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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 12. JULI 2018)

12.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 12. JULI 2018

NEU IN UNSEREN KRITIKEN:

BERLIN / Komische Oper: SEMELE, 10.7.2018. Packende Aufführung zum Start des Komische Oper Festivals vom 10.-15.7.


Allan Clayton und Nicole Chevalier. Copyright: Monika Rittershaus

Zum Bericht von Ingobert Waltenberger

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MÜNCHEN/ Gärtnerplatztheater: DON GIOVANNI am 10.7.2010


Copyright: Thomas Dashuber/Gärtnerplatztheater

Wunderbares Ensemble und gute musikalische Einrichtung als unterhaltsames Boulevardtheater

Zum Bericht vom Tim Theo Tinn

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SOFIA: SIEGFRIED / Зигфрид. Bericht in bulgarischer und englischer Sprache (8.7.2018)

Bildergebnis für oper sofia
Opernhaus in Sofia. Foto: Klaus Billand

Zum Bericht von Klaus Billand/ Sofia

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VERONA/ Arena: NABUCCO – erste Vorstellung in der Serie am 7.7.2018

Zum Bericht von Ingrid Gerk

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 STADTTHEATER BADEN bei Wien: NÄCHSTE PREMIERE BONNIE & CLYDE

Buch von Ivan Menchell//Liedtexte von Don Black//Musik von Frank Wildhorn
Deutsch von Holger Hauer
Musikalisches Arrangement von Pavel Singer

Premiere am 28.Juli  2018, 19.30 Uhr
Stadttheater


Dorina Garuci, Mark Seibert. Copyright: Lukas Beck

Unter der Regie von Leonard Prinsloo spielen Dorina Garuci, Mark Seibert, Reinwald Kranner, Shlomit Butbul u.a.

„Sterben ist nicht schlimm“ (Bonnie)

„Bonnie & Clyde sind zwei junge Menschen, die durch die Umstände, in denen sie groß geworden sind (das Amerika der Großen Depression), zu dem wurden, was sie sind: zwei Kriminelle, die sich einfach nehmen, was sie wollen. Sie leben, als ob es kein Morgen gäbe.“ So sieht Regisseur und Choreograph Leonard Prinsloo die Geschichte dieses Musicals. „Deshalb ist für mich auch die Zeile aus Bonnies Lied – „Sterben ist nicht schlimm“ – das Grundmotiv von BONNIE & CLYDE.“

Michael Lakner, dem Künstlerischen Leiter der Bühne Baden, ist es gelungen, dieses Erfolgsmusical vom Broadway als österreichische Erstaufführung nach Baden zu holen. Für die Inszenierung ist Hausregisseur Leonard Prinsloo verantwortlich, die musikalische Leitung hat Michael Zehetner über. In den Hauptrollen spielen Shootingstar Dorina Garuci und Publikumsliebling
Mark Seibert.

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ORF : „fidelio“ präsentiert ein Wochenende mit drei Topevents =

 „fidelio“ (www.myfidelio.at), der digitale Klassik-Treffpunkt von ORF und Unitel, bietet Klassikfans dieses Wochenende gleich drei Topevents: Das große Open-Air-Klassikereignis „Klassik am Odeonsplatz“ wird am 13. und 14. Juli als Live-Stream übertragen, gefolgt von Sergej Prokofjews „Der feurige Engel“ am 15. Juli 2018 live vom Festival d’Aix-en-Provence.

Die drei Live-Events im Überblick:

Freitag, 13. Juli, 20.00 Uhr
, „Klassik am Odeonsplatz“ mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Mittlerweile hat sich der jährlich stattfindende Event zu einem Kulturhöhepunkt entwickelt und ist aus dem Münchner Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Dafür sorgen hochkarätige Besetzungen und die außergewöhnliche Atmosphäre der Open-Air-Location direkt in der Münchner Innenstadt. Die Eröffnung von „Klassik am Odeonsplatz“ gestalten das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Cristian Măcelaru und die Sopranistin Diana Damrau. Auf dem Programm stehen Werke von Leonard Bernstein, Jules Massenet, Claude Debussy, Charles Gounod und Antonín Dvořák.

