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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 17. NOVEMBER 2020)

17.11.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 17. NOVEMBER 2020)

WIENER STAATSOPER: DER STREAMING-SPIELPLAN VOM 17. – 24. NOVEMBER 2020


Elektra: CamillaNylund, RicardaMerbeth © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Wir freuen uns, Ihnen hiermit unseren weiteren Streaming-Spielplan ankündigen zu können. Entsprechend der Programmierung unseres regulären Spielplans haben wir dem Werk Richard Strauss‘ einen Schwerpunkt gewidmet.

Ein historisches Highlight aus unserem Archiv ist eine Aufzeichnung des Rosenkavaliers unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber aus dem Jahr 1994. Für all jene, die die Wiederaufnahme von Harry Kupfers legendärer Elektra-Inszenierung unter der Leitung von Franz Welser-Möst im vergangenen September versäumt haben, gibt es die Möglichkeit, dies nun online nachzuholen.

Zusätzlich zum Richard Strauss-Schwerpunkt zeigen wir die bildgewaltige Inszenierung von Les Troyens, auf vielfachen Wunsch Peter Konwitschnys französischen Don Carlos mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle, sowie einen klassische Schwanensee, choreografiert von Rudolf Nurejew.

Die Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 24. November 2020:

Dienstag, 17. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
ARABELLA (Vorstellung vom 17. März 2016)
Lyrische Komödie in drei Akten
Musikalische Leitung: Peter Schneider
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Camilla Nylund, Bo Skovhus, Chen Reiss, Herbert Lippert, Daniela Fally

Mittwoch, 18. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
SALOME (Vorstellung vom 24. Jänner 2020)
Musikdrama in einem Akt
Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Mit u.a.: Lise Lindstrom, Michael Volle, Waltraud Meier, Herwig Pecoraro

Donnerstag, 19. November 2020, 19.00 Uhr
Hector Berlioz
LES TROYENS (Vorstellung vom 4. November 2018)
Grand opéra in fünf Akten
Musikalische Leitung: Alain Altinoglu
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a.: Joyce DiDonato, Brandon Jovanovich, Anna Caterina Antonacci, Adam Plachetka, Jongmin Park, Szilvia Vörös

Freitag, 20. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung von März 1994)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Carlos Kleiber
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Felicity Lott, Anne Sofie von Otter, Kurt Moll, Barbara Bonney, Gottfried Hornik, Heinz Zednik

Samstag, 21. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
ARIADNE AUF NAXOS (Vorstellung vom 29. November 2017)
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Musikalische Leitung: Peter Schneider
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Lise Davidsen, Stephen Gould, Markus Eiche, Rachel Frenkel, Erin Morley, Peter Matic

Sonntag, 22. November 2020, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
DON CARLOS (Vorstellung vom 4. Oktober 2020)
Grand opéra in fünf Akten
Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Inszenierung: Peter Konwitschny
Mit u.a.: Malin Byström, Jonas Kaufmann, Eve-Maud Hubeaux, Igor Golovantenko, Michele Pertusi, Virginie Verrez

Montag, 23. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
ELEKTRA (Vorstellung vom 11. September 2020)
Tragödie in einem Akt
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Harry Kupfer
Mit u.a.: Ricarda Merbeth, Camilla Nylund, Doris Soffel, Derek Welton, Jörg Schneider

Dienstag, 24. November 2020, 19.00 Uhr
Piotr. I. Tschaikowski
SCHWANENSEE (Vorstellung vom 16. März 2014)
Choreographie: Rudolf Nurejew
Musikalische Leitung: Alexander Ingram
Mit u.a.: Olga Esina, Vladimir Shishov, Eno Peci

Über den weitere Online-Spielplan informieren wir Sie Anfang nächster Woche, nähere Informationen dazu auch laufend auf wiener-staatsoper.at.

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PARSIFAL IN WIEN: Politische Gefangene und eine recherchierende Journalistin

Die Premiere der Parsifal-Inszenierung an der Wiener Staatsoper ist für 1. April vorgesehen. Elina Garanca verrät bereits das Konzept der Serebrennikov-Inszenierung.

