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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 10. OKTOBER 2019)

10.10.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 10. OKTOBER 2019)

Heute: Literaturnobelpreis 2019 an Peter Handke: ORF gratuliert mit einem Programmschwerpunkt

 Ab heute in ORF 2, ORF III und Ö1 =

Wien (OTS) – Der ORF würdigt den österreichischen Schriftsteller Peter Handke anlässlich der Zuerkennung des Literaturnobelpreises 2019 mit einem Programmschwerpunkt in TV und Radio.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Im Namen des ORF gratuliere ich Peter Handke zur höchsten Auszeichnung auf dem Gebiet der Literatur, mit der sein herausragendes, bisheriges Lebenswerk gebührend gewürdigt wird. Damit blickt die ganze Welt einmal mehr auf Österreich und sein literarisches Schaffen. Peter Handke zählt unbestritten zu den großen Namen der europäischen Literatur. Sein umfassendes Werk ist als Korrektiv des gängigen Denkens und der herrschenden Sprache zu begreifen.“

Die Sendungen im TV

ORF 2 ändert heute sein Programm und bringt – neben umfassender Kulturberichterstattung in „Studio 2“ (17.30 Uhr) und in den „ZIB“-Ausgaben eine „ZIB Spezial“ um 22.25 Uhr mit Nadja Bernhard. Anschließend steht das Filmporträt „Peter Handke – Zurück an den Anfang“ von Corinna Belz auf dem Programm. Die ORF-Koproduktion begleitet Peter Handke in seinen Heimatort Griffen, den er schon vor rund 50 Jahren verlassen hat, und erzählt, wie er einen Tag mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der kleinen Kärntner Marktgemeinde verbringt. Österreich und besonders Griffen nahe der Grenze zu Slowenien haben in Handkes Werk vielfältige Spuren hinterlassen. Die anschließenden Sendungen „Eco“ bzw. „Stöckl.“ starten durch die Programmänderung um 23.20 Uhr bzw. 23.55 Uhr, „Stöckl.“ wird zudem am Samstag, dem 12. Oktober, um 9.50 Uhr in ORF 2 wiederholt. ORF III würdigt den künftigen Nobelpreisträger Peter Handke in der heutigen Ausgabe von „Kultur Heute“ (19.45 Uhr). Darin begrüßt u. a. ORF-III-Moderator Patrick Zwerger Kulturjournalist und „erLesen“-Moderator Heinz Sichrovsky im Studio. Danach steht „Das ganze Interview: Peter Handke im Gespräch mit Katja Gasser“ (21.55 Uhr) auf dem Programm. Dafür traf die ORF-Literaturexpertin den umstrittenen Schriftsteller im Jahr 2016 in seiner Wahlheimat Paris. „Kärnten heute“ steht bereits heute ganz im Zeichen des Nobelpreises für Peter Handke und bringt erste Reaktionen von Autorenkolleginnen und -kollegen. Um 20.04 Uhr bringt Radio Kärnten eine Sondersendung.

