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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 2. AUGUST)

02.08.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 2. AUGUST 2018)

APROPOS: 
Nichts ist so häßlich als die Rache

Wieder einmal ist es gelungen: Nun hat man auch Gustav Kuhn abgeschossen. Für Taten, die – wenn er sie begangen hat, der Zweifel bleibt natürlich lebenslang an ihm kleben – zwei Jahrzehnte zurück liegen. Das macht sie nicht weniger verwerflich, nur von unmittelbarer Gerechtigkeit kann ja wohl nicht mehr die Rede sein. „Nichts ist so häßlich als die Rache; Hingegen menschlich gütig sein, und ohne Eigenutz verzeihn, ist nur der großen Seele Sache“, heißt es in der „Entführung“. Aber große Seelen findet man im Zusammenhang mit diesen Geschichten nie.

Ob hinter all dem persönliche Rache oder höheres Rechtsempfinden steht (wie immer wird es beides geben und viele Variationen dazwischen), eines ist jedenfalls sicher: mit den moralischen verurteilten Männern werden auch ihre Leistungen weggeworfen, der berühmten „Damnatio memoriae“ ausgeliefert. James Levine, einst ein großer Dirigent. Kevin Spacey, einst ein grandioser Schauspieler. Dieter Wedel, einst ein brillanter Regisseur. Wird man auch vergessen, was Gustav Kuhn für Erl geleitet hat? Alle Leistungen weggewischt, als wären sie nie gewesen. Für die Mitwelt tot. Allerdings leben sie noch, wenn man auch nicht wissen will, wie.

Der schwedische Theaterdirektor Benny Fredriksson, Gatte der bekannten Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, hat sich dagegen im März 58jährig das Leben genommen, wegen einer „Medien-Treibjagd“, die ihr Ziel erreicht hat: Vernichtung der angeblichen Täter von einst – in diesem Fall noch dazu, wo keinerlei „Schuld“ fest stand.

Ja, es hat wohl nur Peter Pilz „überlebt“. Die anderen Herren sollten ihn fragen, wie man es anstellt, der Auslöschung zu entgehen. Hilft es, wenn man Politiker ist…?

Nun soll klar gestellt werden, dass keinerlei Ausübung von Gewalt je leicht genommen werden soll. Aber es gab Zeiten vor „#metoo“, als der Verhaltenskodex ein total anderer war, wo „Grapschen“ (und das ist etwas ganz anderes als Vergewaltigen) als Kavaliersdelikt galt – und die meisten Frauen wussten, damit umzugehen.  In die Vergangenheit zurück zu verurteilen, wo sich kein Mann, der es sich leisten konnte, etwas dabei dachte, eine Frau weiß Gott wo zu tätscheln, ist inadäquat und die Kriminalisierung von etwas, das „nur“ („nur“ nicht leicht genommen!) Fehlverhalten war.

Nun ist der Fall Kuhn ernster – „massive seelische Gewalt“, in Form von Mobbing, Demütigung und Schikane werden schon noch (zur Freude der hechelnden Medien) ausführlich besprochen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er aus diesem Prozeß zu seinem Erl-Amt zurückkehren wird. Der Mann ist meines Erachtens erledigt. Zumal ihm ein dummer Lapsus passiert ist, als er ausrichten ließ, „dass er – zumindest was die fünf in Rede stehenden Damen betrifft – jeden wie immer gearteten sexuellen oder erotischen Kontakt ausschließen kann“. Diese Damen also nicht. Aber andere?

Renate Wagner


ZUM THEMA „#ME TOO“ PASSEND. Wer anprangert, muss auch einordnen können

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https://www.zeit.de/kultur/film/2018-03/metoo-jill-messick-benny-fredriksson-suizid-debatte-medien

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ORF : Live-zeitversetzt von den Salzburger Festspielen: „Die Zauberflöte“-Neuinszenierung am 4. August

