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INFOS DES TAGES (FREITAG, 26. MÄRZ 2021)

26.03.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 26. MÄRZ 2021)

Deutschland: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Bis zu 51,8 Millionen Euro aus NEUSTART KULTUR für Wiederbelebung der Kultur in den Städten und digitale Vermittlungsformate

In seiner Sitzung am 15. März 2021 verabschiedete der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters zwei neue Vorhaben: das bundesweite Programm Kultursommer 2021, das zu einer Rückkehr zum kulturellen Leben im öffentlichen Raum beitragen soll, sowie die Fortführung des erfolgreichen Förderprogramms dive in, das gegenwartsorientierte Kultureinrichtungen aller Sparten mit Sitz in Deutschland bei der Umsetzung innovativer, digitaler Vermittlungsformate unterstützt. Für die Fördermaßnahmen stellt der Bund insgesamt bis zu 51,8 Millionen Euro aus dem Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR bereit. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Mittel freigegeben.

Kultursommer 2021

Um Künstlerinnen und Künstlern Perspektiven für Auftrittsmöglichkeiten zu eröffnen, lobt die Kulturstiftung des Bundes kurzfristig das antragsoffene Förderprogramm Kultursommer 2021 aus dem Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung aus. Ausgestattet mit einem Gesamtvolumen von bis zu 30,5 Millionen Euro werden mit dem Programm bundesweit mehr als 100 kreisfreie Städte und Landkreise bei der Gestaltung eines neu entwickelten, vielfältigen Kulturprogramms für die Zeit nach dem Lockdown unterstützt. Gefördert werden unter anderem Open-Air-Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Performances und Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum.

Dazu Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Nach einem Jahr der Pandemie setzen wir alles daran, die Künste überall in unseren Städten wiederzubeleben. Die Sehnsucht nach Kulturgenuss ist groß – beim Publikum, vor allem aber bei den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen, die endlich wieder zum Einsatz kommen wollen. Der Kultursommer soll helfen, verantwortungsbewusst Kultur neu zu starten. Vor allem aber ist der Kultursommer Ausdruck der Wertschätzung für die Kreativen und eine Anerkennung ihres großartigen Beitrags für unser Gemeinwesen.“

Antragsberechtigt sind kreisfreie Städte und Landkreise. Das Förderprogramm soll insbesondere Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szenen, lokalen Akteuren und Bündnissen sowie der Kultur- und Veranstaltungsbranche zugutekommen. Voraussetzung ist, dass die Antragsteller neben dem Kunst- und Kulturprogramm ein Hygienekonzept für die geplanten Veranstaltungen umsetzen. Förderanträge können bis zum 22. April 2021 über die Website der Kulturstiftung des Bundes gestellt werden.

Neue digitale Formate für Austausch und Vermittlung erproben

Zur weiteren Unterstützung von Kultureinrichtungen in der Corona-Pandemie bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes außerdem die Fortführung des Förderprogramms dive in. Programm für digitale Interaktionen. Damit unterstützt die Kulturstiftung des Bundes aktuell 68 Kulturinstitutionen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vermittlungsformate, die neue Formen des Austauschs und innovative Zugänge zu künstlerischen Angeboten ermöglichen. Für das Programm stellt der Bund nun zusätzlich bis zu 21,3 Millionen Euro aus NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

Dazu erklärt die Kulturstaatsministerin: „Mit der Fortsetzung des erfolgreichen Digitalprogramms dive in unterstützen wir zugleich Kultureinrichtungen in ganz Deutschland dabei, zeitgemäße Vermittlungs- und Ausstellungsformate zu entwickeln. So können sie mit ihrem Publikum auch auf digitalem Weg in Verbindung bleiben und neue Zielgruppen erreichen.“

Auch in der zweiten Förderrunde werden die Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte und Formate gefördert: Die digitalen Vorhaben, beispielsweise Games, Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen, Apps, interaktive Websites, KI- oder Citizen-Science-Projekte sollen neue Formate der Wissensvermittlung und künstlerischen Auseinandersetzung, der spielerischen Aneignung oder Partizipation erproben. Im Programm dive in können Fördermittel zwischen 50.000 und 200.000 Euro beantragt werden. Alle Informationen zum Antragsverfahren werden Anfang Mai auf der Website der Kulturstiftung des Bundes veröffentlicht.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie unter www.kulturstiftung-des-bundes.de/kultursommer2021
und www.kulturstiftung-des-bundes.de/dive-in

