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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. JULI 2018)

05.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. JULI 2018)

BAYREUTHER LOHENGRIN GEFUNDEN: PIOTR BECZALA ÜBERNIMMT!


Piotr Beczala. Foto: Facebook

Dem nach verzweifelter Suche gefundenen „Lohengrin“ ist „Siegreicher Mut“ zu wünschen, denn viel Zeit hat er für die Proben nicht mehr. Die  Titelpartie ist in 19 Tagen einzustudieren.

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BADEN/Schloss Weikersdorf: Italienische Operngala als großes Gefühlskino

Heute 2. Konzert mit anderem Programm und anderer Besetzung – ohne Armiato)

Ein Höhepunkt der Saison ist es für den Merker-Kunstsalon, wenn er Anfang Juli traditionell zu einer Operngala in die Kurstadt Baden bei Wien einlädt.

Der prachtvolle und akustisch besonders sängerfreundliche Innenhof des Schlosses Weikersdorf bietet ein besonders schönes Ambiente – Ausführende wie Publikum fühlen sich sichtlich und hörbar wohl. Auch vor Wetterkapriolen muss man nicht zittern. Die Glasüberdachung macht’s möglich.

Der umtriebigen Impresaria des Kunstsalons, Elena Habermann, gelingt es jedes Jahr aufs Neue, mit einem attraktiven, spannenden Programm aufzuwarten und mit renommierten Künstlern zusätzlich Neugier beim Opernpublikum zu wecken.


Fabio Armiliato mit einem Ausschnitt aus „Otello“. Foto: Andrea Masek

Stargast war heuer Fabio Armiliato. Der aus Genua stammende Tenor (und Bruder des an der Wiener Staatsoper hoch geschätzten Dirigenten Marco Armiliato) hat im Haus am Ring zwischen 1998 und 2014 68 Abende gesungen und 13 Rollen verkörpert. Das persönliche Erinnerungsblatt nennt als besondere Erlebnisse seine Wiener Auftritte als Andrea Chenier, als Don Carlo sowie als Alvaro („Macht des Schicksals“). Eine attraktive Bühnenerscheinung, groß, sportlich, drahtig wirkend. Ein ausdrucksstarker Schauspieler, ein Höhenjäger mit gesunder baritonaler Grundlage. Ein Spintotenor, gleichermaßen kraftvoll und geschmeidig. Ein Stilist mit erstklassiger Technik. Und ein Sänger, der Musik „visualisieren“ kann.

Seine Karriere währt nun mehr als ein Vierteljahrhundert. Er ging offensichtlich sehr klug mit seiner Stimme um, betrieb keinen Raubbau. Sein Repertoire ist überschaubar geblieben. Verdi und Verismo-Opern sang er all die Jahre„Sänger sind keine Zitronen“, sagte er einmal in einem Interview, und er wollte sich nie im Opernbetrieb auspressen lassen. Eine (auch stimmliche) Krisensituation, die der Krankheit und dem tragisch frühen Tod seiner langjährigen Lebenspartnerin, der Sopranistin Daniela Dessi, geschuldet war, hat er gottlob überwunden.


Otello: Fabio Armiliato und Anna Ryan beim großen Liebesduett. Foto: Herta Haider

Die Stimme, das „bronzene“ Timbre des mittlerweile 61-Jährigen klingt urgesund, wird nach wie vor effektvoll und „im vollen Saft“ eingesetzt. Registerwechsel meistert er mit technischer Perfektion. Ob allein (die Szene „Dio mi poteviscagliar“ aus Verdis „Otello“ mit singdarstellerischer Potenz ), ob im großen Liebesduett „Gia della notte“, gemeinsam mit der armenischen Sopranistin Anna Ryan als Desdemona: Da findet großes Gefühlskino statt. Und die Bühne geht überhaupt nicht ab, so sehr sind beide in ihren Rollen „drin“!

Rückblickend ist es sehr schade, dass Armiliato nie für ein Otello-Gastspiel an der Wiener Staatsoper eingeladen wurde. Und „E lucevan le stelle“aus dem III. Akt Tosca habe ich selten mit derart glaubhafter Leidensfähigkeit im stimmlichen Ausdruck gehört.