Samstag, 14. Juli, 20.00 Uhr, „Klassik am Odeonsplatz“ mit den Münchner Philharmonikern
Am zweiten Abend von „Klassik am Odeonsplatz“ werden die Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Valery Gergiev und Startenor Juan Diego Flórez auftreten. Musikalisch gestaltet wird der Abend unter anderem mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Hector Berlioz, Giuseppe Verdi und Nikolai Rimski-Korsakow.

Sonntag, 15. Juli, 20.30 Uhr, Prokofjews „Der feurige Engel“ live vom Festival d’Aix-en-Provence
Inspiriert von Waleri J. Brjussows gleichnamigem Roman ist diese Oper Sergej Prokofjews markantestes Meisterwerk. „Der feurige Engel“ erzählt die Geschichte der von erotischen Visionen mit einem Engel geplagten Renata. Ruprecht, ein Ritter, verfällt Renata und folgt ihr bedingungslos auf ihrer obsessiven Suche nach der Erfüllung dieser Fantasie. Die beiden überschreiten die Grenzen der Wahrnehmung und lassen alle Regeln von Moral und Vernunft hinter sich, bis die Bereitschaft zur Hingabe mit ganzem Leib und ganzer Seele ihr bisheriges Dasein vollkommen aufzulösen droht. Dirigiert wird die Oper vom japanischen Dirigenten Kazushi Ono. Die Rolle der Renata singt die litauische Sopranistin Aušrinė Stundytė, der amerikanische Bariton Scott Hendricks gibt den Ritter Ruprecht.

fidelio“ – der digitale Klassik-Treffpunkt
Der digitale Klassik-Treffpunkt „fidelio“ von ORF und Unitel ist das Ticket zu spektakulären Konzert- und Opernveranstaltungen, zeigt Großereignisse der Musikgeschichte und vermittelt Hintergrundwissen auf höchstem Niveau. Jederzeit auf allen Endgeräten abrufbar, bietet „fidelio“ Top-Live-Events, regelmäßige Premieren, eine umfangreiche Klassithek und einen kuratierten 24-Stunden-Kanal. blog.myfidelio.at bietet darüber hinaus wissenswerte Anekdoten und Neuigkeiten aus der Welt der Klassik sowie Möglichkeiten zum Mitdiskutieren.


TIROLER FESTSPIELE ERL: FOTOS VOM KONZERT „MUSIKBANDA FRANUI“ MIT FLORIAN BOESCH


Das Festspielhaus Erl. Copyright: Tiroler Festspiele Erl


Musikbanda Franui. Copyright: Tiroler Festspiele Erl


Musikbanda Franui. Copyright: Tiroler Festspiele Erl

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Baltic Sea Philharmonic eröffnete seine zehnte Toursaison mit umjubelten Konzerten beim Kissinger Sommer

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Das Baltic Sea Philharmonic im Max-Littmann-Saal in Bad Kissingen.
Foto: Baltic Sea Philharmonic / Peter Adamik

• Orchester und Kristjan Järvi debütierten mit „Nordic Pulse“-Programm zehn Jahre nach der Gründung des Baltic Sea Philharmonic
• „Nordic Pulse“-Konzert mit Uraufführung von Gediminas Gelgotas‘ Violinkonzert mit dem Solisten David Nebel
• Zweites Konzert mit spektakulärem „Waterworks“-Programm mit Licht- und Sounddesign in Zusammenarbeit mit Sunbeam Productions
• Schulkonzert für 600 Schüler setzt Engagement der Baltic Sea Music Education Foundation für die Jugend fort
• Fortführung des „Nordic Pulse“-Programms mit Tour durch Italien, Deutschland und Polen vom 17. bis 24. September

Berlin, 11. Juli 2018. Mit insgesamt drei Konzerten beim Kissinger Sommer 2018 hat das Baltic Sea Philharmonic seine zehnte Saison internationaler Tourneen begonnen. Am 7. Juli debütierte das Orchester unter seinem Gründungsdirigenten und Musikdirektor Kristjan Järvi beim renommierten bayerischen Musikfestival in Bad Kissingen mit dem neuen Programm „Nordic Pulse“, das Musik von Komponisten aus dem Ostseeraum präsentiert. Am 9. Juli führte das Baltic Sea Philharmonic sein einzigartiges „Waterworks“-Programm in einer spektakulären Konzertpräsentation mit modernster Licht- und Tontechnik auf. Der Bayerische Rundfunk hat beide Auftritte im Max-Littmann-Saal in Bad Kissingen aufgezeichnet. Zudem spielte das Orchester mit dem Programm „Waterworks“ auch ein spezielles Schulkonzert für mehr als 600 Kinder und Jugendliche. „Nordic Pulse“ beim Kissinger Sommer war nur ein Vorgeschmack auf die gleichnamige Tournee des Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi vom 17. bis 24. September durch Italien, Deutschland und Polen.
 
