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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 26. JULI 2022)

26.07.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 26. JULI 2022)

BAYREUTHER FESTSPIELE: FOTOS AUS DER ERÖFFNUNGSPREMIERE „TRISTAN UND ISOLDE“

Start der Richard-Wagner-Festspiele: Angela Merkel ist wieder in Bayreuth dabei
Die ehemalige Kanzlerin kommt mit ihrem Ehemann, Thomas Gottschalk genießt seinen Heimvorteil und die Festspielchefin gibt sich reserviert.

Tagesspiegel.de

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Foto, v.l.: Prof Joachim Sauer, Ex-Kanzlerin Angela Merkel, Karin Baumüller-Söder und der Ministerpräsident des Freistaats Bayern, Markus Söder in der Mittelloge. Im Hintergrund der Entertainer Thomas Gottschalck. (c) Andreas Schmidt

Hitze, Glitzer und Premieren: Bayreuther Festspiele eröffnet
Bayreuth feiert wieder Festspiele und das bei Temperaturen um die 37 Grad – heißer war es wohl nie beim Schaulaufen der Promis. Dazu stehen fünf Neuproduktionen auf dem Plan – so viele wie seit 70 Jahren nicht. Den Anfang machte „Tristan und Isolde“.
https://www.br.de/nachrichten/kultur/hitze-glitzer-und-premieren-bayreuther-festspiele-eroeffnet,TCcED99

Kein Buh in Bayreuth: Ein toller „Tristan“ erobert die Herzen der Zuschauer
Wie immer bleibt der Eindruck eines phantastischen Abends im Bayreuther Festspielhaus. Die Bayreuther Festspiele sind state of the art für Wagner-Liebhaber.

…Ja, es gab reichlich Bravi für ein (anfangs noch bisweilen wackeliges Orchester), den feinfühligen, eingesprungenen Dirigenten Markus Poschner und Sänger, die alle weit über „Gut“ sangen.

Auch für die Inszenierung von Roland Schwab gab es nur Beifall – sehr ästhetisch, mit Farben, Wellen und Sternen arbeitend, ließ Schwab die Bonjours Tristesse der Vorjahresinszenierung („Der fliegende Holländer“) vergessen. Allein, die Personenführung war an diesem Abend recht langweilig und statisch, da wäre der australische Regisseur Barrie Kosky ein guter Ratgeber gewesen.

Von Andreas Schmidt

http://klassik-begeistert.de/richard-wagner-tristan-und-isolde-bayreuther-festspiele-25-juli-2022-eroeffnung/

Klassik-begeistert.de

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Stephen Gould (Tristan), Catherine Foster (Isolde). Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

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Ekaterina Gubanova (Brangäne), Chatherine Foster (Isolde).

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Catherine Foster (Isolde), Stephen Gould (Tristan). Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

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Stephen Gould (Tristan). Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

Fotos vor der Premiere bzw. Schlussapplaus (Fotos Klaus Billand

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Angela Merkel mit Ehemann Dr. Sauer. Foto: Klaus Billand

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Im Festspielhaus. Foto: Klaus Billand

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Schlussapplaus Regieteam. Foto: Klaus Billand.
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Schlussapplaus Sänger und Dirigent. Foto: Klaus Billand
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Auf den richtigen Zug aufspringen

Wer es nicht zufällig live gesehen hat, konnte es mit Staunen im Fernsehen beobachten – wie ein Kran vor der Albertina vorfuhr und in einem Käfig einen riesigen Revolver auf das Dach des Hauses hievte. Ein Kunstobjekt, gewiß, aber heute geht es ja nur noch darum, „ein Zeichen zu setzen“ bzw. auf den richtigen Zug aufzuspringen und zu beweisen, dass man fest auf der richtigen Seite steht.

