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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 9. OKTOBER 2018)

09.10.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 9. OKTOBER 2018)

PREMIERE VON HECTOR BERLIOZ‘ LES TROYENS AM 14. OKTOBER 2018


Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zur Premiere und Produktion

Les Troyens eröffnet am Sonntag, 14. Oktober 2018 den Premierenreigen in der Spielzeit 2018/2019 an der Wiener Staatsoper: Nach fast 40 Jahren kehrt Hector Berlioz’ Grand Opéra in fünf Akten in der Produktion von David McVicar und unter der musikalischen Leitung von Alain Altinoglu zurück auf die Bühne des Hauses am Ring.

Berlioz komponierte die Oper in den 1850er Jahren. Für den antiken Stoff von Vergil – für den Helden Aeneas, seine Flucht, für Kassandra und Dido begeisterte er sich seit seinen Jugendtagen und auch das Libretto zu Les Troyens schuf der Komponist selbst, basierend zum Großteil auf Passagen aus Vergils Aeneis und einer Szene aus Shakespeares Der Kaufmann von Venedig.

Es entstand kein gewöhnliches Opernwerk, sondern ein radikaler und in seinem Umfang überaus mutiger Entwurf mit einem antik-epischen Umfang.

Nur wenige Opernhäuser können sich heute an das Werk heranwagen, zu groß ist der Aufwand, zu gewaltig sind die Anforderungen, die sich stellen – rund 100 Choristen, 85 Orchestermusiker, Statisten, ein Kinderchor, ungewöhnlich viele Gesangsrollen, Tänzer. Schon in seiner

Entstehungs- bzw. Uraufführungszeit war Les Troyens alles andere als ein Repertoirestück und so sind auch heutzutage die internationalen Premieren eher dünn gesät, wie Staatsoperndramaturg Oliver Láng im Monatsmagazin Prolog erläutert. 1863 wurde in Paris erstmals der zweite Teil der Oper gespielt – es kam zu keiner kompletten Uraufführung, der erste Teil folgte erst 1879 – zehn Jahre nach dem Tod des Komponisten.

An der Wiener Staatsoper wurde Les Troyens bisher nur neunmal in doppelteiliger Form gespielt (Österreichische Premiere und Erstaufführung 1976 unter Gerd Albrecht in einer Inszenierung von Tom O’Horgan, mit Guy Chavet, Christa Ludwig und Helga Dernesch), ab den 1980er-Jahren spielte man fünf Mal den zweiten Teil – zuletzt am 26.

April 1981.

Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Alain Altinoglu. Der französische Dirigent, Musikdirektor des Théâtre de la Monnaie in Brüssel, debütierte 2011 mit Roméo et Juliette an der Wiener Staatsoper und dirigierte hier weiters noch Vorstellungen von Don Carlo, Don Giovanni, Falstaff, Faust, Salome und Simon Boccanegra, Le nozze di Figaro beim Oman-Gastspiel der Wiener Staatsoper 2013 sowie die Premieren von Macbeth (2015) und Pelléas et Mélisande (2017). Les Troyens dirigiert er nun an der Wiener Staatsoper zum ersten Mal. Im Gespräch mit Dramaturg Andreas Láng für das Staatsopernmagazin Prolog beschreibt er das Stück so: „Les Troyens ist die größte und gewaltigste französische Oper, quasi – ohne sie formal, inhaltlich oder stilistisch vergleichen zu wollen – die französische Götterdämmerung.

[…] In diesem Werk manifestiert sich – zwar auf wunderbare Weise, aber dennoch – der gesamte Größenwahn und die besondere Verrücktheit von Hector Berlioz.“ Diesen Größenwahn Berlioz’ findet man nicht nur in den Trojanern, sondern „nahezu in seinem kompletten Œvre: Er liebte ganz einfach riesengroße Orchesterbesetzungen, eine Vielzahl an Solisten und Statisten, überdimensionale Chöre.“ Bis auf kleine Striche in den Ballettnummern wird Les Troyens in dieser Premierenproduktion im Haus am Ring komplett gezeigt.

