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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 9. MAI 2019)

09.05.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 9. MAI 2019)

Wiener Staatsoper: Fotos vom Solistenkonzert Natalie Dessay (7.5.)


Natalie Dessay. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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HEUTE PREMIERE IM THEATER IN DER JOSEFSTADT: MAGIC AFTERNOON von Wolfgang Bauer.

Inszenierung: Florian Thiel

Zwei befreundete Paare verbringen einen heißen Sommernachmittag im Wohnzimmer hinter heruntergelassenen Jalousien. Doch weder durch Sex, Alkohol, Drogen noch Musik wird das Leben schön.


Matthias Franz Stein, Gioia Osthoff. Copyright: Barbara Zeininger

Das witzig-wilde Stück, mit dem Wolfgang Bauer internationalen Durchbruch erlangte, war bei seiner Uraufführung im Jahr 1968 ein Schock für das bürgerliche Theaterpublikum. Nun, 50 Jahre später, leben radikale Zeiten wieder auf.


Gioia Osthoff. Copyright: Barbara Zeininger
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NEU IN UNSEREN INTERVIEWS:

Interview mit Zach Granit, Generaldirektor der Israeli Opera Tel-Aviv-Yafo, am 2. Mai 2019 in Tel Aviv


Zach Granit. Foto: Yossi Zwecker

Anlässlich seines Besuches der israelischen Erstaufführung der Oper „Die Passagierin“ des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg konnte Dr. Klaus Billand ein Interview mit dem Generaldirektor der Israeli Opera Tel-Aviv-Yafo, Zach Granit, machen. Er hatte ihn beim Opera Europa Meeting in Zürich 2018 gefragt, ob er nach Tel Aviv kommen würde, um „Die Passagierin“ zu besprechen und von Billands Rezension der russischen EA in Jekaterinburg 2016 Kenntnis bekommen. Granit sagte ihm damals, man würde die Bregenzer Pountney-Produktion von 2010 nach Israel holen, die ich noch nicht kannte. Vor dem Interview drückte er seinen Wunsch aus, speziell über diese Oper, und wie sie in Tel Aviv zustande kam, zu sprechen…

ZUM INTERVIEW

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Interview mit DANIEL BEHLE (Tenor): Die Vielfalt macht’s!

Das Gespräch fand am 2.5. 2019 in Hohenems statt. (Karl & Andrea Masek)


Daniel Behle. Foto: Andrea Masek

Der Tenor kommt mit Rollkoffer zum Treffpunkt. Hohenems, vor dem Markus-Sittikus-Saal. 13:00 Uhr, auf die Minute genau. Herzlich, launig, schon die Begrüßung. Magen knurrt, wird signalisiert. Gehen wir rüber ins Schloss-Cafe? Super, einverstanden! Und schon sitzen wir im Gastgarten und bestellen. Flammkuchen gibt’s da? Den nehm ich! Ganz unkompliziert, fröhlich, cool, mitteilsam, der jugendlich wirkende 44-jährige Hamburger…

ZUM INTERVIEW

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HEUTE ALS TREAM: RIGOLETTO aus der Wiener Staatsoper

BETREFF: LIVE-STREAMING DER WIENER STAATSOPER- Antwort des Verantwortlichen

Liebe Online-Merker-Leser, liebe Redaktion,

danke für Ihre Nachrichten und Ihre sehr regelmäßige – wenn auch manchmal kritische – Berichterstattung zu unserem Livestreaming-Programm!

Wir sind hier ein sehr kleines Team, das mit minimalen Ressourcen eine große Zahl an Opern- und Ballettabenden in auch TV-sendefähiger Qualität unabhängig in Bild und Ton produziert (Sie wissen ja, dass der ORF 15 unserer Abende übernimmt, mehrere davon live) und eine weltweit genutzte Plattform am Laufen hält. Und es ist ein leider auch in anderen Bereichen weit verbreitetes Phänomen, dass 99% der Zufriedenen sich nie mit Feedback melden (da sie das sowieso für selbstverständlich nehmen) und nur 1% auch mal eine freundliche Nachricht schicken, aber 99% der Unzufriedenen sich lautstark zu Wort melden. Zum Glück bekommen auch wir freundliche – manchmal auch begeisterte! – Nachrichten und Anrufe.

Inzwischen haben sich über 140.000 Menschen auf der ganzen Welt bei uns registriert, in der letzten Saison haben 8.000 davon eins der Produkte gebucht (Abo, Einzelticket, VoD) und bezahlt, wir haben 1.000 Abonnenten – und dies alles ohne inzwischen über 150.000 Zuseherinnen und Zuseher über unsere Partnerplattform in China (morgen starten wir mit einem neuen Partner in Japan) und liefern zig-tausende Streams aus.

Die allermeisten davon laufen problemlos, und wenn es Schwierigkeiten gibt, ist die Ursache fast immer die „Last Mile“: Internet-Provider versprechen in ihren Prospekten Bandbreiten von 20, 50, ja 100 MBit/sec, erklären aber nicht mal im Kleingedruckten, dass man sich diese Leistung dann mit vielen teilt. Das Glasfaserkabel geht bis zur Haustüre oder auch nur zur Strassenecke, und danach hängen 20 Haushalte dran. Wenn dann alle nach Hause kommen und ihr Netflix und die Videospiele anwerfen, geht das verfügbare Internet plötzlich in die Knie – und das ist halt leider auch zu der Zeit, in der wir Oper spielen…

Wir bemühen uns sehr, allen Zuseherinnen und Zusehern in verschiedenen Ländern, mit zig unterschiedlichen Geräten und Kombinationen, zu helfen, die optimalen Bedingungen für den Empfang zu gewährleisten. Leider geht das nicht immer, trotz aller gemeinsamen Anstrengung.

