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INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 1. APRIL 2021)

01.04.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 1. APRIL 2021)

Trotz Lockdown: Musikalische Online-Auferstehung in der ALBERTINA

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PASSION, ein vierzigminütiges Werk für Streichquartett, Klarinette und Tuba (beide Musiker sind Soloinstrumentalisten der Wiener Philharmoniker) vom Südtiroler Komponisten Gerd Hermann Ortler (lebt in Wien und unterrichtet an der Musikuniversität). Es ist eine instrumentale Passion bestehend aus 8 Teilen, die jeweils von einem Bild Gottfried Helnweins inspiriert sind.  

Da die Uraufführung bei einem Festival nun zweimal coronabedingt abgesagt werden musste, hat mich der Komponist nach Ideen gefragt. Und nun haben wir eine Kooperation mit der Albertina geleitet. Leider kann die Uraufführung nach wie vor nicht mit Publikum stattfinden, aber:

Die ganze Passion wurde im vergangenen Sommer hinter verschlossenen Türen in der Wiener Albertina des Nachts audiovisuell aufgenommen aufgezeichnet (noch nicht veröffentlicht). Und am Karfreitag wird die Albertina diese Aufnahme um 15.00 Uhr streamen.

Hier finden Sie drei sehr aussagekräftige Trailer:

https://youtu.be/QoVb320m45M

https://youtu.be/qfjFAHBJ68Q

https://youtu.be/fenSkxurdKc

Ich glaube sehr an dieses Werk, da es erstens qualitativ hochwertig ist und sich zweitens gut erzählen lässt, passt es doch ausgezeichnet in unsere Zeit, in unsere „Fastenzeit“, auch im übertragenen Sinn. Das letzte Bild ist dann die Auferstehung, die auch als Hoffnung für alle zu verstehen ist, nicht nur im künstlerischen Bereich.

Musik von Gerd Hermann Ortler zu den Werken von Gottfried Helnwein

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Foto: Youtube

Bilder von Gottfried Helnwein

Die ALBERTINA entsendet am Karfreitag besondere Ostergrüße an ihr Publikum: Der Komponist Gerd Hermann Ortler geht eine musikalische Verbindung mit Bildern von Gottfried Helnwein ein. Die filmische Aufzeichnung des Musikstücks ist auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der ALBERTINA vom Karfreitag, 2. April 2021,  ab 15 Uhr bis Sonntag, 25. April zu sehen.

Musik verbündet sich mit der bildenden Kunst und bringt die Albertina trotz Covid-19 zum Klingen, während die Bühnen schweigen. Auch die zentrale Botschaft der Passion, die Hoffnung auf Wiederauferstehung, ist im Hinblick auf die Kunst- und Kulturbranche ein wichtiges Zeichen.

Das Projekt, das verschiedene Kunstgenres verbindet, zeigt: „Wir müssen die Kräfte der Kunst bündeln. Wo immer es geht, einander, über die Grenzen hinweg unterstützen. Nur durch Zusammenhalt können wir diese für uns alle schwierige Situation. Das gilt für unser Land genauso wie für die Vielfalt des heimischen Kunstschaffens“, so ALBERTINA Direktor Klaus Albrecht Schröder.

Aufgrund von COVID-19 konnte die Weltpremiere von PASSION des Komponisten Gerd Hermann Ortler beim PalmKlang Festival nicht stattfinden: „In diesen herausfordernden Zeiten wurden wir von einer Hauptbotschaft von PASSION inspiriert: Die Hoffnung auf Auferstehung. Deshalb haben wir uns mit anderen Kunstformen zusammengetan und entwickelten ein neues Konzept für die Premiere. Wir tauschten die Bühne gegen ein Museum und das Publikum gegen eine Kamera. Umgeben und inspiriert von der Kunst von Gottfried Helnwein, haben wir PASSION zum Leben erweckt. Das Ergebnis ist dieser Film, eine Auferstehung unserer künstlerischen Überzeugungen und Hoffnungen“, so PASSION-Komponist Gerd Hermann Ortler.

Die atemberaubende Komposition Gerd Hermann Ortlers hat mich zutiefst berührt und erschüttert. Als ich die Klänge zum ersten Mal hörte, waren sie mir doch seltsam vertraut. Es gehört zu den ganz besonderen Augenblicken in der Kunst, wenn sich ein Künstler mit seiner Arbeit auf das Werk eines andern Künstlers bezieht und sich durch eine eigene, neue Kreation mit ihm verbindet. Mein Dank gilt auch der ALBERTINA, die bewiesen hat, dass das Museum wirklich ein Hort der Musen sein kann“, so Gottfried Helnwein.

