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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 12. MAI 2020)

12.05.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 12. MAI 2020)

WARUM SINGEN VÖLLIG „CORONA-UNGEFÄHRLICH“ IST-

Andreas Schager demonstriert es der „lieben Frau Lunacek“ – und nicht nur dieser!

 Andreas Schager erklärt, warum Gesang gar nicht ansteckend sein kann!


Bitte untenstehenden Link anklicken

ZUM YOUTUBE-VIDEO

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BRÜGGEMANNS KLASSIK-WOCHE 20 /2020

Relevanz statt Arroganz!

Willkommen in der neuen Klassik-Woche,
es wird allmählich ernst, und deshalb versuche ich, die Themen der Woche heute etwas anders zu sortieren: als Bestandsaufnahme und Perspektive. Wo steht die Welt der Klassik, was läuft gut – und was weniger? Auf geht’s!

IN DEN STARTLÖCHERN

https://crescendo.de/relevanz-statt-arroganz-1000044509/

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MuTh-Publikumsumfrage: Überwältigende Sehnsucht nach Kultur

MuTh#ClosedButActive

 Im Mittelpunkt das Publikum. Wie fühlen sich Konzertbesucher? Sind sie bereit im Herbst wieder Veranstaltungen zu besuchen?
Um das herauszufinden hat das MuTh im Rahmen von #ClosedButActive sein Publikum befragt. Direktorin Elke Hesse: „Wir wollten von unseren Besucherinnen und Besuchern wissen,  ob sie im September – unter Einhaltung aller gebotenen Maßnahmen – bereit für Neues sind. Der Zuspruch war groß: Eine überwältigende Mehrheit wäre glücklich, wenn es wieder Konzerte gibt.“ Diejenigen, die einem Konzertbeginn skeptisch gegenüberstehen haben als Gründe ihr Alter oder die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe angegeben.
„Aus den zahlreichen, teils wortreichen, Rückmeldungen schließe ich, dass das Bedürfnis nach echten Begegnungen im kulturellen Bereich mittlerweile sehr groß ist und eine klare Perspektive nicht nur für Veranstalter sondern auch für das Publikum hilfreich wäre.“, resümiert Elke Hesse.

Kurzer Überblick über die Umfrage:
540 Personen haben an der Online-Umfrage teilgenommen.
FRAGE: Würden Sie ab September 2020 Vorstellungen im MuTh besuchen?
Sind Sie im September bereit für etwas Neues? Haben Sie Lust sich wieder in einem geschlossenen Raum der Musik und der Kunst zu widmen, unter Einhaltung der gebotenen Maßnahmen?
JA: 473 Personen … das sind 87,59 %
NEIN: 67 Personen … das sind 12,41 %

Die Frage in der Langversion:
„Sind Sie im September schon wieder bereit für Neues?

Kurz zum Hintergrund unserer Frage. Wir überlegen gerade, ob Sie, liebes Publikum, im September schon wieder genügend neugierig sein werden, Lust haben werden und, ja, auch mutig sein werden, sich wieder in einem geschlossenen Raum der Musik und der Kunst zu widmen? Selbstverständlich werden wir alle gebotenen Maßnahmen treffen um einer erneuten Ausbreitung des Corona-Virus Einhalt zu gebieten, Sie werden in erforderlichem Abstand zueinander sitzen, es werden genügend Masken vorhanden sein, ebenso wird Desinfektionsmittel bereitstehen.
Wie geht es Ihnen, bei der Freude auf Neues? Auf unser altbewährtes und neues Programm? Oder wollen Sie lieber noch ein bisschen warten? Ihre Einschätzung ist uns wichtig für die Vorbereitung unseres Programms.

Antworten Sie einfach mit ja oder nein, und wenn Sie uns Ihre Adresse hinterlassen, dann schicken wir Ihnen gerne als kleines Dankeschön unser Buch „5 Jahre MuTh“.
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammen neu starten zu können und danken Ihnen vorab für dieses kleine Stimmungsbild, mit dem Sie uns sehr weiterhelfen.“
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Bayreuth: Journalistische Reflexe
von Monika Beer


„Der verhüllte Gral“: Farbstiftzeichnung von unserem Mitglied, dem Bamberger Maler und Bühnenbildner Karlheinz Beer aus dem Jahr 1998 Vorlage: Karlheinz Beer/VG Bild-Kunst 2020

Aus gegebenem Anlass einige Anmerkungen zur Berichterstattung über die längerfristige Erkrankung von Festspielleiterin Katharina Wagner.

https://rwv-bamberg.de/2020/05/journalistische-reflexe/

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ANDECHS: Orff trotzt Corona!

