Repertoire-Aufführung mit der exzellenten Elena Stikhina in der Titelrolle. 

Den meisten Applaus bekam Grigolo mit „E lucevan le stelle“, das er mit enormer Emphase sang!

Klaus Billand

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Foto: Klaus Billand

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WIEN – 30. MÄRZ 2022 – OPERNABEND THOMAS WEINHAPPEL

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Bariton Thomas Weinhappel wechselte ab Ende 2019 während der Corona-Krise vom lyrischen ins dramatische Fach, womit er sich erstmals in Wien an diesem Abend im Bank Austria Salon, 1010 Wien, Wipplingerstraße 8, um 19:30 Uhr (Abendkasse und Einlass ab 19:00 Uhr, freie Platzwahl) vorstellt.  Begleitet von Frank Bornemann am Klavier singt Weinhappel u.a. Wotan (Die Walküre, 2.Akt, 2.Szene), Mandryka (Arabella) und Jochanaan (Salome).  

Es gelten die tagesaktuellen Corona-Bestimmungen. Ticket: 26 €, StudentInnen freier Eintritt. 

Ticket-Reservierung: Mail an office@thomasweinhappel.com

Einen Vorgeschmack hört man hier:

Arabella: https://youtu.be/EIfGkWQxEUo

Arabella: https://youtu.be/QOSQX6WdZxY

Rheingold: https://youtu.be/3OnJNxvuloo

Walküre: https://youtu.be/739sh9DR_9g

Nibelungen-Philharmonie/Michael Güttler, Sept 2021
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OPER FRANKFURT: Fünfte Wiederaufnahme (zum letzten Mal) DIE FRAU OHNE SCHATTEN

Oper in drei Akten von Richard Strauss
Text von Hugo von Hofmannsthal
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Inszenierung: Christof Nel
Szenische Analyse: Martina Jochem
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme: Ilse Welter
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Norbert Abels

Die Kaiserin: Camilla Nylund
Barak: Wolfgang Koch
Seine Frau: Miina-Liisa Värelä
Die Amme: Christel Loetzsch
Der Kaiser: Michael Siemon
Der Geisterbote: Nicholas Brownlee u.a.
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (1864-1949) in der Sicht von Christof Nel aus der Spielzeit 2002/03 – der ersten Saison von Intendant Bernd Loebe – erlangte unbestritten eine besondere Bedeutung für die Oper Frankfurt: Zum einen entwickelte sich die Inszenierung schnell zu einer der Erfolgsproduktionen des Hauses am Willy-Brandt-Platz. Zum anderen beförderte sie 2003 nicht unwesentlich die Auszeichnung als „Bestes Opernhaus“ durch das Fachmagazin Opernwelt. Und nicht zuletzt wurde das Dirigat von Sebastian Weigle frenetisch gefeiert, so dass es ihm in derselben Kritikerumfrage die Würdigung als „Dirigent des Jahres“ einbrachte. Weigle ist es auch, der bei dieser fünften und letzten Wiederaufnahme am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht, mittlerweile in seinem vierzehnten Jahr als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt.

Zum Inhalt: Auch ein Jahr nach ihrer Vermählung wirft die Kaiserin keinen Schatten; sie ist unfruchtbar und muss deshalb zurück ins Geisterreich, von dem sie einst in die Menschenwelt ausgezogen war. Geplagt und voller Angst überredet sie die arme Färberin dazu, ihr ihren Schatten zu verkaufen. Das Leid und Unglück jedoch, das sie im Leben der einfachen Frau auslöst, kann sie nicht aushalten. Lieber verzichtet sie auf eigene Erfüllung. Im Verzicht wird ihr Erlösung zuteil.