Auf der Suche nach der verlorenen Kindheit

Das Musikstück ist eine Komposition zur Passionsgeschichte ohne gesprochenes und gesungenes Wort. Durch die Konzentration auf das Instrumentale wird eine offene Ebene erreicht, in der musikalische Elemente wie Klangfarbe, Rhythmus, Motivik und Dynamik die treibenden Kräfte sind. Das solistische Hervortreten von Klarinette und Tuba verstärkt dies und bildet einen Kontrapunkt zum Verband des Streichquartetts.

Die musikalische Handlung wird in den Kontext ausgewählter Bilder von Gottfried Helnwein gestellt. Diese Bilder lösen im Zusammenspiel mit der Musik die Passion aus ihrem traditionellen Rahmen und lassen sie zur Metapher für den Leidensweg des Kindes in uns werden. Des Kindes, das wir alle in uns tragen, das aber systematisch ausgetrieben wird, um aus uns ‚brauchbare Menschen‘ für die Gesellschaft zu machen und nach dem wir uns nun schmerzlich ein Leben lang zurücksehnen. „Dieses Kind ist unsere eigentliche Natur, unser vollkommenes Wesen, vielleicht sogar das Göttliche in uns. Denn die Hoffnung, das verlorene Kind und damit das Paradies in uns wieder zu finden, macht uns das Menschsein erträglich“, so Ortler.

PASSION, von Gerd Hermann Ortler, für Klarinette, Tuba und Streichquartett (2020).

Matthias Schorn, Solo-Klarinettist der Wr. Philharmoniker

Christoph Gigler, Solo-Tubist der Wr. Philharmoniker 

Radio String Quartett

Regie: Benedikt Missmann

Zu sehen ist der Film ab Karfreitag, 2. April 2021, 15 Uhr bis Sonntag, 25. April auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der ALBERTINA.

Ein Teaser ist bereits auf Youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=09Bj2P6M5oY zu sehen.

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Foto: Youtube

WERKEINFÜHRUNG
Ich erzähle mit meiner Komposition die Passionsgeschichte ohne das gesprochene und gesungene Wort. Durch die Konzentration auf das Instrumentale wird eine offene Ebene erreicht, in der musikalische Elemente wie Klangfarbe, Rhythmus, Motivik und Dynamik die treibenden Kräfte sind. Das solistische Hervortreten von Klarinette und Tuba verstärkt dies und bildet einen Kontrapunkt zum Verband des Streichquartetts.


Copyright: Elisa Maier

Die musikalische Handlung wird zudem visuell erweitert, denn ich stelle sie in den Kontext ausgewählter Bilder von Gottfried Helnwein. Diese Bilder lösen im Zusammenspiel mit der Musik die Passion aus ihrem traditionellen Rahmen und lassen sie zur Metapher für den Leidensweg des Kindes in uns werden.
Des Kindes, das wir alle in uns tragen, das aber systematisch ausgetrieben wird, um aus uns „brauchbare Menschen“ für die Gesellschaft zu machen und nach dem wir uns nun schmerzlich ein Leben lang zurücksehnen. Dieses Kind ist unsere eigentliche Natur, unser vollkommenes Wesen, vielleicht sogar das Göttliche in uns.

Dies sehe ich auch in der gleichsam irritierenden wie inspirierenden Kunst von Gottfried Helnwein, der das versehrte Kind ins Zentrum seiner Werke rückt, welches aber trotzdem eine innere Unbesiegbarkeit ausstrahlt.

Für seine Überzeugung Opfer zu bringen, zu leiden und im dafür Sterben Erlösung zu finden, sind zentrale Aspekte der Passion. Doch darüber steht die Hoffnung, die wohl stärkste Kraft des Menschen: entgegen aller Vernunft erhebt sie sich über die Aussichtslosigkeit als existentieller Antrieb, über sich hinauszuwachsen. Denn die Hoffnung, das verlorene Kind und damit das Paradies in uns wieder zu finden,
macht uns das Menschsein erträglich.

Gerd Hermann Ortler, März 202
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SCHWETZINGER FESTSPIELE SAGEN  MAI-VERANSTALTUNGEN AB

Schwetzinger SWR Festspiele Tickets - alle Termine auf einen Blick - Karten  online bestellen - Reservix - dein Ticketportal

So kurz vor Ostern und mit dem Einsetzen des wunderbaren Frühlingswetters müssen wir Ihnen nicht ganz so gute Nachrichten übermitteln. 