„Nordic Pulse“: eine Feier von Freiheit und Identität
„Nordic Pulse” feiert die Erklärung der Unabhängigkeit Finnlands, Polens und der drei baltischen Staaten vor 100 Jahren mit Musik von Komponisten aus diesen Ländern. Beim Kissinger Sommer 2018 spielte das Baltic Sea Philharmonic Werke von Kristjan Järvi, dem zeitgenössischen litauischen Komponisten Gediminas Gelgotas und Tschaikowsky. Das Konzert begann mit Järvi’s „Aurora“, einem vom Nordlicht inspirierten Stück, und endete mit seiner konzertanten Bearbeitung von Tschaikowskys Ballett „Dornröschen“. Rund 250 Musikfans hatten bereits am 5. Juli Gelegenheit, das Arrangement zu hören, als das Baltic Sea Philharmonic eine offene Probe in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz in Neuwied-Engers abhielt, dem Probenort des Orchesters vor seinen Auftritten beim Kissinger Sommer. Musikfans weltweit werden Gelegenheit haben, das komplette Werk als Live-Aufnahme des Konzerts beim Kissinger Sommer zu hören, das noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll.
 
Im Mittelpunkt des „Nordic Pulse“-Konzerts stand die Uraufführung von Gelgotas‘ Violinkonzert, gespielt vom Widmungsträger, dem Schweizer Geiger David Nebel als Solisten. Das Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi brachten bereits Gelgotas‘ „Never Ignore the Cosmic Ocean“ und “Mountains. Waters. (Freedom)“ 2012 bzw. 2015 zur Uraufführung. Für den Komponisten sind das Orchester und Järvi die idealen Verfechter seiner symphonischen Musik: „Ihre Energie und Kraft, ihre Freiheit, die Musik zu phrasieren, die Furchtlosigkeit in der Art, wie sie sich ausdrücken – das sind Eigenschaften, die ich sehr bewundere.“ Nach der Uraufführung des Violinkonzerts stimmte Nebel in Gelgotas‘ Lob ein: „Ich hätte mir niemanden anderes vorstellen können, als Kristjan Järvi und das Baltic Sea Philharmonic bei diesem Werk zu begleiten. Das Konzert ist ein brillantes Stück und ich bin so stolz auf alle, die mich bei dieser Aufführung und den Proben unterstützt haben.“  
 
Ein regelmäßiger Besucher des Kissinger Sommers, Klaus Seifert, gratulierte den Interpreten auf Facebook zu ihrer „gewagten Premiere des Violinkonzerts“ und fügte hinzu: „Die Welt gehört den Kühnen und Mutigen!“ Auch die Würzburger Main-Postwar vom Spiel des Orchesters beeindruckt: „Dieses Ensemble junger, herausragender Musiker aus zehn Ostseeanrainerstaaten kann nur als ausgezeichnet bezeichnet werden“, schrieb Kritikerin Elke Tober-Vogt, und weiter: „Kompakt, kraftvoll, anmutig und filigran, warm schimmernd im Gesamtklang, hier wurde mit Hingabe, Konzentration und Leidenschaft und natürlich mit großem Geschick musiziert.“
 
Rückkehr des bahnbrechenden „Waterworks“-Programms
2017 wurde das Baltic Sea Philharmonic für sein vom Wasser inspiriertes Konzertformat „Waterworks“ umjubelt – eine eindrucksvolle Kombination von Musik, Licht, visueller Kunst und Sounddesign in Zusammenarbeit mit Sunbeam Productions. Das Orchester und Kristjan Järvi brachten „Waterworks“ am 9. Juli nach Bad Kissingen mit originellen Arrangements von Händels „Wassermusik“ und einer neuen Orchesterfassung von Philip Glass‘ „Aguas da Amazonia“, einem Stück, das vom großen Amazonas und seinen Nebenflüssen inspiriert wurde. So etwas hatte das Publikum des Kissinger Sommers noch nie erlebt, und der kraftvolle Auftritt des Orchesters in Kombination mit dem Lichtdesign von Bertil Mark und der Tontechnik von Holger Schwark begeisterte Konzertbesucher und Kritiker gleichermaßen.
 