Serebrennikov Kirill
Regisseur Kirill Serebrennikov. Foto: Gogol-Center

Der Wiener Parsifal wird unter politischen Gefangenen spielen und Kundry ist eine recherchierende Journalistin…

Elina Garanca wird diese Kundry sein. Im News-Interview sagt sie über Religionen und Regionen:  „Es gibt nun einmal Regionen, wo verschiedene Religionen zusammenleben, und wenn sie auf einanderprallen, kracht es. Das wissen wir seit Jahrtausenden, und es ändert sich nichts.“…

Elīna Garanča: „Ich mache nichts Sinnloses“
In glücklicher familiärer Quarantäne bereitet sich die führende Mezzosopranistin Elīna Garanča auf ihr forderndes Wiener Wagner-Debüt vor. Ein Gespräch über den Hass zwischen den Religionen, die Hoffnung auf bessere Zeiten, Pläne für Wien und die neue CD
https://www.news.at/a/klassik-elina-garanca-ich-sinnloses-11743037
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Placido Domingo post sich auf Instagram am Klavier in längst vergangene Zeiten


ZU INSTAGRAM – mit Video

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Kristine Opolais feiert Geburtstag – sehr temperamentvoll

Thank you so much for your birthday wishes! I had a very fun day celebrating with friends, and loved hearing from all of you. Love, Kristine 💖


ZU INSTAGRAM  mit Video
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Geburtstag bei den Aufnahmen für die Kaufmann Weihnachtshow mit einem Jonas-Jodler am Ende des Videos


ZU INSTAGRAM mit Video
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Aleksandra Kurzak kocht in Polen Steak mit Pilzen


ZU INSTAGRAM mit weiterem Foto

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Tim Theo Tinn‘s Einlassungen:  S. Morabito „Trash-Konsens “ oder TTT „Surreal – über der Realität“?

TEIL 1 (es erscheinen drei Teile an drei aufeinander folgenden Tagen)

Che tempi sono passati? Welche Zeiten sind vorbei?
Vortrag S. Morabito v. September d.J.: Welche Ordnung der Dinge?- Zum Repertoire der Opernbühnen des 17. und 18. Jahrhunderts, https://onlinemerker.com/welche-ordnung-der-dinge-zum-repertoire-der-opernbuehnen-des-17-und-18-jahrhunderts-i-mailwechsel-sergio-morabito-thomas-prochazka/

TTT’s Gegenwurf: „Plädoyer zur Kraft surrealer Inszenierungen“, erscheint in rd. 60 Auszügen aus Publikationen der letzten Jahre in loser Folge im Online Merker, dazu auch Abbildungen unter…


Pixabay.com

S.Morabito (Chefdramaturg der Wiener Staatsoper) bewegt sich formal in verschlüsselten Textbausteinen und Vokabeln wie Apparition, auktoriale Instanz, transitorisch, autoritativ usw. Die vorgegebene Historie des 17./18. Jahrhunderts wird völlig richtig zur ganzheitlichen Betrachtung erweitert.

An Thomas Prochazka, einem der profiliertesten und kenntnisreichsten Merker-Autoren:

Zitat: „Ich wage daher zu behaupten, dass Ihre Ausführungen ganz viel über Sie und Ihre Opernkonsum-Gewohnheiten erzählen mögen, aber demjenigen wenig weiterhelfen, der über Musiktheater nachdenken möchte. Es ist schwer möglich, mit jemandem zu diskutieren, den das Thema, über das man sich geäußert hat, gar nicht wirklich interessiert, sondern der sich letztlich lediglich verbittet, beim Gebrauch seines Taschentuchs gestört zu werden. … der von Ihnen populistisch geschwungenen kommerziellen Drohkeule auszuliefern. … darf ich Sie auf mein Buch Opernarbeit“…

Das Buch wurde von der Zeitschrift „Opernwelt“ als Veröffentlichung des Jahres prämiert. Tatsächlich ist diese Prämierung nicht repräsentativ, da diese i.d.R. durch weniger als 10 Stimmen vergeben werden (s. Frankfurt, Opernhaus des Jahres: 8 Stimmen).