Bis vor wenigen Tagen waren wir noch hochmotiviert in der Vorbereitung der Festspielausgabe vom 30. April bis 29. Mai 2021, in der Hoffnung und Überzeugung, dass Veranstaltungen wieder möglich sein würden. 
Leider vergeblich: Die wieder rasant steigenden Infektionszahlen und die völlig unklaren Perspektiven und Bedingungen für die Wiederöffnung kultureller Veranstaltungen machen Festspiele derzeit unmöglich, sodass unsere Festspielleitung nach intensiver Beratung und Abstimmung mit den Gesellschaftern der Schwetzinger SWR Festspiele gGmbH entscheiden musste, die Veranstaltungen im Mai abzusagen. 

Bereits gekaufte Tickets werden abzüglich der Portokosten automatisch erstattet. 

Trotz dieser bedauerlichen Nachricht freuen wir uns, Ihnen jetzt schon ankündigen zu können: Vom 15. bis 31. Oktober 2021 gibt es erneut eine Herbstedition der Schwetzinger SWR Festspiele!

Insgesamt 21 Veranstaltungen konnten in den Oktober verlegt werden. Diejenigen Veranstaltungen, die nicht im Oktober stattfinden können, werden an anderer Stelle in den nächsten Jahren nachgeholt, wie beispielsweise unsere Uraufführungsoper „Im Dickicht“, die nun zur Eröffnung der Festspiele 2023 geplant ist. 

Außerdem werden einige Konzerte voraussichtlich im Frühjahr ohne Publikum in denSWR-Studios Stuttgart und Baden-Baden realisiert. Freuen Sie sich zum Beispiel auf die Orchesterakademie mit Nils Mönkemeyer und dem SWR Symphonieorchester am Samstag, den 8. Mai, 18 Uhr, via Video-Stream!

Über alle Live-Streams und Aufzeichnungen informieren wir Sie selbstverständlich rechtzeitig via Newsletter oder über die Sozialen Netzwerke. 
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OPER FRANKFURT: „KARNEVAL DER TIERE“ IM STREAM

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Copyright: Vincent Koenig

Im Rahmen des an jedem Freitag eines Monats stattfindenden digitalen Programms Oper Frankfurt zuhause wird ab

Freitag, dem 9. April 2021, um 19.30 Uhr

Der Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns (1835-1921) über die Website der Oper (www.oper-frankfurt.de) bzw. deren Kanäle bei YouTube (www.youtube.com) und Facebook (www.facebook.com) abrufbar sein. Die Veranstaltung wurde vorab im Bockenheimer Depot aufgezeichnet und ist bis einschließlich 30. April 2021 online verfügbar.

Die am 9. März 1886 in Paris uraufgeführte Große zoologische Fantasie für Kammerorchester wird in der Textfassung von Loriot (1975) präsentiert. Die Musikalische Leitung des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters liegt bei Solorepetitor Lukas Rommelspacher, der zusammen mit seiner Kollegin In Sun Suh auch am Klavier zu erleben sein wird. Die Inszenierung besorgt Regieassistentin Katharina Kastening, Kostüme und Bühnenbild stammen von Christoph Fischer, und das Licht wird von Jonathan Pickers eingerichtet. Maximilian Enderle übernimmt die Dramaturgie. Als Erzähler ist Christoph Pütthoff vom Schauspiel Frankfurt besetzt, zu den weiteren Mitwirkenden gehört die Statisterie der Oper Frankfurt.

Tanzende Elefanten, störrische Esel und schillernde Fischschwärme  ̶  Camille Saint-Saëns’ Karneval der Tiere regt bis heute die Fantasie junger und erwachsener Hörer*innen an. In der humorvoll-virtuosen Komposition und einer bildstarken Inszenierung tummeln sich kuriose Tiere aller Arten. Um es mit Loriot zu sagen: Ein kulturelles Ereignis von erregender Einmaligkeit!

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Nähere Informationen zu den kommenden Online-Veranstaltungen sind unter www.oper-frankfurt.de/de/oper-frankfurt-zuhause/ einzusehen.

Wer für diese kostenlosen digitalen Programme der Oper Frankfurt etwas spenden möchte, findet unter www.oper-frankfurt.de/de/news/?detail=481 weitere Angaben.