Um 20.15 Uhr in ORF 2


Klaus Maria Brandauer (sitzend). Copyright: Salzburger Festspiele/ Ruth Walz

Wolfgang Amadeus Mozarts Klassiker „Die Zauberflöte“ zählt zu den am meisten gehörten wie aufgeführten Werken der Operngeschichte. Bereits 39-mal stand es auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele – zuletzt 2012 unter Nikolaus Harnoncourt. Diesen Sommer kehrte die Oper nun wieder zurück ins Große Festspielhaus – mit den Wiener Philharmonikern unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis und der Regie der jungen Amerikanerin Lydia Steier, die damit ihr Salzburg-Debüt gibt. Die 40. „Zauberflöten“-Inszenierung in Salzburg eröffnete vergangenen Freitag das weltberühmte Festival. Das ORF-Fernsehen überträgt die Produktion live-zeitversetzt am Samstag, dem 4. August 2018, um 20.15 Uhr in ORF 2. Klaus Maria Brandauer als Erzähler und Matthias Goerne als Sarastro stehen an der Spitze eines jungen Sängerensembles, zu dem u. a. Mauro Peter (Tamino), Albina Shagimuratova (Königin der Nacht), Christiane Karg (Pamina), Adam Plachetka (Papageno), Maria Nazarova (Papagena), Michael Porter (Monostatos) und „Drei Knaben“ von den Wiener Sängerknaben zählen. Für die ORF-Übertragung übernimmt Michael Beyer die Bildregie, Barbara Rett moderiert. Das Rahmenprogramm bietet neben Live-Interviews auch einen Pausenbeitrag von Katharina Huemer.

Regisseurin Steier: „Kindliche und philosophische Seite zur Geltung bringen“

Bei der Premiere in Salzburg wurde Lydia Steiers Neuinszenierung gemischt aufgenommen. Schon im Vorfeld war sich die junge Regisseurin, die kürzlich erst ihren 40. Geburtstag, gefeiert hat, des Risikos bewusst: „Es ist einfach schwierig, mit dieser Oper jeden glücklich zu machen. Entweder ist die Inszenierung zu leichtfertig, zu ernst, zu erwachsen oder zu kindlich. ‚Die Zauberflöte‘ ist eine Oper, die einfach jeder kennt und wahrscheinlich schon oft gesehen hat.“ Die Intention bei ihrer Interpretation sei gewesen: „Dass die beiden Seiten dieses Stücks zu erkennen sind: die entzückende, leichte und kindliche, aber natürlich auch die tiefgründige. Mir geht es darum, zu zeigen, dass man auch eine ‚Zauberflöte‘ machen kann, bei der sowohl das Kindliche und Märchenhafte als auch das Philosophische in einer erzählerischen Art und Weise zur Geltung kommen und dass man gleichzeitig gut unterhalten ist“, so Steier.

Herausforderung für das Fernsehregieteam

Zur ORF-TV-Übertragung, für die Bildregisseur Michael Beyer zehn Kameras einsetzt, sagt die aus Connecticut stammende und in Berlin lebende Künstlerin: „Ich glaube, das wird eine interessante Herausforderung für das Fernsehregieteam, weil die Inszenierung so konzipiert ist, dass es viele Bewegungen auf der Bühne gibt, dass zum Beispiel Sachen wegschweben, während an einem ganz anderen Ort etwas Neues hereinkommt. Diese großen Bewegungen und auch die Riesenbühne – allein das Portal ist 24 Meter groß – sind für die Zuschauer im Saal ein Spaß, und ich hoffe sehr, dass all das auch im Fernsehen wirksam rüberkommt. Wir werden auf jeden Fall sehr eng zusammenarbeiten und darüber sprechen, welche Bilder gezeigt werden sollen“, sagt Steier. Die TV-Übertragung ist für ORF-Regisseur Beyer eine sehr spannende Aufgabe: „Diese ,Zauberflöten‘-Produktion ist sehr herausfordernd, weil sie extrem viel anbietet. Es gibt sehr viele Ideen, also Regieideen und Figurenideen, und es gibt so eine Art Multiplot – es werden zwei Geschichten gleichzeitig erzählt“, so Beyer. „Und es hat fast Showelemente durch unglaublich viele Raumerfindungen. Daher ist die erzählerische Komplexität der Produktion sehr hoch – ebenso wie die visuelle. Aus dieser Fülle zu schöpfen – verbunden mit der Frage: was zeige ich denn nun von den vielen Möglichkeiten – das wird die Herausforderung sein.“