Ein Wermutstropfen – und tatsächlich ausschließlich in unserer Verantwortung – ist unser Kampf um eine wirklich gute Lösung für die Untertitel. Wie Sie wissen, haben wir Untertitel zu Anfang (ab 2013) in einer sogenannten Second Screen App – also synchron auf Smartphone oder Tablet – angeboten, analog zur Anlage hier im Haus. Das war vielen (vor allem älteren) Nutzern zu kompliziert, daher haben wir große Anstrengungen unternommen, eine Lösung für Untertitel im Bild zu entwickeln – so, dass man sie auch ausblenden und zwischen vielen Sprachen wählen kann.

Das funktioniert seit Beginn der Saison 2018/19 auf vielen Plattformen (Apple TV, Amazon Fire TV, Samsung und Android SmartTV), und für die zeitversetzten Streams (ab 6 Stunden nach Wiener Beginnzeit, vor allem USA und dann weiter nach Westen, Japan, China) auch in allen Browsern (Mac und Windows). Bis heute aber hatten wir oft Probleme mit den Untertiteln im Web in den Streams zum Live-Zeitpunkt – was immer noch (obwohl mehr und mehr Zuseher Apple, Amazon oder SmartTVs nützen) etwa 50% des Streaming Publikums betrifft.

Ab heute mit RIGOLETTO sollte das aber nun auch endgültig gelöst sein.

Mit herzlichen Grüßen &
bleiben Sie gewogen
Ihrem Christopher Widauer

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Es freut mich natürlich, dass die Staatsopernstreams in China und Japan derartigen Anklang finden, für gute Geschäftsideen war ich schon immer zu begeistern. Noch mehr begeistern würde mich, wenn die Streams bei mir in Meidling ohne Unterbrechung durchlaufen würden, aber dem steht, laut Herrn Widauer, die schwache Leitung entgegen. Ich werde beim Anbieter vorstellig werden und bin gespannt, was mir der erzählt.

Also dann, heute „Rigoletto“

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EINIGE FOTO VOM MET-RING:Klaus Billand verfolgt den Ring vom Stehplatz

Keine Karten sind für den „Ring“ an der Met zu bekommen. Klaus Billand konnte Stehplätze ergattern. Die Stehplatzkarte kostet an der Met 52 Dollar, da würden sich unsere heimischen Stehplatzler ganz schön aufregen!

Bildergebnis für Metropolitan Opera das rheingold
Das Rheingold: Auf geht’s nach Walhall. Foto: Ken Howard/ Metopera


„Das Rheingold“. Norbert Ernst (Loge). Foto: Ken Howard/ Metopera

 


Die Walküre: Wotan „verhandelt“ mit Fricka. Foto: Ken Howard/ Metopera


Zum Fürchten. Günther Groissböck als Hunding. Foto: Ken Howard/ Metopera


Feuerzauber. Foto: Ken Howard/ Metopera

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OPER FRANKFURT – SPIELZEIT 2019/ 2020  


Foto: Barbara Aumüller

Premieren

Gioachino Rossini Otello (Frankfurter Erstaufführung) Sonntag, 8. September 2019
Musikalische Leitung: Sesto Quatrini Regie: Damiano Michieletto Bühnenbild: Paolo Fantin Kostüme: Carla Teti Licht: Alessandro Carletti Chor: Tilman Michael Übernahme einer Produktion des Theater an der Wien

Giacomo Puccini Manon Lescaut Sonntag, 6. Oktober 2019
Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti / Takeshi Moriuchi Regie: Àlex Ollé Bühnenbild: Alfons Flores Kostüme: Lluc Castells Licht: Joachim Klein Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Stephanie Schulze

Dmitri D. Schostakowitsch Lady Macbeth von Mzensk Sonntag, 3. November 2019
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Regie: Anselm Weber Bühnenbild und Kostüme: Kaspar Glarner Licht: Olaf Winter Video: Bibi Abel Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Konrad Kuhn

Georg Friedrich Händel Tamerlano Donnerstag, 7. November 2019 (Bockenheimer Depot)
Musikalische Leitung: Karsten Januschke Regie: R. B. Schlather Bühnenbild: Paul Steinberg Kostüme: Doey Lüthi Licht: Marcel Heyde Dramaturgie: Mareike Wink
 
Gabriel Fauré Pénélope (Frankfurter Erstaufführung) Sonntag, 1. Dezember 2019
Musikalische Leitung: Joana Mallwitz Regie: Corinna Tetzel Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic Kostüme: Raphaela Rose Licht: Jan Hartmann Chor: Markus Ehmann Dramaturgie: Stephanie Schulze

Richard Wagner Tristan und Isolde Sonntag, 19. Januar 2020
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Regie: Katharina Thoma Bühnenbild: Johannes Leiacker Kostüme: Irina Bartels Licht: Olaf Winter Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Mareike Wink

Gioachino Rossini La gazzetta (Frankfurter Erstaufführung) Sonntag, 2. Februar 2020 (Bockenheimer Depot)
Musikalische Leitung: Simone Di Felice Regie: Caterina Panti Liberovici Bühnenbild: Sergio Mariotti Kostüme: Raphaela Rose Choreografie: David Laera Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Deborah Einspieler

Richard Strauss Salome Sonntag, 1. März 2020
Musikalische Leitung: Joana Mallwitz Regie: Barrie Kosky Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag Licht: Joachim Klein Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Mit freundlicher Unterstützung der DZ Bank