Weitere Informationen zum Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR finden Sie unter www.kulturstaatsministerin.de/neustartkultur 

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SALZBURGER LANDESTHEATER: ZWISCHEN WACHEN UND TRÄUMEN. Premieren 2021/22

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Zwischen Wachen und Träumen: so fühlen sich die meisten von uns Menschen seit Auftreten der Pandemie. Passiert das gerade wirklich alles? Bin ich wach oder träume ich? Ist all das, was wir erleben, ein Albtraum, aus dem wir irgendwann einfach aufwachen? Müssen wir nicht angesichts der immensen Grundrechtseinschränkungen, die wir erleben, gerade jetzt wach bleiben? Oder ist ein entspannter Winterschlaf das Gebot der Stunde? Das Theater liefert dazu eine Menge guter Rezepte und erzählt mit dem neuen Spielplan von Protagonist*innen, die hellwach ihrer Gegenwart mit all  ihren Widrigkeiten, aber auch Chancen begegnen. Und im Theater können wir uns einfach wegträumen in eine Welt, die anders ist, die wir anders gestalten können.

So ist dieser Spielplan zwischen Wachen und Träumen entstanden. Seit Jahrhunderten haben die Menschen in ihren Zivilisationen die Kultur als ein wichtiges Instrument der Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz verstanden. Diese Errungenschaft der Zivilisation durch Kultur gilt es immer neu für die Gegenwart zu erfinden: Und so erleben wir in der Oper „Angels in America“ eine Gesellschaft, die intensiv mit sich ringt, und in Mozarts „Zauberflöte“ junge Individuen, die durch Feuer und Wasserproben gehen und sich in einem Machtsystem verhalten müssen.

Im Schauspiel geht die Stückentwicklung „Familienabend“ der Frage nach, was Familie heute bedeutet. Dörte Lyssewski entdeckt das Sturm-und-Drang-Stück „Der neue Menoza“ neu, in dem ebenso wie in Sou Abadis Komödie „Voll verschleiert“ ein Alltag gezeichnet wird, in dem das Leben durch Fanatismus und Behauptung gegenseitiger Fremdheit erschwert wird. In der Neuproduktion der Sparte Tanz wird mit „Lili, the Danish Girl“ ein Mosaikbild der eigenen Identität skizziert, und die Jugendtheatersparte geht unter der Leitung von Anna Lukasser-Weitlaner in die Zukunft.

Theatermenschen sind Berufsoptimist*innen und als solche stellen wir Ihnen jetzt einen Spielplan vor, der von kreativen Möglichkeiten und einem Spielbetrieb aller Sparten ausgeht. Viele Produktionen, die wir liebgewonnen haben, aber nicht zeigen konnten, sind in die neue Spielzeit gewandert und wir hoff en, sie Ihnen möglichst ohne wesentliche Einschränkungen präsentieren zu können.

Änderungen sind – wie in diesen Tagen üblich – nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig ist es uns aber ein Anliegen, zu kommunizieren, dass wir nicht nur spielbereit sind, sondern mit unserer Arbeit Impulse  geben und das gesellschaftliche Miteinander lebenswerter machen können.

Unsere Online-Streaming-Plattform hat sich als wichtiges Instrument einer erweiterten Kommunikation erwiesen und sehr positive Zuschriften bis aus Kanada und Mexiko zeigen, dass dieses Medium auch in Zukunft in der Entwicklung und Dokumentation unserer Arbeit eine Rolle spielen wird.

Das Jahr 2022 stellt das Salzburger Landestheater vor immense Aufgaben. Von Mai bis November werden der Saal und die Bühne des Landestheaters saniert. Wir ziehen vom Theater ins Freie und laden Sie für die Monate Mai und Juni 2022 herzlich in ein Circuszelt ein, das wir voll kreativer Freude für Oper und Schauspiel als Spielstätte nutzen. Im Oktober 2022 haben wir dann die Chance, mehrere
Produktionen im Festspielbezirk zu zeigen. Über all diese Pläne werden wir Sie laufend informieren.