Paolo Rumetz (nicht als Falstaff, sondern als Giordano-Bariton). Foto: Andrea Masek

Der in Triest geborene Bariton Paolo Rumetz erfreut sich seit dem spektakulären Einspringen während der Wiener „Rigoletto“-Premiere 2014 großer Beliebtheit beim Stammpublikum. Und auch Dominique Meyer setzt das wertvolle Ensemblemitglied nun nicht nur in Bassbuffo-Rollen, wie dem „Barbiere“-Bartolo, dem Dulcamara oder dem Mesner in „Tosca“ ein. Mittlerweile darf er den Rigoletto auch angesetzt verkörpern, oder den Amonasro, oder  den Padre Germont.

An diesem Abend setzt er mit Verdi (Eri tu, „Unballo in mascera“) und Umberto Giordano (Nemico della patria im „Andrea Chenier“) markante sängerische Ausrufezeichen. Kraftvoll strömt dieser Bariton, mit langem Atem und gekonnter Legatokultur, mit dramatischen Reserven und ungeahntem Höhenglanz! Ohne jetzt leichtfertige Vergleiche herstellen zu wollen: Für einen Moment fiel mir ein anderer Triestiner ein: Piero Cappuccilli, was aber Rumetz nicht herabsetzen, sondern ihm im Gegenteil zur Ehre gereichen soll. Da scheint auch im Haus am Ring noch einiges an Rollenentwicklung möglich. Vielleicht sogar bis hin zum „Falstaff“ oder bei Puccini einmal ein „Gianni Schicchi“ (den hat der Vielseitige mit viel Lust am Buffonesken schon mit Erfolg im Merker-Kunstsalon ausprobiert). Aber auch das Duett aus Verdis „Il Trovatore“, Leonora/Luna, Ah, dove sei crudele, war mit Stretta-Wildheit „nicht ohne“. Auch hier ging’s mit Gefühlskino zur Sache. Rumetz dramatisch auftrumpfend, Anna Ryan mit gewürzten Spintotönen (ein Hauch Chilli, eine Prise Pfeffer) und obendrein geläufiger Koloratur-Gurgel. Ein fulminantes Finish!

Zuvor bewies Anna Ryan bereits große stilistische Bandbreite von Rossini (die schwierige Arie Sombre foret… aus „Guillaume Tell“ bewältigte sie mit der Souveränität einer stilistisch „wissenden“ Sängerin) bis Giordano (La mamma morta war ein weiteres Highlight eines an Höhepunkten reichen Abends).


Fabio Armiliato, Anna Ryan. Foto: Herta Haider

Nach jeder Nummer temperamentvolle Bravi-Rufe. Ja, es waren immer alle gemeint! Das Schlossorchester, eine glückliche Mischung aus viel studentischem Nachwuchs und einigen Routiniers, ist inspiriert bei der Sache. Tiziano Duca, seit Jahren bewährter Dirigent bei den Operngalas, ist auch diesmal wieder ein ruhiger Sachwalter am Pult, der keine dirigentischen Showeinlagen nötig hat. Er strahlt Sicherheit aus. Schon die Ouvertüre zu Rossinis „La Scala di seta“ erweiterte die Gefühlspalette um das komische Element. Sprudelnde Fröhlichkeit, sprühender Witz im Orchester. Gut aufgelegt die Soli von Oboe und Klarinette. Und auch der einzige Ausreißer vom Italienischen, Camille Saint Saëns‘ Bacchanale aus „Samson et Dalila“, bringt dem Orchester verdienten Jubel ein.


Anna Ryan, Tiziano Duca. Foto: Herta Haider

Das begeisterte Publikum erklatscht sich ausdauernd eine Zugabe: Das Intermezzo aus  „Cavalleria Rusticana“, klangsinnlich und auch innig gespielt.

An diesem Abend hätten sich Elena Habermann und alle Mitwirkenden einen Opern-Oscar verdient. Gibt es eine Fortsetzung, auch im Juli 2019?

Karl Masek

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KITTSEE (Burgenland- nahe Bratislava) HEUTE PREMIERE „DIE HOCHZEIT DES FIGARO“

Achtung! DIE PREMIERE IST AUSVERKAUFT. ES SIND KEINE PLÄTZE MEHR VERFÜGBAR!

Das ist ein mutiges Unterfangen! Keine Operette zur Sommerzeit, sondern Mozarts „Figaro“. Mut, der honoriert gehört- durch Ihren Besuch.