Die Rezensentin der Main-Post fasste die fröhliche Atmosphäre am Ende des Konzertes zusammen, als Järvi das Publikum zu einer Zugabe des Aguas da Amazonia-Finales einlud: „Hunderte von Menschen jeden Alters, stehend und jubelnd, tanzend und singend, klatschend und mit den Armen winkend…. Nein, das war nicht Woodstock am Montagabend, das war der ehrwürdige Max-Littmann-Saal im ruhigen Bad Kissingen!“
 
Kristjan Järvi sagte nach dem „Waterworks“-Konzert: „Dieses Projekt ist vom Wasser inspiriert, insbesondere von etwas, das für das Baltic Sea Philharmonic absolut wertvoll ist, und das ist die Ostsee selbst. Es ist unser Meer, unser Wasser, der Schlüssel zu unserem Leben und unserer Existenz. Wir wollen diese Inspiration mit unserem Publikum teilen, und ich freue mich zu sehen, dass die Leute von der Vorstellung heute Abend begeistert waren.“
 
„Waterworks“-Schulkonzerte inspirieren die nächste Generation
Am Morgen des 9. Juli gab das Baltic Sea Philharmonic in Bad Kissingen ein einstündiges Schulkonzert für mehr als 600 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren mit Ausschnitten aus dem Hauptprogramm von „Waterworks“. Zwei Musiker des Orchesters, die Kontrabassistin Miranda Erlich und der Bratschist Maximilian Procop, moderierten das Konzert. Rüdiger Wiesenhütter, Musiklehrer am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden am Main, lobte das Engagement und die Leidenschaft des Orchesters im Anschluss auf Facebook: „Meine Schüler und ich liebten das Konzert. Der Händel war fantastisch und sehr sauber. Und ‚Aguas da Amazonia‘ war wirklich beeindruckend. Jeder konnte sofort die Begeisterung der Musiker und ihre Liebe zur Musik spüren.“
 
Seit seiner Gründung im Jahr 2008 sind Bildung und Ausbildung Grundpfeiler des Orchesterwirkens . Das jüngste Schulkonzert baut auf den umfangreichen Erfahrungen des Ensembles mit Auftritten für Kinder in Dänemark zwischen 2015 und 2017 auf. In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Rundfunk spielte das Baltic Sea Philharmonic vor rund 16.000 jungen Menschen aus ländlichen Gebieten Dänemarks, von denen viele noch nie live eine Orchesteraufführung in einem Konzertsaal erlebt hatten.  
 
„Nordic Pulse“ in Italien, Deutschland und Polen
Die große „Nordic Pulse“-Tournee des Baltic Sea Philharmonic findet im September diesen Jahres als Doppelfeier statt. Sie feiert zehn Jahre Baltic Sea Philharmonic und 100 Jahre Unabhängigkeit für die baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen sowie Finnland und Polen. Die Tournee unter der Leitung von Kristjan Järvi beginnt mit einem Konzert beim Meraner Musikfestival in Meran (Italien) am 17. September. Anschließend reist das Orchester nach Deutschland, wo es am 18. September erstmals in München auftritt. Nach einem Auftritt in Halle (Saale) am 20. September eröffnet das Baltic Sea Philharmonic am 22. September das 25. Usedomer Musikfestival in Peenemünde. Die Tour endet mit einem Konzert in Danzig (Polen) am 24. September. 
 
