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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 13. SEPTEMBER 2018)

13.09.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 13. SEPTEMBER 2018)

Wiener Staatsoper: HEUTE UMBESETZUNG „ARIADNE AUF NAXOS“

Besetzungsänderung in „Ariadne auf Naxos“ an der Wiener Staatsoper

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Charles Workman/ Foto: medici-TV

Charles Workman singt heute, 13. September 2018, den Bacchus in „Ariadne auf Naxos“ anstelle des erkrankten KS Stephen Gould und gibt damit sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper

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Aus unserer Rubrik „Bücher: DIE WIENER STAATSOPER . Jahrbuch 2018
Herausgegeben von den Freunden der Wiener Staatsoper. Gesamtredaktion: Rainhard Wiesinger


Viel sehr Klassisches – Verdis „Otello“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ und Berlioz’ „Les Troyens“ – steht dem Staatsopernpublikum in der Spielzeit 2018 / 19 bevor, aber auch ungewöhnlich viel Neues: „Die Weiden“ von Johann Maria Staud, „Orest“ von Manfred Trojahn (den man in Wien allerdings schon gesehen hat), außerdem noch Elisabeth Naskes „Was ist los bei den Enakos?“

Das Jahrbuch der Wiener Opernfreunde ist bekannt für seine gründlichen Einführungen zu den jeweiligen Premieren, und das ist für neue Werke besonders wichtig – wobei es im Fall der Kinderoper ein Gespräch mit Komponistin Elisabeth Naske gibt.

Zweiter Schwerpunkt der jährlichen Jahrbücher, die durchgehend reich in Schwarzweiß bebildert sind, aber auch einen farbigen Schwerpunkt-Teil über die Premieren der letzten Spielzeit bieten (mit den stärksten Szenen- und Rollenfotos), sind die Niederschriften der Interviews mit Opernstars, wie sie im Lauf des Jahres so dankenswert veranstaltet werden…

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Morgen folgt eine weitere Buchbesprechung zum Thema „Wiener Staatsoper“

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ZÜRICH: INSZENIERUNG TROTZ HAUSARREST
Kirill Serebrennikov nicht in Zürich

Für die Premiere von Mozarts «Così fan tutte» am 4. November hat das Opernhaus Zürich den russischen Regisseur Kirill Serebrennikov engagiert. Seit August 2017 steht Serebrennikov in Moskau unter Hausarrest. Grund dafür ist laut russischer Justiz eine Untersuchung wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder. Der Hausarrest wurde heute durch ein russisches Gericht abermals verlängert und bis 19. Oktober 2018 ausgedehnt. 

Das vermutlich politisch motivierte Verfahren wird trotzdem nicht verhindern, dass die künstlerische Vision des Film-, Theater- und Opernregisseurs auf die Zürcher Bühne gebracht wird. Zwar muss das Opernhaus Zürich mit Bedauern bekannt geben, dass Kirill Serebennikov aufgrund dieser erneuten Verlängerung des Hausarrests, die am 20. September beginnenden Proben nicht persönlich leiten wird, seine Konzeption wird jedoch in enger Absprache mit ihm durch seine Mitarbeiter umgesetzt. 

Serebrennikov hat einen detaillierten Ablauf der Inszenierung erarbeitet. Sein Mitarbeiter Evgeny Kulagin wird diese Anweisungen vor Ort in Zürich selbstständig umsetzen. Die Kommunikation mit Kirill Serebrennikov wird eingeschränkt über seinen Anwalt möglich sein. Dem Regisseur werden Aufzeichnungen von Proben übermittelt. Nach der Sichtung wird das Feedback des Regisseurs an das Ensemble zurückgespielt. Auch die Kostüme und das Bühnenbild wurden bereits nach den Ideen und Anweisungen Serebrennikovs in den Werkstätten des Opernhauses hergestellt. Das Opernhaus Zürich und das gesamte Ensemble der Produktion sind fest entschlossen, am 4. November die Premiere einer Kirill Serebrennikov-Inszenierung zu feiern.  
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LINZER LANDESTHEATER: INTERVIEW MIT STEPHAN SUSCHKE anlässlich der Lyoner Premiere von Heiner Müllers Inszenierung von Tristan und Isolde (Premiere am Samstag, 15. September)


„Tristan und Isolde. Copyright: Linzer Landestheater

Die Heiner Müller-Inszenierung von Tristan und Isolde ist eine nachgerade „mythische“ Produktion des Regisseurs. Sie stand in Bayreuth von 1993 bis 1999 auf dem Spielplan. Heiner Müller ist leider 1995 gestorben und Sie waren zuständig für die szenische Leitung der Wiederaufnahmen 1996 und 1997. Dazu waren Sie der engste Mitarbeiter Heiner Müllers während seiner Intendanz am Berliner Ensemble. Sie haben auch ein Buch über seine Theaterarbeit geschrieben.

Als Sie die Nachricht dieser Wiederaufnahme erfahren haben, war es eine Überraschung? Was haben Sie empfunden?

