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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 2. MAI 2019)

02.05.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 2. MAI 2019

Wien/ Staatsoper/ Filmpremiere: Die Wiener Staatsoper – der schönste Arbeitsplatz der Welt

FILMPREMIERE: Backstage Wiener Staatsoper,  Wiener Staatsoper, 28. April 2019
Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Nach den beiden Filmen Das Museum und Die Burg hat nun ein drittes bedeutsames Gebäude Wiens einen Dokumentarfilm gewidmet bekommen. Backstage Wiener Staatsoper von Stephanus Domanig feierte am Sonntag um 20.30 Uhr Premiere in, wie könnte es passender sein, der Wiener Staatsoper, die für einen Abend in einen Kinosaal verwandelt wurde. Ein besonderer Abend für das Haus am Ring, sodass sogar Direktor Dominique Meyer glücklicherweise pünktlichst aus Japan zurückgekommen war und der Premiere beiwohnte.

„Die einen stehen im Licht, die anderen im Dunkeln“, leitet Produzent Mathias Forberg den Abend passend ein. Denn der Film möchte jene vor den Vorhang holen, die für das tägliche Gelingen einer Vorstellung ebenso verantwortlich sind, wie die Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne. In nur 20 Drehtagen wurden sämtliche Bereich wie Bühnenbild, Lichttechnik, Bühnentechnik, Rechtsabteilung, Dramaturgie, Akustik, Bühneninspektion und viele mehr in ihrer täglichen Arbeit begleitet. Das Ergebnis ist eine bildstarke Dokumentation mit viel Liebe zum Detail, die durch einen sehr feinen Humor das Publikum durchgehend unterhält.
Anna Ploch berichtet aus der Wiener Staatsoper.

https://klassik-begeistert.de/filmpremiere-backstage-wiener-staatsoper-wiener-staatsoper/

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OPERA AWARDS 2019

Bildergebnis für opera awards

Alle Nominierten 2019 auf einen Blick:

https://de.wikipedia.org/wiki/International_Opera_Awards_2019

2019 Jury
Introducing the 2019 International Opera Awards jury:

John Allison (chair) Editor, Opera; classical music critic, The Daily Telegraph

David Agler Artistic Director, Wexford Festival Opera

Michael Ajzenstadt Artistic Administrator, The Israel Opera

Shirley Apthorp Contributor, Financial Times, OperaOpera Now; Founder and Director, Umculo Cape Festival

John Berry Director Scenario2; Artistic Director Opera Ventures; Advisor to Bolshoi Theatre and Wiener Staatsoper

Xavier Cester Chief Opera Critic newspaper ARA (Barcelona)

James Clutton Director of Opera, Opera Holland Park

Dr. Mihai Cosma Musicologist

Peter De Caluwe CEO and Artistic Director, La Monnaie

Serge Dorny General Director, Opéra de Lyon

Cori Ellison Dramaturg, Santa Fe Opera

Umberto Fanni Director General and Artistic Director, Royal Opera House Muscat

Neil Fisher Deputy Arts Editor, The Times

Lauren Flanigan Soprano; Founder/Director Music and Mentoring House, Inc.

Natürlich muss Herr Dorny dabei sein, ohne den geht es derzeit nicht. Ansonsten ist die Jury sehr international besetzt, ohne ganz große Namen.
Offenbar geht es wirklich nur um die „Ehre“, denn Preisgelder haben wir in der Homepage nicht gefunden!

Idee von unseren Dramaturgen Tim Theo Tinn: Vielleicht sollen wir als Online Merker den Small Blob Village Award ( =  „Kleinkleckersdorf – internationalisiert“) tatsächlich für die Verirrung des Jahres im Operngeschehen vergeben – oder ich such mir wirklich eine Jury! (TTT)
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TIROLER FESTSPIELE ERL MIT ZEITGENÖSSISCHER MUSIK: DIE DREI KOMPONISTEN UND DIE PROJEKTLEITER STELLEN BEIM „ONLINE-MERKER“ DAS PROJEKT VOR!

