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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 10. MAI 2022)

10.05.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 10. MAI 2022)

TTT– erste Reflexion: „ Les Troxens“ (Die Trojaner) Hector Berlioz – Bayerische Staatsoper – Premiere 9.5.2022

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Marie-Nicole Lemieux als „Cassandre“. Foto: Wilfried Hösl

Alles Gute – keine Aufreger! Alles Gute – keine Ausfälle! Alles Gut? Verstörende Einfälle?

Keine Aufreger ? Nein! Ein von unbeugsam saturierten Bigottisten  bevölkertes Publikum hat dann doch „Krumen“  zum Protest  in bestürzender Borniertheit genutzt.

Die Inszenierung greift ein Minderheitenproblem in Filmeinblendungen auf,  indem hübsche junge Männer nackt im mäßiger Softpornomanier homoerotisch agierten…

Zum ersten Eindruck von TTT
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Langsam müssen wir uns über den Stellenwert der Wiener Staatsoper Sorgen machen

LISE DAVIDSEN: Sonntag Absage in Wien (längerfristig abgesagt), dafür Dienstag Konzert in Rumänien

here in Romania with @freddiedetommaso and maestro @josemiguelperezsierra
The concert is a charity concert raising money for palliative care for the Regional Institute for Cancer in Iassy Romania.
If you are here please come tomorrow at 18.30 to the National Opera of Romania.

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ZU INSTAGRAM
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WIENER STAATSOPER: DIE WALKÜRE

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

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Dmitry Belosselskiy, Stuart Skelton, Simone Schneider. Foto: Ashley Taylor/Wiener Staatsoper

Stuart Skelton (Siegmund)
Dmitry Belosselskiy (Hunding)
John Lundgren (Wotan)
Simone Schneider (Sieglinde)
Nina Stemme (Brünnhilde)
Monika Bohinec (Fricka)

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Stuart Skelton und Simone Schneider. Foto: Ashley Taylor/Wiener Staatsoper

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John Lundgren (Wotan) und die Walküren. Foto: Ashley Taylor/Wiener Staatsoper

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Simone Schneider, Nina Stemme. Foto: Ashley Taylor/ Wiener Staatsoper

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RAFFAELLA LUPINACCI: „In Pesaro lernte ich das Wesen der Oper kennen“

Heute gibt die junge italienische Mezzosopranistin ein sehr wichtiges Debüt an der Oper von Amsterdam in der Neuinszenierung von „Anna Bolena„, in der sie die Giovanna Seymour singt

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Raffaella Lupinacci. Fotocredit: Chiara Mirelli

Die italienische Mezzosopranistin Raffaella Lupinacci über ihr Debüt an der Oper von Amsterdam als Giovanna Seymour in „Anna Bolena“, den Belcanto im Allgemeinen und speziell Rossini, dem sie den Start ihrer Karriere beim Rossini Opera Festival in Pesaro zu verdanken hat…

ZUM INTERVIEW


Evgeny Nikitin und der „Victory Day“

Armer Evgeny Nikitin! Wir erinnern uns, dass der russische Bassbariton vor nunmehr 10 Jahren bei den Bayreuther Festspielen die Titelrolle im „Fliegenden Holländer“ hätte singen sollen, was aber nicht zustande kam, weil man auf seinem tätowierten Oberkörper ein Hakenkreuz-Tattoo zu erkennen geglaubt hatte.

Dies hat seine internationale Karriere aber nur kurzzeitig unterbrochen. So ist er in der kommenden Saison in einer Neuproduktion des „Lohengrin“ an der MET angesetzt. Obwohl Nikitin Ensemblemitglied am von Valery Gergiev geleiteten und mit Staatsgeldern (Putin!!!) subventionierten Mariinsky-Theaters ist, sei diese Tatsache auch für MET-Chef Peter Gelb kein Problem, denn Nikitin sei nicht als Putin-Unterstützer bekannt.