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Stephan Suschke. Foto: Linzer Landestheater

Stephan Suschke: Meine erste Reaktion war Unglaube. Als ich begriffen habe, dass Serge Dorny tatsächlich diese Produktion für Lyon rekonstruieren möchte, habe ich mich auf die Arbeit gefreut und auf die Möglichkeit, noch einmal mit dieser Oper Zeit zu verbringen, an ihr zu arbeiten.

Welchen Sinn ergibt solch eine Wiederaufnahme, 23 Jahre nach der Premiere und 19 Jahre nach der letzten Aufführung? Bedeutet es ein „Museum“–Werk zu sehen? Oder noch ein Theatererlebnis?

Stephan Suschke: Mal abgesehen davon, dass ich Museen als »Gattungshöhlen der Menschen« schätze, glaube ich, dass diese Inszenierung nicht gealtert ist, weil sie klassisch ist. Müller hat nicht versucht, diese Oper oberflächlich zu aktualisieren, sondern für ihn war Tristan und Isolde die archetypische Beschreibung des Verhältnisses zwischen Politik und Liebe. Sein ästhetisches Mittelarsenal kam – in Zusammenarbeit mit Erich Wonder – aus dem des Malers. Er hat diese Geschichte weder in Raum noch in der Spielweise illusionistisch in einem deutschen Wohnzimmer spielen lassen. Stattdessen hat er ein fast abstraktes Gemälde geschaffen, eine riesige Projektionsfläche. Jetzt kann man sie wieder neu mit Bedeutungen aufladen. Man könnte auch sagen, dass Müller das Werk eingefroren hat: mit einer sehnsüchtigen Kälte. Ich habe nichts anderes zu tun, als es mit aller Behutsamkeit aufzutauen. Frisch aufgetaut, wird es seinen Glanz entfalten.

Es gibt Inszenierungen (etwa in Wien, in Hamburg) die Jahrzehnte on stage bleiben. So hatte die Tosca in Wien ihre Premiere 1958. Ist das noch „Theater“?

Stephan Suschke: Es gibt Filme aus den fünfziger, sechziger Jahren, deren Wirkung wir uns nicht entziehen können. Das hängt mit den Künstlern zusammen, die sie gemacht haben, mit der Bildsprache, die sie entwickelt haben. Ich glaube, das kann auch mit Tristan und Isolde funktionieren. Für Müller war diese Inszenierung eine große Herausforderung. Es war seine erste (und einzige) Oper und es war Bayreuth, was damals der Olymp war. Auch deshalb hat er sehr viel in diese Arbeit investiert. Gleichzeitig glaube ich, dass diese Oper seinem Regie-„Stil“, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgebildet war – es war seine siebente Inszenierung – entgegenkam. Ihn interessierte der »gefrorene Sturm«.

Welche Hindernisse sehen Sie in der Wiederaufnahme einer „verschwundenen Arbeit“ (auch wenn es eine DVD von dieser Produktion gibt)?

Stephan Suschke: Man muss hinter das eigene Ego als Regisseur zurücktreten. Ich habe mittlerweile selbst Opern inszeniert, das ist aber für diese Arbeit unerheblich. Ich muss versuchen, diese Inszenierung detailgetreu zu rekonstruieren. Es ist die Arbeit eines Archäologen, nicht die eines Bildhauers. Es gilt, die antike Statue freizulegen, nicht darum, abgebrochene Teile zu ergänzen. Trotzdem ist es nicht die Arbeit eines Bürokraten, weil ich versuchen muss, den Geist, den Spirit von Müller lebendig zu machen, um ihn den Sängern zu vermitteln.

Arturo Ui ist noch im Repertoire des Berliner Ensemble seit 1995 und Martin Wuttke ist noch heute Arturo Ui. Diese Produktion von Tristan und Isolde ist mit Waltraud Meiers Isolde (ihre erste Isolde!) sehr verbunden. Ist es kein Problem, diese Produktion mit einer anderen Isolde zu inszenieren?

Stephan Suschke: Wenn es gelingt, die Müllersche Figurenauffassung und das, was Waltraud Meier entwickelt hat mit den Erfahrungen von Ann Petersen zu verbinden, nein. Das kann produktiv sein, weil man eine Synthese schaffen kann.

Die Inszenierung-Arbeit entspricht einem bestimmten Zustand der Lektüre des Werks, der Geschichte der Theaterkunst, der Öffentlichkeit, der Gesellschaft: Riskiert die Wiederaufnahme aus dem Kontext auf die Gewohnheiten oder auf die Wünsche (oder auch Erinnerungen) des Publikums nicht mehr zu antworten?

Stephan Suschke: Ein gutes Bild bleibt ein gutes Bild. Deshalb gehen die Leute in den Louvre, obwohl dort Bilder hängen, die mit ihrer Lebenswirklichkeit wenig zu tun haben. Ich glaube, dass Müller, Wonder und Yamamoto tatsächlich ein Gesamtkunstwerk geschaffen haben – es besteht aus Bildern, sich bewegenden Körpern und Musik. Hinzu kommt: Die Gesellschaft hat sich in den letzten 4000 Jahren ungeheuer verändert, die Gefühle aber sind gleich geblieben. Davon handelt Tristan und Isolde.