ORF-Regisseur Beyer: „Da schauen wir noch, was sich verändern lässt“

Für den ORF hat der Deutsche diese Art von Herausforderung schon mehrfach erfolgreich angenommen, aus Salzburg verantwortete er im Vorjahr die Übertragung der „Aida“ sowie 2015 den „Fidelio“. „Ich kann den Zuschauern im Fernsehen die Möglichkeit geben, mehr zu sehen, als die Zuschauer im Theater sehen, weil die bei dieser Fülle gar nicht wissen, wo gerade die Akzente passieren. Ich kann das so aufbereiten und so timen, dass man vielleicht im Fernsehen sogar deutlich mehr mitkriegt als auf der Bühne beim ersten Mal Schauen“, sagt Beyer. Wo liegt für ihn die technische Herausforderung? „In jenen Szenen, wo es gleichzeitig leicht dunkel und sehr hell ist, auch durch weiße Kostüme. Der hohe Dynamikumfang ist für die HD-Kameras eher ein Problem. Da schauen wir noch, was sich für das Fernsehen verändern lässt.“

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HEUTE 14, 05 h OE 1: Werk und Wille: Lied und Wagner
mit Chris Tina Tengel. „Herz-Tode“ im Lied, Wege zu Wagner: Günther Groissböck und Matthias Goerne
https://oe1.orf.at/

Mit dem Gurnemanz in „Parsifal“ bei den heurigen Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen kommt Günther Groissböck, Welt-Bassist mit österreichischem Pass, dem am „Grünen Hügel“ anvisierten Wotan in Wagners „Ring“ wieder einen Schritt näher. Parallel dazu erfreut er seine Fans mit einer weiteren Lieder-CD (nach Schuberts „Winterreise“), der schon der Titel „Herztod“ Aufmerksamkeit verschafft – unter anderem mit den „Wesendonck-Liedern“, zum allerersten Mal in dieser Stimmlage.

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Günther Groissböck. Copyright: Erich Reismann

Mit seinem vergleichsweise weicher zeichnenden Organ hat sich Groissböcks älterer deutscher Stimmfach-Kollege Matthias Goerne der Musik von Richard Wagner vorsichtiger angenähert, doch jetzt ist es so weit. Ein noch vorsichtig so bezeichnetes „Wagner-Projekt“ gemeinsam mit dem Dirigenten Daniel Harding liegt vor, und eine „Ring-des-Nibelungen“-CD-Produktion, bei der Jaap van Zweden am Pult steht, der kommende „Chef“ von New York Philharmonic. Und Goerne äußert: „Das Klischee, Wagner sei in erster Linie laut, besagt das Gegenteil von dem, was Wagner wollte“.

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Autoren wählen Oper Frankfurt zum besten Opernhaus

Die Oper Frankfurt ging als Sieger einer Autorenumfrage des Theatermagazins „Die Deutsche Bühne“ hervor. Die Teilnehmer haben als Begründung vor allem die exzellente Mischung verschiedener Operngenres im Spielplan und die Qualität bei den Aufführungen genannt.

Sueddeutsche Zeitung

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MUSIKFESTIVAL STEYR: „DER KLEINE PRINZ“ am 3. und 4. August im Alten Theater in Steyr

Am 3. und 4. August 2018 verzaubert das Musikfestival Steyr mit dem Ballett „Der kleine Prinz“ von Reiner Feistel, aufgeführt vom Europaballett St. Pölten in Zusammenarbeit mit dem Kroatischen Nationaltheater.

Karl-Michael Ebner Intendant Musikfestival Steyr:
„Mit dem Kindertheater ‚Der Kleine Prinz‘ erwartet die jüngsten Besucher des Musikfestival Steyr in diesem Jahr eine Inszenierung, die nicht nur Kinderherzen höherschlagen lässt. Das frühe spielerische Heranführen von Kindern an das Thema Kultur erachte ich persönlich als besonders wichtig. Wenn wir mit Stücken wie dem ‚Kleinen Prinz‘ zusätzlich Botschaften vermitteln können, können wir mit Stolz sagen, dass wir auch einen Beitrag zum Bildungsauftrag leisten“.

