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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 8. JUNI 2021)

08.06.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 8. JUNI 2021)

WIENER STAATSOPER: HEUTE VORVERKAUFSSTART 8. JUNI, 14.00 UHR

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Liebes Publikum,

wir möchten Sie daran erinnern, dass heute um 14.00 Uhr der Vorverkauf für die kommende Spielzeit 2021/22 startet. Zu diesem Zeitpunkt können Sie Tickets für alle Vorstellungen im September und Oktober kaufen, weiters nehmen wir Vorbestellungen für alle Termine ab 1. November entgegen.

Folgende Möglichkeiten zum Kartenkauf haben Sie:

KARTEN KAUFEN (für Vorstellungen im September und Oktober)

ONLINE
Über wiener-staatsoper.at täglich rund um die Uhr. Ihre online gekauften Karten erhalten Sie digital für Ihr Smartphone, als print@home-Ticket oder sie werden an den Kassen hinterlegt.

TELEFONISCH
Der telefonische Kartenverkauf ist nur mit Kreditkarte sowie mit der Bundestheatercard mit Einziehungsauftrag möglich. Telefon: +43 1 513 513, täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr.
Zusendung erfolgt per Post (zuzüglich Versandgebühr), oder Hinterlegung an den Kassen

PERSÖNLICH
Opernfoyer und Bundestheaterkassen
Opernring 2 / Herbert-von-Karajan-Platz, 1010 Wien
Telefon: +43 1 51444 7880
Öffnungszeiten
Mo – Fr: 08.00-18.00 Uhr
Sa: 09.00-17.00 Uhr
So, Fei: 09.00-12.00 Uhr
Achtung: Im Juli und August kann es zu abweichenden Öffnungszeiten kommen, diese werden dann im Servicebereich auf www.wiener-staatsoper.at angekündigt.

Weiters können Sie Ihre Opernkarten auch an allen übrigen Bundestheaterkassen kaufen.

KARTEN VORBESTELLEN (für alle Vorstellungen ab 1. November)

ONLINE
Im Spielplanbereich auf wiener-staatsoper.at können Sie Ihre Online-Reservierungen für die gesamte nächste Saison, beginnend mit 1. November, tätigen.

SCHRIFTLICH
Ihr Reservierungsformular steht ab 8. Juni 2021 zum Ausdrucken hier auf wiener-staatsoper.at, im Service Center der Wiener Staatsoper sowie bei allen Bundestheaterkassen für Sie bereit. Bitte senden Sie das ausgefüllte Formular per E-Mail, Post oder Telefax an
E-Mail: kartenvertrieb@wiener-staatsoper.at
Post: Wiener Staatsoper Service Center, Opernring 2, 1010 Wien
Fax: +43 1 51444 2969

PERSÖNLICH
Bringen Sie das Reservierungsformular persönlich in unserem Service Center vorbei: ab 8. Juni 2021, 14.00 Uhr.
Montag-Freitag 09.00-16.00 Uhr, Mittwoch zusätzlich von 16.00-18.00 Uhr.
Telefon: +43 1 51444 2653

Die Zuteilung der Karten erfolgt nach Reihenfolge des Einlangens der Bestellung und nach Verfügbarkeit. Leider können daher nicht alle Bestellwünsche berücksichtigt werden. Ihre Bestätigung erhalten nach erfolgter Bearbeitung. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Lady Macbeth samt Anhang am vergangenen Sonntag auf der Wiener Donauinsel

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Foto: Instagram)

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und Videos

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Stadttheater Klagenfurt Spielzeit 2021/2022

Intendant Aron Stiehl, der Kaufm. Geschäftsf. Direktor Matthias Walter, der neue Chefdirigent Nicholas Milton und Schauspieldirektor Hans Mrak haben gestern die Spielzeit 2021/2022 im Foyer des Stadttheaters Klagenfurt vorgestellt.