Wir freuen uns auf Sie, bis bald im Theater!
Dr. Carl Philip von Maldeghem, Intendant

Sehr verehrtes Publikum, liebe Besucherinnen, liebe Besucher,
während dieses Grußwort an Sie im Frühjahr 2021 verfasst wird, hält uns die Covid-19-Pandemie mit all ihren Auswirkungen und Unwägbarkeiten voll im Griff. Covid-19 ist das dominierende Moment in den Medien, in unserem beruflichen wie auch im privaten Alltag. Und ebenso bestimmen das Virus und seine Folgen die Planungen und Überlegungen unserer Theaterarbeit.
Noch wissen wir nicht, ob und wie wir in der zu Ende gehenden Spielzeit 2020/2021 für Sie Theater spielen werden können. Und dennoch stellen wir Ihnen mit diesem Spielzeitheft hoffnungsvoll unsere Vorhaben für die Saison 2021/2022 vor. Mag dieser Blick in die Zukunft aus heutiger Sicht nicht einer gewissen Absurdität entbehren, wollen wir uns dennoch die Vorfreude auf beeindruckende Aufführungen und bleibende Theatererlebnisse weiterhin bewahren.
Zugleich richten wir unseren Blick weit über die kommende Spielzeit hinaus: auf die Zukunftsfähigkeit des Salzburger Landestheaters in seiner Ausstattung und technischen Infrastruktur. Der alltägliche Verschleiß eines intensiv genutzten Hauses und die technologischen Weiterentwicklungen der Theatertechnik lassen nach vielen Jahren des kontinuierlichen Spielbetriebes eine größere Baumaßnahme notwendig werden. Im Sommer 2022 wollen wir an mehreren Stellen des Zuschauerraumes und des Bühnenbereiches wesentliche Restaurierungen und Modernisierungen umsetzen: Die in die Jahre gekommene Bestuhlung soll erneuert werden und durch eine grundständige Überarbeitung des Balkonbereichs wollen wir den Sitzkomfort dort deutlich verbessern. Darüber hinaus werden Teile der Bühnentechnik sowie die Beleuchtungs- und Medientechnik auf einen heutigen, zeitgemäßen Stand gebracht; sowohl, was die technologischen Möglichkeiten angeht, aber auch hinsichtlich der Sicherheitsstandards und des Arbeitnehmerschutzes.
Dass das Land Salzburg und die Stadt Salzburg mit ihrer großzügigen Unterstützung und den Finanzierungszusagen dieses Projekt überhaupt erst ermöglichen, ist ein zukunftsweisendes Signal für das Salzburger Landestheater, aber auch ein starkes Bekenntnis zum Stellenwert des Kulturstandortes Salzburg und seiner kulturellen Infrastruktur.
Und so lassen Sie uns gemeinsam darauf vertrauen, dass wir die Kraft des Theaterspielens und die Energien, die das gemeinsame Erleben im Zuschauerraum freisetzen, in der Spielzeit 2021/2022 wieder und wieder genießen dürfen. Wir freuen uns auf Sie!
Bernhard Utz, Kaufmännischer Direktor

ZWISCHEN WACHEN UND TRÄUMEN
Premieren 2021/2022

OPER

Richard Strauss
ARIADNE AUF NAXOS
18. September 2021 / Landestheater
Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah
Inszenierung Alexandra Liedtke
Bühne Simeon Meier
Kostüme Su Bühler

Giuseppe Verdi
MACBETH
30. Oktober 2021 / Felsenreitschule
Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah
Inszenierung Amélie Niermeyer
Bühne Alexander Müller-Elmau
Kostüme Kirsten Dephoff

Alma Deutscher
CINDERELLA
Wiederaufnahme 5. Dezember 2021 / Landestheater
Musikalische Leitung Gabriel Venzago
Inszenierung Carl Philip von Maldeghem
Bühne und Kostüme Stefanie Seitz

Wolfgang Amadeus Mozart
DIE ZAUBERFLÖTE
Wiederaufnahme 12. Februar 2022 / Landestheater
Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah
Inszenierung Christiane Lutz
Choreographie Volker Michl
Bühne Christian Tabakoff
Kostüme Dorothee Joisten