Das französische Theaterpublikum kennt Heiner Müller, das Opernpublikum eher weniger. Welches Element seiner Arbeit könnte zu dem gegenwärtigen Lyoner Publikum sprechen?

Stephan Suschke: Müllers Inszenierung verzichtet auf oberflächliche Reize, setzt stattdessen auf eine genaue Figurenführung, bei der jede Geste wichtig ist; das alles vor dem Hintergrund eines großartigen Bühnenbildes in außergewöhnlichen Kostümen. Dieses Gesamtkunstwerk wendet sich der Musik zu, entfaltet sie. Das Spektakuläre besteht in der Einfachheit, in der Konzentration.

Sie haben sehr eng mit Heiner Müller gearbeitet, Tristan war seine erste (und letzte) Opernregie: Wollte er Oper machen? Oder war das Werk Tristan für ihn wichtig? Welche bedeutende Erinnerung(en) der Arbeit mit Heiner Müller auf dieser Produktion behalten Sie?

Stephan Suschke: Oper hat ihn immer als Kunstform interessiert. Auch seine Schauspiel-Inszenierungen hatten etwas Opernhaftes, auch durch Müllers Sprache, die sehr musikalisch war. Ich glaube, er hat sich danach gesehnt, dass seine Texte gesungen werden. Müller hat 1990, also kurz nach dem Fall der Mauer, das Angebot von Wolfgang Wagner bekommen. Es hat ihn interessiert, wegen der Kunstform, aber auch weil er es nicht konnte. Er wollte eine Erfahrung machen. Aber der Aufeinanderprall dieser Auffassung mit den Vorstellungen der Sänger produzierte Konflikte. Seine Überlegungen waren auf höchstem konzeptionellem Niveau, aber die Probleme begannen bei der Umsetzung. Anfangs hat er aus dem Booklet einer CD heraus inszeniert und war erstaunt, wie lange es dauerte, bis ein Satz gesagt worden war. Hinzu kam, dass die Arbeitsweise von Schauspielern und Sängern vollkommen unterschiedlich ist. Sänger sind viel schneller im Fixieren von Gesten und Haltungen. Es gab Spannungen vor allem zwischen Waltraud Meier und Heiner Müller. Aber Müller hat gekämpft, Daniel Barenboim war hilfreich als Vermittler. Nachdem klar war, dass die Geschwindigkeit der Sänger im Umsetzen von Ideen schneller war als die Produktion derselben, sind wir früh um sechs aufgestanden, um die Probe vorzubereiten. Situation für Situation, Schritt für Schritt, Geste für Geste. Müller hasste frühes Aufstehen, aber der künstlerische Ehrgeiz war größer als die Müdigkeit. Es war eine schwierige, gute Zeit, vielleicht die beste. Weil trotz, oder wegen der Konflikte, Probleme, Reibungen alle etwas Außergewöhnliches schaffen wollten. Dass es gelang, war ein Glücksfall. Da Glück ein scheues Reh ist, werden wir uns bemühen, es nicht zu verscheuchen

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Das Theater Magdeburg stellt heute Anna Skryleva als neue Generalmusikdirektorin ab der Spielzeit 2019/2020 als Nachfolgerin von Kimbo Ishii Eto vor 


Anna Skryleva. Copyright: Thomas Leidig

Nach ihrer pianistischen Ausbildung am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau kam Anna Skryleva 1999 nach Deutschland, um ihr Klavierstudium an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Klaus Hellwig fortzusetzen. Später nahm sie Dirigierunterricht beim Prof. Lutz Herbig in Düsseldorf. Von 2004 bis 2007 war sie an der Oper Köln als musikalische Assistentin u. a. beim »Ring des Nibelungen« unter der Leitung von Jeffrey Tate und Markus Stenz tätig. Zudem leitete sie als Dirigentin die Produktionen der Kölner Kinderoper mit dem Gürzenich-Orchester in der Yakult Halle. 2007 bis 2012 wurde Anna Skryleva als Musikalische Assistentin und Solorepetitorin an die Staatsoper Hamburg unter der Leitung der Intendantin und GMD Simone Young engagiert. Sie betreute die neue »Ring«-Produktion und die großen Wiederaufnahmen u. a. »Parsifal«, »Der fliegende Holländer«, »Salome«, »Elektra« und »Chowantschina«. Als Dirigentin leitete sie zwei Produktionen des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper in der Opera Stabile und Repertoirevorstellungen auf der großen Bühne mit den Hamburger Symphonikern und den Hamburger Philharmonikern.