„Die Trojaner-Partitur lebt jedenfalls von diesen kreativen Klangfarben- und Instrumentenkombinationen, die Berlioz zu entwickeln imstande war. […] Atmosphäre, Stimmungen, Lokalkolorit, Charakteristika durch Klänge zu zaubern, darin war Berlioz ein nicht zu übertreffender Meister“, charakterisiert der Dirigent die Partitur und betont schlussendlich auf die Frage, ob Les Troyens die Entwicklung der Operngeschichte beeinflusste: „Hector Berlioz hat mit anderen Werken sicherlich Einfluss auf die Musikgeschichte genommen, aber mangels einer bald einsetzenden gewichtigen Rezeptionsgeschichte – zumal in Frankreich – konnten die Trojaner nicht wirklich große Veränderungen hervorrufen oder gar den Beginn einer neuen Tradition markieren. Und so steht diese Oper wie ein – riesiger – Diamant vor uns.“

Sir David McVicar inszeniert – er brachte diese Produktion, die die Wiener Staatsoper als Koproduktion mit dem Londoner Royal Opera House, der Mailänder Scala und der San Francisco Opera zeigt – 2012 in London heraus und entwickelt seine Regie nun für Wien weiter. Les Troyens ist nach Tristan und Isolde, Adriana Lecouvreur, Falstaff und zuletzt Ariodante seine fünfte Arbeit am Haus am Ring. Im Konzeptionsgespräch betonte er die Majestät und Schönheit dieser Oper, die er als ungewöhnliches und sehr individuelles Werk der Operngeschichte sieht.

Die zentrale Geschichte über Krieg und Auswirkungen von Krieg, das Zusammenprallen der Ereignisse der Geschichte mit den persönlichen Schicksalen Einzelner zeigt eine Form der Hoffnungslosigkeit. Das ganze Stück ist durchzogen von einer pessimistischen Einstellung, die durch große Freude und große Liebe kurz aufgehellt wird.

Die Produktion ist im 19. Jahrhundert angesiedelt und bezieht sich auf Kriege, die zu dieser Zeit – also zur Zeit Berlioz’ – stattgefunden haben. Troja erinnert hier stark an eine Stadt des 19. Jahrhunderts, und auch die Kostüme – geschaffen vom deutschen Kostümbildner Moritz Junge – erinnern an das zweite französische Kaiserreich. Das Karthago der Dido wiederum ist eine eher mythische Welt, die in der Produktion David McVicars an den Nahen Osten erinnert – auch diese wurzelt aber im 19. Jahrhundert. Im Schlussbild erscheint ein riesiges Kriegerstandbild auf der Bühne, das quasi aus den Ruinen des trojanischen Pferdes entstanden ist – aus den Ruinen des Krieges wird ein neuer Krieg entstehen.

Das Bühnenbild für Les Troyens stammt von Es Devlin. Mit Les Troyens ist erstmals eine ihrer Arbeiten an der Wiener Staatsoper zu sehen. In Österreich ist die international gefragte englische Künstlerin u. a. für ihr Bühnenbild für die aktuelle Carmen-Produktion der Bregenzer Festspiele bekannt.

Für das Lichtdesign zeichnen Wolfgang Goebbel und Pia Virolainen verantwortlich, die Choreographie kreierte Lynne Page.


Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Die Besetzung

Alle Solistinnen und Solisten geben in der Premiere ihr Staatsopern-Rollendebüt:

