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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 22. NOVEMBER 2018)

22.11.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 22. NOVEMBER 2018)

AB FREITAG: La Bohème an der Wiener Staatsoper

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Neu besetzt ist die Vorstellungsserie von Puccinis La Bohème ab Freitag, 23. November 2018 an der Wiener Staatsoper: Erstmals sind im Haus am Ring unter der musikalischen Leitung von Speranza Scappucci Benjamin Bernheim als Rodolfo, Marina Rebeka als Mimì, Clemens Unterreiner als Marcello, Samuel Hasselhorn als Schaunard, Mariam Battistelli als Musetta und KS Hans Peter Kammerer als Benoit/Alcindoro zu erleben. Ryan Speedo Green verkörpert den Colline.

Reprisen: 23. und 29. November

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Marina Rebeka. Copyright: David White

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Benjamin Bernheim. Copyright: Richard Boll

Die Vorstellung am 29. November 2018 wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD gestreamt: www.staatsoperlive.com.

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WIENER STAATSOPER: URAUFFÜHRUNG VON DIE WEIDEN VON JOHANNES MARIA STAUD UND DURS GRÜNBEIN AM 8. DEZEMBER 2018

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Durs Grünbein, Andrea Moses, Ingo Metzmacher, Johannes Maria Staud. Foto Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zur Uraufführung

Am 8. Dezember 2018 kommt im Haus am Ring Johannes Maria Stauds und Durs Grünbeins neue Oper Die Weiden, ein Auftragswerk der Wiener Staatsoper, zur Uraufführung.

Die Weiden ist nach Berenice und Die Antilope bereits die dritte gemeinsame Oper des aus Tirol stammenden Komponisten Johannes Maria Staud und des deutschen Lyrikers Durs Grünbein. Kurz vor der Uraufführung der Antilope im Jahr 2014 erhielt Johannes Maria Staud den Opernauftrag der Wiener Staatsoper. Wie Andreas Láng für das Staatsopernmagazin „Prolog“ mit dem Komponisten erörtert, stand von Anfang an fest, dass das aufeinander eingespielte Team Staud-Grünbein auch in diesem Fall zusammenarbeiten würde. In den ersten Monaten gingen die beiden zahllose mögliche Themenfelder durch, vieles wurde gelesen, intensiv diskutiert, verworfen, neu überdacht. Für eine eskapistische Künstleroper etwa, schien, nach der Flüchtlingskrise 2015 und den daraus resultierenden politischen Reaktionen, nicht die richtige Zeit zu sein, es sollten vielmehr Dinge angesprochen werden, die die Menschen heute bewegen, keine fiktive Epoche also, sondern das Hier und Jetzt:

Bedenkt man die internationale Strahlkraft der Wiener Staatsoper, so geht es ja nicht zuletzt auch um das (künstlerische) Wahrnehmen der gesellschaftspolitischen Verantwortung. Schlussendlich kristallisierte sich ein Gedanke heraus: Eine Reise, entlang an einem großen Strom.

Mehrere literarische Vorlagen – Joseph Conrads Heart of Darkness, ferner The Willows des englischen Horrorschriftstellers Algernon Blackwood sowie Howard Phillips Lovecrafts The Shadow over Innsmouth wurden zusammengeführt respektive als Basis einer neuen Geschichte gewählt, die als verzweifelter Aufschrei verstanden werden soll, als hingeworfener Fehdehandschuh an die Bürger eines wohlhabenden Kontinents, an die Bürger wohlhabender Länder, die, getrieben von irrationalen Ängsten, hemmungslos die Ideale der Aufklärung über Bord werfen und sich den Rattenfängern des Hasses willenlos hingeben. Wichtig war Johannes Maria Staud und Durs Grünbein allerdings, dass hier nicht ein moralischer Zeigefinger erhoben wird, kein diskurspolitisches Stück vorgestellt wird. „Wir wollen nicht Politik machen mit unserer Oper, wir machen Kunst“, so Staud, „und deshalb changieren Die Weiden zwischen Realem und Surrealem. Wir zeigen im poetischen Modell, was uns unter den Fingern brennt.“ Die Reise am Strom, von der hier berichtet wird, beginnt idyllisch, eine junge Frau möchte gemeinsam mit ihrem Geliebten dessen Heimat erkunden, doch mit der bieder scheinenden Bevölkerung, vor der die Eltern der jungen Frau gewarnt haben, stimmt etwas nicht:

Drohendes und Gefährliches bricht nach und nach unter der freundlichen Fassade hervor und schließlich beginnen die meisten eine sonderbare, gruselige Verwandlung durchzumachen: Sie mutieren stückweise zu kaltblütigen Karpfen – genauso wie dies schon einmal, in einer dunklen und schrecklichen Zeit, geschehen war …

Statements der Autoren

Johannes Maria Staud:

„Bei Die Weiden handelt es sich um eine Reise ‚into the heart of darkness‘ an einem großen Strom in Mitteleuropa heute, den man, wenn man so will, unzweifelhaft als ‚Die Donau‘ identifizieren kann. Das Geschehen schwankt zwischen einer Reisegeschichte zweier sich entzweiender Liebender und einem surreal verzerrten Beobachten der bedrohlichen Entwicklungen heute. Stichworte: der Wutbürger, die Bürgerwehr, das zunehmende Abschotten von außen und die Verrohung der gesellschaftlichen Mitte – und dies trotz unserer schwer belasteten Geschichte. Das erreichen wir mit pandämonischen Halluzinationen einer der Protagonistinnen wie auch durch das Verwandlungsmotiv Mensch-Karpfen.“

Durs Grünbein:

„Die Oper ist eine Expedition in das Herz Europas, eines neuerdings wieder zerrissenen Kontinents“ und beschreibt: „In sechs Bildern und mehreren Zwischenstücken (‚Passagen‘ genannt) entfaltet sich das epische Panorama einer Flussreise. Der Strom ist der stille Protagonist, er verbindet die Erzählmotive, in ihm finden Landschaft, Musik und Geschichte zusammen. Entlang des Wasserweges entwickelt sich, über mehrere Stationen hinweg, die Handlung. Die Stationen heißen ‚Der Rastplatz‘, ‚Das Grillfest am Strom‘, ‚Die verlassene Waldschänke‘, ‚Eine Villa auf dem Hügel überm Fluss‘, ‚Die verschlossene Stadt‘ und ‚Die Weideninsel‘. Dort, in einer Gegend aus Auenwäldern und Inseln mit dichtem Weidenbestand, im Volksmund das Land der Verlassenheit genannt, kommt es zu einem tragischen Ende in einer Hochwasserflut und bei schwerem Sturm. Was genau in diesen letzten dramatischen Stunden mit den vier jungen Menschen geschah, wird nie ganz geklärt werden können.“

Das Leading Team

Ingo Metzmacher leitet die Premierenserie musikalisch. An der Wiener Staatsoper debütierte der deutsche Dirigent 2009 mit der Premiere von Lady Macbeth von Mzensk und dirigierte hier weiters die Premieren von Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und Lulu sowie Vorstellungen von Parsifal, Jenůfa und Elektra.

Inszeniert wird die Uraufführungsproduktion von Andrea Moses. Die aus Dresden stammende Regisseurin, die bisher u. a. an der Staatsoper Stuttgart, in Hannover, Weimar, Bremen, bei der Münchner Biennale, in Dessau und an der Berliner Staatsoper Unter den Linden tätig war, präsentiert mit Die Weiden nun erstmals eine ihrer Arbeiten an der Wiener Staatsoper.

Das Bühnenbild gestaltet Jan Pappelbaum, die Kostüme stammen aus der Feder von Kathrin Plath – beide sind mit Die Weiden erstmals für das Haus am Ring tätig.

Für das Lichtdesign zeichnet Bernd Purkrabek verantwortlich, für Videoprojektionen Arian Andiel, für die Dramaturgie Moritz Lobeck und Thomas Wieck.

Für die Live-Elektronische Realisation arbeitet Komponist Johannes Maria Staud mit Michael Acker am SWR Experimentalstudio zusammen.

Die Besetzung

Als Lea ist die israelische Mezzosopranistin Rachel Frenkel zu erleben. Sie ist Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie bisher u. a. als Rosina (Il barbiere di Siviglia), Angelina (La cenerentola), Ruggiero (Alcina), Komponist (Ariadne auf Naxos) und Cherubino (Le nozze di Figaro) zu erleben war. Nach Les Troyens (sie verkörperte den Ascagne) ist Die Weiden nun ihre zweite Staatsopern-Premiere.