Gioachino Rossini Bianca e Falliero (Frankfurter Erstaufführung) Sonntag, 5. April 2020
Musikalische Leitung: Giuliano Carella Regie: Tilmann Köhler Bühnenbild: Karoly Risz Kostüme: Susanne Uhl Licht: Joachim Klein Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Ambroise Thomas Mignon (Konzertante Aufführungen) Freitag, 17. April 2020
Musikalische Leitung: Benjamin Reiners Chor: Tilman Michael

Lucia Ronchetti Inferno (Uraufführung) Samstag, 18. April 2020 (Bockenheimer Depot)
Musikalische Leitung: Tito Ceccherini Regie: Kay Voges, Marcus Lobbes Bühnenbild: Pia Maria Mackert Kostüme: Mona Ulrich Licht: Marcel Heyde Dramaturgie: Konrad Kuhn, Ursula Thinnes Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt Mit freundlicher Unterstützung der Aventis Foundation Kompositionsauftrag finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Hans Werner Henze Der Prinz von Homburg Sonntag, 7. Juni 2020
Musikalische Leitung: Jonathan Darlington Regie: Jens-Daniel Herzog Bühnenbild und Kostüme: Johannes Schütz Licht: Joachim Klein Dramaturgie: Mareike Wink


Bernd Loebe, Sebastian Weigle. Foto: Barbara Aumüller

Wiederaufnahmen

Georg Friedrich Händel Radamisto Sonntag, 25. August 2019
Musikalische Leitung: Simone Di Felice Regie: Tilmann Köhler Bühnenbild: Karoly Risz Kostüme: Susanne Uhl Licht: Joachim Klein Video: Bibi Abel Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Wolfgang Amadeus Mozart Idomeneo Samstag, 31. August 2019
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann Regie: Jan Philipp Gloger Bühnenbild: Franziska Bornkamm Kostüme: Karin Jud Licht: Jan Hartmann Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Bohuslav Martinů Julietta Freitag, 13. September 2019
Musikalische Leitung: Alexander Prior Regie: Florentine Klepper Bühnenbild: Boris Kudlička Kostüme: Adriane Westerbarkey Licht: Jan Hartmann Chor: Markus Ehmann Dramaturgie: Norbert Abels

Ernst Křenek Drei Kurzopern (Der Diktator / Schwergewicht oder Die Ehre der Nation / Das geheime Königreich) Freitag, 11. Oktober 2019
Musikalische Leitung: Lothar Zagrosek Regie: David Hermann Bühnenbild: Jo Schramm Kostüme: Katharina Tasch Licht: Olaf Winter Chor (Das geheime Königreich): Markus Ehmann Dramaturgie: Mareike Wink

Friedrich von Flotow Martha Freitag, 8. November 2019
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle Regie: Katharina Thoma Bühnenbild: Etienne Pluss Kostüme: Irina Bartels Licht: Olaf Winter Choreografie: Michael Schmieder Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Konrad Kuhn

Giuseppe Verdi Don Carlo Samstag, 7. Dezember 2019
Musikalische Leitung: Stefan Soltesz Regie: David McVicar Bühnenbild: Robert Jones Kostüme: Brigitte Reiffenstuel Choreografische Mitarbeit: Andrew George Licht: Joachim Klein Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Malte Krasting

Giuseppe Verdi Rigoletto Freitag, 24. Januar 2020
Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi Regie: Hendrik Müller Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic Kostüme: Katharina Weissenborn Licht: Jan Hartmann Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK

Georges Bizet Carmen Freitag, 31. Januar 2020
Musikalische Leitung: Stefan Blunier / Nikolai Petersen Regie: Barrie Kosky Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag Choreografie: Otto Pichler Licht: Joachim Klein Chor: Tilman Michael Kinderchor: Markus Ehmann Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach

Frederick Delius Romeo und Julia auf dem Dorfe Freitag, 6. März 2020
Musikalische Leitung: Elias Grandy Regie: Eva-Maria Höckmayr Bühnenbild: Christian Schmidt Kostüme: Saskia Rettig Licht: Olaf Winter Chor: Tilman Michael Kinderchorsoli: Markus Ehmann Dramaturgie: Norbert Abels

Claude Debussy La damoiselle élue /Arthur Honegger Jeanne d’Arc au bûcher. Samstag, 14. März 2020
Musikalische Leitung: Titus Engel Regie: Àlex Ollé Regiemitarbeit: Susana Gómez Bühnenbild: Alfons Flores Kostüme: Lluc Castells Licht: Joachim Klein Video: Franc Aleu Chor: Tilman Michael Kinderchor: Markus Ehmann Dramaturgie: Konrad Kuhn

Benjamin Britten Peter Grimes Samstag, 11. April 2020
Musikalische Leitung: Lawrence Foster Regie: Keith Warner Bühnenbild: Ashley Martin-Davis Kostüme: Jon Morrell Licht: Olaf Winter Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Norbert Abels

Wolfgang Amadeus Mozart Don Giovanni Freitag, 24. April 2020
Musikalische Leitung: Titus Engel / Nikolai Petersen Regie: Christof Loy Bühnenbild: Johannes Leiacker Kostüme: Ursula Renzenbrink Licht: Olaf Winter Fechtchoreografie: Thomas Ziesch Chor: Markus Ehmann Dramaturgie: Norbert Abels

