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INFOS DES TAGES (FREITAG 16. NOVEMBER 2018)

16.11.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (FREITAG, 16. NOVEMBER 2018)

WIENER STAATSOPER: DON GIOVANNI. Fotos aus der ersten Vorstellung der Serie (14.11.)

Zum Bericht von Elena Habermann


Marcus Werba.


Anatoli Sivko (Leporello)


Marcus Werba (Don Giovanni), Myrto Papatanasiu (Donna Anna)


Dan Paul Dumitrescu (Komtur). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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MÜNCHEN/ GÄRTNERPLATZTHEATER: ab 28. November 2018 HÄNSEL UND GRETEL
Märchenoper
Musik von Engelbert Humperdinck
Dichtung von Adelheid Wette

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Ein Klassiker des Gärtnerplatztheaters kehrt zurück auf den Spielplan. Engelbert Humperdincks berühmte Märchenoper HÄNSEL UND GRETEL in der beliebten Inszenierung von Peter Kertz aus dem Jahr 1974 ist ab 28. November wieder im Gärtnerplatztheater unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall zu erleben.

Die Geschichte von Hänsel und Gretel zählt wohl zu den bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Engelbert Humperdinck und seine Librettistin Adelheid Wette schufen aus dem bekannten Stoff eine der erfolgreichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Seit seiner Weimarer Uraufführung im Jahre 1893 gehört das Werk zum weihnachtlichen Standardrepertoire jedes Musiktheaterhauses und begeistert bis heute Jung und Alt.

Musikalische Leitung Anthony Bramall
Regie nach Peter Kertz
Bühne / Kostüme Herrmann Soherr
Licht Jakob Bogensperger

Peter Mathias Hausmann / Matija Meić
Gertrud Ann-Katrin Naidu / Elaine Ortiz Arandes
Hänsel Anna-Katharina Tonauer / Valentina Stadler
Gretel Sophie Mitterhuber / Mária Celeng
Knusperhexe Juan Carlos Falcón / Maximilian Mayer
Sandmännchen Valentina Stadler / Anna-Katharina Tonauer
Taumännchen Ilia Staple / Jasmina Sakr / Frances Lucey

Kinderchor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Vorstellungen
November 28 / 29
Dezember 6 / 7 / 11 / 12 / 23 / 25
Januar 2

Preise 4 bis 55 Euro
Tickets gibt es an den Vorverkaufsstellen, unter www.gaertnerplatztheater.de
Tel. 089 2185 1960 oder tickets@gaertnerplatztheater.de

Weitere Informationen und Videotrailer
https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/haensel.html?m=362

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BRAUNSCHWEIG: »Nabucco« als Burgplatz Open Air 2019

Die Oper von Giuseppe Verdi wird vom 17. August – 04. September 2019 in neunzehn Vorstellungen gezeigt

Das Staatstheater Braunschweig zeigt ab 17. August 2019 »Nabucco« von Giuseppe Verdi als Burgplatz Open Air 2019.
Der Vorverkauf startet am 01. Dezember 2018.

Mit »Nabucco« gelang Giuseppe Verdi 1842 der Durchbruch als Opernkomponist. Seitdem begeistert das mitreißende Werk mit dem weltberühmten Gefangenenchor »Va, pensiero« seine Zuschauerinnen und Zuschauer. Im einmaligen historischen Ambiente des Burgplatzes zeigt das Staatstheater Braunschweig gemeinsam mit BS Energy vom 17. August bis 04. September 2019 Verdis packende Oper. Mit hochemotionaler Musik zeichnet der Komponist seine Figuren um den biblischen König Nebukadnezar, die nur Extreme kennen und sich selbst in einem Strudel aus Liebe, Hass und Eifersucht verlieren, während sie voller Selbstüberschätzung das Schicksal ganzer Völker aufs Spiel setzen.

