Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (FREITAG, 2. APRIL – Karfreitag)

02.04.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 2. APRIL – Karfreitag)

Wiener Staatsoper: DIE WALKÜRE (Serie), die ab 18.4. angesetzt war, wurde abgesagt!

Derzeit konzentriert sich die Staatsoper in Wien auf die Neuinszenierungen PARSIFAL und FAUST

Instag(kramereien – gefunden von Fritz Krammer

par
ZU INSTAGRAM – mit weiteren sechs Fotos

Weitere Probenfotos morgen

____________________________________________________________________________

HEUTE: PARSIFAL  AUS GENF – konzertant – halbszenisch. Klaus Florian Vogt ersetzt Daniel Brenna

Am 02. April um 20.00 Uhr wird „Parsifal“ unter der Leitung von Jonathan Nott und mit dem Orchestre de la Suisse Romande konzertant gegeben. Die ursprünglich angesetzte szenische Neuproduktion von Michael Thalheimer musste aufgrund der pandemiebedingten Restriktionen des Bundes annulliert werden.

Als ausgewiesene Wagner-Interpreten*innen unserer Zeit stehen auf der Bühne der Genfer Oper in der Titelpartie Klaus Florian Vogt und Tanja Ariane Baumgartner als Kundry sowie Mika Kares als Gurnemanz.

Parsifal – (Konzertante Fassung in Auszügen, zusammengestellt von Jonathan Nott)

Freitag, 2. April 19.00 Uhr im Saal und mit Publikum (unter Vorbehalt)

Freitag, 02. April 20.00 Uhr auf RTS Play und GTG Digital (verfügbar bis 05. April)

Link: https://www.gtg.ch/digital/  Dauer: ca. 2:55 mit einer Unterbrechung von 15 Minuten

ras

______________________________________________________________________

NATIONALTHEATER MANNHEIM: AB HEUTE (16 h) FILM ZU PARSIFAL 1957

Als sich am Sonntag, den 14. April 1957 zum ersten Mal der Vorhang für den Mannheimer »Parsifal« in der Regie von Hans Schüler mit dem Bühnenbild von Paul Walter hob, hätte niemand ahnen können, dass diese Inszenierung über 60 Jahre lang, länger als jede Operninszenierung in Deutschland, unverändert im Repertoire des Hauses bleiben würde. Jedes Jahr um Karfreitag herum pilgern Wagnerfreunde weltweit zu dieser Kultaufführung, die den Geist des damals stilbildenden Regisseurs und einstigen Bayreuther Festspielleiters Wieland Wagner widerspiegelt.

Auch in diesem Jahr muss die Karfreitagsaufführung des »Parsifal« pandemiebedingt entfallen.

Stattdessen zeigen wir mit »Parsifal 2021« auf NTM Digital einen Interviewfilm des Videokünstlers und Filmemachers Sven Mundt, der anlässlich des 60jährigen Jubiläums der Aufführung im Jahr 2017 verschiedenste Gespräche zum Mannheimer »Parsifal« u. a. mit John Dalke, Allan Evans, Karl Heinz Herr, Anne Hütten, Friedemann Layer, Gabriele Schnaut und Frank van Hove geführt hat.

Ein Dank gilt an dieser Stelle vor allem dem Richard-Wagner-Verband Mannheim-Kurpfalz e. V. und deren Vorsitzender Monika Kulczinski. Denn durch die finanzielle Unterstützung des Verbandes, mit der das historische Bühnenbild des »Parsifal« 2017 restauriert werden konnte, erstrahlt dieses Kunstwerk auch noch heute in seiner zeitlosen Schönheit und ermöglich so auch zukünftig ein Pilgern um Karfreitag herum zu diesem Meisterwerk.

