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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. OKTOBER2019)

29.10.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. OKTOBER 2019)

WIEN: Ovationen und Loyalitätsbekundungen für Placido Domingo nach der Macbeth-Vorstellung am 28.10.


Foto: Klaus Billand

Am Bühnentürl ging es dann weiter mit etwa 80 Hartnäckigen, die in der Kälte lange ausharren mussten, um ihn drinnen in der warmen Schreibstube zu sehen und das Autogramm zu erhalten. Seine Frau Marta saß daneben. Es gab Block-Abfertigung, bei der immer etwa 5-6 Personen eingelassen wurden und ein Opernangestellter die Tür darauf sofort wieder abschloss. So etwas habe ich hier noch nie erlebt. Es war ein ganz Besonderes…. (Klaus Billand)


Sogar nach Fallen des „Eisernen“ ging der Applaus weiter- Foto: Klaus Billand

Ja, tatsächlich. Das ist der neue „Eiserne“

Zum Bericht von Johannes Marksteiner

Zum Bericht „Nach Macbeth“  von Dr. Klaus Billand

 


Schlussapplaus mit Tatjana Serdar und Maestro Bisanti. Foto: Klaus Billand


Autogrammjäger vor dem Bühnenausgang, dem Einlass harrend. Foto: Klaus Billand


Im Schreibstüberl. Links Security Marta. Foto: Klaus Billand
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2. und 3. November: Mit dem Brahms-Zyklus sind die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim in der Philharmonie de Paris zu Gast

Anfang November sind die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit ihrem Brahms-Zyklus zu Gast in der Philharmonie de Paris. Am 2. November erklingen die Sinfonien Nr. 1 und 2, am 3. November die Sinfonien Nr. 3 und 4.

Die Auseinandersetzung mit den Sinfonien von Johannes Brahms zog sich durch die Konzertsaison der vergangenen Spielzeit. Die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim brachten die vier Werke im Centro Cultural Kirchner (CCK) in Buenos Aires, im National Centre for the Performing Arts (NCPA) in Peking, im Konzertsaal des Sydney Opera House sowie bei zwei Abonnementkonzerten in Berlin zur Aufführung.

Zudem veröffentlichten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin im September des letzten Jahres bei der Deutschen Grammophon eine viel beachtete Aufnahme der vier Brahms-Sinfonien: »Schöner oder beseelter als bei Barenboim und seiner famosen Staatskapelle dürfte man die Brahms-Sinfonien kaum zu hören bekommen.«, so NDR Kultur (27. August 2018). Im Klassik-Magazin Crescendo hieß es: »Bei dieser Aufnahme [entsteht] das Gefühl, dass mit der Staatskapelle Berlin etwas Ultimatives geschaffen wurde, ein Klangbild, das sich jede Freiheit nimmt zu schwelgen, zu werden und zu welken. Bedachtsam setzen Barenboim und sein Orchester jede kleinste dynamische Abstufung wirkungsvoll in Szene, ein kongenialer Wurf.« (Oktober/November 2018).

Während die Staatskapelle Berlin auf Tournee ist, finden an der Staatsoper Unter den Linden vom 1. bis 10. November die zweite Ausgabe der BAROCKTAGE statt, mit der Premiere von Scarlattis IL PRIMO OMICIDIO, den Wiederaufnahmen von Purcells DIDO & AENEAS und KING ARTHUR, der Musiktheaterperformance LOVE, YOU SON OF A BITCH sowie mit zahlreichen Konzerten und Sonderveranstaltungen.

Die Staatsoper Unter den Linden dankt ihren Hauptpartnern BMW, UBS und der Hilti Foundation.

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Schreiben mit der Partitur vorm Kopf

Anmerkungen zum Typus des fundamentalistischen Musikkritikers

 Von Manfred A. Schmid

Bildergebnis für musikkritiker und partitur

 I

Studierende, die mit aufgeschlagener Partitur (heute vermehrt auch mit einer elektronischen Partitur) eine Opernvorstellung verfolgen, tun dies aus guten Studiengründen. Ein Kritiker, der – von Ausnahmefällen abgesehen – einen Opernabend prinzipiell immer mit der Partitur vorm Kopf über sich ergehen lässt und penibel die Einhaltung einer jeden dort angegebenen Tempo- oder Dynamikanweisung überprüft, ist entweder ein Angeber oder – als Kontrollfreak – ein armer Narr. In beiden Fällen weiß er jedenfalls nicht, worum es in einer Oper wirklich geht. Indem der mit einer Partitur und einer Stoppuhr bewaffnete Rezensent  (ohne diese Hilfsmittel wäre er vermutlich orientierungslos) ständig aufpasst wie ein Haftelmacher und alle ihm auffallenden „Verfehlungen“ notiert, ist er so fokussiert auf  Details, dass ihm, dem Buchhalter der Musik, der Blick auf das Ganze, das bekanntlich mehr ist als die Summe seiner Teile, völlig entgeht: Er sieht den Wald vor lauter – in seinen Augen meist ohnehin krummgewachsener – Bäume nicht.