Peter Eötvös
ANGELS IN AMERICA
10. April 2022 / Landestheater
Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah
Inszenierung Sam Helfrich
Bühne John Farrell
Kostüme Kaye Voyce

Georges Bizet
CARMEN
20. Mai 2022 / Theaterzelt
Musikalische Leitung Gabriel Venzago
Inszenierung Jacopo Spirei
Bühne und Kostüme Stefanie Seitz

MUSICAL

Martin Lingnau
DER SCHUH DES MANITU
14. Oktober 2021 / Deutsches Theater München
22. Jänner 2022 / Landestheater
Inszenierung Andreas Gergen
Musikalische Leitung Philipp Gras / Gabriel Venzago
Choreographie Simon Eichenberger
Bühne Sam Madwar
Kostüme Conny Lüders

Richard Rodgers / Oscar Hammerstein II
THE SOUND OF MUSIC
Wiederaufnahme 22. Oktober 2021 / Landestheater
Inszenierung Andreas Gergen und Christian Struppeck
Musikalische Leitung Wolfgang Götz
Choreographie Kim Duddy
Bühne und Kostüme Court Watson

Richard O’Brien’s
THE ROCKY HORROR SHOW
Wiederaufnahme 27. Dezember 2021 / Landestheater
Inszenierung Marco Dott
Musikalische Leitung Wolfgang Götz
Choreographie Josef Vesely und Kate Watson
Bühne Christian Floeren
Kostüme Conny Lüders

John Kander
CABARET
13. Mai 2022 / Theaterzelt
Inszenierung Andreas Gergen

SCHAUSPIEL

We Are Family
FAMILIENABEND
Uraufführung 1. Oktober 2021 / Landestheater
Inszenierung und Raum Carl Philip von Maldeghem

Alan Ayckbourn
SCHÖNE BESCHERUNGEN
20. November 2021 / Landestheater
Inszenierung Thomas Enzinger
Bühne und Kostüme Toto

Sou Abadi / Michael Niavarani
Manche mögen’s VOLL VERSCHLEIERT
Uraufführung 27. Februar 2022 / Landestheater
Inszenierung Michael Niavarani
Bühne und Kostüme Eva Musil

Ödön von Horváth
KASIMIR UND KAROLINE
7. Mai 2022 / Theaterzelt
Inszenierung Carl Philip von Maldeghem
Bühne und Kostüme Stefanie Seitz

Jakob Michael Reinhold Lenz
DER NEUE MENOZA
23. September 2021 / Kammerspiele
Inszenierung Dörte Lyssewski

Shlomo Moskovitz
BLUT AN MEINEN HÄNDEN
Uraufführung 11. November 2021 / Kammerspiele
Inszenierung Dedi Baron
Bühne und Kostüme Eva Musil

Thomas Arzt
DIE ANSCHLÄGE VON NÄCHSTER WOCHE
Österreichische Erstaufführung 17. März 2022 / Kammerspiele
Inszenierung Christina Piegger

Etgar Keret / Ronnie Brodetzky
DER BUSFAHRER, DER GOTT SEIN WOLLTE
Europäische Erstaufführung 5. Mai 2022 / Probenzentrum Aigen
Inszenierung Ronnie Brodetzky
Bühne und Kostüme Ruth Miller
Choreographie Tal Cohn

Johann Wolfgang von Goethe
FAUST
Wiederaufnahme 24. März 2022 / Landestheater
Inszenierung Carl Philip von Maldeghem
Bühne und Kostüme Christian Floeren

SHAKESPEARE IM PARK

ELVES AND ERRORS

Wiederaufnahme 18. August 2021 / Schloss Leopoldskron

GOLDEN LADS & GIRLS
Premiere Frühjahr 2022 / Schloss Leopoldskron
Szenische Einrichtung Carl Philip von Maldeghem

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Kulturshows oder ……. 