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GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 1. – 7. APRIL 2021

Rundfunk: 100 Jahre Radio in Deutschland

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich
auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

1.4. DIE ZARENBRAUT (aus London, Aufnahme v. 14.4.2011) BBC 3-15 Uhr
3.4. LE DAMNATION DE FAUST (aus Strassburg, Aufnahme v. 25.4.2019) Bayern 4- 19.05 Uhr
SIGURD (aus Erfurt, Aufnahme v. 30.1.23015) Deutschlandradio-19.05 Uhr
DER DÄMON (aus Bordeaux, Aufnahme b. 29.1.2020) ORF Ö1-19.30 Uhr
LE COMTE ORY (aus New York, Aufnahme v. 5.2.2013) BBC 3-19.30 Uhr
PARSIFAL (aus Toulouse, Aufnahme v. 26.1.2020) RAI 3-19.40 Uhr
4.4. EZIO (aus Herne, Aufnahme v. 13.11.2009) WDR 3-20.04 Uhr

EMPFANGSMÖGLICHGKEIT ÜBER DAS INTERNET
ORF – Ö 1 http://oe1.orf.at/
Bayern 4 https://www.br-klassik.de/index.html
HR 2 http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/
WDR 3 http://www1.wdr.de/radio/wdr3/index.html
SWR 2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Deutschlandradio http://www.deutschlandradiokultur.de/startseite.197.de.html
RAI 3 http://www.radio3.rai.it/dl/radio3/programmi/PublishingBlock-61ab4215-547b-4563-8b1f-8932531e5469.html
Radio Suisse R. https://www.rts.ch/
Radio 4Hilversum https://www.nporadio4.nl/gids-gemist
VRT Klara http://www.klara.be/
RNE Clasica Madrid http://www.rtve.es/radio/radioclasica/programacion/
MET-Stream http://www.metopera.org/Season/Radio/Free-Live-Audio-Streams/
BBC 3 http://www.bbc.co.uk/radio3/programmes/genres/music/classical/opera/all
France Musique https://www.francemusique.fr/opera

Das sind jene Sender, die regelmäßig Opernübertragungen senden. Sollten unseren Lesern noch andere derartige Sender bekannt sein, dann bitten wir um Bekanntgabe inkl. Internetadresse.
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TTT: Zum Interview „Theatermanagement-Experte“ Thomas Schmidt „Entmachtet die „Intendanten“!

Die Substanzlosigkeit der Inhalte des Herr Schmidt knüpfen exponentiell an die Weizenkornlegende.

Das erschließt sich genauso schnell wie seine Anglizismus–Verwerfungen: Company-Kunst, top-down, Stakeholder, zertifiziertes Assessment, Empowerment. Aha!

Klaus Dörr: Zehn Mitarbeiterinnen warfen ihm Machtmissbrauch vor… seitdem über das Intendantenmodell debattiert.
Einzelfall offensichtlich sexualtrieb-gesteuerter Verfehlungen wird substanzlos generalisiert. Wo wird debattiert?

Von all dem zusammen sind sie mitunter maßlos überfordert und machen Fehler. Zudem mangelt es oft an Management- und sozial-kommunikativen Kompetenzen. Partizipation existiert derzeit nur auf dem Papier, de facto gibt es keine Mitsprache. Substanzlose Behauptung schließt aus wenigen Einzelfällen auf ca. 200 deutschsprachige Theater! Das sind gewachsene vitale Strukturen wie in jedem Unternehmen, die Missbrauch nicht ausschließen können, aber nicht immanenter Alltag allerorten.


Der Regisseur ist oft derjenige, der hinter dem Pult sitzt, Anweisungen durchs Mikro ruft.
Ausbund an Ahnungslosigkeit. Es stellt sich die Frage, welche praktische Erfahrung beim „Theater-Experten“ vorliegt, über welche Mechanismen dies gerüttelt Maß Unkenntnis und Behauptungsmanagement ihn zum Hochschullehrer transportierte.

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Arbeitsatmosphäre beim Durchlauf (Szenen laufen n. Mglk. ohne Unterbrechung) einer Bühnenprobe. TTT sitzt in der Mitte mit dem großartigen Regisseur Kazimierz Dejmek. Am Mikro sitzt man bei der Klavierhaupt-, Haupt -, und Generalprobe – das sind ungefähr 8 % aller Proben. Regie kann nur miteinander, kommunikativ funktionieren. Sicher gibt es Ausnahmen.

Alle Macht dem Intendanten. Das setzt sich seit 120 Jahren fort. Das hat nach dem verheerenden Nationalsozialismus niemand hinterfragt. Peinlich! Alle Theater werden zum Relikt eines welterschütternden Terrorregimes erklärt. Öffentlich-rechtliche Theater existieren erst seit max. 100 Jahren.

