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INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 2. AUGUST 2022)

02.08.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 2. AUGUST 2022)

BAYREUTHER FESTSPIELE : DIE WALKÜRE  – 1. TAG „DER RING DES NIBELUNGEN. Premiere 1.8.2022

BAYREUTH/Festspiele: DAS RHEINGOLD und DIE WALKÜRE – Premiere am 31. Juli und 1. August 2022

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Tomasz Konieczny („Halbzeit“ – Wotan in „Die Walküre). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

  1. Castorf inszenierte gegen die Musik – V. Schwarz inszeniert gegen das Stück

 Der neue Bayreuther „Ring des Nibelungen“ in der Inszenierung des bis davon völlig Wagner-unerfahrenen Oberösterreichers Valentin Schwarz steht bei der Hälfte. So sind ein paar Beobachtungen schon möglich und durchaus angezeigt, obwohl man gerade bei der Tetralogie von Richard Wagner den Tag nicht vor dem Abend bewerten (statt loben) sollte, d.h. erst nach der „Götterdämmerung“. Nach der präsentiert sich auch das leading team erstmals dem Publikum vor dem Vorhang. Und da ist schon jetzt für große Unruhe gesorgt, deren erster Teil sich gleich nach den letzten Takten des „Rheingold“ in einem signifikanten Buh-Sturm entlud…

ZUM BERICHT von Dr. Klaus Billand

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Schlussapplaus nach „Die Walküre“. Foto: Klaus Billand

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Schlussapplaus nach „Das Rheingold“. Foto: Klaus Billand

Bayreuther „Walküre“ von Wotan-Unfall überschattet
Die Familienaufstellung geht weiter: Nach dem Vorabend „Rheingold“ am Sonntag wurde der neue Bayreuther Festspielring in der Regie des jungen österreichischen Regisseurs Valentin Schwarz am Montag mit der „Walküre“ fortgesetzt. Und die Arbeit lässt bereits jetzt den ersten Schluss zu, dass sich derzeit in Bayreuth der erste wirkliche „Ring“ des 21. Jahrhunderts entfaltet. Schwarz setzt die Wagner-Welt radikal und umstandslos ins Heute.
https://www.sn.at/kultur/allgemein/bayreuther-walkuere-von-wotan-unfall-ueberschattet-125095789

Wotan-Weltstar bricht mit Liege zusammen, spielt weiter – und muss dann aufgeben
https://klassik-begeistert.de/richard-wagner-die-walkuere-bayreuther-festspiele-1-august-2022/

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Lise Davidsen (Sieglinde), Klaus Florian Vogt (Siegmund). Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

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Irene Theorin (Brünnhilde). Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

 

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Ein Rätselfoto: Tomasz Konieczny (Wotan), Georg Zeppenfeld (Hunding), Christa Mayer (Fricka). An welcher Stelle hat der Regiekünstler diese Szene eingebaut (es böte sich die Walstatt an?). Im Normalfall kommen diese drei Personen nie zusammen. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

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Stephanie Houtzeel (Siegrune), KellyGod (Gerhilde), Katie Stevenson (Rossweisse, Daniela Köhler (Helmwige). Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

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BAYERISCHE STAATSOPER: NUN SOMMERPAUSE

Turbulent ging der letzte Abend der Münchner Opernfestspiele zu Ende. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Vertrauen. Die gestrige Vorstellung von Die Frau ohne Schatten mussten wir mit zwei Stunden Verspätung starten, da Nina Stemme kurzfristig erkrankte. Wir danken Miina-Liisa Värelä, die kurzfristig aus Helsinki eingeflogen ist, um die Partie der Färberin zu übernehmen.

Wir wissen, dass die Verschiebung der Anfangszeit für einige Gäste den Besuch der Vorstellung unmöglich gemacht hat. Wenn Sie daher die Vorstellung nicht besuchen konnten, senden Sie gerne bis 7. August an tickets@staatsoper.de einen Scan oder Foto Ihres Tickets, sodass wir Ihnen den Ticketpreis erstatten können.