II

Zu bedenken ist, dass Angaben in einer Partitur wie ff, piano, Andante oder ritardando der Interpretation bedürfen. Sie sind nicht exakt fassbar. Jeder Wert gilt zudem nicht absolut, sondern wird relativiert durch alle übrigen Werte. Das Entscheidende ist die ausbalancierte Gesamtheit aller dynamischen Abläufe. Wie und was sich da der Komponist jeweils genau vorgestellt hat, lässt sich jedenfalls nie mit letzter Gewissheit sagen. Der Musikkritiker Volker Hagedorn geht sogar so weit, jede Partitur ein „Provisorium“ zu nennen, also nichts Endgültiges, sondern etwas Vorläufiges, das – um umgesetzt zu werden – die Kreativität, die Erfahrung, die Kenntnis sowie das richtige Gespür des Dirigenten bzw. der Dirigentin braucht: „Dieses Provisorium, in dem ein Komponist seine Vorstellung fixiert, fordert aber Musiker, die weiterdenken, zu den Quellen und auf uns zu.“ Und in diesem Zusammenhang verweist Hagedorn auf den Umstand, „dass gerade die an historischer Aufführungspraxis interessierte Orchesterleiter, gründliche Partiturentzifferer, gern mit Regisseuren arbeiten, die zwischen den Zeilen lesen können.“ (Der Spiegel, 27. September 2014) 

III

Höchst aufschlussreich im Zusammenhang mit der – von fundamentalistischen Rezensenten behaupteten – absoluten Verbindlichkeit der Vorgaben in einer Partitur ist, was Christian Thielemann unlängst in einem Pressegespräch anlässlich der Neuproduktion der Frau ohne Schatten in Wien erzählt hat. Er hatte nämlich beim Einarbeiten die Möglichkeit gehabt, in eine Partitur Einblick zu nehmen, die Richard Strauss bei einer von ihm selbst geleiteten Neueinstudierung des Werks zur Verfügung gestanden hatte. Und siehe da: Es fand sich darin eine Vielzahl von handschriftlich Korrekturen, die vom Komponisten selbst angebracht worden waren. Wohl weil ihn die konkrete Aufführungspraxis gelehrt hatte, dass manche Angaben in der Praxis nicht umsetzbar gewesen wären. Soviel zur beschworenen Unantastbarkeit jeder einzelnen Anweisung, die ein Komponist in seine Partitur hineingeschrieben hat, sowie zur rigorosen Überwachung der Einhaltung derselben durch den Kritiker, der sich als allwissender Hüter der Wahrheit dazu berufen fühlt, einem Großinquisitor gleich gegen von ihm in flagranti ertappte Abweichler rigoros vorgehen zu müssen.

IV

Außerdem – auch das lehrt die Originalklangbewegung – haben sich die dynamischen Werte im Laufe der Geschichte immer wieder verändert und verändern sich weiter. Einer aktuellen Erhebung von Universal Music zufolge haben klassische Musikaufführungen heute ein erheblich höheres Tempo als noch vor 50 Jahre. In dieser Studie haben die Forscher drei Aufnahmen des berühmtem Doppel-Violinkonzerts von Johann Sebastian Bach untersucht. Die früheste Aufnahme von David Oistrach und Igor Oistrach stammt aus dem Jahr 1961 und dauert 17 Minuten. Eine spätere Aufnahme von 1978 dauerte bereits nur noch etwas mehr als 15 Minuten, während die aktuellste Aufnahme von 2016 nur zwölf Minuten währt. Das sind fast fünf Minuten weniger (eine Minute pro Jahrzehnt), was einer Reduktion um fast 30 Prozent entspricht!

V

Mit derlei Quantifizierungen allein ist natürlich noch nichts über die Qualität der jeweiligen Aufführung gesagt, sie sind nur einer von vielen Parametern einer kritischen Würdigung. Auch wenn sich ein Dirigent oder eine Dirigentin um eine höchstmögliche Annäherung an das vermeintliche Original bemüht, es bleibt letztlich immer eine Interpretation und Auslegungssache. Das Umsetzen einer Partitur ist immer auch eine Art Über-Setzen. Und das macht ja nicht zuletzt das Faszinierende und Spannende eines Opernabends aus: Die Spannbreite der Interpretationsmöglichkeiten. Und mit diesem Pluralismus vor Augen kann man dann daran gehen, die jeweilige Auslegung genau in Augenschein zu nehmen, um sie auf ihre Tauglichkeit, Sinnhaftigkeit und Stimmigkeit hin zu untersuchen.

VI

Der Fundamentalist unter den Musikkritikern hingegen geht von einer anderen Überzeugung aus. Für ihn ist die Partitur (vielmehr: seine Lesart der Partitur) der alleinige Maßstab, der keinerlei Abweichung verträgt. Mit der Partitur in der Hand glaubt er immer genau zu wissen, was und wie etwas gemeint ist. In seiner Kritik belehrt er dann die Musiker darüber, wie es richtig ginge und was sie demzufolge falsch gemacht hätten. Diese unbeirrbare Überzeugung, mit Berufung auf seine Bibel, die Partitur, stets zu wissen, wie es einzig und allein geht, macht einen fundamentalistischen Musikkritiker aus. Die Partitur im Kopf zu haben ist gewiss kein Nachteil, beim Fundamentalisten befindet sie sich aber vor seinem Kopf und verhindert so den freien Blick auf das musikalische Ereignis.