Die norwegische Geigerin Mari Samuelsen wird mit dem Orchester zwei Werke estnischer Komponisten aufführen: „Fratres“ von Arvo Pärt und Järvi’s „Aurora“, in der Konzertfassung für Violine und Orchester. Auf dem Programm stehen auch die Orawades polnischen Komponisten Wojciech Kilar und „Mountains. Waters. (Freedom)“ von Gediminas Gelgotas. Außerdem erklingt der erste Satz der „Rock“-Symphonie des lettischen Komponisten Imants Kalniņš, und Sibelius‘ Konzertsuite „Der Sturm“, in einer Bearbeitung von Järvi. Das Orchester wird die Stücke von Sibelius und Kalniņš komplett auswendig spielen.
 
Baltic Sea Philharmonic – eine Revolution in Musik und Kultur
Das Baltic Sea Philharmonic tritt an, die Präsentation und Aufführung von Musik im 21. Jahrhundert zu revolutionieren. Seine Konzerte sind Spektakel, die Klang-, Licht- und Projektionskunst, aber auch Choreografien zu einer einzigartigen Konzerterfahrung verschmelzen. Unter der mitreißenden Leitung seines künstlerischen Leiters Kristjan Järvi strahlen die Aufführungen ansteckende Leidenschaft und Energie aus. Mehr als das, ist das Baltic Sea Philharmonic eine Bewegung, die Menschen zusammenbringt und eine Gemeinschaft von Musikern aus zehn Ländern, die ebenso mühelos geographische, wie historische Grenzen überwindet. Indem das Ensemble die ganze innovative und progressive Kraft des Nordens verkörpert, führt es dabei das traditionelle Verständnis vom Orchester weiter als je zuvor. „Das Baltic Sea Philharmonic ist ein lebendes, atmendes Wesen mit grenzenloser Energie und Enthusiasmus für das Neue – ein beispielloses Abenteuer“, so Kristjan Järvi.
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Lettland/Riga: Rekordfeier zu Lettlands 100. Geburtstag, ein Fest der Farben und Stimmen vom 6. – 9.Juli 2018


Riga, Blick über die Daugava auf den Dom. Copyright: Ursula Wiegand

Mit 43.000 aktiven Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurde in Riga drei Tage lang vom Mittag bis weit nach Mitternacht Lettlands 100. Geburtstag intensiv gefeiert. Eine Rekordzahl angesichts einer Gesamtbevölkerung von knapp 2 Millionen, davon rund 62 Prozent Letten.


Daugava-Stadion, in „Maras Land“ wird getanzt. Copyright: Ursula Wiegand

18.000 Tänzerinnen und Tänzer zelebrierten ein begeisterndes Fest der Farben. 16.500 Sängerinnen und Sänger aller Altersklassen erfüllten zwei riesige Stadien, aber auch Parks und Straßen mit Wohlklang. 65 Events wurden geboten, davon 44 gratis.


Tänzerinnen posieren vor dem Daugava- Stadion. Copyright: Ursula Wiegand

Außerdem taten 8.500 Instrumentalisten, Theatergruppen und Kunsthandwerker/innen – alle  nimmermüde – das Ihre, um ihr Land zu feiern und das Publikum aus dem In- und Ausland zu erfreuen. Von Kindern bis zu Weißhaarigen sorgten alle für eine Superstimmung in diesem liebenswerten Land, das nur knapp die Fläche Bayerns erreicht.  


Jugendorchester musiziert im Park. Copyright: Ursula Wiegand

Lettland hat wirklich allen Grund zu feiern, ging doch die am 18. November 1918 errungene Selbstständigkeit durch die zwangsweise Eingliederung in die damalige Sowjetunion 51 Jahre lang weitgehend verloren. Erst durch die Unabhängigkeitserklärung vom 20.08.1991 hat Lettland seine Freiheit wiedererlangt.

Den Nachbarn Estland und Litauen erging es nicht besser. Legendär ist daher die Menschenkette durch alle drei Länder am 23.08.1989. Die mutigen Balten haben sich damals ihre Freiheit ersungen und wissen besser als die Menschen in vielen anderen Staaten um den Wert der Freiheit, die nun mit einem spektakulären Gesangs- und Tanzfestival gefeiert wird. 