Zumindest nicht bis jetzt, denn nun hat ein US-Onlinemagazin eruiert, dass Nikitin am gestrigen 9. Mai, also am „Victory Day“, am Mariinsky aufgetreten ist (Titelrolle in „Fürst Igor“). Gilt das nun doch als Unterstützung von Putins Krieg.

Was lernen wir daraus? Sollte einem russischen Sänger an einer Fortsetzung seiner Karriere im Westen gelegen sein, sollte er sich genau überlegen, ob er am 9. Mai in Russland auftritt, zudem noch an einer Putin eng verbundenen Bühne, dazu noch in einer derart heroisierenden Oper wie „Fürst Igor“.

Welche anderen  Sänger sind nun am 9. Mai in Russland an einem Opernhaus in welcher Oper aufgetreten. Müssen die nun alle aus dem Westen raus?

S.M.
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WIENER VOLKSOPER: Zur Premiere von Der Tod in Venedig
Ab 14. Mai 2022

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Was passiert, wenn ein erotisches Faszinosum zur Obsession wird?
Man vergisst alles rund um sich – auch jede Gefahr. In eben diesen Sog gerät Gustav von Aschenbach in Der Tod in VenedigDavid McVicar inszeniert Benjamin Brittens Meisterwerk als Koproduktion mit dem Royal Opera House London; mit Rainer Trost als Aschenbach und Martin Winkler u. a. als Reisender, am Pult steht Gerrit Prießnitz.

Obsession, Homoerotik und Tabu

Thomas Manns 1912 erschienene Novelle Der Tod in Venedig zeichnet ein ambivalentes Szenario: Der alternde Dichter Gustav von Aschenbach reist nach Venedig, um Sinnlosigkeit und Einsamkeit zu entkommen. In der Stadt in der Lagune wird er zunächst von lustvollen Eindrücken gefangen genommen. Doch jäh zieht ein unheilvoller Sturm herauf: Man munkelt, die Cholera habe die „Serenissima“ befallen. Gustav von Aschenbach jedoch ist bereits gebannt von der Schönheit des jungen polnischen Knaben Tadzio – und so versäumt Aschenbach die letzte Gelegenheit, der Epidemie zu entrinnen …

Diese Erzählung von Genie und ästhetischem Empfinden, Obsession, Homoerotik und Tabu faszinierte nicht nur Luchino Visconti, der den Stoff 1971 verfilmte (und in seiner Filmmusik das Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Symphonie wirkungsvoll einsetzte), sondern auch Benjamin Britten, der 1973 mit seiner letzten Oper Death in Venice eines seiner dichtesten und abgründigsten Werke schuf. Aufgrund der bekannten weltumspannenden Umstände der letzten zwei Jahre muss eines der zentralen Themen des Werkes – eine alles bedrohende Seuche als „Gamechanger“ – nicht auf seine Aktualität untersucht werden … Und so findet die Premiere von Der Tod in Venedig, die bereits für April 2021 geplant war, nun auch mit einiger Verspätung statt.

Eine Herzensangelegenheit

Die Inszenierung des schottischen Regisseurs Sir David McVicar, die im Dezember 2019 am renommierten Royal Opera House in London erstaufgeführt wurde, besticht durch ihre Zeitlosigkeit und spiegelt in meisterhafter Weise Mythos und Atmosphäre von Thomas Manns literarischer Vorlage wider. So präsentieren Bühne und Kostüme von Vicki Mortimer, gleich einem aufwändig ausgestatteten Historienfilm, den Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts, noch ganz im Bann der Jahrhundertwende. Und das Lichtdesign lässt einen in den Szenen am Lido tatsächlich glauben, man befände sich nicht im Theater, sondern mit Aschenbach und den anderen Hotelgästen im Sonnenlicht am Strand.

An der Volksoper Wien wird Benjamin Brittens Spätwerk, das ihm in vielerlei Hinsicht eine Herzensangelegenheit war, zum ersten Mal überhaupt und in der Tradition des Hauses in deutscher Sprache aufgeführt. Die Übersetzung ist eine Bemerkung wert, denn sie stammt von dem Musikwissenschafter und Journalisten Hans Keller, der 1919 in Wien geboren wurde, Thomas Mann persönlich kannte und die deutsche Fassung des Librettos von Der Tod in Venedig tatsächlich gemeinsam mit Benjamin Britten erarbeitet hat. Eine authentischere Übersetzung eines Opernlibrettos als jene von Hans Keller wird man also selten finden.

