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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 8. OKTOBER 2019)

08.10.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 8. OKTOBER 2019)

WIENER STAATSOPER: ARIADNE AUF NAXOS: FOTOS AUS DER VORSTELLUNG AM 6.10.2019


Kate Lindsey (Komponist). Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper


Hans-Peter Kammerer (Haushofmeister), Hila Fahima (Zerbinetta). Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper


Svetlina Stoyanova (Dryade), Ileana Tonca (Echo), Adrianne Pieczonka (Ariadne), Maria Nazarova (Najade). Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper


Adrianne Pieczonka (Ariadne). Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper
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RING-BESPRECHUNG / BERLIN STAATSOPER – die Derniere des Cassiers-Ring – online (Klaus Billand)


„Siegfried“. Foto: Monika Rittershaus

Zum Bericht von Klaus Billand

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Wiener Staatsoper: Vor der Premiere bei der Ballettvorstellung gesehen und fotografiert (30.9.): THÉO TOUVET („Puck im „Midsummer Nights Dream“)


Theo Touvet vor der Krips-Büste. Ganz rechts, kaum zu erkennen, seine Mutter. Foto: Esther Hatzi

Esther Hatzi arbeitet bekanntlich im Arcadia-Shop in der Staatsoper – und sprach Théo Touvet in französischer Sprache an – worüber er sich sehr gefreut hat. Théo Touvet war der eigentliche Star der Premiere – wenn man den Schlussapplaus als Maßstab nimmt.

Er ist ein überaus sympathischer junger Mann, der die Tage in Wien mit seiner Mutter genießt.

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LEIPZIG: TSCHECHISCHES KULTURJAHR ENDET AM 8. NOVEMBER

Das Tschechische Kulturjahr, das in der Oper Leipzig unter dem Titel »Ahoi Česko! Ahoj Leipzig!« im Oktober 2018 mit dem Opernball begann und seinen Höhepunkt mit dem Gastlandauftritt bei der Leipziger Buchmesse 2019 fand, endet am 8. November, wiederum im Opernhaus: Musik rahmt das Tschechische Kulturjahr ein, in dessen Mittelpunkt die Präsentation tschechischer Gegenwartsliteratur stand, aber auch ihrer Nachbarkünste wie Film, Fotografie, Comic, Design und Architektur. Beflügelt wurde der tschechische Auftritt durch zahlreiche erfolgreiche Kooperationen, darunter die Städte-Partnerschaft Leipzig und Brno. Als ein äußeres Zeichen dieser engen Verbindung können die Opernhäuser beider Städte gelten, die große Ähnlichkeit aufweisen. Denn der Architekt des 1965 eröffneten Brünner Theaters ließ sich inspirieren von der 1960 wiedereröffneten Oper Leipzig. Und auch der Komponist Leoš Janáček war in beiden Städten zu Hause. In Leipzig studierte er, und in Brno lebte er. Dort wird er noch heute hoch verehrt, etwa mit dem Janáček-Festival, das kürzlich den International Opera Award erhielt, und dessen Besucherzahlen jedes Jahr neue Rekorde brechen.

Ein Höhepunkt dieses Festivals war die Brünner Inszenierung der Oper „Jenůfa“, die nun nach Leipzig kommt. »Jenůfa« ist Janáčeks berühmteste Oper, ihre Uraufführung erlebte sie am 21. Januar 1904 im tschechischen Nationaltheater Brno. Aber erst etwa zehn Jahre später wurde die Oper auf breiter Ebene auch im deutschsprachigen Raum wahrgenommen, durch Aufführungen in Prag (1916) und Wien (1918).

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Komponist Thomas Larcher erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2019
Highlights der vergangenen Saison und Ausblick auf die Spielzeit 2019/20

Am 10. Oktober wird der Komponist und Pianist Thomas Larcher mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Er erhält damit innerhalb kurzer Zeit den dritten bedeutenden internationalen Preis nach dem Prix de Composition Musicale in Monaco 2018 und dem Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien 2018.

Der mit 30.000 € dotierte Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Kulturauszeichnung Österreichs. In der Begründung nennt Österreichs Kulturminister Alexander Schallenberg Larcher einen „Grenzgänger der Musik, der eine spezifisch eigene Klangfarbe entwickelt hat“. Der Kultursenat führt weiter aus: „Seine Musik bewegt sich auf gefährlichen Routen zwischen gesicherter und ungesicherter Tonalität bis hin zu rein geräuschhaften Flächen. Larcher hat seine eigene Klangwelt und Handschrift entwickelt. Er lässt sich keinerlei gängigen Trends unterordnen. Sein Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten eines großen Orchesters ist virtuos.“
Der Preis wird einmal jährlich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen. Er wurde 1950 geschaffen und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kultursenats ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches Lebenswerk vergeben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen Ingeborg Bachmann, Friedrich Cerha, HK Gruber, Peter Handke, Georg Friedrich Haas, Ernst Krenek, György Ligeti und Olga Neuwirth.