Auch im Bereich der Nachwuchsförderung ist der Richard-Wagner-Verband Mannheim-Kurpfalz e. V. aktiv und Unterstützt z.B. das Internationale Opernstudio des Nationaltheaters sowie zahlreiche Stipendiat*innen, deren Bayreuth-Aufenthalt durch den Verband finanziert wird. Unvergesslich ist zudem die Aktion »Rettet die Fledermaus« mit der der Verband sich nicht für den Erhalt eines Wagnerwerkes einsetzte, sondern für die Rettung der Mannheimer Kultinszenierung »Die Fledermaus«.

ab 2.4.2021 um 16 Uhr abrufbar auf NTM Digital
bis So, 11.4.2021

PARSIFAL 2021
Gespräche zum Mannheimer »Parsifal«.
Ein Film von Sven Mundt

Mit John Dalke, Allan Evans, Karl Heinz Herr, Anne Hütten, Friedemann Layer, Gabriele Schnaut und Frank van Hove

Dauer: ca. 2 Stunden  und 30 Minuten

________________________________________________________________

Staatsoper Berlin: bildmächtige Neuinszenierung von Figaros Hochzeit


Graf und Dienerin. Foto: Medici TV

Vorhang auf für die Neuproduktion von Le Nozze di Figaro von Barenboim/Huguet als Streaming-Premiere. Vincent Huguet inszeniert Unter den Linden bilderstark und dekorativ, aber durchaus mit eigenen Akzenten, was Zeichnung und Deutung der Personen angeht. Sehr gut schlagen sich Gyula Orendt als Graf mit Charme und Elsa Dreisig als modern empfindende Gräfin. Erstaunlich der junge Riccardo Fassi als halbstarker Titelheld. Barenboim dirigiert so leicht wie nötig und so verschwiegen wie möglich. 

Konzertkritikopernkritikberlin

__________________________________________________________________

BERLIN (Deutsche Oper) : Pilotprojekt Testing pausiert weiter / RIENZI als Video on Demand

Rienzi, der letzte der Tribunen in Berlin: Deutsche Oper Berlin
Copyright: Deutsche Oper Berlin

Da der Senat mit Blick auf die Inzidenzen das „Pilotprojekt Testing“ weiterhin pausieren lässt, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider keinen Ersatztermin für die am 4. April geplante Publikumspremiere von Riccardo Zandonais FRANCESCA DA RIMINI ankündigen. Wir bedauern das sehr!

Wir werden Sie hoffentlich nach den Ostertagen über Ersatztermine informieren können. Ticketinhaber*innen, die es vorziehen, schon jetzt ihre Karten zu stornieren, bieten wir dazu die Gelegenheit und erstatten natürlich den Kaufpreis. Dafür steht auf der Website ein Rückerstattungsformular zur Verfügung. Der für den 4. April gebuchte Schnelltest-Termin im Testzentrum verfällt automatisch.

Über die Ostertage bieten wir vom 1. April 15 Uhr bis 4. April 15 Uhr (Startzeit) Philipp Stölzls viel gerühmte, bildmächtige Inszenierung von Richard Wagners RIENZI, DER LETZTE DER TRIBUNEN als Video on Demand an. Unter dem Dirigat von Sebastian Lang-Lessing interpretiert Torsten Kerl die Titelpartie, an der Seite u. a. von Camilla Nylund als Irene, Kate Aldrich als Adriano und Ante Jerkunica als Steffano Colonna.
Der Stream verfügt wahlweise über englische und deutsche Untertitel und auch die Programmhefttexte bieten wir auf unserer Website in Deutsch und Englisch an.
Wir danken Unitel für die Möglichkeit, die Aufzeichnung, die auch als DVD vorliegt, streamen zu dürfen.

Wir wünschen Ihnen erholsame Ostertage und hoffen, uns bald wieder mit einer Einladung in die Deutsche Oper Berlin bei Ihnen melden zu können.