Burgplatz Open Air 2019: »Nabucco« von Giuseppe Verdi

Vorverkaufsstart Sa, 01. Dezember 2018

Staatstheater Braunschweig – Am Theater – 38100 Braunschweig

Telefon 0531 1234 567 | Fax 0531 1234 570

besucherservice@staatstheater-braunschweig.de

Sa 10:00 – 14:00 Uhr | Di. – Fr. 10:00 – 19:30 Uhr

www.staatstheater-braunschweig.de

AbonnentInnen des Staatstheaters und Mitglieder der StaatstheaterFreunde e. V. können bereits ab 17. November 2018 Ihre Tickets erwerben.

Premiere Sa, 17. August 2019

Weitere Vorstellungen: So,18.08.2019, Di, 20.08.2019, Mi, 21.08.2019, Fr, 23.08.2019, Sa,24.08.2019, So, 25.08.2019,

Di, 27.08.2019, Mi, 28.08.2019, Do, 29.08.2019, Fr, 30.08.2019, Sa, 31.08.2019, So, 01.09.2019, Di, 03.09.2019, Mi, 04.09.2019, Burgplatz

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Wien/ Theater in der Josefstadt: DER EINSAME WEG von Arthur Schnitzler.  Fotos aus der Premiere (15.11.)

Zum Premierenbericht von Renate Wagner


Bernhard Schir, Alexander Absenger, Therese Lohner, Peter Scholz. Copyright: Barbara Zeininger


Marcus Blum, Alexander Absenger, Peter Scholz, Bernhard Schir. Copyright: Barbara Zeininger


Bernhard Schir, Maria Köstlinger. Copyright: Barbara Zeininger


Alma Hasun. Copyright: Barbara Zeininger

Etwa 50 Fotos aus dieser Produktion finden Sie HIER . (Album Barbara Zeininger)

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Eine Liebeserklärung an einen Star: KS Irmgard Boas: Eine Sänger-Legende feiert am 22.11. 2018 ihren 90. Geburtstag

Von Michael Heim


KS Irmgard Boas als Salome. Eine Aufnahme vom Schlussmonolog steht auf YouTube. Anhören, genießen und staunen.

(Dresden) Kurz „Die Boas“ wird sie von ihren Schülern und Fans liebenswert genannt. Und für jeden, der sie näher kennt, öffnet sich dabei der Kosmos einer unvergleichlichen Sängerkarriere, das Charisma einer liebenswerten und wissenden Lehrerin, und das Geheimnis einer unvergleichlichen, perfekten Gesangstechnik.

Natürlich ist der 90. Geburtstag Anlass, an eine absolute Top-Karriere zu erinnern. Kammersängerin Irmgard Boas war die gefeierte Primadonna der DDR, die große hochdramatische Diva, die „Callas des Ostens“ wurde sie genannt. Das hört sie aber nicht so gerne. Und das kann ich verstehen, denn sie hat ihre eigene, aus der Tiefe der Seele strahlende Aura der Primadonna assoluta.
Vorstellungen standen minutenlang still nach ihren Arien, die Kritiker überschlugen sich mit Huldigungen und Superlativen.
Sie war und ist perfekt „Die Boas“. Und das auch, weil sie die Bodenhaftung nie verloren hat. Das darf man auch nicht, denn das Singen auf höchstem Niveau birgt die Gefahr des Absturzes, des Versagens. „Je besser du bist, umso mehr Neider warten darauf, dass du Fehler machst“, weiß Irmgard Boas. Doch sie hat sich diese Fehler nie erlaubt. In ihr vereinten sich sängerische Brillanz und Perfektion mit einer großen Lebenstiefe, mit der sie ihre Figuren magisch zum Leben erweckte.

Sie hatte von Anfang an Glück, selbst gute Lehrer zu haben, die ihr das perfekte Rüstzeug für die Entfaltung ihres einzigartigen Talents beigebracht haben. Das war zuerst Elenor Sadowska in Halle und dann Werner Reichelt in Dresden, der das dramatische Potential von Boas´ Stimme erkannte und entwickelte.