Kürzlich feierte die finnische Sopranistin Camilla Nylund (Die Kaiserin) mit ihrem Rollendebüt in Schönbergs Monodram Erwartung im Rahmen der Neuproduktion Warten auf Heute einen stark akklamierten Erfolg an der Oper Frankfurt. Die Sächsische und Österreichische Kammersängerin war hier zuvor u.a. in zwei Werken von Richard Strauss zu erleben: in der Titelpartie von Ariadne auf Naxos (2013/14) und als Gräfin in Capriccio (2017/18). Im Sommer 2022 gibt sie am Opernhaus Zürich ihr Rollendebüt als Wagners Isolde. Ihre Landsfrau Miina-Liisa Värelä singt als Färberin erstmals an der Oper Frankfurt. Zu ihren jüngsten Aufgaben gehören ihr Rollendebüt als Isolde beim Glyndebourne Festival sowie ihr Hausdebüt als Ariadne am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Der bayerische Bariton Wolfgang Koch (Barak) gastierte 2006 erstmals an der Oper Frankfurt
als Hans Sachs in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, gefolgt von den Titelpartien in Aribert Reimanns Lear und Wagners Der fliegende Holländer sowie als Borromeo in Pfitzners Palestrina. Die Mezzosopranistin Christel Loetzsch gibt als Amme ihr Hausdebüt in Frankfurt. Im Sommer dieses Jahres wird die aus dem Erzgebirge stammende Mezzosopranistin als Giovane Dante in der Uraufführung von Pascal Dusapins
Il Viaggio, Dante beim Festival d’Aix-en-Provence gastieren, gefolgt von konzertanten Aufführungen von Wagners Der Ring des Nibelungen mit der Dresdner Philharmonie unter Marek Janowski. Seit 2020 ist der junge deutsche Tenor Michael Siemon (Der Kaiser) fest am Staatstheater Meiningen engagiert. Dort sang er zahlreiche Partien in Werken Richard Wagners, darunter Erik im Fliegenden Holländer sowie Lohengrin und
Tannhäuser. Fast alle übrigen Rollen sind mit Frankfurter Ensemblemitgliedern besetzt, darunter Danylo Matviienko (Der Einäugige), Božidar Smiljanić (Der Einarmige), Jonathan Abernethy (Der Bucklige), Nicholas Brownlee (Der Geisterbote) und Brian Michael Moore (Die Erscheinung eines Jünglings).

Wiederaufnahme: Sonntag, 13. März 2022, um 17 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 18., 24., 27. (15.30 Uhr) März, 2. (17 Uhr) April 2022

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr
Preise: € 15 bis 149 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online
unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
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Linz: „DREI – MESSA DA REQUIEM“ – Konzert im Brucknerhaus Linz, Großer Saal, 03. 03.2022

Giuseppe Verdi

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Markus Poschner. Foto: Volker Weihbold für Bruckner-Orchester

Die Geschichte des ursprünglich als Erinnerung an Gioacchino Rossini von Giuseppe Verdi als Gemeinschaftswerk von insgesamt 13 italienischen Komponisten geplanten Requiems ist ja hinlänglich bekannt; auch, daß es schließlich nicht zu einer widmungsgemäßen Aufführung kam – erstmals erklang es erst 1988! Aber Verdis dafür verfaßtes „Libera me“ sollte zum Anker seines zweiten Anlaufes zu einer groß angelegten Totenmesse werden.

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 San Marco zu Mailand (nach 1871), gefunden bei Bibliothek Universität Würzburg

Dieses zum ersten Jahrestag des Todes des Dichters Alessandro Manzoni am 22. Mai 1874 in San Marco, der zweitgrößten Kirche von Mailand, uraufgeführte Werk weckte schon beim Komponisten die Idee, daß es eher in den Konzertsaal als in die Kirche gehöre – gespeist auch durch die Erfahrung der „nicht-liturgischen“ Folgeaufführungen in der Scala, 25. – 27. des selben Monats. Was Verdi freilich auf die akustischen Bedingungen bezog, die für die Rezeption der hochkomplexen, feingewebten Partitur in einem „trockenen“ Konzertsaal günstiger seien als in einem Kirchenraum mit unendlichem Nachhall.

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Manzoni und Verdi, gefunden bei Bibliothek Universität Würzburg

Das anfänglich „Manzoni-Requiem“ genannte Werk, das 1875 schon in allen wichtigen Musikstädten Europas und in Übersee zu hören gewesen war, zog allerdings einige Kritik auf sich, die sich auf die Adjektive „zu opernhaft“ und „zu wenig sakral“ konzentrierte. Hans von Bülow, der noch dazu die Uraufführung, zu der er eingeladen war, „geschwänzt“ hatte,  polemisierte in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ sogar über „eine Oper im kirchlichen Gewande“ vom „allgegenwärtigen Verderber des italienischen Kunstgeschmacks“, einen „Triumph romanischer Barbarei“. Das wiederum veranlaßte den „Lutheraner“ Johannes Brahms zur Bemerkung „Bülow hat sich lächerlich gemacht. So ein Werk kann nur ein Genie schreiben!“. Das Ehepaar Wagner war zugegen und auch nicht begeistert – aber das fand wenigstens nur Eingang in Cosimas Tagebuch, nicht in eine Zeitung. Die Kritiken, zeitgenössisch, teils aber bis heute („das Requiem als beste Oper Verdis“), stoßen sich – reichlich unsachlich – daran, daß Verdi an religiösen Fragen wenig Interesse zeigte, ja vielleicht, wenn auch durchaus tugendhafter, Atheist oder Agnostiker war; und schließlich käme ja religiöse Machtdurchsetzung in „Don Carlo“ und „Aida“ nicht gerade gut weg…

