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HEIDELBERG/ Neue Aula: Sonderkonzert CHRISTIAN GERHAHER / GEROLD HUBER

08.12.2018 | Konzert/Liederabende

Heidelberg / Neue Aula: „CHRISTIAN GERHAHER –GEROLD HUBER“ – 07.12.2018

Zum Sonderkonzert des Heidelberger Frühling beendete Christian Gerhaher seine Tournee mit einem Liederabend in der Neuen Aula. Umrahmt von Schubert erklangen die „Tasso-Gedanken“ vier Monologe aus Goethes „Torquato Tasso“ von Wolfgang Rihm. Der Komponist war anwesend widmete diese Stücke im November uraufgeführt schließlich dem Solisten des Abends. Die vertrackten Intervalle erwiesen sich keineswegs als Ohren-Schmeichler und führten den Hörer in ein Terrain expressiver Tonsprache. Gerhaher dessen hervorragende Technik und Gesangskunst allen Widrigkeiten gewachsen, meisterte die Aufgabe in Perfektion. Ich zolle jedem Künstler höchsten Respekt sich jenen Herausforderungen mit Verve zu stellen.

Sphärenklängen gleich erschienen im Kontrast die Preziosen aus der Feder von Franz Schubert. Feinfühlig, ausdrucksstark, durchglüht aber dennoch in kontrollierter Emotion erklangen u.a. Sei mir gegrüßt – Lachen und Weinen – Du bist die Ruh´ in samtig, lyrischer, heller Stimmführung. Dynamisch bruchlos, schlichtweg vollkommen interpretierte Gerhaher

Abendbilder + Himmelsfunken expansiv in Schuberts unendlichem Klangstrom gestaltend, bei dessen herrlichem Fließen überdies viel Muse blieb, sich in die besinnlichen und traurigen Texte zu vertiefen.

Gerold Huber war wieder sein erstrangiger Begleiter am Klavier und vermittelte wie immer den Eindruck, die beiden Künstler atmen im Gleichklang als verschworene Einheit. Markant, stilvoll, wunderbar improvisierend, instrumental vollkommen steuerte der erstklassige Pianist die instrumentalen Untermalungen bei.

Nach der Pause brachte das hervorragende Künstler-Duo postmoderne Lieder und zwar „Vier Gesänge op. 2“ von Alban Berg zu Gehör. In prägnanten Abstufungen seinem Bariton vielfältige Schattierungen beimischend vermittelte Gerhaher u.a. Nun ich der Riesen Stärksten überwand bei spannungsvoller Intensität.

Davor und danach widmete Christian Gerhaher in exzellentem Vortrag dem Schaffen von Hugo Wolf. „Gesänge des Harfners“ erklangen bildhaft zu subtiler beispielhafter Deklamation und Artikulation in Verbindung des melodischen Geleits. Glutige Wärme, heroische Aufschwünge, vokales Raffinement verband Gerhaher zur gehaltvollen Interpretation u.a. bei Auf ein altes Bild + Grenzen der Menschheit.

Mit Bravos und herzlichem Beifall bedankte sich das begeisterte Publikum und wurde mit einer vergnüglichen Zugabe bedankt.

Gerhard Hoffmann

 

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