Den Enée verkörpert Brandon Jovanovich. Les Troyens ist nach seinem Debüt 2016 als Don José (Carmen) und Auftritten als Sergej (Lady Macbeth von Mzensk) die erste Staatsopern-Premiere des US-amerikanischen Tenors. Sein Rollendebüt als Enée – zugleich seine erste Berlioz-Partie – gab er 2016 in San Francisco: „Das Werk und die Rolle sind umwerfend schön […]. Und je länger ich mich in das Stück vertiefte, umso deutlicher sind die Kostbarkeiten hervorgetreten.“ Im Interview mit Andreas Láng für den Prolog erzählt er zur Aktualität der in der antiken Sagenwelt verorteten Handlung: „Genau genommen werden sogar die ganz wesentlichen Themen und Konflikte der Menschheit durchdekliniert: Der Umgang mit den Hilfesuchenden […], dann die Einstellung zu einer – möglicherweise – vermeintlichen Bestimmung, es geht um Liebe in vielerlei Hinsicht und um Opfer, die man zu bringen müssen glaubt. Viele von den hier angesprochenen Themen wirken in unser privates Leben hinein.“ Dem österreichischen Publikum ist Brandon Jovanovich weiters durch Auftritte als Sergej und Hermann (Pique Dame) bei den Salzburger Festspielen und Cavaradossi (Tosca) bei den Bregenzer Festspielen bekannt. An der Wiener Staatsoper wird er im November 2018 noch den Prinzen in Rusalka sowie im April/Mai 2019 den Florestan in Fidelio verkörpern.

Als Didon singt Joyce DiDonato ihre erste Premiere im Haus am Ring. An der Wiener Staatsoper war sie bisher erst an zwei Abenden zu erleben:

Als Rosina in Il barbiere di Siviglia 2009 sowie mit einem Solistenkonzert 2016. Ihre erste Begegnung mit der Didon hatte sie im Zuge einer Gesamteinspielung für Warner Records. „Mir war zudem klar, dass ich sie dann aber unbedingt auch szenisch verkörpern wollte – schließlich handelt es sich bei Didon um eine vollblütige tragische Figur – sowohl in ihrer Position als Königin als auch als Frau – deren Umsetzung auf der Bühne eine wunderschöne und zugleich lohnende Herausforderung darstellt. […] Didon ist schließlich ein derartig profunder und komplexer Charakter, dass ich wohl bei jeder Auseinandersetzung mit ihr, ja bei jeder Vorstellung neue Eindrücke gewinnen werde. Berlioz gelang mit Didon durch seine unglaublich reiche Partitur das Porträt einer zutiefst menschlichen Gestalt, die nie vollständig zu erforschen sein wird.“ Auch sie sieht die Aktualität des Stoffes: „Ich glaube, dass dieses Sujet kaum aktueller sein könnte!

Es geht um ein Volk, das aus seiner Heimat fliehen musste und um Asyl ansucht – es geht um Flüchtlinge. Didon erkennt heldenmütig, dass diejenigen, die das Leid erfühlen, jenen niemals den Rücken kehren können, die Hilfe benötigen. Ich finde, es geht um eine Einstellung, die man sich immer wieder neu vor Augen führen sollte.“

Als Cassandre ist Anna Caterina Antonacci zu erleben – ihr Staatsoperndebüt gab sie 1999 als Donna Elvira in Don Giovanni (Festwochen-Vorstellungen im Theater an der Wien). Die aus Ferrara (Italien) stammende Sängerin debütierte als Rosina (Il barbiere di  Siviglia) in Arezzo und eröffnete damit eine Weltkarriere: Auftritte führten sie u. a. an die Mailänder Scala, das Royal Opera House Covent Garden, das Teatro Comunale in Bologna, das Teatro Colón in Buenos Aires, das Teatro dell’ Opera in Rom, an die San Francisco Opera, zum Glyndebourne Festival, an die Bayerische Staatsoper, nach Paris. Aktuelle Projekte umfassen u. a. Charlotte in Valencia und Barcelona, Elle (La Voix humaine) in Bologna, San Francisco, Turin, Liège, Susanna (Sancta Susanna) in Paris, Cassandre (Les Troyens) an der San Francisco Opera, Carmen in Turin, Chimène (Le Cid) in Paris, Iphigénie (Iphigénie en Tauride) in Hamburg.

Den Chorèbe verkörpert Adam Plachetka – dem Staatsopernpublikum als langjähriges Ensemblemitglied bestens bekannt durch seine Auftritte u. a. als Masetto und Don Giovanni (Don Giovanni), Guglielmo (Così fan tutte), Figaro und Conte d’Almaviva (Le nozze di Figaro), Dulcamara (L’elisir d’amore) und Malatesta (Don Pasquale). Les Troyens ist bereit seine siebte Premiere im Haus am Ring nach Don Apostolo Gazella (Lucrezia Borgia), Melisso (Alcina), Masetto (Don Giovanni), Publio (La clemenza di Tito), Hercule (Alceste) und Harlekin (Ariadne auf Naxos).

