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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 12. APRIL 2022)

12.04.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 12. APRIL 2022)

WIENER STAATSOPER: DONNERSTAG PREMIERE „TRISTAN UND ISOLDE“. Es gibt noch Premierenkarten

Stand: Montag 13 h)

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Zu den verfügbaren Karten

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Probenfoto: Andreas Schager, Martina Serafin, Ekaterina Gubanova. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
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DER NEUE MERKER: INHALTSVERZEICHNIS DES „MERKER-HEFTS“

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BAYERISCHE STAATSOPER: UMBESETZUNG „PARSIFAL“

 

hiermit möchten wir Sie auf folgende Umbesetzung aufmerksam machen: In der Vorstellung von Parsifal am 14. April 2022 übernimmt Stuart Skelton die Partie des Parsifal anstelle des erkrankten Simon O‘Neill.

 

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Kölner Oper stellt neuen Intendanten und neuen Spielplan vor

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Oper Köln-Spielzeitvorstellung. Hein Mulders. Foto: Andrea Matzker

Der zukünftige Kölner Opernintendant Hein Mulders, gegenwärtig noch in Essen in einer Dreifachposition, seine positive Ausstrahlung, seine gute Beziehung zum Kölner Generalmusikdirektor Francois-Xavier Roth, sein profundes Wissen und vor allem seine große Begeisterung für die Materie lassen hoffen und wecken ein wenig Neugierde und Lust, wieder einen Fuß in die Kölner Oper zu wagen, selbst wenn es „nur“ im Staatenhaus sei! Dies begründet er im Übrigen auch damit, dass die Trojaner ideal gerade dafür seien, da deren Inszenierung die Möglichkeiten eines üblichen Opernhauses sprengen würde. Also geradezu ein Plädoyer für das Staatenhaus. Nicht nur als ausgebildeter – wenn auch zur Zeit nicht praktizierender – Pianist bringt er langjährige Erfahrung auf allen Gebieten mit, über die ein Allround-Intendant verfügen sollte. Als profilierter Castingspezialist verfügt er über hervorragende internationale Beziehungen, die jederzeit abrufbar sind und auch bei der Besetzung des kommenden Spielplans extrem hilfreich waren. Dazu kommt ein nicht zu unterschätzendes Plus, dass man weder erwerben noch erlernen kann, nämlich eine einnehmende, herzliche und äußerst kommunikative Persönlichkeit.

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GMD Francois-Xavier Roth. Foto: Andrea Matzker

Zusammen mit dem Generalmusikdirektor hat er ein anspruchsvolles, reichhaltiges Programm für die nächste Spielzeit 2022/23 aus dem Boden gestampft und vorgestellt. Es ist davon auszugehen, dass viele “verlorene Schafe“ und ehemals begeisterte Opernanhänger Kölns aufgrund seiner positiven Ausstrahlung und der damit verbundenen angenehmen Atmosphäre wieder zurück in die Gefilde der Oper finden. Vielleicht gelingt es ja nun, den ehemaligen, international hervorragenden Ruf der Kölner Oper mit dieser frischen Energie und Kreativität zurückzuerobern. Unter der Ägide von Michael Hampe erlangte die Kölner Oper mit dem Mozartzyklus in Zusammenarbeit mit Jean-Pierre Ponnelle über die Carmen mit Sir John Pritchard bis zu der geschichtsträchtigen Aufnahme von Hoffmanns Erzählungen absoluten Weltruhm. Das italienische Fach im kommenden Spielplan wird vertreten von Luisa Miller und der Cenerentola. Besonders die Barockliebhaber dürfen sich freuen auf Giulio Cesare von Händel, bereits damals unter Hampe mit Xerxes ein Highlight in Köln. Alle mit großartigen Sängern besetzt, unter international anerkannter musikalischer Leitung und mit bewährten Regisseuren. Dabei legt Mulders Wert auf einen Mix aus Stars und Newcomern. Das bisherige Kölner Ensemble wird er vorerst nicht antasten, lediglich der persönliche Stab mit Operndirektor und Dramaturg wird ausgetauscht.  (Sämtliche Premieren und Produktionen mit ihren Daten sind im Internet einsehbar.) Am 1. September 2022 beginnt die Amtszeit des neuen Intendanten.

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OB Henriette Reker, der zukuenftige Intendant Hein Mulders. Foto: Andrea Matzker
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ARENA DI VERONA: AIDA im Juli

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Es dirigiert Marco Armiliato

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ZU „SEHR GEEHRTER HERR SIMON STONE“!