Bitte vormerken: Donnerstag, 23. Mai um 19 h


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NEW YORK/ METROPOLITAN OPERA: UNSER LINZER KRITIKERPAAR BESUCHT DEN „RING“ IN NEW YORK

Liebe Online-Merker-Leser!

Wir haben uns nach Gotham City aufgemacht, um die legendäre Inszenierung einmal direkt zu begutachten. Mit gut, (auch szenisch!) einstudierten Darstellern wirklich ein großer Genuß!

Petra und Helmut Huber

Wagners Ring in New York – Wiederaufnahme und Neueinstudierung von Robert Lepages Inszenierung.

Vorabend und „Walküre“

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Tomasz Konieczny (Alberich), Norbert Ernst (Loge). Foto: Ken Howard/Metopera

Für ein paar Sekunden herrscht wirklich komplette Finsternis in der heiligen Halle an der Lincoln Plaza, während Philippe Jordan unfallfrei seinen Weg zum Pult findet – kein Auftrittsapplaus soll die Sammlung vor den mythischen Rheinklängen stören (Claus Peymann hätte Freudentränen in den Augen gehabt).

Die unglaubliche Bühnenmaschine (Carl Fillion – samt ebenso hochgestochenen Projektionsfantasien von Boris Firquet, Licht Etienne Boucher), die das Herzstück der Inszenierung bildet, hat gleich einmal einen ebenso stimmungs- wie eindrucksvollen Auftritt: Die quicklebendigen und stimmlich sehr gut disponieren Rheintöchter (Amanda Woodbury, Samantha Hankey und Tamara Mumford) verwedeln mit ihren Schwanzflossen den Sand am Flußgrund und produzieren beim Gesang Luftbläschen. Noch wirkt das verspielt, aber das – bislang technisch makellos und lautlos agierende – Werkl kann natürlich auch ganz anders…!

Tomasz Koniecznys Alberich ist stimmlich und auch in der Diktion großartig, und seine Verbissenheit, mit der er zuerst den Nickern und dann dem Gold nachstellt, einfach köstlich. Natürlich ist Michael Volle als Göttervater sein mindestens adäquater Gegenspieler, der nicht nur im dritten Akt der „Walküre“ den Saal beherrscht und bewegt. Fricka (Jamie Barton) kann ihn nicht immer ganz herausfordern, wirkt im „Rheingold“ stimmlich mitunter angestrengten als die ausgesprochen samtig auftretende Freya von Wendy Bryn Harmer.

Norbert Ernst feiert als Loge sein Met-Debut und kassiert für seine sängerisch wie als Schauspieler (und auch körperlich) anspruchsvolle und überzeugende Leistung als komplexer Ränkeschmied Jubel des Publikums. Günther Groissböck ist ein prachtvoll fundierter Fasolt und Hunding, dessen Drohung für den nächsten Morgen Gänsehaut macht. Fafner Dimitry Belosselskiy liegt da einen Tick dahinter (aber auf so hohem Niveau jammern zu können ist eigentlich schön…).

Erda haben wir schon dämonischen erlebt als hier von Karen Cargill.

Gerhard Siegel liefert in Nibelheim schon eine mitreißende Gestaltung des Mime und erregt Vorfreude auf den „Siegfried“-Abend.

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Die Walküre / 1. Akt: Stuart Skelton (Siegmund), Eva Maria Westbroek (Sieglinde), Günther Groissböck (Hunding). Foto: Ken Howard/ Metopera

Brünnhilde Christine Goerkes erstes Hojotoho! kommt noch etwas verhalten, dann aber trifft sie das wilde, unbekümmerte Mädel, Vatis Liebling und schließlich die verzweifelt im tiefen Konflikt notgedrungen Abtrünnige hervorragend in Darstellung und Stimme, der man höchstens dann und wann einen Hauch von kehliger Färbung ankreiden könnte – aber sie ist, auch stimmlich, ein Energiebündel, das absolut rollendeckend den Abend mitdominiert. Der bunte Haufen der „anderen acht“ Walküren hatte und bereitete in Gesang und Gestaltung ebensolche Freude.