Seine zweite Premiere im Haus am Ring singt der italienische Tenor Paolo Fanale, der in Les Troyens als Iopas zu erleben sein wird. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2016 als Fenton in der Falstaff-Premiere (in der Inszenierung von David McVicar) und sang hier weiters den Nemorino (L’elisir d’amore).

In den weiteren Partien sind Jongmin Park als Narbal, Rachel Frenkel als Ascagne, Benjamin Bruns als Hylas, Alexandru Moisiuc als Priam, Orhan Yildiz als Griechischer Heerführer, Marcus Pelz und Ferdinand Pfeiffer als Erster bzw. Zweiter trojanischer Soldat, Igor Onishchenko als Soldat/Mercure und Donna Ellen (anstelle von Jane Henschel) als Hécube zu erleben.

Les Troyens ist außerdem die erste Premiere dreier neuer Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper: Szilvia Vörös verkörpert (anstelle von Margarita Gritskova) die Anna – sie debütierte kürzlich als Flora in La traviata im Haus am Ring, Peter Kellner den Panthée und Lukhanyo Moyake den Hélénus. Als Schatten des Hector stellt sich außerdem Anthony Schneider dem Staatsopernpublikum vor.

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper, es singen der Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Thomas Lang sowie der Slowakische Philharmonische Chor, es tanzt das Wiener Staatsballett.

Originaltexte im Programmheft

Im Programmheft wird die Serie von Originaltexten wichtiger Autoren und Komponisten fortgesetzt und so konnten für Gastbeiträge namhafte Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden: Die Schriftsteller Julian Schutting und Anna Kim schreiben literarische Annäherungen zu Les Troyens, der Dirigent, Autor und Komponist Frédéric Chaslin hat ein „Gespräch mit Berlioz“ verfasst. Weitere Texte stammen u. a. von Konrad Paul Liessmann, Arnold Mettnitzer sowie den Musikwissenschaftlerinnen Susana Zapke und Elisabeth Hilscher.

Les Troyens „live at home“ sowe im Radio Radio Ö1 (+ EBU) strahlt Les Troyens am 20. Oktober 2018 ab 19.30 Uhr aus, aufgezeichnet am 14. und 17. Oktober 2018 in der Wiener Staatsoper.

Die Vorstellung am 4. November 2018 (anstelle der Premiere, wie ursprünglich angekündigt) wird via WIENER STAATSOPER live at home weltweit in höchster Ton- und Bildqualität übertragen.

Kurzinhalt

Das trojanische Volk freut sich, nach langen Jahren der Belagerung, über den unerwarteten Abzug der Griechen. Das zurückgelassene riesige Holzpferd wird, entgegen aller Warnungen der Seherin Kassandra, in die Stadt gebracht. Diesem entsteigen in der Nacht griechische Soldaten – die Stadt Troja fällt. Aeneas, von Hecors Schatten angeleitet, gelingt mit einigen Getreuen und dem Schatz Trojas die Flucht. Er soll, so die Vorgabe, in Italien ein neues Reich gründen.

Karthago, von der verwitweten Königin Dido beherrscht, lebt in Wohlstand. Aeneas und seine Krieger treffen – zunächst inkognito – ein. Aeneas hilft den Karthagern im Kampf gegen Rebellen und erobert das Herz der Dido. Doch die Liebe der beiden wird durch die Pflicht der Weiterreise nach Italien gestört. Aeneas, bedrängt von allerlei geisterhaften Aufforderungen, verlässt Dido, die sich mit dem Ausruf „Unsterbliches Rom!“ das Leben nimmt. Die Karthager schwören dem Volk des Aeneas ewigen Hass.