Tomasz Konieczny verkörpert den Peter. Der international gefragte polnische Bassbariton ist dem Publikum des Hauses am Ring u. a. durch seine Auftritte als Wotan und Alberich (Der Ring des Nibelungen), Mandryka (Arabella), Jochanaan (Salome), Cardillac sowie zuletzt Caspar (Der Freischütz) bestens bekannt. Die Weiden ist seine siebte Premiere an der Wiener Staatsoper nach Siegfried, Götterdämmerung, Das Rheingold (Alberich), Cardillac (Goldhändler), Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Dreieinigkeitsmoses) und La fanciulla del West (Jack Rance).

Die Kitty singt Andrea Carroll. Die US-amerikanische Sopranistin ist Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie bisher u. a. als Norina (Don Pasquale), Zerlina (Don Giovanni), Nannetta (Falstaff), Adina (L’elisir d’amore) und Susanna (Le nozze di Figaro) sowie in der Titelpartie der Kinderopern-Uraufführung Fatima, oder von den mutigen Kindern Erfolge feierte. Die Weiden ist nach Fatima ihre zweite Premiere am Haus.

Thomas Ebenstein verkörpert den Edgar. Auch er ist Ensemblemitglied des Hauses am Ring und verkörperte hier bereits zahlreiche Partien wie Froh (Das Rheingold), Steuermann (Der fliegende Holländer), Valzacchi (Der Rosenkavalier), Alfred und Dr. Blind (Die Fledermaus). Die Weiden ist die achte Staatsopernpremiere des aus Kärnten stammenden Tenors nach Monostatos (Die Zauberflöte), Caliban (The Tempest), Vítek (Věc Makropulos), Dr. Cajus (Falstaff), Parsifal (3. Knappe), Marquis (Der Spieler) sowie zuletzt Dantons Tod (Robespierre).

Als Fernsehreporterin bzw. Krachmeyer sind die beiden u. a. aus zahlreichen Burgtheater-Produktionen bekannten Schauspieler Sylvie Rohrer und Udo Samel erstmals an der Wiener Staatsoper zu erleben.

In weiteren Partien sind die Staatsopern-Ensemblemitglieder KS Wolfgang Bankl als Demagoge / Oberförster, Monika Bohinec als Leas Mutter, Herbert Lippert als Leas Vater / Angler am Ufer, Donna Ellen als Peters Mutter und Alexandru Moisuc als Peters Vater zu erleben.

Ihre Debüts im Haus am Ring geben Katrina Galka und Jeni Houser als Fritzi bzw. Frantzi sowie die Schauspieler Selina Ströbele als Wasserleiche und Gregor Buchhaus als Kameramann.

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper und das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, es singt der Chor der Wiener Staatsoper.

Einführungsmatinee zur Uraufführung

Im Gespräch mit den Staatsoperndramaturgen Dr. Andreas Láng und Dr. Oliver Láng geben Mitwirkende der Premiere in der Einführungsmatinee am Sonntag, 2. Dezember 2018 (11.00 Uhr im Großen Haus) Einblicke in die Neuproduktion und stellen das Werk im Detail vor.

Die Weiden im Radio sowie im Livestream

Radio Ö1 (+EBU) überträgt die Premiere am 8. Dezember 2018 ab 19.00 Uhr live. Die Vorstellung am 16. Dezember wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD übertragen: www.staatsoperlive.com

Ähnliches Foto

Inhaltsangabe

Mit einem Kanu sind die Philosophin Lea und der Künstler Peter, ein junges, frischverliebtes Paar, unterwegs auf dem Großen Strom. Es ist ihr erster gemeinsamer Sommer und Peter möchte seiner aus dem Westen stammenden Geliebten auf diese Weise seine Heimat präsentieren. Für Lea ist die Flussexpedition zugleich eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie – schließlich sind ihre Vorfahren einst aus eben dieser Gegend vertrieben worden. Nicht zuletzt darum hatten Leas Eltern, von dunklen Vorahnungen getrieben, vergeblich von diesem Unternehmen abgeraten und an die Karpfenmenschen-Legende erinnert: an die Parabel von den Anwohnern des Großen Stromes, die sich eines Tages in Wesen mit Fischköpfen verwandeln und gegen alles Fremde, Andersstämmige und Nicht-Zugehörige mobilmachen.