Der OnlineMerker ist eine Präsenzpublikation. Im System seiner Themen ist er relevant, kein Lebenselixier wie Theater.

Systemrelevanz: Wichtigkeit für die Aufrechterhaltung eines Systems (für rd. 99 % der Weltbevölkerung ist fehlende deutsche Theaterdichte belanglos).                                                                                      
Lebenselixier: Dinge, die die Lebensfreude erhöhen, Regeneration fördern.

S.Morabito nennt Inszenierungen in seiner aktuellen Lesart szenische Neufindungen, die grundsätzlich in heutige Konsensrealitäten verlegt werden, TTT beschwört über Realität stehende Sichtungen. Plakativ: werkfremde Neufindung versus Werkimmanenz!

Konsensrealitäten (Wirklichkeit auf die Menschen sich einigten) werden oft in werkfremde Neukreationen gepackt, mit Yellow-Press, Trash-Wirklichkeiten in Auflösung aller konkreten Umstände von Ort, Zeit und Handlung.

In werkimmanenten Inszenierungen geht es um über der Realität stehende Parallelwelten, die einen neuen Blick auf unserer Welt werfen, um visionäre Utopien, die über der alltäglichen Wirklichkeit stehen – also surreal (sur la réalité) sind.

S. Morabito erklärt wissenschaftliche Erkenntnis mit künstlerischer Freiheit, ästhetische Praxis mit analytischer Verbindlichkeit zu vermitteln. Seinen Arbeitgeber, die WSTO bezeichnet er als Institut, also als Lehr- und Forschungseinrichtung. Bisher sind dort keine Lehrveranstaltungen oder wissenschaftlichen Forschungsergebnisse publik geworden.

Unter ästhetischer Praxis verstehe ich seine Einlassungen zur Reduktion auf heutige Konsensrealitäten in szenischen Neufindungen, Yellow-Press-, Trash-Wirklichkeiten in Auflösung von werkbestimmendem Ort, Zeit und Handlung.

Über der Realität/Surreal nach TTT verlieren Ort und Zeit Immanenz (Parsifal: Zum Raum wird hier die Zeit!), Handlung bleibt unverrückbarer Wesenszug einer werkimmanenten Inszenierung.

Diese Möglichkeit wird im Vortrag nicht beachtet, Überlegungen werden auf pauschal abgelehnte Werktreue und favorisierte Werkfremdheit/Neuheit abgestellt.

S.Morabitos Intentionen lassen sich aus Inszenatoren – Engagements der WSTO von Tobias Kratzer und Kirill Serebrennikow erkennen, die in heutigen Trash-Konsensrealitäten inszenieren.

Kirill Serebrennikow versuchte sich über Jahre als Märtyrer und Opfer sowjetischer Machthaber zu inszenieren. Nun wurde er äußerst milde trotz Millionen-Schäden verurteilt, muss lediglich Geld zurückzahlen, bleibt aber von üblich rüden Strafmaßnahmen sowjetischer Machthaber verschont. Deutsche Intendanten wollen angeblich diese Millionen-Betrügereien bezahlen, bzw. dafür sammeln. Kann er seinen Märtyrer-Bonus halten?

Zu Tobias Kratzer’s Tannhäuser – Inszenierung in Bayreuth äußerte ich mich wie folgt: Verhunztes oder befeuerndes Theater? Trash-Spektakel quer durch digitale Aufbereitungen. War das Tannhäuser, war das Theater? … freie, trashige, in unseren Alltag gezogene Assoziation (tatsächliche Handlung nicht mal Erinnerungswert) ….  Horde Bankräuber (Clown, afroamerikanischen Dragqueen, kleinwüchsiger Gnom etc. fahren in ca. 60iger Jahre Kleinlaster, töten Polizisten usw. – ja, ja so, so.                                          

Besonders gelungenes und weitgehend bekanntes Beispiel einer über der Realität stehenden surrealen Inszenierung ist die „Traviata“ von 2005 aus Salzburg mit Netrebko etc. Auch die aktuelle „Gärtnerplatz“ Tosca, inszeniert von Steffano Poda, gehört zu diesen fantastischen (im Wortsinn) seltenen Ereignissen.