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Staatstheater Kassel: Jan-Richard Kehl übernimmt bei „Madama Butterfly“ die Regie für Lorenzo Fioroni

Premiere am 8. Dezember 2018

In der Neuproduktion von Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ übernimmt Jan-Richard Kehl die Inszenierung für den aus persönlichen Gründen verhinderten Regisseur Lorenzo Fioroni. Kehl, der in der Vergangenheit schon mit Fioroni zusammengearbeitet hat, wird im Wesentlichen das Konzept übernehmen, d. h. er wird die Puccini-Oper „nach einer Idee von Lorenzo Fioroni“ inszenieren.

Jan-Richard Kehl hat bereits durch eine Vielzahl spannender Inszenierungen auf sich aufmerksam gemacht, u.a. am Staatstheater am Gärtnerplatz; die Palette der Werke reicht dabei von Wagners „Lohengrin“ über Bergs „Wozzeck“ bis zur Barockoper und zum Musical.

Von 2006 bis 2010 war Kehl Operndirektor am Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Vor seinem Engagement in Flensburg war er als Chefregisseur sowie leitender Regisseur an den Häusern von Bautzen und Görlitz engagiert. Seit 2013 unterrichtete er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er eine Professur für Szenischen Unterricht innehat sowie die Ausbildungsdirektion der Abteilung Gesang.

Premiere von „Madama Butterfly“ ist am 8. Dezember, die musikalische Leitung liegt bei dem schwedischen Gastdirigenten Joakim Unander, der bereits mehrfach am Staatstheater Kassel gearbeitet hat. In der Titelpartie ist die irische Sopranistin Celine Byrne zu erleben, die in Kassel u.a,. bereits als Marschallin in Strauss‘ „Rosenkavalier“ und zuletzt als Marietta in „Die tote Stadt“ von Korngold zu erleben war.
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WIEN / Kunsthistorisches Museum:: BRUEGEL
Vom 2. Oktober 2018 bis zum 13. Jänner 2019


Foto: Heiner Wesemann

In Wien – wo sonst?

Vor zwei Jahren war es der 500. Todestag von Hieronymus Bosch, der die Kunstwelt umtrieb. 2019 wird sich der 450. Todestag von Pieter Bruegel jähren. Die große Ausstellung des Künstlers, von dem man das genaue Geburtsdatum nicht kennt, findet nicht in Belgien statt (immerhin kam der belgische König zur Eröffnung), sondern in Wien. Wo sonst? Schließlich besitzt das Kunsthistorische Museum die umfangreichste Bruegel-Sammlung der Welt. In sechsjähriger Arbeit ist es nun gelungen, mit 99 Objekten die größte Werkschau des Künstlers je an einem Ort zu vereinen. „Once in a Lifetime“ geschähe so etwas, erklärt das KHM. Stimmt.

Zum Bericht von Heiner Wesemann


Foto: Heiner Wesemann


Foto: Heiner Wesemann

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GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 9. – 15. OKTOBER 2018

Bildergebnis für radio

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

10.10. IL TROVATORE (Live aus Turin) RAI 3-20 Uhr
11.10. LA FINTA GIARDINIERA (Live aus Mailand) RAI 3-20 Uhr
12.10. WEST SIDE STORY (Live aus Rom(, RAI 3-20.30 Uhr
13.10. LA FANCIULLA DEL WEST (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr
FAUST (aus Madrid, Aufnahme v. 4.10.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
KRIEG UND FRIEDEN (aus Cardiff, Aufnahme v. 16.9.) BBC 3-19 Uhr
GIUIETTA E ROMEO (aus Martina Franca, Aufnahme v. 31.7.) ORF Ö1-19.30 Uhr
ORLANDO PALADINO (aus München, Aufnahme v. 23.7.) VRT Klara-20 Uhr
AIDA (aus San Francisco, Aufnahme v. 5.11.2017) HR 2-20.04 Uhr
14.10. SIGISMONDO (Live aus München) Bayern 4-19 Uhr
MEDEA (aus Berlin, Aufnahme v. 7.10.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
SEMIRAMIS (aus d’Ambronay, Aufnahme v. 5.10.) France Musique-20 Uhr