Siegmund Stuart Skeltons baritonal fundierter Tenor ist im zweiten Walkürenakt in seinem Element, die „Wälse!“-Rufe dürften aber die Wände von Hundings Hütte nicht wirklich durchdrungen haben (gut, Wotan erscheint daraufhin eh nicht). Aber der Lenz erblüht in seiner Kehle in perfekter Lyrik. Weniger als die Mehrheit des Publikums einverstanden waren wir mit EvaMaria Westbroeks Sieglinde: betontes Vibrato, stimmlich eher Typ schwere klassische Wagner-Heroine, nicht das schlecht verheiratete junge Wälsenmädel – unter all den natürlichen sonstigen Rollenbildern ein Fremdkörper.

Einen durchaus interessanten und unterhaltsamen Kontrast bilden die „konservativen“ Kostüme (Francois StAubin) mit dem hochtechnischen Hintergrund. Aber auch letztere modernen Elemente können, teils unterstützt durch akrobatische stuntmen, absolut magische Momente erzeugen, wie etwa den Weg nach Nibelheim oder den Einzug nach Walhall – und natürlich als vorläufigen Höhepunkt Brünnhildes Versteinerung.

Der Dirigent weiß mit Wagners Partitur wunderbar umzugehen – Tempi und Dynamik sind absolut überzeugend, das Zusammenspiel mit der Bühne perfekt. Das Orchester kommt allerdings nicht immer ganz so makellos über die Runden wie wir das z. B. aus Dresden und dem heimatlichen Linz gewöhnt sind.

Petra und Helmut Huber
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CHEMNITZ: DER RING DES NIBELUNGEN – aus weiblicher Sicht

18.-22. April 2019.

ZUM BERICHT von Dr. Klaus Billand


Das Rheingold. Guibee Yang (Woglinde), Sophia Maeno (Floßhilde). Foto: Kirsten Nijhof


Die Walküre. Monika Bohinec (Fricka) und Aris Argiris (Wotan. Foto: Kirsten Nijhof


Siegfried. Der Wanderer und Alberich. Foto: Nasser Hashemi


Götterdämmerung. Hagen (Marius Bolos) und die Gibichungen. Foto: Kirsten Nijhof

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WIEN/ KAMMEROPER: CANDIDE VON LEONARD BERNSTEIN – GROSSE FOTOSERIE BEI UNS ONLINE


Kristjan Johannesson, Johannes Bamberger, Aleksandra Szmyd. Copyright: Barbara Zeininger


Tatjana Kuryatnikova. Copyright: Barbara Zeininger


Aleksandra Szmyd, Ilona Revolskaya, Botond Odor. Copyright: Barbara Zeininger


Dumitru Madarasan. Copyright: Barbara Zeininger

50 FOTOS (Barbara Zeininger) von dieser Produktion
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Staatstheater Kassel stellt Spielplan 2019/2020 vor:

Intendant Thomas Bockelmann hat am 30. April 2019 mit seinem künstlerischen Leitungsteam den Spielplan für die Spielzeit 2019/2020 sowie das erstmals zeitgleich erscheinende Spielzeitheft vorgestellt. Neben Dr. Ursula Benzing, Francesco Angelico, Markus Dietz, Michael Volk, Johannes Wieland und Lauren Mae Race, war ebenfalls Martina van Boxen anwesend, die ab der kommenden Spielzeit die Leitung des JUST – Junges Staatstheater Kassel übernimmt. Van Boxen hat Produktionen aus allen Sparten in ihrem Spielplan für Kinder und Jugendliche vereint, so dass erstmals auch Tanz, neben Musiktheater und Schauspiel, explizit für Kinder am Staatstheater Kassel gezeigt wird. Neben diesem neuen JUST-Konzept gibt es eine Vielzahl spannender Produktionen. Besonders bedeutsam sind sicher die drei Schauspiel-Produktionen mit Kassel-Bezug, die Fortsetzung des „RING“-Zyklus sowie die Tanzproduktionen und das reiche Konzertprogramm.