Giovanni Bietti schreibt über den Hintergrund dieser Diskussion: “Der springende Punkt ist ja, daß der Totenmesse-Text, speziell des „Dies irae“, reich an Beschwörungen und Bildern ist: Tod, Licht, Feuer, die Posaunen des Jüngsten Gerichtes, die ungeheure Majestät, Tränen, Verdammte, Selige. Schwer vorstellbar, daß sich ein Komponist verkneifen kann, diese Texte nicht wenigstens zum Teil in musikalische Bilder umzusetzen.“ Also: Verdis Requiem ist sicher ein dramatisches, außerordentlich farbenreiches Werk, aber zur Opernhaftigkeit fehlen ganz wesentliche Elemente.

Jedenfalls: das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner hat sich hier eine wahre „pièce de résistance“ vorgenommen, bei der es vom Tschechischen Philharmonischen Chor Brno (Leitung: Petr Fiala) und dem Chor Ad Libitum (Heinz Ferlesch) aus St. Valentin unterstützt wird – beide mit reicher Erfahrung  im Chorwerke- wie Opernbetrieb. Die Soli kommen vom auf die großen Chorwerke spezialisierten Sopran Susanne Bernhard, vom jungen ukrainischen Mezzosopran Olga Syniakova, vom aus Sibirien stammenden, seit 2007 in Europa, den USA und Israel aktiven Tenor Alexey Dolgov und dem künstlerisch in München verwurzelten Bass Tareq Nazmi, der ebenfalls eine Reihe prominenter internationaler Engagements vorweisen kann.

Die Programmierung erfolgte vor ungefähr zwei Jahren. Die besondere Aktualität des Requiems ist nun eine beklemmende Fügung, die den Dirigenten zu einer kurzen Einleitung drängte, sinngemäß: „Die Musik kann leider keinen Krieg beenden. Aber sie bringt uns mehr Humanität, Verständnis und Zusammenhalt.“

Optimale Akustik – im Sinne von Verdis zitierter Aufführungspräferenz – des diesbezüglich ohnedies gut angelegten Brucknerhauses war durch den endlich wieder einmal weitestgehend ausverkauften Saal garantiert. Diese war auch wichtig, denn Markus Poschner leitete sein Orchester zu immensem Dynamikumfang an – besonders die leisen Stellen, von Streichern wie Bläsern feinst ziseliert, hört man atemlos. Natürlich endet aber auch die Wucht des „Dies irae“ niemals im Tumult – nein, Chor und Orchester halten immer Disziplin, klare Diktion, Differenzierung, Präzision und, könnte man fast sagen, Swing! Und darüber hinaus gerät auch über die gesamten 1½ Stunden Aufführungsdauer der große Spannungsbogen perfekt, auch dank organischer und plausibler Tempi.

Neben den perfekt studierten Chören überzeugen auch die fast immer in perfekter Balance zu Chor und Orchester stehenden Solistinnen und Solisten: Frau Bernhard läßt ihren druckvollen, niemals scharfen Sopran leuchten; das tatsächlich zumindest in der ersten Hälfte im Opernidiom verfaßte finale „Libera me“ gestaltet sie auch großartig dramatisch. Olga Syniakova ist, eine Stimmlage tiefer, zwischen Milowsor an der Scala (lt. Operabase noch unter Gergiew gelistet!) und Cherubino in Seattle hier und heute die wunderbar samtig strahlende Ergänzung, glänzt besonders bei „Lux aeterna“ und mit ihrer Soprankollegin und drei Flöten beim „Agnus Dei“. Tenor Alexey Dolgov klingt zu Beginn nicht ganz frei, ab dem „Ingemisco“ aber läßt er lyrische Perfektion hören, auch mit ausgewogenem Passaggio. Von A – Z perfekt die Leistung von Herrn Nazmi mit samtigem Ansatz und scheinbar müheloser Saaldominanz.

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 Schlußapplaus © Peter Rieder

15-minütiger Jubel, Begeisterung, standing ovation.

Petra und Helmut Huber

Zitate aus

Giovanni Bietti, „Ascoltare Verdi“, Laterza/Bari 2021

Torsten Roeder, „Die Rezeption der Messa da Requiem von Giuseppe Verdi im deutschsprachigen Raum 1874–1878“, Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg 2017

Volkstheater Solidaritätsaktionen für die Ukraine

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Spendensammlung und Benefizveranstaltung im Volkstheater

Im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse bekundet das Volkstheater seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und spricht sich deutlich gegen Gewalt und für den Frieden aus.