VII

Die oben als Beispiel zitierte Beschleunigung bei der Wiedergabe von Musikstücken mag man bekritteln oder begrüßen, jedenfalls handelt es sich dabei um eine verifizierbare Tatsache. Der Kritiker mit der Partitur vor dem Kopf aber verwendet weiterhin den Standard von anno dazumal als einzig gültige Richtschnur seines unerbittlichen Richteramts. Und wenn er dann urteilt, geht der Daumen naturgemäß fast immer nach unten. Diese Inflexibilität angesichts veränderter Rahmenbedingungen und Verhältnisse erfüllt das konstitutive Kriterium für die Verwendung des Begriffs Fundamentalismus. Und damit wird auch klar, wieso ein fundamentalistischer Kritiker in seinen Rezensionen mit Vorliebe Vergleiche mit den Leistungen längst verstorbener Künstler anstellt und diese logischerweise immer für besser und heute schier unerreichbar hält. Dabei ist die Erklärung ganz einfach: Er hat es nur verabsäumt, seine Waage nachzueichen.

VIII

Die Wahrheit aber ist – auch in der Musikkritik – eine Tochter der Zeit.  

Oktober 2019

Manfred A. Schmid
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Stefan Mikisch: Richard Wagner: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Wiener Konzerthaus 27. Oktober 2019

Der beste Tag im ganzen Jahr für ein Büffet -Frühstück im Hotel Sacher, einen Brunch im Lieblingsrestaurant oder eine musikalische Matinee ist der Sonntag, an dem die Winterzeit beginnt.

Ist sonst das rechtzeitige Eintreffen oft mit morgendlicher Hektik verbunden, nicht an diesem Tag , an dem 11h Vormittag sich für den Körper noch wie High Noon anfühlt. Das Frühstücken im Wiener Luxushotel ist an Wochenenden für Nicht-Hotelgäste erst wieder Anfang Februar möglich . Im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses hätten heute auch noch kurzentschlossene Langschläfer eine Karte bekommen. Nur die teuren Plätze waren fast alle verkauft, ein Zeichen, dass die mit dem Interpreten gereifte Klientel nicht auf jeden Euro zu schauen braucht. Das ganz junge hoffentlich zukünftige Publikum mitsamt den Eltern hat das strahlende Wetter vielleicht lieber zu einem Besuch Am Himmel verlockt, wo aus bunte Berge von Kürbissen mehr oder wenig kunstfertig gräuliche Fratzen für Halloween geschnitzt wurden.

Aber eine treue Anhängerschar genießt , wohl nicht zum ersten Mal, die kundigen Erläuterungen zu Tannhäuser auf Wartburg, nicht auf der Wartburg, wie sie gleich anfangs belehrt wird. Damit nicht alles allzu bekannt klingt, werden die Musik kundlichen Themen wie Tonarten, Beziehungen zu anderen Wagner-Werken, zu anderen Komponisten, kleine Bosheiten gegen Bayreuth mit biografischen Geschichterln gemischt. Sein über 50 jähriges „Bühnenjubiläum kann der Pianist feiern , spielte er doch mit fünf Jahren zum ersten Mal vor Publikum. In 36 Ländern ist er aufgetreten, das kundigsten Publikum war in Japan. Darum weiß im Saal auch niemand, dass es im Finale von Tannhäuser kein Ritardando gibt, im Gegensatz zu Walküre, geschweige dann, warum nicht. Dass die Tonart bei Tannhäuser – bei Opern eher unüblich- zu Beginn eine andere ist als zum Finale, hat dafür alle sehr beeindruckt. In ein paar Jahren wird Stefan Mikisch wieder einmal darüber sprechen, was sich bei den nur 10 „wirklich wichtigen“ Wagner-Opern nicht vermeiden läßt. Dann haben es die meisten bereits vergessen und freuen sich erneut über den Zuwachs an Wissen. So betrachtet hat ein schwindendes Kurzzeitgedächtnis für die Hörer klassischer Musik auch sein Gutes. Aber der Text dazwischen dient ohnehin nur dazu, die wie immer einprägsam vorgetragenen Musikbeispiele noch besser genießen zu können, weil jetzt die meisten zu verstehen glauben, was sie zu hören bekommen. Das Glanzstück ganz zu Beginn – die Ouvertüre, dann vor allem die Hallenarie , der Pilgerchor und das Finale. Das Herzstück für das breite Publikum wird nicht einmal erwähnt, kein Abendstern zur Mittagszeit . Denn das ist der Nachteil der neu angebrochenen Winterzeit. Wenn die Darbietung nach intensiven zwei Stunden – immerhin mit Pause zur möglichen Stärkung – zu Ende geht, sind alle schon recht hungrig. 13 Uhr am Samstag und 13 Uhr am Sonntag , da liegt an dem besonderen Wochenende doch eine ganze lange Stunde dazwischen.
Ulrike Messer – Krol
Weitere Matineen mit Stefan Mikisch im Konzerthaus: Der Ring des Nibelungen am 15.Dez.2019, 12. Jänner, 8. März und 10. Mai 2020.
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SÜDAFRIKANISCHE SÄNGER, DIE DER ENTDECKUNG IN EUROPA HARREN: LEAH GUNTHER (Sopran)

