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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021)

23.09.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021)

ARTE präsentiert in Kooperation mit 21 europäischen Opernhäusern die neue digitale Opernspielzeit Saison ARTE Opera 21/22

21 Opernhäuser – 12 Länder – eine Opernspielzeit für Europa: Die Saison ARTE Opera geht in die vierte Runde!

ARTE präsentiert in Kooperation mit 21 europäischen Opernhäusern die neue digitale  Opernspielzeit Saison ARTE Opera 21/22 - ARTE Presse

Ab Oktober 2021 können sich ZuschauerInnen in ganz Europa auf neue Opernübertragungen aus den renommiertesten Opernhäusern des Kontinents freuen – untertitelt in sechs Sprachen und nach der Übertragung im Replay abrufbar auf arte.tv/opera

Zum Auftakt der neuen Spielzeit überträgt ARTE am 1. Oktober, um 20.00 Uhr im Netz Cyril Testes Neuinszenierung von Ludwig van Beethovens Fidelio unter der musikalischen Leitung von Raphaël Pichon live aus der Pariser Opéra Comique. Darüber hinaus stehen Übertragungen aus den Opernhäusern in Wexford, Prag, Dresden, Wien, Lausanne, Palermo, London, Brüssel, Helsinki und Hamburg auf dem aktuellen Programm.

Entdecken Sie die ganze Saison ARTE Opera 2021-22 auf unserer Presseseite.

> Zum Spielzeitheft und zum Trailer

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OPER GRAZ: Interview zum Eröffnungskonzert 

Chefdirigent Roland Kluttig im Gespräch mit Musikdramaturg Bernd Krispin über die komplexen Herausforderungen bei Georg Friedrich Haas und Richard Strauss, über fragile Klänge und technische Virtuosität.

Samstag, 25. Sep 2021, 19.30 Uhr

Roland Kluttig und die Grazer Philharmoniker eröffnen die Saison

Informationen & Tickets

Roland Kluttig. Foto: Bühnen Graz

99 Jahre liegen zwischen der Uraufführung der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss und dem „Concerto grosso Nr. 1 für vier Alphörner“ von Georg Friedrich Haas. Welche spieltechnischen Herausforderungen warten auf die Grazer Philharmoniker – bei Haas, aber auch bei Strauss?
Roland Kluttig:  Die Herausforderungen liegen ganz weit auseinander. Kurz gesagt, sind es bei Haas nur wenige und bei Strauss unendlich viele Noten. Bei Haas ist es das genaue Hinhören, denn es werden nicht nur Viertel-, sondern auch Sechstel- und Achteltöne verlangt. Bei Strauss hingegen haben wir es mit enormer Virtuosität und bei manchen Instrumenten wie zum Beispiel in den Trompeten mit enormer physischer Anstrengung zu tun.

 Kein einziger Ton, den wir je in Oper oder Konzert hören, kommt ohne Obertöne aus. Was also ist das Besondere, wenn Haas Obertonreihen nutzt?
Roland Kluttig:  Er macht die entfernten Obertöne hörbar – insbesondere durch Flageoletts – und verlässt damit die temperierte Stimmung. Es ist ein Farbspiel, vergleichbar mit einem Regenbogen, gleichzeitig ist der Klang sehr fragil.

Hier geht das Interview weiter!

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GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 23. – 29. SEPTEMBER – 2021

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

25.9. DER ZWERG (aus Amsterdam, Aufnahme v. 18.9.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DIE ENTFÜHRUNG A.D. SERAIL (aus Wien, Aufnah,me v. 12.10.2020) Bayern 4- 19.05 Uhr
KÖNIGSKINDER (aus Bonn, Aufnahme v. 4.9.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
SAMSON ET DALILA (aus Orange, Aufnahme v. 10.7.) ORF Ö1-19.30 Uhr
THE MIDSUMMER MARRIAGE (Live aus London) BBC 3-19.30 Uhr
MACBETTO (aus Wien, Aufnahme v. 10.6.) HR 2-20 Uhr
MANON (aus Paris, Aufnahme v. 15.9.) France Musique-20 Uhr
26.9. KÖNIGSKINDER (aus Bonn, Aufnahme v. 4.9.) WDR 3-20.04 Uhr
28.9. IL BARBIERE DI SIVIGLIA (Live aus Wien) ORF Ö1-19 Uhr