Deutsche Oper Berlin

____________________________________________________________________

Weitere Streams zur Auswahl

Staatsoper Stuttgart : PARSIFAL

ON-DEMAND-STREAM

ab 2. April, 17.00 Uhr, bis zum 16. April, 17.00 Uhr, hier Musikalische Leitung Sylvain Cambreling Regie Calixto Bieito Bühne Susanne Gschwender Kostüme Mercè Paloma Licht Reinhard Traub Dramaturgie Xavier Zuber

Amfortas Markus Marquardt
Grunemanz Attila Jun
Parsifal Daniel Kirch
Klingsor Tobias Schabel
Kundry Christiane Libor
Titurel Matthias Hölle

Was soll man aus einer kaputten Welt noch machen? Calixto Bieitos legendärer Parsifal von 2010 warnt vor der Verzweiflung von Menschen, die Sinn in einem apokalyptischen Ödland suchen und dabei doch nur an verkrusteten religiösen Bildern festhalten können.

—————-

Staatsoper Hamburg

Richard Wagner: PARSIFAL

Die Produktion wird als Video-on-Demand vom 10. April 2020 (12.00 Uhr) bis zum 24. April 2020 (11.59 Uhr) verfügbar sein.

Aufzeichnung vom 16. September 2017 aus der Staatsoper Hamburg

Inszenierung, Bühne, Kostüme und Licht: Achim Freyer Mitarbeit Regie: Sebastian Bauer Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche Mitarbeit Kostüm: Petra Weikert

Musikalische Leitung: Kent Nagano
Amfortas: Wolfgang Koch
Titurel: Tigran Martirossian
Gurnemanz: Kwangchul Youn
Parsifal: Andreas Schager
Klingsor: Vladimir Baykov
Kundry: Claudia Mahnke

______________________________________________________________________

ORF-III-Reihe „Wir spielen für Österreich“ präsentiert: „Das große Musical-Konzert der Vereinigten Bühnen Wien“ am 11. April

Maya Hakvoort, Lukas Perman, Mark Seibert, Oedo Kuipers u. v. m. singen im Ronacher die schönsten Musical-Melodien

Wien (OTS) – Nachdem die Musical-Stars der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) vor fast einem Jahr mit einem der ersten Konzerte der Pandemie-bedingt ins Leben gerufenen und mittlerweile ROMY-nominierten ORF-III-Reihe „Wir spielen für Österreich“ im ORF RadioKulturhaus begeisterten, steht am Sonntag, dem 11. April 2021, ein weiterer Konzert-Höhepunkt in Zusammenarbeit mit den Musical-Bühnen der VBW auf dem Spielplan von ORF III. „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ präsentiert aus dem Wiener Ronacher „Das große Musical-Konzert der Vereinigten Bühnen Wien“ (20.15 Uhr). In dem exklusiv für das TV-Publikum aufgezeichneten Ereignis geben die Musical-Stars Carin Filipčić, Maya Hakvoort, Vanessa Heinz, Wietske van Tongeren, Gino Emnes, Oedo Kuipers, Lukas Perman und Mark Seibert – musikalisch begleitet vom Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von Herbert Pichler und Michael Römer – die schönsten Melodien aus dem VBW-Musicalrepertoire zum Besten. So erklingen Lieder aus „Elisabeth“, „Rebecca“, „Tanz der Vampire“, „Der Besuch der alten Dame“, „Mozart!“, „Schikaneder“ sowie „Don Camillo und Peppone“. Durch das Programm führt Musical-Intendant und Hausherr Christian Struppeck, der auch für das künstlerische Konzept des musikalischen Abends verantwortlich zeichnet. Die Bildregie hat Gregory Glaser übernommen. Anschließend an die TV-Premiere des Musical-Konzerts zeigt ORF III im Rahmen von „Erlebnis Bühne“ einen weiteren Programmpunkt des VBW-Repertoires : das Erfolgsmusical „I am from Austria“ (21.45 Uhr), das im September 2017 seine Weltpremiere im Wiener Raimund Theater feierte. In den Hauptrollen sind Iréna Flury, Lukas Perman, Elisabeth Engstler, Andreas Steppan, Martin Bermoser und Dolores Schmidinger zu erleben.