Dieser Revolver soll nun – ausgerechnet ein Symbol für den Frieden sein! Direktor Klaus Albrecht Schröder formuliert das Selbstverständliche, das leichter gesagt als getan ist –  „dass Gewalt in jeglicher Form begrenzt werden, in ihre Schranken verwiesen werden muss“. Schön, aber da wäre es mir lieber gewesen, er hätte von einigen zeitgenössischen österreichischen Künstlern ein paar Friedenstauben schaffen lassen.

Freilich, so spektakulär wie der Revolver wären sie nicht gewesen – da kann man als Passant beim Vorbeigehen schon zustimmend den Kopf schütteln. Und die paar Schritte zu einem der Kaffeehäuser weitergehen und sich bei Kaffee und Kücher darüber trösten, wie hässlich die Welt geworden ist… Aber die Albertina hat zumindest versucht, uns ein wenig aufzurütteln, nicht wahr?

*

In Zeiten wie diesen, wo man als Journalist mit der kleinsten falschen Formulierung schon in hohem Bogen aus dem Job fliegt, ist es natürlich wichtig und nötig, Haltung zu zeigen, Bei jeder Gelegenheit. Da kommen auch die sonst ziemlich sakrosankten Bregenzer Festspiele an die Reihe. Da kann der Kritiker der „Welt“ doch den Regisseur Andreas Homoki (der uns den „Lohengrin“ immerhin ins Bierzelt verlegt hat, also ist er doch ein Guter, Moderner, Heutiger?) dahingehend rüffeln, dass er „zum schwärenden Konflikt um die kulturelle Aneignung bei dieser Oper“ nichts sagt. Ja, natürlich, der Kolonialismus! Aber hoppala, eine amerikanische Provinz war Japan ja wohl nicht? Trotzdem, irgendeine deutliche Kritik hätte er schon einbringen müssen über den Missbrauch der asiatischen Frau (obwohl sie kein Asia-Makeup trägt!)  durch den weißen Mann, statt das Stück nur seebühnengerecht auf das gewellte Blatt zu stellen… das kann man schon verlangen.

Und den Einheimischen kann man im letzten Satz auch noch eine Watschen geben: „Und der begeisterte Bregenzer trinkt weiter sein Mohrenbräu.“ Ja, unvorsichtig von Herrn Johann Mohr, der die Brauerei immerhin 1763 gegründet hat (das hat schon Tradition!), einen Namen zu tragen, der zweieinhalb Jahrhunderten später Leuten, die nichts Besseres zu tun haben, rassistisch verdächtig vorkommt. Deshalb soll Herr Mohr um Namen und Ehre gebracht werden? Ganz so leicht geben die Alemannen nicht nach – und das ehrt sie. Aber der Journalist hat bewiesen, dass er absolut alles richtig sieht…

Auch jener Journalist der APA, der angesichts von Umberto Giordanos „Sibirien“ bemerkt, dass „ein verklärender Blick nach Russland aktuell in jedem Fall schwierig“ wirkt. Es hat sich offenbar noch nicht herumgesprochen, dass das historische Russland absolut nichts dafür kann, dass dem Land nach Stalin nun auch noch ein Putin beschert worden ist. Man erkennt zwar an, dass die Produktion längst auf den Schienen war, als dieser im Februar jenen Krieg begann, den die Russen nicht so nennen dürfen, wenn sie nicht jahrelang in einem Lager landen wollen – aber immerhin, man hat es gesagt. Man ist im richtigen Zug. Journalisten sind ja auch arme Schweine.