Leoš Janáček Das schlaue Füchslein Freitag, 1. Mai 2020
Musikalische Leitung: Ryan Wigglesworth Regie: Ute M. Engelhardt Bühnenbild: Stephanie Rauch Kostüme: Katharina Tasch Design Fuchsmasken: Steve Wintercroft Licht: Jan Hartmann Video: Christina Becker Chor, Kinderchor: Markus Ehmann Dramaturgie: Mareike Wink Am 16. Mai 2020 mit Audiodeskription, gefördert durch die Speyer’sche Hochschulstiftung

Richard Strauss Der Rosenkavalier Sonntag, 10. Mai 2020
Musikalische Leitung: Stefan Soltesz / Sebastian Weigle Regie: Claus Guth Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt Choreografie: Ramses Sigl Licht: Olaf Winter Chor: Tilman Michael Kinderchor: Markus Ehmann Dramaturgie: Norbert Abels

Giuseppe Verdi La forza del destino Sonntag, 21. Juni 2020
Musikalische Leitung: Carlo Montanaro Regie: Tobias Kratzer Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier Video: Manuel Braun Licht: Joachim Klein Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Konrad Kuhn Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Liederabende

Jakub Józef Orliński Countertenor Dienstag, 3. September 2019
Pretty Yende Sopran Dienstag, 29. Oktober 2019
Stanislas de Barbeyrac Tenor Dienstag, 26. November 2019
Maria Bengtsson Sopran Dienstag, 14. Januar 2020
Jiddische Operettenlieder mit Barrie Kosky Klavier Alma Sadé Sopran Helene Schneidermann Mezzosopran Dienstag, 4. Februar 2020
Florian Boesch Bassbariton Dienstag, 25. Februar 2020
Gaëlle Arquez Mezzosopran Dienstag, 31. März 2020
Peter Mattei Bariton Dienstag, 12. Mai 2020
John Osborn Tenor Dienstag, 23. Juni 2020

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OPER FRANKFURT: FOTOS VOM LIEDERABEND MICHAEL PORTER (Tenor) und Axel Bauni (Klavier) am 7.5.2019


Die Fotos zeigen Michael Porter (Tenor) und Axel Bauni (Klavier) beim Frankfurter Liederabend am 7.5.2019 (Bildnachweis: Barbara Aumüller).


Die Fotos zeigen Michael Porter (Tenor) und Axel Bauni (Klavier) beim Frankfurter Liederabend am 7.5.2019 (Bildnachweis: Barbara Aumüller).

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Die Spielzeit 2019/20 an der Deutschen Oper am Rhein

30 Opern und sieben Ballettprogramme auf den großen Bühnen in Düsseldorf und Duisburg

Mit dem 4. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg startet die Deutsche Oper am Rhein am 6. Septem­ber in die Spielzeit 2019/20. Für die rund 300 Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg sind ab sofort Tickets erhältlich. Im Fokus stehen zehn Opernpremieren – darunter sechs Neuproduktio­nen – und 19 weitere Stücke aus dem großen Opernrepertoire. Das Ballett am Rhein präsentiert sechs Ballettprogramme mit insgesamt 17 Choreographien. Festliche Galas und Konzerte, Liedermatineen, Kammermusik und nicht zuletzt das vielfältige Angebot der Jungen Oper am Rhein ergänzen das Programm der kommenden Saison.

 

Oper in Düsseldorf und Duisburg

Samson et Dalila“, Camille Saint-Saëns‘ französische Oper über den Freiheitskampf der in Sklaverei gefallenen Hebräer und ihren verführbaren Helden Samson kommt am 18. Oktober im Opernhaus Düsseldorf auf die Bühne – und das zum ersten Mal seit Gründung der Deutschen Oper am Rhein im Jahr 1956. Joan Anton Rechi, der hier zuletzt sehr erfolgreich „Madama Butterfly“ inszenierte, setzt die erste Neuproduktion der Spielzeit in Szene. Generalmusikdirektor Axel Kober hat die musikalische Leitung und übergibt den Stab im November an Marie Jacquot, die neue Erste Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein. Die Titelpartien gestalten Ramona Zaharia (Dalila) und Michael Weinius (Samson).

Vor dem historischen Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entspinnen sich die dramatischen Liebes­ver­wicklungen in Vinzenzo Bellinis Oper „I puritani“, die am 18. Dezember im Opernhaus Düsseldorf Premiere feiert. In seiner zweiten Regiearbeit für die Deutsche Oper am Rhein widmet sich Rolando Villazón nach Doni­zettis „Don Pasquale“ erneut einem Klassiker des Belcanto. Antonino Fogliani hat die musikalische Leitung. Adela Zaharia, die in dieser Spielzeit als Maria Stuarda und Violetta Valéry gefeiert wurde, debütiert als Elvira in einer weiteren wichtigen Partie des Belcanto-Fachs. Ioan Hotea gastiert als Lord Arturo Talbot in Düsseldorf.

Als beste Nachwuchskünstlerin 2015 mit dem International Opera Award ausgezeichnet, ist Lotte de Beer heute europa­weit als Regisseurin gefragt. Mit Georg-Friedrich Händels Zauberoper „Alcina“ präsentiert die Niederländerin am 14. Februar im Opernhaus Düsseldorf ihre erste Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein. Den zeittypischen Orchesterklang entwickeln die Barockspezialisten der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober. Rollendebüts geben Jacquelyn Wagner als Alcina, Maria Kataeva als Ruggiero und Elena Sancho Pereg als Morgana. Wallis Giunta gastiert als Bradamante.

