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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 22.DEZEMBER 2020)

22.12.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 22. DEZEMBER 2020)

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Netrebko studiert „Ariadne auf Naxos“

Inan
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Günther Groissböck bei der Sonnwendfeier auf dem Schnabelberg

Der 958 Meter hohe Schnabelberg ist einer der markanten Hausberge von Waidhofen an der Ybbs.

Grio
ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

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Vision aus 1962: „Leben im Jahr 2022“

 

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WIENER STAATSOPER: DAS STREAMING-ANGEBOT VOM 22. bis 28. DEZEMBER 2020

Liebes Publikum,

»Die Selbstfindungsfahrt von Henrik Ibsens nordischer Faust-Gestalt als Tanzstück: Tanzend, taumelnd, fallend, kriechend erkundet die Staatsballett-Compagnie im Haus am Ring in knapp zwei Stunden die Seelenpfade des Peer Gynt.« so lautete die Kritik in der Tageszeitung »Die Presse« bei der Premiere des Handlungs-Balletts Peer Gynt im Haus am Ring. Die im Jahr 2015 in Maribor uraufgeführte Produktion des rumänisch-slowenischen Choreografen Edward Clug, die auf Musik von Edavrd Grieg und dem Werk Henrik Ibsens basiert, ist geprägt von expressiver Körpersprache und ganz starken Bildern. »Ibsen und Grieg haben jeweils eine eigene Version von Peer Gynt geschaffen. Mein Ziel war es, diese in ein neues Ganzes zu verschmelzen, in eine Landschaft mit vielen Türen. Ich habe meinen Zugang gewählt, der Ihnen, verehrtes Publikum, weit offen steht, und lade Sie ein, durch diesen zu einem neuen Balletterlebnis zu gelangen«, so Clug über sein Stück. Ein opulenter Ballett-Klassiker dagegen ist Léo Delibes’s Sylvia: Eine romantische Zeitreise zwischen Mythologie und Fantasy, gerade richtig für die Weihnachtsfeiertage.

Ebenfalls einen Klassiker der Weihnachtszeit bieten wir Ihnen mit Engelbert Humpertdincks Märchen-Oper Hänsel und Gretel. Und wer am 18. Dezember die Live-Ausstrahlung der musikalischen Neueinstudierung des Rosenkavalier durch Musikdirektor Philippe Jordan versäumt hat, kann dies nun diese Woche nachholen.

Alle u.a. Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 28. Dezember 2020:

La Sonnambula - Wiener Staatsoper (2017) (Produktion - Wien, Österreich) |  Opera Online - Die Website für Opernliebhaber
Juan Diego Florez, Daniela Fally. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Dienstag, 22. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Vincenzo Bellini
LA SONNAMBULA (Vorstellung vom 13. Jänner 2017)
Melodramma in zwei Akten
Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo
Inszenierung & Bühne: Marco Arturo Marelli
Mit u.a.: Juan Diego Flórez, Daniela Fally, Luca Pisaroni, Maria Nazarova

Mittwoch, 23. Dezember 2020, 19.00 Uhr – Ballett
Edvard Grieg
PEER GYNT (Vorstellung vom 4. Dezember 2018)
Musikalische Leitung: Simon Hewett
Choreographie: Edward Clug
Mit u.a.: Jakob Feyferlik, Alice Firenze, Eno Peci, Zolt Török

Freitag, 25. Dezember 2020, 19.00 Uhr – Ballett
Léo Delibes
SYLVIA (Vorstellung vom 24. November 2018)
Musikalische Leitung: Kevin Rhodes
Choreographie: Manuel Legris nach Louis Mérante u.a.
Mit u.a.: Kiyoka Hashimoto, Masayu Kimoto, Davide Dato

Samstag, 26. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Engelbert Humperdinck
HÄNSEL UND GRETEL (Vorstellung aus 2015)
Märchenoper in drei Bildern
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung & Bühne: Adrian Noble
Mit u.a.: Daniela Sindram, Ileana Tonca, Michaela Schuster, Adrian Eröd, Janina Baechle

Sonntag, 27. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung vom 18. Dezember 2020)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher, Piotr Beczala

Montag, 28. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
DIE ZAUBERFLÖTE (Vorstellung vom 29. Dezember 2017)
Große Oper in zwei Aufzügen
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Mit u.a. Jörg Schneider, Olga Bezsmertna, René Pape, Hila Fahima, Thomas Tatzl

Über den weitere Online-Spielplan informieren wir Sie Anfang nächster Woche, nähere Informationen dazu auch laufend auf wiener-staatsoper.at.