Es entstehen Fragen zur konträren Position des Chefdramaturgen zum aktuellen Programm der WSTO, da dies historisch noch weiter zurückgeht.

Dieses Experiment könnte eine interessante Innovation werden. Mit Beginn der neuen Ära wird Retro Programm, also kein heutiger verfremdeter Alltag gem. Morabito, sondern Inszenierungen aus weiter zurückliegendem aktuellem Kontext (bis zu 40 Jahre) geboten. Das kann funktionieren. Mit Onegin hat TTT eine seit Jahrzenten selten gute Personenregie gesehen, die Elektra hat außerordentlich hochwertige szenische Wucht.

Empfehlen kann ich hier unbedingt Meistersinger im Schneider – Siemssen – Bühnenbild. Vor Jahrzehnten habe ich in diesem großartig monumentalen Bühnenbild eine sechswöchige szenischen Einrichtung erarbeitet. Regieauszug gibt es. Das heißt übrigens auch, dass es durchaus Ereignisse im Theater geben darf, die Retro berechtigen. Man muss differenzieren. Zumal in dem Bühnenbild alles schlüssig und logisch ist, somit sehr gute Voraussetzungen für kurzfristige Neubesetzungen bestehen, da man ohne große Erklärungen zurechtkommen kann.

Mit behaupteter analytischer Verbindlichkeit kann S. Morabito nur Auswerten, Untersuchen, verbindlich bindende Berücksichtigung der werkrelevanten Unterlagen einer Oper meinen, also Partitur, Libretto, Sekundärliteratur, etc.

Das erscheint nach bisherigem Eindruck mit der vom Chefdramaturgen propagierten Stilistik nicht aufzugehen. Da werden Libretti nicht berücksichtigt, sondern „aufgehoben“, ignoriert (s. szenische Neufindung).

TTT: Inszenieren heißt Musik und Libretto fein lesen, austauschen mit aktuellem Hier und Jetzt sowie eigenen Empfindungswelten – daraus eine individuelle Synthese werkimmanenter Lesart mit Handwerk, Emphatik und publikumswirksamer Umsetzung kreieren.

 Es bleibt die Frage wo der Urgrund solcher Inszenierungen herkommt. Nach den Darlegungen wird bestehende Handlung eliminiert, neugeschöpft, hat der Komponist untergeordnete Relevanz, soll der Wichtigkeit neuer Regisseure weichen müssen – also auch Kahlschläger sollen über sorgsame musikalische Zeugen und Aufbereitung gem. Partitur dominieren?   

Im ersten Absatz behauptet S. Morabito die Möglichkeit Vergangenheit zu wandeln/ändern. Das ist unbekannt. Selbst in einer quantentechnischen Zeitreise bleibt die Vergangenheit unverrückbarer Fakt („Heute ist morgen schon gestern“). Auch Quantenenergien können die Vergangenheit nur auf einer Zeitschiene für mglw. neue alternative Zukunft nutzen, prägen, aber nicht ändern – in einer Parallelwelt, die wahr werden kann, da alles was je war, ist, sein wird, sein könnte im universalen Variantenraum niedergelegt ist, also auch Varianten möglicher Zukunft, aber keine der Vergangenheit. Es wäre auch nicht schlüssig.

Zukunft und Parallelwelten existieren in den Morabito Ausführungen nicht. Dabei liegt im Kosmos der Möglichkeiten in Parallelwelten der Schlüssel für zukünftiges Gedeihen alles Irdischen. So etwas gehört in den Auftragskanon theatraler Darstellung, somit also über der Realität stehender Inszenierungen.

Es wird „historische Besinnung“ in „Morabito-Inszenierungen“ behauptet, zu „Konstellationen unserer eigenen Epoche mit einer ganz bestimmten früheren …“ Da steht TTT verständnislos, gemessen z. B. am o.a. Tannhäuser: was kann mir dieses Trash-Gemurkse sagen? Fortsetzung folgt!