EMPFANGSMÖGLICHGKEIT ÜBER DAS INTERNET

ORF – Ö 1 http://oe1.orf.at/
Bayern 4 https://www.br-klassik.de/index.html
HR 2 http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/
WDR 3 http://www1.wdr.de/radio/wdr3/index.htmlSWR 2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Deutschlandradio http://www.deutschlandradiokultur.de/startseite.197.de.html
RAI 3 http://www.radio3.rai.it/dl/radio3/programmi/PublishingBlock-61ab4215-547b-4563-8b1f-8932531e5469.html
Radio Suisse R. https://www.rts.ch/
Radio 4Hilversum https://www.nporadio4.nl/gids-gemist
VRT Klara http://www.klara.be/
RNE Clasica Madrid http://www.rtve.es/radio/radioclasica/programacion/
MET-Stream http://www.metopera.org/Season/Radio/Free-Live-Audio-Streams/
BBC 3 http://www.bbc.co.uk/radio3/programmes/genres/music/classical/opera/all
France Musique https://www.francemusique.fr/opera

Das sind jene Sender, die regelmäßig Opernübertragungen senden. Sollten unseren Lesern noch andere derartige Sender bekannt sein, dann bitten wir um Bekanntgabe inkl. Internetadresse.
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Gesangswettbewerb „Klaudia Taev“ – Pärnu, 14 – 19.09.2021

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Die Protagonisten des „Turco in Italia“ mit dem Dirigenten Erki Pehk (Foto : Promfest)

Tradition wird bei diesem Wettbewerb groß geschrieben : Traditionell wird der der Gesangspädagogin Klaudia Taev gewidmete Konkurs (zu ihren Schülern gehörte u.a. Gorg Ots) alle zwei Jahre im estnischen Pärnu ausgetragen, traditionell steht eine Sängerin der Jury vor, traditionell gehört Schuberts Ave Maria zum Pflichtkanon, und traditionell erhalten die Gewinner nicht nur Geldpreise, sondern darüber hinaus die Gelegenheit, zwei Jahre später in einer szenischen Opernproduktion in Hauptpartien mitzuwirken.

Kompliment an die Jury des Jahres 2019, die eine wirklich gute Auswahl getroffen hat. In Rossinis „Il turco in Italia“ fielen 3 Preisträger des 2019er Wettbewerbs ausgesprochen positiv auf, mit interessant-individuell timbrierten Stimmen und großer Eignung für die für Rossini erforderte Agilität : die Ukrainer ANNA TVERDOVA (Fiorilla) und VLADYSLAV TIUSHCH (Prosdocimo) sowohl der Armenier SARGIS BAZHBEUK-MELIKYAN in der Titelrolle. Der ukrainische Bass TARAS BEREZHANSKY, der 2017 zu den Preisträgern gehörte, nennt ein imponierendes, aber für Don Geronio weniger geeignetes Material sein eigen, während der russische Tenor YURI ROSTOTSKY (Preisträger 2015) als Narciso mit seinem weißen Timbre und ziemlich körperloser Tonproduktion eher unangenehm auffiel. Als Zaida ergänzte die Litauerin KAMILA BONTÉ.

 Zu den Traditionen des PROMFEST genannten Festivals, von dem der Wettbewerb ein Teil ist, gehört (leider) auch, dass die Opernproduktionen Künstlern anvertraut werden, zu deren bisherigen Tätigkeiten das Regie-Handwerk nicht gehörte, so z.B. einem Choreographen „Die Zarenbraut“ (2013), einem Designer „Aida“ (2015) und nun „Turco in Italia“ einem älteren Schauspieler des Endla-Theaters, in dem die Vorstellung stattfand. Seine „Idée fixe“ (oder sollte man nicht besser sagen, fixe Idee) war es, das Stück im Stile einer „soap opera“ aufzuführen, eine Idee, die (zumindest bei mir) für wenige Minuten Aufmerksamkeit und ansonsten viel Langeweile sorgte. Schade, dass diese Künstler der Musik offenbar nicht vertrauen. ERKI PEHK, der Leiter des Wettbewerbs und Festivals, hatte das Orchester der litauischen Kaunas-Oper sehr gut auf Rossini eingeschworen und sorgte für einen brillanten Unterbau der Gesangsprotanisten.