Wir danken Ihnen für Ihre Treue und wünschen Ihnen einen schönen Sommer.
Herzlich

Serge Dorny

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Mit der  Vorstellung am Sonntag endete die Spielzeit 2021–22 und wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen für dieses gemeinsame Jahr bedanken – für Ihre Treue, Ihre Geduld und Ihre Begeisterung. Es war eine aufregende Spielzeit, die uns weiterhin vor große Herausforderungen stellte, in der wir aber vor allem musikalische Höhepunkte sowie ergreifende Abende erleben konnten. Um die opernfreie Zeit zu überbrücken, haben wir ein paar Ideen für Sie. Und es lohnt sich einen Blick in die kommende Saison zu werfen: Bereits jetzt erhalten Sie Karten für den Saisonauftakt mit Peter Grimes, Don Carlo, La fanciulla del West, Passagen und dem UniCredit Septemberfest.

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer und freuen uns auf den September!
Ihr gesamtes Team der Bayerischen Staatsoper

KASSENÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DER THEATERFERIEN

Während der Theaterferien sind die Tageskasse und das Callcenter von Montag, 1. August 2022, bis Mittwoch, 31. August 2022, geschlossen. Ab Donnerstag, 1. September 2022, um 10.00 Uhr, sind wir gerne wieder für Sie da. Schriftliche Bestellungen werden weiter bearbeitet und auch online können Karten erworben werden. Das Abonnement-Büro ist ebenfalls während der Theaterferien vom 1. bis 31. August 2022 geschlossen.

SCHRIFTLICHE BESTELLUNGEN
Schriftliche Bestellungen über unser Online-Formular im Spielplan sind für alle Vorstellungen ab November möglich. Die Bearbeitung der Bestellungen beginnt zwei Monate vor dem jeweiligen Vorstellungsdatum.

ONLINE, SCHALTER, TELEFON
Karten für alle Vorstellungen im September und Oktober sind bereits im Verkauf. Karten für Vorstellungen ab November erhalten Sie einen Monat vor dem jeweiligen Vorstellungsdatum online, telefonisch und am Schalter. Fällt dieser Tag auf einen Sonn- oder Feiertag, beginnt der Verkauf bereits am Werktag davor.

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KS GUNDULA JANOWITZ feiert heut, 02. August,  ihren 85. Geburtstag (02.08.1937) bei bester Gesundheit

Gundula Janowitz wurde am 2. August 1937 in Berlin geboren, wuchs allerdings in Graz auf und besuchte dort das Landeskonservatorium, von dem sie Herbert von Karajan 1959 an die Wiener Staatsoper holte. Drei Jahre darauf wurde Janowitz Ensemblemitglied, Kammersängerin ist sie seit 1969. Die Wiener Staatsoper verlieh der vom Publikum unter dem Kosenamen Gundel ins Herz Geschlossenen 1981 die Ehrenmitgliedschaft. In ihrer über 30-jährigen Zugehörigkeit zur Staatsoper trat sie in rund 50 Partien auf und war dort zuletzt im 1990 als Primadonna/Ariadne in Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ zu hören.

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Video „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss. Bitte nachstehenden Link anklicken

ZUM YOUTUBE-VIDEO (23 Minuten)

Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn als Sängerin wechselte Janowitz die Seiten und trat 1990 den Posten als erste Leiterin der Oper in Graz an – den sie allerdings nicht lange behielt: Bereits 1991 trat sie wegen künstlerischer Differenzen zurück. „Man macht im Leben so viel Blödsinn“, kommentierte Janowitz 2015 bei einer Staatsopern-Matinee mit Christa Ludwig diese kurze Phase ihres Lebens. Sehr beliebt und berühmt waren ihre Meisterklassen.

Wir wünschen der Jubilarin weiterhin beste Gesundheit!
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BEI ANDREA BOCELLI GING ES WIEDER HOCH HER!

Wer finanziert diesen Zirkus eigentlich?