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Matthias Walter, Hans Mrak, Aaron Stiehl, Nicholas Milton. Foto: Helge Bauer

Das Stadttheater Klagenfurt war viel zu lange ein Lost Place, ein verwunschener Ort, ohne die vitale Kraft, die durch den Austausch mit dem Publikum entsteht. Seit 20. Mai 2021 sind die Türen wieder geöffnet.  ‚Angesichts der aktuellen Entwicklungen stehen auch die Vorzeichen für einen Start in die neue Saison 2021/2022 im Herbst gut.

In der ersten von Intendant Aron Stiehl programmierten Spielzeit sind elf Produktionen auf der großen Bühne, sechs im Musiktheater (Die Walküre, Le nozze di Figaro, Der Vogelhändler, Jakob Lenz, Rigoletto,  Annie Get Your Gun), vier im Schauspiel (Reigen, Figaro lässt sich scheiden, Was ihr wollt, Nicht sehen) und eine große Kindertheaterproduktion (Das Dschungelbuch) geplant. Darunter eine Uraufführung und zwei Klagenfurter Erstaufführungen. Zusätzliche Projekte für junge Theaterbesucher aller Altersstufen und ein erweitertes Statt-Theater Programm mit vielen Kooperationen, Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und einer Gesprächsreihe ergänzen den Spielplan. Das Kärntner Sinfonieorchester präsentiert acht Konzerte an unterschiedlichen Spielstätten.

Intendant Aron Stiehl möchte das Haus weiter öffnen und Theater als Ort des Austauschs, der Begegnung und der Kommunikation für alle etablieren. Aron Stiehl: »Wir haben unser Publikum sehr vermisst, Theater lebt von der Magie, die zwischen Bühne und Zuschauerraum entsteht. Wir begreifen Theater als ein notwendiges Ventil für die Themen, die uns in den Nachrichten begegnen oder uns unmittelbar persönlich berühren und betreffen. Theater dient der temporären Zerstreuung mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie der nachhaltigen Reflexion, sowohl über individuelle als auch über gesellschaftliche Inhalte und Zusammenhänge. Lassen sie uns gemeinsam jeden Theaterabend zu einer  besonderen Begegnung und zu einem Fest machen, wir freuen uns auf Sie!«

Die Spielzeit wird am 16. September 2021 mit Die Walküre unter der musikalischen Leitung des neuen Chefdirigenten Nicholas Milton und in der Regie von Aron Stiehl eröffnet.

Der Kartenverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 30. August 2021.

Hier geht es zur neuen Spielzeit https://www.stadttheater-klagenfurt.at/produktionen/#content

Hier geht es zum Spielzeitheft Spielzeit 2021 2022 by Stadttheater Klagenfurt – issuu

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FLORENZ: LA FORZA DEL DESTINO

forza

ZU INSTAGRAM – mit mehreren Fotos  (gefunden von Fritz Krammer)

Dirigent: Zubin Mehta
Inszenierung: Carlus Padrissa

Leonora: Saioa Hernández
Don Alvaro: Roberto Aronica
Don Carlo di Vargas: Amartuvshin Enkhbat
Preziosilla: Annalisa Stroppa
Padre Guardiano: Ferruccio Furlanetto
Fra Melitone: Nicola Alaimo
Il marchese di Calatrava: Alessandro Spina
Mastro Trabuco: Leonardo Cortellazzi

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GRAFENEGG/ Wolkenturm: „The Magical Music of Harry Potter“- mit einem Weasley
Sonntag, 11. Juli 2021, Wolkenturm, Grafenegg
Das musikalisch Beste aus allen Harry Potter Filmen
mit dem London Symphonic & Philharmonic Film-Orchester und Chor

The Magical Music of Harry Potter: Harry Potter Musical Tickets 2021

Karten gibt es ab sofort an allen bekannten VVK-Stellen und auf www.eventim.de. Bei einer kurzfristigen Verschiebung der Veranstaltung behalten die Karten ihre Gültigkeit.