Zwischen 2012 und 2015 wurde Anna Skryleva als 1. Kapellmeisterin und stellvertretende GMD zuerst am Schleswig Holsteinischen Landestheater und anschließend am Staatstheater Darmstadt engagiert. Hier dirigierte sie äußerst erfolgreich Konzerte mit Werken von Messiaen, Francaix, Berlioz, Britten und Strawinsky sowie Vorstellungen und Premieren von Verdis »Otello«, »La Traviata«, Wagners »Tristan und Isolde«, Puccinis »La Boheme«, »Il Trittico«, Humperdincks »Hänsel und Gretel«, Webers »Der Freischütz«, Strauss »Salome«, Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, Prokofjews »Cinderella« und Tschaikowskys »Der Nussknacker«. Im Juni 2015 gastierte Anna Skryleva mit der Produktion des Staatstheaters Darmstadt »Madame Butterfly« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Ab der Spielzeit 2015/2016 widmete sich Anna Skryleva insbesondere dem Konzertbereich. Sie gastierte u. a. bei der Südwestdeutschen Philharmonie in Konstanz, beim Philharmonischen Orchester OFUNAM und dem Jugendorchester Eduardo Mata in Mexiko, Norddeutsche Philharmonie Rostock, INSO Lviv Symphony Orchestra in der Ukraine.
Im November 2015 wurde Anna Skryleva als eine von sechs Dirigentinnen weltweit für die Teilnahme am Mentorenprogramm des »Institute for Women Conductors« an der Dallas Opera ausgewählt. Für die Spielzeit 2016/2017 wurde sie daraufhin als Gast an der Dallas Opera engagiert. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist Anna Skryleva Chefdirigentin der Klassik Philharmonie Hamburg. In dieser Spielzeit leitete sie in Magdeburg die Neuproduktion von Gonzalo Galgueras Ballettabend »America Noir«.

Im Oktober 2018 dirigiert sie das 2. Sinfoniekonzert der Magdeburgischen Philharmonie mit Werken von Gioacchino Rossini, Giuseppe Verdi und Richard Strauss. Ab 1. August 2019 ist Anna Skryleva Generalmusikdirektorin am Theater Magdeburg.
»Anna Skryleva war immer in meiner Wahrnehmung«, so Karen Stone. Die Oper Köln als frühere Wirkungsstätte der Generalintendantin berichtete nur Positives über das Engagement Skrylevas und auch die Aufnahme in das Programm des »Institute for Women Conductors« machte Karen Stone wieder auf sie aufmerksam. Während ihres Engagements für »America Noir« am Theater Magdeburg überzeugte die Dirigentin mit ihrer Musikalität und ihrem Umgang mit der Ballettkompanie und der Magdeburgischen Philharmonie. »Ich denke, sie bringt ganz neue Energien und Visionen für diese Stelle mit und wir dürfen uns auf eine tolle neue Kollegin freuen«.

Und auch Anna Skryleva freut sich auf ihre neue Aufgabe. »Musik ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Musik ist international und braucht keine Worte um alle möglichen Emotionen in den Menschen zu wecken«. Als zukünftige Generalmusikdirektorin des Theaters Magdeburg fühlt sie sich verantwortlich für die Gefühle, die die musikalischen Botschaften im Publikum wecken können. »Weil kein Mensch ohne Musik leben kann!«.

Das nächste Sinfoniekonzert mit Anna Skryleva als Dirigentin:
2. Sinfoniekonzert

Gioacchino Rossini Ouvertüre zur Oper »Il viaggio a Reims«
Giuseppe Verdi »Les Saisons«. Ballettmusik aus der Oper »Les Vêpres siciliennes«
Richard Strauss Sinfonie Nr. 1 f-Moll op. 12

Do. 25. 10. 2018 Fr. 26. 10. 2018
Magdeburgische Philharmonie Anna Skryleva Dirigentin

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OPER FRANKFURT: FOTOS AUS DER PREMIERE „LOST HIGHWAY“ am 12.9. im Bockenheimer Depot

Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth
nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Film (1997) von David Lynch und Barry Gifford


Elizabeth Reiter (alle Frauen; oben) und Jeff Burrell (Fred; oben und unten). Copyright: Oper Frankfurt/ Monika Rittershaus


Elizabeth Reiter (Alice) und Jeff Hallman (Erzähler). Copyright: Oper Frankfurt/ Monika Rittershaus


David Moss (Mr. Eddy / Dick Laurent) und John Brancy (Pete). Copyright: Oper Frankfurt/ Monika Rittershaus


Rupert Enticknap (Mystery Man), Jeff Burrell (Fred) und David Moss (Mr. Eddy / Dick Laurent). Copyright: Oper Frankfurt/ Monika Rittershaus

OPER FRANKFURT: FOTOS VOM LIEDERABEND GÜNTHER GROISSBÖCK (11.9.2018)


Günther Groissböck. Copyright: oper Frankfurt/ Barbara Aumüller


Schlussapplaus: Günther Groissböck, Malcolm Martineau. Copyright: Oper Frankfurt/ Barbara Aumüller

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EMMY WERNER IST HEUTE 80!

