Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (FREITAG, 18. MÄRZ 2022)

18.03.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 18. MÄRZ 2022)

WIEN/ Staatsoper: Erste Probenfotos aus der neuen Wiener WOZZECK-Produktion

wozzeck d858088 belosselskiy gerhaher schneider
Dimitry Belosselskiy (Doktor), Christian Gerhaher (Wozzeck), Jörg Schneider (Hauptmann). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Christian Gerhaher (Wozzeck)
Anja Kampe (Marie)
Sean Panikkar (Tambourmajor)
Jörg Schneider (Hauptmann)
Dimitry Belosselskiy (Doktor)

wozzeck d857968 kampe panikkar
Anja Kampe (Marie), Sean Panikkar (Tambourmajor). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

_______________________________________________________________________

SALZBURG/ OSTERFESTSPIELE 2023: TANNHÄUSER und mehr!

tanh

Nikolaus Bachler präsentiert mit seinem ersten Festspielprogramm als Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg eine Neuausrichtung des traditionsreichen Festivals. Ab 2023 ist jedes Jahr ein anderes Spitzenorchester mit dessen Chefdirigenten zu Gast, um deren jeweilige individuelle Klangkultur an der Salzach erlebbar zu machen. Den Anfang macht Andris Nelsons mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Im Zentrum steht der gebürtige Leipziger Richard Wagner, unter anderem mit einer Neueinstudierung von Romeo Castelluccis Inszenierung von »Tannhäuser« sowie der Uraufführung der Kreation »Träume« von Choreograph Emanuel Gat.

Den ausführlichen Text finden Sie hier.

______________________________________________________________________

SALZBURG – BACHLER – KAUFMANN

Als Jonas Kaufmann österreichischer Staatsbürger wurde, wofür absolut kein Anlass besteht, denn  ein deutscher EU-Pass ist so gut wie ein österreichischer, war schon zu vermuten, dass das mit Bachler in Salzburg zusammen hängt, wo sich Kaufmann ja jetzt auch („Mittelpunkt der Lebensinteressen“ heißt das wohl) niederlässt.

Bachler hat für Kaufmann in München alles getan, hat für ihn die Verdi- und Wagner-Opern in Neuinszenierungen gebracht (plus Fidelio und Chenier),was sein Nachfolger sicher nicht tun wird.

Aber Freundschaften und Seilschaften halten, Bachler ist Thielemann los, kann machen, was er will, was macht er – „Tannhäuser“ für Kaufmann. Wogegen künstlerisch nichts zu sagen ist, wenn auch Castellucci nur Leuten wie Bachler Freude macht. Aber hat das alles nicht einen sehr unguten Beigeschmack?

Und am allerschönsten – sie machen es vor aller Augen, alle nicken ehrfurchtsvoll, und keiner fragt nach. Und Bachler wird glaubwürdig versichern, dass Kaufmann der größte Künstler ist, und Kaufmann wird glaubwürdig versichern, dass Salzburg ein ach so wunderbarer Ort ist… Wetten, dass sie schon einen Zehn-Jahres-Plan an gemeinsamen Projekten haben? Und gar erst, wenn Nikolaus Bachler dann auch die Salzburger Festspiele übernimmt!

Na ja, so was nennt man wohl „Unter Freunden“.

Renate Wagner
______________________________________________________________

KULTUR.SOMMER-SEMMERING: BENEFIZKONZERT FÜR DIE UKRAINE

Bevor das geschichtsträchtige Grandhotel Panhans in den Sommermonaten zum ersten Mal seine Tore für den Kultur.Sommer.Semmering 2022 öffnet, wird bereits am Sonntag, dem 20.03.2022 ein Benefizkonzert für Betroffene der Ukraine-Krise initiiert. Mit Werken wie Franz Schuberts Impromptus und Auszügen aus Franz Liszts‘ Années de pèlerinage sowie einer anschließenden Gesprächsrunde lädt Intendant Florian Krumpöck in den Jugendstil-Festsaal des historischen Gebäudes. Der Erlös des Konzerts fließt zur Gänze in direkte Hilfslieferungen an die Ukraine, die von den Verantwortlichen des Grand Hotel Panhans getätigt werden.

panh

_____________________________________________________________________

Konzertreihe classic.Esterhazy: Auftaktkonzert im Zeichen der Ukraine

Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine erschüttern zutiefst und der Bedarf an Hilfe ist enorm. Im Rahmen des Auftaktkonzertes der Konzertreihe classic.Esterhazy bot die Esterhazy Privatstiftung die Möglichkeit, für die Ukraine zu spenden. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft sind der Einladung und dem Spendenaufruf in das Schloss Esterházy gefolgt. Dabei konnten rund € 20.000, – durch Spenden und dem Konzerterlös für die Organisationen „NACHBAR IN NOT“ und „Ärzte ohne Grenzen“ gesammelt werden.