*

Da haben wir doch schrecklich fälschlich gedacht, #metoo wäre ausgestanden. Der kurze Wirbel rund um die Wiener Filmakademie hat bewiesen, dass dem nicht so ist. Verena Altenburger hat ein langes Statement dazu abgegeben, bevor sie nach Salzburg abgerauscht ist, um (heuer mit Kurzhaarfrisur, nicht mit Glatze) die Buhlschaft in einer „Jedermann“-Aufführung zu spielen, die alles am Original zerstört hat und angesichts derer sich ihre ehemaligen Schöpfer vielfach im Grab umdrehen. Aber auch das Engagement ihrer Prominenz hat nichts genützt, nach zwei Tagen war die Meldung schon wieder aus den Medien. Ja, wenn man keine Namen nennt! In unserer Welt muss man jemanden zu Tode hetzen wollen, so groß wie Domingo oder Woody Allen, sonst funktioniert es nicht…

Und doch, in Bayreuth hat es jemand – wer eigentlich? – versucht und einen schönen Missbrauchsskandal vor Beginn der Festspiele hoch geköchelt. Ob das die Premierengäste, die sich bei elendiglicher Hitze ins Festspielhaus geschleppt haben, wirklich berührt? Man stumpft ja ab, wenn so etwas zur kleinen Münze des Alltags-Social-Media-Wirbels wird. Aber die Verantwortlichen, die müssen so was wieder „sehr ernst“ nehmen, natürlich. Da blickt Kulturstaatsministerin Claudia Roth bedeutungsvoll unter ihren Stirnfransen hervor und versichert, „sexuelle Übergriffe, egal ob verbal oder körperlich, sind absolut inakzeptabel und dürfen nicht ungeahndet bleiben.“ Dabei geht es doch auch um Machtmissbrauch der Dirigenten (und Regisseure?) – etwas, das die alte Garde dermaßen als ihr Gewohnheitsrecht betrachtet, dass sie vielleicht wirklich gar nicht wissen, wovon man redet.

Was meint Katharina Wagner, selbst Opfer eines Übergriffs (ein „eher bekannter Mitwirkender“ soll ihr an die Brust gegriffen haben – wieder keine Namen, die man hetzen könnte!), eigentlich damit, dass sich in Bayreuth viel ändern müsse? Schließlich sind die Festspiele seit langem allein ihr Werk. Will sie vielleicht künftig nur noch Jungspunde engagieren, die von der „Milch der frommen Denkungsart“ schon so eingekocht sind, dass sie freiwillig nur noch brav, bieder und politisch korrekt agieren? O du schöne neue Welt!

Renate Wagner

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SALZBURGER FESTSPIELE: HEUTE FESTSPIELERÖFFNUNG UND PREMIERE „HERZOG BLAUBARTS BURG“ (Bartok)/ „DE TEMPORUM FINE COMOEDIA“ (Orff)

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Ausrine Stundyte (Judith). Foto: Monika Rittershaus/Salzburger Festspiele

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Ausrine Stundyte (Judith). Foto: Monika Rittershaus/Salzburger Festspiele

Leading Team
Besetzung
Ensembles

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Kinderstatisterie.  Foto: Monika Rittershaus/Salzburger Festspiele

  • Auszug aus dem Pressetext der Salzburger Festspiele:
  • ….Bei Orff befinden wir uns vor dem Jüngsten Gericht. Wir sind am Ende der Zeitangelangt, alles ist geschehen, wir können nicht wiedergutmachen, was wirfalsch gemacht haben. Es ist eine Prüfung, und wir können die Angst vor demHammer spüren, den der Richter bei der Urteilsverkündung herabsausen lässt.

    Das Stück drückt eine muskulöse Kraft aus, die Stärke, den Richter ohneGnade. Aber im letzten Moment von De temporum fine comoedia tritt dasMagische mit Luzifer, etymologisch dem Lichtbringer“, in den  Vordergrund:Er bittet um Vergebung. Durch seine Gestalt entdecken wir unsere menschliche Zerbrechlichkeit. In dieser Szene sehen wir Judith und Blaubart, die vor Luziferauf die Bühne zurückkehren. Sie könnten uns an das mythische Paar Adamund Eva erinnern, die den Apfel zurückgeben, ohne davon zu essen. Der Kreis wird nun neu gebildet….