Thomas Larcher gilt als eine der bedeutendsten und interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Beim diesjährigen Aldeburgh Festival (GB) war er Artist in Residence. Das Festival realisierte neben der Uraufführung von „Movement for solo piano“ auch die britischen Erstaufführungen der bei den Bregenzer Festspielen 2018 uraufgeführten Oper „Das Jagdgewehr“. In der vergangenen Saison kamen zahlreiche seiner von der Kritik hochgelobten Werke zur Aufführung, als amerikanische Erstaufführung seine Symphonie Nr.2 „Kenotaph“ durch die New York Philharmonic und die UK-Premiere von „Chiasma für Orchester“ durch das BBC Symphony Orchestra. Der Composer in Residence der Bregenzer Festspielen 2018 ist in der Spielzeit 2019/2020 als Composer in Residence im Het Concertgebouw, Amsterdam eingeladen. Für Amsterdam erarbeitet Thomas Larcher zwei neue Werke: Eines für das Ensemble für zeitgenössische Musik ASKO|Schönberg, für das der Österreicher mit der holländischen Fotografin Awoiska van der Molen zusammen arbeitet, sowie die Symphonie Nr. 3, die das Radio Filharmonisch Orkest unter Hannu Lintu beim Mahler Festival in Amsterdam im Mai 2020 uraufführen wird.

Werkaufträge erhielt er in den letzten Jahren u.a. vom Gewandhaus Leipzig, Lucerne Festival, dem Southbank Centre London, der Wigmore Hall London, der BBC und den BBC Proms. Er schreibt für internationale Orchester wie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, die Wiener Philharmoniker, das San Francisco Symphony Orchestra und das BBC Symphony Orchestra. Außerdem arbeitet er mit renommierten Ensembles, Solisten und Dirigenten, darunter das Artemis und das Belcea Quartett, Leif Ove Andsnes, Isabelle Faust, Martin Fröst, Matthias Goerne, Viktoria Mullova, Christian Tetzlaff, Jean Guihen Queyras, Mariss Jansons, Semyon Bychkov, Andris Nelsons, Sakari Oramo, Christoph Eschenbach, Hannu Lintu und Edward Gardner zusammen.
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Waldviertler Serie „KERZENLICHT-KONZERTE“ beendet die Saison 2019 mit einem Konzert in der Pfarrkirche von  Waidhofen an der Thaya
 
Die Geigerin YOKO SAOTOME-HUBER präsentiert eine musikalische Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte

Waidhofen an der Thaya | Ihr erster Auftritt 2017 in der Pfarrkirche Waidhofen – damals als Solistin in Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“, begleitet von einem Ensemble der Wiener Philharmoniker – war ein durchschlagender Erfolg! Seither ist die japanische Geigerin Yoko Saotome-Huber, die in ihrem Spiel gefühlvolle Artikulation und höchste Virtuosität vereint, vielen Waidhofner Musikfans ein Begriff. Ein Wiedersehen mit ihr gibt es Sonntag, den 20. Oktober 2019, Beginn 16.00 Uhr, bei einem weiteren „Kerzenlicht-Konzert“ in der Pfarrkirche Waidhofen an der Thaya.  

Das Programm spannt einen weiten Bogen: Neben Sonaten von Corelli und Bach erklingen Beethovens Romanze in F-Dur und Paganinis berühmtes „La Campanella“. Weiters zu hören sind Werke von Händel, Purcell, Strawinsky und Max Bruch. Musikalischer Partner der Solistin ist Robert Pobitschka, der Leiter der Konzertserie, diesmal an der Orgel der Pfarrkirche.

Kerzenbeleuchtung und das ganz besondere Ambiente der barocken Pfarrkirche von Waidhofen vertiefen den Hörgenuss.

Pfarrkirche Waidhofen an der Thaya, Pfarrhofplatz 1

Sonntag, 20. Oktober 2019,  16.00 Uhr    Bitte Beginnzeit beachten!