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ZU INSTAGRAM mit 10 Fotos
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ImPulsTanz: Ladys – mal feinfühlig, mal spekulativ (30. & 31.7.2022)

Konträr, völlig konträr: Die beiden Abende, welche ImPulsTanz parallel in Burg- und Volkstheater angesetzt hat. Beide Stücke sind keine Novitäten, waren hier schon zu sehen. Beide von Damen kreiert, welche sehr direkt ihre Ziele anstreben. Dada Masilo aus Johannesburg hat zu ausdrucksstarker Sensibiliät gefunden, Florentina Holzinger aus Wien versteht sehr gut mit Zeitgeist-Gedanken und Material zu manipulieren.

The Dance Factory aus Südafrika und „The Sacrifice„: Von Strawinskys „Frühlingsopfer“ inspiriert, von Masilo mit immenser Hingabe und Empfindsamkeit choreographiert und als Opfer getanzt. Doch ohne eine Note von Strawinsky: Ein afrikanisches Quartett musiziert und singt stimmig auf der Bühne, das kleine farbige Tanzensemble steigert sich in ihren mit Folklore-Elementen durchsetzten Galoppaden. Rassig getanzt und trotzdem von Masilo ausgesprochen auf moderne Tanzästhetik bedacht.

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Copyright: Florentina Holzinger

   „TANZ – eine sylphidische Träumerei mit Stunts“ heißt es bei Florentina Holzinger, österreichischer Jahrgang 1986, und ihrer internationalen Damenriege. Stets splitternakt alle im wirbeligen, doch zu oft auch im sich lang dahinziehenden Getriebe. Dabei präsentieren sie sich in jeder Episode wohl nicht gerade als Bühnenschönheiten, jedoch schon sehr, sehr souverän. Zwar wird im ersten Teil klassisches Ballettexercise vorgeführt, von einer verwelkenden Ballerina pointiert ironisch kommentiert und mit Gags durchsetzt, doch von Ästhetik ist hier nichts zu merken. Holzinger wendet sich dann an die Zuschauer, manipuliert gekonnt und bedacht (klar, heutzutage auf Englisch) an ihr mitgehendes überwiegend jüngeres Publikum. Mit grotesken sylphidischen Träumen, leicht blutigem Hexen-Puzzle und so allerlei Bühnenzauber – wie die Nackten auf Motorrädern  in der Luft turnend – geht es dann weiter. Eben Stunts – kleine Kunststückerln, einfach strukturierte, bezogen auf weibliche Stärken, auf die Kraft von Frauenkörpern. Holzingers Stärken scheinen ihr zielwusster Wille und im freien Denkspiel eine gewisse Kaltblütigkeit zu sein, mit welcher sie aus kalkulierender Sichtweise durchaus spekulativ zu disponieren vermag. Zwei verschiedene Welten: Afrika in diesem Beispiel um feinfühlige Psyche bemüht, Europa schrittweise auf eher dekadenter Ebene dahingleitend. Beides vom jeweiligen ImPulsTanz-Publikum stark akklamiert.

Meinhard Rüdenauer

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KÖLN: Einzigartige Darbietung – Endlich Action auf den Uniwiesen –

Die weiblichen Sexsymbole der Römerzeit kämpfen um ihr Leben

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

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Römische Gladiatrices als Murmillo Retiarius und Secutor auf den Uni-Wiesen von Köln. Foto: Andrea Matzker

Nach nur fünf Tagen täglichen Übens unter Anleitung von Trainer Mathias Kunzler ist der Kölner Archäologieprofessor Dr. Eckhard Deschler-Erb äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. In einem aufwändigen Sonderprojekt erstellten die Studentinnen fast gänzlich originalgetreue Kostüme verschiedener Gladiatoren-Typen der Römerzeit und erlernten die komplizierten Rituale ihrer diversen Kampfschritte. Mathias Kunzler unterweist normalerweise Filmschauspieler, die ihre Rollen geschichtsgetreu darstellen müssen, wie in den weltweit bekannten Gladiatoren-Filmen. Berühmte Gladiatoren wie Spartacus wurden von den Römern bewundert und waren die Sexsymbole und Superstars ihrer Zeit. Viele Damen der Gesellschaft und auch Kaiserinnen erlagen ihrer Faszination.