Filmreife Karriere

Die Karriere – als Sängerin und als Pädagogin – die dann folgte, könnte als Filmvorlage dienen: Die obligatorischen Lehrjahre absolvierte sie in der Provinz in Köthen, mit 26 Jahren debütiert sie dort als Tosca. Dann holt sie der junge Kurt Masur nach Schwerin. Von 1969 bis 1961 sang sie mit ihm u.a. Venus im „Tannhäuser“, die Elisabeth in „Don Carlos, Polissena in Händels „Radamisto“ sowie in Orffs „Carmina Burana“.
Nach wenigen Jahren bahnt sich eine große internationale Karriere an. Mit ihrer bildschönen Stimme, gepaart mit schauspielerischer Intensität, einer perfekten Technik und Nerven aus Stahl ist sie die große Hoffnung für den internationalen Opernzirkus. Verhandlungen mit Wolfgang Sawallisch für ein Engagement in Frankfurt am Main finden statt, später sollte die New Yorker Met dazu kommen. Doch das Schicksal wollte es anders.
„Am 12. August 1961 musste ich von Frankfurt nach Schwerin, meine kleine Tochter lag mit Salmonellenvergiftung im Krankenhaus. Ich hatte Medizin im Gepäck, die ihr schließlich das Leben gerettet hat“, erinnert sich Irmgard Boas mit Sorge.

Berufsverbot

Am nächsten Tag jedoch schließt der eiserne Vorhang. Auf den sofort gestellten Ausreiseantrag folgt das Berufsverbot. Boas blickt etwas traurig, aber ohne Groll zurück: „Wie ich später erfahren habe, durfte ich nicht an Staatsopern vermittelt werden. Ich stand vor dem Aus. Das Tor in die Welt war zu, in der Heimat durfte mich kein Theater fest engagieren. Doch ich wollte eines, von Kindesbeinen an: Singen! Ich habe mich nie gebeugt, ich habe mich unentbehrlich gemacht.“
Und sie sang weiter. Jahrelang tingelte sie als Gastsängerin bei „Wind und Wetter“ mit Zug und Bus durch die DDR und hielt sich so über Wasser.

Neuer Vertrag in Erfurt

In Erfurt bekam Boas dann doch 1964 wieder ein festes Engagement. Dort erweiterte sie mit Maestro Ude Nissen ihr Repertoire: Der Venus folgen Senta, Leonore im „Fidelio“, Marschallin im „Rosenkavalier“, Küsterin in „Jenufa“, Turandot, Lady in „Macbeth“, Abigaile in „Nabucco“, Aida, Amelia in „Ein Maskenball“, die Troubadour-Leonore mit Helge Rosvaenge als Manrico, Elisabeth in „Don Carlos“ und Santuzza“ in „Cavalleria rusticana“. Mit der Aida verabschiedet sich Irmgard Boas 1973 von Erfurt und wird zur Kammersängerin ernannt. Nächste Station: Halle. Dort singt Irmgard Boas 1979 ihre erste „Salome“, sie wird eine der großen Rolle Ihres Lebens.
In den 15 Jahren in Halle bekommt sie den Kunstpreis der Stadt und der DDR (1981). Und dann kommen sie doch, die Gastverträge an der Berliner Staatsoper, der Staatsoper Dresden und am Opernhaus Leipzig. Happy End! Nicht ganz.

Abschied und Neuanfang

1985 stirbt überraschend ihre Mutter: „Ich stand völlig unter Schock. Und in dieser Situation zeigten sich die dramatischen Folgen einer alte Hüftverletzung aus der Jugend, die ich und auch sonst niemand bis dahin bemerkte.“ Irmgard Boas bekam ein neues Hüftgelenk. „Die Schmerzen waren wochenlang unerträglich. Die bis heute weiteren acht Operationen waren ein Kinderspiel dagegen.“
Auf der Bühne wurde körperlich das Letzte gefordert. Dieser Gefahr für ihre Knochen wollte sich Boas nicht mehr aussetzen und beendete, auch für sie unerwartet, ihre Karriere.
Doch dann öffnete sich ein neues Kapitel. Denn Irmgard Boas begann auf dem Zenit ihrer stimmlichen Möglichkeiten zu unterrichtet. 20 Jahre an der Hans-Eisler in Berlin und dann privat. Die Mauer steht schon lange nicht mehr und so erobert Irmgard Boas nach der Welt des Sozialismus die Welt zum zweiten Mal, als unentbehrliche Pädagogin für hunderte Sänger, die zwei berühmtesten sind Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt.