Haben Manche den Vortrag von S. Morabito nun falsch verstanden oder wurde verfehlt formuliert?

 Tim Theo Tinn – 16. Nov. 2020

TTT‘s Musiktheaterverständnis ist subjektiv davon geprägt keine Reduktion auf heutige Konsens- Realitäten, Yellow-Press (Revolverpresse), Trash – Wirklichkeiten in Auflösung aller konkreten Umstände in Ort, Zeit und Handlung zuzulassen. Es geht um Parallelwelten, die einen neuen Blick auf unserer Welt werfen, um visionäre Utopien, die über der alltäglichen Wirklichkeit stehen – also surreal (sur la réalité) sind.

Profil: 1,5 Jahrzehnte Festengagement Regie, Dramaturgie, Gesang, Schauspiel, auch international. Dann wirtsch./jurist. Tätigkeit, nun freiberuflich: Publizist, Inszenierung/Regie, Dramaturgie etc. Kernkompetenz: Eingrenzung feinstofflicher Elemente aus Archaischem, Metaphysik, Quantentheorie u. Fraktalem (Diskurs Natur/Kultur= Gegebenes/Gemachtes) für theatrale Arbeit. (Metaphysik befragt sinnlich Erfahrbares als philosophische Grundlage schlüssiger Gedanken. Quantenphysik öffnet Fakten zur Funktion des Universums, auch zu bisher Unfassbarem aus feinstofflichem Raum. Glaube, Liebe, Hoffnung könnten definiert werden). TTT kann man engagieren.
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Wien Modern diese Woche live aus Wiener Konzerthaus, Stephansdom, Porgy & Bess, Reaktor und deSingel Antwerpen: 16Uraufführungen im kostenlosen Live-Videostream

Im „abgesicherten Modus“ mit flächendeckenden Schnelltests und strengen Auflagen zu Abstand, Maske und Hygiene produziert das fünf Tage nach Start in den Lockdown gegangene Festival allein in dieser Woche 16 Uraufführungen: Kostenlos online zu sehen und zu hören sind neue Werke von Erste Bank Kompositionspreisträger Matthias Kranebitter, Friedrich Cerha, Johannes Kalitzke, Klaus Lang, Sam Gryllus, Daniel Mayer, Veronika Mayer, Axel Seidelmann, Juan Pablo Trad Hasbun, Peter Ablinger, Hannes Dufek, Tamara Friebel, Susanna Gartmayer, Veronika Mayer, Gunter Schneider und Tim Mariën.

Zu den Höhepunkten der 33. Festivalausgabe zählen die Live-Übertragung des Konzerts zur Verleihung des Erste Bank Kompositionspreises mit dem Klangforum Wien aus dem Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses (Mittwoch 18.11. 20:00) sowie die Uraufführung tönendes licht. von Klaus Lang mit den Wiener Symphonikern und Wolfgang Kogert an der neuen Riesenorgel live aus dem Stephansdom (Donnerstag 19.11. 19:30). Die Streams auf www.wienmodern.at bleiben in der Regel 7 Tage lang kostenlos verfügbar, 7 Konzerte werden zusätzlich auf Ö1 übertragen.

Erste Bank Kompositionspreis 2020: Matthias Kranebitter
Von der Resonanztonhöhe der Erdoberfläche (7,8 Hertz) über Waschmaschinenschleudergang (42 Hertz), Stubenfliegenflügelschläge (200 Hertz), den gemeinen europäischen Kammerton (443 Hertz) und den noch viel gemeineren Zahnarztbohrer (3.500 Hertz) bis zum Moskitoalarm (17.000–20.000 Hertz) entwickelt der diesjährige Erste-Bank-Kompositionspreisträger Matthias Kranebitter passend zum Festivalthema „Stimmung“ seine neue Enzyklopädie der Tonhöhe und Abweichung. Weiters wird das Klangforum Wien endlich Friedrich Cerhas langerwartete Mikrogramme aus der Taufe heben. Johannes Kalitzke dirigiert persönlich die Premiere seiner ereignisreichen Filmmusik ohne Film nach den Werckmeisterschen Harmonien, Béla Tarrs düsterer Parabel von einer Menschheit, die für Harmonie letztlich nicht geschaffen ist.