Als vierte Neuproduktion im Opernhaus Düsseldorf und Koproduktion mit der Opera Vlaanderen hat Giuseppe Verdis „Macbeth“ am 29. Mai Premiere. Der Regisseur Michael Thalheimer entwickelt seine Inszenierung aus den innersten Triebkräften der Figuren und knüpft mit Boris Statsenko (Macbeth) und Liana Aleksanyan (Lady Macbeth) an seine ein­dring­liche Interpretation von Verdis „Otello“ an. Unter musikalischer Leitung von Axel Kober wird „Macbeth“ 2020 auch live gestreamt auf www.operavision.eu.

Als Glanzstück der Wiener Operette feiert „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am 25. Januar im Opernhaus Premiere. Nach dem Premierenerfolg in Duisburg setzt Axel Köhler das quirlige Ensemblestück nun in Düsseldorf in Szene: Norbert Ernst ist Gabriel von Eisenstein, Anke Krabbe seine Frau Rosalinde, Thorsten Grümbel spielt den Gefängnisdirektor, die Düsseldorfer Schauspiel-Legende Wolfgang Reinbacher den Frosch. Benjamin Reiners dirigiert die Düsseldorfer Symphoniker.

Im Theater Duisburg wird die Spielzeit 2019/20 am 28. September mit der Premiere von Peter Iljitsch Tschaikowskys „Pique Dame“ eröffnet. In der Inszenierung der amerikanischen Regisseurin Lydia Steier feiert das opulente Außenseiterdrama zunächst am 25. Mai 2019 in Düsseldorf Premiere und kommt vier Monate später in der neuen Sängerbesetzung mit Sergej Khomov als Hermann, Sarah Ferede als Lisa und Renée Morloc als Gräfin in Duisburg auf die Bühne. Aziz Shokhakimov hat die musikalische Leitung.

Das Künstlertum ist Thema in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“, die am 8. Novem­ber in der Neuinsze­nie­rung von Philipp Westerbarkei in Duisburg herauskommt. Antonino Fogliani übernimmt die musikalische Leitung der ersten Neupro­duk­tion im Theater Duisburg, an der Liana Aleksanyan als Mimí, Ovidiu Purcel als Rodolfo und Bogdan Baciu als Marcello mitwirken.

Neben seiner Tätigkeit als Spielleiter bekam Philipp Westerbarkei in der Spielzeit 2018/19 Gelegenheit zu seiner ersten großen Inszenierung am eigenen Haus: Charles Gounods Shakespeare-Adaption „Roméo et Juliette“ läuft aktuell in Düsseldorf und feiert am 1. Februar mit neuer Sängerbesetzung Premiere in Duisburg. Gustavo di Gennaro (Roméo) und Sylvia Hamvasi (Juliette) gestalten die beiden Hauptpartien, Marie Jacquot dirigiert die Duisburger Philharmoniker.

Nachwuchsförderung ist ein wichtiges Thema an der Deutschen Oper am Rhein. Auf der Plattform Regie „Young Directors“ stellen sich am 19. April im Theater Duisburg zwei Spielleiterinnen mit eigenen Produktionen vor: Esther Mertel führt mit Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Triumph der Zeit und der Desillusion“ in die Welt des römischen Barock, während Ilaria Lanzino ein Werk des 20. Jahrhunderts inszeniert: Viktor Ullmann schrieb seine Oper „Der Kaiser von Atlantis“ 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt als Allegorie auf die politischen Verhältnisse. Die musikalische Leitung der beiden Einakter übernehmen mit Jason Tran und Jesse Wong zwei junge Dirigenten aus dem Ensemble.

In 19 weiteren Opern aus dem großen Repertoire sind die profilierten Sängerinnen und Sänger aus dem eigenen Ensemble und Gastsolisten aus aller Welt zu erleben. So kehren nach langer Zeit „Salome“ von Richard Strauss (6. März) und Gaetano Donizettis  „La Fille du Régiment“ (27. März) auf die Düsseldorfer Bühne zurück – mit Rollendebüts von Agneta Eichenholz  als Salome und Elena Sancho Pereg als charmante Soldatenbraut. Der neu inszenierte „Ring des Nibelungen“ kommt als Zyklus sowohl im Theater Duisburg (12. –17. November) als auch im Opernhaus Düsseldorf (7. – 13. April) zur Aufführung.

 

Junge Oper am Rhein

Gruselig, lustig und fesselnd liest sich Cornelia Funkes Internatsgeschichte „Geisterritter“, die in der Vertonung von James Reynolds auch das Opernpublikum begeistert. Inszeniert von Eric Petersen und uraufge­führt am Theater Bonn, feiert die neueste Familienoper im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ am 20. September, zum Start in die neue Saison, in Düsseldorf Premiere. Patrick Francis Chestnut hat die musikalische Leitung. Nach erfolgreichen Aufführungen an der Deutschen Oper am Rhein, in Dortmund und Bonn kehrt „Ronja Räubertochter“, Jörn Arneckes Familienoper nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren, ins Theater Duisburg zurück. Aus guter Tradition kommt Engelbert Humperdincks Familien­klassiker „Hänsel und Gretel“ auf die Bühnen beider Städte. Seine Inszenierung – die älteste im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein – wird in dieser Spielzeit 50 Jahre alt!

Ganz nah am Bühnengeschehen sind Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter bei der mobilen Produktion „Nils Karlsson Däumling“, dem Musiktheater „Gold!“ und der „Zauberflöte für Kinder“. Mitmach-Angebote wie der Kinderchor am Rhein und das Mitsing-Projekt „Musik verbindet“, künstlerisch-praktische Projekte wie „Opernmacher 2.0“ und „Musiktheater im Labor“ sowie die intensive Vermitt­lungs­arbeit der Jungen Oper am Rhein ermöglichen jungen Menschen zwischen 4 und 28 Jahren vielfältige Zugänge zu Oper und Ballett.