LONDON – Die Harry Potter Filme sind die erfolgreichsten Filme der Kinogeschichte, nun kommt die oscarnominierte Filmmusik in einem einmaligen Konzertabend mit den Weasleys erstmals nach Grafenegg! Original-Darsteller, Starsolisten, das London Symphonic & Philharmonic Film-Orchester mit Chor sowie einem weltbekannten Magier werden die musikalische Welt von Harry Potter am 11. Juli 2021 im Wolkenturm zum Leben erwecken.

Die Besucher dürfen sich auf die musikalisch populärsten Höhepunkte des Harry Potter Universums freuen. Das Programm umfasst die Film-Soundtracks des vierfachen Oscarpreisträgers John Williams, Patrick Doyle, Nicolas Hooper und des weiteren Oscarpreisträgers Alexander Desplat.

Diese Veranstaltung findet unter Beachtung aller staatlicher Vorgaben statt, den Besuchern wird vor Ort ein Antigenschnelltest angeboten.

Trailer:
https://drive.google.com/file/d/1bntIjPSb10qd17mJmpD2x4LYckuah6y1/view?usp=sharing
Fotos:
https://drive.google.com/drive/folders/1NBFBf-PujPkRe4hMFsNdgWQxsHyXOm1R?usp=sharing

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BAD ISCHL – LEHAR-FESTIVAL – Jubiläumsjahr 2021

Das Lehár Festival präsentierte bei der Pressekonferenz, am 07. Juni 2021 das vielseitige Programm im Jubiläumsjahr 2021!

Von 10. Juli bis 29. August 2021 wird Bad Ischl wieder zur Festspielstadt! 

Auch im kommenden Jubiläumsjahr 2021 setzt das Lehár Festival Bad Ischl unter der Intendanz von Erfolgsregisseur Thomas Enzinger auf eine  Mischung aus niveauvoller Unterhaltung und großer Operetten-Tradition. Und dies regensicher und klimatisiert im Kongress & Theaterhaus, dem altehrwürdigen Kurhaus der Stadt. Bad Ischl ist nicht nur ein Synonym für Sommerfrische. Es ist auch der Ort, an dem Operetten-Stars wie Franz Lehár, Emmerich Kálmán oder Richard Tauber zu Lebzeiten gewohnt und gearbeitet haben. Bad Ischl – ein „Mekka der Operette“. 

Willkommen zum Lehár Festival 2021! 

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN von Emmerich Kálmán – Premiere 10. Juli 2021 

DER ZAREWITSCH von Franz Lehár – Premiere 17. Juli 2021 

DEIN WAR MEIN GANZES HERZ von Jenny W. Gregor 150 Jahre Franz Lehár – Sein Leben und seine Musik – Premiere 13. August 2021

GALAKONZERT „60 Jahre Lehár Festival Bad Ischl“ am 25. August 2021

Infos, Karten und Termine: +43 (0)6132 23839

www.leharfestival.at

Kongress & TheaterHaus‘
Kurhausstraße 8′
4820 Bad Ischl

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Foto: Lehár-Festival

Als Gesprächspartner standen zur Verfügung:‘
Hannes Heide (Präsident – LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL)
Intendant Thomas Enzinger (Inszenierung – DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN)
Ines Schiller (Bürgermeisterin – BAD ISCHL) 
Isabella Gregor (Inszenierung – DER ZAREWITSCH)
Ursula Pfitzner (Darstellerin – DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN)
Bernhard Berchtold (Darsteller – DER ZAREWITSCH)

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FRANKFURT: MAHNWACHE  MUSIKKULTUR  LIVE  WIRD  FORTGESETZT

mahnwache musikkultur live 15. juni 2021
v.l.n.r. Bruno Suys (Kontrabass), Jörg Hammann (Violine), Philipp Nickel (Viola), Mikhail Nemtsov (Violoncello) und Ingo de Haas (Violine). Bildnachweis: privat

Die im Sommer 2020 ursprünglich von Christoph Gotthardt vom Staatlichen Schulamt Frankfurt am Main mit zahlreichen Veranstaltungen in der Paulskirche ins Leben gerufene Reihe Mahnwache Musikkultur live wird auf Betreiben des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters nach Corona-bedingter Aufführungspause an anderem Austragungsort ab

Dienstag, dem 15. Juni 2021, um 13.15 Uhr in der St. Katharinenkirche an der Hauptwache

fortgesetzt.