Das Leitungsteam des Staatstheater Kassel. Foto: Corinna Kondermann

Folgende Produktionen feiern in der kommenden Spielzeit Premiere:

Mit Siegfried, dem dritten Teil der Tetralogie von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen, wird am 14. September 2019 die neue Saison im Musiktheater eröffnet. Die Götterdämmerung, der vierte und somit letzte Teil des Opern-Epos, feiert am 7. März 2020 Premiere. Die musikalische Leitung liegt bei beiden Teilen weiterhin bei Francesco Angelico, es inszeniert Markus Dietz. Die zweite Musiktheater-Premiere ist der Operndoppelabend, bei dem Cavalleria rusticana (von Pietro Mascagni) und I Pagliacci (von Ruggero Leoncavallo) zur Aufführung kommen und für den Mario Hartmuth die musikalische Leitung übernimmt und Tobias Theorell inszeniert. Der Operndoppelabend feiert Premiere am 12. Oktober. Darauf folgt die Mozart-Oper Idomeneo, Re di Creta, die am 7. Dezember 2019 unter der musikalischen Leitung von Jörg Halubek und in der Inszenierung von Lorenzo Fioroni Premiere feiert. Auch ein Werk von Leonard Bernstein ist, nach »West Side Story«, endlich wieder auf dem Spielplan: in der Inszenierung von Philipp Rosendahl und unter der musikalischen Leitung von Alexander Hannemann feiert Candide in der Broadway Revival Version von 1974 am 25. Januar 2020 Premiere. Antonín Dvořáks Rusalka feiert am 9. Mai 2020 Premiere, die musikalische Leitung hat Francesco Angelico, die Inszenierung übernimmt Thaddeus Strassberger. Zudem kommt Benjamin Brittens Rape of Lucretia zur Aufführung und hat am 20. Juni 2020 Premiere, die musikalische Leitung liegt bei Mario Hartmuth, Paul Esterhazy übernimmt die Inszenierung. Zudem feiert Der Wind in den Weiden am 19. Juni 2020 Premiere, eine Kinderoper, die Elena Kats-Chernin als Auftragskomposition für das Staatstheater Kassel komponiert hat, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Kenneth Grahame in der Fassung von Jens Luckwaldt.