EMPFANGSMÖGLICHGKEIT ÜBER DAS INTERNET

ORF – Ö 1 http://oe1.orf.at/
Bayern 4 https://www.br-klassik.de/index.html
HR 2 http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/
WDR 3 http://www1.wdr.de/radio/wdr3/index.html
SWR 2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Deutschlandradio http://www.deutschlandradiokultur.de/startseite.197.de.html
RAI 3 http://www.radio3.rai.it/dl/radio3/programmi/PublishingBlock-61ab4215-547b-4563-8b1f-8932531e5469.html
Radio Suisse R. https://www.rts.ch/
Radio 4Hilversum http://www.radio4.nl/gids/
VRT Klara http://www.klara.be/
RTBF Musique 3 http://www.rtbf.be/musiq3/
RNE Clasica Madrid http://www.rtve.es/radio/radioclasica/programacion/
Sveriges Radio 2 https://sverigesradio.se/p2
Met-Stream http://www.metopera.org/Season/Radio/Free-Live-Audio-Streams/
BBC 3 http://www.bbc.co.uk/radio3/programmes/genres/music/classical/opera/all
France Musique https://www.francemusique.fr/opera

Das sind jene Sender, die regelmäßig Opernübertragungen senden. Sollten unseren Lesern noch andere derartige Sender bekannt sein, dann bitten wir um Bekanntgabe inkl. Internetadresse.

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Der KölnBall 2018 im Maritim

Von Dr. Egon Schlesinger


Glückliche Veranstalterin Brigitte Christoph. Foto: Andrea Matzker

Zum 30. Mal veranstaltete die Kölner Benefizlady Brigitte Christoph in diesem Jahr ihre Wohltätigkeitsveranstaltung im Maritim Hotel. 700 illustre Gäste kamen, um zu spenden und zu feiern. Eine edle Tombola sorgte für angenehme Überraschungen, Stargast Thomas Anders und Flavius mit seiner Eurosound Showband für die Stimmung, und am Ende konnten über 50.000 € an Spenden für die Onkologie im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße übergeben werden. Frauke Ludovig, Birgit von Bentzel, Andreas von Thien und Harry Wijnvoord führten durch den Abend. Glücksbote bei der Tombola war der Fußballer Umut Kekilli.


Kult-Entertainerin Hella von Sinnen in einem aufregenden Mantel. Foto: Andrea Matzker

In all den Jahren hat Brigitte Christoph 6 Millionen € zugunsten kranker Kinder gesammelt. Kult-Entertainerin Hella von Sinnen, die zum ersten Mal in ihrem Leben einen Ball besuchte, trug das auffälligste Gewand: Einen Mantel ihres Lieblingsdesigners Hazy Hartlieb mit einer Jesus-Abbildung auf dem Rücken.


Staatssekretär Jürgen Mathies und Frau Manuela. Foto: Andrea Matzker

Bestes Tanzpaar waren, wie im letzten Jahr, der Staatssekretär im Innenministerium, Jürgen Mathies und seine Frau Manuela.


Auftitt von Thomas Anders. Foto: Andrea Matzker
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SÜDKOREA: Seefestspiele Mörbisch sorgen mit „Die lustige Witwe“ für Jubel
8. Oktober 2018 – Gastspiel in Südkorea

Ähnliches Foto
Peter Edelmann, Künstlerischer Direktor der Seefestspiele Mörbisch, war mit einem internationalen Ensemble erneut zu Gast beim Internationalen Opernfestival Daegu.

Der konzertanten Aufführung der „Fledermaus“ von Johann Strauß vergangenes Jahr folgte die Einladung seitens der Oper Daegu für ein zweites Gastspiel. Diesmal mit im Mörbisch-Gepäck eine szenische Produktion mit tollen Kostümen und einem eigens gebauten Bühnenbild. Die Regie wurde in Wien einstudiert und gemeinsam mit internationalen Solistinnen und Solisten, Ballett, Chor und Orchester aus Korea wurde dem Publikum Lehárs „Die Lustige Witwe“ an zwei Abenden präsentiert.