Der Tenor Rainer Trost, der an der Volksoper bereits als Alfred sowie als Gabriel von Eisenstein in der Fledermaus zu erleben war, kehrt als ambivalentes Genie Gustav von Aschenbach – umringt von einer hochkarätigen Truppe an Solistinnen und Solisten des Volksopern- Ensembles – an unser Haus zurück und feiert dabei außerdem sein Rollendebüt.

→ ZUR BESETZUNG
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EISENSTADT/ Schloss Esterhazy: „DIE SCHÖNE MÜLLERIN“. Gesungen von Rafael Fingerlos.

Am Klavier: Sascha El Moussi

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Sonntag, 29. Mai 2022, 11h Schloss Esterházy, Eisenstadt

„Die schöne Müllerin“

Rafael FINGERLOS, Bariton

Sascha EL MOUISSI, Klavier

Link und Kartenverkauf: https://esterhazy.at/veranstaltungen/die-schoene-muellerin

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Sascha El Moussi, Rafael Fingerlos. Foto: Jan Smok

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Staatsoper Stuttgart: Die Kraft der Verwandlung

Die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv und der Regisseur Bastian Kraft erarbeiten Antonín Dvořáks Rusalka an der Staatsoper Stuttgart

Unter der musikalischen Leitung der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv feiert Antonín Dvořáks Oper Rusalka am 4. Juni um 18 Uhr Premiere an der Staatsoper Stuttgart. In der Titelrolle debütiert Ensemblemitglied Esther Dierkes, Goran Jurić ist als Wassermann zu erleben. David Junghoon Kim gastiert als Prinz, Allison Cook als Fremde Fürstin sowie Katia Ledoux als Ježibaba. Der Regisseur Bastian Kraft bringt die Neuproduktion mit deutschlandweit bekannten Drag-Performer*innen auf die Bühne: Die Rollen der Wald- und Wasserwesen werden parallel von Drag-Künstler*innen wie Reflektra, Alexander Cameltoe, Judy LaDivina oder der Stuttgarter Drag-Queen Vava Vilde interpretiert.

Die Verwandlungssehnsucht der Nixe Rusalka aus Dvořáks Märchenoper findet sich als Motiv in vielen erzählerischen Variationen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Viele dieser Geschichten wie H.C. Andersen Kleine Meerjungfrau, der Mythos der Melusine oder Disney’s Arielle sind durch queere Lesarten als Portrait eines nur im Verborgenen möglichen Lebens und dem damit verbundenen Schmerz interpretiert worden. Regisseur Bastian Kraft stellt diesem Denken folgend den Sänger*innen der hybriden Wald- und Wasserwesen Drag-Künstler*innen zur Seite. Sie konterkarieren durch ihre auf Fantasie und Fluidität setzende Performance von Geschlecht eine durch und durch von fixen Rollenbildern besessene Welt und ermöglichen eine Reflexion darüber, wie eine Welt aussehen müsste, in der der Unterschied nicht mehr die Unvereinbarkeit bedeutet.

Bastian Kraft gibt mit der Inszenierung von Rusalka an der Staatsoper Stuttgart sein Operndebüt. Nach einer Regieassistenz am Burgtheater Wien folgten Arbeiten u. a. in Wien, Stuttgart und Frankfurt am Main, am Schauspielhaus Zürich, am Deutschen Theater Berlin und am Thalia Theater Hamburg. Bereits 2019 inszenierte er in Berlin ugly duckling mit Schauspieler*innen und Dragqueens, angelehnt an Texte von H. C. Andersen.

Oksana Lyniv, ist als Konzert- wie Operndirigentin international gefragt, und war 2021 mit Der fliegende Holländer die erste weibliche Dirigentin bei den Bayreuther Festspielen. Seit 2022 ist sie Generalmusikdirektorin des Teatro Comunale in Bologna.