Die Sendungen in Ö1

Auch Ö1 ändert zu Ehren Peter Handkes sein Programm. Bereits heute um 17.09 steht ein „Kulturjournal Spezial“ im Zeichen des Literaturnobelpreises an Peter Handke und Olga Tokarczuk (für 2018). Die Sendung thematisiert die literarischen Verdienste der beiden Preisträger. Darüber diskutiert Kristina Pfoser live mit Brigitte Schwens-Harrant, Staatspreisträgerin für Literaturkritik und Feuilletonchefin der Wochenzeitung „Die Furche“, und mit dem Verleger, Literaturkritiker und Autor Jochen Jung. In dessen Verlag Jung und Jung ist eine ganze Reihe von Büchern von und über Peter Handke erschienen. Und nicht zuletzt ist Jochen Jung seit vielen Jahren mit Peter Handke befreundet. Im heutigen „Im Gespräch“ (21.00 Uhr) ist die Wiederholung einer Sendung aus dem Jahr 2012 zu hören: Unter dem Titel „Erzählen ist eine Art ‚Heuwenden‘“ spricht Michael Kerbler mit Peter Handke, der 1987 der erste Gast der damals neuen Ö1-Sendereihe war, über seine Einsamkeit beim Schreiben, seine Wurzeln und sein Unterwegs-Sein. In den morgigen Ö1-„Radiogeschichten“ (Freitag, 11. Oktober, 11.05 Uhr) liest Philipp Hauß „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke. Die unmittelbar nach dem Selbstmord seiner Mutter im Jahr 1971 geschriebene Erzählung porträtiert nicht nur Handkes Mutter, und mit ihr eine ganze Frauengeneration, sondern erzählt auch von Handkes Kindheit und Jugend, und von seinem Verhältnis zu seiner Familie. In den Ö1-„Tonspuren“ am Sonntag, dem 13. Oktober, ab 20.15 Uhr ist das Feature „Ich werde mich mit möglichst vielen verfeinden!“ zu hören. Seit Peter Handke 1966 seinen ersten Roman „Die Hornissen“ veröffentlichte, wurde er von der Öffentlichkeit höchst unterschiedlich wahrgenommen. Vermutlich liegt das weniger an seinen Texten, als vielmehr an seiner eigenen Haltung dieser Wahrnehmung gegenüber. Handke ist immer auf der anderen Seite, egal, ob ihn jemand mag oder nicht.
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REQUIEM FÜR MARCELLO GIORDANI

ZUM VIDEO
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WIEN: HEUTE PREMIERE IM THEATER IN DER JOSEFSTADT: EINEN JUX WILL ER SICH MACHEN“ von Johann Nepomuk Nestroy

19.30 – 21.40 Uhr Johann Nepomuk Nestroy

Einen Jux will er sich machen 


Martin Zauner. Copyright: Barbara Zeininger


Paul Matic. Copyright: Barbara Zeininger


Johannes Krisch. Copyright: Barbara Zeininger

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MERKER-HEFT OKTOBER 2019 – INHALTSVERZEICHNIS

WERDEN SIE ABONNENT DES MERKER-HEFTES

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OPER GRAZ: ROMÉO ET JULIETTE NOCH BIS 31. OKTOBER ZU ERLEBEN


Copyright: Oper Graz/ Werner Kmetitsch

„Roméo et Juliette“ – Presselob für die Wiederaufnahme

„Charles Gounods ‚Roméo et Juliette‘ hat alles, was große Oper braucht, und Ben Baurs nachdenkliche Inszenierung von 2016 erfüllt auch in der Wiederaufnahme die Erwartungen.(…) Ganz große Oper, die man nicht versäumen sollte!““ (Kleine Zeitung)

„Katerina Tretyakova gibt eine willensstarke Juliette mit festem Aplomb, die durch ihr ‚Je veux vivre‘ braust, als hätte sie schon die Vorahnung des Todes in sich. Zu dieser Deutung passt ihr dunkel-​samtiges Timbre vortrefflich und ergänzt sich gut mit dem spielerisch-​leicht geführten Tenor von Jesús León als Roméo, der auch die nötige Strahlkraft für die Duette besitzt.“ (Kronen Zeitung) 

 „Die zeitlose Geschichte einer unmöglichen Liebe, Musik der großen Gefühle und zwei grandiose Sänger in den Titelrollen: Die Grazer Produktion von Roméo et Juliette ist ein Pflichttermin für alle Romantiker und solche, die es werden wollen!“ (Bachtrack)

„Regisseur Ben Baur hat aus den unwahrscheinlichen, ja phantastischen Verstrickungen und Verwirrungen eine geradezu selbstverständliche Liebesregie herausgearbeitet – der Traum einer einzigen Sommernacht.“ (Drehpunkt Kultur)