VBW-Geschäftsführer Prof. Dr. Franz Patay: „Kultur, als wichtiger Teil unseres Lebens, erhält in der Pandemie besonderen Raum in den audiovisuellen Medien und im Fernsehen. Ich wünsche mir, dass dieses Programm nicht nur die österreichischen Zuschauerinnen und Zuschauer erfreut, sondern auch weltweit im internationalen Vertrieb das Publikum faszinieren wird. Ganz besonders freut uns, dass neben der Ausstrahlung von VBW-Opernproduktionen nun wieder ein Musicalschwerpunkt in ORF III gesetzt wird. Danke dafür an ORF-III-Programmchef Peter Schöber. Die VBW-TV-Gala und im Anschluss unsere jüngste Erfolgsproduktion ‚I am from Austria‘ für unsere Gäste verfügbar zu machen, ist in Zeiten geschlossener Theaterhäuser ein wichtiges Zeichen. Ich danke VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck, allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren immensen Einsatz, wünsche unserem Publikum viel Vergnügen und freue mich auf ein Wiedersehen in unseren Häusern.“

ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber: „Als wir vor rund einem Jahr, zu Beginn dieser Pandemie, den ersten Musical-Abend in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Bühnen Wien realisierten, sendeten Publikumslieblinge wie Lukas Perman und Maya Hakvoort aus dem Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses ein musikalisches Lebenszeichen an ihr Publikum und an die österreichische Kulturszene. Umso mehr freut es mich, für das zweite Konzert in eine Musical-Heimstätte der VBW, das Wiener Ronacher, einzukehren und den Genre-Fans via ORF III nach langer Pause wieder Zugang zu ihren Lieblingen zu ermöglichen. Mein großer Dank gilt Geschäftsführer Franz Patay und Intendant Christian Struppeck, deren Engagement nicht nur dieses besondere Musical-Konzert ermöglicht, sondern dem ORF-III-Publikum auch im Rahmen der neuen ‚Kultur Heute‘-Rubrik ‚Talk Time‘ die schönsten Musical-Melodien ins heimische Wohnzimmer bringt.“

VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck: „Die Kultur darf auch in diesen herausfordernden Zeiten nicht zum Stillstand kommen. Wir wollen mit diesem eigens von uns konzipierten TV-Konzert ein kräftiges Lebenszeichen aus dem Ronacher an unser Publikum senden. Wir danken ORF-III Programmgeschäftsführer Peter Schöber und seinem Team für diese erneute Möglichkeit der Zusammenarbeit. Freuen Sie sich auf die schönsten VBW-Musical-Melodien, neu interpretiert von unseren Stars, und erleben Sie die Faszination des Musicals an diesem magischen TV-Musiktheaterabend direkt bei Ihnen zu Hause.“

Das Programm von „Wir spielen für Österreich – Das große Musical-Konzert der Vereinigten Bühnen Wien“ im Detail

„Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Mozart!“ u. v. m. – das österreichische Musical begeistert nicht nur hierzulande, sondern zählt auch weltweit zu den erfolgreichsten Kreativschmieden dieses Musiktheatergenres. Bei einem exklusiven Konzertabend der ORF-III-Initiative „Wir spielen für Österreich“ lassen internationale Musical-Stars beliebte Melodien dieser und weiterer VBW-Musicals erklingen. Gino Emnes, Lukas Perman, Oedo Kuipers und Mark Seibert erzählen mit „Die Schatten werden länger“ einen Teil der bewegten Geschichte des Musical-Welthits „Elisabeth“. Maya Hakvoort entführt mit „Rebecca“ in die dunklen Abgründe des gleichnamigen und auf einem Roman von Daphne du Maurier basierenden Musicals, bevor Carin Filipčić und Wietske van Tongeren mit „Gold von den Sternen“ eines der beliebtesten Musikstücke aus „Mozart!“ erklingen lassen. Neben der „Schikaneder“-Hymne „Träum groß“, dargeboten von Vanessa Heinz und Mark Seibert, und der romantischen Ballade „Für Sarah“ aus „Tanz der Vampire“, gesungen von Lukas Perman, warten noch zahlreiche weitere musikalische Überraschungen auf das Publikum.