Kunst und Kultur sind vielleicht nicht systemrelevant, aber sicher freuderelevant! Auf Grund der Corona-Krise müssen alle Großveranstaltungen bis mindestens 31. August 2020 entfallen. Um den Menschen auch in dieser schwierigen Zeit dennoch ein Kulturerlebnis zu ermöglichen, setzt der Veranstalter des Orff Festival Andechs – Ammersee 2020 auf hochkarätige Konzertveranstaltungen: Dank eines ausgeklügelten Hygiene- und Sicherheitskonzepts sollen im Florian-Stadl im Kloster Andechs die Kammerkonzerte „Der Titan & der Altbayer“ – ursprünglich geplant am 7. August im Hotel Kaiserin Elisabeth – jetzt am Samstag, den 25. Juli 2020 einmal um 15.00 Uhr und einmal um 19.00 Uhr, sowie „Ein Tag mit Ludwig van B. & Carl O.“ am 26. Juli – in drei Teilen um 16.00 Uhr, 18.00 Uhr und 20.00 Uhr – stattfinden. Die übrigen Veranstaltungen des Festivals werden auf Sommer 2021 verschoben.

Orff Festival Andechs – Ammersee 2020 – zwei hochkarätige Kammerkonzerttage

Die Konzerte werden im Rahmen der genehmigten 60 Minuten verschiedene Programme präsentieren: Unter dem Titel „Der Titan & der Altbayer“ kommen am 25. Juli Sonaten für Violoncello & Klavier von Ludwig van Beethoven und Cesar Franck sowie Carl Orffs „Gassenhauer, nach Hans Neusiedler (1536), für Klavier“ mit Hendrik Blumenroth (Violoncello) und Margarita Oganesjan (Piano) zur Aufführung. Am Sonntag, den 26. Juli 2020 werden in drei Teilen weitere Werke von Beethoven („Geistertrio“, Streichquartette, Gellert-Lieder und vieles mehr) und Orff mit dem Henschel Streichquartett, den Pianistinnen Margarita Oganesjan und Lika Bibileishvili, der Sopranistin Lioba Braun sowie dem Kabarettist Andreas Rebers aufgeführt.

Weitere Informationen zu Uhrzeiten, Programm sowie die Möglichkeit Tickets zu erwerben unter
www.orff-festival.com.
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Beethoven Frühling startet ab 15. Mai als hochqualitative Online-Konzertreihe

Neues Festival unter dem Motto „Beethoven20>covid19“ jeden Freitag um 18.00 Uhr mit Live-Konzert-Streams aus dem Konzertsaal des Casino Baden. Konzerte im Anschluss als Video-on-Demand verfügbar unter www.beethovenfruehling.at. Beethoven Frühling setzt damit Impuls, um nach Beethovens Vorbild Neues zu kreieren.

(Wien, am 11. Mai 2020) Aus Anlass des Beethoven-Jubiläumsjahres hat die österreichische Pianistin Dorothy Khadem-Missagh den Beethoven Frühling ins Leben gerufen – ein jährliches Festival an besonderen Beethoven-Orten in Niederösterreich und Wien. Die erste Edition mit acht Konzerten von Baden bis Gneixendorf und Wiener Neustadt bis Heiligenstadt sollte von April bis Mai stattfinden. Statt abgesagt oder verschoben zu werden, geht der Beethoven Frühling nun online über die Bühne.

Freitags um 18.00 Uhr, beginnend ab dem 15. Mai, werden Live-Konzerte aus dem Konzertsaal des Casino Baden auf beethovenfruehling.at und der Facebook-Seite facebook.com/beethovenfruehling gestreamt. Die Konzerte sind auch danach als Video-on-Demand verfügbar.

„Wir möchten als junge Initiative mit den Streaming-Konzerten ein kulturelles Lebenszeichen setzen und einen positiven Beitrag in herausfordernden Zeiten leisten. Es geht uns darum, mit der Musik als „Nahrung für die Seele“ Hoffnung und Inspiration zu geben und gleichzeitig den KünstlerInnen unter Einhaltung aller gegebenen Maßnahmen eine Bühne zu bieten, die es ihnen ermöglicht, ihren Beruf auszuüben. Darüber hinaus wollen wir uns online um das grundlegende Anliegen des Beethoven Frühlings, klassische Musik einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen, besonders bemühen“, erklärt die Pianistin, Festival-Initiatorin und künstlerische Leiterin Dorothy Khadem-Missagh. Als Förderpartner des Beethoven Frühlings unterstützt die Kulturabteilung des Landes Niederösterreich den innovativen Zugang. Das Casino Baden öffnet seinen Konzertsaal und bietet den passenden Rahmen für die Konzerte.


Georg Breinschmid. Copyright: Moritz Schell

Auftakt mit Chaos String Quartet. Es folgen KS Wolfgang Bankl, das philharmonische Trio Vision und Ausnahmemusiker Georg Breinschmid mit Dominik Wagner

Auf dem Programm des Beethoven Frühlings stehen unter anderem Kammermusik, Liederabende und Crossover. Am 15. Mai eröffnet um 18 Uhr das Chaos String Quartet die Online-Konzertreihe live aus dem Casino Baden. KS Wolfgang Bankl, das philharmonische Trio Vision und der Ausnahmemusiker Georg Breinschmid gemeinsam mit Dominik Wagner werden in den nächsten Konzerten, jeweils am Freitag um 18 Uhr, mit Werken von Beethoven, Schubert, Brahms, Piazzolla und anderen zu erleben sein.

Die Streams sind frei zugänglich, wobei den Mitwirkenden Honorare zukommen sollen. Das Publikum ist eingeladen, einen „Eintritt“ nach eigenem Ermessen und Möglichkeiten zu leisten. Wer keinen finanziellen Beitrag leisten kann, soll jedoch ebenso in den Genuss kommen.