Zunächst scheint nichts das Liebesglück der beiden jungen Menschen zu stören und auch die Landschaft rund um den Großen Strom zeigt sich von einer freundlich-pittoresken Seite. Doch nach und nach wird die Umgebung immer unwirtlicher, düsterer, ja geradezu gefährlich und auch Leas und Peters Beziehung erfährt mit Fortgang der Geschehnisse immer größere Risse. So löst sehr bald ein nicht identifizierbarer vorübertreibender Kadaver erste Kälteschauer und Missverständnisse zwischen ihnen aus.

Eine noch größere Belastung ihrer Beziehung bringt das Zusammentreffen mit Peters ehemaligem Schulfreund, dem Jungunternehmer und Hochstapler Edgar und dessen Braut Kitty auf deren Hochzeit – die wechselseitige, auch erotische Anziehung der beiden Paare und nicht zuletzt die Tatsache, dass die vier jungen Leute die Flussreise zu Leas Widerstreben gemeinsam mit Edgars weißer Yacht fortsetzen und das Kanu lediglich im Schlepptau mitführen, entfremden Peter und Lea immer mehr: Als es Abend wird und sie an einer verschwiegenen Stelle an Land gehen, kommt es regelrecht zur Verwandlung der Paare. In bester Alkohollaune schwinden die letzten Hemmungen. Während Lea im Wald Halluzinationen zu erleben scheint, kommt es zwischen Peter, Edgar und Kitty zu einer erotischen Annäherung. Zwar kann sich Lea ihren Geliebten zurückholen und mit ihm fluchtartig im Kanu in die Nacht verschwinden, aber der Verrat ist geschehen.

Unerfüllbar zeigt sich die Sehnsucht Leas, „zum Anfang zurückzukehren“. Vielmehr hat sie sich, von Peters Eltern zum Abendessen eingeladen, einer tausendjährigen reaktionären Enge, einem Berg von Mehlspeisen, der Waffensammlung von Peters Vater und den zynischen Äußerungen des Komponisten Krachmeyer, einem dämonisch-rückwärtsgewandten Hausfreund der Familie, zu stellen. Mit der Bemerkung „Peter, du tust mir leid“ verlässt Lea die fressende Gesellschaft und gerät in die Wahlkampfveranstaltung eines Demagogen, der fremdenfeindliche Parolen absondert. Sie beginnt wieder zu halluzinieren und meint ihre Eltern durch die Menge herannahen zu sehen.

Peter reißt Lea aus ihren Halluzinationen und macht ihr Vorwürfe, seinen Familientisch verlassen zu haben. Die beiden Leute sind sich endgültig fremd geworden – Peter streckt Lea schließlich mit einem Flossenschlag nieder. Wenig später sehen Edgar und Kitty, am sonnenbeschienenen Landesteg sitzend, das Kanu vorbeitreiben: Eskortiert von der stummen Lea, sitzt Peter nackt und gefesselt darin und verflucht seine Heimat und seine Familie. Da bricht ein mächtiges Gewitter los und im wilden unaufhörlich steigenden Wasser und zwischen den sich scheinbar von allen Seiten nähernden Weiden gehen Edgar und Kitty sterbend unter.

Es kommt zur finalen Auseinandersetzung zwischen Lea und Peter. Zu spät möchte Peter die Beziehung retten, aber Leas Entschluss die Reise zu beenden und Peter zu verlassen ist endgültig. Schließlich springt Peter, möglicherweise schon vollständig verkarpft, über Bord. Lea ist im Reich der Weiden alleingeblieben. Die Natur wird zum Sprachrohr der Opfer des großen politischen Gewaltverbrechens an diesem Strom, Lea beschwört die Natur und denkt über Schuld und Geschichte nach …

Die Bilder

Prolog. Im Elternhaus
Vorspiel. Ein Fluss, von Geschichte schwer 1. Bild. Der Rastplatz Passage 1. Auf dem Strom 2. Bild. Die Hochzeit im Strombad Passage 2. Auf dem Strom 3. Bild. Die verlassene Waldschänke

Pause

4.Bild. Die verschlossene Stadt am Strom 4.1. Eine Villa am Hang
Einschub: Passage 3. Auf dem Strom
Fortsetzung 4.1. Eine Villa am Hang
Zwischenspiel. Verwandlungsmusik
4.2. Der historische Marktplatz
5.Bild. Der letzte Ruderclub
Passage 4. Auf dem Strom
6.Bild. Die Weideninsel
Epilog