IDEEN ZU EINEM SOZIALPROJEKT FÜR DIE MUSIKSTADT WIEN

Ein offener Brief an den Wiener Bürgermeister

So besonders lustig ist die Entwicklung in Sache Musikkultur, nicht nur der klassischen, in der Musikstadt Wien nicht. Die Corona-Krise hat besonders stark auf die Problematik des Musikschaffens in Wien hingewiesen, und das Desinteresse der Politiker in diesen Tagen erzählt vom tatsächlichen Stellenwert kulturellen Denkens und Schaffens in Österreich. Die heutigen Wunderknaben (bitte, auch die Mädels) sitzen nun nicht mehr an den Klavieren oder geigen auf, sondern sie zelebrieren als PR-Agenten, vife Kunstvermarkter, Reiseveranstalter  (oder bloß als Keiler in der City) wie höchst effizient sowohl für Shows mit Kunstflair und Events mit kleineren, größeren oder keinen Stars geworben werden kann. Weltweit im Namen der Kulturstadt. Das ist schon klasse.

Die beiden großen Konzerthäuser der Stadt werden geschäftlich seriös geführt, die kleineren subventionierten Institutionen erledigen ein kleinwenig ihre Aufgaben. Doch in Wien schwirren Musiker nur so herum. Junge vor allem wie auch reifere, ältere ohne ständige Orchesterverpflichtungen. Stumm müssen ihre Instrumente bleiben. Man darf nicht übersehen: Studenten und die Absolventen der Hochschulen reisen aus aller Herren Länder in der Hoffnung an, von hier aus, der Stätte mit so großer Tradition, eine einigermaßen akzeptable Karriere zum machen. Allerdings auch – weltweit ist die musikalische Ausbildung ziemlich ähnlich auf hohem Niveau einzuschätzen.

Man spricht nicht darüber, man schreibt nicht darüber: Unzählige qualifizierte Instrumentalisten und Sänger, kaum mehr echte Wiener unter ihnen, suchen Interesse und Publikum für ihre Künste zu finden. Doch die Mieten der Wiener Konzertsäle mit Tradition sind einfach zu hoch. Die Einnahmen reichen nicht aus. Die Konzertgesellschaften und Agenten sind mir ihren internationalen Geschäftsfreuden gut vernetzt, bedienen sich mit diesen, achten jedoch viel zu wenig, den jungen heimischen oder hier ausgebildeten internationalen Nachwuchs einzubinden oder hilfreich aufzubauen. Ambitionierte Musikensembels können zwar zum Kulturamt der Stadt Wien pilgern, bekommen auch finanzielle Unterstützung. Doch da auch in der derzeitigen Wiener Kulturberichterstattung  – klar, das Neujahrskonzert, abends in Schönbrunn – keine Wert auf eine seriöse Konzertberichterstattung gelegt wird, verpuffen solche Bemühungen.

Als Sozialprojekt und als ein Versuch vielleicht für eine oder einige Saisonen sei somit angedacht: Diese Gelder, welche als Förderungen der Stadt für kleine Musikensembles oder Solisten zur Verfügung stehen, könnten gebündelt und in eine Konzertreihe der Stadt Wien mit den betreffenden Musikern investiert werden. Also, weder ein Verlust an Subventionen für die Ansuchenden noch zusätzliche Ausgaben für die Stadt. Doch es wäre ein geordneter Konzertbetrieb gegeben, der wegen des ständigen Konzertierens weit besser beworben werden könnte und auch dem Renommee der Stadtpolitik wie dem Image der Interpreten dienen würde. Etwa als …. fantasierend nun: Die Ludwig-Konzerte, Neue Wiener Wunder, Auf neuen Spuren, Wien und die Musikwelt, Junge/internationale Wiener Musik….. dazu sollte sich schon ein richtiger Name finden lassen. Mit sinnvoller wie innovativer Führung in den Programmierungen – natürlich den Wünschen, Möglichkeiten der Ausübenden entsprechend. Klar und eindringlich gesagt: Jede, jeder junge MusikerIn benötigt Hilfe um den richtigen Weg zur Karriere zu finden.