Emmy Werner:
… ALS OB SIE EMMA HIESSEN
Eine Nachbetrachtung
320 Seiten mit einem Bildteil, Residenz Verlag, 2018

Punktgenau zu ihrem 80. Geburtstag legt Emmy Werner, geboren am 13. September 1938, nun ihre Memoiren vor. Es ist ein ausführliches Buch, das sich dennoch von anderen Erinnerungswerken dieser Art unterscheidet. Ganz zu nah will sie den Leser doch nicht an sich herankommen lassen. Von sich selbst spricht sie in dritter Person, von „E.“, und sie ist tatsächlich imstande, die wichtigsten Menschen ihres Lebens – ihren Gatten Georg Lhotzky, ihren Sohn Alexander Lhotzky, ihren Gefährten Rudolf Jusits – nicht per Namen zu nennen. Auch das Volkstheater, das sie von 1988 bis 2005 geleitet hat, heißt bei ihr nur „das Große Theater“. Das wirkt ein wenig schrullig, aber diese Emmy war ja nie wie alle anderen.

Sie war eine Wunsch-Tochter, ist in der Währinger Straße in einer künstlerischen Familie aufgewachsen, die den Nazis fern stand und ihr eine glückliche Kindheit bescherte. Krieg und Nachkriegszeit prägten sie wie alle – nie wäre sie imstande, Essen wegzuwerfen, sie hat Hunger erlebt. Die Familie hatte Glück – Vater und Bruder kehrten aus dem Krieg heim, und die Eltern waren bis zu ihrem letzten Atemzug für sie da, auch als es galt, etwa ihr Theater zu finanzieren…

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GOLDAMMER AUSSTELLUNG  – Sammlung Altenburger. 3034 Maria Anzbach, Marienplatz 25  –  neben der Kirche
Informationen unter 0664-2003034 
 /  EINTRITT FREI! 

 Sonderausstellung: KARL GOLDAMMER – „Sammlung Altenburger“

Mischtechniken, Acryl – Aquarellbilder, seltene, limitierte Original Farbradierungen & Bleistiftzeichnungen
1. Sept. – 27. Oktober 2018 in der Wienerwaldgemeinde Maria Anzbach

 Sehr geehrte Freunde der „gegenständlichen“ Kunst!

Liebe Bewunderer der Werke von Karl Goldammer!

 Auf Grund des großen Besucherandranges im Juni dieses Jahres und nach der „Auflösung“ des Goldammer Museums und der Galerie Anzbach, habe ich mich entschlossen – aus den Beständen meiner Goldammer Sammlung – eine tolle und einmalige, große „GOLDAMMER AUSSTELLUNG“ für Sie zu organisieren!

Ich möchte Ihnen meine schönsten Goldammer Exponate nochmals präsentieren. Vom „größten“ Werk, der Original „Vollmond-

Palazzo-Dario“ MTK aus 1979 oder das wunderschöne Acrylbild „Sommer in Venedig“, das Aquarellwerk „Summer Brezze“ (1980)

bis zu den sehr seltenen, limitierten Orig. Farbradierungen „Majolikahaus-Wienzeile“, „Katz & Maus im Weinkeller“, „Palmenhaus“,

„Hundertwasserhaus bei Tag“, „Cafe Hawelka“, „Strudelhofstiege bei Nacht“ (1989) oder die allererste Karl Goldammer Radierung „Sunset for Porto Salvo“ (1979) und noch einige mehr… ca. 60 verschiedene Goldammer Bilder.

Diese großartigen Werke, sowie div. Kunstbildbände, Sammelteller, Sonderbriefmarken … können Sie ab sofort und bis 27. Oktober bei uns in Maria Anzbach, gleich neben der Wallfahrtskirche am Marienplatz 25 (ehemals Galerie Anzbach/Goldammer Museum)

bei freiem Eintritt Donnerstag und Freitag von 10 – 18 Uhr und am Samstag von 13 – 18 Uhr bewundern. Gerne aber auch nach telefonischer Vereinbarung unter 0664-200 3034 Altenburger. (Vorschau: letztmalig! – „Weihnachts-Ausstellung“ 2. Nov. – 16. Dez. 2018.)

PS.: Am 26. + 27. Oktober gibts tolle „Schäppchenpreise“!  Am Sonntag, 2. Dez. ist „offen“ (Adventmarkt) und So. 16. Dez. „Letzter Tag!“

 Auf Ihren geschätzten Besuch (für diese wirklich letzten 2 Ausstellungen) freut sich schon jetzt Ihr Alfred Altenburger

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BITTE TERMIN VORMERKEN: PELAGEYA KURENNAYA (Mariinski-Theater St. Petersburg) BEIM ONLINE-MERKER

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THEATER ERFURT MIT „DER FLIEGENDE HOLLÄNDER“ IN SHANGHAI

HEUTE  Abend ist es nun soweit: im Shanghai Grand Theatre steht die Premiere der Wagner Oper „Der fliegende Holländer“ auf dem Programm. Es handelt sich – wie vorab mehrfach angekündigt – um eine echte deutsch-chinesische Gemeinschaftsproduktion