Zur Unterstützung der bedeutenden Hilfsarbeit vor Ort initiiert das Volkstheater Spendensammlungen nach den Vorstellungen.
In Solidarität mit der Ukraine hat das Volkstheater zudem kurzfristig eine Veranstaltung in das Programm genommen – gemeinsam mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) findet am 11. März eine Benefiz-Lesung statt.
Mit der Beteiligung an der Initiative #lightforpeace2022 wird desweiteren ein klares Zeichen für den Frieden gesetzt.

Benefiz-Lesung „Der Krieg ist wie Giftmüll im Fluss.“

Unter dem Titel „„Der Krieg ist wie Giftmüll im Fluss. – Stimmen für die Ukraine“ veranstaltet das Volkstheater am 11. März um 19:30 Uhr, gemeinsam mit dem IWM – Institut für die Wissenschaften vom Menschen, eine Benefiz-Lesung.

Österreichische Autor*innen lesen Texte aus der Ukraine, aber auch aus Russland und Belarus. Literarische Stimmen zeugen von der Gegenwart des Krieges, vom Mut der Menschen, der Solidarität und der Poesie trotz allem.
Es lesen unter anderem: Raphaela Edelbauer, Milena Michiko Flašar, Karl-Markus Gauß, Sabine Gruber, Lydia Haider, Tanja Maljartschuk, Barbi Markovic, Robert Schindel, Doron Rabinovici, Christoph Ransmayr, Ferdinand Schmalz, Franz Schuh…
Mit Texten von unter anderem Juri Andruchowytsch, Yevgenia Belorusets, Elena Fanajlova, Alissa Ganijewa, Artur Klinau, Valzhyna Mort, Kateryna Mishchenko, Katja Petrowskaja, Maria Stepanova, Serhij Zhadan…
Zudem wird ein Gastbeitrag von Elfriede Jelinek vom Volkstheater-Ensemble gelesen.

Musikalisch wird der Abend vom ukrainischen Saxofonisten Andrij Prosorow begleitet, der seit 2001 in Wien lebt.
Federführend organisiert wird der Abend vom Schriftsteller Martin Pollack, von Ludger Hagedorn (IWM) und Matthias Seier (Volkstheater).
Benefiz-Lesung
Der Krieg ist wie Giftmüll im Fluss
Stimmen für die Ukraine
11.03.2022, 19:30 Uhr
Volkstheater
Eintritt frei! Zählkarten sind online und im Kartenservice des Volkstheaters erhältlich.

Im Anschluss der Benefizveranstaltung werden ebenfalls Spenden für die Volkshilfe Wien gesammelt.
Spendensammlung
Das Ensemble des Volkstheaters sammelt zudem im Anschluss an alle Vorstellungen im Volkstheater und in den Bezirken Geldspenden, die an die Volkshilfe Wien übergeben werden. Die Sammlung findet direkt nach Vorstellungsende im Foyer durch Ensemblemitglieder statt. Die Volkshilfe Wien verteilt Notfallpakete in der Ukraine, bietet soziale Unterstützung und Notunterkünfte für geflüchtete Menschen.
#lightforpeace2022
Außerdem beteiligt sich das Volkstheater an der Aktion #lightforpeace2022 der Österreichischen Theatertechnischen Gesellschaft. Dabei wird das Volkstheater ab heute, 03.03.2022, gemeinsam mit anderen öffentlichen und privaten Gebäuden in Österreich, Deutschland und der Schweiz, in den Regenbogenfarben der Peace-Flagge erleuchtet.
Mehr Informationen zu der Initiative finden Sie hier: https://lightforpeace.org/
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Österreichische Nationalbibliothek #StandWithUkraine

Solidarität mit Ukraine

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe BesucherInnen,

angesichts des grausamen Krieges in der Ukraine ist es uns als Österreichische Nationalbibliothek ein Anliegen, eine klare Haltung zu zeigen: Wir stehen für Frieden sowie ein gewaltfreies Miteinander und fordern die sofortige Beendigung des Krieges gegen die Ukraine.

Unsere Solidarität mit der Ukraine machen wir durch öffentliche Aktivitäten und einem Statement deutlich: auf unserer Website, den Social Media-Kanälen und an den Eingängen zu unseren Museen. In den nächsten Tagen rücken wir mit Postings auf Facebook und Instagram die Vielfalt und Eigenständigkeit der ukrainischen Kultur ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir als Kulturinstitution Aggression und Gewalt gegen Unschuldige auch in unserer Nachbarschaft nicht einfach schweigend hinnehmen und bedingungslos auf der Seite von Gerechtigkeit und Menschlichkeit stehen.
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