Geplante Dauer: 2 ¼ Stunden Spielzeit mit einer Pause nach dem 3. Bild

Literarische Bezugspunkte für das Original-Libretto

Algernon Blackwood – The Willows (deutsch: Die Weiden), 1907 H.P. Lovecraft – Shadows Over Innsmouth (deutsch: Schatten über Innsmouth), 1936 Joseph Conrad – Heart of Darkness (deutsch: Herz der Finsternis), 1899

Orchesterbesetzung

3 Flöten (2. auch Piccolo und Altflöte in G, 3. auch Bassflöte)
3 Oboen (2. auch Musette in (hoch)F, 3. auch Englischhorn in F)
3 Klarinetten in B (2. auch Bassetthorn in F, 3. auch Kontrabass-Klarinette in B)
2 Saxophone (1. Sopran in B und Alt in Es, 2. Tenor in B und Bariton in Es)
3 Fagotte (3. auch Kontrafagott)
4 Hörner in F (3. auch Wagnertube in B, 4. auch Wagnertube in F)
3 Trompeten (2. auch Piccolo-Trompete in (hoch)B)
3 Posaunen
Tuba

Timpani (5 Pauken); auch Schlagzeug 0: Cencerro (sehr hoch), 2 Schellenbündel (Sleigh Bells) – hoch und tief, Cabaza (hoch), Guiro (sehr tief), Flexaton (mittel), Vibraslap (tief), 3 Metallkanister aufgehängt (sehr hoch, hoch, mittel), 6 (ungestimmte) Holzschlitztrommeln (hoch, mittelhoch, mittel, mitteltief, tief, sehr tief) Schlagzeug 1: Vibraphon, Crotales (c’’’-c’’’’’), 2 Crash-Becken (hoch, mittel), 2 Chinese Opera Gongs (sehr hoch, mitteltief), 2 Tamburins (sehr hoch und mittelhoch), Cencerro (hoch), Guiro (hoch), Maraca (mittel), Tenortrommel – mit Schnarrsaiten (mittel), 4 Chinesische Tom-Toms (hoch, mittel, mitteltief, tief), Grosse Trommel (tief), 2 Holzkisten – aus schichtenverleimtem Massivholz (mitteltief, sehr tief) Schlagzeug 2: Glockenspiel, 5 Plattenglocken (Fis, c, g, gis, d’), 3 Chinesische Becken (hoch, mittel, tief), Chinese Opera Gong (mittelhoch), 2 Schellenbündel (Sleigh Bells) – sehr hoch und mittel, Claves (sehr hoch), Guiro (mittel), Cabaza (mittel), Woodblock (mittelhoch)Tamburin (tief), Kleine Trommel (sehr hoch), Rührtrommel – mit Schnarrsaiten (tief), Donnerblech (sehr tief)

Schlagzeug 3: Röhrenglocken (f-f’’), 5 Plattenglocken (Es, cis, d, h, f’), Ride-Becken (tief), Chinese Opera Gong (hoch), 2 Schellenbündel (Sleigh Bells) – äußerst hoch, mittel, 2 Cencerros (hoch, mittel), Guiro (tief), 3 Holzrührtrommeln (Stirring Xylophones) – hoch, mittel und tief, Flexaton (hoch), Tamburin (hoch), 4 Bongos (sehr hoch, hoch, mittelhoch, mittel), 2 Congas (mitteltief, tief), Kleine Trommel (hoch), Grosse Trommel (sehr tief) Schlagzeug 4: Marimbaphon (C-c’’’’), 10 Gongs (D, B, es, a, e’, g’, gis’, b’, h’, f’’), Chinese Opera Gong (mittel), Cencerro (mitteltief), 2 Tamburins (sehr hoch und mittel), 2 Mokushos (sehr hoch, hoch), Claves (hoch), Cabaza (mittelhoch), Guiro (mittelhoch), Vibraslap (mittel), Flexaton (sehr hoch), Rührtrommel – mit Schnarrsaiten (sehr tief), 5 Tam-Tams (sehr hoch, hoch, mittel, tief, sehr tief)
Harfe (auch: Tamburin (hoch))

Klavier
MIDI-Klavier (auch: Celesta) (auch: Tamburin (tief)) Große Orgel (gegen Ende der Oper; kann auch vom MIDI-Klavierspieler übernommen werden)

12 Violinen I
10 Violinen II
8 Viole
6 Violoncelli
5 Kontrabässe (3.–5. Fünfsaiter, bei 1. und 2. IV. Saite auf Es’ gestimmt)