Matthias Kranebitter, geboren 1980 in Wien, lebt in Wien und Berlin. Er zählt zu den radikalsten österreichischen Komponisten der jüngeren Generation. Seine Werke sind inspiriert von unserer digitalen Umgebung – den Geschwindigkeiten und Intensitäten, die auf überspannte Körper wirken und unsere Wahrnehmung langsam umstrukturieren. Matthias Kranebitter studierte in Wien elektroakustische Komposition bei Dieter Kaufmann und Germán Toro Pérez, Medienkomposition bei Klaus-Peter Sattler, postgradual Komposition in Amsterdam sowie in Graz bei Alexander Stankovski und Beat Furrer. Er arbeitet intensiv mit Elektronik und neuen Medien. Er ist Mitbegründer des Black Page Orchestra und arbeitet darüber hinaus zusammen mit Ensembles wie dem belgischen Nadar Ensemble, Decoder Ensemble Hamburg, Ensemble Mosaik Berlin, Talea Ensemble New York, PHACE, Klangforum Wien und RSO Wien.

Uraufführung: tönendes licht. mit der neuen Riesenorgel des Stephansdoms

Die im Stephansdom verteilten Wiener Symphoniker (A = 443 Hertz) und Wolfgang Kogert an der neuen Riesenorgel (A = je nach Lufttemperatur) spielen unter Leitung von Peter Rundel die Uraufführung des abendfüllenden Orgelkonzerts von Klaus Lang. Das Werk ist eine klangliche Antwort auf die Architektur, das Denken, die bildende Kunst und die Musik der Gotik: „Die Grundidee ist es, dem architektonischen Raum einen Klangraum einzuschreiben; diese Räume beziehen sich aufeinander und interagieren miteinander.“ (Klaus Lang) Geplanter Sendetermin von tönendes licht.  auf ORF Ö1 ist der 24.11. um 23 Uhr.

Klaus Lang, geboren  1971 in Graz; lebt in Steirisch Laßnitz. Klaus Lang studierte Komposition und Musiktheorie bei Hermann Markus Preßl, Beat Furrer und Younghi Pagh-Paan sowie Orgel bei Otto Bruckner an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Klaus Lang über seine Arbeit: „Klang wird nicht benutzt, er wird hörend erforscht, und ihm wird die Möglichkeit gegeben, seine ihm innewohnende reiche Schönheit zu entfalten. Wenn Klang nur Klang ist (und auf nichts anderes verweisen soll), gerade dann wird er als das wahrnehmbar, was er eigentlich ist, nämlich als ein zeitliches Phänomen, als hörbare Zeit.“

Wien Modern 2020 läuft im Lockdown online weiter
An voraussichtlich 28 Abenden während der Ausgangsbeschränkungen macht das Festival über seine Website sowie teilweise über ORF Ö1 den Großteil seines Programms kostenlos öffentlich zugänglich, nur rund 20% der angekündigten Veranstaltungen müssen ersatzlos verschoben werden. Zahlreiche Produktionen werden teilweise live, teilweise zeitversetzt als Aufzeichnung im Lauf der kommenden Wochen angeboten. Aktuelle Updates zum Festivalprogramm auf www.wienmodern.at.

Mittwoch 18.11.2020
20:00
Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal
Erste Bank Kompositionspreis: Matthias Kranebitter

Klangforum Wien | Johannes Kalitzke Dirigent

Johannes Kalitzke: Werckmeister Harmonies (2020) – 18′

Matthias Kranebitter: Encyclopedia of pitch and deviation (2020 UA) – 20′

Friedrich Cerha: Mikrogramme WV 206 für Ensemble (Neufassung 2019) (2017–2018/2019 UA) – 23′

Joanna Bailie: Symphony-Street-Souvenir (2010–2014 EA) – 13′

Produktion Wien Modern  |  Unterstützt im Rahmen des MehrWERT Sponsoringprogrammes der Erste Bank

Donnerstag 19.11.2020
19:30
live aus dem Stephansdom
Klaus Lang: tönendes licht.