 

Ballett am Rhein

Die letzte Spielzeit unter der künstlerischen Direktion von Martin Schläpfer ist in vielerlei Hinsicht dem Schaffen des Schweizer Künstlers gewidmet. Sie bietet zahlreiche Gelegenheiten, das Ballett am Rhein noch einmal in ausge­wählten Schläpfer-Choreographien zu erleben: Mit „Schwanensee“, „Reformations­sym­phonie“, „Ramifications“, „Streichquartett“, „Ulenspiegeltänze“ und „7“ stehen allein sechs Reprisen seiner Stücke auf dem Spielplan. Den Auftakt macht ab 3. Oktober im Opernhaus Düsseldorf und ab 6. Dezember im Theater Duisburg Martin Schläpfers jüngstes Erfolgsstück „Schwanensee“.

Aber auch eine Uraufführung präsentiert Martin Schläpfer. Im Programm b.41, das ab 23. November im Düsseldorfer Opernhaus zu erleben ist, formuliert er in „Cellokonzert“ tänzerische Antworten auf Dmitiri Schostakowitschs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 g-Moll op.126. Den Auftakt des vierteiligen Programms macht Jiří KyliánsForgotten Land“, ein Stück über Untergang und Verlust von Heimat, das der tschechische Künstler 1981 im Auftrag von Marcia Haydée für das Stuttgarter Ballett geschaffen hat. Mit Martha Grahams Solo „Lamentation“ und „Steps in the Street“ zeigt das Ballett am Rhein erstmals zwei Werke der Grande Dame des American Modern Dance, die mit ihrer Tanztechnik seit den späten 1920er Jahren die Ästhetik des Bühnen­tanzes revolutionierte. Die musikalische Leitung des Programms b.41 haben GMD Axel Kober sowie Wen-Pin Chien.

Eine weitere Uraufführung kreiert Ballettdirektor Remus Şucheană: „Symphonic Poem“ zur Komposition „Metacosmos“ von Anna Thorvaldsdottir heißt sein neues Ballett, in dem er sich von den Musik gewordenen Kraftfeldern der Isländerin inspirieren lässt. Şucheanăs Uraufführung steht im Zentrum des Programms b.42, das mit „Square Dance“ außerdem eine selten zu sehende, tänzerisch höchst anspruchsvolle Balanchine-Einstudierung präsentiert. Erstmals seit 2012 wieder mit dem Ballett am Rhein zu erleben ist Martin SchläpfersReformationssymphonie“ zur gleichnamigen Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die gefeierte Choreographie bildet den Schlusspunkt des Programms b.42, das ab 10. Januar unter der musikalischen Leitung von Martin Braun im Theater Duisburg auf die Bühne kommt.

Der kanadische Choreograph Robert Binet, der mit seiner Uraufführung „New World“ im November letzten Jahres das Publikum für sich eingenommen hat, zeigt im Programm b.43 mit „Dark with Excessive Bright“ ein neues Stück zu drei Kompositionen der Grammy Award-nominierten Amerikanerin Missy Mazzoli. Mit „Notations I–IV“ und „Siebte Sinfonie“ nimmt das Ballett am Rhein zum ersten Mal seit 2002 Choreographien von Uwe Scholz ins Repertoire auf. Einen filigranen Gegenpart zu Scholz‘ Solo „Notations I–IV“ bildet das 2005 für die Ballerina Marlúcia do Amaral kreierte Solo „Ramifications“ von Martin Schläpfer. Es komplettiert das Programm b.43, das ab 13. März in Düsseldorf unter der musikalischen Leitung von Finnegan Downie Dear und ab 4. April in Duisburg unter dem Dirigat von Stefan Klingele zu sehen ist.

Mit dem 1992 für das New York City Ballet kreierten „Herman Schmerman“ präsentiert das Ballett am Rhein erneut ein Stück von William Forsythe. In Kostümen des Designers Gianni Versace nehmen die Tänzerinnen und Tänzer das Publikum mit auf ein Tanzabenteuer, über das Forsythe scherzte, es habe genauso wenig zu bedeuten wie sein Titel, sondern sei einfach ein Stück über das Tanzen, das sehr viel Spaß macht. Nicht fehlen darf ein Stück von Hans van Manen – mit „Short Cut“ zeigt das Ballett am Rhein eine Choreographie des Meisters, die er 1999 für das Nederlands Dans Theater in Den Haag geschaffen hat. Für sein „Streichquartett“ zur Musik von Witold Lutosławski erhielt Martin Schläpfer 2007 den als Oskar der Tanzwelt begehrten Prix Benois de la Danse. Als Finale des Programms b.44 ist dieses zentrale Werk ab 9. Mai erneut mit dem Ballett am Rhein zu erleben.

Zum Ende der Spielzeit 2019/20 heißt es Abschied nehmen von Martin Schläpfer. b.ye heißt deshalb das letzte Programm der Ära Schläpfer. Es schließt sich der 44-teiligen b-Reihe an, die bis dahin unter seiner künstlerischen Direktion für Düsseldorf und Duisburg entstanden ist. Mit einer Ballett-Gala, bei der neben Werken von Weggefährten auch Schläpfers „Ulenspiegeltänze“ zu erleben sind, einer exklusiven Reprise seines Gustav Mahler Balletts „7“ sowie einer letzten Vorstellung von „Schwanensee“ feiert das Ballett am Rhein vom 24.  bis zum 28. Juni 2020 Martin Schläpfer und dessen Kunst, bevor er sich als Direktor dem Wiener Staats­ballett und der Wiener Ballettakademie widmet.