Mit der Austragung des Beethoven Frühlings als Online-Festival wird ein positiver kultureller Impuls in einer herausfordernden Zeit gesetzt, der weit über Niederösterreich hinausstrahlt. Intendantin Dorothy Khadem-Missagh: „Kultur ist systemrelevant und kann gerade in Krisenzeiten einen wichtigen Beitrag leisten.“

Beethoven Frühling als Impuls, um nach Beethovens Vorbild Neues zu initiieren

Weltweit wollte man in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiern. Der in Bonn geborene Komponist verbrachte viel Zeit in seiner Wahlheimat Wien sowie in Niederösterreich, wo er sich an inspirierende Orte zurückzog und einige seiner bedeutendsten Kompositionen schuf. Aus diesem Anlass sollte an diesen Orten, von Baden bis Gneixendorf und Wiener Neustadt bis Heiligenstadt, der Beethoven Frühling den begnadeten Komponisten mit besonderen Konzerten in den Mittelpunkt stellen.

„Der Mensch besitzt nichts Edleres und Kostbareres als die Zeit“. Inspiriert von diesem Gedanken Beethovens hat sich Khadem-Missagh dazu entschieden, aus ihrer Idee Realität werden zu lassen und aus Anlass seines 250. Geburtsjubiläums das Festival Beethoven Frühling ins Leben zu rufen. In seinem turbulenten Leben stellte Beethoven oft großen Mut unter Beweis. Sein visionärer Geist ließ ihn schon in jungen Jahren neue Wege beschreiten und bis dahin unmöglich Erscheinendes Realität werden. Damit ist er ein Vorbild dafür, eine aktive Rolle einzunehmen, Gesellschaft mitzugestalten und zu einer sich ständig weiterentwickelnden Kultur beizutragen. Seinen damals revolutionären Gedanken der Aufklärung entspricht die Auffassung, dass die Menschen in all ihrer Vielfalt eine Einheit bilden. Mehr als je zuvor wird diese Einheit derzeit in von einer globalen Gesundheitskrise geprägten Zeit deutlich.

„Wir wollen das Jubiläumsjahr als Impuls nutzen, um durch innovative und vielseitige Formate, Neues zu initiieren“, sagt Khadem-Missagh. „Beethoven lebte in einer Umbruchszeit und hat in seiner Tätigkeit als Komponist und Musiker einen neuen Weg beschritten. Nun sind wir gefordert, unsere bekannten Konzepte zu überdenken und mit Kreativität neue Wege zu finden, um auch in herausfordernden Zeiten und unter scheinbar unmöglichen Umständen Kultur zugänglich zu machen“, fügt Khadem-Missagh hinzu. „Für mich als Pianistin liegt eine Verantwortung in der Musik verborgen, nämlich die in der Musik liegenden Aussagen freizulegen und ihre Relevanz für die Gegenwart hervorzustreichen – denn Musik altert nicht und trägt das Zeitlose in sich“, betont Khadem-Missagh.

Weitere Informationen unter: www.beethovenfruehling.at

Künstlerische Leitung

Die österreichische Pianistin Dorothy Khadem-Missagh ist international gefragt. Konzertreisen führten sie durch ganz Europa, nach Japan, China und Korea sowie nach Kanada und in die USA. Dorothy Khadem-Missagh war zu Gast bei renommierten Festivals und in bedeutenden Konzerthäusern wie dem Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Philharmonie Luxembourg, Verbier Festival, Mosel Musik Festival, der Styriarte Graz, Norwegian Youth Chamber Music Festival, Allegro Vivo, dem Internationalen Kyoto Festival u.a. Aus Anlass des Beethoven-Jubiläumsjahres veröffentlicht sie ihre Solo-CD, die eine Ersteinspielung eines unentdeckten Beethoven-Zeitgenossen enthält und ihre intensive Beschäftigung mit Beethoven und seinem Umfeld dokumentiert. Als mehrfache Preisträgerin des Int. Beethoven Wettbewerbs Bonn ist sie Initiatorin des Beethoven Frühlings.

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Letzten Freitag (8.5.) ist bei Naxos die neue CD mit Margarita Gritskova mit Liedern und Romanzen von Prokofjew erschienen.

Margarita Gritskova, Maria Prinz & Serge Prokofieff (1891-1953) - Songs & Romances

Es ist ein selten gespieltes und sehr interessantes Repertoire !