Musik ist die Sprache des Friedens
Mit Werken von Joseph Haydn, Mozart, Say und Beethoven startete das Chamber Orchestra of Europe (COE) mit dem Pianisten Fazıl Say als Solist seine dreijährige Residenz im Schloss Esterházy. Die Musikerinnen und Musiker des Chamber Orchestra of Europe gehören verschiedenster Nationalitäten an und sind ein Paradebeispiel dafür, dass Musik eine Sprache des friedlichen Miteinanders ist und durch Dialog Kulturen miteinander verbindet.

„Die aktuellen Medienberichterstattungen zur Lage in der Ukraine erschüttern: Menschen sind auf der Flucht und benötigen humanitäre Hilfe. Die Esterhazy Privatstiftung hat sich daher dazu entschieden die Erlöse und Spenden des Konzertes je zur Hälfte an die Organisationen ,NACHBAR IN NOT‘ und ,Ärzte ohne Grenzen‘ zu spenden“, so Stefan Ottrubay, Direktionsrat der Stiftung.

chamb
Chamber Orchestra of Europe. Foto: Julia Wesely/ Esterhazy

Willkommen Chamber Orchestra of Europe!
Dirigent Robin Ticciati musste seine Mitwirkung am Konzert aus gesundheitlichen Gründen leider kurzfristig absagen. Fazıl Say hat die Leitung der Werke am Klavier übernommen. Haydn und Beethoven wurden von der Konzertmeisterin Stephanie Gonley geleitet. Joseph Haydns Sinfonie Nr. 96 D-Dur Hob I:96 „The Miracle“ / „Das Wunder“ eröffnete den Konzertabend. Danach folgten Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert C-Dur KV 467 und Fazıl Says Yürüyen Köşk (Das verschobene Haus). Krönender Abschluss des Konzertabends war Ludwig van Beethovens 6. Sinfonie „Pastorale“. Das Konzert wurde weltweit kostenfrei auf medici.tv live gestreamt. Die neue Partnerschaft mit medici.tv, die jährlich vier Live-Konzerte mit dem COE aus dem historischen Haydnsaal überträgt, ist ein spannender Aspekt der Residenz des Orchesters. Die Konzerte können einen Monat lang kostenlos live und als Wiederholung angesehen werden. Sie werden dann in den Katalog von medici.tv aufgenommen, mit On-Demand-Zugang, der Abonnenten fünf Jahre lang zur Verfügung steht.

Andreas Richter, Künstlerischer Leiter von classic.Esterhazy zeigt sich nach dem Auftaktkonzert des Chamber Orchestra of Europe begeistert: „Ich freue mich sehr, dass wir diesen besonderen Konzertabend am Originalschauplatz von Joseph Haydn mit einer seiner ersten großen Londoner Sinfonien begonnen haben. Passender hätte der erste Auftritt des Chamber Orchester of Europe nicht sein können.“

__________________________________________________________________

Franz Schmidt Musiktage Perchtoldsdorf – Nachholkonzert am Sonntag, 20. März 2022
 
kll
 
Aufführung
Sonntag, 20. März 2022
18:0019:45
Konzert
Dirigent Johanna Malangré
Solist Agnes Wolf
Burg Perchtoldsdorf – Neuer Burgsaal
 
Programm
Pause
_______________________________________________________________
Selection process for the future executive director of the Théâtre des Champs-Elysées

Mr Michel Franck’s term as executive director of the theatre will expire on August 2025. The board chaired by Mr Eric
Lombard has taken note of Mr Franck’s decision not to ask for the renewal of his term and has appointed a committee
to select the future director of the Théâtre des Champs-Elysées.

The selected candidate will be appointed in October 2022 first as director in charge of programming the 2025-26
season and those following, then as executive director as of 1 September 2025.

The selecting committee will be composed of:
 Mr Eric Lombard, chief executive director of Caisse des dépôts, chairman of the board.
 Mr Raymond Soubie, honorary President of the Théâtre des Champs-Elysées.
 Mrs Sibyle Veil, chief executive officer of Radio France, board member.
 Mr Pierre-Alain de Malleray, independent board member and chairman of the audit committee.
 M. François Bachy, administrator of the board.