Harald Sitta schreibt aus Südafrika: Leah Gunter hatte einen phantastischen Auftritt im Rand Club in Johannesburg, erstklassig und sehr engagiert, auch als Fiordiligi in ‘Cosi van tutte’ habe ich sie gehoert, sehr ueberzeugend. Erstlassige junge Stimme, sehr engagiertes Spiel, voller Einsatz. Ich empfehle nur sehr zurueckhaltend da ich mich nicht blamieren will aber wenn ich ueberzeugt bin, bin’s ich!

Sie sollte in Europa eine Chance bekommen. Sie wird vom 18.Oktober bis Dezember in Deutschland  und fuer Vorsingen erreichbar sein.

Stimmaufnahmen im internet: auf “youtube”  und www.leahcathleengunter.com


Leah Gunter

Einige persönliche Angaben:

Sprachen:

Afrikaans und Englisch Muttersprachen
Französisch fließend
Deutsch Grundkenntnisse

WETTBEWERBE

2012 National Grahamstown Competition, South Africa,2nd Place

2104 Schock Foundation Prize, Cape Town,1st place – Best Female Vocalist

2016 35th International Hans Gabor Belvedere Singing Competition, Cape Town
One of 100 contestants

2016 BBC Cardiff Singer of the World Competition, Hamburg,3rd Round

2017 2nd UNISA National Voice Competition, Pretoria,
One of the six semi-finalists and overall winner of theOpera prize

2018 Hong Kong International Opera Competition,semi-finalist
2018 Voices of South Africa Trust Competition, Cape Town,semi-finalist

2018 6th UNISA International Voice Competition, Pretoria,contestant

PREISE
2010 Mabel Quick Singing Competition, Stellenbosch,Grant Winner

2010 Graham Beck Foundation Bursary, Stellenbosch, Grant Winner

2018 Fleur du Cap Theatre Awards, Cape Town
Nominee for best performance in an Opera (Königin der Nacht)

MEISTERKLASSEN

9.07.2016 bis 19.08.2016
Teilnahme an der Internationalen Meistersinger Akademie mit denNürnberger Symphonikern unter Michael Hofstetter und Meisterklassen mit Edith Wiens und Brigitte Fassbaender

Das Programm, das sie im Rand-Club gesungen hat: SI RC Leah Gunter programme structure outlay of arias and songs 22.12.2018
Copyright: Dr.Harald Sitta/RAND CLUB

“Tribute to the building” “Dich teure Halle” Elisabeth Tannhaeuser Richard Wagner
A) Family/background/upbringing Candid interview in between ( about 5 min each)
“The first one” “Sposa son disprezzata” Argia La Merope Geminiano Giacomelli
B) The way to singing and music
“The breakthrough” “Vissi di arte “ Tosca Tosca Giacomo Puccini
C) The way of learning and studying
Short break
“The difficult one” “ Glitter and be gay Cunegonde Candide Leonard Bernstein
D) The career up to now
“The personal favourite” “Song to the moon” Rusalka Rusalka Antonin Dvorak
E) Anecdotes/back stage stories
“Something crazy” “Fly me to the moon’ (“In other words”) best known interpreter Frank Sinatra Bart Howard
F) aspirations/ the future
“Something Austrian” “Meine Lippen sie kuessen so heisz” Guiditta Guiditta Franz Lehar
Short break
“Encore’ The mad scene Lucia Lucia di Lammermoor Gaitano Donizetti

Email:                        leah@leahcathleengunter.com

Website:                    www.leahcathleengunter.com

Nationalität:                      südafrikanisch

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„DON CARLO(S)“ an der Opéra National de Paris – 25 10 2019

Zum ersten Mal in Paris: die verschollene Fassung der Generalprobe der Uraufführung, auf Italienisch und wunderbar dirigiert durch Fabio Luisi.

 Es war vor zwei Jahren „die meist beachtete Opernpremiere des Jahres“ – so das Forum des Online-Merkers, in dem die Spielpläne der Opern in Wien, Paris, Mailand, New York etc miteinander verglichen wurden. In Paris gab es „Don Carlos“ zum ersten Mal in der verschollenen Fassung der Generalprobe der Uraufführung, mit einem Aufgebot an Sänger-Stars: Jonas Kaufmann, Sonia Yoncheva etc und dem vielbeachteten Eboli-Debüt von Elina Garanca. Nun wird Produktion mit ebenso exzellenten Sänger-Kollegen und einem ganz hervorragenden Dirigenten wieder aufgenommen und kann man sich ohne „Starttrubel“ über das beugen, was sie wirklich besonders macht: diese nie gespielte Fassung.