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Jakub Josef Orlinkski (Counter) hat ein Lied zu Quarantäne geschrieben

https://www.youtube.com/watch?v=Ur34iWfakhI&list=PLoT3Gf1SN3C0Dn2vGlPkq_iZLd9wgEs8t&index=2&t=0s&fbclid=IwAR3nA4U343KzNi34GcMWP3VhGMuv1bSsRWujfqtQuor0Kaklk2PQACAFN4k

Lyrix for Jakub Orliński quarantine song:

Stay home, stay home
it ain’t easy, the same four walls
feeling stuck here all day long
only going to a grocery store later to buy some food and toilet paper
don’t be selfish, don’t buy it all
don’t act so stupid
toilet paper ain’t no gold
stay home, stay home
and even if you have to go outside
it’s better not to be for a pleasure ride
strutting around your neighborhood
it’s a bad idea, it ain’t good
do you want to put the rest at risk
that might die when they get sick
no you don’t want that so please just stay inside
stay inside
don’t be selfish, don’t get infected
cause otherwise you might be from society rejected
stay home, stay home
and of course i’m staying at home too,
struggling a lot like all of you
walking with my tied dog frequently
just to be outside sort of legally
pa pa pa, pa pa pa…
don’t be selfish and don’t just roam
seriously i’m telling you, just stay home
stay home, stay home
stay home, i’m telling you stay home
stay home, please stay home
stay home, please stay home

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Offener Brief mit UnterstützerInnen-Liste | Kulturlandschaft in Österreich

 Offener Brief von Florian Krumpöck, Pianist, Dirigent & Intendant des Kultur.Sommer.Semmering, zur aktuellen, prekären Lage der Kulturlandschaft Österreichs mit besonderem Augenmerk auf die vielen kleinen und mittleren Sommerfestivals, die bei den aktuellen Diskussionen nahezu komplett ausgeklammert wurden. Wie Sie der beigefügten Liste entnehmen können, wird der Brief von zahlreichen österreichischen Kulturschaffenden sowie Kulturinstitutionen unterstützt. 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Sehr geehrter Herr Vizekanzler, Sehr geehrte Frau Staatssekretärin,

als der Luftkrieg seinerzeit über Großbritannien tobte, wurde der damalige Premierminister Winston Churchill, selbst Maler und Literaturnobelpreisträger, dazu aufgefordert, die Kulturausgaben zugunsten des Verteidigungshaushaltes zu kürzen. Seine Antwort lautete „Und wofür kämpfen wir dann?“. Churchill bewies Weitblick und setzte die richtigen Signale, Kunst und Kultur auch für spätere Zeiten lebendig zu erhalten. So natürlich uns die monetäre Sicherstellung der Kulturbetriebe heute auch vorkommen mag, so eine starke Symbolkraft hatte eine derartige Aussage in einer Zeit, in der staatliche Kultursubventionen alles andere als selbstverständlich waren. Kulturschaffende wurden also nicht einfach mit Almosen ruhiggestellt und ein bedeutender Teil des Kunst- und Kulturwesens zeitgleich stillgelegt, um sich zuerst auf das „Wesentliche“ zu konzentrieren. Historisches Bewusstsein, aber auch eine Auseinandersetzung mit möglichen Zukunfts-Szenarien verdeutlichen, wie sich ein drohender kultureller Stillstand auf unsere Zivilisation auswirken könnte.

Sie verantworten ein Ressort, das in seiner Vielfalt, in seiner gesellschaftlichen, historischen, sozialen, politischen, ja sogar wirtschaftlichen Bedeutung, in seiner Verknüpfung mit nahezu allen anderen Ressorts schlussendlich das Menschsein an sich umfasst. „Der Preis der Größe heißt Verantwortung“ sagte Winston Churchill. Verantwortung zu übernehmen hieße hier Mut, Selbstlosigkeit, Unabhängigkeit und visionären Weitblick zu zeigen. Und das nicht nur, aber vor allem in Zeiten einer Krise solch historischen Ausmaßes.

Warum haben Sie zugelassen, dass der Kunst und Kultur als zentraler Säule unserer Gesellschaft ein eigenes Ministerium verwehrt wird? Warum sind Sie in weiterer Folge nicht dafür eingetreten, die Kulturagenden mit dem Bildungs-Ressort zusammenzuführen, was nicht nur naheliegend, sondern auch Ausdruck eines visionären Gesellschaftsbildes gewesen wäre? Warum muss Kultur nun stattdessen gemeinsam mit dem Sport ein Nischen- bzw. reines Freizeit-Dasein fristen?

Ist Ihnen bewusst, dass, wie Klaus Zeyringer im Standard vom 8. Juli 2018 notierte, seit 2012 das Lesepublikum im deutschsprachigen Raum um über 6 Millionen geschrumpft ist und dass weiters die Akademikerquote in Österreich, aber auch ganz Europa stetig ansteigt, das allgemeine Wissens- und Kompetenzniveau hingegen unaufhörlich sinkt?

Die Behauptung, eine Diplomiertenrate würde per se den Kenntnisstand einer Bevölkerung widerspiegeln, gehört zu einem der schwerwiegendsten Trugschlüsse unserer Zeit. Erfolgreicher Populismus ist laut Zeyringer der Triumph der Simplifizierung. Mangelnde Aufnahmefähigkeit komplexer Texte ebnet einem Schwarz/Weiß-Denken dabei Tür und Tor. Bücher sind Kulturgut, Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser, Museen, Galerien etc. nicht minder. Sie dienen nicht der Belustigung und Zerstreuung braver KonsumentInnen und WählerInnen. Die Kunst und Kultur darf daher nicht als Oberflächenpolitur und letztes Rad am Wagen behandelt werden und mit pseudo-emphatischen Äußerungen, Mut- und Fantasielosigkeit angesichts der möglichen schwerwiegenden Risiken der Covid-19Pandemie auf ein Abstellgleis im Warteschleifen-Karussell verbannt werden!