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Merker-Mitarbeiter Karl Masek und seine Frau Andrea grüßen aus Armenien


Foto: Masek

Einen Gruß an alle Merker-Leser!

Andrea und Karl Masek

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HEUTE in Wien: CD-Präsentationskonzert der Harfenistin Elisabeth Plank am 9. Mai um 19.00 Uhr

Im Sommerrefektorium der Michaelerkirche Wien (Zugang über Habsburgergasse 12).

Bildergebnis für elisabeth plank

Ein kleiner Vorgeschmack auf das Programm findet sich unter folgenden Link:

ZUM VIDEO

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Sloweniens Kulturgut und historische Städte – der dezente Charme der Untersteiermark

 Untersteiermark? Stimmt so nicht! Stajerska ist heute eine der Bezeichnungen der Region rund um Maribor und Celje. Diese ist bis 1918 der südliche Teil der Steiermark gewesen, war durch Jahrhunderte fest in der Hand der Habsburger und ihrer adeligen Eliten. Mit Graz als Hauptstadt. 85 Prozent der damaligen Bewohner der größeren Orte der Untersteiermark haben Deutsch gesprochen. Heute: Nicht die deutsche Sprache, sondern Englisch wird in den Schulen gelehrt. Der Bevölkerung ist zwar große Kontaktfreude gegeben, nach Harmonie wird gestrebt, doch man muss schon ein bisschen Glück haben, hier einen der deutschen Sprache perfekt kundigen Gesprächspartner zu finden.

Slowenien, wirtschaftlich gut in der EU integriert, wirbt mit seinen Kulturschätzen um internationale Beachtung, um Wertschätzung, um eine Aufwertung im Fremdenverkehr. Unterstützt von einer der Steiermark schon sehr ähnlich schönen Landschaft. Viel Natur und nochmals Natur. Touristen aus dem Westen zieht es allerdings überwiegend nach Kroatien, an die verführerischen Strände der Adria. Dieser zur Zeit langsam wieder verebbende Boom wird hier nicht so gerne gesehen. Um Besuch und Besichtigung bitten jedenfalls  Sloweniens historische Städte, die alle im ganzen zweiten Jahrtausend aufs engste mit der österreichischen Geschichte verknüpft waren. Mit verbindender Kultur und vielfältigen gemeinsamen geschichtlichen Dokumentationen. Auch auf schmackhafte Art, Wein, Brot und Salami einbezogen. Angenehm zu vermerken ist, dass heute alle diese Reminiszenzen im Lande mit durchaus dezentem Charme kommentiert werden. 

Die Südbahn hatte anno dazumal die Bürger von Wien nach Triest gebracht. Die als Museum geführte alte und schön renovierte Bahnstation in Sentjur (damals: St. Georgen, jetzt als Stadt der Musik und der Südbahn beworben) erinnert mit ihren überlieferten Aufzeichnungen und vergilbten Fahrplänen an die wechselnde Geschichte der Bevölkerung. ‚K.k. österreichische Staatsbahnen‘ hieß es viele, viele Jahre währende der Monarchie. Der 1. Weltkrieg hat daraus eine ‚Jugoslawische Staatsbahn‘ gemacht. Und nach Hitlers Einmarsch ist es für kure Zeit die ‚Deutsche Reichsbahn‘ geworden. Nun, heute ist man anstatt mit dem Zug oder mühsam auf den alten Pilgerwegen mit dem Auto durch fruchtbare Ebenen oder landschaftlich eindrucksvolle Mittelgebirge unterwegs, auf sehr gepflegten Straßen. Rundum finden wir überwiegend reine Naturlandschaft. Viel Grün, sehr viel Grün. Die Hälfte Sloweniens ist bewaldet. Auch die zumeist grüne Farbe der Flüsse mit deren langsam dahinfließendem Wasser sticht ins Auge. 


Burg Zuzemberg. Foto: Cdp-Communications/Dagmar Postel

Diese frühere Untersteiermark ist ein richtiges Burgenland gewesen. Wer gern in den kahlen Gemäuern alter Adelssitz herumschaut, der kommt hier voll auf seine Rechnung. Die Burg Zuzemberk (heute wohl nur eine Ruine) thront mächtig über dem sich idyllisch windenden Fluß Krka. Immens schwere Ritterrüstung kann man hier anlegen, sich die verschiedensten Sturmhauben auf den Kopf setzen. Muss nicht lustig gewesen sein, so ein Kampf gegen die Türken oder andere plündernde Horden. Die Reste der Burg Planina nahe Sentjur erheben sich in einer völlige Ruhe ausstrahlenden malerischen Landschaft. Am berühmtesten ist die Alte Burg von Celje, hoch über der Stadt und der Save liegend. Von Verbundenheit mit deutscher Geschichte ist hier zu hören. Die Kärtner Grafen von Heunburg errichteten im 12. Jahrhundert den romanischen Palas, die Herren von Sanneck folgten als Grafen von Cilli, oder die Hollensteiner, andere Kärntner, Steirer. Heute dient das Burggelände als beliebter Veranstaltungsort. Etwa als Treffpunkt zu einem ‘Gräflichen Empfang‘. Oder gar ein Musical mit Rühreffekten wird als neue Attraktion angepriesen. Seit dem Sommer 2016 wird „Veronika“ hier am authentischen Schauplatz gespielt: Die unglückliche Liebe des Friedrich II. von Sanneck zur Schöheit Veronika von Denitz, die aus dynastischen Heirats-Gründen nach einem Hexenprozess ertränkt wurde.   