Aktuell wird etwa der Wappensaal im Alten Rathaus sehr gern von freien Musikgruppen bespielt. Hochinteressant bezüglich des historischen Gebäudes in der Wipplingerstraße: Über ein halbes Jahrhunnert ist es her, dass der Zentralsparkasse-Initiator Josef Neubauer als allererster Banker mit seinem damals noch sozial gedachtem Geldinstitut zeitgenössische Kunst gefördert hat. Als reiner Idealist. Von Literatur, Malerei bis zu Modern Dance mit Tänzern der Wiener Staatsoper. Aus dem Wiener Zentralsparkasse-Schatz ist im Laufe der Jahre zum finanziellem Wohle ihrer Manager schließlich die Bank Austria unter Oberaufsicht der italienischen Unicredit geworden. Damals wie heute ist das historische Alte Rathaus der Stadt im Besitz der Bank. Josef Neubauer führte hier im Wappensaal die allerste konsequente soziale Kulturförderung durch ein Geldinstitut durch. Heute: der Saal steht zur Verfügung, zwar kostenlos, doch Versicherung & rundum muss bezahlt werden.

Säle abgesehen vom Alten Rathaus? Gibt es einige, vom Haus der Musik über Schönberg Center, Haydn–, Schuberthaus und, und ….. alle brauchbar, doch so wirklich ideal? In den Tiefen von Konzerthaus oder Musikverein? Einzug im Wien Museum, warum nicht? Ein nettes Örtchen im neugotischen Rathaus? Die Sofiensäle? Diese sind wohl ein beschämendes Kapitel für die Politiker: Die Stadt hat die Restaurierung des schönen Saales mitfinanziert. Unter der Bedingung, dass hier auch Kultur stattfindet – bitte, was passiert, wer kümmert sich hier?

Zum kurzen Abschluss: Die Vielfalt an kulturellen Veranstaltung in Wien vor der Corona-Krise war zwar bemerkenswert, doch das ältere, an Tradition gebundene Konzertpublikum ist mehr und mehr reduziert. Junge Menschen werden in den sich teils bevölkerungsmäßig nicht gerade homogen entwickelnden Distrikten (bitte, ein gemeinsamer Blick mit der Polizei auch auf die Kärtnerstraße) allzu hilflos zu geistigen Ansprüchen hingeführt. Übersehen darf auch nicht werden, dass die Bestellungen von  führenden Kulturpositionen sowohl von Bund wie von der Stadt in vergangenen Jahren zu parteiisch und mit viel zu wenig Sensibilität erfolgt sind. Es gilt vielmehr wieder eigene Kraft zu gewinnen und mit Sorgfalt vernünftig gedachte Brücken im Generationenwechsel und im starken Kulturwandel zu spannen. Mit kreativen Einfällen ….. nun, es könnte …. es könnte sein ….

Meinhard Rüdenauer

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DAS COMEBACK DER FASTENKRIPPE

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Copyright: Erzdiözese Wien

Was Osterbrauchtum angeht, denkt man gewöhnlich an Ratschen, Osterkerzen, Osterlicht oder gar Osterfeuern im alpinen Raum, Ostereier dürfen auf keinen Fall fehlen. Was man zu Ostern am wenigsten erwartet sind wohl Krippendarstellungen. In den vergangenen Jahren wurden die „Fasten“- oder „Passionskrippen“ wiederentdeckt. Die ursprünglich aus Südeuropa stammenden, figürlichen Darstellungen von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu hatten in unseren Breiten in der Barockzeit ihre Blütezeit. Für den Hausgebrauch waren sie trotzdem selten bestimmt. Nur in den wenigsten Fällen hatten sie nämlich wohnungstaugliche Größen. Ihr Platz war und ist zunehmend wieder in Kirchen und Klöstern. Dort stehen sie oft schon aus praktischen Gründen allerdings nicht nur in der Fasten- und Osterzeit, sondern durchaus auch das ganze Jahr über, was ihnen auch den Namen „Jahreskrippe“ einbrachte.

Fastenkrippen in Wien und Umgebung
Ein schönes Beispiel für eine Fasten- oder Jahreskrippe findet sich etwa in der Kirche Maria Geburt (Waisenhauskirche) am Wiener Rennweg. In der Peterskirche in der Wiener Innenstadt sind bis Ostern einige Exemplare zu sehen, die der „Verein von Krippenfreunden Wien-Niederösterreich“ zur Verfügung gestellt hat. Auch das „1.niederösterreichische Krippenmuseum“ in Vösendorf zeigt am 27. Und 28. März Fastenkrippen aus der ganzen Welt.

