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21.01.2014 | FILM/TV

FilmCover Homefront

Ab 24. Jänner 2014 in den österreichischen Kino
HOMEFRONT
USA  /  2013 
Regie: Gary Fleder
Mit: Jason Statham, James Franco, Kate Bosworth, Winona Ryder u.a.

Es ist schon ganz angenehm, dass die Dinge irgendwo einfach sind: Der Held hat ein cleveres, schlagfertiges, sympathisches Töchterchen, während der Bösewicht über einen Neffen verfügt, der schon im Schulalter ein Kotzbrocken ist. Über Schattierungen und Differenzierungen muss man sich nicht den Kopf zerbrechen – die Kinder geraten aneinander, die Erwachsenen tragen es aus, und man hat einen Action-Krimi, dessen Drehbuch kein Geringerer als Sylvester Stallone verfasst hat. Warum er dann keinerlei Lust zeigte, die Hauptperson auch selbst zu spielen – sei’s drum, Jason Statham macht gute Figur.

Er ist eigentlich als Billigausgabe für Bruce Willis auf die Leinwand gekommen, Motto: „so hart wie möglich, aber nie wirklich fies“, und hat sich da – vor allem in der Welt der Euro-Trash-Krimis, die ja oft recht amüsant sind – eine Stellung erobert. Man glaubt ihm den Ex-Agenten (ausgerechnet bei der Drogenbehörde) , alleinerziehender Vater (seine Frau ist gestorben), der sich in eine Kleinstadt zurückzieht, um seine Ruhe zu haben. Aber, wie es schon bei Schiller heißt, kann je bekanntlich der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Tochter Maddie (flott als vife Neujährige unterwegs: Izabela Vidovic) wird in der Schule von Miesepetern bedrängt, denen sie eins auf die Nase gibt (bei solchem Vater weiß man, wie man sich wehrt).

Der Betroffene rennt erst zu seiner Mama, diese zu ihrem Bruder, und der ist ein lokaler Gangsterboß im Drogengeschäft, so freundlich (und falsch) er auch grinsen mag: James Franco, seit seinem Erfolg mit „127 Hours“ (sogar oscar-nominiert) in der Hollywood-Hierarchie einigermaßen aufgestiegen, ist keine schlechte Besetzung, wenn er in seinem Rollenprofil auch eher „kleinstädtisch“ bleibt. Immerhin, es knistert, wenn die beiden Männer erst höflich, aber schon bedrohlich aufeinander knallen, aber der Rest ist einfach Routine.

Da wird die Tochter entführt, ein paar Frauen intrigieren mit (Kate Bosworth als Schwester des Drogenbosses und Mutter des Jungen  mit der eingeschlagenen Nase, am Rande Winona Ryder, deren große Zeit vorbei ist, wenn sie solche Rollen spielen muss), es geht hart zu in dieser Welt, aber Statham darf in der Regie von Gary Fleder wieder einmal überzeugend vor sich her prügeln und die Justiz selbst in die Hand nehmen. Schließlich ist er ja nicht nur Papa, sondern wieder in seiner alten Rolle als Rauschgift-Dealer-Fänger  aufgeboten…

Und wenn es gegen Ende auch drunter und drüber geht: Darüber, dass die Sache letztlich nicht „gut“ ausgeht (für die Guten nämlich), braucht man sich keine  Sorgen zu machen. Mittlere Unterhaltung, Stallone-Action ohne Stallone mit Statham als vollwertigem Ersatz – wenn nichts Besseres zu finden ist…

Renate Wagner

 

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