 Im Schauspiel eröffnet Philipp Rosendahl mit Wie es euch gefällt von William Shakespeare am 6. September 2019 die Spielzeit. Im tif bringt Janis Knorr Der NSU-Prozess. Die Protokolle, basierend auf den Mitschriften von Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz und Rainer Stadtler, zur Uraufführung. Das Stück, durch den Mord an Halit Yozgat unmittelbar mit Kassel verbunden, feiert am 12. September 2019 Premiere. Die Moby-DickInszenierung von Marco Štorman, er erzählt den Klassiker von Herman Melville als Ein-Mann-Stück mit Jürgen Wink in der Hauptrolle, feiert am 13. September 2019 Premiere. Štorman selbst hat die Dramatisierung des Textes vorgenommen. Darauf folgt I am Providence, die nächste Stückentwicklung von Wilke Weermann, die am 8. November 2019 Premiere feiert. Dies ist die zweite Stückentwicklung von Weermann am Staatstheater, in der Spielzeit 18/19 inszenierte er »Odem«. Maik Priebe, ebenfalls vertreten in der Spielzeit 18/19, inszeniert Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden (Premiere am 16. November 2019). Als erstes Schauspielstück 2020 kommt Mein verwundetes Herz, nach dem gleichnamigen Buch von Martin Doerry, Fassung für die Bühne von Thomas Bockelmann und Michael Volk, am 23. Januar 2020 zur Uraufführung. Die Inszenierung von Intendant Thomas Bockelmann erzählt die Geschichte der in Kassel praktizierenden, jüdischen Ärztin Lilli Jahn, die in Ausschwitz ermordet wurde und deren Geschichte im Briefwechsel mit ihren Kindern dokumentiert wurde. Im Anschluss feiert Mephisto nach Klaus Mann in der Inszenierung von Thomas Jonigk am 24. Januar 2020 Premiere. Zudem wird mit Welcome to Paradise Lost ein neues Stück von Falk Richter am 19. März 2020 uraufgeführt. Die Inszenierung übernimmt Gustav Rueb. Johanna Wehner, die für ihre Orestie-Inszenierung den FAUST 2017 erhielt, feiert am 20. März 2020 mit Euripides‘ Medea Premiere. Die Uraufführung Aktion Beuys wird am 12. Mai 2020 Premiere feiern, die Gesamtleitung übernimmt Stephan Müller, Johannes Stüttgen zeichnet für Texte und Beratung verantwortlich. Im dritten Kassel-Projekt dieser Spielzeit nehmen die Macher*innen das Publikum mit auf einen Parcours durch Kassel, bei dem sie das Fridericianum, die Karlsaue, das Staatstheater, das documenta Archiv und den Pferdemarkt durchstreifen und Beuys‘ Wirken nachforschen. Abschließend feiert Sommergäste von Maxim Gorki in der Inszenierung von Markus Dietz Premiere am 16. Mai 2020, der damit nach langer Schauspiel-Regie-Abstinenz durch seine RING-Inszenierung endlich auch wieder das Schauspielhaus bespielt.

 Im Tanztheater widmet sich Johannes Wieland zunächst in dem zweiteiligen Abend fin de siècle mit Gastchoreografin Lenka Vagnerová und mit zehn Tänzer*innen dem Thema der Dekadenz und des Niedergangs. Die zwei Stücke feiern am  2. November 2019 Premiere im Schauspielhaus. Die Tanztheater-Uraufführung im Opernhaus die entfaltung feiert am 21. März 2020  Premiere und ist wie ein Gesellschaftsspiel aufgebaut, in dem es darum geht, wer der/die Gewinner*in im Überlebensspiel ist und was das bedeuten kann. Zudem stellen sich die Tänzer*innen als Choreograf*innen im Rahmen der Choreografischen Werkstatt vor, die am 27. Juni 2020 Premiere feiert.

 Den Spielzeit-Auftakt des JUST-Junges Staatstheater Kassel macht die Sparte Schauspiel mit Iason, von Autor und Regisseur Kristo Šagor, das am 1. September Premiere feiert. Das Stück für alle ab 14 Jahren widmet sich der klassischen Sage von Jason und Medea, erzählt sie jedoch eher vor Themen wie Heimat, Männlichkeit und Glück. Martina van Boxen, die neue Leiterin des JUST und Preisträgerin des FAUST-Theaterpreis 2018 in der Kategorie Kinder- und Jugendtheater, inszeniert Cinderella als Weihnachtsmärchen, das am 13. November 2019 mit Musik von Thorsten Drücker Premiere feiert. Zudem inszeniert sie Das Gesetz der Schwerkraft, für alle ab 13 Jahren. Das Stück von Olivier Sylvestre, das sich dem Pfad des Erwachsenwerdens in einer Welt, die zwischen männlich und weiblich nicht viel kennt, widmet, feiert am 8. März 2020 Premiere. Die Sparte Tanztheater ist mit Was soll das? im JUST vertreten. Ebenfalls inszeniert von Martina Boxen und mit einer Choreografie von Agnetha Jaunich und Musik von Georgy Vysotsky feiert das Stück für Kinder von 6 bis 10 Jahren über Alt und Jung Premiere am 12. Januar 2020. Am 2. Mai 2020 feiert das zweite JUST-Tanztheater Stück Was bin ich und wenn ja wie viel davon? Premiere. Safet Mistele, Tänzer im Tanzensemble des Staatstheaters Kassel, entwickelt eine Choreografie für alle ab 10 Jahren, die sich damit befasst, was es bedeutet ein Individuum zu sein. Das Musiktheater ist im JUST mit Der Wind in den Weiden vertreten (s.o.). Zudem wird es wieder Kinderkonzerte geben, die sich Wum und Bum und die Damen Ding Dong (1. Kinderkonzert, Premiere am 16. Oktober 2019), Tatort Klassik: Abgetaucht! Musik- und Wasserwelten (2. Kinderkonzert, u.a mit Musik aus »Die Moldau«, »Donauwalzer« und »Karneval der Tiere«, Premiere am 5. Dezember 2019) und Expedition Dvořák-Neue Welt (3. Kinderkonzert, Premiere am 24. Mai 2020) widmen. Am 28. Mai 2020 findet zudem das Jugendkonzert zu Wagners Welten: Helden- und Göttermusik für alle ab 12 Jahren statt. 