Bühnen-Ensemble
Klarinette in A
Trompete in C (oder B)
Posaune

Drumset: Splash-Becken (sehr hoch), 2 Crash-Becken (hoch und mittel), Ride-Becken (tief), Hi-hat (mittel), Donnerblech (tief), Tamburin (auf Ständer) – mittelhoch, 3 Metalltonnen (hoch, mittel, tief) – quasi Tom-Toms, Metalltonne (sehr tief – mit Fußmaschine), Cowbell (mittelhoch), 3 umgedrehte Konservendosen (hoch, mittel, tief) – mit offener Seite auf Filzunterlage fixiert
Harmonium (leicht verstärkt)

Violine
Viola
Kontrabass

Elektronik:  Die Elektronik wird vom Komponisten gemeinsam mit Michael Acker am Experimentalstudio des SWR in Freiburg realisiert.
Das MIDI-Klavier operiert häufig mit mikrotonal umgestimmten Tasteninstrumentenklängen.
Es triggert aber auch gemeinsam mit einem Klangregisseur im Saal die in Stereo abgemischten Tonbandzuspielungen.
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BUCHBESPRECHUNG: Otto Schenk –  WER’S HÖRT, WIRD SELIG
Musikalisches und Unmusikalisches
240 Seiten, Amalthea Verlag, 2018

Jetzt dirigiert er auch noch… aber wenn man lebenslang ein so passionierter Musikliebhaber war und ist wie Otto Schenk, dann wünscht man sich zum 88er auch das. Und schreibt wieder ein Buch. Diesmal über Musik, weil er dazu so viel zu sagen hat.

Musik hat er immer geliebt, von früher Jugend an – aber die Klassik. Da ging es ihm wie manchem, der diese Erfahrung mit ihm teilt, dass die ganze Pop-Welt unbeachtet an ihnen vorbei gerauscht ist. Ungehört. Weil niemand, der dem Rausch der Klassik verfällt, anderes braucht. Dabei war er nicht gut im Singen und im Klavierspielen. Aber die „Achte“ von Bruckner hat er auf Anhieb verstanden… Und wenn man einen Vater hat, der einem die Wagner-Opern erzählt (statt Märchen) und die musikalischen Höhepunkte vorsingt (vorkrächzt), dann ist der Lebensweg ja auch schon bereitet. (Seiner Wagner-Arbeit widmet er später ein ganzes langes Kapitel.)…

ZUR BUCHBESPRECHUNG (Renate Wagner)

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OPER FRANKFURT: FOTOS VOM LIEDERABEND CHRISTIANE KARG (20.11.)


Christiane Karg. Copyright: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt


Christiane Karg, Simon Lepper. Copyright: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt
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MÜNCHEN/ „Die Münchner Opernfreunde“: KÜNSTLERGESPRÄCH SALLY MATTHEWS


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WIEN: NÄCHSTES KÜNSTLERGESPRÄCH BEIM ONLINE-MERKER“

Der italienische Tenor Andrea Carè singt am 1./3. und 7. Dezember an der Wiener Staatsoper den „Pinkerton“ in Puccinis „Madama Butterfly“

Am 5.12, ist er zu einem Künstlergespräch in unserer „Online-Galerie“ zu Gast

Die Vorstellung am 7.12. wird als Staatsopern-Stream zu sehen sein!

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KONZERTE VON STEVEN SCHESCHAREG IN WIEN

Liebe Wiener Freunde!
Es freut mich endlich wieder in Wien zwei wichtige Konzerte für Euch zu singen. Nach erfolgreichen Auftritten in der USA in New York, New Jersey und Washington darf ich meinen Freunden in Wien großartige Musik von großartigen Komponisten präsentieren. Wie viel von Euch wissen, finde ich es besonders wichtig, Musik von vertriebenen Komponisten zu unterstützen, darüber zu erzählen und auf die Bühne zu bringen. Deswegen ist es für mich eine große Ehre, dass diese Konzerte auch von bedeutenden Veranstaltern wie der Zemlinsky Gesellschaft und des Arnold Schönberg Centers unterstützt werden. Danke für Euer Interesse und Unterstützung. In diesen Sinne liebe wünsche ich Euch eine schöne und besinnliche Adventzeit voll mit Musik, Liebe und Frieden.
Alles Gute, Steven