Die ursprüngliche Eröffnungsszene, der „Holzfäller-Chor“: Der Chor der Pariser Oper, Aleksandra Kurzak (Elizabetta di Valois), Contessa di Aremberg (Statistin), Ève-Maud Hubeaux (der Page Tebaldo) und vorne rechts wie auf dem Video Roberto Alagna (Don Carlo). Foto: Vincent Pontet

„Don Carlo(s)“ ist nicht nur die längste Oper von Giuseppe Verdi (länger als „Traviata“ und „Trovatore“ zusammen), sondern auch seine meist ehrgeizige, mit der er Meyerbeer in den Schatten stellen wollte, und an der er 20 Jahre lang immer weiter gearbeitet hat, so dass es zeitlebens mindestens acht Fassungen dieser Oper gab, wovon die kürzeste (Mailand, 1884) heute am meisten gespielt wird (wie z.B. gerade an der Wiener Staatsoper). Wir brauchen nicht auf die hochinteressante Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieses Opus Magnum einzugehen, denn man kann sie mühelos in den köstlichen Briefen Verdis nachlesen, u.a. an die verschiedenen Direktoren der Pariser Oper. Nur über was kurz vor und kurz nach der Uraufführung am 11. März 1867 an der Académie Impériale de Musique im Rahmen der Feierlichkeiten der Weltausstellung in Paris passierte, hüllen sich alle in ein dezentes Schweigen. Denn die Angelegenheit war höchst peinlich für alle Beteiligten. Bei über 300 Proben – selbst Wagner hat dies nie erreicht – scheint es keine Durchläufe gegeben zu haben und stellte mal erst an der Generalprobe fest, dass die Oper zu lang sei, damit ein Teil des Publikums die letzte Vorstadtzüge noch erreichen könnte. Verdi musste also am Tag vor der Premiere eine halbe Stunde streichen und strich am Tag nach der Premiere wieder eine halbe Stunde. Diese fehlenden Szenen wurden erst 1974-1980 durch Prof. Dr Ursula Günther (und Andrew Porter & Angelo Foletto) in den Pariser Archiven gefunden und bei Ricordi veröffentlicht, was Claudio Abbado dazu bewegte sie in seiner Referenz-Aufnahme der Pariser Fassung (Deutsche Grammophon, 1985) als „Anhang“ hinzu zu fügen. 1,5 Stunden unbekannte „Don Carlos“-Musik!


Aleksandra Kurzak (Elizabetta di Valois) und Anita Rachvelishvili (Principessa Eboli) in einer der wiedergefundenen (aber dann doch nicht gesungenen) interessanten Duo-Szenen. Foto: Vincent Pontet

So wie man es auf der Einspielung hören kann, sind nicht alle gestrichenen Passagen musikalische Höchstleistungen. Am Schönsten ist vielleicht noch das Klagelied des Königs vor der Leiche des erschossenen Posa „Oui je l’aimais… Qui me rendra ce mort“ („Si, io l’amai… Chi rende a me quest’uom“), das Verdi mit quasi dem gleichen Text in sein Requiem übernahm (die gestrichene Arie wurde das „Lacrymosa“). Aber dramaturgisch sind sie hochinteressant und geben sie der Oper eine tiefere Dimension. So fing der erste Akt nicht an mit der Arie des Carlos alleine im Wald „Fontainebleau! Forêt immense et solitaire“ (und Jägerchor hinter der Bühne), sondern mit einer zehnminütigen Chorszene, in der Elisabeth mit ihrem Pagen auf das unter dem Krieg leidende Volk trifft, das singt: „L’hiver est long! La vie est dure! Le Pain est cher!“ („Der Winter ist lang! Das Leben ist hart! Das Brot ist teuer!“). Das klingt nicht nur ungefähr nach „Boris Godunow“, denn Verdi beschäftigt sie sich gerade mit dem Stoff (noch vor Mussorgski!). Elisabeth schenkt daraufhin einer Witwe, die beide Söhne im Krieg verloren hat, eine Goldkette, wofür diese sich mit dem ganzen „Holzfäller-Chor“ bedankt : „Edle Frau, gebe Gott Euch einen jugendlichen Gatten, eine Krone und dazu die Liebe eines glücklichen Volkes!“. Diese Szene gibt dem Treffen mit Don Carlos, ihrer ersten Liebesszene mit dem Medaillon (von dem sich Elisabeth nie mehr trennt) und dem „Entsagen“ ein ganz anderes Format. Die Figur der Elisabeth wird in vielen Szenen enorm aufgewertet – Sie singt u.a. in dem Autodafé mit den Flämischen Gesandten – sowie auch Eboli und Posa. Elisabeth gibt z.B. Eboli ihren Mantel und Mantilla vor der nächtlichen Gartenszene, um ihre „Rolle“ zu spielen. Kein Wunder also, dass Don Carlos der falschen Frau seine Liebe erklärt. Und so ist die Schleier-Arie der Eboli – heutzutage nur noch ein „Spanisches Intermezzo“ – in die Handlung eingebunden, als Vorahnung (oder Wunsch), was wenige Minuten später mit Don Carlos passiert und mit dem König offensichtlich schon passiert ist.