Sowohl die Premiere am 4. Oktober als auch die Vorstellung am 6. Oktober wurden live ins Internet übertragen. Beide Gastspiele fanden vor einem ausverkauften Opernhaus statt und der Erfolg beim Publikum war enorm. Übertitel sorgten dafür, dass die internationalen Besucher dem Inhalt und Pointen folgen konnten.

„Ich denke, wir haben der Operette einen großen Dienst erwiesen und ein neues interessiertes Publikum dafür gefunden. Der kulturelle Austausch zwischen den beiden Ländern ist durch diese Kooperation auf eine neue Stufe gestellt worden, was wunderbar ist!“, bekräftigt Peter Edelmann sein Ziel einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Daegu, um die interkulturelle Kompetenz zu stärken und unterschiedliche Kulturen zusammenzuführen.

Das jährlich in Daegu stattfindende Opernfestival ermöglicht international renommierten Häusern und Festivals aus dem Bereich Oper und Operette, sich einem operaffinen Publikum zu präsentieren. Neben den Seefestspielen Mörbisch war die Deutsche Oper Berlin für ein Gastspiel nach Korea eingeladen.

„Mir ist es ein wichtiges Anliegen, das ur-österreichische Kulturgut Operette auch einem nicht deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Das Gastspiel in Daegu ist eine wunderbare Plattform, um die Seefestspiele Mörbisch und die Operette einem neuen Publikum zu präsentieren. Als Botschafter dieses Genres bin ich ganz in meinem Element“, schwärmt Peter Edelmann. „Ich liebe diese Art der Unterhaltung und freue mich, viele Gleichgesinnte auch hierzulande im Sommer in Mörbisch beim schönsten Operettenfestival der Welt zu begrüßen.“
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Dortmund – Musik-Wochenende zum zweiten – von der Innenstadt ins Opernhaus  – „Music Circus“ nach John Cage und Konzert „Barock bis Broadway“ am 6. Oktober 2018


Foto: Anke Sundermeier/Theater Dortmund

„Alles was wir machen ist Musik“ – dieser Ausspruch von John Cage schmückte die Fassade über den Eingängen des Opernhauses Dortmund. Von Cage inspiriert organisierte Sigune von Osten wie schon früher an anderen Orten in Dortmund  einen MusiCircus, in dem  50 Ensembles von A wie Akkordeon-Orchester Recklinghausen bis Z wie „Zeybek Kinder des Türkischen Bildungszentrums“ mit über 800 Mitwirkenden  Musik und musikähnliche Geräusche aufführten von A wie Adele und d’Albert bis X wie Xenakis und Y wie Yiruma. Damit sollte der Beginn der Intendanz von Heribert Germeshausen der ganzen Stadt angezeigt werden..

Das dreistündige Event begann in der Fußgängerzone, setzte sich auf einem Platz vor dem Rathaus (Friedensplatz) fort, ging dann weiter über eine gartenähnliche Anlage (Stadtgarten) zum Vorplatz und ins Foyer des Opernhauses.


Foto: Anke Sundermeier/Theater Dortmund

So wurde etwa auf Ölfässern getrommelt.  Am spektakulärsten war es wohl, als Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks Sirenen einschalteten, Kehrmaschinen kratzten und Strassenkehrer klopften zu einem Besen-Ballett. Ein Chor unter bunten Schirmen verbreitete italienische Stimmung, riesige Alphörner wechselten oder spielten gleichzeitig mit orientalischen Orchestern, Jazzbands, Posaunenchor, Saxofon-Ensemble  und auch Einzelkämpfer wie etwa ein Pianist auf einem rollenden Flügel –  alles  wurde koordiniert nach einer sogenannten „Zeitpartitur“

Trotz dieser Koordination hatten besonders im Freien Ensembles mit grösserer Lautstärke auch den meisten Zulauf, da  viele Zuhörer ganz spontan den Klängen folgten, darunter auch BVB-fans  in schwanz-gelb gekleidet, die sich fühlten wie am Abend vorher in der Oper gewünscht „ritorna vincitor“ Tore hatte es ja soeben genug gegeben. Manche betraten nach eigenem Bekunden zum ersten Mal in ihrem Leben das Opernhaus, um bei diesem oder jenem  Ensemble zu verweilen und zuzuhören – notgedrungen  meistens mehreren gleichzeitig!  Bisher kannten sie es nur als Namen für eine Tiefgarage und eine Haltestelle.