Wiener Symphoniker | Wolfgang Kogert Orgel | Peter Rundel Leitung

Klaus Lang: tönendes licht für Orgel und räumlich verteiltes Orchester (2020 UA) – 50′ Auftrag Wien Modern

Produktion Wien Modern | Koproduktion Wiener Symphoniker

online bis 26.11.2020 19:30 unter www.wienmodern.at

Samstag 21.11.2020
21:00
live aus dem Porgy & Bess
STUDIO DAN: SELECTED WORKS II   
Studio Dan mit Uraufführungen von Sam Gryllus, Daniel Mayer, Veronika Mayer, Axel Seidelmann und Juan Pablo Trad Hasbun

Kuratiert von Daniel Riegler (Studio Dan), Sara Zlanabitnig und Werner Korn (echoraum) und Christoph Renhart (Kultum)

Produktion Studio Dan | Koproduktion Kultum, echoraum und Wien Modern | Stream in Kooperation mit Kultum und Porgy & Bess
live unter https://porgy.at, danach online bis auf Weiteres unter www.wienmodern.at

Sonntag 22.11.2020
18:30
live aus dem Reaktor
HEDDA

Hedda mit Uraufführungen von Peter Ablinger, Hannes Dufek, Tamara Friebel, Susanna Gartmayer, Veronika Mayer, Gunter Schneider

Kompositionsaufträge von Klaus Haidl und Sophia Goidinger-Koch mit freundlicher Unterstützung von SKE, GFÖM, Stadt Wien Kultur und BMKÖS | Produktion Wien Modern und Hedda
online bis mindestens 29.11.2020 18:30 unter www.wienmodern.at

Sonntag 22.11.2020
20:00
aus dem deSingel Antwerpen
HACKING THE PIANO

ChampdAction mit einer Uraufführung von Tim Mariën – 19′

Produktion ChampdAction | Koproduktion Wien Modern
Stream in Kooperation mit deSingel Antwerpen und ChampdAction
online bis auf Weiteres unter www.wienmodern.at

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SCHWEIZ:  Covid-19-Task-Force drängt auf landesweiten Teil-Lockdown

Das ist passiert: Die Schweizer Covid-19-Task-Force empfiehlt dem Bundesrat, das öffentliche Leben weiter einzuschränken. Um die Neuansteckungen rasch zu halbieren, müssten Restaurants, Bars, Theater und Museen geschlossen und auch Schulschliessungen erwogen werden. Bei privaten Zusammenkünften sollen sich nicht mehr als die Mitglieder zweier Haushalte versammeln. Zudem brauche es Massnahmen, um den Anteil an Home-Office effektiv und wesentlich zu erhöhen. Über die Dringlichkeit sind sich die Experten allerdings nicht einig: Während die einen für sofortiges Handeln plädieren, wollen die anderen noch etwas zuwarten. Zum Bericht

Darum ist es wichtig: In ihrem jüngsten Lagebericht zeichnet die Covid-19-Task-Force ein nach wie vor düsteres Bild des Pandemieverlaufs. Eigentlich müssten die verstärkten Massnahmen, die der Bundesrat am 28. Oktober erliess, nun Wirkung zeigen. Doch die täglichen Fallzahlen, die Spitaleintritte und die Einweisungen auf Intensivstationen deuteten lediglich auf eine Stabilisierung der Epidemie hin, nicht aber auf ihr Abflachen.

Das sind die Reaktionen: Am Wochenende ist es an mehreren Orten in der Schweiz zu Protesten gegen die Corona-Massnahmen gekommen. Am Samstag versammelten sich in Genf bis zu 700 Personen zu einer unbewilligten Demonstration, in St. Gallen fanden sich gut 100 Personen zu einem bewilligten Protestmarsch ein, der rund 30 Gegendemonstranten auf den Plan rief. Im Kanton Wallis, wo derzeit ein Teil-Lockdown gilt, protestierten in Sitten rund 100 Personen ohne Bewilligung. Zu den neusten Entwicklungen in der Schweiz
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KÜNSTLERNACHRICHTEN: Balmer & Dixon

Ausgewählte Nachrichten für Dezember 2020 (in alphabetischer Reihenfolge):

Steve DAVISLIM übernimmt die Tenor-Partie in Beethovens MISSA SOLEMNIS mit dem Orchestre National de la Radio France. Die Konzerte finden am 18. und 19. Dezember im Théâtre des Champs-Elysées in Paris statt. Am Pult steht Andrès Orozco-Estrada.