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Römische Gladiatrices als Murmillo Retiarius und Secutor mit Professor und Trainer auf den Uni-Wiesen von Köln. Foto: Andrea Matzker

Die meisten Kenntnisse über die Waffen und Kampfarten der verschiedenen Gladiatorentypen verdankt man den Ausgrabungen in Pompeji, wo man viele Ausrüstungsgegenstände aus einer Gladiatorenkaserne fand. Schild, Schwert, Helm, Arm- und Beinschienen werden nach sehr strengen Regeln angelegt und getragen. Der nachweislich letzte Gladiatorenkampf fand am 1. Januar des Jahres 404 statt.

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Römische Gladiatrices Murmillo und Thraex kämpfen gegeneinander auf den Uni-Wiesen von Köln. Foto: Andrea Matzker

Römische Gladiatrices hingegen, die auch Amazonen genannt wurden, waren die Ausnahme, aber ihre Existenz ist in zahlreichen Schriften eindeutig belegt. Sie waren der Höhepunkt in den römischen Arenen, zumal die Besucher hauptsächlich männlich waren. Zumeist traten sie, wie ihre männlichen Kollegen, mit freiem Oberkörper auf. Sie galten als die absolute Sensation der Römerzeit und waren Anziehungspunkt von tausenden von Bewunderern. Sie waren die Sexsymbole ihrer Zeit. Selbst Kaiserrinnen traten gelegentlich als Gladiatrices auf.

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Römische Gladiatrices Murmillo und Thraex kämpfen gegeneinander auf den Uni-Wiesen von Köln. Foto: Andrea Matzker

Die drei Studentinnen der Klasse von Professor Deschler-Erb hatten sich für vier der bekannteren Modelle der Gladiatoren entschieden.

Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus ist der Murmillo nachgewiesen. Er trägt das Kurzschwert gladius, einen großen, gewölbten rechteckigen Schild scutum und als Schutzkleidung einen Armschutz und links eine Beinschiene. Der Helm mit Visier ist wie ein Fisch geformt, „mormylos“ bedeutet „kleiner Fisch“. Daher der Name. Meistens kämpft er gegen Thraex, den Thraker.

Thraex trägt ein Schwert mit gekrümmter Klinge namens sica und einen kleinen gewölbten Schild parmula. Sein Helm mit Visier ist von einem Greifenkopf gekrönt. Er trägt rechts den Armschutz manica und zwei Beinschienen als Beinschützer.

Retiarius ist gefürchtet wegen seines Wurfnetzes. Zudem trägt er den Dreizack tridens und ein Kurzschwert oder einen Dolch pugio. Er trägt weder Körperschild noch Helm, dafür aber einen Schulterschirm galerus und eine Armschiene manica. Meistens kämpft er gegen den Secutor.

Der vierte auf den Uniwiesen vorgestellte Gladiatorentyp ist dieser Secutor. Er trägt einen eiförmigen Helm mit sehr kleinen Augenlöchern, damit Retarius ihn nicht so schnell blenden kann. Er ist bewehrt mit einem Kurzschwert und einem großen Rechtecksschild scutum. Auch er seinerseits kämpft meistens mit Retarius.

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Römische Gladiatrices Retiarius macht Secutor den Garaus mit ihrem Dreizack. Foto: Andrea Matzker

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Römische Gladiatrices Retiarius wirft ihr Netz auf Secutor. Foto: Andrea Matzker

Trainer und Schiedsrichter Kunzler war am Ende der Darbietungen sehr zufrieden mit seinen Schülerinnen und bedauerte nur das niedrige Budget von „60.000 Sesterzen“, wegen der man leider auf echtes Blut habe verzichten müssen bei dieser Vorstellung. Auch der Professor war sehr stolz auf den Erfolg seines Projektes, jetzt ginge es allerdings nur noch darum, endlich in Köln ein originales römisches Amphitheater zu finden, denn bisher ist noch keins gefunden worden.

Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

 

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