Der Regisseur wird den Brief von Kurt Vlach vermutlich nicht beantworten, denn er ist derzeit schwer an der Metropolitan Opera beschäftigt

Lammermoor arrives on stage beginning April 23 in @simonandrewstone’s electrifying contemporary staging, and members of the cast were recently preparing in an early onstage rehearsal. Show-stopping soprano @nadine.sierra takes on the title role, alongside tenor @tenorjaviercamarena as Lucia’s beloved, Edgardo, baritone @arturrucinskibaritone as her overbearing brother, Enrico, and bass @matthewrosephotos as Raimondo. Maestro @riccardo_frizza conducts the tragic bel canto drama.

On stage through May 21. In cinemas May 21.

LUCIA an er MET, Premiere am 23. April 2022, mit seinen üblichen Ingredienzien!

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ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

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WIEN: Das mumok trautert um Jirí Ševcík (1940–2022)

Sein Tod bedeutet für die Kunstwelt den Verlust eines geschichtsaffinen wie auch gegenwartssensiblen Verbindungsmannes zwischen Ost und West.

Als zu Beginn der 1990er-Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Berliner Mauer eine Neuordnung Europas anstand, rückte auch die Brückenfunktion des Museumsstandortes Wien zwischen Ost- und Westeuropa ins Zentrum kulturpolitischer Strategien. Im Zuge der sogenannten Ostöffnung erhielt daher das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien mit Lóránd Hegyi 1990 einen ungarischen Direktor, der während seiner zehnjährigen Amtszeit nicht nur zentrale Positionen osteuropäischer Kunst ins Ausstellungs- und Sammlungsprogramm integrierte, sondern auch den Kontakt zu Kunstfachleuten aus den ost- und südosteuropäischen Ländern aufbaute und intensivierte. Die zentrale Beraterpersönlichkeit, die äußerst kenntnisreich und engagiert tschechische und slowakische Kunst vermittelte, war dabei Jirí  Ševcík. Er wie auch seine Frau Jana waren Teil jener tschechoslowakischen Szene, die seit den 1960er-Jahren auch unter kommunistischer Herrschaft neoavantgardistische Positionen vertrat.

Ševcík begann in den 1960er-Jahren als Herausgeber und Journalist für die Zeitschrift „Architektura CSR“ und lehrte am Institut für Theorie und Geschichte der Kunst und Architektur an der Architekturfakultät der technischen Hochschule in Prag. Nach der „samtenen Revolution“ (1989) wurde er Chefkurator an der City Galerie in Prag und von 1993 bis 1996 Direktor für die Kunstsammlung der Moderne und der Gegenwart an der Nationalgalerie in Prag. Von 1996 bis 2013 war er Vizerektor und Lehrender an der Prager Akademie für Angewandte Kunst.

Mit dem mumok verbinden ihn Ausstellungen wie „Reduktivismus – Abstraktion in Polen, Tschechoslowakei und Ungarn 1950–1980“ (1992) oder „Aspekte / Positionen – 50 Jahre Kunst aus Mitteleuropa 1949–1999“ (1999/2000). Dafür lieferte Ševcík als Co-Kurator, Autor und Vortragender essentielle Beiträge zur Geschichte und Gegenwart der Kunst seines Landes und dessen internationaler Verortung. Die Bedeutung archivalischer Arbeit zeigt sich bei ihm sowohl in der Gründung des Academic Research Center an der Prager Kunstakademie

1997 wie auch in der Publikation „Between the First and Second Modernity 1985–2012“, die er gemeinsam mit Edith Jerábková 2011 herausgegeben hat – ein Standardwerk mit grundlegenden Texten und Ausstellungsdokus zur Kunst in der Tschechoslowakei und ihren Folgestaaten.

  Seine Kompetenz als Kunsthistoriker und -theoretiker sowie seine Kenntnisse aufgrund seiner persönlichen Verankerung in der Szene brachte Ševcík seit 2004 auch als Mitglied der Ankaufsjury der Kontakt Sammlung der Erste Bank-Gruppe ein. Sein Tod bedeutet für die Kunstwelt den Verlust eines zentralen geschichtsaffinen wie auch gegenwartssensiblen Verbindungsmannes zwischen Ost und West. Das mumok verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die für die Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte des Museums im Zuge der Neuorientierung Europas nach 1989 prägend war. 

  Karola Kraus, Rainer Fuchs und das Team des mumok

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ORF III am Dienstag: Dokumentation über „Jesu letzte Tage“ mit „Downton Abbey“-Darsteller Hugh Bonneville

 Außerdem u.a.: „Ein Grab, das Geschichte schrieb – Das Geheimnis von Ba’ja“ und „Die Geheimnisse des alten Rom“

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information erkundet am Dienstag, dem 12. April, im Hauptabend mit den Dokumentationen „Jesu letzte Tage“ und „Ein Grab, das Geschichte schrieb – Das Geheimnis von Ba’ja“ den Nahen Osten. Anschließend beleuchtet „Die Geheimnisse des alten Rom“ faszinierende römische Bauten wie das Kolosseum und „Wien und die Schwarze Madonna – Jesus, die Frauen und die Liebe“ geht dem Mysterium dreier dunkelhäutiger Madonnenstatuen in Wien auf den Grund.