Nähere Infos

CHICAGO – die weiteren Termine:


„Chicago“ – das „Europaballett“ Foto: „Europaballett“/ Musikfestival Steyr

Do, 2. August 2018
Fr, 3. August 2018
Sa, 4. August 2018
So, 5. August 2018
Do, 9. August 2018
Fr, 10. August 2018
Sa, 11. August 2018

20.30 Uhr im Schlossgraben (Berggasse 2, 4400 Steyr | Eingang: Blumauergasse 4, 4400 Steyr) oder bei wetterbedingter Verlegung: Stadttheater Steyr (Volksstraße 5, 4400 Steyr)

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WIEN / NATIONALBIBLIOTHEK

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OBJEKT DES MONATS

Das Wien der Basteien

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„Es ist Mein Wille, daß die Erweiterung der inneren Stadt Wien ehemöglichst in Angriff genommen und hiebei auch auf die Regulirung und Verschönerung Meiner Residenz- und Reichshauptstadt Bedacht genommen werde.“ Mit diesen Worten gab Kaiser Franz Joseph 1857 den Startschuss für die Neugestaltung Wiens. Das „Objekt des Monats“, das im August in der großen Jubiläumsausstellung „Schatzkammer des Wissens“ ausgestellt ist, ist der Salzpapierabzug eines Fotos, das im März 1858 beim heutigen Schwedenplatz entstand. Kurz darauf begann der Abriss der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Foto ist also einer der letzten Zeugen des „alten Wien“. Ein Expertenvortrag am 23. August bietet die Gelegenheit, nicht nur das lichtempfindliche Original zu sehen, sondern auch mehr über die damalige Stadterweiterung zu erfahren. Die Platzanzahl ist beschränkt, melden Sie sich daher rasch an.

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KINDERFÜHRUNGEN

Urlaubsstimmung

Warum in der Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah – nämlich in der Wiener Innenstadt. Sammeln Sie mit Ihren Kindern Urlaubsstimmung im Globenmuseum: Inmitten von über 250 Exponaten erfahren sie, welche Bedeutung diese besonderen Weltmodelle früher hatten, wie schwierig ihre Herstellung war und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Globen gibt es aber auch im Prunksaal zu entdecken, nämlich gleich vier venezianischen Prachtexemplare. Hier gehen die Kinder der Frage nach, ob die Erde wirklich eine Kugel ist und was unsere Vorfahren von ihr dachten.

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GESELLSCHAFT DER FREUNDE

Voller Genuss zum halben Preis

Werden Sie FreundIn der Österreichischen Nationalbibliothek und treten Sie dem Netzwerk bibliophiler und kunstinteressierter FörderInnen bei! Mit der Sommer-Aktion werden Sie zum Halbjahrespreis von nur 25,- Euro Mitglied und können bis Jahresende alle Vorteile genießen. Gleichzeitig fördern Sie eine der wertvollsten Bibliotheken der Welt. Im Paket unter anderem mit dabei: kostenloser Eintritt in die Museen der Österreichischen Nationalbibliothek, ermäßigter Eintritt in Partnerinstitutionen und ein kostenloses Abo des ÖNB-Magazins, das zwei Mal im Jahr spannende Geschichten und Hintergrund-Informationen aus der größten Bibliothek Österreichs liefert.

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ANSICHTSKARTEN ONLINE

Reise mit dem Mauszeiger

Das Reisebudget oder die Freizeit sind knapp, doch das Fernweh ist groß? Wie wäre es mit einer Reise mit dem Mauszeiger? Was wie ein kleiner Trost klingt ist es keineswegs. Mit AKON – der Onlineplattform für digitalisierte Ansichtskarten – können Sie nämlich nicht nur auf Weltreise, sondern auch auf Zeitreise gehen. Über 75.000 historische Ansichtskarten aus aller Welt warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Dieses hübsche Beispiel zeigt übrigens das Strandleben von Grado in Italien.

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AUGUSTINERLESESAAL

Einer der schönsten Lesesäle

Wer schon einmal den Augustinerlesesaal gesehen hat, der weiß, dass wir mit „einer der schönsten Lesesäle der Welt“ definitiv nicht übertreiben. Wer ihn noch nie besichtigt hat, kann sich bei einer öffentlichen Führung selbst von der Pracht überzeugen. Am Mittwoch, 8. August ab 16 Uhr besteht die nächste Gelegenheit, dieses Schmuckstück mit dem berühmten Deckenfresko von Johann Baptist Wenzel Bergl kennenzulernen.

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