Direkt im Anschluß an den Musicircus fand im Opernhaus dann ein „Willkommens“ – Konzert unter dem Motto „Barock bis Broadway“ mit den Dortmunder Philharmonikern unter Leitung von Philipp Armbruster statt. Als Moderator stellte Intendant Germeshausen Sängerinnen und Sänger mit Gesangsnummern aus ihrem Repertoire vor.

Beim Publikum bekannt und beliebt knüpfte Morgan Moody an einen früheren Erfolg an und sang mit der ihm eigenen Bühnenpräsenz die „Registerarie“ des Leoprello aus „Don Giovanni“ und kurz vor Ende aus „Kiss me Kate“ „So in love“

Zwei  hatten den Mut, vor ihrem Auftritt im „Barbiere di Sivigla“ am Folgetag an diesem Abend zu singen. Als früheres Cover von Cecilia Bartoli und dieser auch im Aussehen ähnlich sang Aytaj Shikhalizada koloraturensicher und keck die Arie der Rosina „Un poce poco fa“ und hatte vorher schon treffsicher und ausdrucksvoll mit halsbrecherischen Koloraturen  bis in hohe Höhen eine Arie von Händel gesungen, die auch schon „Agitato“ im Titel hatte (Agitato da fiere tempeste)

Sunnyboy Dladla nahm  mit helltimbriertem gefühlvollem Tenor auch  bis zu Spitzentönen koloraturensicher,die Arie des Grafen Almaviva „Ecco ridente“ vom nächsten Tag vorweg. Da kam Vorfreude beim Publikum auf den „Barbiere“ auf.

Später in dieser Spielzeit als Turandot auftretend sang Stéphanie Müther mit grosser  Stimme ohne Forcieren zunächst „Vissi d’arte aus „Tosca“. Mit dem „Vilja“ -Lied aus Lehár´s „Lustiger Witwe“ zeigte sie auch ihre Fähigkeit zu Legato-Bögen und zartem p.

Nicht oder noch nicht in Dortmund engagiert sang Matias Tosi  mächtigem Bariton von Hass, Liebe und Seitenwechsel in Zeiten der Revolution „Nemico della patria“ aus „Andrea Chénier“ Als Argentinier erfreute er gegen Ende das Publikum mit einem melancholisch gesungenen Tango.

Fast heldentenorale Töne mit charakteristischer Stimmfärbung  zwischen Karikatur und lyrischem Schmelz zeigte der geborene Dortmunder Mirko Roschkowski mit der „Legende vom Kleinzach“ aus. Zum Ausklang begeisterte er mit „Freunde das Leben ist lebenswert“, dem Hit aus Lehár´s letzter Operette „Giuditta“ – für das Publikum offenbar der Höhepunkt des Abends. Zwischen den Gesangsnummern spielten die in diesen Tagen so vielfach geforderten Dortmunder Philharmoniker rythmisch exakt und mit dem passenden „Sound“ ,auch und vor allem dank Philipp Armbruster´s präziser Zeichengebung, Leonard Bernstein, insbesondere im Vorgriff auf die übernächste Premiere  Ausschnitte aus „West Side Story“

Damit war der Tag noch nicht zu Ende, Es folgte passend zum Vortag begleitet vom Triumphmarsch aus „Aida“ ein Feuerwerk über dem Opernhaus. Ebenso wie zum ganzen Nachmittag war das Wetter auch für diesen Anlaß ideal.

Wer wollte konnte den Abend noch beim Tanz zu Live-Musik im Foyer ausklingen lassen.

 Sigi Brockmann 8. Oktober 2018
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BRIGITTENAUER OPERETTENKONZERTE: Donnerstag, 11.10. / Eintritt frei!


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YOUTUBE-SCHÄTZE mit Harald Schmidt (www.deropernfreund.de)

ZUM VIDEO

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