Kittsee liegt etwa 50 km von Wien entfernt, erreichbar auf einer Autobahn. Wenige Kilometer weiter befindet sich die slowakische Hauptstadt Bratislava

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Schloss Kittsee. Foto: Agentur

Endlich kommt das Wetter wieder richtig in die Gänge. Zum Premieren-Wochenende hin steht „Sommer“ am Spielplan.

Die Premiere heute um 19:30 Uhr wird mit Sicherheit bei perfektem Wetter stattfinden. Für den Abend und die Nacht sind 21°C vorausgesagt.

Für Freitag gibt es derzeit verschiedene Prognosen. Gewitterneigung, teils nur für den Vormittag vorausgesagt. Vorab jedoch: Kittsee ist wettermäßig sehr begünstigt! Die Temperatur am Abend und in der Nacht: 21°C.

Samstag ist wieder uneingeschränkt Sommer im Lande.

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DAS MERKER-HEFT JULI 2018 GEHT DEMNÄCHST IN DEN VERSAND

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OPERKLOSTERNEUBURG: SAMSTAG IST ES SOWEIT – LA TRAVIATA HAT PREMIERE


Copyright: operklosterneuburg/ Mark Glassner

Am kommenden Samstag, 7. Juli ist es soweit: wir haben Premiere mit Verdis „La Traviata“ im wunderschönen Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg! Als Orchester fungiert die „Beethoven Philharmonie“

Die tragisch-berührende Liebesgeschichte rund um die Kurtisane Violetta ist ein gesellschaftskritisches und musikalisches Kabinettstück von Verdi und zählt zu Recht zu einer der meistgespielten und bekanntesten Opern weltweit.
Wie jedes Jahr erwartet Sie eine hochkarätige Sängerbesetzung und der wunderbar stimmungsvolle Kaiserhof als Opernkulisse!

G. Verdi: LA TRAVIATA
Inszenierung: Christiane Lutz

Violetta Valéry: Eugenia Dushina
Alfredo Germont: Arthur Espiritu
Giorgio Germont: Günter Haumer
Annina: Florina Ilie
Flora Bervoix: Christiane Döcker

Beethoven Philharmonie
Dirigent: Christoph Campestrini

Premiere
Samstag, 07. Juli 2018, 20.00 Uhr

Kaiserhof Stift Klosterneuburg

Vorstellungen:
Juli 10*., 12., 14., 18., 20., 24., 26., 28., August 1., 3. * öffentliche Benefizvorstellung Rotary-Club Klosterneuburg jeweils 20.00 Uhr

Oper für Kinder: Sonntag, 22. Juli 2018, 18.00 Uhr gekürzte Vorstellung
Moderation: Andy Hallwaxx

Karten:
Kulturamt Klosterneuburg: Tel. 02243- 444 424
E-mail: karten@operklosterneuburg.at

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GRAZ: Elvis Costello am 9. Juli auf der Schloßbergbühne Kasematten!

Nächste Woche, am Montag den 9. Juli, gastiert die lebende Rock-/Poplegende Elvis Costello auf der Schloßbergbühne Kasematten in Graz! Am besten ist Costello wohl für seine Auftritte mit The Attractions und The Imposters bekannt. Viel Beachtung fanden jedoch auch seine gemeinsamen Projekte mit Burt Bacharach, The Brodsky Quartet, Paul McCartney, The Charles Mingus Orchestra, Bone Burnett und und und…

Nähere Infos & Tickets

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SAMMLUNG ALTER CDS MIT KLASSISCHER MUSIK ZU VERKAUFEN

Bildergebnis für alte cd sammlung

Liebes Merker-Team!

Ich habe aus einem Nachlass eine umfangreiche Sammlung an CDs von klassischer Musik. (Oper, Sänger auch ältere wie Rosa Ponselle, Dirigenten, Symphonien u.v.m.) Haben Sie vielleicht Zugang zu Kontaktdaten von Interessenten oder können Sie mir vielleicht sagen, wo es eine Möglichkeit gibt, diese zu verkaufen.

Kontakt: megahase@gmx.net>

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OPER BONN: DER KAISER VON ATLANTIS oder DIE TOD-VERWEIGERUNG  von Viktor Ullmann (7.9.)

Sonate 27. April 1945 von Karl Amadeus Hartmann

Regie: Seollyeon Konwitschny | Musikalische Leitung: Hermes Helfricht | In Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn

Freitag, den 7. September 2018 | 20 Uhr | Werkstatt

Premiere von Viktor Ullmanns DER KAISER VON ATLANTIS oder DIE TOD-VERWEIGERUNG (Regie: Seollyeon Konwitschny) einladen, mit der am 7. September die Spielzeit 2018/19 in der Werkstatt eröffnet wird.