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Die Jury : Plamen Kartaloff, Thomas Hermann, Alain Surrans, Anna Samuil, Mariusz Kwiecien, Stefan Vogel, Christoph Seuferle, Helen Lepalaan, Erki Pehk, Cynthia Makris (Foto : Promfest)

Von 39 Sängern, die die Live- bzw. Video-Vorauswahl überstanden hatten, waren 26 in Pärnu erschienen : 6 aus Süd-Korea (aber in Deutschland studierend), 5 aus Polen, je 3 aus Estland und der Ukraine, je 2 aus Russland und Litauen, je 1 aus Armenien und Ungarn. 13 Soprane, 4 Mezzosoprane, 5 Tenöre, 3 Baritone und 1 Bass.

Die Anforderungen an das Repertoire der Teilnehmer waren nicht gering : in der 2. Runde (der 1. in Pärnu) ein Stück von Mozart oder früher plus eine Arie, in der 3. Runde Schuberts Ave Maria plus ein Lied / Romanze, im Semi-Finale ein Stück, komponiert nach 1950, plus eine Opernszene sowie im Finale 2 Arien (mit Orchester).

In den Vorrunden hörte ich einige ausgezeichnete Leistungen von Künstlern, die es nicht bis ins Finale schafften, so die Süd-Koreanerinnen SARAH SEUNGHWA CHAE, HAEWON LEE (hatte kürzlich Contessa de Folleville in Pesaro gesungen), SOYOON LEE und SARAH YANG, allesamt hohe Koloratursoprane, prädestiniert für Rollen wie Zerbinetta. Mag sein, dass die Jury bezweifelte, ob das Volumen ihrer Stimmen ausreichte, um im Finale über das (teilweise sehr laute) Orchester zu kommen, oder dass für „ihre“ Arien kein Orchestermaterial vorlag. Interessant auch der armenische Tenor TIGRAN HAKOBYAN, der an der Armenischen Nationaloper schon Canio gesungen hatte und sich in Pärnu mit einem etwas irritierenden Repertoire von Mozarts Don Ottavio zu Tschaikowskys Hermann vorstellte. Seinen Calaf, mit dem er sich im Finale präsentiert hätte, hätte ich gerne gehört.

Natürlich kann man immer etwas an Jury-Entscheidungen kritisieren, besonders dann, wenn sie nicht dem eigenen Votum entsprechen. Eher ist kritisch zu bewerten, dass zwei der Juroren erst zum Semi-Finale „einstiegen“, sie also nicht dieselben Eindrücke hatten, die ihre Kollegen bekamen, die von Anfang an dabei waren. Auch würde ich zu gerne wissen, ob es denjenigen Juroren erlaubt war, über Sänger abzustimmen, die sie entweder schon engagiert hatten bzw. die sie von Meisterklassen her kannten.

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Die Finalisten Kamila Dutkowska, Gyungmin Gwon, Zuzana Nalewajek Serhii Moskalchuk, Yuliia Zasimova, Kadi Jürgens (Foto : Promfest)

Ich muss gestehen, ein schlechter Juror gewesen zu sein, denn weder hätte ich zwei der Finalisten (sogar beide Preisträger) ins Finale gelassen noch haben meine Favoritinnen einen Preis erhalten. Letztere waren die Polin KAMILA DUTKOWSKA und die Ukrainerin YULIIA ZASIMOVA. Dutkowska hatte im Semi-Finale mit einem ausdrucksstarken Vortrag der großen Anna Bolena-Szene begeistert, in dem sie sich nicht nur als großartige Sängerin, sondern als KÜNSTLERIN erwies. Mag sein, dass die Mimi-Arie im Finale die falsche Wahl war, denn hier hatte sie unüberhörbar Schwierigkeiten, sich gegenüber dem Orchester Gehör zu verschaffen. Diese Schwierigkeiten hatte Zasimova überhaupt nicht; Lucia und Juliette ließen ein interessantes Timbre von sehr guter Geläufigkeit mit brillanten Höhen hören. Wenigsten wurde sie mit dem Sonderpreis der Estnischen Nationaloper bedacht. Drittplazierte wurde die Estin KADI JÜRGENS, die mir in den Vorrunden nicht als eine überdurchschnittliche Sängerin aufgefallen war, ein Eindruck, den ich auch im Finale nicht revidierte. Das Timbre fand ich nicht besonders interessant, also : wichtiger als das Womit scheint das Wie gewsesen zu sein. Den dritten Preis teilte sich mit ihr der ukrainische Bassbariton SERHII MOSKALCHUK, sehr gut im Finale als Leporello und Gounods Mephistophélès. Zweiter wurde der süd-koreanische Bariton GYUNGMIN GWON, dessen Material für die Vorrunden im Endla-Theater bzw. (für Ave Maria) in einem kleineren Raum beinahe zu groß war. Sein Final-Tonio (mit Orchester!) war erstklassig. Vielleicht hätte er mit dem Rossini-Figaro besser abgeschnitten als mit Valentin, bei dem er Probleme hatte, die benötigte ruhige Stimmführung zu finden. Gewinnerin wurde die erst 23jährige polnische Mezzosopranistin ZUZANNA NALEWAJEK, die mir sowohl in allen Vorrunden als auch im Finale nicht mit einem mir im Ohr haften bleibenden Timbre gesegnet vorkam, was vielleicht auch eine Geschmackssache ist, denn die Jury, die aus erfahrenen Juroren bestand, hatte offensichtlich etwas herausgehört, was mir noch verborgen geblieben ist. Nicht verborgen geblieben ist sie ihrem Landsmann Mariusz Kwiecien, diesem großartigen Bariton, der sie noch vor diesem Wettbewerb als Dorabella und Cherubino a das Opernhaus von Wroclaw eingeladen hatte, wo er als Künstlerischer Direktor fungiert.