Diese Heldenverehrung, auch der vielen Chefdirigenten, muss aufhören. Theater und Oper müssen demokratischer werden: gewaltfrei, anti-rassistisch, gerecht, transparent, partizipativ und barrierefrei. Oh je, wieder wird übel verallgemeinert. Das ist unwahre Wichtigtuerei auf Einzelfälle bezogen.

Wir brauchen bessere Auswahlsysteme für Leitungspositionen, die Kandidatinnen und Kandidaten sollten ein zertifiziertes Assessment durchlaufen. Bessere Auswahlsysteme stimmt. Das kann aber nicht bedeuten, ein normiertes technokratisches „Assessment -Center“ ohne künstlerische Erwägungen zu installieren. Differenziertere Kriterien sollten sich an Kreativität und (!!!) Management-Fähigkeiten orientieren. Fundiertere Kenntnisse bei Entscheidungsträgern und konkretere Vertragsgrundlagen, die Kunst und Organisation berühren, statt Pauschalermächtigungen, machen praxisbezogen Sinn.

Politik und Intendanz sind auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtet, wir benötigen aber nachhaltige Modelle. Substanzlose Behauptung, realitätsfern, i.d.R. wollen überwiegend desinteressierte Politiker vom Theater unbelastet bleiben.

Intendanten basteln an ihrem Ruhm, d.h. keine Eintagsfliegen, sondern nachhaltige Resonanz, in erster Linie im Feuilleton. Auf die massive Zunahme subkultureller Inszenierungen wird nicht eingegangen (s. TTT Plädoyers 1 – 8 hier im Feuilleton).

Der Hochschulprofessor versucht über polarisierende konstruierte Behauptungen Aufmerksamkeit zu generieren. TTT polarisiert auch, aber i.d.R. auf begründeter Faktenlage und Kenntnissen.

Die Intendanten-Mehrheit versteht sich als Primus inter pares („Erster unter Gleichen“). An 3-Sparten-Häusern z. B. bestehen die Leitungsgremien i.d.R. aus dem Intendanten, Schauspiel-, Opern-, Ballettdirektor, Chefdramaturg und Generalmusikdirektor.

Das entspricht dem Föderalismus als Baustein jeder Demokratie. Derzeit erlebt dies unangenehme Urstände in den Auseinandersetzungen deutscher Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin hinsichtlich der Pandemie-Maßnahmen, macht grundsätzlich die Mitsprachen solcher Systeme deutlich.

1.4.2021 Tim Theo Tinn

Das Interview:

Interview: Entmachtet die Intendanten!
Theatermanagement-Experte Thomas Schmidt über Defizite im Theaterbetrieb, neue Wege und Führungsmodelle.
Wiener Zeitung
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 Kranners Kellertheater öffnet – Petition Kunst und Kultur müssen wieder aufsperren dürfen

 Kranners Kellertheater öffnet –
Sensationelle Weltpremiere im 2. Wiener Gemeindebezirk

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Pünktlich zum ersten April öffnet Kranners Kellertheater seine Pforten. Unter Einhaltung der absoluten Mindestdistanz gibt es noch eine einzige Karte für einen Zuschauer. Mitwirkende sind, außer Theaterleiter Kranner selbst, Puppen, „weil“, so Kranner: „Den Wurschtl kann kaner derschlog’n!“ Der Zutritt ist nur im Taucheranzug möglich.

Die Premierenkarte ist schon weg – den Zuschlag für diese einzige Eintrittskarte für eine Person aus einem anderen Haushalt erhielt nach zähem Kampf – das Krokodil.

Für alle anderen und alles andere gilt die seit dem 3. November 2020 für Kunst und Kultur angeordnete neue Normalität: Keinen Tag offen.

Vor diesem Hintergrund wurde bei einer gestrigen Videokonferenz die Online-Petition „Kunst und Kultur müssen wieder aufsperren dürfen“ von Gernot Kranner und Gerhard Ruiss und den Mitwirkenden der Dialogs der Kreativität ins Leben gerufen. Laut Ruiss: „Um rechtzeitig vor den nächsten Öffnungsschritten ein Zeichen zu setzen, noch bevor  auf Kunst und Kultur wieder vergessen werden kann“.

Wir gehen solidarisch mit unserem Publikum in den Lockdown, aber wir wollen auch mit ihm zurück, wenn es wieder ans Aufsperren geht“, so Kranner zur Zielsetzung der Online-Petition.