Kunst lebt in den meisten Fällen vom Kontakt, vom intensiven Austausch zwischen Kunstschaffenden und dem Publikum, von der direkten Aura des Kunstwerkes und der gleichen Luft, die KünstlerInnen, Kunstwerk und Publikum im geradezu faustischen Augenblick des Entstehens atmen. Kunst, die auf einer menschlichen Interaktion basiert, zu streamen geht daher diametral am Wesen derselben vorbei. Signale, dass künstlerische „Geisterspiele“, wie auch im Sport geplant, eine Möglichkeit wären, den Kunsthunger der Menschen zu befriedigen, sind geradezu gefährlich, da sie nur ein Zerrbild vermitteln. Kunst mutiert zum Konsumprodukt ohne das unabdingbare, interaktive Erlebnis. Das Streamen bedeutet in diesem Fall das Beschreiten einer Einbahnstraße auf dem Weg ins Unpersönliche und Oberflächliche, von dem viele Bereiche unseres Lebens ohnehin durchdrungen sind.

So, wie der soziale Kontakt nun wieder weitestgehend ermöglicht wurde, muss auch der direkte Kontakt zwischen Kunstwerk und Mensch ermöglicht werden! Nicht irgendwann, sondern jetzt! Dabei darf Ihr Leitspruch ruhig wörtlich genommen werden: So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung (bei gleichzeitiger genereller Ermöglichung) wie nötig.

Sollten wir nicht generell die Diskussion, was über eine längere Zeitspanne betrachtet für eine Gesellschaft systemrelevant oder systemimmanent ist, öffnen? Es mag sein, dass für einen Teil der Bevölkerung Kunst und Kultur tatsächlich nicht systemrelevant sind, aber gebietet es nicht das demokratische Prinzip, hier die Bedürfnisse aller Menschen zu berücksichtigen, ungeachtet davon, ob es sich um Minderheiten oder Mehrheiten handelt? Oder müssen wir uns von Regierungen im diktatorischen Prinzip erklären lassen, was über Monate oder gar Jahre hinweg ein „relevanter“ oder „immanenter“ Teil des Systems ist und was nicht?

Ein prinzipielles Übereinkommen, dass Kunst und Kultur bereits jetzt, noch während der Omnipräsenz der Ansteckungsgefahr, in allen Bereichen und unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen ermöglicht werden muss, würde die andauernde Illusion verhindern, den Herbst als eine „Zeit danach“ zu sehen, die dann in regelmäßigen Abständen weiter nach hinten verschoben wird. Anerkannten wissenschaftlichen Prognosen folgend hieße ein Zuwarten auf „die Zeit danach“ in logischer Schlussfolgerung nämlich in Wahrheit, dass wir alle Häuser und Festivals vermutlich über Monate, wenn nicht sogar Jahre komplett sperren müssten. Unabdingbar wäre daher bereits jetzt ein direktes Bekenntnis zur Kunst und Kultur „trotz“ beziehungsweise „während Corona“. Auf dieser Basis könnte dann auch in weiterer Folge zu beratenden, interdisziplinären Dialogen zwischen medizinischer Wissenschaft und Kultur eingeladen werden.

Sie haben nun mit sechswöchiger Verspätung und nach verständlicher, medialer Empörung Gespräche mit einigen tatsächlichen ExpertInnen aus der Kunst- und Kulturbranche gesucht. Diese dürften, glaubt man den darüber berichtenden Medien, kontroverse Erkenntnisse und vorerst keine konkreten Ergebnisse gebracht haben. Bereits bei der Auswahl dieser ExpertInnen bestünde allerdings dringender Ergänzungsbedarf, da beispielsweise der Veranstaltungsbereich (hier insbesondere die breit aufgestellte österreichische Sommerfestival-Landschaft) äußerst differenziert zu betrachtende Anforderungen aufweist und hier die Zeit ganz besonders drängt. Deutlich über 100 kleine und mittelgroße Sommerfestivals stehen entweder vor dem saisonalen oder, in Abhängigkeit davon, vor dem kompletten Aus, so sie nicht bereits abgesagt wurden. Eine Aufrechterhaltung der österreichischen Kulturlandschaft weit über den Sommer und den Herbst hinaus wird aber durch Pauschallösungen, die ausschließlich an den Handel angelehnt sind, nicht möglich sein. Verlangen nicht die aktuellen Lockerungen insbesondere im Bereich der Gastronomie im Sinne der Branchen-Gleichstellung nach einer ähnlich praktikablen und wohl auch mutigen Entscheidung für Kulturveranstaltungen? Unabdingbar wären jedenfalls IndividualLösungen, die einerseits regelmäßig an die modernsten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst und andererseits interdisziplinär erarbeitet werden. So viel Zeit muss sein. So viel Kompetenz muss sein. Und so viel Wertschätzung muss sein.