Kommen Sie gut und gesund durch die nächsten Tage.

Ihr Team der Wiener Staatsoper
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Aus Christian Buchmanns Adventkalender. Die Wiener Konzertveranstalter Christian Buchmann entwirft seinen Adventkalender selbst)

Buuk

Endlich geschafft? Noch nicht! 2020 ging es steil bergab! Wird 2021 wirklich so viel besser?
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  1. Philharmonisches Konzert, Opernhaus Zürich, Live-Stream: 12.12.2020

 Stream verfügbar bis 27.12.2020: https://vimeo.com/488965116 [TBD]

Luui
Augustin Hadelich. Foto: Luca Valenta

Für das zweite Philharmonische Konzert der Saison 2020/2021 hat das Opernhaus Zürich den jungen, vielgelobte Solisten und in Italien geborenen Grammy-Gewinner Augustin Hadelich eingeladen. Hadelich spielt die letzte Geige aus der Werkstatt des legendären Geigenbauers Giuseppe Guarneri, die 1744 gebaute «Leduc». Auf dem Programm stehen das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms (1833-1897) und Sinfonie Nr. 4 C-Dur von Franz Schmidt (1874-1939).

Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms wurde am 1. Januar 1879 im Gewandhaus in Leipzig uraufgeführt. Am Pult stand Brahms selbst, die Solo-Violine spielte der Virtuose Joseph Joachim. Entstanden war das Violinkonzert, die bedeutendste Schöpfung dieser Gattung seit Mendelssohn und Beethoven, parallel mit der Sonate für Geige und Klavier op. 78 1878 und 1879 bei Sommeraufenthalten Brahms im österreichischen Pörtschach am Wörthersee. Bis dahin hatte er noch kein Werk für Solovioline geschrieben und nun erschloss er sich diese Gattung gleich aus sinfonischer wie kammermusikalischer Perspektive

Die Uraufführung der Sinfonie Nr. 4 in C-Dur von Franz Schmidt (1874-1939) fand am 10. Januar 1934 im Großen Saal des Wiener Musikvereins statt. Ihre Entstehung ist geprägt durch einen Schicksalsschlag im Leben des im damals ungarischen Pressburg geborenen Komponisten: Emma, seine einzige Tochter, starb im März 1932 bei der Geburt ihres Kindes. So ist die Sinfonie letztlich zum Requiem für Schmidts Tochter geworden. Das Finale bezeichnete Schmidt als „ein Sterben in Schönheit, wobei das ganze Leben noch einmal vorüberzieht“.

Die Philharmonia Zürich unter Generalmusikdirektor Fabio Luisi spielt, Streaming sei Dank, wieder im Opernhaus auf der grossen Bühne und überzeugt mit konzentriertem, leidenschaftlichem Spiel. Der Solist Augustin Hadelich beeindruckt mit seinem ruhigen, kontemplativen Künstlertum.

21.12.2020, Jan Krobot/Zürich
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Späte Würdigung eines bewegten Sängerlebens: Der Heldentenor Dr. Horst Wolf

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Ernst A. Chemnitz (Herausgeber)
Horst Wolf (Urheber)
Hardcover – 416 Seiten
Kamprad, Altenburg 2020 – ISBN   978 – 3 – 95755 – 657 – 8                                    [29,80 €]