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    Angela Gheorghiu: Istanbul. Todessprung der „Tosca“
  • O Scarpia, avanti a Dio… different perspective at the end of a very intense and emotional performance a few days ago ❤️🎶
  • tosca
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  • stiftz
  • Liebe Freundinnen und Freunde der OÖ. Stiftskonzerte,

    die Entdeckerfreude unserer Veranstaltungen war am 7. Konzertwochenende intensiv zu spüren. Unser Publikum ist offen für Neues, was für ein Glück!

    Räume, Klänge, Lebensfreude
    Beim ersten „Musikalischen Rundgang“ entdeckten 200 Besucher das Stift Kremsmünster von ungewohnten Seiten. Das Barockensemble „Infiammabile“ erwartete sie mit höfischer Musik des 18. Jahrhunderts in der Akademischen Kapelle, Elisabeth Plank musizierte virtuos auf ihrer Harfe im Apostelzimmer, Aleksandra Suklar legte im Fischkalter eine originelle Percussion-Performance hin und Adam Javorkai überzeugte im Wintersaal mit einem Satz aus einem Cello-Konzert von Zoltan Kodaly. Das Publikum war von den Entdeckungen hingerissen. Eine Fortsetzung der neuen Reihe in der nächsten Saison ist schon in Planung.
    Mit dabei waren auch die Kunden unseres Hauptsponsors VKB-Bank und unseres Konzertpatrons Kirchdorfer Zementwerke. Schön, dass wir viele von ihnen für unser Programm begeistern konnten.

    Schubert sehr intim
    Mit einer „Kleinen Schubertiade“ warteten die Stiftskonzerte in der „Sala Terrena“ des Stiftes St. Florian auf. Paul Gulda, Bruder unseres Intendanten Rico Gulda, musizierte Schubert ungemein feinfühlig auf einem Klavier aus 1825. Der in St. Florian als Sängerknabe ausgebildete Klemens Sander brillierte mit Schubert-Liedern. Lorenz Duftschmid führte den Arpeggione, eine Mischung aus Gitarre und Violoncello, mitreißend durch eine Schubert-Sonate. Die Verbindungen schuf Schauspielerin Chris Pichler mit Briefen und Widmungen aus der Feder Schuberts. Der Enthusiasmus des Ensembles ließ das Konzert etwas länger werden als geplant. Die Wirte des Ortes zeigten Verständnis und hielten die Küche länger offen.

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    Das siebte Konzertwochenende

    Haydn Philharmonie | Onofri | Scheucher

    Freitag | 29. Juli 2022 | 19 Uhr
    Stift Kremsmünster, Kaisersaal
    Haydn und Beethoven in Concert
    Das vorletzte Konzert der diesjährigen Saison erwartet sie im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster. Die Haydn-Philharmonie unter der Leitung von Enrico Onofri wird für Sie Michael und Joseph Haydn musizieren. Für das Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven, Op. 19, wird Philipp Scheucher am Flügel Platz nehmen. Er hat 2021 beim Beethoven-Klavierwettbewerb reüssiert. Wir sind sicher, er wird auch in Kremsmünster das Publikum für sich einnehmen.
    Hinweis: Intendant Rico Gulda lädt um 18.00 Uhr im Apostelzimmer zum Künstlergespräch. Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich.

    Karten

    Vivaldi | Il Giardino Armonico
    Sonntag | 31. Juli 2022 | 11:00 Uhr
    Stift St. Florian, Marmorsaal
    Heiter mit Vivaldi
    Der krönende Abschluss einer an Highlights reichen Konzertsaison erwartet uns im Marmorsaal des Stiftes St. Florian. Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini versprechen, uns mit barocken Meisterwerken mitzureißen. Das Ensemble zählt zu den Pionieren der Originalklang-Bewegung. Einst wurde es sogar als „Harnoncourts wildeste Kinder“ bezeichnet. Mit einem Programm mit Schwerpunkt auf Antonio Vivaldi werden uns die Mailänder in den restlichen Sommer entlassen.

    Restkarten

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