Alles hochinteressant, aber es lohnt sich nicht, dies hier alles nach zu erzählen, denn man kann es im brillanten Essay von Ursula Günther bei Ricordi und im Booklet der Abbado-CD nachlesen. Das aufwändig gestylte Programmheft der Pariser Oper kann man sich sparen, denn dort werden die oben genannten Informationen nicht einmal erwähnt, sowie im abgedruckten Libretto die „Holzfäller-Szene“ und viele andere interessanten Szenen einfach fehlen und in den 10 Seiten Werbung über alles, was man zur Zeit in der Opéra de Paris sehen kann, nicht darauf hingewiesen wird, dass am Tag vor der jetzigen Premiere im Palais Garnier eine Ausstellung eröffnet wurde über die Gattung „grand-opéra“, zu der „Don Carlos“ natürlich gehört (bis zum 2. Februar 2020). Da hat sich seit Verdis Zeiten, der sich mächtig über die waltende Inkompetenz an der „Grande Boutique“ aufregen konnte, offensichtlich nicht so viel geändert: „Ein großes Warenhaus oder Trödlerladen“.

Szenisch wurde auch recht schlampig mit den oben genannten wiedergefundenen Szenen umgegangen. Es ist heute leider üblich, dass man akribisch musikalisch arbeitet und dafür die besten Sänger und Dirigenten einlädt, und dazu einen Regisseur verpflichtet, der sich überhaupt nicht in den historischen Stoff vertieft, weil man von ihm verlangt, dass er das Werk „aktualisiert“. Krzystof Warlikowski ist kein unbegabter Regisseur – wir haben diesen Frühling sehr positiv über seine „Lady Macbeth von Mzensk“ berichtet (siehe Merker 5/2019) – aber mit dieser „grand-opéra“ konnte er offensichtlich wenig anfangen. Seine Ausstatterin Malgorzata Szczesniak schuf ein großes Einheitsbühnenbild, worin die großen Chöre genug Platz hatten, aber die intimen Szenen – trotz manchmal eingeschobener Elemente – verloren wirkten. Und in diesen leeren Räumen konnte Warlikowski kaum psychologisch mit seinen Sängern arbeiten, was ihm diesen Frühling noch so wunderbar mit Ausrinè Stundytè als rollenprägende Katerina Ismailowa gelungen ist. Der Regisseur saß während der Premiere in der Reihe vor mir, doch erschien (trotz mehrerer Aufforderungen) nicht beim Schlussapplaus – wahrscheinlich war er selbst nicht mit dem Resultat zufrieden und wollte nicht mehr ausgebuht werden (wie vor zwei Jahren).


René Pape (Filippo II) und zwei Geistliche (nicht genannte Tenöre aus dem Chor) in einer wiedergefundenen Krönungsszene gleich vor dem Autodafe. Foto: Vincent Pontet

Die musikalische Umsetzung war absolut hervorragend. Das liegt vor allem an dem wunderbaren Dirigat von Fabio Luisi. Er dirigierte Verdi wie man ihn selten hört: einerseits eine ganz klar durchdachte Architektur, wie die einer Kathedrale, andererseits immer wieder anderes Licht und Farben, das auf dieses große Gewölbe fällt. Dank sei ihm, wurde der lange Abend (4,5 Stunden mit zwei Pausen) nie langweilig. Er hatte einerseits das Orchester der Oper perfekt in der Hand (kein einziger Verrutschter mit der vielen Bühnenmusik), auch den riesigen Chor der Oper, perfekt durch José Luis Basso vorbereitet, der den Abend mit einen wunderbaren piano im Holzfäller-Chor eröffnete und im Autodafé forte sang, ohne schrill zu werden und die Solisten zu übertönen, die immer im Mittelpunkt blieben. Den Sängern gab er ganz klare Tempo-Angaben, ließ sie einerseits nicht aus der Hand, aber ließ sie dann wieder an anderen Momenten aussingen, sogar a cappella ohne Chor und Orchester, was manchmal berührend schön war. Schade, dass man ihn hier so selten hört (es ist sein 7. Dirigat an der Pariser Oper in 22 Jahren) und auch er nicht durchsetzen konnte, dass man den vollständigen „Don Carlos“ nun endlich mal spielt (einige Szenen und die Ballette wurden dann docgh gestrichen). Gesungen wurde auf Italienisch. Eigentlich eine Inkonsequenz, die mich jedoch nicht gestört hat. Denn „Don Carlo“ singt sich eben besser als „Don Carlos“, so wie es quasi alle Sänger sagen, diese Oper auf Französisch und auf Italienisch gesungen haben.