Die Schirmherrschaft übernimmt Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt: „Die Konzertreihe verweist auf die gesellschaftliche Unverzichtbarkeit von Musikkultur, insbesondere in Zeiten der Covid-19-Pandemie. Weil das kulturelle Leben noch immer eingeschränkt ist, soll Livemusik öffentlich und allgemein zugänglich sowie an zentral gelegenen Orten erklingen – dort, wo sonst Stille herrschen würde!“

Die Konzerte in der gastgebenden St. Katharinenkirche finden vom 15. Juni bis zum 20. Juli 2021 immer dienstags um 13.15 Uhr bei einer Länge von ca. 45 Minuten statt. Der Eintritt für die max. 100 Zuschauer*innen ist frei, um Spenden wird gebeten. Während der Veranstaltung greift das Hygienekonzept der St. Katharinenkirche. Alle ausführenden Musiker*innen sind Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und spielen ehrenamtlich, d.h. ohne Honorar. Zu den Kooperationspartnern des Orchesters zählen die Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V. und die Oper Frankfurt.

Die bei den Frankfurter Konzerten eingegangenen Spendengelder kommen jeweils zur Hälfte dem Nothilfefonds der Deutschen Orchester Stiftung zur Unterstützung soloselbstständiger Musiker*innen zugute sowie dem Verein ProMusica, der ohne regionale Beschränkung Kindern und Jugendlichen dabei hilft, ein Instrument zu erlernen, besonders bei unzureichender Unterstützung – nicht nur finanzieller Natur – durch die Familien. Zudem setzt sich ProMusica dafür ein, dass klassische Musik für Menschen aller sozialen Schichten erlebbar ist und bleibt.

Im Rahmen der Konzertreihe soll auch ein Termin als Junge Mahnwache mit Frankfurter Schüler*innen gestaltet werden.

Weitere Informationen sind unter https://oper-frankfurt.de/de/spielplan/mahnwache-musikkultur-live/?id_datum=2924 auf der Website der Oper Frankfurt abrufbar.

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Bühne frei für Konzertreihe sonusiade im Museum Liaunig

 Nach coronabedingten Verschiebungen werden alle im Vorjahr geplanten Konzerte heuer stattfinden. Der Vorverkauf hat begonnen, die Eröffnungsmatinee ist am 11. Juli. =

Die Reihe sonusiade findet nach einem Jahr Pause bereits zum vierten Mal im Museum Liaunig, dem größten privaten Museum Österreichs, statt. Unter der künstlerischen Leitung von Janez Gregoric vereint sie in vier Matinee-Konzerten Bilder und Klänge, die berühren und verführen. Das einmalige Zusammenspiel von Musik, Kunst und Architektur macht die sonusiade zu einem einzigartigen Genuss, der kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher aus Kärnten, der Steiermark und ganz Österreich anzieht. „Wir freuen uns sehr, dass wir heuer wieder Konzerte in unseren Ausstellungsräumen anbieten können. Unser Museum ist ein Ort der Begegnung und des Dialogs, mit der sonusiade erreichen wir viele Besucherinnen und Besucher, die Musik, Kunst und die spezielle Architektur unseres Hauses genießen“, so der Museumsleiter Peter Liaunig.

In der Eröffnungsmatinee am 11. Juli präsentiert die international gefeierte Elisabeth Kulman in Begleitung von Eduard Kutrowatz Märchen, Erzählungen und Balladen von Schubert, Reger, Liszt, Loewe und Brahms. Das SONUS-Gastkonzert am 22. August bestreitet das Haydn Quartett, das seit über 20 Jahren „Quartet in residence“ im Schloss Esterházy in Eisenstadt ist und sich besonders um die Aufführung der Werke Haydns und der Wiener Klassik verdient gemacht hat. Am 26.