Das Konzertprogramm ist ebenfalls reich bestückt. Die Sinfoniekonzerte in der Stadthalle widmen sich unter anderem Benjamin Britten (zu Gast ist Violinistin Tianwa Yang), Anton Bruckner, Antonín Dvořák, Josef Suk, Johannes Brahms, Igor Strawinsky, Franz Schubert und Richard Strauss. Das 6. Sinfoniekonzert am 10. April 2020 wird sich der Sinfonie Nr 2 c-Moll Auferstehung von Gustav Mahler widmen, es dirigiert Francesco Angelico. Zudem werden die Kammerkonzerte mit Ensembles, bestehend aus Mitgliedern des Staatsorchesters, fortgeführt und auch das Frühlingsfestival im Ballhaus wird wieder aufgenommen, diese Spielzeit unter dem Thema Ohne Musik wär `alles nichts – Wolfgang Amadeus Mozart. Das erste Konzert findet am 18. April 2020 im Ballhaus im Bergpark Wilhelmshöhe statt. Der Nachfolger des Filmmusik-Konzertes widmet sich den 70s in Concert, Premiere am 13. Oktober 2019, die Classic Night findet am 23. Februar 2020 erneut in der Königs-Galerie statt und das Sommernachts-Open-Air am 31. August 2019 findet erneut in der Karlsaue statt mit einem unterhaltsamen, abwechslungsreichen Programm, das von Francesco Angelico, Mario Hartmuth und Alexander Hannemann dirigiert wird. Zudem wird es mit Unvergessen! Konzerte für junge, alte und vergessliche Ohren zwei sehr spezielle Konzerte geben, die am 9. November 2019 und 7. Juni 2020 stattfinden und sich dem Thema demenzielle Veränderung und Vertrautheit der Musik widmen. Es moderiert Laura Wikert und es spielen Kammermusikensembles des Staatsorchesters Kassel und Mitglieder der Orchesterakademie. 

 Alle Produktionen sowie unser Ensemble und unsere Extras finden Sie auch in der online Fassung des neuen Spielzeitheftes: https://www.staatstheater-kassel.de/service/publikationen/ und als Download: https://www.staatstheater-kassel.de/download/3766/spzh1920_fa5_exportdatei_mit_cover_druckboegen.pdf Zudem haben wir eine gesonderte Broschüre für das JUST verfasst, in dem explizit alle Angebote für junges Publikum aufgeführt sind. Diese Broschüre finden Sie ebenfalls online und zum Download: https://www.staatstheater-kassel.de/download/3770/justbroschure_druckboegen_v2.pdf
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Theater Trier – Präsentation der Spielzeit 2019/20