__________________________________________________________________________

25. Juli 2019: Die Gesamtheit der deutschsprachigen Presse schaut auf die fränkische Kleinstadt Bayreuth. Die 108. Richard-Wagner-Festspiele eröffneten, die Fanfaren auf dem Balkon des Festspielhauses ertönten an diesem Abend in fast allen Haushalten Deutschlands, Österreichs und  der Schweiz aus dem Fernseher. Bedeutet dies, dass das Genre Oper einen speziellen Wert in der breiten Öffentlichkeit spielt? Leider nein, der einzige Grund zur Berichterstattung war die alljährliche Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und die große Frage – wie jedes Jahr – betraf in welcher Farbe sie ihren Blazer diesmal trug. Der Name der aufgeführten Oper entging wohl den allermeisten. Im Juli 2020 wurden die Festspiele nicht eröffnet, keine Fanfare war in den deutschen Fernsehnachrichten zu hören, keine Wette um die Farbe von Frau Merkels Blazer.

Ende Februar jährte sich zum ersten Mal die Schließung der Mailänder Scala, eines der größten und geschichtsträchtigsten Kultursymbole der Welt, aufgrund der Covid-19-Pandemie. Innerhalb weniger Wochen danach wurden fast alle Opernhäuser und Konzertsäle im deutschsprachigen Raum und schließlich rund um den Globus geschlossen. Ein Jahr später sind 90% der Theater immer noch für das Publikum geschlossen, und in den meisten Ländern gibt es keinen zeitlichen Plan, wann eine Wiedereröffnung stattfinden könnte.

Der Lockdown hat die Oper, und die darstellenden Künste generell, verheerend getroffen: Weltweit sind Zehntausende in diesem Bereich Beschäftigte seit einem Jahr arbeitslos. Ausnahme bilden Online-Streaming-Aufführungen, die freischaffenden Künstlern aber nur ein sehr geringes Einkommen bringen und das Live-Erlebnis einer Aufführung, speziell im emotionalen Bereich, nicht ersetzen können. Die Gattung Oper existiert seit 450 Jahren und hat viele globale Krisen, sogar Weltkriege überstanden. Jetzt ist es jedoch ungewiss, wie die Zukunft aussehen wird, wenn die Vorhänge wieder aufgehen dürfen.

Opera Managers Association International e.V. (OMAI) ist der erste weltweite Verband für Opernagenten und er wurde während der Pandemie in Deutschland gegründet. Er entstand, um eine Antwort auf die Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens der von uns vertretenen Künstlerund der Überlebensfähigkeit unseres Berufes und unserer Branche, die uns leidenschaftlich am Herzen liegt, zu geben. Heute vertreten wir ca. 35% der Opernmanager auf globaler Ebene und arbeiten eng mit anderen Berufsverbänden und wichtigen Drahtziehern im Bereich der Oper zusammen, um uns als einheitliche Stimme für unseren Beruf zu engagieren.