Sune Manninen

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Opernrarität in Hildesheim: MEDEA von Giovanni Pacini

Archivio Storico Ricordi | Collezione Digitale
Copyright: Verlag Ricordi

Mit einer deutschen Erstaufführung startet auch das Musiktheaterensemble des tfn am Sonntag, 2. Oktober, in die neue Spielzeit. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ziemen und in einer Inszenierung von Beka Savić ist Giovanni Pacinis „Medea“ zu erleben.

Medea verliebt sich in Giasone, den Anführer der Argonauten und tut alles für ihn: Sie verrät ihre Heimat und tötet sogar ihren Bruder. Giasone und Medea gründen eine Familie und bekommen zwei Kinder. Doch das Liebesglück währt nicht lang Giasone wünscht die Trennung von Medea, da er die Tochter des Königs Creonte heiraten möchte. Medea bleibt mit sich und ihrem untröstlichen Schmerz allein.

Der Mythos um Medea, die Frau, die ihre Kinder tötet, fasziniert bis heute und bietet reichlich Stoff für Diskussionen. Auch Komponist Giovanni Pacini war inspiriert von dem weltberühmten Stoff und schuf eine Belcanto-Oper, die bis heute nur auf italienischen Bühnen zu erleben war. Die musikalische Leitung der deutschen Erstaufführung in Hildesheim übernimmt Generalmusikdirektor Florian Ziemen, Beka Savić setzt die packende Geschichte in Szene. Für den Chor zeichnet Achim Falkenhausen verantwortlich. Die Oper ist als Teil der diesjährigen Trilogie zu erleben; das tfn widmet sich dem Stoff auch im Schauspiel und im Tanztheater. Verbindendes Element der drei Inszenierungen ist das Bühnenbild von Ausstattungsleiterin Anna Siegrot.

Karten für die Premiere am Samstag, 2. Oktober, 19 Uhr sowie die nächsten Vorstellungen am Samstag, 9. Oktober und Samstag, 23. Oktober, kosten zwischen 12 und 38 Euro und sind im Service Center (Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim), unter 05121 1693 1693 sowie online auf www.mein-theater.live erhältlich.

Am Sonntag, 31. Oktober, sind alle drei Medea-Inszenierungen an einem Tag im Stadttheater Hildesheim zu sehen, ergänzt durch ein vielfältiges Rahmenprogramm. Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich zwei oder alle drei Inszenierungen ansehen möchten, bietet das tfn ein Kombiticket an, mit dem die zweite und dritte Karte 50 % günstiger ist. Das Angebot ist ausschließlich im Service Center erhältlich.
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MITTELSÄCHSISCHES THEATER (Freiberg, Döbeln)

Erste Opernpremiere seit langer Zeit: am Samstag, den 2. Oktober 2021 um 19.30 Uhr in der Freiberger Nikolaikirche.

Intendant Ralf-Peter Schulze inszeniert in der Ausstattung von Tilo Staudte zwei Einakter: „Das Telefon“ von Gian Carlo Menotti und „Il Tabarro“ (Der Mantel) von Giacomo Puccini.

Eine „Opera buffa“, die heiter und spielerisch das Entstehen einer Beziehung beschreibt, in außergewöhnlicher Kombination mit einer Oper über einen hochdramatischen Beziehungsverlauf, der in einem Mord endet.

Die musikalische Leitung hat GMD Jörg Pitschmann.
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