Inszenierung: Guy Montavon

Für einen Eindruck über die Vorbereitungen des Gastspiels möchte ich Sie einladen, uns in den sozialen Medien (Facebook, Instagram) zu folgen und dort lesen/zu schauen oder sich direkt in die Beiträge auf dem Theater Erfurt-Blog zu klicken wo wir über die Reise berichten:

blog.theater-erfurt.de

Wahn und Wirklichkeit – Zur Inszenierung „Unbefriedigt von ihrer Umwelt […] blieben ihr [Senta] nur zwei Wege offen: davonzulaufen oder sich eine Traumwelt zu schaffen, in der große Taten noch möglich waren, die das Leben ihr nicht gewährte; ihr Sehnen sucht für ihr Dasein eine Erfüllung.“(Joachim Herz) Aus dieser Argumentation heraus schuf der Regisseur Joachim Herz 1964 seine bahnbrechende Holländer-Verfilmung, in der Senta den Holländer erträumt, und auf der auch Harry Kupfers Bayreuther Inszenierung von 1978 beruht. Die heutige Inszenierung geht noch einen Schritt weiter und zeigt nur zu Beginn und am Ende eine reale Gesellschaft, während die gesamte Handlung als Wahnvorstellung Sentas dargestellt wird. Wie eine Ratte sitzt sie in einer leerstehenden Schiffswerft und ist besessen von den Geschichten und Bildern von dem bleichen Seemann. Die realen Figuren ihres Umfelds – der Vater, der sie lukrativ verheiraten möchte, die Seemänner, die statt ihrer in die weite Welt hinausfahren dürfen, und die Mädchen, die an ihr herumnörgeln – werden zu erschreckenden Schattengestalten ihres Unterbewusstseins, die aus der realen Welt durch Klappen und Luken in ihr Nest eindringen und sie bedrängen. Einzig Erik bleibt real in seinem Versuch, sie zu retten und aus ihrem krankhaften Wahn zu befreien. Der Holländer selbst – als Ziel all ihrer Wünsche und Hoffnungen – ist der einzige Lichtblick oder Farbschimmer in dieser düsteren Innenwelt. Der magische Moment des Aufeinandertreffens zwischen den beiden – das Duett im zweiten Akt – wird zum Höhepunkt, zur Erfüllung ihrer Träume. Aber dass selbst in diesem Moment keine wirkliche Begegnung stattfindet, sondern vielmehr gleichzeitig zwei Monologe, ist bezeichnend für die Ausweglosigkeit dieser Traumbegegnung und die Schicksalsabhängigkeit der Figuren. Weder der ehrlich bemühte Erik noch die Vision des heldenhaften Holländers bieten einen ernstzunehmenden Weg, dem psychotischen Raum zu entfliehen. Diesen Schritt kann Senta nur alleine gehen. „Am Ende der Oper steht nicht das gekräftigte, in seiner Ordnung aufs neue befestigte Kollektiv, sondern eine stumme, ratlose Gesellschaft.“ (Joachim Reiber)

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WIEN: Eine sirene Produktion beim Festival FIEBER FEUER FLAMME im REAKTOR

JEANNE & GILLES
eine Oper von Kristine Tornquist und François-Pierre Descamps

Geblergasse 36-40, 1170 Wien.
Linie 43 Palffygasse / Linie 44 Yppengasse / U6 Alser Strasse

Bildergebnis für fieber feuer flamme im reaktor
Copyright: sirene Operntheater

Premiere am 21. September 2018, 20:00 Uhr
und am 23., 26., 27., 28., 29. September, jeweils um 20:00 Uhr
90 Minuten. Keine Pause.
Werden Sie Publikum! Karten hier
Informationen hier

Mit Andreas Jankowitsch, Bernd Lambauer, Johann Leutgeb, Lisa Rombach und Paul Schweinester.
Ausserdem André Harm, Emil Raoul Kohlmayr, Till Jasper Krappmann und Marco Otoya. ensemble sirene: Flora Geißelbrecht. Rudolf Görnet. Gerald Grün. Merike Hilmar. Max Kuderna. Lukas Medlam. Esther Neumann. Ines Nowak-Dannoritzer. Maximilian Ölz. Alexander Rauscher. Martina Reiter. Berndt Thurner. Elisabeth Zeisner

Musikalische Leitung. François-Pierre Descamps. Regie und Bühne. Kristine Tornquist. Bühnenmalerei. Hanno Frangenberg. Mitarbeit. Michael Liszt. Kostüm. Markus Kuscher. Licht. Edgar Aichinger. Assistenz. Heidelinde Helene Schuster. Angela Karpouzi. Studienleitung. Petra Giacalone. Maske. Anna Dreo. Dramaturgie. Katharina Hollerwöger. Baumeister. Cornelius Burkert. Produktion. Jury Everhartz

Wir empfehlen den Besuch von Julie & Jean, einer Produktion der Neuen Oper Wien.
Sie erhalten dort mit einem sirene-Ticket einen Nachlass von 10%,
Sie erhalten bei Vorlage eines Tickets der Neuen Oper Wien auch bei uns einen Nachlass von 10%,
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GSTAAD/ MENUHIN FESTIVAL & ACADEMY vom 27.8.-1.9.2018

Da Künstler bekanntlich keinen Urlaub machen können, gründete Yehudi Menuhin in seinem damals noch idyllischen westschweizer Ferienort das Gstaad Menuhin Festival, “ um mit seinen Freunden in ungezwungener Atmosphäre Musik machen zu können“.