 Lebenserinnerungen einzelner Künstler sind immer subjektive Betrachtungen, die zur jeweiligen Kunst- bzw.  Musikgeschichte im Glücksfall wertvolle Ergänzungen darstellen, im Grundsätzlichen die jeweilige Geschichtsschreibung kaum korrigieren. Eine  Sängerkarriere dauert zwanzig bis dreißig Jahre, sie ist jeweils abhängig von Kondition, Gesundheit, Begabung und Fleiß – und natürlich braucht man auch ein wenig Glück, um dauerhaft Erfolg zu haben. Wenn ein Sänger im anspruchsvollen Fach des Heldentenors über dreißig Jahre erfolgreich tätig ist und Partien wie Tannhäuser und Lohengrin über einhundertmal an Theatern aller Größenordnungen gesungen hat, kann man von einer erfolgreichen Karriere sprechen. Das hat zunächst nichts mit seinem Bekanntheitsgrad zu tun: wer nicht an den führenden Häusern ständig präsent ist, wer seine Partien nicht in „offiziellen“ Tonaufnahmen dokumentieren konnte, ist nach spätestens fünfzehn Jahren vergessen, was nichts mit seiner Qualität zu tun hat. Ein Sänger, der 40 Jahre tot ist, ist – bis auf sehr wenige Ausnahmen – vergessen. Ein Sänger, der sich auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung ganz bewusst dafür entscheidet, an einem Theater der sogenannten „Provinz“ sesshaft zu werden, wird im Bewusstsein der Öffentlichkeit keinen Stellenwert erlangen – leider ist das so. Denn die Vielzahl der Sänger, die an den mittleren und kleinen Theatern den täglichen Spielplan ermöglichen, ja selbst diejenigen, die an den großen Häusern jenseits der ersten Fächer den Opernbetrieb überhaupt erst ermöglichen, finden bei einer großen Zahl von „Fans“ keine Gnade. Man kennt und liebt die Stars, dass diese überhaupt nur existieren können, weil –zig Unbekannte ihren Weg begleiten und ermöglichen, ist des Erinnerns kaum wert.

Insofern kann eine Sängerbiographie eines Protagonisten der Provinz 40 Jahre nach seinem Tod kaum Interesse beanspruchen, selbst dann nicht, wenn sie – wie im vorliegenden Falle – authentisch ist, weil sie vom Protagonisten selbst geschrieben wurde. Es ist müßig zu untersuchen,   weshalb sie zu Lebzeiten des Künstlers nicht erscheinen konnte…

Und dennoch hat das  von Ernst A. Chemnitz herausgegebene Buch mit Dr. Horst Wolfs Lebenserinnerungen einen hohen dokumentarischen Wert,  einmal, weil es diese nicht „bearbeitet“, sondern für sich sprechen lässt, zum anderen, weil er dieses Material mit wichtigen dokumentarischen Fakten anreichert und vertieft. Selbst dort, wo unser Sänger zu sehr ins Detail geht und uns mit Kleinigkeiten quält, schafft der Bearbeiter mit einer Fülle von Fußnoten oder Zitaten aus zeitgenössischen Kritiken sowie vielen, teils einzigartigen Fotos, einen sehr interessanten „Hintergrund“. So wird Die Wolfserzählung möglicherweise nicht so sehr an ihren Urheber Dr. Horst Wolf (1894 – 1980) erinnern, auf jeden Fall aber einen Einblick geben in die Theater- und Opernverhältnisse in der zu Unrecht geschmähten deutschen Provinz zwischen etwa 1920 bis 1960 – ein durchaus brauchbares und nützliches Konvolut.

Allein die Vielzahl der Premieren an allen Theatern der damaligen Zeit macht immer wieder staunen; wenn das auch in Wahrheit nicht immer Premieren im heutigen Sinne waren – eine Wagner-Oper stand eben im Fundus und konnte in jeder Spielzeit wieder zum Einsatz kommen, ohne dass der Etat und die Theaterwerkstatt aus den Fugen geriet; musikalisch „studiert“ musste das Werk aber doch werden und einige wenige Szenenproben fanden immerhin statt. Auf diese Weise konnte ein Theater wie Stralsund immerhin in einer Spielzeit (1924/25) u. a. vier Wagner-Opern zur „Premiere“ bringen und unser Delinquent in drei wesentlichen Partien seines Repertoires innerhalb einer Spielzeit debütieren (!), lediglich den Lohengrin hatte er bereits vorher gesungen: 01.10.1924 den Erik (61) im FLIEGENDEN HOLLÄNDER, 15.11.1924 die Titelpartie (121) im TANNHÄUSER, 09.02.1925 die Titelpartie (110) im LOHENGRIN (mit der er am 23.04.1923 in Görlitz – ohne jede Probe! – debütiert hatte!) und am 04.04.1925 den Walther von Stolzing (61)  in den MEISTERSINGERN VON NÜRNBERG.  (Die Ziffern in Klammer geben die Anzahl der Vorstellungen an, die Wolf in der jeweiligen Partie erreicht hat.)