September macht das Altenberg Trio die Wandlungen der Kammermusik von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik erlebbar. In der letzten Matinee am 10. Oktober wird die grenzüberschreitende kreative Kraft orientalischer Lyrik und ihre Verbindung mit europäischer Musik spürbar. Albert Hosp (Moderation), Monika Hosp (Sopran), Pierre Douay

(Klavier) und Mona Matbou Riahi (Klarinette) finden sich zu allen möglichen Kombinationen zusammen, vom Solo bis zum Quartett, von der Improvisation bis zum feinst gesponnenen Lied.

 sonusiade

 Information und Kartenverkauf unter [www.museumliaunig.at]

(http://www.museumliaunig.at) und 04356/211 15 sowie direkt im Museum Liaunig. Konzert-Karten ab € 35 | € 45 (Vorverkauf). Kombi-Tickets (Konzert + Museumseintritt am Tag der Veranstaltung) ab € 46 | € 56 (Vorverkauf).

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ORF zum 80. Jahrestag: Robert Gokl und Carola Schneider analysieren in „Menschen & Mächte“ Ablauf und Folgen des Russland-Feldzugs

Am 8. und 9. Juni in ORF 2; ORF-III-„zeit.geschichte“-Schwerpunkt am 12. Juni 

Wien (OTS) – Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel das „Dritte Reich“ die Sowjetunion. Das Ziel: Die Unterwerfung des russischen Volks in einem „Rassenkrieg“, die Vernichtung des russischen Judentums und die Beseitigung des Kommunismus. Hitler wie Stalin führten diesen Krieg so brutal und kompromisslos, dass es an der „Ostfront“ zu den furchtbarsten Schlachten, den höchsten Opferzahlen, den größten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg kam. Bis heute wirkt dieser Krieg nach, sowohl in den Erinnerungen der Kriegsgeneration und ihrer Familien wie auch in der Politik Europas. ORF-Zeitgeschichteredakteur Robert Gokl und ORF-Russland-Korrespondentin Carola Schneider analysieren in einer zweiteiligen „Menschen & Mächte“-Dokumentation am Dienstag, dem 8., und Mittwoch, dem 9. Juni 2021, um 22.35 bzw. 22.30 Uhr in ORF 2 Ablauf und Folgen des Russland-Feldzugs. Die Produktion fand coronabedingt unter erschwerten Bedingungen statt. Viele Archive waren geschlossen oder nur zeitweise besetzt, was Verzögerungen bei Recherchen bzw. vereinbarten Recherchereisen zur Folge hatte. Dennoch gelang es, beeindruckende und berührende Zeitzeugen-Erzählungen zu filmen. Nach Teil 2 folgt am 9. Juni Andreas Novaks und Wolfgang Sticklers „Menschen & Mächte“-Doku „Verschleppt und ausgebeutet“ (23.25 Uhr) über Zwangsarbeit in Österreich.

Sechsteiliger ORF-III-„zeit.geschichte“-Schwerpunkt zum 80. Jahrestag von Hitlers Russland-Feldzug am 12. Juni – mit u. a. ORF-III-Dokupremiere „Die Österreicher im Russlandfeldzug“

Anlässlich des 80. Jahrestags von Hitlers Russland-Feldzug blickt ein sechsteiliger ORF-III-„zeit.geschichte“-Abend am Samstag, dem 12. Juni, auf die Ereignisse des Deutsch-Sowjetischen Kriegs zurück. Die ORF-III-Neuproduktion „Die Österreicher im Russlandfeldzug“ (20.15 Uhr) von Helmut Berg rückt dabei die Schicksale der österreichischen Frauen, Soldaten, Sanitäter und Offiziere in den Mittelpunkt, ruft aber gleichzeitig in Erinnerung, dass die heimische Bevölkerung nicht nur zu Augenzeugen und Opfern wurde, sondern in manchen Fällen auch zu Tätern.