Hauptspielorte waren, und sind auch heute noch (seitdem 2002 der Cellist Christoph Müller das Festival übernommen hat) die von aussen unscheinbaren, aber im Inneren äußerst anheimelnden Kirchen des Saanenlandes, wie die in Zweisimmen, Saanen, Gstaad, Rougemont etc…

Während des diesjährigen Abschlusswochenendes konnten wir in der Kirche von Zweisimmen z.B. einen herrlich stimmigen Abend erleben. Die immer noch wunderschöne Hannelore Elsner las inniglich gemeinsam mit Stefan Gubser aus dem Briefwechsel zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms. Diese teilweise sehr witzige Lektüre umrahmte die Aufführung der während Brahms‘ Sommeraufenthalten am nahegelegenen Thunersee entstandenen Werke wie der Cellosonate Nr.2, der Violinsonate Nr.2 und dem Klaviertrio Nr.3, dargeboten von Sebastian Knauer (Klavier), Andrei Ionita (Violoncello) und Christel Lee (Violine). Eine runde Sache, intelligent konzipiert und makellos umgesetzt.


Juan Diego Florez und Olga Peretyatko. Foto: Menuhin-Festival


Juan Diego Florez und Olga Peretyatko. Foto: Menuhin-Festival

Weitaus weniger anheimelnd war die Atmosphäre im sogenannten Festivalzelt, in dem die massentauglicheren und umsatzfördernderen Konzerte stattfinden. Dieses Zelt, einst aus der Konkurmasse irgendeines zurecht bankrott gegangenen Opernevents erworben, ist so hässlich, dass sich wahrscheinlich sogar Politiker weigern würde, dort ihre flammenden Aschermittwochreden zu halten. Hier fand das Programm „Die Alpen in der italienischen Oper“ mit den Superstars Juan Diego Florez und Olga Peretyatko und dem Ensemble La Scintilla unter Riccardo Minasi statt, dem alle als vermeintlichen absoluten Höhepunkt des Festivals entgegenfieberten. Dass Florez & Peretyatko Weltklassesänger sind und auch ein schönes Bühnenpaar (demnächst im Februar gemeinsam in der Lucia an der Staatsoper zu erleben), braucht man ja (obwohl beide in letzter Zeit ein wenig an Höhe verloren haben) nicht extra zu erwähnen. Der total hochgehypte Abend litt dann allerdings doch an einigen, letztlich insgesamt dann doch ins Gewicht fallenden Einschränkungen:

  1. hatten die Organisatoren, als ob das schreckliche (und auch akustisch äußerst problematische) „Fest“ – Zelt nicht schon hässlich genug wäre, noch unfassbar scheußliche Kulissen mit dilettantisch gemalten „Alpen“ dazubestellt, was angesichts der Tatsache, dass man diese imposante Bergkette vor der Zelttür in ihrer ganzen Pracht ganztägig bewundern kann, schon irgendwie an vorsätzlichen Hohn grenzte.
  2. hielt man nicht einmal das naheliegende Alpenthema den ganzen Abend lang durch (obwohl es dafür nun wirklich genügend Material gibt),
  3. sondern „streckte“ es völlig unverständlicherweise mit unnötigen Einschüben aus „Assedio di Calais“,“ Norma (?)“,“Alzira (!)“ und sogar dem überstrapazierten „Barbiere di Siviglia (HILFE !). Warum nur, o warum ?
  4. vermeinte Primadonna Peretyatko in einem lachsforellenfarbenen Undinenschlauchkleid und ähnlich anderen geschmackvollen Outfits auftreten zu müssen (über die textilen Vorlieben russischer Diven müsste wohl noch ein eigenes Buch geschrieben werden)…
  5. konnte es Tenorissimo Florez nicht nur nicht lassen, als bis Granada zu singen (dort gibt’s zwar immerhin die Sierra Nevada, die aber nicht direkt den Alpen zuzurechnen ist, und außerdem ist dieses populistische Liadl nicht einmal der italienischen Oper entferntest zugehörig ), sondern ließ sich auch hinreißen, diese Zugabe mithilfe von weiße Rosen Ausreißen und rote Rosen in den Mund stecken und mit dem Dirigenten konferieren und kokettieren und den DIrigenten umarmen in eine unsägliche Musikkabarettnummer zu verwandeln. Ziemlich tiaf, auf alle Fälle tief unter seinem Niveau. Sowas hat er doch wirklich nicht notwendig…

Zum Abschluss versöhnte es ein wenig, dass er gemeinsam mit Olga in „Parigi, o cara“ duettierte, sozusagen als Kostprobe seines bevorstehenden Rollendebüts an der Met…