 „Klassik bei Kerzenlicht“

 YOKO SAOTOME-HUBER  Violine

ROBERT POBITSCHKA Orgel    
Werke von Corelli, Purcell, Bach, Händel, Strawinsky, Beethoven, Bruch & Paganini

KARTEN zu € 20.- (Sudenten und Schüler € 12.-) ab 15.30 an der Konzertkassa. RESERVIERUNGEN:  0650 – 53 29 909  oder info@kerzenlicht-konzerte.at

Veranstalter: Verein Kerzenlicht-Konzerte                                www.kerzenlicht-konzerte.at    

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PRIMADONNA ELENA MOSUC BEST SOPRANO 2019 INTERNATIONAL OPERA AWARD- OSCAR DELLA LIRICA

Opera Star Elena Mosuc has received on October 1 at Teatro Malibran in Venice the International Opera Award 2019 – Oscar della Lirica as Best soprano of the year. During the evening that saw the participation of tenor Francesco Demuro (Best Tenor 2019), Anna Maria Chiuri (Best Mezzosoprano 2019) and Riccardo Zanellato (Best Basso 2019), Mosuc sang three highlights of her repertoire: “Oh madre dal cielo”, the great Primadonna scene of Giselda in Act II of Verdi’s Lombardi, a character that the famous soprano has triumphally debuted on September 26 at Kolozsvári Magyar Opera in Cluj-Napoca (Romania); the duet from Lucia di Lammermoor (“Verranno a te sull’aure) with Francesco Demuro and “Follie! Follie!Sempre libera” from La Traviata, dedicated to legendary singer Maria Malibran. Opera critics of magazine DeArtes (http:// www.deartes.cloud/?p=12083) wrote about Mosuc performance: “She generously donated her art to the audience, excelling in her elegant highest registers, Elena Mosuc, an authentic soprano drammatico d’agilità and high-class Belcanto singer, as he said the host of the evening, Enrico Stinchelli. […] The Romanian-Swiss star has thrilled the audience with extremely difficult arias, which she brilliantly solved with her technical knowledge and interpretative sensitivity and by the extraordinary freshness of her voice, starting from „Oh madre dal cielo“ from I Lombardi and later with „Verranno a te sull’aure“ by Lucia di Lammermoor, performed with all the notes written by Donizetti, remarked Stinchelli”.
Mosuc will celebrate next year her 30th anniversary of International career and as she stated this prize It had to be considered as one of culminating moments of her career. She recently received also two nominations for Opus Classic 2019 as Best Singer of the year and Best Album for her CD “Verdi Heroines” (Solo Musica/Sony).

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ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK

VIELFÄLTIGES PROGRAMM BEI FREIEM EINTRITT

Tag der offenen Tür

Am 26. Oktober feiert Österreich seinen Nationalfeiertag und die Österreichische Nationalbibliothek feiert mit! Bei freiem Eintritt haben Prunksaal, Literatur-, Globen-, Papyrus- und Esperantomuseum sowie das Haus der Geschichte Österreich für alle BesucherInnen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zahlreiche Führungen bringen die Vielfalt und Einzigartigkeit der Museen und ihre aktuellen Sonderausstellungen näher. Auf junge BesucherInnen wartet ein abwechslungsreiches Kinder-Kreativ-Programm. Einen besonderen Schatz gibt es im Haus der Geschichte Österreich zu bestaunen: die „Ostarrichi“-Urkunde aus dem Jahr 996, in der erstmals der Name „Österreich“ erwähnt wurde!

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LITERATURFESTIVAL

Österreich liest

Schon zum 14. Mal feiern die Bibliotheken Österreichs ihr Jahreshighlight „Österreich liest“. Auch die Österreichische Nationalbibliothek bietet beim größten Literaturfestival des Landes wieder ein besonderes Programm: Vom 15. bis 20. Oktober gibt es zahlreiche kostenlose Führungen, Vorträge, Workshops und einmalige Blicke hinter die Kulissen der größten Bibliothek des Landes; ebenso ist das Literaturmuseum mit freiem Eintritt sowie spannenden Themenführungen dabei. Für alle Programmpunkte ist eine Online-Anmeldung notwendig!

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DAS BESONDERE OBJEKT

„Adieu Europa!“

Als „besonderes Objekt“ ist aktuell im Prunksaal Ödön von Horváths Romanentwurf „Adieu Europa!“ zu sehen. Von dem Projekt sind lediglich 15 Blatt an hand- und maschinschriftlichen Entwürfen überliefert. Wer mehr über das stark autobiografisch gefärbte Werk aus der Zwischenkriegszeit erfahren möchte, ist herzlich zum Expertenvortrag am 23. Oktober eingeladen. Der Besuch des Vortrags ist kostenlos, eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich und online möglich.