Ursprung und Ziel
Ursprung der Osterkrippen sind oft aufwendig gestaltete Darstellungen des Heiligen Grabes. Jerusalempilger wollten ihre spirituellen Erfahrungen in ihre Heimat mitbringen. Meist handelt es sich bei diesen Krippen um lebensgroße oder gar überlebensgroße Darstellungen des Leidens und Sterbens Christi. Gefördert wurde diese Tradition vor allem von den Franziskanern, aber auch von den Jesuiten, die die Reform der Kirche in der frühen Neuzeit vorangetrieben haben. Die figurative Darstellung dient der persönlichen meditativen Aneignung des Heilsgeschehens. Die Empfehlung, sich betrachtend „mit allen Sinnen“ in die Szenen des Lebens Jesu hinzuversetzen, ist ein Gebetsweg, den Ignatius von Loyola, Gründer des Jesuitenordens, nachdrücklich empfiehlt.
Im Gegensatz zur liturgischen Strenge und Nüchternheit, die die Fastenzeit umso mehr prägt, je näher Karwoche und Osterfest herankommen, ist die oft detailreiche Darstellung der Fastenkrippe Einladung zu betrachtendem Verweilen. Das Ziel ist die individuelle Betroffenheit und ein Impuls für den persönlichen Glauben.

Neue Fastenkrippen in Wien und Niederösterreich
Die Fastenkrippen als verkleinerte „Heilige Gräber“ orientierten sich an ihrem weihnachtlichen Pendant und teilten mit diesen das Los der Ächtung in der Zeit der Aufklärung und sogar des Verbots im Zuge der Reformen Kaiser Josephs II. Während allerdings die Weihnachtskrippe relativ früh wieder Einzug hielt und seither allen kulturelle Stürmen standhielt, wird die Passionskrippe erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. In den Pfarren Atzgersdorf, Hasenleiten oder Mühlberg am Manhartsberg wurden mit viel Liebe zum Detail neue Passionskrippen geschaffen und inspirieren Jung und Alt.

Mehr zu Fastenkrippen

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EIN SPEZIELLER FLUG  MALT DIE 200  JAHRE ( 1821-2021)  ÜBER DER HALBINSEL PELOPONNES,  DEN START DIESER BEFREIUNG  IM JAHR 1821

SIE SEHEN DAS VIDEO  

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Bitte untenstehenden Link anklicken

200ή επέτειος της Ελληνικής Επανάστασης: Αεροσκάφος της Aegean σχημάτισε τον αριθμό 200 στα 20.000 πόδια πάνω από την Πελοπόννησο [βίντεο] | ΕΛΛΑΔΑ | iefimerida.gr

Festivitäten anlässlich des Jubiäums

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HRH CHARLES, DER THRONFOLGER DES VEREINIGTEN KÖNIGREICHS UND SEINE GATTIN HRH CAMILLA, IHRE KÖNIGLICHE HOCHHEIT DIE HERZOGIN VON CORNWALL, RECHTS DIE GRIECHISCHE MINISTER PRÄSIDENTIN KATERINA SAKERA LLOPOULOU

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GESPRÄCH MIT MINISTERPRÄSIDENT KYRIAKOS MITSOTAKIS

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in der Griechischen Nationalgalerie in Athen. Sie war auch verantwortlich für die Olympischen Spiele 2004. Gianna Angelopoulou, Projekt-Kommissionspräsidentin  Griechenland 2021

Die Tracht wurde vom Nationalen Volkskundemuseum zur Verfügung gestellt. Silber-hangestickte Motive aus Ionnina, Hauptstadt der Bergregion Epirus

Zum Jubiläum gab es Wünsche aus der ganzen Welt, Frankreichs Präsident Macron hat diese sogar in griechischer Sprache ausgedrückt

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Egon Schiele-Museum Tulln: Persönliche Begegnungen mit Familie, Freunden und Wegbegleitern (ab 27. März)

Sehenswerte Frühwerke in der Schatzkammer des Egon Schiele Museums

TULLN – Kommenden Samstag startet das Egon Schiele Museum in Tulln in die Saison. Von 27. März bis 7. November 2021 sind nicht nur sechs audiovisuelle Lebensstationen mit den Originalstimmen von Melanie und Gerti Schiele sowie Egon Schieles Schwägerin Adele Harms zu sehen. Die Schatzkammer des musealen Kleinods präsentiert heuer mit Leihgaben des Landessammlungen Niederösterreich, der Stadtgemeinde Tulln und privater Leihgeber*innen persönliche Geschichten zu Familie, Freunden und Wegbegleitern. Unter anderem zu sehen sind ein Bildnis der Mutter, die Boote von Triest oder „Sonnenblume I“.