Ein sichtlich gut gestimmtes und harmonisches Leitungsteam um Intendant Manfred Langner stellt gut gelaunt und in Vorfreude das Programm der kommenden Spielzeit vor. Vorab dankt Langer den Verantwortlichen der Stadt, OB Wolfram Leibe und Kulturdezernent Thomas Schmitt, für stetige Unterstützung sowie allen Theater-Mitarbeitern für deren Engagement, ohne das der hohe Output an Produktionen, das damit verbundene Arbeitstempo und nicht zuletzt die hervorragenden Verkaufszahlen nicht möglich wären. Er betont die „Öffnung für alle“, die das Theater leisten soll, was auch der Ort der Präsentation, die Europäische Kunstakademie als eine von mehreren Schauplätzen außerhalb des Theatergebäudes verdeutlicht.

Im Musiktheater wird es fünf Premieren geben, von denen Operndirektor Jean-Claude Berutti als „sieben Meisterwerke“ spricht. Sieben deshalb, weil die letzte Premiere im Mai 2020 drei kürzere Werke unter der Überschrift „Drei leidenschaftliche Meisterwerke des Musiktheaters“ zusammenfasst: Pygmalion (Rameau), Phädra OP 93 (Britten) und Meister Pedros Puppenspiel (de Falla). In dieser einaktigen Kurzoper, das komplett mit Ensemblemitgliedern besetzt wird, geht es um eine Marionettenaufführung, die sich Don Quichote ansieht, dann jedoch, vom Geschehen gepackt, seine Rolle als Zuschauer verlässt und ins Geschehen eingreift. Mit La Bohème (Pr. 14.09.2019), der Hochzeit des Figaro (Pr. 25.01.2019) und dem Rosenkavalier (Pr. 04.04.2019) stehen drei bekannte Werke der weniger bekannten Operette La Périchole von Jacques Offenbach gegenüber (Pr. 23.11.). Für deren Inszenierung wird Andreas Rosar, der in Trier bereits Il matrimonio segreto und zuletzt Pariser Leben erfolgreich inszenierte, verantwortlich sein.

Im Konzertbereich ragt zunächst die Festwoche anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Philharmonisches Orchesters der Stadt Trier heraus (20. – 27.10.2019). Vier Konzerte unterschiedlicher Art (ein Familienkonzert: Das gestohlene Lied, Klassik um 18: Mozarts Jupiter-Sinfonie, ein Mixed Zone Konzert in der Europahalle: Maria Markesini & Klazz Brothers, Festkonzert) folgen in dieser Woche aufeinander.  Bemerkenswert: Das Abschlusskonzert wird am 27.10.2019 exakt einhundert Jahre nach dem ersten Konzert der damaligen Philharmonischen Gesellschaft Trier am 27.10.1919 stattfinden. Gespielt wird in einem Festkonzert Bruckners 7. Sinfonie in der ehemaligen Abtei St. Maximin unter GMD Jochem Hochstenbach.

An den stets frühzeitig ausverkauften Familienkonzerten hält er ebenso fest wie an den Mixed Zone Konzerten, in denen andere Stilrichtungen, wie z.B. Jazz, Chansons, Musical, erklingen, der Reihe Klassik um 11, die jeweils Sonntagmorgens im Jesuitenkonzert stattfinden und am 15.03.2010 z.B. mit Strawinskys Oktett für Bläser und Mozarts Serenade in B Gran Partita ein reines Bläserkonzert bieten. Sonderformate sind bspw. das Konzert am 03.11.2019 mit dem Requiem von Johannes Brahms und dem Requiem aeternam des Trierer Kirchenmusikers und Komponisten Joachim Reidenbach. Mit dem Panzerkreuzer Potemkin wird es auch wieder ein Stummfilmkonzert geben. Die insgesamt acht Sinfoniekonzerte bewegen sich durch die Jahrhunderte und musikalischen Stile ebenso wie durch die Entstehungsländer. Das fünfte am 05.03.2020 ist mit Sibelius, Nielsen und Grieg ein rein skandinavisches. Vier Mal gibt es am Vorabend in der Concert Lounge Erklärungen zu dem Programm am Folgetag. Hochstenbach erwähnt die Schwierigkeit, Werke von Komponistinnen zu finden, eine einzige, Thea Musgrave (Scottish Dance Suite am 16.04.2020), findet sich im Programm wieder. Mit Sabine Meyer stellt er eine junge Luxemburger Pianistin vor, die in demselben Konzert Mozarts Klavierkonzert in Es interpretiert.