Die Entwicklung neuer Formen von ExpertInnenrunden wäre also von immanenter Wichtigkeit. Führende ExpertInnen im Gesundheitswesen sowie jene aus möglichst allen kulturellen Bereichen sollten gemeinsam, nicht getrennt voneinander, an runde Tische gebeten werden, um kooperierend Lösungen zu erarbeiten, die Grundlagen für gesetzliche Entscheidungen bilden müssten. Solange kein Dialog dieser Art stattfindet, wird sich das Karussell des hilflosen Aufschiebens ewig drehen. Geöffnet werden dann schließlich, wie gerade erlebbar, nur Bereiche mit starken Interessenvertretungen, starken Lobbyisten und politischer Breitenwirkung.

Eine naheliegende Lösung für Theater, Konzerthäuser, Opernhäuser, Klein-, Mittel- und Großbühnen sowie quasi alle Festivals, die über ein detailliertes, digitales Buchungssystem sowie eine fixe, nummerierte Bestuhlung verfügen, wäre, wie bereits vom Direktor des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, politisch und medial propagiert, ein lückenloses Contact-Tracing, sollte sich dies als das gelindeste Mittel erweisen. Sämtliche Besucher müssten per expliziter Zustimmung beim Ticketkauf die Verarbeitung relevanter Daten gestatten, was zu jeder Zeit eine komplette Kontrolle darüber, wer auf welchem Platz gesessen ist, ermöglichen würde. So könnte die Grundlage für eine rasche Unterbrechung der Ansteckungskette gewährleistet werden, sollte ein Corona-Fall auftreten. Ab Mitte Mai setzt beispielsweise die Schweiz unabhängig von Kunst und Kultur per App und Contact-Tracing auf die Rückkehr zur Normalität als Preis für die gesellschaftlich notwendigen Lockerungen der CoronaMaßnahmen. Ab 8. Juni sollen dort (vorbehaltlich des vorangehenden BundesratsEntscheides) auch wieder Theater und Kinos öffnen! Contact-Tracing, adaptiert für den österreichischen Kulturbetrieb, bei völliger Freiwilligkeit in Einklang mit der geltenden europaweiten Datenschutz-Grundverordnung zu bringen, müsste eine der wesentlichen, kulturpolitischen Aufgaben sein.

Wie schön, dass durch den Gesetzesbeschluss zur Gutschein-Refundierung für bereits abgesagte Veranstaltungen insbesondere für Großveranstalter offenbar eine praktikable Lösung zur Liquiditätssicherung gefunden wurde und damit die eigentliche Verantwortung zumindest partiell erfolgreich auf die Konsumenten übertrage wird. Wie weniger schön, dass bei einer Umsetzung in die Praxis damit die so wichtige Vertrauensbasis zwischen einem Kleinveranstalter und seinem Publikum aufs Empfindlichste leiden würde und jede Möglichkeit der Freiwilligkeit im Keim erstickt wird. Die Beziehung eines Veranstalters zu seinem Publikum ist wie die Beziehung einer politischen Partei zu seinen WählerInnen: Sie wird über viele Jahre hinweg aufgebaut und kann durch eine Fehlentscheidung mit einem Schlag zunichte gemacht werden. Für die vielen kleineren und mittleren Veranstalter der sommerlichen FestivalLandschaft ist dieses Gesetz ohnehin nutzlos, ihr Vorverkauf ist in der Regel komplett eingebrochen, so er überhaupt begonnen hat. Auch gibt es zumeist keine AboSysteme, die diesbezüglich flexible Lösungen zulassen könnten. Ferner erhalten viele dieser Veranstalter ausschließlich jährliche Förderzusagen. Die mit Stolz präsentierte Gutscheinlösung ist außerhalb mehrjähriger Förderverträge schlichtweg nicht umsetzbar. Veranstalter dürfen daher keinesfalls dazu genötigt werden, ihre Liquidität durch die Gutscheinlösung aufrecht zu erhalten, um damit den Anspruch auf Entschädigungszahlungen teilweise oder ganz zu verlieren. Hier ist ausschließlich ein Setzen auf Freiwilligkeit vorausschauend und somit akzeptabel!

Um also sicherzustellen, dass auch in Krisenzeiten insbesondere die performativen Künste einerseits aktiv bleiben (und sich nicht durch kostenlose digitale Überangebote selbst demontieren müssen) und um andererseits den Fortbestand unserer reichen Kulturlandschaft als Teil unserer Identität während und nach der Pandemie zu garantieren, ersuche ich Sie, folgende Punkte schnellstmöglich zu realisieren:

• Ein prinzipielles Bekenntnis zu allen Bereichen der Kunst und Kultur als relevante, lebendige Bestandteile einer Gesellschaft, auch in Krisenzeiten.

• Die weitestgehende Ermöglichung kultureller Veranstaltungen unter Berücksichtigung eines größtmöglichen Schutzes der Bevölkerung und einer der Kulturnation Österreich würdigen Fairness-Angleichung an andere Branchen.

• Interdisziplinäre Gesprächsrunden mit hochrangigen VertreterInnen möglichst aller kultureller Bereiche inklusive der bisher größtenteils ausgesparten Sommerkultur (abseits von Salzburg und Bregenz) gemeinsam mit den einschlägigen BeraterInnen des Gesundheitsministeriums.

• Schaffung der nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Bereitstellung etwaiger finanzieller Mittel zur Umsetzung eines auf Freiwilligkeit basierenden, lückenlosen Contact-Tracing-Systems im Zusammenhang mit bestehenden Ticketing-Systemen speziell für KulturanbieterInnen.