Roberto Alagna ist ein heroischer Don Carlo mit einer perfekten Technik, so wie man es auf den Videos sehen und hören kann, die jetzt bei jeder Premiere auf die Website der Oper gesetzt werden. Doch er war offensichtlich erkältet, auch wenn es deswegen keine Ansage gab: die Töne saßen, klangen jedoch etwas forciert und in seiner ersten Arie und dem Duett mit Elisabeth fehlte das Piano. In der ersten Pause warf er das Handtuch. Michael Fabiano ist als Zweitbesetzung vorgesehen, doch an diesem Abend sang er noch – offenbar sehr gut – in der „Manon“ der Met, die live im Kino ausgestrahlt wurde (siehe die Rezension im Online-Merker). So sprang Sergio Escobar ad hoc ein. Er tat dies sehr professionell, offenbar nicht ganz unvorbereitet (denn man sah ihn auch in der letzten Videosequenz), aber mit den verständlichen Schwierigkeiten in der höllisch schwierigen Arie des zweiten Aktes, womit er an der riesigen Opéra Bastille debütierte. Im Laufe des Abends fand er jedoch wieder das wunderbar warme Timbre seiner schönen Stimme. Aleksandra Kurzak brachte ganz unerwartet „Jugend“ in die Rolle der Elisabeth. Denn auch wenn Schiller und Verdi sich nur bedingt an die historischen Figuren gehalten haben, war Isabelle de Valois – in Spanien „Isabel de la Paz“ – nur 14 Jahre als sie den 32-jährigen und schon zweimal verwitweten Philipp II von Spanien heiratete (übrigens eine glückliche Ehe!). Bei Verdi ist es ein alter Mann, den René Pape überzeugend darstellte : wunderbar seine Mezzavoce in „Ella giammai m’amo“ bevor er seine mächtigen Bass in den Saal schleuderte. Ihm absolut ebenbürtig als Stimme war Sava Vemić in der wichtigen Rolle des Frate (Geist von Karl dem V.), den wir zum ersten Mal hier in einer größeren Rolle hörten und vor dem sogar der Großinquisitor von Vitalij Kowaljow verblasste. Étienne Dupuis war ein wunderbarer Rodrigo (Posa), obwohl er es mit dem erst erkrankten und dann einspringenden Don Carlo in seinen Duetten natürlich nicht einfach hätte und Ève-Maud Hubeaux ein ebenfalls in dieser Fassung stark aufgewerteter Page Tebaldo. Die Sensation des Abends war Anita Rachvelishvili als Eboli. Als sie vor zehn Jahren, noch an der Akademie der Scala, mit kaum 21 Jahren dort die sehr beachtete Stagione-Eröffnungs-„Carmen“ sang und gleich eine Weltkarriere startete, befürchtete ich, dass schon wieder ein junges Talent verheizt wird. Mit Nichten. Jedes Mal wenn sie in Paris wieder auftritt, ist ihre Stimme weiter gereift und zeigt nicht das mindeste Anzeichen von Müdigkeit. Im Gegenteil, seit Dolora Zajick vor 20 Jahren, hat keine Eboli mit einer solchen Wucht den großen Saal der Bastille bis zum letzten Stuhl in Erregung gesetzt. Phänomenal ihr „O don fatale“ und zugleich in jeder Note absolut musikalisch – auch wegen dem Dirigenten – verinnerlicht und erlebt (wovon das Video nur einen blassen Schimmer gibt). Das Premieren-Publikum tobte und bei dem Schlussapplaus gab es (nur) für sie quasi eine Standing Ovation.


Aleksandra Kurzak (Elizabetta di Valois), Étienne Dupuis (der sehr aufgewertete Rodrigo), Anita Rachvelishvili (Principessa Eboli) und René Pape (Filippo II) in einem wiedergefundenen Quartett kurz vor „O don fatale“. Foto: Vincent Pontet

Ein musikalisch wunderbarer Abend, an dem viel Bekanntes in einem breiteren Kontext plötzlich neu klang. Nur schade, dass wir nicht einmal wirklich das ganze Werk ohne Schnitte erleben konnten, mit u. a. dem berühmten Perlen-Ballett (das Cornelius Meister nun zeitgleich im „Don Carlos“ in Stuttgart dirigiert). Und hoffentlich setzt sich die fünf-Akten Fassung nun endlich durch, auf Italienisch. Verdi war enttäuscht von der Uraufführung in Paris, die er als „senza sangue e agghiaciata“ empfand („frostig und ohne Saft und Kraft). Worauf der Theaterdirektor Nestor Roqueplan ihm riet: „Bleiben Sie bei den italienischen Makkaroni und lassen Sie das französische Sauerkraut“ – was er auch nie mehr essen wollte!

Waldemar Kamer

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Ausstellungseröffnung im italienischen Generalkonsulat der Stadt Köln. Kunstwerke aus recyceltem Material und in Mitarbeit von vielen italienischen Kindern entstanden


Ausstellung Mediterraneo mit Werken von Nunzio Fucci. Foto: Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Der italienische Generalkonsul Pierluigi Ferraro eröffnete in seinem Amtssitz eine farbenfrohe und fröhliche Kunstausstellung vor dem Hintergrund, dass sämtliche Kunstwerke aus recyceltem Material und in Mitarbeit von vielen Kindern entstanden sind. Die Gruppe von Künstlern und Kindern um ihren Lehrer Nunzio Fucci, die aus Turin angereist war, hatte über sechs Monate in dem Duft von Äpfeln und Birnen gewirkt, der den einstmals dafür gebrauchten Holzkisten immer noch anhaftete. Deren Material schließlich führte zu den Kunstwerken. Es wurden ausschließlich sogenannte Abfälle benutzt, und der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.