Der 1. April ist nicht nur der Tag der Aprilscherze, er ist heuer auch der erste Tag des nächsten Lockdowns, der von Anfang an von unserer Forderung zur Öffnung der Kunst- und Kulturbetriebe ab dem ersten Tag der Wiederöffnung von egal welchen anderen Bereichen begleitet werden soll.

Der Petitionstext lautet:

Kunst und Kultur müssen wieder aufsperren dürfen

Auch dieser Lockdown ist irgendwann einmal zu Ende. Werden sich die Türen für Kunst und Kultur dann wieder öffnen? Geht es nach dem bisherigen politischen Willen, bleiben sie zu.

Das darf aber nicht passieren: Wird wieder aufgesperrt, müssen Kunst und Kultur mitaufgesperrt werden.

Wir lassen uns nicht kaltstellen, wir lassen uns nicht wegschieben.
Wir haben klare Konzepte, wie Kunst und Kultur stattfinden und alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden können.
Wir wissen, dass Kunst und Kultur die beste Gegenstrategie zur Bekämpfung der Pandemiemüdigkeit sind.

Bitte unterstützen Sie unseren Aufruf:

Kunst und Kultur müssen wieder zugänglich gemacht werden, Kunst- und Kultureinrichtungen müssen wieder aufsperren dürfen. 

Gernot Kranner, Gerhard Ruiss
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STAATSBALLETT BERLIN: Programm von Mauro Bigonzetti bis Sharon Eyal
Digitaler Spielplan ab 1. April
BERLIN/ Staatsballett: Van Dijk | Eyal mit „DISTANT MATTER“ und „HALF  LIFE“,Online Merker
HALF LIFE Foto: Jubal Battisti

Berlin, 31. März 2021 — Trotz geschlossener Bühnen können Zuschauer*innen ab 01. April 2021 ein abwechslungsreiches Streaming-Programm des Staatsballetts Berlin erleben.

Das Staatsballett Berlin präsentiert ab dem kommenden Osterwochenende einen digitalen Spielplan mit Höhepunkten des Repertoires von klassisch bis zeitgenössisch. Das wechselnde Programm kann ein bis zwei Mal pro Woche für jeweils 24 Stunden als Video on demand über die Internetseite des Staatsballetts kostenfrei gestreamt werden. Jeweils vier Mal werden dadurch die Produktionen SCHWANENSEE von Patrice Bart, CARAVAGGIO von Mauro Bigonzetti, STRONG und HALF LIFE von Sharon Eyal sowie DISTANT MATTER von Anouk van Dijk zu sehen sein. Der digitale Spielplan wird auch im Falle einer Öffnung der Opernbühnen weitergeführt.

SCHWANENSEE ist die am längsten gespielte Produktion des Staatsballetts Berlin und wird seit 1997 aufgeführt. Die Aufnahme von 1998 – also noch zu Zeiten des Balletts der Staatsoper Unter den Linden – bietet die Gelegenheit, das ehemalige Startänzer-Paar Steffi Scherzer und Oliver Matz zu erleben, begleitet von der Staatskapelle Berlin, dirigiert von Daniel Barenboim.

CARAVAGGIO wurde 2008 von Mauro Bigonzetti für das Staatsballett Berlin kreiert und begeisterte das Publikum. Vladimir Malakhov verkörpert den italienischen Maler des Frühbarocks in einer geheimnisvollen Welt aus Licht und Schatten, begleitet u.a. von Polina Semionova, Beatrice Knop und Shoko Nakamura.

Sharon Eyal eroberte in den letzten Jahren weltweit die Bühnen mit ihrer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift. Mit HALF LIFE begeisterte sie 2018 auch das Berliner Publikum und Kritiker und präsentierte ein „Techno-Ballett“, das das Verhältnis von Individuum und Gruppe umkreist. Mit STRONG knüpfte sie 2019 an diesen Erfolg an in einer Kreation für das Staatsballett Berlin.

Mit DISTANT MATTER erarbeitete Anouk van Dijk 2019 eine Kreation mit den Tänzer*innen des Staatsballetts und gab ihnen die Möglichkeit, sich mit ihrer Bewegungsmethode, der Countertechnique, zu beschäftigen, die jede Bewegung mit einer Gegenbewegung in Balance bringt und so ungewohnte Perspektiven eröffnet.