Das infame Festivalzelt kam leider auch noch beim heurigen Abschlusskonzert mit Brahms‘ Doppelkonzert und der 8. Dvorak zum Einsatz, wobei hier zwei Dinge besonders auffielen: zum Ersten, dass die Sponsoren und Mäzene hierorts ihr Geld – in lt Freud “ analfixierterweise“ dann offenbar doch nicht ganz so einfach und so vollkommen folgenlos von sich ziehen lassen können: denn das Vor-Zelt zum Haupt–Zelt ist in bei Festivals noch nie dagesehenerweise als eine Art Hausmesse gestaltet: mit Ständen für musikfernen Premium – Produkten wie Alpenkaviar, Motorrädern, Juwelen, Champagner und Limousinen etc… Philantropie ist gut, Profit ist offenbar doch besser…zumindest zur Beruhigung des altruistisch angekränkelten Gewissens…

Weiters war nicht zu übersehen, dass die anwesenden Milliardäre (Gstaad hat in seinen Chalets die höchste Millardärsdichte der Welt) anscheinend zutiefst unglückliche Menschen sind. Denn wenn sie Dvoraks doch ziemlich ekstatischer 8. Symphonie stocksteif und ohne eine Miene zu verziehen lauschen (oder zumindest so tun, denn das Taubheitslevel ist unklar und nicht verifizierbar) und einer dieser hoffärtigen Greise nach dem hochbrausenden Applaus seinem unter 80 jährigem Sitznachbarn, der es gewagt hatte, sich zur enthusiasmierenden Musik ein wenig zu bewegen, in breitestem Schwyzerdütsch zuzischelt:  „Se sind e Schtörefried…!“ – dann muss man doch wirklich letztlich Mitleid mit diesen Menschén haben, deren mit vielen Nullen gesegnetes Bankkonto sich offenbar nicht direkt in absolute Fröhlichkeit ummünzen lässt….

Die ursprüngliche Menuhin – Idee, in Gstaad „mit befreundeten Musikern in ungezwungener Atmosphäre der Kunst zu dienen“,  scheint sich hier letztlich nicht ganz durchgestezt zu.haben.

Bzw. sie lebt dann doch sehr stark in den didaktischen, unkommerziellen (weil von gemeinnützigen Stiftungen getragenen)‘ Nebenveranstaltungen des Festivals fort: in den fünf so genannten Academies (könnte man auch als Masterclasses oder Workshops bezeichnen):weiter.


Academy. Foto: Menuhin-Festival

Wir hatten Gelegenheit, zwei von ihnen (bei freiem Eintritt öffentlich zugänglichen) Veranstaltungen zu verfolgen : die Vocal Academy und die Baroque Academy.


Silvia Bartoli mit ihren Schülern. Foto: Menuhin-Festival


Silvia Bartoli mit ihrer Meisterklasse. Foto: Menuhin-Festival

Die Vocal Academy wird seit Jahren von Silvia Bartoli geleitet, der ehemaligen Sängerin, ersten und einzigen Gesangslehrerin ihrer Tochter, der göttlichen Super-Primadonna Cecila B….

Wer sich einen Abglanz von deren Diva-Glamour erhofft hatte, wurde hier aufs bitterste enttäuscht: Denn die Bartoli sen..präsentierte sich hier, im nüchternen Pfarrgemeindehaus von Gstaad, völlig  uneitel, ungeschminkt, mit einem rotweiss gestreiftem Ruderleiberl und  mit ganz normalen Hausschlapfen. Man hätte sie – wider besseren Wissens – fast für die Hausmeisterin dieses provisorischen Konservatoriums halten können ….Aber man soll sich nicht  täuschen lassen: die Alte hat keine Allüren, aber setzt ihr Prinzip der Öffnung aller Gesangskanäle mithilfe aller ihr zur Verfügung stehenden Mitteln (und seien es Aststücke !) relativ gnadenlos durch. Nicht unbedingt grundsympathisch, aber effizient…


Flöten-Akademie. Foto: Menuhin-Festival


Flöten-Akademie. Foto: Menuhin-Festival

Völlig anders geartet der Chef der Baroque Academy, Maurice Steger, einer der weltbesten Flötisten dieses Repertoires. Ein „Simpaticone“, wie er im Büchl steht, ein vom pädagogischen Eros nicht nur beseeltes, sondern geradezu besessenes enthusiastisches Springinkerl, das für aller seiner hochbegabten Schüler uneingeschränkte Aufmerksamkeit, Strenge, Lob, Ratschläge und Zärtlichkeit übrig hat….Ein musikalisches Naturereignis, das auf alle, die unter einem frühkindlichen Blockflöten-Trauma leiden (und leiden wir darunter nicht alle?) einen unendlich wohltuenden und bewusstseinserweiternden ( o mein Gott, wieviel Flötenarten gibt es denn und wieviele Töne können sie hervorbringen..!) und versöhnenden Einfluss ausübt…Merci, Maurice ..!

Robert Quitta, Gstaad.

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