Unter Ballettdirektor Roberto Scafatti gibt es in der aktuellen Spielzeit Tanzproduktionen von hoher Qualität und großer Aussagekraft, voller Spannung und inhaltlicher Dichte. Von daher gibt es neben neuen Choreographien und Inszenierungen (zwei Doppelabende: Carmen & Bolero sowie die Uraufführung Rituale; The Door, das jungen ChoreographInnen Raum bietet) die Wiederaufnahme von Dornröschen, Zorbas und Die Reise in die Hoffnung.

Die erste Premiere (31.08.2019) im Bereich Schaupiel kündigt Langner mit „der schlechtesten Sängerin der Welt“ an. In Souvenir geht es um Florence Foster Jenkins, die von dem langjährigen Ensemblemitglied Barbara Ullmann verkörpert werden wird. Rain Man (Pr. 28.09.2019) liegt der bekannte Film mit Dustin Hoffman zugrunde, die Revue Ein Tanz auf dem Vulkan (UA 07.12.2019) entführt ins Trier und die Zwanziger Jahre, das Musical Oliver! geht zurück auf Oliver Twist von Charles Dickens, Intra Muros ist die deutsche Erstaufführung eines Schauspiels des bereits mehrfach ausgezeichneten jungen Autors Alexis Michalik, und als Klassiker wird Lessings Nathan der Weise in der Europäischen Kunstakademie zur Aufführung kommen (Pr. 27.09.2020). Zwölf Neuproduktionen und drei Wiederaufnahmen bilden die Vielseitigkeit und immense Schaffenskraft innerhalb des Bereiches Schauspiel mehr als deutlich ab.

Für Kinder und Jugendliche gibt es u.a. Aladin und die Wunderlampe (Pr. 06.11.2019), das Langners Tochter Kim gemeinsam mit Axel Weidemann inszeniert, und Le petit prince in französischer Sprache. In diesem Zusammenhang sollen auch die Theater- und Konzertpädagogik genannt werden, die unter Nina Dudek und Carola Ehrt mit vielen unterschiedlichen Angeboten Fahrt aufgenommen haben. Z.B. sollen die Trierer Schultheatertage wieder zum Leben erweckt werden, es gibt Workshops zu Tanz, Theater und Maske, Pult an Pult bietet fortgeschrittenen jungen Instrumentalisten die Möglichkeit zu gemeinsamen Proben mit Orchestermusikern, und selbstverständlich geht man auch vor Ort, d.h. in Kindergärten und Schulen. Darüber hinaus bietet die Theaterpädagogik unter der Überschrift Theater für Mutbürger Theaterprojekte für Laien aller Altersklassen an.

Das Leitungsteam geht fast unverändert in die neue Spielzeit. Neu wird lediglich Chordirektor Martin Folz sein, der bereits sehr erfolgreich mit dem Kinder- und Jugendchor des Theaters arbeitet.

Das Theater Trier dürfte das Tal der Tränen endgültig durchschritten und verlassen haben. Intendant Langner betonte, sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern für stetige Weiterentwicklung sorgen zu wollen. Das vorgestellte Programm sowie mehrere musikalische Kostproben des Sängerensembles lassen eine abwechslungs- und spannungsreiche sowie vielfältige und interessante kommende Spielzeit erwarten. Kommen auch Sie! Marianne Binzen
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