Ausstellung Mediterraneo. Foto: Andrea Matzker

Die mediterranen Themen sind reeller aber auch zwiespältige Natur. So kommt ein Pinocchio zum Tragen, ein Don Quichote, eine falsche Zunge oder ein poetischer Schmetterling in der Hand.


Ausstellungseröffnung mit elfjährigem Medienstar aus Italien, Aldo Boschetti. Foto: Andrea Matzker

In der Künstlergruppe aus dem Piemont befand sich auch ein junger Medienstar, der elfjährige Regieanwärter Aldo Boschetti, in Italien sehr bekannt durch die Werbung von Mentadent, in der er die Hauptrolle spielt. Seitdem kann er sich vor Angeboten kaum retten, wird der Harry Potter Italiens genannt, ist aber hauptsächlich daran interessiert, eigene Filme zu drehen oder Fotos zu machen. Sein unentwegter Begleiter zurzeit ist eine winzig kleine sogenannte Grupo-Kamera mit eindrucksvollem Bildstabilisator. Einziger Wehmutstropfen an diesem kleinen Wunderwerk der Technik ist die Tatsache, dass Michael Schumacher sie bei seinem fatalen Sturz getragen haben soll und ausgerechnet ihre Befestigung ihn so schwer verletzt hat. Aldo produziert inzwischen Filme, die trotz der Bewegungen seiner kindlichen Lebendigkeit einen ruhigen Blick auf die Exponate vermitteln. In Turin ist er besonders gut aufgehoben, da das Filmmuseum der Stadt und seine lange Geschichte weltweite Bedeutung haben. Seine Eltern fördern ihn, soweit er das selbst möchte, drängen ihn aber zu nichts.


Ausstellung Mediterraneo im Italienischen Konsulat von Köln. Dreidimensionaler Fischteller von Nunzio Fucci. Foto: Andrea Matzker

Genauso ist es mit den anderen Kindern, die an der Erstellung der Werke dieser Ausstellung beteiligt waren. Sie sind alle spielerisch und mit großer Freude dabei. Damit wollte der italienische Generalkonsul mit seinem Team ein Zeichen setzen. Aldo, der entfernt verwandt ist mit der Familie Farina von 4711, will es wenigstens zur Finissage der Ausstellung schaffen, das berühmte Parfümmuseum in Köln zu besuchen. Denn direkt Sonntag früh nach der Ausstellungseröffnung muss die Gruppe wieder nach Turin reisen, da am Montag nach der Zeitumstellung wieder Schule und Arbeit anfangen, wie bei uns.


Ausstellung Mediterraneo mit überdimensional großem Pfau von Nunzio Fucci. Foto: Andrea Matzker

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Haus der Verantwortung in Braunau am Inn

 Darf ich Ihnen eine sehr überraschende Frage stellen? Was würden Sie mit dem seit acht Jahren leerstehenden Hitler-Geburtshaus machen? http://science.orf.at/stories/1743234/ www.hrb.at

Ich hoffe auf Ihre Unterstützung für die Idee Haus der Verantwortung (HRB). Das sehr anspruchsvolle Ziel ist es, durch ein Re-Branding (Marketing) bzw. Re-Framing (Kognitions- und Kommunikationswissenschaft) aus der „Hitler-Stadt“ eine „Stadt der Verantwortung“ zu machen.

www.facebook.com/houseofresponsibilitybraunau http://science.orf.at/stories/1743234/  

https://kurier.at/chronik/oberoesterreich/hitler-ist-in-braunau-geboren-na-und/194.724.946

Die Idee ist bereits im Februar 2000 im Rahmen der Initiative Braunau setzt ein Zeichen“ entstanden und wurde von allen Braunauer Gemeinderatsfraktionen, dem Verein für Zeitgeschichte und über tausend BraunauerInnen unterstützt.

Angeregt hat mich vor allem das 1979 erschienene Buch „Das Prinzip Verantwortung“ des jüdisch-deutsch-amerikanischenen Philosophen Hans Jonas:

„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

„Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“ (Dtn 30,19)

Zuletzt wurde ich u.a. von der Akademie am Dom in Wien, der Evangelischen Akademie Tutzing, dem Salzburger Künstlerhaus und dem  Salzburg College eingeladen. Für den 12. November 2019 ist eine Präsentation im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels geplant.

Über die Entschädigungssumme für die frühere Eigentümerin wurde laufend berichtet. Die Finanzprokuratur hatte gegen den Beschluss des Landesgerichtes Ried im Innkreis Rekurs erhoben und das Oberlandesgericht Linz hatte dem stattgegeben. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat den Rechtsstreit beendet.

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