Menschen & Mächte: „Der Russland-Feldzug: Krieg und Tod“ – 8. Juni, 22.35 Uhr, ORF 2

„Menschen & Mächte“ geht der Frage nach, wie dieser Krieg auf beiden Seiten der Front erlebt wurde. Für viele Soldaten in Wehrmacht und Waffen-SS begann der Krieg 1941 als fanatischer Kampf gegen den großen ideologischen Gegner. Unter den drei Millionen Soldaten, die 1941 die Sowjetunion überfielen, waren Hunderttausende Österreicher. Etwa Karl Gabriel, Waffen-SS-Mann aus Wien: „Jetzt ging es gegen den Bolschewismus! Jetzt ging es um die Entscheidung.“ Die Soldaten in der Roten Armee verteidigten ihre Heimat nach der Parole Stalins: „Tod den deutschen Okkupanten! Der Sieg wird unser sein!“ Fjodor Bondarenko aus Tomsk in Sibirien meldete sich zur Roten Armee: „Ich betete zu Gott: Herr, erbarme dich meiner. Ich gehe mein Heimatland verteidigen.“

Der geplante „Blitzkrieg“ gegen die Sowjetunion endete für die Wehrmacht mit der völligen Niederlage. Aber der Preis für die Rote Armee war hoch: Die Sowjetunion hatte 1945 die höchsten Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs – 27 Millionen zivile und militärische Tote. Carola Schneider hat in Russland die letzten noch lebenden Zeitzeugen interviewt, Robert Gokl in Österreich. Wehrmachtssoldaten, Rotarmisten und ihre Nachkommen erzählen von den traumatischen Erfahrungen in diesem Krieg, die sie bis heute begleiten, von Begegnungen mit dem Feind, von schweren Verwundungen, von Kriegsgefangenschaft, vom Fanatismus der Ideologen, der zu befohlenem Revanchismus und Massenmord abseits jeglichen Kriegs- und Völkerrechts führt. Fjodor Bondarenko ist einer der letzten noch lebenden Befreier Wiens 1945 und kann sich an Details des harten Kampfes um die Stadt erinnern: „Auf der Kuppel eines Gebäudes wurde eine Flagge gehisst und wir freuten uns: Endlich haben wir diese verflixte Hauptstadt Österreichs eingenommen!“ Heute ist Fjodor Bondarenko 96 Jahre alt. Aus den Kriegserfahrungen zieht er seine persönliche Lehre: „Wir leben nur so kurz. Und trotzdem hetzen wir uns gegeneinander auf. Das ist nicht richtig.“

Menschen & Mächte: „Der Russland-Feldzug: Erinnern und Gedenken“ – 9. Juni, 22.30 Uhr, ORF 2

1945 ist der Krieg zu Ende, Österreich befreit vom Nationalsozialismus, die Sowjetunion steht mit ihren Truppen in Wien und in Berlin. Die Folgen des Kriegs aber bleiben. „Der Krieg war am Ende sowohl für die Besiegten wie auch für die Sieger ein großes Unglück!“, meint die ehemalige Angehörige der Roten Armee Ekatarina Romanowskaja. Russische und österreichische Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen, wie Kriegsgeschichten und Feindbilder ihre Jugend und ihr Leben prägten – während der sowjetischen Besatzungsjahre in Österreich, während des Kalten Krieges bis hin zum Zusammenbruch der Sowjetunion.