Ptuj/ Ausstellungsstück. Foto: Cdp-Communications/Dagmar Postel

Ptuj (in den früheren österreichischen Geschichtsbüchern: Pettau) ist noch bis 1945 in der Hand der steirischen Herbersteins gewesen. Das auf einem Hügel prächtig thronende Schloss zumindest. Und der Nachruf für das so zahlreiche Schlösser einsammelnde Geschlecht der Herberstein – zu deren Hochblüte sollen es vierundvierzig gewesen sein – scheint hier nicht besonders positiv zu sein. Jetzt stellt sich das unter Denkmalschutz stehende Ptuj mit feiner Kultur als ‚Schatzkammer der Jahrtausende‘ vor. Im Schloss sind sowohl ein feines Museum mit historischen Musikinstrumente, einer Waffensammlung sowie eine Ausstellung lokaler Trachten zu besuchen. Unter dem Motto ‚Alte Stadt, neue Erlebnisse‘ wird auf kleinere Festivals der Reihe nach aufmerksam gemacht: die Schloss-Spiele Ptuj, eine Opernnacht am Panorama-Hügel, das Römer-Fest im August, das Internationale Musikfest Arsana oder Art Stays als zeitgenössischer Kunstmarkt, einiges mehr. Und ‚Tage der Poesie und des Weines‘ gehören im August dazu. 


Celje/ Ausstellungsstück. Foto: Cdp-Communications/Dagmar Postel

In Celje, dem Cilli der Habsburger und als ‚Fürstenstadt‘ herrschaftlicher Mittelpunkt früherer Zeiten, ist neben der Alten Burg hoch am Berg auch die massive Fürstenburg, die Stadtresidenz der Grafen von Celje aus dem 15. Jahrhundert zu besichtigen. Mit Museum: Von fossilen Funden über einem archäologischen Keller und der ‚Stadt unter der Stadt‘ mit baulichen Überresten des römischen Celeia, damals ein bedeutendes Zentrum, bis in die Gegenwart. Novo mesto trumpft ebenfalls mit Fundgegenständen aus früheren Tagen auf, nennt sich die ‚Stadt der Situlen‘, den Bronze-Gefäßen der Urahnen. Im Dolenjska Museum sind in Fülle Ausgrabungen der wechselnden Bevölkerung durch Illyrer, Römer, Germanen …. alles ist da gewesen. Auch Attila mit seiner kriegerischen Hunnenschar.

Kostanjevica na Krki nennt sich zwar Stadt, ist aber nur ein beschaulicher Fleck welcher – stets von Hochwasser bedroht – auf einem vom Fluß Krka träg umflossenen Inselchen liegt. Nahe gelegen ist ein sehr sehenswertes ursprünglicher Zistersienserkloster mit der Kirche St. Jakob aus dem 13. Jahrhundert zu besuchen. Diese steht heute leer und kahl da, doch im Sommer dient sie als Theater- und Opern-Festspielort. Die Anlage ist später zu einem Schloss der Kärtner Spannheimer ausgebaut worden. In dessen ausgedehnten  Arkaden ist in den unzähligen Räumen die Bozida Jakac Galerie mit heimischer historischer wie aktueller Kunst, speziell von slowenischen Expressionisten, untergebracht. Aber auch mit dem Klagenfurter Museum Moderner Kunst Kärnten werden gemeinsam Ausstellungen kuratiert. Und vor den Toren empfangen hier den Besucher Skulpturen des Internationalen Bildhauersymposion Forma viva.

Eine Reise durch das Land ohne Glas in der Hand ist nicht denkbar. Die Liebe, sich mit den verschiedensten Weinsorten zu spielen und die stete Suche nach neuen Mixturen, nach Verfeinerungen scheint hier angeboren zu sein. Es wird munter gezaubert. Frischer Weißwein ist das Markenzeichen der Weinkeller in Ptuj. Im 17. Jahrhundert sind hier die Minoriten die geschäftstüchtigen Weinbrüder gewesen. Der feine Geschmack des Sauvignon blanc ist ein Hit der Weine von Metlika. Süßer Muskat ist hier die älteste Sorte, und der Eiswein Kolédnik hat seinen Preis. Und Modra Frankinja wird hier derBlaufränkische genannt. Der hochmoderne, in jüngst in den Berg hineingebaute neue Weinkeller von Slovenske Konjice – als schönste slowenische Ausflugsstadt ausgezeichnet – mutet wie ist ein hochmoderner eleganter Museumbau an. Alles total gestylt, die hell glänzenden Zisternen aus Edelstahl wirken wie riesige Stelen. „Nur Bio, nur gesunde Trauben“, heißt es hier in der Weinregion Prodravje.“Wir haben eine frühere Reife als in Österreich. Dort wird später geerntet, hat der Wein deshalb mehr Säure. Unser Trend ist zu leichtem, trinkbaren, aromatischen Wein. Früher war halbtrocken gefragt, jetzt müssen die Weine in Slowenien ganz trocken sein“. Der Export floriert, doch trotz so nahe der Grenze gibt es keinen regen geschäftlichen Austausch mit Österreich: „Die Kundschaft hier wie dort denkt sehr lokalbezogen. Und die Weine der Steiermark sind ja auch wirklich sehr gut.“ Nun, Sloweniens Tourismuswerbung bewirbt das Land und dessen alten Kulturstädte der verflossenen k.u.k. Monarchie mit einigem Stolz und grün eingefärbtem Slogan – Grün. Aktiv. Gesund.

Info: www.slovenia.info

Meinhard Rüdenauer

 

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