Ein „Lotto-Gewinn“

„Sie ist ein großes Vorbild für mich, der positivste, liebenswürdigste Mensch, den ich kenne“, schwärmt Weltstar Camilla Nylund, „Wenn wir uns treffen sind wir auf einer Wellenlänge.“ Auch sie kann es kaum glauben, dass Irmgard Boas am 22. November 90 Jahre alt wird. „Wie schaffen Sie das? Wahrscheinlich ist das Geheimnis, dass Sie Singen lieben und das weitergeben wollen, was Sie einmal gelernt haben“, vermutet Nylund.
„Es war 2003, ich war am Scheideweg meiner Sängerlaufbahn, hatte gerade die Agentur gewechselt und wollte auch mein Repertoire erweitern. Sie zu Treffen war ein Lotto-Gewinn! Frau Boas hat mir mit ihrer wunderbaren Art und Technik neue Welten eröffnet. Wer hätte gedacht, dass ich eine Salome oder Fidelio-Leonore singen kann.
Ich habe es mit ihr erarbeitet, durchgesungen und wusste, dass ich es auch auf der Bühne schaffe. Liebe Frau Boas, ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute und freue mich auf noch viele Gesangsstunden. Wir haben ja noch Vieles vor!“

Wertvolle Begleiterin und Freundin
Irmgard Boas, die sich in ihrer Wahlheimat Dresden bester Gesundheit erfreut, hat als Sängerin Maßstäbe gesetzt und weiht mit einer unendlichen Geduld und unerschöpflichen Begeisterung „Sänger, die es verdienen, die groß werden können“ in die Geheimnisse Ihrer Kunst ein. Sie blickt auf ein gesegnetes Leben zurück. Sie strotzt vor Kraft, Alter hat sie keines. Sie brennt und strahlt wie ein Teenager. Ihr großer Wille zur Perfektion, ihr Können und Wissen, und ihre Erfahrungen sind verblüffend und überzeugend zugleich.
Irmgard Boas zeichnet sich nicht nur als große Musikerin und Pädagogin aus, ihr langes, erfolgreiches Leben, ihre sensible Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis machen sie zu einer wertvollen Begleiterin und Freundin für viele ihrer Schüler. Und sie hat Humor, einen herzerfrischenden. Jedes Treffen mit ihr ist eine Offenbarung an Authentizität, Einfühlungsvermögen und Wertschätzung. Ihr Geist ist unbestechlich wie die Natur, klar, frisch, analytisch. Sie interessiert sich sehr für Medizin und wäre auch eine gute Chirurgin geworden. Ihre Technik, ihre Kunst kann man nicht in Worte fassen, man muss sie erleben und kann sie nur mit den besten Eigenschaften eines Schülers verstehen und erlernen: Geduld und Ausdauer, Hingabe und Demut vor der Göttlichkeit der Musik.
„Singen ist etwas Göttliches. Wir haben das Talent vom lieben Gott bekommen und haben die Verantwortung das Beste daraus zu machen“, das hat mich über alle Hürden springen, allen Hemmnissen trotzen lassen“, zeigt sich Irmgard Boas dankbar und denkt nicht ans Aufhören: „Ich mache so lange weiter, wie der lieben Gott es will. Das habe ich nicht in der Hand. Aber zehn Jahre gehen bestimmt noch.“
Und das beruhigt uns Schüler. Denn ohne Frau Boas geht gar nichts. Sie blickt heute glücklich zurück auf ein gelungenes Leben als Künstlerin und als Mensch. Wir sagen Danke, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Auf die Zukunft. Happy Birthday Irmgard Boas!

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