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Dr. Horst Wolf 1924 bei seinem Rollen-Debut als Tannhäuser in Stralsund. Foto: Emil Hegenwald, Stralsund

Von Stralsund war der Weg nicht weit nach Rostock, das damals als Wagner-Bühne  berühmt und mit dem Prädikat „Bayreuth des Nordens“ geschmückt war: hier debütierte  Dr. Horst Wolf zwischen 1931 und 1933 in weiteren fünf Partien seines Faches: 31.05.1931 als Siegmund (37) in WALKÜRE,  04.02.1932 in der Titelpartie des RIENZI (25), sowie 1933 am 29.01. als Loge (23) im RHEINGOLD, am 15.03. in der Titelpartie des SIEGFRIED (22) und am 08.04. als Siegfried in GÖTTERDÄMMERUNG (08).

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Eine seltene historische Aufnahme des 1942 völlig zerstörten alten Rostocker Stadttheaters – Postkarte aus dem Jahre 1938, Foto: Kunstverlag Carl Friedrich Fangmeier, Magdeburg

Zentrum seines Wirkens wurde freilich Dessau, seinerzeit auch eine wichtige Wagner-Bühne (und mit dem Beinamen „nördliches Bayreuth“ versehen), wo er bereits am 08.05.1930 als PARSIFAL (22) debütiert hatte und wohin es ihn schließlich ab 1934 für den Rest seiner langen Karriere führte; dort sang er seinen ersten TRISTAN (28) am 13.02.1937 und dann viele Jahre das gesamte „Fach“ – ohne ihn hätte es in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhumderts  dort keine „Richard-Wagner-Festwochen“, besonders aber auch nicht so kontinuierliche Präsenz der Wagner-Werke im Alltagsspielplan geben können. Mit dem Max im FREISCHÜTZ hat er 1938 das neue Theater in Dessau, das damals die „größte Bühne Deutschlands“ gewesen sein soll, mit eröffnet (und dabei das Wohlwollen des „Führers“ gefunden, der ihm daraufhin die Zugehörigkeit zur NSDAP „verlieh“!); er sang 1945 in der ersten Opernvorstellung in Dessau, nachdem dieses Haus im Kriege zerstört worden war (den Florestan im FIDELIO in einem Notquartier) und war in den fünfziger Jahren  im nun wiederhergestellten Haus nicht nur der stets präsente Wagner-Held, sondern auch ein damals weit über Dessau hinaus beachteter Titelheld in der Oper BANK BAN von Ferenc Erkel. Ernst A. Chemnitz bilanziert: „Dr. Horst Wolf hat 1.660 Mal auf der Bühne gestanden – davon allein in Dessau 1.064 Mal – , über 90 Partien (!) gestaltet … Er hat 240 Einladungen zu Gastspielen in 54 Städten des In- und Auslands angenommen. Dazu hat er selbst 21 Opern inszeniert. Eine gewaltige Lebensleistung!“

Das ist nicht zu bestreiten, in der damaligen Zeit allerdings durchaus nicht einmalig. Es ist gut, dass dieses Buch geschrieben wurde, weil zu Vieles vergessen ist, was damals geleistet werden musste. Überhaupt ist ja die Literatur der Opern-Rezeptions-Geschichte nicht gerade reich gesegnet, daraus erklären sich auch Mißverständnisse und Fehler. Wolf hat (lt. Spielplan-Archiv der Wiener Staatsoper) dort im Oktober 1936 an vier Abenden in vier verschiedenen Partien gastiert (Don José – Canio – Tannhäuser – Pedro). In Wahrheit hat er aber mindestens noch ein fünftes Mal dort gesungen, ebenfalls den Canio, diese Vorstellung fehlt im offiziellen Spielan-Archiv, muß aber stattgefunden haben, da sie im Buch (S. 188) mit zwei Kritiken belegt wird. Andererseits teilt uns der Autor mit, dass Wolf es gewesen sei, der die Oper SLY von Wolf-Ferrari bereits 1957 in Dessau erneut zur Diskussion stellte (bevor sie erst in den 90er Jahren in Amerika wiederaufgeführt wurde), übersieht dabei allerdings, dass eben diese Oper bereits 1955 in der Leipziger Dreilinden-Oper einen damals großen Erfolg hatte – mit Ernst Gruber in der Titelrolle und dem jungen unbekannten Dirigenten Kurt Masur am Pult.