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KINDERFÜHRUNGEN

Gruselspaß

Im Papyrusmuseum warten bei einer speziellen Themenführung Monster, Gefahren und die große Ungewissheit des ägyptischen Jenseits auf alle kleinen GruselfreundInnen. Als Andenken an den schaurigen Nachmittag wird eine eigene kleine Mumie gebastelt. Wer sich lieber vor Schlangenbissen und anderen unheimlichen Wesen wie Vampiren schützt, der holt sich im Prunksaal hilfreiche Tipps aus dem fast 800 Jahre alten „Buch der Gegengifte“. Und auch im Globenmuseum gibt es im Oktober wieder spannende Kinderführungen: Am besten gleich online Tickets sichern!

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LITERATURMUSEUM

Adalbert Stifter und das Wetter

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Eva Horn widmet sich in ihrer Vorlesung „Kultivierung der Luft und des Menschen“ am 23. Oktober jenen Texten Adalbert Stifters, die sich mit Wetter, Witterung und Klima beschäftigen. Der Eintritt ist frei, das Literaturmuseum kann am Veranstaltungsabend von 18 bis 21 Uhr kostenlos besucht werden, Anmeldung ist keine erforderlich.

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PATENSCHAFTEN

Ein Geschenk für die Ewigkeit

Buchpatenschaften unterstützen die Österreichische Nationalbibliothek bei einer ihrer wichtigsten Aufgaben: der Bewahrung des kulturellen Erbes für nachfolgende Generationen. Ob Jahrhunderte alte Handschriften, historische Landkarten, Papyri, Globen oder Plakate: BuchpatInnen tragen maßgeblich dazu bei, die wertvollen Objekte der Österreichischen Nationalbibliothek langfristig zu erhalten. Eine Buchpatenschaft kann übrigens auch verschenkt werden: das perfekte Präsent an kulturinteressierte Menschen!

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AUSSTELLUNG/ Rekawinkel/ NÖ

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Eine Landpartie nach Transdanubien: ‚Kultúr Wellness‘ ganz nahe zu Österreichs Grenze

Der feurige Csárdás, dieses musikalische Heilmittel aus Ungarn, ist er in dieser Region bereits in Vergessenheit geraten? Jedenfalls hier in Westtransdanubien, ganz nahe der Grenze zu Österreich, ein Katzensprung nur, am westlichen Rand der weiten Ungarischen Tiefebene? Zigeunermusik ist für den in Sache Kultur Reisenden während seiner bequemen Landpartie keine zu hören. Mit gängiger Schlager-Kost wird in den guten Lokalen aufgewartet, gefälliger Kuschelsound scheint hier mehr und mehr die Zigeunermusik zu ersetzen. ‚Kultúr Wellness‘ heißt es heute, und um Besucher aus dem nahen Nachbarland wird mit der traditionellen Kultur der ungarischen Wellness- und Heilbad-Profis wie auch so manch heimischer Spezialität geworben.

Es ist eine friedliche Naturlandschaft, welche sich im Grenzgebiet vom mittleren Burgenland in das ungarische Komitat Vas, in die Weite der Pannonischen Tiefebene ausbreitet, die hier ihren Anfang nimmt. Natur ist in dieser Region dominant. Die ausgedehnten Felder, langgezogenen Alleen, die kleinen Ansiedlungen strahlen reinste Ruhe aus. Und aus dem Boden sprudelt Thermalwasser hervor. Medizinische Hilfe wird in Bük und dessen Badebereich Bükfürdör mit seinen zahlreichen Schwimmbecken, dem großen Kurzentrum zum nahen Österreich, geboten. Heilwasser anstatt des erhofften Erdöls ist in den 50er Jahren aus den Bohrlöchern geflossen, und seitdem wird auch hier der ungarischen Badetradition gehuldigt.


Greenfield-Golfplatz und Hotelanlage. Credit: visitbuk / greenfield 

Ein großer Golfclub lockt ebenfalls in diese weitläufige Erholungslandschaft. Die Naturschönheit von Ungarns erstem 18 Loch Championship Golfplatz mit seiner Greenfield Golf Academy scheinen so verlockend zu sein, dass die Mehrzahl der Mitglieder des Golfclubs aus Österreich angefahren kommt (oder ist es doch günstigerer Mitgliedsbeiträge wegen?). Direkt daneben hat sich das Greenfield Hotel Golf & Spa als komfortables elegantes Haus etabliert, geschätzt von Kurgästen wie den Golfern. Die weite Golfanlage mit ihren zahlreichen Teichen, den hochgewachsenen Pappeln, den ausgedehnten Rasenflächen zählt auch zu den bekanntesten in Ungarn so besonders gehegten und beworbenen Vogelparadiesen.     