„Roméo et Juliette“
10., 18., 25. & 31. Okt 2019
Oper von von Charles Gounod
Informationen & Tickets
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HERBSTTAGE BLINDENMARKT: Familienpremiere am 20. Oktober 2019

Bildergebnis für herbsttage blindenmarkt pippi langstrumpf

„Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren
Theater mit Musik für die ganze Familie

„Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt!“


Larissa Winkel als Pippi. Copyright: Roland Ferrigato

Pippi Langstrumpf erobert die Herbsttage Blindenmarkt. Als zweite Eigenproduktion im Jubiläumsjahr 2019 steht das Theaterstück mit Musik „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren auf dem Programm. Ein junges Darsteller-Team feiert, tatkräftigt unterstützt von einer Live-Band und einem tollen Kinderensemble, im Zeichen von Rotschopf und Sommersprossen den beliebten Kinderbuchklassiker. Die ebenso junge wie vielseitige Schauspielerin und Tänzerin Larissa Winkel schlüpft in die Rolle der „Pippi“. Als gestrenge „Frau Prysselius“ brilliert Susanna Hirschler. Der Blindenmarkter Bernd Leichtfried komponierte die mitreißende Musik. Regie führt Christoph Sommersguter, langjähriger Regieassistent bei den Vereinigten Bühnen Wien und Spezialist für das spritzige Miteinander von Theater und Musik.

20. und 27. Oktober, 14:00 Uhr

Informationen:
www.herbsttage.at / Karten: 07473-666 80 / Veranstaltungsort: Ybbsfeldhalle Blindenmarkt

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BENEFIZ-WEIHNACHTSKONZERT 2019. CLEMENS UNTERREINER & SEINE EHRENGÄSTE
 

Die Nächstenliebe und die Liebe zur Musik verbindet auch heuer wieder seine internationalen Freunde aus über 12 Nationen. Darunter die Opern Legende Renate HOLM, Startenor Andreas SCHAGER, Staatsopern Sopran Valentina NAFORNITA, Bassist Jongmin PARK, Staatsopern Mezzo Zoryana KUSHPLER, Schauspiel Größe Andrea JONASSON, Star Geigerin Lidia BAICH sowie das weltberühmte JANOSKA ENSEMBLE singen, spielen und lesen Arien, Gebete, Weihnachslieder und Weihnachtsgeschichten für die HILFSTÖNE – Musik für Menschen in Not

Fixe reservierte Sitzplätze in unterschiedlichen Kategorien im PARTERRE
Wir empfehlen auch die günstigeren und sehr beliebten Plätze auf der EMPORE (1+2 Balkon). Freie Platzwahl, sehr gute Akustik und teilweise auch gute Sicht.

Nach dem Konzert laden wir zur AGAPE in den Gemeindesaal mit köstlichem WEIN von PAUL ACHS, Brot sowie heißem Punsch im Innenhof.

Jedes Jahr geht der Reinerlös an sorgfältig ausgesuchte karitative, soziale und nachhaltige Projekte der HILFSTÖNE.

Sie können Ihre Plätze gleich ONLINE unter: www.hilfstoene.at/tickets erwerben.

Für alle weiteren Auftritte und Informationen von Clemens Unterreiner, besuchen Sie doch bitte seine neue Homepage
www.unterreiner.at
sowie all seine SOCIAL MEDIA und YOUTUBE Kanäle.

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WIEN/ MuTh im Augarten: Florian Krumpöck in the MuTh

 Pilgerfahrt zu Beethoven III – 15. Oktober 2019

Wien, im Oktober 2019. Die „Pilgerfahrt zu Beethoven“ – eine musikalisch-literarische Reise mit Florian Krumpöck und Weggefährten. 