Cornel FREY singt am 10. Dezember nochmals Casimir Canefas in einer konzertanten Aufführung von Offenbachs SALON PITZELBERGER an der Deutschen Oper am Rhein. Es spielen die Düsseldorfer Symphoniker. Am Pult steht Marie Jacquot. Am 29. Dezember ist der Künstler als Ari Leschnikoff in COMEDIAN HARMONISTS IN CONCERT in einem moderierten Konzertabend am Theater Duisburg zu sehen. Die musikalische Leitung hat Patrick Francis Chestnut.

Äneas HUMM ist Marquese d‘Obigny in einer konzertanten Aufführung von Verdis LA TRAVIATA am 26. Dezember am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Die musikalische Leitung hat Dominic Limburg, es spielt die Badische Staatskapelle.

Dimitry IVASHCHENKO gastiert als Fafner in konzertanten Aufführungen von Wagners RHEINGOLD und SIEGFRIED im Dezember im Grand Auditorium de la Maison de la Radio unter der Leitung von Philippe Jordan.

Torben JÜRGENS ist als Benvolio in Boris Blachers ROMEO UND JULIA am 19. Und 26. Dezember an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf zu erleben. Es spielen die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Christoph Stöcker. Künstlerische Leitung: Manuel Schmitt.

Michael KUPFER-RADECKY ist erneut Peter Besenbinder in Humperdincks HÄNSEL UND GRETEL in einer gekürzten Fassung nach einer Inszenierung von Steffen Tiggeler am 10./14./18. Dezember am Staatstheater Hannover. Musikalische Leitung: Carlos Vázquez.

Dean MURPHY singt am 15./20./23./27./30. Dezember Don Alvaro in Rossinis IL VIAGGIO A REIMS am Opernhaus Zürich. Szenische Neufassung: Vladislav Parapanov, musikalische Leitung Riccardo Minasi.

Jordan SHANAHAN ist Giorgio Germont in Verdis LA TRAVIATA in einer Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger am 18. Dezember am Konzert Aalto Musiktheater. Es spielen die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Gianluca Marcianò. Am 13. und 22. Dezember ist der Künstler nochmals als Jago in Verdis OTELLO am Konzert Theater Bern zu erleben. Es spielt das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Matthew Toogood.

Bo SKOVHUS singt Ryuji Tsukazaki in H. W. Henzes DAS VERRATENE MEER am 13./15./18./21. Dezember in einer Premiere an der Staatsoper Wien. Inszenierung: Jossi Wieler und Sergio Morabito. Die musikalische Leitung hat Simone Young. Am 23./25./27. Dezember ist der Künstler Sprecher in Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE in der Inszenierung von August Everding am Nationaltheater München. Das Bayerische Staatsorchester spielt unter der Leitung von Antonello Manacorda. Am 28. und 30. Dezember ist er als Eisenstein in J. Strauss DIE FLEDERMAUS in einer neuen Barbé & Doucet Inszenierung an der Staatsoper Hamburg zu hören.

Kristina STANEK feiert Premiere am 14./16./18./28./30. Dezember in ihrer langersehnten Paraderolle als Orlofski in J. Strauss DIE FLEDERMAUS in einer Barbé & Doucet Inszenierung an der Hamburgischen Staatsoper. Jonathon Darlington dirigiert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg.

Georg ZLABINGER inszenierte Francesco Cavallis Drama musicale GIASONE an der Kammeroper Wien. Weitere Vorstellungen finden am 4./6./10./12./19. Dezember statt. Benjamin Bayl dirigiert das Bach Consort Wien.

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