• Keine finanzielle Benachteiligung bei Entschädigungs- und/oder Förderungsauszahlungen für VeranstalterInnen, die bereits absagen mussten und ihre Liquidität nicht über die beschlossene Gutschein-Verordnung sichern.

Stellvertretend für die unterstützenden Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen hoffe ich auf Ihr rasches Handeln und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Florian Krumpöck

1. Gerd Nachbauer, Schubertiade
2. Mag. Wolfang Sturm, Direktion Theater Akzent
3. Nuschin Vossoughi, Intendanz Theater am Spittelberg
4. Michaela Gaigg, L’Orfeo Barockorchester / Donaufestwochen im Strudengau
5. Prof. Elke Hesse, Direktion MuTh, Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
6. Thomas Trabitsch, Theatermuseum
7. Dr. Otto Brusatti, Intendant der Beethoven -Kunstwochen 2020 & Badner Kulturtage
8. Andrea Eckert, Schauspielerin & Intendantin der Raimundspiele Gutenstein
9. Erwin Steinhauer, Schauspieler
10. Alfred Dorfer, Kabarettist
11. Karl Markovics, Schauspieler
12. Johannes Krisch, Schauspieler
13. Angelika Kirchschlager, Sängerin
14. Gerti Drassl, Schauspielerin
15. Ernst Kovacic, Musiker
16. Peter Simonischek, Schauspieler
17. Brigitte Karner, Schauspielerin
18. Fritz Karl, Schauspieler
19. Mag. Ernst Perbin-Vogl, Sargfabrik
20. Albert Hosp – ORF Radio Ö1 & Festival Glatt & Verkehrt
21. Isabell Gustorff, Freie Dramaturgin
22. Agnes Palmisano, Musikerin
23. Joseph Lorenz, Schauspieler
24. Klemens Lendl, David Müller – Die Strottern, Musiker
25. Sona MacDonald, Schauspielerin
26. Traude Holzer, Musikerin
27. Roland Neuwirth, Musiker
28. Mag. Florian Petermann, Vienna Arts Management
29. Mag. Andreas Koepp, Kulturmanager & Veranstalter
30. Stefanie Kopinits, Belcanto Graz
Florian Krumpöck Pianist | Dirigent | Intendant des Kultur.Sommer.Semmering ____________________
31. Petra Rodens, Verein Komma Kultur
32. Angela Wandraschek-Strunz, Sängerin
33. Sonja Krenn, Agentur Roadmap Entertainment
34. Dietmar Petermichl, Petermichl Kultursaal
35. Christoph Angerer, Consilium musicum Wien
36. Iris Reiner, Flora, Michael & Leona Rajakowitsch, Promusica Carinthia
37. Fritz Kircher, Musiker & künstlerischer Leiter der Neunkirchner Musiktage, Mitglied des Haydn Quartetts
38. Hildegard Koller, Burgfestspiele Güssing
39. Kons. Karl – Michael Ebner, Musikfestival Steyr
40. Peter Gillmayr, Musiksommer Bad Schallerbach
41. Harald Wurmsdobler, Pramtaler Sommeroperette
42. Mag. Manuela Trachmann, Taggenbrunner Festspiele
43. Marlene Lacherstorfer, Musikerin
44. Hakon Hirzenberger, Schauspieler
45. Herbert Strobl, Kulturmanager
46. KS Wolfgang Bankl, Sänger
47. Florian Dittrich, Agentur Roadmap Entertainment
48. Paul Gulda, Pianist & Komponist
49. Miguel Herz-Kestranek, Schauspieler & Autor
50. Simon Zöchbauer, Co-Intendant Wellenklänge Festival Lunz am See
51. Christian Knaller, Intendant & Obmann Weissensee Klassik Festival
52. Walter Zeh, Künstlerischer Leiter des Philharmonia Chores Wien sowie seine 185 SängerInnen
53. Mag. Gabriele Korn, Künstlerische und administrative Leitung der Meisterklassen Gutenstein
54. Julia Lacherstorfer, Intendantin Wellenklaenge, Lunz am See
55. Manfred Schwaiger, Zauberhaftes Kindermusiktheater
56. Elisabeth Sickl, Schloss Albeck
57. Prof. Barbara Faulend-Klauser, Kuratorin des Kulturkreises Deutschlandsberg
58. Christian Hölbing, Kabarettist, Autor, Sänger
59. Dr. Wolfgang Gerold, Intendant Léhar THEATERostern

+43660 3803539

kontakt@floriankrumpoeck.com

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SINFONIEORCHESTER BASEL MIT EINER WELT-ERSTEINSPIELUNG VON FAURE

Gabriel Faure (1845-1924): The Secret Faure III - Geistliche Werke, CD

 