In den Vereinigten Staaten, wo die Theater fast ausschließlich durch den Kartenverkauf und private Spenden finanziert werden, gab es zum Zeitpunkt der Pandemie praktisch kein soziales Sicherheitsnetz. Es war ein Schock als die Metropolitan Opera in New York schloss, sich auf die Höhere-Gewalt-Klausel berief, keinen freiberuflichen Künstler irgendwie kompensierte und die festangestellten Musiker einfach entließ. Aufgrund des Fehlens eines sozialen Unterstützungssystems hatten diese Künstler kein Einkommen mehr, konnten in vielen Fällen kein Arbeitslosengeld bekommen und hatten nicht mal eine Krankenversicherung. Columbia Artists Management, seit über 90 Jahren eine marktführende Agentur, die legendäre Künstler wie Leontyne Price, Vladimir Horowitz oder Herbert von Karajan vertrat, wurde bald danach aufgrund der „anhaltenden Pandemie“ geschlossen. Nothilfe-Programme wie CARES oder SOS konnten nur  minimale Hilfen leisten.
Deutschland hingegen gilt als Kulturnation, und hat diesen Ruf sicherlich auch zu Recht. Eine im Juni 2020 veröffentlichte Studie des Statistischen Bundesamt ergab, daß allein Theater-, Konzertund Opernveranstalter im Jahr 2018 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro erwirtschafteten, ohne daß dabei all die zahlreichen Wirtschaftszweige berücksichtigt wurden, die bei Vorstellungen mit Publikum direkt beteiligt sind, ob bei Planung, Durchführung oder Bewirtung, oder indirekt wie z.B. Gastronomie oder Hotellerie. Fast 1,4 Milliarden davon wurden nur von den Künstlern produziert. Kunst ist Arbeit und ihr fester Platz in der Wirtschaft darf nicht unterschätzt werden.
Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. In einem Interview im Dezember 2020 sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel über „Künstler und Kreative“: „Einen Bereich möchte ich besonders ansprechen, der auch Arbeitsplätze und Umsätze schafft, aber der doch so viel mehr
bedeutet“. Dieses „viel mehr“, diesen „Mehrwert“ vermissen wir heute alle.

Ob es eine eventuelle Öffnung von Theatern oder Konzertsälen in absehbarer Zeit geben wird, ist noch lange nicht geklärt, ebenso wenig wie diese dann aussehen sollte.
Inzwischen Zeit leiden die Künstler darunter von ganz wenigen Einnahmen leben zu müssen, viele schaffen es überhaupt nur dank Hartz IV über die Runden kommen zu können. Speziell leidtragend sind die freischaffenden Künstler im Bereich der klassischen Musik und Oper, die international tätig sind. Und zusammen mit ihnen wir, die Agenturen. Obwohl jeder Künstler, der in Deutschland unter Vertrag ist, egal welcher Nationalität er hat oder wo sein Wohnsitz liegt, in Deutschland Steuern und Sozialabgaben zu zahlen hat, gab es für sie keine einheitliche Regelung.

Bereits am 22.4.2020 hatte Ulrich Khuon, damals Präsident des Deutschen Bühnenvereins, gegenüber BR-Klassik plädiert: „Die Kulturpolitik solle öffentlich zu den Häusern stehen und einen gemeinsamen, „klaren Weg“ einschlagen. Das ist aber nicht passiert.
Es wurde jedem Operndirektor überlassen bei seinem Träger nachzufragen, ob er Kompensationen zahlen könne oder nicht, jedes Bundesland, jede Stadt, jedes Theater hat seine eigene Antwort auf die Frage der sogenannten Kulanzzahlungen gefunden. Diese Zahlungen waren in einigen Theatern schon im Frühjahr 2020 möglich, in anderen aber erst nach monatelangem Druck durch die Künstleragenturen sowie nationale und internationale Vereinigungen. Oft musste direkt auf die Kommunalpolitik eingewirkt werden. Die gezahlten Ausfallhonorare halfen den Freischaffenden aber nur zu einem geringen Teil da oft nur bis zu 30% der ausgefallenen Gagen
angeboten wurden, noch dazu meist mit gedeckelten monatlichen Höchstgrenzen.

Wäre es nicht einfacher gewesen, einen gemeinsamen Weg zu gehen, wie von Khuon gefordert? Wäre es nicht sinnvoll gewesen, den Theatern zu erlauben die Freischaffenden in Kurzarbeit zu schicken, da die Zeitverträge in vielerlei Hinsicht mit Festverträgen identisch sind?

Das größte Problem ist aber, dass das Thema sich seit fast einem Jahr nun hinstreckt, und noch viele Monate dauern wird. Ist da eine „höhere Gewalt“-Klausel, die per definitionem für „unvorhersehbare“ Ereignisse steht, überhaupt noch anwendbar? Und darf ein Theater vor Jahren unterschriebene Verträge einfach absagen, da umgeplant, neu geplant, und verändert wird? Und das ohne adäquates Kompensationsangebot, während die Freischaffenden, und damit wir Agenturen, seit 12 Monaten mehr als 80% des Verdiensts verloren haben? Viele Fragen, die die Politik beantworten sollte, aber von niemandem beachtet werden.