Die dritte Etappe legt Florian Krumpöck mit Gerti Drassl und Daniel Keberle am 15. Oktober 2019 zurück. Zu hören sind Beethovens Klaviersonate in As-Dur, bekannt für den berührenden Trauermarsch „Auf den Tod eines Helden“ sowie der zweite Satz aus der Klaviersonate in D-Dur, der „Pastorale“, einer von Beethovens Lieblingssätzen. Was Beethoven noch wichtig war und ihn bewegt hat, wird von Schauspielerin Gerti Drassl und Schauspieler Daniel Keberle mit einer kurzweiligen Auswahl an Texten und Briefen von, an und über ihn eindrucksvoll vermittelt.

 Mit der Aufführung der 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven taucht der Pianist Krumpöck in das widersprüchliche Universum des Titanen ein. Konzipiert ist diese Reise über mehrere Jahre.
Das nächste Konzert findet am 1. April 2020 im MuTh statt, es rezitiert Johannes Krisch.

Programm:

Ludwig van Beethoven:
Sonate für Klavier Nr. 12 in As-Dur op. 26
Sonate für Klavier Nr. 15 in D-Dur op. 28 „Pastorale“

Besetzung:

Klavier: Florian Krumpöck
Rezitation: Gerti Drassl & Daniel Keberle
Textauswahl & Dramaturgie: Karin Sedlak

Termin: Dienstag, 15. Oktober 2019, 19:30 Uhr

Ort: MuTh-Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien

Karten: 38/33/28 €, Loge 48 €, Kinder & Jugendliche 20/15/9 € / www.muth.at oder 01/347 80 80

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GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 10. – 16. OKTOBER 2019

Bildergebnis für radio

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

10.10. HAMLET (aus Barcelona, Aufnahme v. 7.3.) BBC 3-15 Uhr
12.10. MADAMA BUTTERFLY (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr
FERNAND CORTÉZ (Live aus Florenz) RAI 3-19 Uhr
WONDERFUL TOWN (aus Enschede, Aufnahme v. 4.10.) Radio 4Hilversum- 19 Uhr
DAS MÄRCHEN VOM ZAREN SALTAN (aus Moskau, Aufnahme v. 26.9.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
ALCESTE (aus München, Aufnahme v. 26.5.) ORF Ö1-19.30 Uhr
LES HUGUENOTS (aus Paris, Aufnahme v. 1.10.2018) BBC 3-19.30 Uhr
I MASNADIERI (aus Mailand, Aufnahme v. 18.6.) VRT Klara-20 Uhr
FALSTAFF (aus London, Aufnahme v. 19.7.2018) France Musique-20 Uhr
ALCESTE (aus München, Aufnahme v. 26.5.) HR 2-20.04 Uhr
13.10. ATTILA (Live aus München) Bayern 4-19 Uhr
15.10. TOSCA (Live aus Turin) RAI 3-20 Uhr
17.10. PORGY AND BESS (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr

EMPFANGSMÖGLICHGKEIT ÜBER DAS INTERNET
ORF – Ö 1 http://oe1.orf.at/
Bayern 4 https://www.br-klassik.de/index.html
HR 2 http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/
WDR 3 http://www1.wdr.de/radio/wdr3/index.html
SWR 2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Deutschlandradio http://www.deutschlandradiokultur.de/startseite.197.de.html
RAI 3 http://www.radio3.rai.it/dl/radio3/programmi/PublishingBlock-61ab4215-547b-4563-8b1f-8932531e5469.html
Radio Suisse R. https://www.rts.ch/
Radio 4Hilversum https://www.nporadio4.nl/gids-gemist
VRT Klara http://www.klara.be/
RNE Clasica Madrid http://www.rtve.es/radio/radioclasica/programacion/
Sveriges Radio 2 https://sverigesradio.se/p2
Met-Stream http://www.metopera.org/Season/Radio/Free-Live-Audio-Streams/
BBC 3 http://www.bbc.co.uk/radio3/programmes/genres/music/classical/opera/all
France Musique https://www.francemusique.fr/opera

Das sind jene Sender, die regelmäßig Opernübertragungen senden. Sollten unseren Lesern noch andere derartige Sender bekannt sein, dann bitten wir um Bekanntgabe inkl. Internetadresse.