Auch das Sinfonieorchester Basel ist coronabedingt seit März 2020 im Konzertsaal nicht live zu erleben. Zu hören sind sie dennoch: sei es in der sonntäglichen Folge ihres neuen digitalen Formates Sinfonieorchester Basel at Home seit dem 5. April 2020 und nun auch mit der Veröffentlichung der dritten und letzten Folge ihres höchst erfolgreichen Zyklus´ The Secret Faure mit teils unbekannten und selten gespielten Werken des französischen Komponisten Gabriel Fauré. In der ersten Folge vom August 2018 päsentierten die Basler unter ihrem Chefdirigenten Ivor Bolton zusammen mit den Sängern Olga Peretyatko und Benjamin Bruns noch Orchesterlieder von Fauré, während sich die zweite Folge vom Mai 2019 ganz der Instrumentalmusik widmete. Und nun sind in der letzten Folge The Secret FauréIII, die ab dem 15. Mai 2020 verfügbar sein wird, ausschließlich geistliche Werke von Fauré zu hören, der lange Jahre als Organist der Pariser Madeleine-Kirche wirkte, bevor er zum Direktor des Pariser Konversatoriums ernannt wurde. Die vokalen Parts auf der vorliegenden Aufnahme singen die Sopranistin Katja Studer, der Bariton Benjamin Appl und der Balthasar-Neumann-Chor.

Ein besonderes Highlight ist die Weltersteinspielung von „La Passion“, ein religiös inspiriertes Werk für gemischten Chor und Orchester, das bis 1999 unveröffentlicht geblieben ist. Fauré hatte es auf einen Auftrag des französischen Schriftstellers Edmund Haraucourt komponiert, der wiederum eine Passion für die berühmte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt schreiben sollte. Entstanden ist das Prelude „La Passion“, das hier weltweit zum ersten Mal aufgenommen wurde. Dazu Ivor Bolton: „Fauré war Zeit seines Lebens ein langsam und sorgfältig arbeitender Komponist. Das Prelude „La Passion“ bezaubert mit seiner strengen Schönheit und den zugrunde liegenden Basslinien, die stark an Johann Sebastian Bach erinnern“.

Mit The Secret FauréIII schließt das Sinfonieorchester Basel die dreiteilige Serie ab, die von der ersten Folge an eine außergewöhnlich hohe und positive Medienresonanz hatte. So schrieb das BBC Music Magazine: „A glorious new recording of orchestral works … pure delight“, die Süddeutsche Zeitung lobte die „suggestiven Klänge und Harmonien“.

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Videokonferenz im Anschluss an den Stream der Volkstheater-Produktion „Urfaust/FaustIn and Out“

Wer stört hier wen? Politisch-ästhetische Verfahren bei Elfriede Jelinek: Störung, Subversion, Dekonstruktion“ – Videokonferenz im Anschluss an den Stream der Volkstheater-Produktion „Urfaust/FaustIn and Out“ am 21.5. auf nachkritik.de

Bereits im Februar 2020 hatte Bérénice Hebenstreits Inszenierung von „Urfaust/FaustIn and Out“ (Johann Wolfgang Goethe/Elfriede Jelinek) im Volx/Margareten Premiere. Nach der Vorstellung am 21. Mai 2020 hatte der Interuniversitäre Forschungsverbund Elfriede Jelinek der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien im Rahmen seines Forschungsschwerpunkts „Kunst & Politik“ (https://www.ifvjelinek.at/forschungsarbeiten/projekt-kunst-politik/) ursprünglich eine Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Volkstheater geplant.

Da diese Vorstellung aufgrund der geltenden behördlichen Regelungen nicht stattfinden kann, haben sich der Interuniversitäre Forschungsverbund und das Volkstheater gemeinsam eine attraktive Alternative überlegt: Ein Mitschnitt der Vorstellung wird ab 21. Mai auf nachtkritik.de (https://www.nachtkritik.de/) 24 Stunden lang als Stream zu sehen sein. Im Anschluss ist, ebenfalls als Stream, die Diskussion zu sehen, die nun in Form einer Videokonferenz abgehalten wird.

Unter dem Titel „Wer stört hier wen? Politisch-ästhetische Verfahren bei Elfriede Jelinek: Störung, Subversion, Dekonstruktion“ diskutieren Univ.-Prof. Dr. Karoline Exner (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien), Mag. Bérénice Hebenstreit (Regisseurin, Wien), Asst.-Prof. Mag. Dr. Teresa Kovacs (Indiana University, Bloomington, USA) und Ao. Univ.-Prof. Dr. Monika Meister (Universität Wien), moderiert von Mag. Andrea Heinz (Interuniversitärer Forschungsverbund Elfriede Jelinek), über politisch-ästhetische Strategien.
Ausgangspunkt ist dabei das Werk Elfriede Jelineks, ein besonderer Fokus liegt auf den „Sekundärdramen“, wie auch „FaustIn and Out“ eines ist. Darüber hinaus werden auch die Position der Künstlerin und das Kunstschaffen von Frauen Themen der Diskussion sein.

21.5.2020, 18 Uhr bis 22.5.2020, 18 Uhr, nachtkritik.de
Stream „Urfaust/FaustIn and Out“
im Anschluss: Videokonferenz „Wer stört hier wen? Politisch-ästhetische Verfahren bei Elfriede Jelinek: Störung, Subversion, Dekonstruktion“

Nähere Informationen:
https://www.ifvjelinek.at/veranstaltungen/kunst-politik-wer-stoert-hier-wen-2020/
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