In der großen Öffentlichkeit hat die Kultur auch in Deutschland keinen ausreichenden Stellenwert. Auch alle bisherigen Aktionen wie #alarmstuferot, Aufstehen für Kunst, oder online Petitionen OMAI – Opera Managers Association haben kaum etwas bewirkt. Und die Situation für die Freischaffenden ist mehr als rot, inzwischen dunkelrot.

In einer Pressekonferenz vor einigen Wochen in Madrid, hat der beliebte Münchner Opernstar Jonas Kaufmann auf die vielen  notleidenden freischaffenden Opernsängerinnen und -sänger hingewiesen; auf die, die unter Geldnot leiden, diejenigen, die ihren Beruf haben wechseln müssen, und auch auf die, die bis in den Selbstmord getrieben wurden.
Wollen wir wirklich die Augen verschließen und nicht dringend das Ruder herumreißen und  Lösungsverschläge erörtern?
Oder geht es wirklich nur darum, ob Angela Merkel heuer zum letzten Mal als Kanzlerin der Eröffnung der Bayreuther Festspiele bewohnen kann, und welches Kostüm sie tragen wird?

Mitchell Piper, President of OMAI
Markus Laska, Communications Director
OMAI Board of Directors
Opera Managers Association Internationa
______________________________________________________________________________

HEUTE ORF III am Karfreitag: Live-Gottesdienst aus St. Pölten und starbesetztes Filmepos „Die größte Geschichte aller Zeiten“

Außerdem: „Wir spielen für Österreich“ präsentiert Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ in der „Erlebnis Bühne matinee

Wien (OTS) – „Wir spielen für Österreich“ heißt es auch am Karfreitag, dem 2. April 2021, in ORF III Kultur und Information. Im Rahmen der „Erlebnis Bühne matinee“ präsentiert die Romy-nominierte Reihe Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ (9.00 Uhr), die alle Landesorchester Österreichs gemeinsam auf die Bühne bringen. Haydns instrumentale Passionsmusik wird von den teilnehmenden Klangkörpern jeweils einzeln in ihren Hauptspielstätten als Filmaufnahme produziert und anschließend zu einem Gesamtwerk zusammengefügt, das am Karfreitag erstmals veröffentlicht wird. Bei den teilnehmenden Orchestern handelt es sich um alle Landesorchester Österreichs: Bruckner Orchester Linz, Grazer Philharmoniker, Kärntner Sinfonieorchester, Mozarteumorchester Salzburg, Symphonieorchester Vorarlberg, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das RSO Wien und die Wiener Symphoniker. Anschließend folgt eine Ausgabe von „Cultus – Der Feiertag im Kirchenjahr“ (10.15 Uhr).

Um 19.00 Uhr überträgt „ORF III LIVE“ den „Karfreitags-Gottesdienst aus dem Dom in St. Pölten“ (19.00 Uhr). Bischof Alois Schwarz steht der „Liturgie vom Leiden und Sterben Christi“ vor.

Im Hauptabend folgt George Stevens’ starbesetztes Filmepos „Die größte Geschichte aller Zeiten“ (20.15 Uhr) über Leben und Leiden Jesu Christi aus dem Jahr 1965. Vor der Kamera standen u. a. Max von Sydow (Jesus), José Ferrer (Herodes), Charlton Heston (Johannes der Täufer), Martin Landau (Kaiphas), Angela Lansbury (Claudia), Roddy McDowall (Matthäus), Donald Pleasence (Satan), Sidney Poitier (Simon von Cyrene), Claude Rains (Herodes), Telly Savalas (Pontius Pilatus), John Wayne (Zenturio) und Joanna Dunham (Maria Magdalena).
____________________________________________________________________

 

Diese Seite drucken