 

DIGITALER SPIELPLAN April bis Juni 2021
Über www.staatsballett-berlin.de

Repertoire
CARAVAGGIO
Tanzstück von Mauro Bigonzetti
Musik von Bruno Moretti nach Claudio Monteverdi

Bühne und Licht: Carlo Cerri
Kostüme: Kristopher Millar

Musikalische Leitung
Paul Connelly

Vladimir Malakhov, Polina Semionova, Beatrice Knop, Mikhail Kaniskin, Elisa Carrillo Cabrera, Dmitry Semionov, Shoko Nakamura, Michael Banzhaf, Leonard Jakovina

Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Staatskapelle Berlin

Aufzeichnung Dezember 2008

Im Stream ab 18:00 Uhr für 24 Stunden
1. April 2021
7. | 25. Mai 2021
11. Juni 2021

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Repertoire
STRONG
Tanzstück von Sharon Eyal
Musik von Ori Lichtik

Co-choreography: Gai Behar
Stage design: Sharon Eyal, Gai Behar
Costumes: Rebecca Hytting
Light design: Alon Cohen
Assistant to the choreographer: Rebecca Hytting

Filipa Cavaco, Weronika Frodyma, Sarah Hees-Hochster, Cameron Hunter, Mari Kawanishi, Vivian Assal Koohnavard, Sacha Males, Ross Martinson, Johnny McMillan, Danielle Muir, Dana Pajarillaga, Eoin Robinson, Eloise Sacilotto, Jenni Schäferhoff, Federico Spallitta, Harumi Terayama, Clotilde Tran

Aufzeichnung 8. Dezember 2019

Im Stream ab 18:00 Uhr für 24 Stunden
9. April 2021
11. | 28. Mai 2021
15. Juni 2021

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Repertoire
SCHWANENSEE
Ballett in zwei Akten und sechs Bildern
Musik von Peter I. Tschaikowsky

Choreographie und Inszenierung: Patrice Bart nach Lew Iwanow und Marius Petipa
Bühnenbild und Kostüme: Luisa Spinatelli

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim

Odette/Odile: Steffi Scherzer
Siegfried: Oliver Matz
Königin: Bettina Thiel
Rotbart: Torsten Händler
Benno: Jens Weber

Ballett der Staatsoper Berlin
Staatskapelle Berlin

Aufzeichnung 16. Januar 1998

Im Stream ab 18:00 Uhr für 24 Stunden
16. April 2021
14. Mai 2021
1. | 18. Juni 2021

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Repertoire
DISTANT MATTER
Tanzstück von Anouk van Dijk
Musik von Jethro Woodward

Choreographie: Anouk van Dijk
Bühne und Licht: Paul Jackson, Anouk van Dijk, Claus de Hartog
Kostüme: Jessica Helbach
Choreographische Assistenz: Tara Jade Samaya, Niharika Senapati

Jenna Fakhoury, Sarah Hees-Hochster, Ross Martinson, Johnny McMillan, Daniel Norgren-Jensen, Tara Samaya, Lucio Vidal

Aufzeichnung 1. Juni 2019

Im Stream ab 18:00 Uhr für 24 Stunden
23. April 2021
18. Mai 2021
4. | 22. Juni 2021

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Repertoire
HALF LIFE
Tanzstück von Sharon Eyal
Musik von Ori Lichtik

Choreographie: Sharon Eyal
Co-Choreographie: Gai Behar
Kostüme und Maske: Rebecca Hytting
Licht: Alon Cohen
Choreographische Assistenz: Rebecca Hytting

Filipa Cavaco, Mari Kawanishi, Olaf Kollmannsperger, Konstantin Lorenz, Sacha Males, Ross Martinson, Johnny McMillan, Danielle Muir, Daniel Norgren-Jensen, Eoin Robinson, Tabata Rumeur, Federico Spallitta

Aufzeichnung 1. Juni 2019

Im Stream ab 18:00 Uhr für 24 Stunden
30. April 2021
21. Mai 2021
8. | 25. Juni 2021
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HEUTE/ ORF III am Gründonnerstag: Live-Gottesdienst aus dem Dom in St. Pölten und dreiteiliger Themenabend im Zeichen Jesu

Mit: Doku-Doppel „Das Bibelrätsel: Der Mann aus Nazareth“ und „Jesu letzte Tage“ sowie Mel Gibsons Spielfilm „Die Passion Christi“

Wien (OTS) – Der Gründonnerstag am 1. April 2021 steht in ORF III Kultur und Information ganz im Zeichen des Osterfestes. Am Morgen wird der Programmtag mit einer Ausgabe von „Cultus – Der Feiertag im Kirchenjahr“ (8.45 Uhr) eröffnet.