In „Jesu letzte Tage“ (20.15 Uhr) geht der Schauspieler und studierte Theologe Hugh Bonneville, der mit seinen Rollen als Earl of Grantham in „Downton Abbey“ und als Mr. Brown in den „Paddington“-Filmen Bekanntheit erlangte, in Jerusalem den Ereignissen, Figuren und Zusammenhängen der Woche vor dem Tode Jesu nach. Es stehen sechs stürmische Tage im Mittelpunkt, die den Weg für eine Religion bereiteten, zu der sich etwa ein Drittel der Weltbevölkerung bekennt. Fällt Judas wirklich ganz die Rolle des Verräters zu? War der römische Statthalter Pontius Pilatus tatsächlich der empfindsame Richter, der Jesus nur widerstrebend verurteilte?

Danach ergründet „Ein Grab das Geschichte schrieb – Das Geheimnis von Ba’ja“ (21.15 Uhr) das Leben eines Kindes, dessen Grab von einem Archäologenteam in Jordanien auf 1.200 Metern Seehöhe gefunden wurde. Die Grabbeigaben des Kindes, das „unter dem Esstisch“ der Familie und damit im Fußboden der Wohnung bestattet wurde, lassen auf großen menschlichen Verlust schließen. Barbara Puskás präsentiert in ihrer Dokumentation, was sich aus den Ausgrabungen über die Gesellschaft dieser Siedlung in Ba’ja sagen lässt.

Bauten wie das Kolosseum oder das Pantheon zeugen noch heute von der Ingenieurskunst der alten Römer. Mit Hilfe von Computeranimationen zeigt „Die Geheimnisse des alten Rom“ (22.05 Uhr), welches Wissen über Statik und Architektur vor zweitausend Jahren herrschte.

Zum Abschluss untersucht die Dokumentation „Wien und die Schwarze Madonna – Jesus, die Frauen und die Liebe“ (23.00 Uhr) den Ursprung der Marien-Figuren mit dunkler Hautfarbe, die in der Augustinerkirche, der Ruprechtskirche am Schwedenplatz und auf dem Kahlenberg stehen. Sie stellen nicht die Muttergottes, sondern Maria Magdalena dar. Sie soll nach einem apokryphen Evangelium nicht nur wichtiger als die Apostel, sondern auch die Frau von Jesus gewesen sein.

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WIEN: Katholische Kirche am Schöpfwerk künftig serbisch – orthodoxes Gotteshaus
Die serbisch-orthodoxe Kirche übernimmt die bisherige katholische Pfarrkirche „Am Schöpfwerk“ in Wien-Meidling. Die Pfarre selber wird wieder Teil ihrer Ursprungspfarre Altmannsdorf, von der sie 1982 abgetrennt worden war.

Vierzig Jahre nach der Gründung der Pfarre „Am Schöpfwerk“ wird die Pfarrkirche „Hl. Franz von Assisi“ an die serbisch orthodoxe Diözese von Österreich übergeben. Das haben der Pfarrgemeinde- und der Vermögensverwaltungsrat der Pfarre im Einvernehmen mit der Diözesanleitung einstimmig beschlossen.
Zur Zeit ihrer Gründung im Jahr 1982 lebten am Schöpfwerk gut 5000 Katholikinnen und Katholiken. Die Pfarre war als integrativer Teil der neu entstehenden Wohnbauanlagen zwischen den Straßenzügen Am Schöpfwerk, Lichtensterngasse, Zanaschkagasse und An den Eisteichen im 12. Wiener Gemeindebezirk konzipiert worden. Durch die demographische Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten sank jedoch die Zahl der Katholiken auf zuletzt knapp 1000. Gleichzeitig stieg der Anteil der Bewohner mit orthodoxer Konfessionszugehörigkeit. Die Übergabe der in den Jahren 1979-81 erbauten Pfarrkirche – des jüngsten Kirchenbaus in Meidling – an die serbisch-orthodoxe Kirche ist daher naheliegend und garantiert zugleich den Erhalt der Pfarrkirche als christliche Gottesdienststätte. Die Pfarrgemeinde mit dem bisherigen Pfarrgebiet wird gleichzeitig wieder Teil der „Mutterpfarre“ Altmannsdorf.
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