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NEU IN UNSEREN KRITIKEN: „DAS RHEINGOLD“ IN HELSINKI

Nachdem der Altmeister Götz Friedrich auf Einladung des damaligen Generalintendanten Walton Groenroos der Finnischen Nationaloper (FNO) von 1996-99 als deren Auftragswerk seinen dritten und sehr sehenswerten „Ring“ inszeniert hatte, den ich auch erleben und rezensieren konnte und in dem die große finnische Wotan-Hoffnung Juha Uusitalo bekannt wurde, begann man nun mit einer Neuinszenierung der Tetralogie von Richard Wagner. Mit dem „Rheingold“ legte man am Töölönlahti-See einen fulminanten Start hin. Dieser neue „Ring“ wird diesmal von einem rein finnischen leading team erarbeitet. Anna Kelo übernimmt die Regie, Mikki Kunttu das Bühnenbild und die Video-Regie sowie Erika Turunen die Kostüme. Am Pult des erstklassigen Orchesters der Finnischen Nationaloper steht der international bekannte Dirigent Esa-Pekka Salonen, der schon längst einmal nach Bayreuth gehört hätte…

Zum Bericht von Klaus Billand


Copyright: Ralph Larmann


Erda mit Fasolt im Hintergrund. Copyright: Ralph Larmann
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viennaARTaward: Glanzvolle Preisverleihung im Novomatic Forum am 22.10.

Bereits zum 14. Mal ehrt der Wiener Kunsthandel Persönlichkeiten und Institutionen für ihre Verdienste rund um die Vermittlung von Kunst mit dem viennaARTaward. Vergeben werden die Kunstpreise am 22. Oktober im Rahmen einer glanzvollen Gala im Novomatic Forum. Die Begrüßung erfolgt durch den Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Wien, DDr. Anton Ofner. Gestaltet wurden die Award-Skulpturen vom Künstler Johannes Höfinger.

Am 22. Oktober wird mit dem viennaARTaward einer der wichtigsten Kunstpreise Österreichs vergeben. Das Wiener Landesgremium des Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels würdigt damit Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Vermitteln, Bewerten, Bewahren und Fördern von alter und neuer Kunst verdient gemacht haben. Gestaltet wurden die Statuetten vom Künstler Johannes Höfinger.

Bildergebnis für artaward 2019 höfinger
Johannes Höfinger, Gestalter der Statuetten

Was: Verleihung des 14. viennaARTaward

Wann: 18:30 Uhr

Wo: Novomatic Forum, Friedrichstraße 7, 1010 Wien
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WIEN/ Florentina Holzinger mit „Tanz“ im Tanzquartier Wien

Den dritten Teil ihrer Trilogie über den menschlichen Körper und dessen Erziehung nennt die österreichische Choreografin Florentina Holzinger schlicht „Tanz“. Aber, und man darf sich inzwischen auf sie verlassen, so harmlos wie ihr Titel ist diese gut zweistündige Arbeit natürlich nicht. Zwischen Spitzentanz und Trash, mit viel nacktem Fleisch, Blut und ironischer Distanz schießt Holzinger aus allen Rohren aufs klassisch-romantische Ballett.


Florentina Holzinger Tanz c Eva Wuerdinger

Eine reißt sich sitzend die Eingeweide aus dem Leib, während sieben weitere Performerinnen um sie herum stehen, monoton summend. Und dann treten sie an die Barren zum klassischen Ballett-Training, geleitet von der nackten Tanzlehrerin Beatrice Cordua, die, mittlerweile an die 80 und lange Zeit Primaballerina unter John Neumeier in Hamburg, wo sie bereits 1972 dessen „Le Sacre“ nackt tanzte, hier als fachkundig-lüsterner Allround-Coach brilliert.