Prospective candidates interviewed by the committee will be asked to present an artistic project highlighting the
identity of the theatre, in particular its multidisciplinary dimension and international recognition.
Further reflection on the development of the Théâtre des Champs-Elysées’ attractivity should also be included, with
the aim of reaching an even broader audience.

Applications including a detailed CV, a cover letter and a 10-page file (including annexes) must be sent to the following
email address before Tuesday 31 May 2022, 8 pm: TCEcandidature@gmail.com
______________________________________________________________

Wir trauern um Erhard Busek  – Präsident des Österreichischen Volksliedwerks 1999-2003

Erhard Busek kam als geborener Wiener (5. März 1941) durch seine Arbeit in der Wiener Kommunalpolitik über die Grätzel Kultur zur Wiener Musik. Hier setzte er sich für eine lebendige und dialogorientierte Nachbarschaftskultur ein, in der Wiener Musik stets ein wesentlicher Bestandteil ist. Über das Wienerlied, den Weana Tanz und das Dudeln kam er somit mit dem Volksliedwerk in Berührung. Dieses beschäftigte ihn in Folge immer wieder auch in seiner Funktion als Wissenschaftsminister.

Unter seiner Amtsperiode als Minister wurde erstmals 1992 die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks eingeführt. Diese Veranstaltungen dient bis heute der Begegnung von Praxis, Vermittlung und den Wissenschaften, die sich mit der Bedeutung dieses für Österreich wichtigen kulturellen Erbes befassen. Als er 1999, nach Ende seiner Amtszeit im Ministerium, die Präsidentschaft im Volksliedwerk übernahm, erfolgte unter seiner Führung eine interdisziplinäre und interkulturelle Ausrichtung des Volksliedwerks. Ihm lag daran, über Volkskultur und ihr Umfeld vernünftig und frei zu informieren und zu diskutieren. Studierende und Personen aus Wissenschaft und Musikpraxis aus dem ehemaligen Osten brachten einen Blick weit über den Tellerrand in die Arbeit des österreichischen Volksliedwerks ein.

1999 zog das Österreichische Volksliedwerk mit Hilfe von Erhard Busek an seinen heutigen prominenten Standort in der Operngasse, gleich neben der Staatsoper. Ein Zeichen, dass Hoch- und Volkskultur sich gegenseitig bedingen und eine gleichwertige Stellung in einer vielseitigen Kulturlandschaft einnehmen. Die Adresse ist Ort von Veranstaltungen und des Austauschs und Treffpunkt an der Sache interessierter Menschen geworden. Es erfolgte die 10-teilige CD Produktion Musik der Regionen. Dabei wurden in zehn ausgewählten Regionen in ganz Österreich singende und musizierende Menschen in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem musikalischen Umfeld aufgenommen. Heute, über 20 Jahre später, sind es unschätzbare Quellen kulturellen Erbes. Unter seiner Amtszeit erfolgte der Startschuss des Schulprojekts „Mit allen Sinnen“, das bis heute zu den wesentlichen Säulen der Vermittlungsarbeit in den Volksliedwerken zählt.

„Denn wer um die Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit, Besonderheit der eigenen Heimat weiß, wird nicht nur mehr für sie sorgen, er wird auch die Heimat, die Besonderheiten der anderen Traditionen mehr achten und nicht neurotisch auf Fremdes reagieren, sondern neugieriger und höflicher. Er hat einen Sinn für die Klänge der Heimat anderer Menschen, denn sie, die eigentlichen Heimatlosen der Gegenwart, müssen mitgedacht werden, wenn das Wort Heimat verwendet wird. Im Mittelpunkt des Heimatbegriffs steht daher der Diskurs, der als buntes Mosaik bestehend aus Traditionen, aus Bindung, aus Emanzipation, aus gegenwärtigen Aneignungen und Auseinandersetzungen Antwort gibt auf die Frage, wer bin ich und wohin gehöre ich?“ (Zitat Erhard Busek in Chronik der Volkskunde in: Hg. Verein für Volkskunde, Österr. Zeitschrift für Volkskunde [1994, Heft 2], S 151.)

Viele seiner Initiativen und Projekte sind bis heute wesentlicher Bestandteil in den Aufgaben des Verbunds der Österreichischen Volksliedwerks. Es zeigt, dass Erhard Busek seinen Blickwinkel stets pointiert, aber weltoffen in die Zukunft richtete und dennoch Aktionen setzte, die bis heute den Nerv der Zeit treffen. Bis zu seinem letzten Tag am 13. März 2022 hat er mit Worten zum aktuellen Zeitgeschehen nicht gespart.
______________________________________________________________________

 

Diese Seite drucken