Schwierig ist es in diesem Zusammenhang auf menschliche Befindlichkeiten zu sprechen zu kommen. Auch Künstler werden älter, die Intendanten sind dann die bösen Buben, die diesen Umstand zuerst zu verantworten haben. Die Frage, wie oft man einem Theater aus der Not geholfen hat zählt nicht mehr, wenn die eigene Kraft altersbedingt nachlässt. Das ist ein weites und schwieriges Feld; die Soziologie des Operngesanges ist noch nicht geschrieben, auch noch nirgendwo darauf hingewiesen worden, wo die Grenze liegt zwischen bestem Wollen und bedingtem Können. Hier bleiben Fragen offen. Da ist von einer MEISTERSINGER-Aufführung in Dessau (außerhalb der Wagner-Festwochen) die Rede, während der Wolf indisponiert geworden wäre (während der Vorstellung). Anschließend habe ihn der Generamusikdirektor, kein Ohr für des Tenors Nöte habend, öffentlich abqualifiziert. Mag sein, dass es solch einen Vorfall gab; nur: wenn man nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, muß man bei Wagner (und nicht nur dort!) absagen oder sich wenigstens (notfalls noch während der Vorstellung) „ansagen“ lassen. Das war nicht der Fall, ich selbst war Besucher eben dieser Aufführung und würde, meinen Aufzeichnungen zu Folge, in diesem Falle in der Sache dem Generalmusikdirektor Recht geben wollen.

Die Lebenserinnerungen Wolfs sind aber auch mit Details angereichert, die man (in der damaligen DDR!) nie erfuhr: so habe ich nun endlich, nach 60 Jahren (!), erfahren, wie die Karriere des Leipziger Baritons Theodor Horand, tatsächlich endete: durch einen Schlaganfall inmitten einer MEISTERSINGER-Aufführung während der Dessauer Wagner-Festwochen – die der Sänger noch kurzfristig absagen wollte, weil er sich krank fühlte; der vom Intendanten zu Hilfe geholte Arzt riet dem Sänger, als Kothner dennoch aufzutreten…  Solche „Kleinigkeiten“ waren in derr DDR natürlich kein Gegenstand der Berichterstattung; der Vorgang wurde verschwiegen und Horand, der immerhin eine über Jahrzehnte währende sehr erfolgreiche Karriere am Leipziger Opernhaus absolviert hatte, existierte ganz einfach nicht mehr!   Nicht nur durch solcherart Hintergrundinformationen erweist sich das Buch als eine wichtige Informationsquelle aus dem Theaterleben der 20er bis 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Das Buch ist opulent gestaltet, übersichtlich gegliedert und mit Literatur- und Personenverzeichnis, sowie einem aufschlußreichen „Anhang“ versehen, der ein Rollen-Verzeichnis (geordnet nach Anzahl – in dem ausgerechnet der Tristan fehlt!), ein Verzeichnis der wichtigsten Rollen-Debuts, ein Verzeichnis der Gastspielorte und eine solches der Opern-Inszenierungen Dr. Wolfs enthält. Ein würdiges Buch nicht nur zur Dessauer Operngeschichte.

Werner P. Seiferth
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ACCENTUS MUSIC wünscht Frohe Weihnachten!