Doch auch, im Austausch, umgekehrt – Österreich ist so etwas wie ein Magnet für die Ungarn. Etwa: Die Kinder werden ins Burgenland zur Schulbildung geschickt. Und da das Komitat Vas zu den reicheren Regionen des Landes zählt, siedeln sich nicht wenige Bewohner aus Ungarns ärmeren Gebieten im Osten hier an, um den Sprung zum Arbeitsmarkt über die Grenzen oder weiter bis in den Westen zu schaffen.

Zum Kulturleben: Das frühere Schlagwort ‚Hochkultur‘ scheint hier kaum bekannt zu sein. Und auch kulturelle Zurufe aus Budapest sind nicht zu vernehmen; Impulse werden von dort keine gegeben. Schon deutlicher meldet sich die geschäftstüchtige österreichische Esterházy-Stiftung mit Werbemateriel für den Eisenstädter ‚Goldenen Herbst‘ oder die  Opernshow im St. Margarethener Steinbruch. Doch der Komitatssitz Szombathely mit seinen römischen und barocken Baudenkmälern ist um ein entsprechendes Kulturleben bemüht. Das große Savaria Múzeum mit seiner umfangreichen Römer-Sammlung ist sehr wohl einen ausgiebigen Besuch wert. Und als spezielle Attraktion der Stadt dürfte doch der alljährliche ‚Römische Karneval‘ am leckersten schmecken.

Wenn schon nicht Hochkultur mit Haydn und Bartók geboten wird, dann ist der positive Ausblick auf eine um Bereicherungen bemühte Lebenskultur gegeben. Abgesehen von den traditionellen Badevergnügungen. Der Weinbau steht oben an. Sehr persönliches Bemühen mit viel Liebe der Winzer ist in diesem traditionellen Weißweingebiet zu spüren. Verbunden mit einem herzlichen Willkommen. Noch nicht das große Vermarktungsgeschäft, doch eine ehrliche Weinbaukultur wird gepflegt. Der Trend zielt nach fruchtigen Weinen. Frisch & spritzig & jung soll´s schmecken, die schöne Frucht soll erhalten bleiben. Auf ähnlichen Böden bebaut wie im Burgenland, noch nicht ganz so weit verfeinert wie dort …. von den Weinbauern wird den burgenländischen Weinen jedenfalls volle Achtung gezollt. 

In den Restaurants zaubern die Küchenchefs sehr gern auf ungarisch munter drauf los. Nun vom Gulasch in Richtung zu zarterem Geschmack. Auch auf gastronomische Truffière wird gesetzt: Trüffelsuche, nicht mit Trüffelschweinen sondern mit geschulten Hunden zwischen den angepflanzten Bäumchen im Èrsek Èden-Trüffelparadies, dem ‚The Truffle Experience‘. Und der Kunst des Angelns, als ‚Sport Fishing‘ hier beworben, wird an gehegten Teichen nachgegangen. Die Fische …. die kommen nicht auf den Tisch, sondern werden zurück ins Wasser geworfen. So heißt es jedenfalls.


BU: Amateurtheater in Bük: Petöfis ungarischer Klassiker „János vitéz“ in modernisierter Form. Credit: visitbuk 

Mit der Veranstaltungsreihe ‚A Büki Kultúr Kúra‘ nochmals zu bodenständiger Kultur: Das Sok-Szin-Pad-Amateurtheater spielt Sándor Petöfis – der dichtende Volksheld des ungarischen Aufstandes 1848 gegen die Habsburger – abenteuerliches Märchen „János vitéz“, János der Held – in modernisierter Fassung, und es gibt dazu ein Treffen der dörflichen Volksbühnen; Blasmusik wird in der Grenzstadt Köszeg hoch gehalten; das Tanzensemble Mosoly tritt bei den Büker Kurweintagen auf, und auch die ehrwürdigen Tanzhäuser bekommen wieder mehr Zuspruch, nun ein Spur moderner ausgerichtet. Und ja, die ‚Pannon Zigeunerband‘ scheint auch im Kulturprogramm auf. Also, der Csárdás scheint hier doch noch nicht ganz verloren gegangen zu sein.

Infos: www.visitbuk.hu

www.greenfield.hu

Meinhard Rüdenauer

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