In Zusammenarbeit mit der ORF-Religion überträgt ORF III heuer erstmals alle drei Gottesdienste des Triduum Sacrum, dem Zeitraum der heiligen Woche zwischen der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstagabend und der Auferstehungsfeier in der Osternacht. Diözesanbischof Alois Schwarz führt im Vor- bzw. Hauptabend durch die Live-Gottesdienste aus St. Pölten. Den Beginn macht in „ORF III LIVE“ um 19.00 Uhr der „Gründonnerstags-Gottesdienst aus dem Dom in St. Pölten“.

„Kultur Heute“ meldet sich anschließend um 20.05 Uhr – u. a. mit einer neuen Ausgabe von „Coffee to go“, in der Ani Gülgün-Mayr den Kammersänger Piotr Beczała vor dem Schwarzen Kameel trifft. Mit einem starken Espresso in der Hand führt der Spaziergang weiter Richtung Oper, ehe Beczała beim Uhrenmuseum seine Liebe zu Antiquitäten bekennt. Anschließend überrascht Ani Gülgün-Mayr den polnischen Sänger im „Piotrowski“ mit den besten Pierogi der Stadt.

Einen dreiteiligen Themenabend ganz im Zeichen Jesu präsentiert ORF III ab 20.15 Uhr, beginnend mit der Doku „Das Bibelrätsel: Der Mann aus Nazareth“. Die Forschung ist vom Missverhältnis zwischen den epochalen Folgen seines Lebens und den dürftigen historischen und archäologischen Spuren geprägt. Welche biblischen Ereignisse lassen sich tatsächlich belegen? Und wer war Jesus von Nazareth wirklich? Das Bibelrätsel begibt sich auf die Suche nach Antworten. Anschließend versucht „ORF III Spezial“ in einer weiteren Doku, „Jesu letzte Tage“ (21.05 Uhr) zu rekonstruieren.

Um 22.00 Uhr folgt mit „Die Passion Christi“ aus dem Jahr 2004 Mel Gibsons epische Verfilmung von Jesus’ Leidensgeschichte. Nach dem Verrat durch Judas und der Festnahme Jesus von Nazareths (James Caviezel) im Garten Gethsemane beginnt ein langer, qualvoller Leidensweg. Zwölf Stunden, gekennzeichnet von Geißelungen, Hohn und Hass, bis sein zerschundener Körper schließlich auf dem Hügel Golgota ans Kreuz geschlagen wird. Neben Maria (Maia Morgenstern), Maria Magdalena (Monica Bellucci) und dem Apostel Johannes (Christo Schiwkow) mischt sich auch die Gestalt Satans (Rosalinda Celentano) immer wieder unter Schriftgelehrte, römische Soldaten und das Volk.
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ORF / Deutschsprachige Free-TV-Premiere für „Maria Magdalena“ am 2. April in ORF 1

Rooney Mara folgt Joaquin Phoenix nach Jerusalem und wird Zeugin der Passionsgeschichte

Wien (OTS) – Eindrucksvolle Verfilmung der Lebensgeschichte von „Maria Magdalena“: In der deutschsprachigen Free-TV-Premiere des gleichnamigen Bibelfilms – zu sehen am Freitag, dem 2. April 2021, um 22.05 Uhr in ORF 1 – folgt Rooney Mara in der Titelrolle Jesus Christus, gespielt von Joaquin Phoenix, nach Jerusalem. Dort wird sie Zeugin der Passionsgeschichte und die erste Verkünderin seiner Auferstehung. Regisseur Garth Davis inszenierte die Filmbiografie nach einem Drehbuch von Helen Edmundson und Philippa Goslett. In weiteren Rollen sind u. a. Chiwetel Ejiofor, Tahar Rahim, Ariane Labed, Sarah-Sofie Boussnina und Tchéky Karyo zu sehen.

Mehr zum Inhalt:

Judäa, 33. n. Christi Geburt. Maria aus Magdala (Rooney Mara) weigert sich, die Frau von Ephraim zu werden. Ihr Vater will ihr daher die Dämonen austreiben lassen, um sie gefügig zu machen. Dabei hofft er auf die Hilfe von Jesus Christus (Joaquin Phoenix), der durch seine Heilungsgeschichten bekannt ist. Maria ist von der Ausstrahlung und den Worten des jungen Mannes beeindruckt. Fortan will sie ihrem Glauben folgen, lässt sich taufen und schließt sich Jesus und seinen Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem an.
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