Im September 1942 wurde der Komponist Viktor Ullmann ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht, wo neben zahlreichen weiteren Werken die Oper DER KAISER VON ATLANTIS auf ein Libretto seines Mithäftlings Peter Kien entstand. Das Thema war bildhaft und aussagekräftig; keiner, der nicht verstanden hätte, dass mit dem tyrannischen Herrscher, der einen Krieg aller gegen alle ausruft, Hitler gemeint war.

Der Aufführung des KAISER VON ATLANTIS ist Karl Amadeus Hartmanns Sonate 27. April 1945 für Klavier nachgestellt (Pianist: Ben Cruchley), in der der Komponist den Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau, dessen Augenzeuge er hatte werden müssen, musikalisch verarbeitet. „Politik ist Schicksal“ überschreibt das Beethovenfest Bonn das Programm, dessen Musikalische Leitung unser neuer Erster Kapellmeister Hermes Helfricht übernimmt.
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THEATER LÜBECK: SAISONAUFTAKT MIT „BALL IM SAVOY


„Ball im Savoy“. Foto: Kerstin Schomburg

den Saisonauftakt 2018/19 bildet die Premiere der Operette »Ball im Savoy« am 01. September im Großen Haus. Für die Regie zeichnet Michael Wallner verantwortlich, die musikalische Leitung hat Adrian Pavlov. Im Musiktheater gibt es im September zwei Wiederaufnahmen im Großen Haus: Am 20. September wird Mozarts Große Oper »Die Zauberflöte« (Regie: Tom Ryser, musikalische Leitung: Stefan Vladar) wiederaufgenommen; das Musical »Oliver!« nach Charles Dickens’ »Oliver Twist« (Regie: Wolf Widder, musikalische Leitung: Adrian Pavlov) ist ab dem 23. September wieder zu erleben. Das Schauspiel eröffnet die Spielzeit 2018/19 mit Ödön von Horváths »Glaube Liebe Hoffnung – Ein kleiner Totentanz« unter der Regie von Lilja Rupprecht am 07. September in den Kammerspielen. Im Großen Haus hebt sich am 14. September der Vorhang für »Berlin Alexanderplatz« nach dem Roman von Alfred Döblin. Regie führt Andreas Nathusius. Vier Wiederaufnahmen stehen im September im Schauspiel auf dem Spielplan: Das Bürgerbühnen-Projekt »Radikal ICH« kehrt am 15. September zurück auf die Bühne des Jungen Studios, der Spielclub 3 »Dreizehn Leben« am 18. September, beides unter der Regie von Knut Winkmann. In den Kammerspielen wird Pit Holzwarths Liederabend über Patti Smith »Wahrheit ist in allen Dingen« am 20. September wiederaufgenommen. Im Jungen Studio hebt sich der Vorhang wieder für die Inszenierungen »Rückkehr nach Reims« nach Didier Eribon (Regie: Friederike Harmstorf) am 27. September und »Hüsch – Wir seh’n uns wieder« von und mit Andreas Hutzel und Willy Daum am 29. September. Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck begrüßt die neue Spielzeit mit dem 1. Sinfoniekonzert »Im Feenreich der Verwandlungen « am 16. und 17. September in der Musik- und Kongresshalle. Zu hören sind Werke von Carl Maria von Weber, Franz Liszt und Johannes Brahms, dirigiert von Ivo Hentschel. Das 1. Klangbilderkonzert »›Trompettissimo‹ – Mit Pauken und Trompeten« – ein festliches Konzert zum Stadtjubiläum 875 Jahre Lübeck mit Musik für Trompeten, Pauken und Orgel – findet am 24. September in der Katharinenkirche statt. In den Kammerspielen steht am 08. September das Gastspiel »KLANGRAUSCHEN – Musikalische Lesung mit Corinna Harfouch« auf dem Spielplan. Am 22. September lädt das Theater Lübeck im Rahmen der 12. Lübecker Theaternacht große und kleine Theaterfreunde dazu ein, das Theater vom Keller bis zum Dach zu erleben – auf dem Programm stehen Ausblicke auf die neue Spielzeit, Ausschnitte aus erfolgreichen Produktionen, die große Gala des Musiktheaters und ausgefallene Formate wie z.B. offene Proben und Castings.

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