Daugava-Stadion, Kampfszene aus „Maras Land“. Copyright: Ursula Wiegand

Dieses Festival geht zurück aufs Jahr 1864 und wird alle fünf Jahre begangen. Doch diesmal mit besonderer Power. Die Vorführungen von den insgesamt 18.174 Tänzern  und Tänzerinnen unter der Obhut diverser Choreographen beeindruckten durch ihr Bewegungsvokabular und perfekte Schritttechnik fern aller Volkstümelei. Bei dem an zwei Folgetagen gebotenem „Großen Tanzkonzert Maras Land“, das die Geschichte Lettlands veranschaulicht, schien das ganze Daugava Stadion mit seinen 10.460 Plätzen zu swingen.


Daugava-Stadion, Jubelszene aus „Maras Land“. Copyright: Ursula Wiegand

Dem Gesang  und Tanz war das ebenfalls wiederholte Große Schlusskonzert „Der Weg in den klaren Sternenhimmel“ gewidmet. Am „Tatort“, dem Mežapark-Openair-Stadion mit 30.550 Plätzen, engagierten sich 20.073 singende und tanzende Teilnehmer/innen für den Ausflug bis in die Milchstraße. Die Chöre hatten sich vorab bei einem Chorwettstreit am 1. Juli qualifizieren müssen. Das Ergebnis: glasklare Kinder- und Frauenstimmen, urgewaltige Männerchöre, alle mit perfekter Intonation und satter Klangfülle.  


Mezapark, Sängerin auf Video beim Schlusskonzert. Copyright: Ursula Wiegand

Nicht Bach, Beethoven und Brahms wurden geboten. Die Stücke stammten sämtlich von lettischen Komponisten, zeigen großes musikalisches Können mit deutlicher Tendenz zum Wohlklang. Zahlreiche Dirigenten und Dirigentinnen animierten die ihnen Anvertrauten.

Ein Muss bei allen Gesangs- und Tanzfestivals ist das während der Sowjetzeit verbotene Stück „Das Schloss des Lichtes“, gesungen von allen Chören gemeinsam, gewaltig, machtvoll

und immer noch tonschön. Ein Gänsehaut-Ereignis. Dem folgte am 8. Juli noch ein Singen zusammen mit dem Publikum, bis 5 Uhr in der Früh!


Mezapark, mit Tuben durch die Publikumsreihen. Copyright: Ursula Wiegand

Zu den Highlights zählte auch die ausverkaufte „Kokle Musiknacht“ im 800jährigen Dom. Die aus Holz gefertigte Kokle ist eine Art Zither mit unterschiedlicher Anzahl von Saiten. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Instrument ist im Baltikum und bis nach Russland verbreitet. In Lettland wird das traditionelle Kokle-Spielen im Musikunterricht der Schulen gelehrt.  Im Dom gesellte sich mitunter ein Chor hinzu. Insgesamt sehr sanfte Stücke, geleitet von vier Dirigentinnen, waren zu hören. Eine sehr entspannende Musik.


Tanzgruppe im Park. Copyright: Ursula Wiegand

Von den insgesamt 65 Events, 44 davon kostenlos, fanden die Gratis-Konzerte und Tanzdarbietungen in den Parks besonderes Interesse. Auch Gast-Musiker und –Ensembles hatte man eingeladen. Viel Beifall erhielt eine Tanz- und Gesangsgruppe aus Weißrussland. Rundliche Damen mit gut gerundeten Stimmen. Den Clou lieferte jedoch ein ägyptischer Jonglier-Künstler, der etwa 20 Minuten lang bunte Tücher wie Riesen-Sonnenschirme um sich herum drehte und damit lachend sogar durchs Publikum spazierte.


 Gäste aus Weißrussland beim Konzert im Park. Copyright: Ursula Wiegand

Doch damit nicht genug. Es wird weiter gesungen und getanzt. Sogar ein traditioneller Ball im Grünen wird wiederbelebt und am 11. August im ganzen Land getanzt. Vom 17.-19. August findet dann das Riga-Festival statt. Auch in der Nationaloper gibt es dann Sehens- und Hörenswertes.

Großartig wird es noch einmal beim traditionellen Lichtfest vom 16.-19. November, in das diesmal der 100. Staatsgeburtstag hineinfällt. Mit einer Parade und einem großen Feuerwerk endet die Happy Birthday Party. – Weiteres unter www.lv100.lv/en.  

Ursula Wiegand

 

 

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