PREMIERE

Antonín Dvořák: Rusalka

Samstag, 4. Juni 2022, 18 Uhr

Einführungsmatinee am 29. Mai 2022, 11 Uhr

Weitere Vorstellungen 9./ 11. / 16. / 19. / 25. Juni 2022

  1. Juli 2022

Musikalische Leitung Oksana Lyniv
Regie Bastian Kraft
Bühne Peter Baur
Kostüm Jelena Miletić
Videodesign Sophie Lux
Licht Reinhard Traub
Chor Manuel Pujol
Dramaturgie Franz-Erdmann Meyer-Herder

Prinz David Junghoon Kim
Fremde Fürstin Allison Cook
Rusalka Esther Dierkes & Reflektra
Wassermann Goran Jurić & Alexander Cameltoe
Ježibaba Katia Ledoux & Judy LaDivina
Heger Torsten Hofmann
Küchenjunge Alexandra Urquiola

  1. Elfe Natasha Te Rupe Wilson & Vava Vilde
  2. Elfe Catriona Smith & Lola Rose
  3. Elfe Leia Lensing & Purrja

Jäger Ángel Macías

 Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart

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LEIPZIG: »Faszination Wagner« mit Andreas Schager am 21. Mai 2022

Durch Film, Klang und Gesang verdichtete Impressionen zu einer berühmten Heldenfigur der Wagnerwelt: Der weltbekannte Tenor Andreas Schager tritt am Abend vor dem Geburtstag Richard Wagners in der Oper Leipzig auf und präsentiert eine synästhetische und persönliche Annäherung an Siegfried, den wohl berühmtesten Nibelungen der Saga. Das filmische Großprojekt von Selcuk Cara ist bewusst für Opern-Einsteiger konzipiert und verdichtet die Geschichte des Ring-Helden zu einem multimedialen Gesamtkunstwerk. Mit über 140 internationalen Auszeichnungen als Autorenfilmer wie Panavision Award, American Movie Award oder North American Film Award, hat sich der studierte Philosoph Selcuk Cara nicht nur als Opernregisseur einen Namen gemacht. Das Gewandhausorchester wird live begleiten, die musikalische Leitung übernimmt Christoph Gedschold, der zukünftige Musikalische Direktor der Oper Leipzig. Den gestalterisch wesentlichen Part der Solovioline übernimmt kongenial Andreas Schagers Ehefrau Lidia Baich, Professorin an der MUK, Musik und Kunst Universität der Stadt Wien, und Jurorin bei renommierten Violinwettbewerben wie dem Menuhin- oder dem Eurovisions-Wettbewerb.

Andreas Schager verkörperte auf der Leipziger Opernbühne bereits Siegmund und Siegfried und ist in Wagners Geburtsstadt derzeit als Tannhäuser und Parsifal zu erleben. Durch Engagements u.a. an der Metropolitan Opera New York, Teatro alla Scala in Mailand, Opéra Bastille Paris, der Wiener Staatsoper und bei den Bayreuther Festspielen oder auch den BBC Proms machte er sich als Wagnerinterpret einen großen Namen. Mit dem eigens für die Oper Leipzig neu eingerichteten Film- und Musikexperiment »Faszination Wagner« beginnt der offizielle Countdown auf die Sommerfesttage Wagner 22, die am 20. Juni 2022 beginnen werden.

Oper Leipzig: »Faszination Wagner«

Samstag, 21.5.2022
19 Uhr
Opernhaus

Musikalische Leitung Christoph Gedschold
Inszenierung / Bühne / Licht Selcuk Cara,
Solo-Violine Lidia Baich
Solo-Tenor Andreas Schager
Gewandhausorchester

Karten gibt es an der Kasse im Opernhaus, unter Tel: 0341 – 12 61 261 (Mo – Sa 10.00 – 19.00 Uhr),
per E-Mail: service@oper-leipzig.de oder im Internet unter www.oper-leipzig.de
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