„Wer waren die Schulfreunde von Egon Schiele? Wer hat sein Talent entdeckt und gefördert? Welche Werken waren Schlüsselwerke in seinem Schaffen? Wer hat diese Werke besessen und welche Geschichten erzählen sie?“, beschreibt Kurator Christian Bauer jene Fragen, zu denen es die Antworten in den rund ein Dutzend Originalwerken in der Schatzkammer gibt. „Das Egon Schiele Museum beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Biografie und Frühwerk des Ausnahmekünstlers und schlägt dabei jedes Jahr ein neues, spannendes Kapitel auf“, so Bauer.

„Kein Ort ist besser geeignet, sich auf die Spuren von Tullns berühmtesten Sohn zu machen, als die Region um Tulln und Klosterneuburg. Denn hier verbrachte er seine Kindheit und Jugend und hier fand er seine ersten Förderer und feierte seine ersten künstlerischen Erfolge. Neben seiner Familie, Freunden und Förderern stellen wir hier auch seine erste Liebe Gretl Partonek vor und zwar mit jenem Original-Skizzenbuch, das er ihr gewidmet hat. So erzählt diese kleine aber feine Ausstellung viele spannende Geschichten, die wir auch mit einem kostenlosen Ausstellungsbegleiter dokumentiert haben“, so Bauer.

Das Egon Schiele Museum in Tulln liegt direkt an der Donaulände und damit auch direkt am Donauradweg. Wer stilecht anreisen will, fährt mit dem Zug zum Bahnhof „Tulln an der Donau“ und besucht dort gleich das Egon Schiele Museum und spaziert über den Egon Schiele Weg zum Egon Schiele Museum, das im Gebäude des ehemaligen Bezirksgefängnisses einquartiert ist. Anlässlich des 100. Todestages von Egon Schiele 2018 wurde das Museum mit einem attraktiven Vorplatz und modernster Museumstechnik komplett neu aufgestellt.

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Wien/ Dialog der Kreativität: Wir verschieben die für Samstag, 27. März angekündigte KUNSTGEBUNG.

Erklärung

Wir erklären unsere Solidarität mit der unter der Pandemie und den Maßnahmen gegen die Pandemie leidenden Bevölkerung.
 Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen ist eine Aktion im öffentlichen Raum ohne Risiko für die Teilnehmer*innen nicht durchführbar.

„Wir sind für die steigenden Zahlen nicht verantwortlich,“ so KUNSTGEBUNGS-Initiator Gernot Kranner, „denn Kunst und Kultur sind seit Monaten geschlossen. Unsere Kollge*innen leiden seit Anfang November unter dem von der Regierung für sie erlassenen Berufsausübungsverbot.“

Wir fordern: Kunst und Kultur müssen die ersten sein, die wieder aufsperren dürfen, sobald die Infektionszahlen sinken.

Mitinitiator Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren betont: „Wir haben erstklassige Sicherheitskonzepte. Besonders im Freien müssen Kunst und Kultur sofort nach dem Ende des harten Lockdowns wieder möglich sein.“
Wir müssen wieder gemeinsam lachen und fröhlich sein können. Dann werden wir auch die Kraft aufbringen, diese schweren Zeiten endgültig hinter uns zu lassen.

Wir sind keine „Gefährder“, wir sind Erfreuer.

Wir kündigen jetzt schon an: Die KUNSTGEBUNG wird stattfinden. In Form einer KUNSTWOLKE, die sich durch die Straßen bewegt.
Es werden nicht mehr die Viren in der Luft liegen, sondern Musik, Tanz und Gesang.

DIALOG DER KREATIVITÄT

Gernot Kranner                                                         Gerhard Ruiss
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