Neuerscheinungen im Jänner

Acc

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 in G-Dur

Bamberger Symphoniker
Jakub Hrůša, Dirigent
Anna Lucia Richter, Mezzosopran

Katalognummer: ACC30532 Veröffentlichung: 22. Januar 2021
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Bühne frei fürs neue Jahr! – Künstler*innen des Theaters Magdeburg präsentieren spartenübergreifenden digitalen Neujahrsgruß
Ausstrahlung von Do. 31. 1. 2020 bis Do. 14. 1. 2021 auf der Webseite des Theaters Magdeburg

Trotz aller Umstände haben sich alle Sparten des Theaters Magdeburg zusammengetan und sich für das Publikum ein besonderes Neujahrsprogramm überlegt. Künstler*innenaus der Magdeburgischen Philharmonie, dem Schauspiel und dem Ballett präsentieren in einer etwa 30-minütigen Aufzeichnung verschiedene musikalische und literarische Stücke als digitalen Neujahrsgruß. Die Aufzeichnung aus dem Opernhaus ist von Do. 31. 12. 2020 bis Do. 14. 1. 2021 auf der Webseite des Theaters Magdeburg verfügbar.

Für Regie und Bühne des spartenübergreifenden Projekts zeichnet die Technische Direktorin des Theaters Magdeburg, Christiane Hercher, verantwortlich, die bereits mehrere Bühnenbilder für Produktionen am Haus gestaltete. Die Künstler*innen präsentieren von der
Bühne im Opernhaus aus insgesamt sieben musikalische und literarische Leckerbissen, die dem Publikum den Jahreswechsel versüßen sollen. Dabei dirigiert Generalmusikdirektorin Anna Skryleva die Magdeburgische Philharmonie mit spritzigen Stücken aus dem geplanten Neujahrskonzert, darunter der Champagnergalopp von Hans Christian Lumbye, die »Champagnerarie« »Fin ch’han dal vino« aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Don Giovanni« für Bläserensemble, Guido Mancusis köstlicher »Schrimpssalat« und – was wäre ein Neujahrskonzert ohne den Walzerkönig! – Johann Strauß’ »Geschichten aus dem Wienerwald«. Ballettfans kommen auf ihre Kosten, wenn 1. Solotänzerin Anastasia Gavrilenkova mit dem Tanz der Zuckerfee aus dem »Nussknacker« über die Bühne schwebt.
Darüber hinaus lesen die Schauspielerinnen Maike Schroeter und Carmen Steinert mit »Neujahr bei Pastors« (Ludwig Thoma) und »Januskopf Prater« (H. C. Artmann) aus Texten, die humorvoll und neugierig den Jahreswechsel betrachten. Garniert werden die Beiträge von
Neujahrsgrüßen der Generalintendantin Karen Stone sowie der Spartenleiter*innen Anna Skryleva (Magdeburgische Philharmonie), Tim Kramer (Schauspiel) und Gonzalo Galguera (Ballett). Mit diesem rund 30-minütigen digitalen Programm möchte sich das Theater Magdeburg bei seinem Publikum auch für die Treue im vergangenen Jahr bedanken und gemeinsam hoffnungsvoll und beschwingt in das Jahr 2021 starten.

Bühne frei fürs neue Jahr!
Hans Christian Lumbye
Champagnergalopp
Wolfgang Amadeus Mozart
»Fin ch’han dal vino«. Harmoniemusik aus der Oper »Don Giovanni«
Guido Mancusi
»Schrimpssalat«. Polka schnell im alten Stil Nr. 1
Peter Tschaikowsky
»Tanz der Zuckerfee« aus dem Ballett »Der Nussknacker«
Ludwig Thoma
»Neujahr bei Pastors«
H. C. Artmann
»Januskopf Prater«
Johann Strauss
»Geschichten aus dem Wienerwald«. Walzer op. 325
Regie, Bühne Christiane Hercher
Dramaturgie Hannes Föst, Elisabeth Gabriel, Ulrike Schröder
Solo »Zuckerfee« Anastasia Gavrilenkova
Lesung Maike Schroeter, Carmen Steinert
Walzerpaar Cristina Salamon Lama, Andreas Loos
Pawel Poplawski Celesta
Sylvia Schumacher Zither
Magdeburgische Philharmonie
GMD Anna Skryleva Dirigentin
Online
Von Do. 31. 12. 2020 bis Do. 14. 1 2021 verfügbar auf:
https://www.theater-magdeburg.de/spielplan/konzert/sz-20202021/konzerte-extra2021/buehne-frei-fuers-neue-jahr/
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ORF III am Dienstag und am Mittwoch: „Agatha Christie’s Miss Marple“-Doppel mit „Ruhe unsanft“ und „Die Schattenhand“