In beiden Ländern müssen viele Familien mit dem Verlust von Verwandten fertig werden. Franz Teszar wächst ohne Vater auf, er war Russischdolmetsch in der Wehrmacht: „Ich kann mich an meinen Vater leider nicht mehr erinnern!“ Jewgenij Gor verliert in der Leningrader Blockade viele Angehörige, auch seine Schwester: „Je älter ich geworden bin, desto schmerzhafter wurde der Verlust meiner Schwester!“ Nach Plünderungen und Vergewaltigungen bei Kriegsende und dem Beginn des Kalten Krieges wachsen in Österreich neue anti-russische Ressentiments. Gleichzeitig wird Österreich in der russischen Öffentlichkeit auf der Basis der Moskauer Deklaration als erstes Opfer Hitler-Deutschlands gesehen. Beide Länder pflegen nach Abschluss des Staatsvertrages unterschiedlichste Formen des Kulturaustausches, der bereits während der Besatzungsjahre begonnen hatte. So reist etwa die Wiener Eisrevue zu ausverkauften Tourneen immer wieder in die Sowjetunion. Damals mit dabei Ingrid Wendl, Europameisterin, Eisrevue-Star und spätere ORF-Sprecherin: „Im russischen Fernsehen liefen den ganzen Tag antifaschistische Kriegsfilme. Aber wir waren ja neutral und das erste Opfer!“

1959 tourt Udo Jürgens mit der Max Greger Band durch die Sowjetunion: „Wir sind eine Woche lang im ausverkauften Stadion der Roten Armee in Moskau aufgetreten.“ Ende der 1980er Jahre tritt die steirische Band Opus in Moskau in ausverkauften Stadien auf. Ewald Pfleger, Gitarrist der Band: „Es war eigenartig. Mein Großvater ist in Stalingrad gefallen – und mich bejubelt die Jugend von Moskau.“ Die Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs werfen bis in die Gegenwart Fragen nach Verantwortung und Schuld auf. In Österreich bekennt erst in den 1990er Jahren Bundeskanzler Franz Vranitzky die Mitschuld Österreichs ein, in der Sowjetunion herrscht nach einem kurzen Beginn der Aufarbeitung unter Chruschtschow wieder Schweigen über die stalinistischen Kriegsverbrechen und die Kriegsführung der Roten Armee. Lange verschwiegen wurde in der Sowjetunion auch der „Hitler-Stalin“-Pakt, jenes Freundschaftsabkommen von 1939, das auch einen Nichtangriffspakt zwischen beiden Ländern beinhaltete. Andrej Petrow, Kind von Überlebenden der Leningrader Blockade: „Als ich in der Schule fragte, warum im Geschichtsbuch nirgendwo die Rede von Stalin war, wurde ich aus der Geschichtsstunde gejagt.“

Erst mit der Öffnung unter Michail Gorbatschow und dem Ende der Sowjetunion konnte mit einer Aufarbeitung von Kriegserinnerung und Kriegsverbrechen begonnen werden, organisiert von der Menschenrechtsorganisation Memorial. Seit Putin in Russland regiert, wird diese Aufarbeitung aber immer stärker behindert. Heute gelten die Mitarbeiter von Memorial als „ausländische Agenten“. „Es wird behauptet, wir würden den Feinden Russlands das Wort reden“, erzählt Irina Scherbakowa von Memorial. Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs haben es allen Nachfolgestaaten schwer gemacht, einen adäquaten Umgang mit ihrer Geschichte zu finden. Robert Gokl und Carola Schneider analysieren für „Menschen & Mächte“, wie die Fragen der Vergangenheit bis heute Leben und Politik in Europa, aber vor allem in Russland bestimmen.

Menschen & Mächte: „Verschleppt und ausgebeutet. Zwangsarbeit in Österreich“ – 9. Juni, 23.25 Uhr, ORF 2

„Stellen Sie sich vor, Ihre 13-jährige Tochter verschwindet spurlos, weder Radio, Fernsehen, Zeitungen noch Internet existieren als Suchhilfen. Die Polizei gibt keine Auskunft und droht Ihnen mit demselben Schicksal.“ So könnte man die Deportationsmethoden des NS-Regimes während des Russland-Feldzuges zusammenfassen. Schwer traumatisiert und entwurzelt landeten Hunderttausende sowjetische Jugendliche als Zwangsarbeiter in einer völlig fremden Umgebung. „Hier wurde eine ganze Generation um Lebensperspektiven und Zukunftschancen gebracht“, so Andreas Novak, Leiter der ORF-Zeitgeschichteredaktion.

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