So beginnt die in zwei Akte a la „La Sylphide“ und mehrere szenische Trainingseinheiten/Lektionen gegliederte Performance. Die Studentinnen lernen neben dem Strecken der Füße auch, wie man masturbiert. Der Drill der klassischen Ballett-Ausbildung mündet in ein blutiges Spektakel, das ob seiner ironischen und Trash-Elemente zu einem die Zuschauerschaft wahrlich fordernden Theater wird.


Florentina Holzinger Tanz c Eva Wuerdinger

Energie will sie sehen und übernatürliche Kraft. Doch der Hexenritt auf dem Staubsaugerrohr bleibt trotz aller Bemühungen ein erdgebundener. Wir sehen immer mehr Haut und immer mehr echtes (!) Blut, das großzügig verspritzt die Spitzenschuhe tränkt und Körper färbt. Die Geilheit der Trainerin bricht durch, sie fantasiert von der Faust im Arsch und ist so heiß auf die vielen ausgestreckten Beine. „Pleasure and korruption“. Und einer Asiatin werden ihre individuellen und fremdkulturellen Prägungen per regredierendem Zauberkunststück gründlich ausgetrieben, ihre Identität wird im Hexenkessel eingekocht.

„Leicht sein“ sollen sie, und drei hängen sich an ihren Haaren auf. In luftige Höhen gehoben übt eine das „Entrechat“ (das schnelle alternierende Kreuzen der gestreckten Beine). Der Traum vom Fliegen wird wahr. Und es schmerzt mehr als die Kopfhaut …


Florentina Holzinger Tanz c Eva Wuerdinger

Die Trainerin gebiert blutend eine Ratte, auf schwebenden Motorrädern turnen sie und rasen auf der Stelle, A-Capella-Gesang vom Feinsten, an Haken im eigenen Fleisch wird eine Tänzerin in die Höhe gezogen und tanzt, Spitzentanz in Pas-de-deux und Gruppe, kriegerische Schießerei und das Tier in uns, abgehackte Gliedmaßen und Porno-Live-Cam auf den Monitoren, Zauberkunststücke, Publikumsbeteiligung zur Macht des Geldes, „Spiel mir das Lied vom Tod“. Die Fülle an Details, die Bandbreite der Mittel, deren Kraft und das 10-köpfige weibliche Kollektiv beeindrucken. Und nebenher werden Gedanken an den Skandal um Ausbildungs-Methoden am Staatsballett Wien wachgerufen.

Das klassische, romantische Ballett ist in seiner Gesamtheit Abbild überkommender sozialer und gesellschaftlicher Strukturen. Dessen Werte und Ideale, nicht nur in der Kunst längst überrollt, nimmt Florentina Holzinger mit „Tanz“ ins Visier. Pars pro toto. Sie ist keine von ihrer Ausbildung tief traumatisierte ehemalige Ballett-Studentin. Sie lässt hier nicht einfach nur ihrer jeglicher Bedeutungsschwere enthobenen Freude am Spielerischen, am Trash, am Extremen und an der Lust am Schockieren freien Lauf. Sie stellt den Perfektions- und Schönheitskult des romantischen Balletts, die Gleichmacherei, die patriarchalen Strukturen und deren kompensatorische Folgeerscheinungen bloß. Pars pro toto. So also gerät „Tanz“ zu einer kunst-, sozial- und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit Gewohntem. Im Sehen, Denken und Fühlen.


Florentina Holzinger Tanz c Eva Wuerdinger

Die provokante Form und die radikale Klarheit im Inhalt, das konfrontative Aufbrechen von Normierungen, das Spiel mit Schmerz und Empathie fangen den Zuschauenden ein. Mit der Welt-Uraufführung von „Tanz“ präsentiert Florentina Holzinger nach „Recovery“ und „Apollon Musagète“ (auch hier performten ausschließlich Frauen) ihre bislang stärkste Arbeit, nicht nur dieser Triade. Das Publikum feierte „Tanz“ stehend, zu Recht.

Aufführungen am 03.-05., 11. und 12. Oktober 2019 in Halle G.

Rando Hannemann
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