Nach New York und Washington, freue ich mich nun meinen Zemlinsky Liederabend am 4. Dezember in Wien präsentieren zu dürfen. Im Haus Hofmannsthal (Reisner Str. 37, 1030 Wien) werde ich Lieder und Opernausschnitte von Alexander Zemlinsky (Unbekanntes aus seiner Oper „Sarema”, monumentale, herrliche, harmonische Lieder und lustige Brettl-Lieder) von Arnold Schönberg (noch derbere Brettl-Lieder) Max Brand (Märsche und Balladen) Erich Wolfgang Korngold (Lieder Op. 38) Hugo Wolf und Franz Schreker singen. Das Konzert mit Stephanie Timoschek am Klavier wird mit freundlicher Unterstützung des Zemlinsky Fonds und Dieter Bock organisiert. Herzlichen Dank!
Mehr Information unter Zemlinsky

Zusammen mit dem Madison Streichquartett, bin ich froh wieder im Arnold Schönberg Center am 14. Jänner aufzutreten. “Dover Beach” von Samuel Barber für Bariton und Streichquartett ist eines des schönsten Vokalkammermusik Stücke überhaupt. Speziell für dieses Konzert haben wir auch Schönbergs einzigartiges und politisches Werk “Ode to Napoleon” vorbereitet, wozu Gäste wie Dirigent Charles Prince und Moderator Eike Feß kommen werden. Selten gehört – die “Ode to Napoleon” ist eine Botschaft gegen Tyrannei, Faschismus und politische Unterdrückung. Geschrieben im Amerikanischen Exil ist das Werk seine Reaktion auf den Krieg und die Ereignisse in seiner Österreichischen Heimat. Musik und Politik fanden im 20. Jahrhundert immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen zusammen: sei es im Dienste der Propaganda, oder als aktiver Widerstand gegen Unrecht. Schönbergs »Ode to Napoleon Buonaparte« vereinigt in einer packenden Musiksprache beide Tendenzen als Fanal gegen die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Schönbergs Klassiker erklingt zweimal in diesem Konzert und bildet den Rahmen eines Programms zwischen appellativer Geste und musikalischer Introspektion.
Informationen und Karten unter Schönberg
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OSNABRÜCK: Der Bettelstudent. Premiere am Samstag, 1. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Theater am Domhof
von Carl Millöcker, Text von Friedrich Zell und Richard Genée

 Musikalische Leitung Daniel Inbal Inszenierung  Guillermo Amaya Bühne Margrit Flagner Kostüme Elisabeth Benning Choreinstudierung  Sierd  Quarré  Dramaturgie Christoph Lang

Seit der Uraufführung im Jahre 1882 gehört Der Bettelstudent zu den beliebtesten Operetten überhaupt. Der Grund liegt vor allem in der umwerfenden Musik, die den Charme der Wiener Operette mit dem satirischen Witz eines Jacques Offenbach verbindet. Nicht nur Ollendorfs Lied „Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“ zählt zu den Höhepunkten der goldenen Operettenära.

Dabei ist das Setting für eine Operette eher ungewöhnlich: Polen ist von sächsischen Truppen besetzt. Doch die Unterdrückten wissen sich zu wehren. Als der sächsische Gouverneur Ollendorf der polnischen Gräfin Laura nachstellt, erhält er eine Ohrfeige. Ollendorf schmiedet einen Racheplan. Er lässt einen studentischen Gefängnisinsassen mit aristokratischer Kleidung und Titeln ausstatten. Symon, so heißt der ‚Bettelstudent‘, soll Lauras Herz erobern und erst nach der Heirat seine Identität preisgeben.

Symon und Laura verlieben sich tatsächlich ineinander und auch Symons Freund Jan und Lauras Schwester kommen sich näher. Doch vor dem Hintergrund der politischen Verwirrungen hat Ollendorf sich nicht ausreichend über die Identität von Symon und Jan informiert. Und so finden sich in einem Strudel aus Intrigen am Ende die richtigen Paare, und ganz nebenbei werden die Besatzung Polens und die starren gesellschaftlichen Normen des Adels überwunden.

Guillermo Amaya, der am Theater Osnabrück unter anderem bereits Donizettis Der Liebestrank und das Musical Jekyll und Hyde inszenierte, kann als Regieexperte für amouröse Verwicklungen und im besten Sinne unterhaltsames Musiktheater gelten. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des 1. Kapellmeisters Daniel Inbal und sorgt sicher für Überraschungen: Die in Osnabrück gespielte neue Edition enthält einige in Vergessenheit geratene Musiknummern aus dem Bettelstudenten.

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