Außerdem: „Heimat Österreich: Weihnachten im Defereggental“ und „Land der Berge“-Tripel u. a. mit „Heimatklang zur Weihnachtszeit“

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information präsentiert an den beiden Tagen vor Weihnachten ein gleichermaßen abwechslungsreiches wie stimmungsvolles Programm: Am Dienstag, dem 22. Dezember 2020, zeigt der Hauptabend zwei Folgen der britischen Krimiserie „Agatha Christie’s Miss Marple“ mit Geraldine McEwan als geistreiche Amateurdetektivin. Am Mittwoch, dem 23. Dezember, führen „Heimat Österreich“ und „Land der Berge“ durch die schönsten Winterlandschaften, stimmen weihnachtliche Lieder an und zeigen, wie das Weihnachtsfest an verschiedenen Orten begangen wird.

Dienstag, 22. Dezember

ORF III Kultur und Information berichtet am Dienstag, dem 22. Dezember 2020, in „ORF III AKTUELL“ (9.30 Uhr) über das aktuelle politische Geschehen. In „Kultur Heute“ (19.45 Uhr) liest Michael Schottenberg eine Weihnachtsgeschichte, die aus eigener Feder stammt: „Lucie, das kleine Kämmchen und das Christuskind“.

Im Hauptabend zeigt ORF III zwei Folgen von „Agatha Christie’s Miss Marple“ aus dem Jahr 2006. In „Ruhe unsanft“ (20.15 Uhr) reist die junge Gwenda Halliday (Sophia Myles) nach England, um ihre Hochzeit vorzubereiten. Kaum am Ziel angekommen, wählt sie das Hillside House als standesgemäße Unterkunft. Obwohl sie noch nie zuvor in England war, kommt ihr das Haus unheimlich vertraut vor – sie entdeckt verborgene Türen und kann die Muster alter Tapeten beschreiben. Eines Nachts hat Gwenda eine Vision von einer erwürgten Frau in der Diele. Hugh Hornbeam (Aidan McArdle) macht Gwenda daraufhin mit Miss Marple (Geraldine McEwan) bekannt, die so einem heimtückischen Mörder auf die Spur kommen kann, der sich viele Jahre lang in Sicherheit wiegte. In „Die Schattenhand“ (21.50 Uhr) versetzen Schmähbriefe mit anonymem Absender die Bewohnerinnen und Bewohner des Provinzstädtchens Lymstock in Aufruhr. Miss Marple reist zur Beerdigung eines alten Freundes nach Lymstock, der sich nach Erhalt eines solchen Briefes umgebracht haben soll. Nach und nach erhalten auch andere im Dorf bösartige Schriften, in denen von Ehebruch, Liebschaften und falscher Abstammung die Rede ist. Miss Marple und Inspektor Graves (Keith Allen) machen sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Verfasser.

Mittwoch, 23. Dezember

Am Mittwoch liefert „ORF III AKTUELL“ (9.30 Uhr) ein letztes Mal vor den Weihnachtsfeiertagen einen Überblick über das tagespolitische Geschehen. In „Kultur Heute“ (19.45 Uhr) erzählt Barbara Rett von ihren persönlichen Kindheitseindrücken zur Weihnachtszeit.

„Heimat Österreich“ feiert um 20.15 Uhr „Weihnachten im Defereggental“, das im Winter zu den kältesten aber dennoch reizvollsten Gegenden Österreichs zählt. Regisseur Hans Jöchler hat die Weihnachtsstimmung dieser Region eingefangen und mit traditioneller Advent- und Weihnachtsmusik untermalt. Anschließend zeigt die „Land der Berge“-Doku „Heimatklang zur Weihnachtszeit“ (21.05 Uhr) atemberaubende Bilder winterlicher Berggipfel und erfreut mit herzerwärmender Volksmusik. In zwei weiteren „Land der Berge“-Filmen kann der „Advent in Vorarlberg“ (22.10 Uhr) gefeiert und der „Zauber der Wiltener Sängerknaben – Von La Scala bis Shanghai“ (23.00 Uhr) bewundert werden. Abschließend fängt „Heimat Österreich“ den „Winter im Ausseerland“ (23.30 Uhr) ein.
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